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The Project Gutenberg EBook of Dehio, Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bd. 1, 1914

This eBook is for the use of anyone anywhere at no cost and with almost no restrictions whatsoever. You may copy it, give it away or re-use it under the terms of the Project Gutenberg License included with this eBook or online at http://www.gutenberg.org/license

Title: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bd.1, 1914
Author: Georg Dehio

Release Date: October 4, 2006 [Ebook #19460]

Language: German

Character set encoding: UTF-8

***START OF THE PROJECT GUTENBERG EBOOK DEHIO, HANDBUCH DER DEUTSCHEN KUNSTDENKMÄLER, BD. 1***

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        <fileDesc>
            <titleStmt>
                <title>Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Bd.1, Mitteldeutschland, 1914</title>
                <author><name reg='Dehio, Georg'>Georg Dehio</name></author>
            </titleStmt>
    <editionStmt>
      <edition n="10">Draft Edition!</edition>
    </editionStmt>
            <publicationStmt>
                <publisher>Project Gutenberg</publisher>
                <pubPlace>Urbana</pubPlace>
                <date value='2006-10-04'>October 4, 2006</date>
                <idno type='etext-no'>19460</idno>
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                <p>2. Aufl. 1914</p>
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                <p>Produced by Karl Eichwalder (http://www.gnu.franken.de/ke/),
                <!-- [ocr?], -->
                and the Online Distributed Proofreading Team at
                &lt;http://www.pgdp.net/c&gt;.</p>
                <p>Page-images available at
                &lt;http://www.pgdp.net/projects/projectID40d0b2969bd01/&gt;</p>
	<p>To-do list:</p>
        <p>check project comments</p>
        <p>small print problems: 1/2, 5/8, etc.</p>
        <p>add internal linking</p>
        <p>milestone / line numbering</p>
        <p>normalizing?</p>
        <p>Semantic Markup, lack of</p>
        <p>add newline before every place or town; use div elements</p>
        <p>improve title page</p>
        <p>add map</p>
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    </div>


      <div>
	<p><figure rend='width: 50%' url='images/dehio-mdtl-map-small-1914.png'>
	    <head></head>
	    <figDesc>Mitteldeutschland</figDesc>
	  </figure></p>
      </div>

    <div rend="page-break-before: right">
      <divGen type="titlepage" />
    </div>

<!--
[**Karte!]
<pb id='i001.png'/>

<p>
[Blank Page]
</p>
-->

<pb n='I' id='i002.png'/>

<titlePage>
<!--FIXME-->
<docAuthor>Deutscher Verein für Kunstwissenschaft<lb /></docAuthor>
<docAuthor>Georg Dehio<lb /></docAuthor>
<docTitle>
<titlePart type='main'>
Handbuch der Deutschen<lb />
Kunstdenkmäler<lb />
</titlePart>
<titlePart>
Begründet vom Tage für Denkmalspflege<lb />
</titlePart>
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Erster Band<lb />
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Mitteldeutschland<lb />
</titlePart>
</docTitle>
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Zweite Auflage<lb />
</docEdition>
<docImprint>
BERLIN<lb />
Verlegt bei Ernst Wasmuth A.-G.<lb />
<docDate>1914</docDate>
</docImprint>
</titlePage>
    <div rend="page-break-before: right">
      <index index="html" />
      <head>Inhalt</head>
      <divGen type="toc" />
    </div>
</front>

<body>


<pb n='II' id='i003.png'/>

<p>
[Blank Page]
</p>


<div>
<pb n='III' id='i004.png'/>
<index index="toc" />
<head><title>Vorwort.</title></head>

<p>
Die erste Auflage dieses Werkes erschien in fünf Bänden
in den Jahren 1905-1912. Ich beginne die zweite mit dem
Ausdruck des Dankes an alle, die mich bei der Ausführung
der ersten unterstützt haben. Ihre Zahl ist so groß, daß ich
sie nicht einzeln nennen kann. An der Spitze steht die Dankespflicht
gegen Seine Majestät den Deutschen Kaiser, der auf
Antrag des Tages für Denkmalpflege durch Allerhöchsten
Erlaß vom 27. März 1904 die finanzielle Grundlage des Unternehmens
sichergestellt hatte. Die erste Anregung war von
dem Unterzeichneten auf der im Jahre 1899 in Straßburg
tagenden Generalversammlung der Deutschen Geschichtsvereine
gegeben worden. Der erste Tag für Denkmalpflege,
Dresden 1900, setzte die Erörterung fort und erklärte sich
hinsichtlich der Wünschbarkeit lebhaft zustimmend, die Ausführbarkeit
allerdings wurde mehrfach angezweifelt. Unter
diesen Umständen mußte ich selbst die Arbeit übernehmen,
wohl wissend, daß sie mich auf eine längere Reihe von Jahren
vollständig in Anspruch nehmen werde. Sie zu einem ersprießlichen
Ende zu führen wäre mir auch nicht möglich gewesen
ohne die treue und unermüdliche Unterstützung der mir beigegebenen
Kommission. Sie bestand aus Hugo Lörsch, Cornelius
Gurlitt und Adolf von Oechelhäuser. Für Lörsch, dessen
Tod wir im Jahre 1907 zu beklagen hatten, trat Paul Clemen
ein. Die Jahre des Zusammenarbeitens mit ihnen werden mir
stets in dankbarer Erinnerung bleiben.
</p>

<p>
Jetzt mit der zweiten Auflage tritt das Handbuch unter
die Fürsorge des Deutschen Vereins für Kunstwissenschaft.
Die grundlegende erste Bearbeitung hatte notwendig das Werk
eines einzelnen sein müssen; die nun folgende nachprüfende
und ergänzende Kleinarbeit ist nur denkbar in der Verteilung
auf viele. Das Einfachste und Wirksamste wäre, wenn die
Herren Konservatoren es sich zur Gewohnheit machen könnten,
bei ihren amtlichen Denkmälerbesichtigungen und bei ihrer
Kenntnisnahme von der lokalen Forschung stets einen Blick
<pb n='IV' id='i005.png'/>
<!-- [P: IV] -->
auf das Handbuch zu werfen und die ihnen nötig erscheinenden
Berichtigungen und Nachträge gleichlaufend einzuzeichnen.
Auf diese Weise würde ohne besondere Mühewaltung, fast
automatisch, die Sammlung des Materials sich bewerkstelligen
lassen. Außerdem wiederhole ich meine an alle Benutzer gerichtete
alte Bitte, mich auf etwaige Irrtümer oder Lücken,
mögen sie auch noch so geringfügig sein, aufmerksam zu
machen. Sie werden damit den Dank aller anderen Mitbenutzer
sich verdienen.
</p>

<p>
Aus den zahlreichen im Laufe der Jahre mir mündlich
oder schriftlich zugegangenen Beurteilungen entnehme ich,
daß die Einrichtung des Buches sich bewährt hat, sie konnte
somit ohne wesentliche Veränderungen in die neue Auflage
herübergenommen werden. Vor allem hat es Zustimmung gefunden,
daß das Handbuch unter Verzicht auf Vollständigkeit,
die ein Vorrecht der amtlichen Inventare bleiben muß, nur
Sichtung und Auswahl gibt. Welche Gegenstände aufzunehmen,
welche auszuschließen seien, das wird immer erneuter
Überlegung bedürfen, und ich bitte, auch in dieser Hinsicht
mir mit Ratschlägen fernerhin zu Hilfe zu kommen. Keinesfalls
sollte der bisher erreichte Umfang der einzelnen Bände
in Zukunft wesentlich anschwellen dürfen.
</p>

<p>
Wenn dieses bei dem vorliegenden ersten Bande einigermaßen
dennoch eingetreten ist, so ist es eine Folge des
gerade hier sehr starken Nachschubs der Inventare. Zur Zeit
der ersten Auflage waren etwa zwei Fünftel des Gebietes noch
nicht inventarisiert, jetzt fehlen nur noch der bayrische Bezirk
Oberfranken und wenige Ämter in Unterfranken und dem
Königreich Sachsen.
</p>

<p>
Eine Veränderung, an deren beifälliger Aufnahme ich nicht
zweifle, besteht in der Einschränkung der Abkürzungen.
Ganz zu entbehren waren sie nicht, wenn anders eine noch
weitergehende Erhöhung der Seitenzahl vermieden werden
sollte. Strittiger wird das Urteil über eine zweite Veränderung
sein: die Weglassung der Literaturangaben. Ich habe mich
dazu erst nach langer Überlegung entschlossen. Die Gründe
sind folgende: 1. Vollständigkeit ist von vornherein ausgeschlossen;
soll aber nur eine Auswahl gegeben werden, so
fehlt dafür jede konsequent anwendbare Begrenzung. 2. Es
kommt nicht selten vor, daß der wichtigste Beitrag zur Beurteilung
eines Denkmals nicht in den von ihm handelnden
Sonderschriften, sondern in einem allgemeinen Werke enthalten
ist; die Nachweise so weit auszudehnen, würde aber
in der Summe viel zu viel Raum in Anspruch nehmen. 3. Bei
der Benutzung als Reisehandbuch besteht an den <reg orig='Literatur-|angaben'>Literaturangaben</reg>
<pb n='V' id='i006.png'/>
<!-- [P:V] -->
kaum ein Interesse; tritt es bei der Arbeit im Hause
ein, so wird ein Zurückgreifen auf die Inventare nicht zu entbehren
sein, und dort findet man ja regelmäßig auch die Literatur
bereits verzeichnet. Die Bibliographie der deutschen
Kunstgeschichte ist eine Aufgabe für sich, und zwar eine sehr
umfassende; ihre Lösung kann nicht nebenher auch von diesem
Handbuch verlangt werden.
</p>

<p>
Dagegen hoffe ich, als wichtigsten Zuwachs dieser zweiten
Auflage, wofern nicht zu große Schwierigkeiten sich einstellen,
zum Schluß ein alle fünf Bände zusammenfassendes Sachregister
zu bringen.
</p>

<p>
Die dem Bande vorangestellte kleine Karte beabsichtigt
nichts, als eine summarische Orientierung zu geben. Sie beschränkt
sich auf Verzeichnung der Kreisstädte, durch die
im Text die Lage eines Ortes bestimmt wird. Weiterzugehen,
sämtliche in dem Bande beschriebenen Orte &mdash; es sind mehr
als 2000 &mdash; aufzunehmen, wäre ein Ding der Unmöglichkeit
gewesen.
</p>

<p>
Straßburg, 31. Dezember  1913.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>G. Dehio.</hi>
</p>

<pb n='VI' id='i007.png'/>

<p>
[Blank Page]
</p>
</div>


<div>
<pb n='VII' id='i008.png'/>
<index index="toc" />
<head><title>Verzeichnis der Abkürzungen.</title></head>

<div>
<index index="toc" />
<head><title>a) Nach Begriffsgruppen.</title></head>

<div>
<p>
<abbr rend="bold">beg.</abbr> begonnen.<lb />
<abbr rend='bold'>erb.</abbr> erbaut.<lb />
<abbr rend="bold">voll.</abbr> vollendet.<lb />
<abbr rend='bold'>gew.</abbr> geweiht.<lb />
<abbr rend='bold'>zerst.</abbr> zerstört.<lb />
<abbr rend='bold'>Rest.</abbr> <abbr rend='bold'>rest.</abbr> Restauration, restauriert.<lb />
<abbr rend='bold'>Jh.</abbr> Jahrhundert. <hi rend='italic'>In Verbindung damit</hi> <abbr rend='bold'>A.</abbr> Anfang, <abbr rend='bold'>M.</abbr> Mitte, <abbr rend='bold'>E.</abbr> Ende, <abbr rend='bold'>H.</abbr> Hälfte, <abbr rend='bold'>V.</abbr> Viertel.<lb />
<abbr rend='bold'>bez.</abbr> bezeichnet.<lb />
<abbr rend='bold'>I.</abbr> Inschrift.<lb />
</p>
</div>

<!-- <tb> -->

<div>
<p>
<abbr rend='bold'>rom.</abbr> romanisch.<lb />
<abbr rend='bold'>got.</abbr> gotisch.<lb />
<abbr rend='bold'>Ma.</abbr> <abbr rend='bold'>ma.</abbr> Mittelalter, mittelalterlich.<lb />
<abbr rend='bold'>Renss.</abbr> <abbr rend='bold'>renss.</abbr> Renaissance <hi rend='italic'>als Substantivum und Adjektivum.</hi><lb />
<abbr rend='bold'>Bar.</abbr> <abbr rend='bold'>bar.</abbr> Barock, barock.<lb />
<abbr rend='bold'>Rok.</abbr> <abbr rend='bold'>rok.</abbr> Rokoko, rokoko. <hi rend='italic'>In   Verbindung  mit  diesen Stilbezeichnungen.</hi><lb />
<abbr rend='bold'>fr.</abbr> früh, <abbr rend='bold'>sp.</abbr> spät.<lb />
</p>

<!-- <tb> -->
</div>

<div>
<p>
<abbr rend='bold'>K.</abbr> Kirche<lb />
<abbr rend='bold'>Kap.</abbr> Kapelle.<lb />
<abbr rend='bold'>Klst.</abbr> Kloster.<lb />
<abbr rend='bold'>Basl.</abbr> Basilika.<lb />
<abbr rend='bold'>Hllk.</abbr> Hallenkirche.<lb />
<abbr rend='bold'>Gr.</abbr> Grundriß.<lb />
<abbr rend='bold'>Sch.</abbr> Schiff, <abbr rend='bold'>3sch.</abbr> dreischiffig.<lb />
<abbr rend='bold'>Msch.</abbr> Mittelschiff.<lb />
<abbr rend='bold'>Ssch.</abbr> Seitenschiff.<lb />
<abbr rend='bold'>Qsch.</abbr> Querschiff.<lb />
<abbr rend='bold'>Fig.</abbr> <abbr rend='bold'>Figg.</abbr> Figur, Figuren.<lb />
<abbr rend='bold'>Lhs.</abbr> Langhaus.<lb />
<abbr rend='bold'>Bg.</abbr> Bogen.<lb />
<abbr rend='bold'>Ark.</abbr> Arkade.<lb />
<abbr rend='bold'>Pfl.</abbr> Pfeiler.<lb />
<abbr rend='bold'>Sl.</abbr> Säule.<lb />
<abbr rend='bold'>Kapt.</abbr> Kapitell.<lb />
<abbr rend='bold'>Gwb.</abbr> Gewölbe.<lb />
<abbr rend='bold'>Epit.</abbr> Epitaph.<lb />
</p>

</div>
<!-- <tb> -->

<div>
<p>
<abbr rend='bold'>Quadr.</abbr> <abbr rend='bold'>quadr.</abbr> Quadrat, quadratisch.<lb />
<abbr rend='bold'>Rck.</abbr> <abbr rend='bold'>rck.</abbr> Rechteck, rechteckig.<lb />
<abbr rend='bold'>1/2 kr.</abbr> halbkreisförmig.<lb />
<abbr rend='bold'>5/8 Schluß.</abbr> Schluß aus fünf Seiten des Achtecks.<lb />
</p>
</div>
<!-- <tb> -->
<div>
<pb n='VIII' id='i009.png'/>
<!-- [P: VIII] -->

<p>
<abbr rend='bold'>N</abbr> <abbr rend='bold'>n</abbr> Nord, nördlich.<lb />
<abbr rend='bold'>S</abbr> <abbr rend='bold'>s</abbr> Süd, südlich.<lb />
<abbr rend='bold'>O</abbr> <abbr rend='bold'>o</abbr> Ost, östlich.<lb />
<abbr rend='bold'>W</abbr> <abbr rend='bold'>w</abbr> West, westlich.<lb />
</p>
</div></div>


<div>
<index index="toc" />
<head><title>b) Nach dem Alphabet.</title></head>


<p>
<abbr rend='bold'>A.</abbr> Anfang.<lb />
<abbr rend='bold'>Abb.</abbr> Abbildung.<lb />
<abbr rend='bold'>Ark.</abbr> Arkade.<lb />
<abbr rend='bold'>bar.</abbr> barock.<lb />
<abbr rend='bold'>beg.</abbr> begonnen.<lb />
<abbr rend='bold'>bez.</abbr> bezeichnet.<lb />
<abbr rend='bold'>Bg.</abbr> Bogen.<lb />
<abbr rend='bold'>bmkw.</abbr> bemerkenswert.<lb />
<abbr rend='bold'>E.</abbr> Ende.<lb />
<abbr rend='bold'>ehem.</abbr> ehemalig.<lb />
<abbr rend='bold'>Epit.</abbr> Epitaph.<lb />
<abbr rend='bold'>erb.</abbr> erbaut.<lb />
<abbr rend='bold'>Fig.</abbr> Figg. Figur, Figuren.<lb />
<abbr rend='bold'>fr.</abbr> früh.<lb />
<abbr rend='bold'>gegr.</abbr> gegründet.<lb />
<abbr rend='bold'>gest.</abbr> gestiftet.<lb />
<abbr rend='bold'>gew.</abbr> geweiht.<lb />
<abbr rend='bold'>got.</abbr> gotisch.<lb />
<abbr rend='bold'>Gwb.</abbr> Gewölbe.<lb />
<abbr rend='bold'>Gr.</abbr> Grundriß.<lb />
<abbr rend='bold'>H.</abbr> Hälfte.<lb />
<abbr rend='bold'>h.</abbr> heilig.<lb />
<abbr rend='bold'>Hllk.</abbr> Hallenkirche.<lb />
<abbr rend='bold'>I.</abbr> Inschrift.<lb />
<abbr rend='bold'>Jh.</abbr> Jahrhundert.<lb />
<abbr rend='bold'>K.</abbr> Kirche.<lb />
<abbr rend='bold'>Kp.</abbr> Kapelle.<lb />
<abbr rend='bold'>Kapt.</abbr>   Kapitell.<lb />
<abbr rend='bold'>Klst.</abbr> Kloster.<lb />
<abbr rend='bold'>1/2 kr.</abbr> halbkreisförmig.<lb />
<abbr rend='bold'>Lhs.</abbr> Langhaus.<lb />
<abbr rend='bold'>M.</abbr> Mitte.<lb />
<abbr rend='bold'>Ma.</abbr> <abbr rend='bold'>ma.</abbr> Mittelalter, mittelalterlich.<lb />
<abbr rend='bold'>Msch.</abbr> Mittelschiff.<lb />
<abbr rend='bold'>N</abbr> <abbr rend='bold'>n</abbr> Nord, nördlich.<lb />
<abbr rend='bold'>O</abbr> <abbr rend='bold'>o</abbr> Ost, östlich.<lb />
<abbr rend='bold'>Pfl.</abbr> Pfeiler.<lb />
<abbr rend='bold'>quadr.</abbr> quadratisch.<lb />
<abbr rend='bold'>Qsch.</abbr> Querschiff.<lb />
<abbr rend='bold'>Rck.</abbr> <abbr rend='bold'>rck.</abbr> Rechteck, rechteckig.<lb />
<abbr rend='bold'>Renss.</abbr> Renaissance.<lb />
<abbr rend='bold'>Rest.</abbr> <abbr rend='bold'>rest.</abbr> Restauration, restauriert.<lb />
<abbr rend='bold'>Rok.</abbr> <abbr rend='bold'>rok.</abbr> Rokoko, rokoko.<lb />
<abbr rend='bold'>rom.</abbr> romanisch.<lb />
<abbr rend='bold'>S</abbr> <abbr rend='bold'>s</abbr> Süd, südlich.<lb />
<abbr rend='bold'>1 sch.</abbr> <abbr rend='bold'>2 sch.</abbr> etc. einschiffig, zweischiffig etc.<lb />
<abbr rend='bold'>Ssch.</abbr> Seitenschiff.<lb />
<abbr rend='bold'>Sl.</abbr> Säule.<lb />
<abbr rend='bold'>sp.</abbr> spät.<lb />
<abbr rend='bold'>ursp.</abbr> ursprünglich.<lb />
<abbr rend='bold'>V.</abbr> Viertel.<lb />
<abbr rend='bold'>voll.</abbr> vollendet.<lb />
<abbr rend='bold'>W</abbr> <abbr rend='bold'>w</abbr> West, westlich,<lb />
<abbr rend='bold'>whgest.</abbr> wiederhergestellt.<lb />
<abbr rend='bold'>zerst.</abbr> zerstört.
</p>
</div>
</div>

<div>
<pb n='1' id='i010.png'/>


<div>
<index index="toc" />
<head><title>A</title></head>


<p>
<hi rend='ort'>ABLASS.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der rechtwinklig geschlossene Chor mit rundbg.
Fenster E. 13. Jh., seine Wölbung in spitzbg. Tonne 14. Jh.
Wohlerhaltenes rom. SPortal, dessen 2 Säulen mit zierlichen
Blätterkapitellen. Im übrigen anspruchsloser Umbau in <milestone unit='line' n='5'/>
spätester Gotik gegen M. 16. Jh. (mit Werkstücken aus dem
1539 aufgelösten Cisterc. Frauen-Klst. Sörnzig) und A. 18. Jh.
&mdash; <hi rend='g'>Sakramentsnische</hi> um 1480; großes <hi rend='g'>Holzkruzifix</hi>
in kraftvollen Formen um 1560; <hi rend='g'>Altarkruzifix</hi>
Meißener Porzellan bester Zeit. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ABTERODE.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Spgot. Seit 1809 Ruine.
</p><p>
[<hi rend='bold'>K.</hi> des 1077 gegr. Benedikt.Klst. 1867 abgebrochen.]
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ABTLÖBNITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Wesentlich noch der rom. Urbau,
flachgedecktes <milestone unit='line' n='15'/>
Schiff, stark eingezogener rck. Chor mit Tonnengwb., darüber
der Turm. &mdash; Spgot. <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> A. 16. Jh. <hi rend='g'>Kanzel</hi>
in Renss.-Formen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ABTSWIND.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Protest. Pfarr-K.</hi> Spgot. mit jüngeren
Veränderungen. Am <milestone unit='line' n='20'/>
WTurm sehr hübscher Bar.Helm, schlank mit doppelter
Laterne und doppelter Kuppel. &mdash; Bmkw. <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi>
um 1500; im Schreine großes Relief der Pietas, kraftvoll und
originell; auf den Flügeln (kaum von derselben Hand) links
Dorothea und Katharina, rechts Barbara allein; die Malerei
<milestone unit='line' n='25'/>
der Außenseiten, vielleicht aus Nürnberger Werkstatt, unrestauriert.
&mdash; Eine zweite, vollplastische <hi rend='g'>Pietas</hi>. &mdash; Reste
von <hi rend='g'>Gaden</hi>. &mdash; Im Ort charakteristische <hi rend='g'>Hoftore</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ACHELSTÄDT.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf.-K.</hi> modern bis auf den rom. Turm an der
SSeite, die <milestone unit='line' n='30'/>
Ausbildung der Schallöffnungen fällt durch Güte der Arbeit auf.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ADELSBERG.</hi> UFranken BA Gemünden.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Turm 1335, im Untergeschoß Sakristei. Langhaus
1732. <hi rend='g'>Altarblätter</hi> von <hi rend='italic'>G. M. Bolster</hi> 1737. Über dem
Westeingang <hi rend='g'>Rotsandsteinfigur</hi> St. Laurentius um
1400.
</p>


<pb n='2' id='i011.png'/>

<!-- [P: 2] -->

<p>
<hi rend='ort'>ADELSBORN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis.
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß.</hi> Einfacher Renss.Bau mit 2 Ecktürmen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ADELSHAUSEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
</p><p>
<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> 1 sch. Lhs. 1484; der eingezogene, turmtragende
quadr. Chor älter. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ADOLFSECK</hi> siehe Fulda.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>AHORN.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
</p><p>
<hi rend="bold">Pfarr-K.</hi> Chor und OTurm 14. Jh., der hohe spitze Holzhelm
des letzteren mit 4 Ecktürmchen 1627. Aus derselben Zeit das
Lhs. mit geputzter Flachdecke. &mdash; An den Chorwänden <hi rend='g'>Bronzetafeln</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
mit Wappen und Inschr., von Grabsteinen abgelöst.
<hi rend='g'>Wandgrab</hi> (Sandstein) <hi rend='g'>des Wilhelm v. Streitberg</hi>
1616, vielleicht das beste Werk des in dieser Gattung vielbeschäftigten
Nürnbergers <hi rend='italic'>Hans Werner</hi> (unter Mitwirkung
seines Schwiegersohnes <hi rend='italic'>Veit Dümpel</hi> aus
Altenstein). Wandgrab <milestone unit='line' n='15'/>
des <hi rend='g'>Wilh. Ludwig v. Streitberg</hi> † 1638, Holz
in steingrauem Anstrich.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi>. 4 Flügel um einen Hof; der Vorderbau 1556, ausgebaut
1621 von W. v. Streitberg; kolossales Satteldach mit der
Traufe nach vorn; mächtige runde Flankentürme mit überkragendem
<milestone unit='line' n='20'/>
8eck. Aufsatz und Haubendach. <hi rend='g'>Mobiliar</hi>
17. und 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>AIDHAUSEN.</hi> UFranken BA Hofheim.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Chor im OTurm, Unterbau frgot. An der flachen
Lhs.Decke gute Stuckatur um 1770. Gute <hi rend='g'>Holzfig.</hi> des
<milestone unit='line' n='25'/>
hl. Sebastian um 1560. Mehrere alte <hi rend='g'>Glocken</hi>, eine mit
Ave Maria 14. Jh., eine andere 1436. &mdash; In der Nähe mehrere
<hi rend='g'>Bildstöcke</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALACH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Erfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1405. 1sch. mit Achteckschluß.
<milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALBERSDORF.</hi> UFranken BA Ebern.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Gutes Beispiel einer Spätbarocklandkirche; um
1720; mit gutproportionierter Fassade.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALBERSRODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. rom. Turm mit gekuppelten Schallöffnungen
zwischen <milestone unit='line' n='35'/>
spgot. 3/8Chor und dem Schiff von 1823, <hi rend='g'>Altarwerk</hi> mit
Figuren, außen Gemälde von einem eigenartigen <hi rend='italic'>Cranachschüler</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALBSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Kirchhain.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. spgot., Chor aus 8Eck, im Schiff Holzgewölbe mit
skulpierten Schlußsteinen. Umbau für Emporen 1714. <milestone
unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALEXANDERBAD.</hi> OFranken BA Wunsiedel.
</p><p>
<hi rend="bold">Brunnenhaus</hi> 1782 von <hi rend='italic'>Riedel</hi> nach »französischer« Bauart.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALITZHEIM.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Got. Turm; Lhs. 1733. Gute Rok.-Einrichtung. Im
Dorf <hi rend='g'>Bildstöcke</hi> von 1581, 1682 und um 1750 (gut).
</p>


<pb n='3' id='i012.png'/>

<!-- [P:3] -->

<p>
<hi rend='ort'>ALKERSLEBEN.</hi> Schwarzb.-Sondersh, LA Arnstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> westl. Teil 12. (?) Jh., östl. Teil spätgot. 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALLENDORF</hi> b. Ober-Rottenbach Schwarzburg.-Rudolst.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> der Schule von Erfurt (?) M. 14.
Jh. Ein <hi rend='g'>gleicher</hi> aus der Schule von Saalfeld 1485,
Flügel <milestone unit='line' n='5'/>
beiderseitig bemalt.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALLENDORF</hi> a. Werra. RB Cassel Kr. Witzenhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1. H. 14. Jh. Ursp. 2sch. Halle, nach Brand 1637,
bei welchem Gwb. und Pfll. zerstört wurden (Anschluß der
Kappen an die Schildwand noch sichtbar), 1sch. mit flacher
<milestone unit='line' n='10'/>
Holzdecke hergestellt. Der 5/8Chor aus der Mittelachse nach
S abgerückt. Glockenturm in der Flucht der WFassade nördl.
am Sch. bez. 1427. 1898 durch <hi n="0" rend="italic">Schönermark</hi> restauriert.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Wohnhäuser</hi> nach Brand 1638, in großer Zahl klassische Beispiele
des Fachwerkbaus. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Totenhalle</hi> a. d. Friedhofe, interessanter Holzbau.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Ringmauern.</hi> Ehemals doppelt. Die innere vollständig erhalten,
3 Tortürme neuerlich abgebrochen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALLENDORF.</hi> RB Cassel Kr. Kirchhain.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> hübscher Bau A. 18 Jh. <milestone
unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALLENDORF.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
Ehem. <hi rend='bold'>Cisterc.-Nonnenklst.</hi>, gegr. um 1270, Neubau spgot., jetzt
zu ländlichen Gebäuden vernutzt. &mdash; Im Dorf alte <hi rend='g'>Fachwerkhäuser</hi>
&mdash; Die Burg <hi rend='g'>Frankenstein</hi> ohne
Spuren verschwunden. Jetzt künstliche Ruine (erb. 1888!).
<milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALLMENHAUSEN.</hi> Schwarzb.-Sondersh. LA Sondersh.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> bez. 1581. &mdash; <hi rend='g'>Grabmal</hi> zweier Herren von Schlotheim
1589, 1619.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALLSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Johannis</hi>, 1775 ganz neu gebaut, 1sch. mit polyg. <milestone unit='line' n='30'/>
Chor, Emporen in 3 Rängen, großer Kanzelbau über dem
Altar.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>S. Wigperti</hi>, angeblich Gründung des 9. Jh.; im Bauernkrieg
zerstört; der spgot. Chor als Wohnhaus umgebaut; erhalten
der breite rom. Turm auf rck. Chor, im Obergeschoß an den <milestone unit='line' n='35'/>
Schmalseiten 1, an den Breitseiten 3 Kuppelfenster, deren
feines Detail, z. B. jonische Kannelierung der Teilungssäulchen,
in auffallendem Gegensatz zu dem ganz kunstlosen Charakter
des übrigen steht; ist es vielleicht aus einem anderen Bauwerk
verschleppt? <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Im Erdgeschoß spgot. Portal von 1472; das Übrige
16. und 17. Jh; die Vertäfelung des Sitzungssaales 1672.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Auf der Stelle der zuerst 979 genannten kaiserl. Pfalz;
zuletzt bewohnt 1200 vom Staufer Philipp; dann in die Hände
der Landgrafen übergegangen. Der jetzige, noch immer sehr
<pb n='4' id='i013.png'/>
<!-- [P: 4] -->
ausgedehnte Gebäudekomplex aus dem sp.Ma. und der Renss.;
maßvoll rest. Das Obergeschoß des hinteren Schlosses hat
E. 17. Jh. eine sehr reiche Ausstattung empfangen, von welcher
die Stuckdecken, aus freier Hand modelliert, erhalten sind
(ähnlichen Charakters wie in Schloß Eisenberg); ferner ein <milestone unit='line' n='5'/>
Kamin, gußeiserne Ofenplatten, mehrere Möbel; Porzellane
und Tapeten aus 18. Jh.; reizender Ofenschirm von 1720.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALMSDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche </hi> spätrom. breitrechteckiger WTurm mit gekuppelten
Fenstern und 2 schlanken Spitzhelmen, deren Dachstuhl interessant <milestone unit='line' n='10'/>
verstrebt ist. Das Schiff ist mehrfach erneuert, unbedeutend,
die alte Apsis abgebrochen. Außen 2 Inschr. über
Grundsteinlegung 1307 in Minuskeln, über eine (Almosen)
Stiftung 1377 in Majuskeln.
</p><p>
<hi rend='bold'>Steinkreuz</hi> mit Schwert. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALSBERG.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kap. zum hl. Kreuz</hi>, gegr. 1513 durch die Herren v. Hutten
als Begräbnisstätte; kleiner rck. Bruchsteinbau, flachgedeckt,
polyg. Chor, deformiert, wenn auch im Kern alt. &mdash; <hi rend='g'>Hochaltar</hi>
E. 17. Jh. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALSLEBEN</hi> (Stadt). Pr. Sachsen Mansf. Seekreis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K</hi>. neu; alt (rom.) nur der, übrigens formlose,
Turm.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALSLEBEN</hi> (Dorf). Pr. Sachsen Mansf. Seekreis.
</p><p>
Die vorm. <hi rend='bold'>Kloster-K</hi>. abgetragen. Ein rom. <hi rend='g'>Tympanon</hi> (Löwe <milestone unit='line' n='25'/>
und Drache durch einen Palmenbaum getrennt) nach Gernrode
gebracht. Ebendort ein merkwürdiger rom. <hi rend='g'>Taufstein</hi>,
8seitig, mit rohen Reliefs.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALTBESSINGEN.</hi> UFranken BA Karlstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K</hi>. Bezeichnender Bau der Juliuszeit, rest. 1791 (klassizist. <milestone unit='line' n='30'/>
Stuckaturen). Einheitliche <hi rend='g'>Altarausstattung</hi> um
1690. <hi rend='g'>Geräte</hi> augsburgisch, von <hi rend='italic'>F. X. Stipeldey</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALT-BURXDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Frühgot. Ziegelbau M. 13. Jh. unter Einfluß von
Klst. Güldenstern, reizvoll durch schlichte, tüchtige Durchbildung. <milestone unit='line' n='35'/>
Schiff u. rechteck. Chor mit Holzdecken. Im Ostgiebel
3 spitzbg. Fenster, darüber Kreuzstabfries, die Giebel abgetreppt
mit vortretenden Anfängern. &mdash; <hi rend='g'>Holzbildwerke</hi> des
spgot. Altars.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALT-CHEMNITZ.</hi> K. Sachsen AH Chemnitz. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. rom. Portal 13. Jh. <hi rend='g'>Altarwerk</hi> A. 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALTENBACH.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. rom. Chor eingezogen quadr. und 1/2kr. Apsis. Rest.
1695 <corr sic='uud'>und</corr> 1838. &mdash; Holzfigg. von einem spgot. <hi rend='g'>Flügelaltar</hi>.
</p>
<pb n='5' id='i014.png'/>
<!-- [P: 5] -->

<p>
<hi rend='ort'>ALTENBERGE.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. spgot. &mdash; Stattliches <hi rend='g'>Epitaph</hi> aus Stuck für A. L.
v. Schwarzenfels † 1730. Im Herrenstuhl reich dekorierter
<hi rend='g'>Ofen</hi> aus Gußeisen A. 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALTENBEUTHEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. mit rom. OTurm, Sakristei 14. Jh. Schiff 18. Jh. Einfacher
rom. <hi rend='g'>Taufstein</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALTENBURG.</hi> Hauptstadt von Sachsen-Altenburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Unterkirche (S. Bartholomäi)</hi>. Von den Hussiten 1430 zerstört,
1459 wiederhergestellt; 1877 rest. und zum Teil (die ganze <milestone unit='line' n='10'/>
SSeite) umgebaut. 3sch. Halle mit schmalen Sschiffen (was
für die vermutete Benutzung des älteren Chors im 13. Jh.
sprechen würde) und ungewöhnlichem östl. Abschluß: das
Mschiff schließt mit 5 Seiten des 10Ecks ohne Vorchor, die
Sschiffe abgeschrägt. WTurm 1668 (als Ersatz für eingestürzte <milestone unit='line' n='15'/>
Doppeltürme). &mdash; Unter dem südl. Ssch. als Überrest einer
rom. K. weit kleineren Maßstabes eine Krypta; quadr. mit
4grätigen Kreuzgewölben zwischen rck. Gurten; die Mittelstütze
aus 4 derben Rundpfeilern gebündelt; anschließend 1/2kr.
Apsis; das Detail deutet auf 12. Jh. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>
<p>
<hi rend='bold'>Oberkirche (Franziskaner)</hi>. 1sch. Anlage vor 1238, sehr
schlicht behandelt, Veränderungen A. 16. Jh.
</p><p>
<hi rend='bold'>Bergerkloster (Augustinerchorherren)</hi> gew. 1172; durch Brand
1588 zerstört; jetzt nur die 2 WTürme und wenige Reste des
Lhs. erhalten. Backsteinrohbau mit Sandsteindetails oder <milestone unit='line' n='25'/>
Nachahmung von Sandsteinmotiven in Backstein. Die Backsteine
scharriert ähnlich wie an den ältesten Backsteinbauten
an der Weser (Verden) und in Holstein. Ursp. eine regelmäßige
kreuzf. Basilika im gebundenen System gewölbt. Die hohen
Türme haben in ihren 3 Obergeschossen jederseits 1 Paar <milestone unit='line' n='30'/>
gekuppelter Fenster, breite Ecklisenen und Stockwerkteilung
durch Bogenfriese.
</p><p>
Von der ehemaligen <hi rend='bold'>Nikolai-K</hi>. nur der breite WTurm übrig,
rom., mehrfach umgebaut.
</p><p>
<hi rend='bold'>Rathaus 1562-1564</hi> vom weimarischen Hofbaumeister <hi rend="italic">Nik. <milestone unit='line' n='35'/>
Grohmann</hi>; gehört zu den künstlerisch bedeutendsten Rathäusern
der deutschen Renaissance; 1663 renoviert. Gr.
annähernd quadr. Die Komposition der Hauptfront erinnert
an das Rathaus in Saalfeld: in der Mitte ein 8eckiger
Treppenturm, im Gr. mit 5 Seiten vortretend, oberhalb des <milestone unit='line' n='40'/>
Dachgesimses allseitig frei werdend und das Gebäude weit
überragend; Krönung mit einfacher welscher Haube; im Erdgeschoß
4eck. Vorbau mit Balustrade. Das Hauptgebäude
trägt ein mächtiges Pyramidendach. Demselben vorgelagert
(Zusatz um 1580) an der OSeite zwei Zwerchhäuser. Weiterer
<pb n='6' id='i015.png'/>
<!-- [P: 6] -->
Schmuck: zwei Eckerker und mehrere Portale in italisierenden
Formen. Am NOErker ein <hi rend="g">Fries</hi> mit nackten Knaben,
an Donatellos Altarwerk in Padua erinnernd; der entsprechende
Fries des NWErkers hat in Flachbogenfeldern die Halbfiguren
der damals lebenden Glieder des Fürstenhauses. Die Fenstergewände <milestone unit='line' n='5'/>
gotisierend, das Dachgesims im Verhältnis zu sonstigen
deutschen Bauten der Zeit ungewöhnlich hervorgehoben:
das Motiv des dorischen Frieses allerdings mißverstanden. &mdash; Inneres. 
Im Obergeschoß Vorsaal von mächtiger
Erscheinung, durch 3 Holzsäulen in 2 Schiffe geteilt; Einfassungen <milestone unit='line' n='10'/>
der Türen aus Stein.
</p><p>
<hi rend='bold'>Amtshaus</hi> 1725. <hi rend='bold'>Magdalenenstift</hi> 1665 als herzogl. Witwensitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Wohnhäuser</hi> aus 16. Jh.: Hillgasse 5, Markt 17, 73, Sporrengasse
2; aus 17. Jh.: Tiefstr. 12, Brudergasse 7, Schmöllersche
Str. 14b; 18. Jh.: Johannisstr. 7, 16, Moritzstr. 6, Tiefstr. 2 und <milestone unit='line' n='15'/>
besonders stattlich das v. Seckendorffsche Haus am Brühl 1724.
</p><p>
<hi rend='bold'>Herzogl. Schloß.</hi> Im 11. und 12. Jh. Kaiserpfalz. Der jetzige
sehr große Komplex aus 15.-18. Jh. &mdash; <hi rend='g'>Schloßkirche</hi>
(mit Kollegiatstift). Im Unterbau Reste aus 12. Jh.; Chor
1 H. 15. Jh.; Lhs. 2. H. Der Chor stark betont: 4 Langjoche <milestone unit='line' n='20'/>
und 5/12-Schluß; das 1sch. Lhs. nur 2 Joche. Der Chor außen
mit überaus reicher, wenn auch handwerkmäßig trockener
Dekoration der Streben. Das innere ohne höheren architektonischen
Gehalt, aber malerisch von großer Wirkung, wozu
die 1645 ff. ausgeführten Emporen und sonstigen Ausstattungsstücke <milestone unit='line' n='25'/>
wesentlich beitragen. Im <hi rend='g'>Hochaltar</hi> Grablegung
Holz bez. CTR 1647. Das <hi rend='g'>Chorgestühl</hi> (1516,
überarbeitet 1576) gerade in seiner Stilmengerei nicht ohne
Reiz; prachtvolle <hi rend='g'>Orgel</hi> 1735 von <hi rend='italic'>G. H. Trost</hi>; <hi rend='g'>Kanzel</hi>
1595; <hi rend='g'>Grabmal</hi> des Markgrafen Wilhelm II. († 1425) ursp. <milestone unit='line' n='30'/>
freistehende Tumba; <hi rend='g'>Grabplatte</hi> der Kurfürstin Margarethe
(† 1486) Bronze, die lebensgroße Figur graviert, der
Rahmen in flachem Relief, mit großer Wahrscheinlichkeit
als Jugendwerk <hi rend='italic'>Peter Vischers</hi> anzusprechen. Auch unter
den übrigen Grabplatten und Gedenktafeln manches Gute. &mdash; <milestone unit='line' n='35'/>
<hi rend='g'>Hauptschloß</hi>. Der von den Zeitgenossen gerühmte
Bau Friedrichs des Weisen (seit 1518) durch die Bauten
von 1606 ff. und 1706 ff. großenteils beseitigt. Von 1530 (?)
der Rest der Hofgalerien im N der Kirche; interessante Verdeutschung
römischer Vorbilder; im Erdgeschoß Rundbögen <milestone unit='line' n='40'/>
auf toskanischen Rustikasäulen, in den folgenden Geschossen
von sukzessive abnehmender Höhe Korbbögen, zuletzt jonische
Säulen. Die jetzige Haupterscheinung bedingt durch den
Umbau 1706 bis 1744; Architektur von <hi rend='italic'>G. S. Vater</hi>, Malereien
von <hi rend='italic'>J. H. Ritter</hi>, Stuckaturen von den Brüdern <hi rend='italic'>Castelli</hi>;
<pb n='7' id='i016.png'/>
<!-- [P:7] -->
der Brand 1864 hat im Innern vieles beschädigt. Von den
sonstigen Baulichkeiten hervorzuheben das <hi rend='g'>Schönhaus</hi>,
ein Kasino im Sinne römischer Gärten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALTENBURG</hi> b. Bamberg OFranken.</p>
<p>
Auf den Ruinen der historisch denkwürdigen <hi rend="bold">Burg</hi> moderner <milestone unit='line' n='5'/>
Phantasiebau.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALTENBURG.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Rundturm von 1388.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALTENBURG</hi> b. Naumburg, Pr. Sachsen.</p>
<p>
Spuren der 1010 zerstörten <hi rend="bold">Burg</hi> des Markgr. Gunzelin. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALTEN-DAMBACH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1617 ähnlich Hinternah.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALTENDORF.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh. mit spätgot. Turm. Befestigter. Kirchhof,
Wehrgang, Scharten. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALTENGÖNNA.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
</p><p>
<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> des 17. Jh. &mdash; <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> um 1500, einer
der besten des Gebietes, auch gut erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALTENGRONAU.</hi> RB Cassel Kr. Schlüchtern.
</p><p>
<hi rend='bold'>Wasserburg</hi> mit 4 Ecktürmen, alter Huttenscher Sitz. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALTENHASSLAU.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Martins-K.</hi> (reformiert), im Kern 1 H. 13. Jh. Lhs. quadr.
flachgedeckt; im O starker Turm; dessen gewölbtes Erdgeschoß
als Altarhaus. &mdash; Innere Ausstattung 1752.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Lutherische K.</hi> 1724 aus einem Jagdzeughaus aptiert. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Amtshaus</hi> bez. 1593 und 1684.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALTENHOF.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Lhs. rck. 9: 10,5, Chor eingezogen quadr. mit
Apsis, auch noch einige Detailsrom. &mdash; Schöner <hi rend='g'>Kelch</hi> A. 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALTENKUNDSTADT.</hi> OFranken BA Lichtenfels. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> spgot. ursp. Hallenbau, später die Pfeiler ausgebrochen
und Holztonne; Chor bar. auf got. Fundament; Anzahl <hi rend='g'>Grabsteine</hi>
aus 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALTENRODA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> WTurm und Ostchor gotisch, unbedeutend, das <milestone unit='line' n='35'/>
Schiff nach »der Architektur und Direktion« des Pfarrers
<hi rend='italic'>H. G. Zincke</hi> 1718, der seit 1711 mehrere Kirchen (Großwangen,
Wippach) gebaut.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALTENSCHÖNBACH.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Prot. Dorf-K.</hi> Polygonchor und Turm (SO) mit Krypta (Beinhaus) <milestone unit='line' n='40'/>
von 1496; Lhs. um 1600 erweitert, an der bemalten
Balkendecke viele Wappen des fränkischen Adels. &mdash; <hi rend='g'>Epitaphe</hi>
der Frh. v. Crailsheim und Geier; hervorzuheben das
in Kunststein gefertigte altarartige des Georg Wolf von
Crailsheim und seiner Schwester Anna Maria um 1600.
</p>


<pb n='8' id='i017.png'/>

<!-- [P: 8] -->

<p>
<hi rend='bold'>Burg</hi> der Crailsheim spätmittelalterliche Wasseranlage mit
quadr. Bergfried und polyg. Bering.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALTENSTEIN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Salzungen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Neubau 1889. Bmkw. Kunstsammlung. Von der
ma. Burg schwache Spuren. Der Park eine einheitliche Anlage <milestone unit='line' n='5'/>
von 1798-1803 und für diese Zeit bezeichnend; chinesisches
Häuschen, aber auch schon Ritterkapelle, Sennhütte, Aeolsharfe.
Schöne steinerne Halbrundbank mit Büste der Herzogin
Charlotte Amalie 1801.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALTENSTEIN.</hi> UFranken BA Ebern. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Ehem. Dorf-K.</hi> (außer Gebrauch). Erb. 1561. Seltenes
Beispiel einer intakten Renss.-Kirche kleinen Maßstabes.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Das mächtige, weithin sichtbar gelegene Stammschloß
der Stein zum Altenstein. Zeitweise Sitz von 7 Einzelfamilien.
In dem von einem tiefen Graben umschlossenen Mauerring <milestone unit='line' n='15'/>
noch große Reste einer starken Renss.-Befestigung
(2 große Tortürme), sowie ein mächtiger sprom. Bergfried
(quadratisch, mit Bossenquadern; 13. Jh.), ferner Fragmente
der stattlichen Burgkapelle aus 2. H. 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALTENSTEIN.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Ehem. Schloß</hi>, jetzt Försterhaus. Die ältesten Teile der Ruine
nach 1438. Wohnbau bez. 1620.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALTERSHAUSEN.</hi> Sachsen-Koburg LA Coburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spgot. Anlage, 1sch. mit quadr. turmtragendem
Chor. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALTHAUSEN.</hi> UFranken. BA Königshofen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor im OTurm, mittelalterlich, 1573 erhöht; Langhaus
1693. &mdash; <hi rend='g'>Deckengemälde</hi> (Triumph des Kreuzes)
von <hi rend='italic'>Joh. Peter Herrlein</hi>, gegen 1777.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALTHÖRNITZ.</hi> K. Sachsen AH Zittau. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1650-54 von Meister <hi rend='italic'>Valentin</hi> in Zittau für den Zittauer
Bürgermeister Chr. v. Hartig. Die Anlage des stattlichen
und großzügigen Gebäudes steht in den Hauptmotiven in der
Tradition der deutschen Renaissance; 3geschossiger Hochbau
auf 3eck. Gr.; 2geschossige, kräftig und zugleich flüssig <milestone unit='line' n='35'/>
gegliederte Giebel, je 2 an den Langseiten, 1 an den Schmalseiten;
1 starker Eckturm (der zweite neu; die alte Wendeltreppe
lag im Innern).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALTJESSNITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> In der Anlage rom. Der spgot. <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
von den besseren.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALTMÜGELN.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Ältester Teil der Turm, 1850 umgebaut. Chor und
Langhaus unter B. Johann VI. von Meißen (1487-1512).
Lhs. als 3sch. Halle geplant; Pfl. unausgeführt; jetzt
<reg orig="Flach-|decke">Flachdecke</reg><pb n='9' id='i018.png'/>,
<!-- [P:9] -->
mit Malereien von 1720. Im 1sch. 3/8Chor reiches Netzgwb.
&mdash; Bmkw. <hi rend='g'>Grabdenkmäler</hi> 1536, 1579.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALTOSCHATZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gemengbau aus Spgot. und Bar. Der im O anschließende
Rundbau alter Karner (?) &mdash; Stattliche ren. <hi rend='g'>Grabdenkmäler</hi> <milestone unit='line' n='5'/>
aus Dresdener Werkstatt 1578, 1599; geringer das
von 1620; charakteristische Zopfarbeit 1785. [Spgot. Flügelaltar
im Dresdener Altert. Ver. Inv. Nr. 95, 96.]
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALTSCHÖNFELS.</hi> K. Sachsen AH Zwickau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burg.</hi> Kap. auf qu. Gr. in den Formen des 15. Jh. &mdash; Ausstattung <milestone unit='line' n='10'/>
17. Jh. Im Hof Holzgalerien, im Innern spgot. geschnitzte
Balkendecken auf reich behandeltem Ständer.</p>
<p>
In der <hi rend="bold">Dorf-K.</hi> <hi rend='g'>Altarwerk</hi> um 1500 und <hi rend='g'>Grabsteine</hi>
der v. Wilkau A. 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALTSTADT.</hi> K. Sachsen AH Pirna. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. mit plattem Chor und Holzdecke, ursp. wohl
sprom. Basilika, von welcher am OGiebel noch Reste erhalten;
die Einzelheiten an die Nikolai-K. in Dippoldiswalde erinnernd.
Unterspitzer Triumphbg. und 1/2kr. Öffnungsbgg. der ehemaligen
Seitenapsiden. &mdash; <hi rend='g'>Altarwerk</hi> 1664. Reste eines <milestone unit='line' n='20'/>
spgot. <hi rend='g'>Schnitzaltars</hi> auf dem Kirchenboden.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALTZELLE.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Cisterc.-Klst.</hi> (Ruine). Ältestes und baugeschichtlich wichtigstes
der Markgrafschaft. Gegr. 1162, 1175 die Wohngebäude
bezogen, 1198 Weihung der K., 1339 Andreas-Kap., 1506 Rest. <milestone unit='line' n='25'/>
sämtlicher Hauptgebäude, 1540 Auflösung des Klst., 1599
Blitzschlag und Verfall. &mdash; <hi rend='g'>Kirche</hi>. Erhalten nur 2 Bruchstücke
der WWand; frühestes Zeugnis des Backsteinbaus in
diesem Gebiet (an der mit Haustein gemischten Technik
glaubt Stiehl einen italienischen Werkmeister zu erkennen). <milestone unit='line' n='30'/>
An Stelle des alten Chors 1787-1804 Mausoleum in nüchtern
klassizistischen Formen. &mdash; Kreuzgang und Klostergebäude
(wie in Maulbronn) auf der NSeite; im weiteren Umkreis
Kapellen (ehedem 16) und Wohn- und Wirtschaftsgebäude.
Am besten erhalten das Tor der Ringmauer und das Winter-Refektorium. <milestone unit='line' n='35'/>
<hi rend='g'>Das Tor</hi>; rom.; bedeutende Abmessungen;
Gewände (über 1 m im Boden) dreimal abgetreppt; Basaltquadern
mit Bruchsteinfüllung, Archivolten Backstein mit
Basaltrundstäben, Basaltsäulen mit Würfelkapitellen. <hi rend='g'>Winter-Refektorium</hi>
(jetzt Kuhstall), westl. vom Kreuzgang <milestone unit='line' n='40'/>
und in gleicher Flucht mit dem Paradies der Kirche.
Werkstoff Backstein. Anlage ähnlich Maulbronn. Niedrige
in 2 Sch. kreuzgewölbte Halle, 4 Sll. mit frgot. Basaltkaptt
und 1 Pfeiler. Rundbg. Doppelfenster. An der sonst glatten
WWand Strebepfeiler aus Backstein, an der OWand die frgot.
<pb n='10' id='i019.png'/>
<!-- [P:10] -->
Konsolen und rundbg. Schildbogen des ehem. Kreuzgangs.
Das spgot. (1506) erneuerte Obergeschoß ein holzgetäfelter
Saal mit großen Vorhangbg. &mdash; <hi rend='g'>Andreas-Kap</hi>. (Wettinisches
Erbbegräbnis) an der SWEcke der K. nur in den
quadr. Grundmauern erhalten. &mdash; Vom <hi rend='g'>Sommer-Refektorium</hi> <milestone unit='line' n='5'/>
auf der NSeite des Kreuzgangs die WWand mit
4 hohen schmalen spitzbg. Fenstern; [die 2 steinernen sprom.
<hi rend='g'>Portale</hi> in die Stadt-K. von Nossen übertragen]. Das
<hi rend='g'>Kapitelhaus</hi> an der OSeite war ein rom. Steinbau. &mdash;
<hi rend='g'>Skulpturen</hi>: a) im Mausoleum 4 wettinische Hochrelief-Grabplatten <milestone unit='line' n='10'/>
um 1300, prachtvolle frgot. Gewölbeschlußsteine,
Reste von hölzerner Altarplastik um 1500 [ein vollständiger
Flügelaltar in Gleisberg]; b) im Abtshaus 2 Grabplatten
A. 15. Jh.; c) im Garten got. Betsäule um 1300.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ALZENAU.</hi> UFranken BAmtsstadt. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1780; Burg 1386, hohes got. Wohngebäude.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>AMALIENRUHE</hi> b. Meiningen.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Herzogl. Gutshof</hi>. Reichere Rok.-Einrichtung um 1760-70.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>AMMELSHAIN.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom., eingezog. quadrat. Chor mit Turm und Apsis, im <milestone unit='line' n='20'/>
Turm gekuppelte spitzbg. Fenster.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>AMMERBACH.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. OTurm über dem Altar. Großes spgot. <hi rend='g'>Altarwerk</hi>
mit Doppelflügeln.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>AMMERN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> modern. Bmkw. <hi rend='g'>Taufstein</hi> A. 14. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>AMÖNEBURG.</hi> RB Cassel Kr. Kirchhain.
</p><p>
[<hi rend='bold'>Kathol. K.</hi> Neubau 1865 an Stelle einer schlichten got. Hallenkirche
aus sp. 14. Jh., wobei der alte Turm erhalten blieb.]
</p>
<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Erb. von Kurmainz im 13. u. 14. Jh. Zerst. 1646, <milestone unit='line' n='30'/>
1762, 1866. Noch immer großartige Ruine.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>AMORBACH.</hi> UFranken BA Miltenberg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Benediktinerabtei-K.</hi>, jetzt protestant. 1742-47 ausgeführt
als Umbau einer rom. K. Aus dieser der WBau und die Umfassungsmauern
des Lhs. beibehalten. Der WFront eine <milestone unit='line' n='35'/>
Barockfassade vorgeblendet. Unberührt rom. die 3 Freigeschosse
der Türme, etwa 2. H. 12. Jh., stattliche Abmessungen,
Detail ohne Feinheit. &mdash; Der neue Plan vom kurmainzischen
Hofarchitekten General <hi rend='italic'>v. Welsch</hi>, ausgeführt vom Fähnrich
<hi rend='italic'>Schick</hi>, der anscheinend auch einige Umänderungen vornahm. <milestone unit='line' n='40'/>
Kreuzförmige Basilika von 4 Joch im Lhs. Die breiten Pfll.
mit gepaarten Pilastern besetzt. Tonnengwb. mit Stichkappen
ohne Gliederung. In der Schildwand Kreisfenster. Die Profile
durchweg von mäßigem Relief. &mdash; Im Chor setzt sich das
System des Lhs. in 2 Joch fort, Schluß 1/2kr. &mdash; Das Bedeutendste
<pb n='11' id='i020.png'/>
<!-- [P:11] -->
an der K. ist die in unübertroffenem Gleichmaß der Gesamtwirkung
durchgeführte Dekoration. Sie rückt den Bau in
die erste Reihe der deutschen Rokokokirchen. Die <hi rend='g'>Stuckierung</hi> 
von <hi rend='italic'>J. M. Feichtmayer</hi> und <hi rend='italic'>Gg. Uebelher</hi>. (Beide aus
der Wessobrunner Schule, ersterer in Augsburg ansässig, <milestone unit='line' n='5'/>
letzterer vorher in den »reichen Zimmern« der Münchener
Residenz und der Klst.K. Diessen tätig). Sie vertritt die
deutsche Nuance des Rokoko. Die Farbe ist weiß, hie und
da durch gelb und gold belebt, die Pilaster aus blaßrot gestreiftem
Stuckmarmor. Eine wichtige Rolle ist den <hi rend='g'>Deckengemälden</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
zugewiesen; voll. 1749 von <hi rend='italic'>Math. Günther</hi> aus Augsburg
(einem Schüler der Asam, auch von Tiepolo beeinflußt;
bedeutendster deutscher Freskomaler des 18. Jh.); im einzelnen
flüchtig und maniriert, stupend sicher in Massenverteilung und
Perspektive, der lichten Haltung des Ganzen trefflich angepaßt. <milestone unit='line' n='15'/>
Die Seitenaltäre stehen zum Glück nicht an den
Schiffspfeilern, sondern an den Seitenwänden unter den Fenstern;
die antitektonische Tendenz des Rokoko spricht sich in ihnen
sehr unumwunden aus; einige sehen aus wie aus Korallenriffen
aufgebaut. Ausgeführt (bis nach 1760) von Künstlern aus <milestone unit='line' n='20'/>
Würzburg. Ebendaher die <hi rend='g'>Kanzel</hi> von <hi rend='italic'>Joh. Wolfg. van der
Auwera</hi> und die prachtvollen <hi rend='g'>Abschlußgitter</hi> des Lhs.
von <hi rend='italic'>Gattinger</hi>. Verhältnismäßig sehr einfach die <hi rend='g'>Chorstühle</hi>; 
ein Teil soll zu Beichtstühlen in der kathol. Pfarr-K.
umgearbeitet sein. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Klostergebäude</hi>. An die rom. Epoche erinnert eine kleine Tür
im 2. Geschoß der SWand des südl. Turmes, sie führte in einen
Korridor über dem Kreuzgang. Aus letzterem 20 Säulchen
von trefflicher Arbeit, E. 12. Jh., erhalten. Die Hauptgebäude
aus 17. und 18. Jh. (jetzt Residenz des Fürsten von Leiningen) <milestone unit='line' n='30'/>
groß, ohne spezielleres Interesse. Im Innern bmkw.
der Bibliotheksaal von ca. 1790.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Kathol. Pfarr-K</hi>. 1752-54. Ein stattlicher 3sch. Bau in dem
im Rok. selten angewandten Hallensystem, ähnlich S. Peter
in Mainz, beide vermutungsweise von <hi rend='italic'>Jos. Val. Thoman</hi>; das <milestone unit='line' n='35'/>
Äußere in Quadern von rotem Sandstein, durch Doppelpilaster
gegliedert, von guter Wirkung die mit der Chorapsis
gruppierten Türme. <hi rend='g'>Deckengemälde</hi> von <hi rend='italic'>Zick</hi>. Die
trefflichen <hi rend='g'>Skulpturen</hi> des Hochaltars von <hi rend='italic'>Joseph Keilwerth</hi>
aus Würzburg (einem sonst unbekannten Künstler); <milestone unit='line' n='40'/>
besonders der h. Sebastian durch feine Empfindung und
ehrliches Naturstudium über die Masse der zeitgenössischen
Produktion hervorragend. &mdash; <hi rend="bold">Klostermühle</hi> 1448. (Inschr.)
</p>
<p>
<hi rend="bold">Kurmainzisches Amtshaus</hi> mit dem Wappen der Erzbischöfe
Dither v. Isenburg und Berthold v. Henneberg (1475-1504).
</p>


<pb n='12' id='i021.png'/>

<!-- [P: 12] -->
<p>
<hi rend='ort'>AMORSBRUNN</hi> bei Amorbach. UFranken.</p>
<p>
<hi rend="bold">Kapelle.</hi> 1521. Geschnitzter <hi rend='g'>Flügelaltar</hi> mit der Wurzel
Jesse, recht gute Arbeit um 1500.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>AMSDORF.</hi> Pr. Sachsen Mansf. Seekreis.
</p><p>
<hi rend="bold">Dorf-K.</hi>, rom. Turm zwischen Schiff und Apsis. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ANNABERG.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">Anna-K.</hi> 1499-1520. Hauptbaumeister <hi rend='italic'>Peter von Pirna</hi> (?),
seit 1515 <hi rend='italic'>Jakob von Schweinfurt</hi>. &mdash; 3sch. Halle von 7 Joch
auf 56 m L., östl. Schluß in 3 parallelen polyg. Apsiden. Die
Sschiffe sind fast ebenso breit wie das Msch., doch sind die <milestone unit='line' n='10'/>
Strebepfll. durchaus nach innen gelegt und zwischen sie steinerne
Emporen von ca. 2,5 m Tiefe eingespannt; die oberhalb ihrer
eintretende Raumerweiterung von origineller Wirkung; die
Fenster in 2 Geschosse geteilt. Noch eigentümlicher die querschiffartige
Erweiterung im vorletzten Joch, wo im N und S <milestone unit='line' n='15'/>
im Erdgeschoß geschlossene Sakristeien und über ihnen gegen
das Sch. geöffnete Kapp. Die Unregelmäßigkeiten durch
schräge Stellung der WWand und den im SW einspringenden
Turm werden im Innern durch eine das ganze erste Joch einnehmende
Empore ausgeglichen. Breite: Höhe = ca. 25: 20, <milestone unit='line' n='20'/>
die Pfll. sehr schlank, mit einem Abstand von ca. 8,3 m. Die
Decke mit Beseitigung aller Erinnerung an das Kreuzgwb.
möglichst als Einheit behandelt; hergestellt von <hi rend='italic'>Barthel
v. Durbach</hi> und <hi rend='italic'>Conrad v. Buttigen</hi> (<hi rend="italic">Büdingen?</hi>). Ihre Rippen,
auch in der Grundrißprojektion gekrümmt (sog. »gewundene <milestone unit='line' n='25'/>
Reihungen«, für die sächsische Architektur dieser Zeit bezeichnend), 
wirken wie ein Geflecht von Weidenruten; ihre Ansätze
an den Pfll. mit gesuchter Willkür in ungleichen Höhen,
auf ihren Knotenpunkten phantastisch geformte Schlußsteine.
Noch raffiniertere Klügeleien am Gwb. der südl. Sakristei. <milestone unit='line' n='30'/>
Ausgeprägte Spitzbgg. sind überall vermieden. Die Fenster
schmal, hoch, nur 2teilig und mit einfachen aber ganz schlaffen
Fischblasen. Das Äußere von fast ärmlicher Schlichtheit;
Strebepfll. nur am Chor; ihre Abdeckung geschweift. Die künstlerische
Absicht des stilgeschichtlich wichtigen Gebäudes ist <milestone unit='line' n='35'/>
nur im Innern zu erkennen; sie geht auf Schaffung eines weiten,
übersichtlichen, rhythmisch wenig bewegten Raumbildes bei
Unterdrückung der »organischen« Strukturformen.
</p>

<p>
Reich und wertvoll der mit der Architektur zugleich entstandene
plastische Schmuck, jedoch in freierem Verhältnis <milestone unit='line' n='40'/>
zu den Strukturformen, als in der echten Gotik. &mdash; Die »<hi rend='g'>schöne
Tür</hi>« am nördl. Ssch. (bez. 1512 H W; 1597 vom Franziskaner-Klst. 
hierher versetzt); die Archit. auf wenige Glieder
beschränkt; den unteren Teil flankieren, auf überaus künstlich
zusammengesetzte Postamente gestellt, die aus freien Ranken
<pb n='13' id='i022.png'/>
<!-- [P: 13] -->
sich entwickelnden Reliefbilder des h. Joachim und der h. Anna,
darüber zwei Engelsfigg. mit dem Wappen Herzog Georgs
und seiner Gemahlin; im Hauptfeld über dem Türsturz die
Dreieinigkeit, der Gekreuzigte vor dem Schoße des Vaters,
umgeben von 9 Engeln (Anspielung auf die 9 Chöre), tiefer <milestone unit='line' n='5'/>
der h. Franz und die h. Clara; in der Krönung Moses, Johannes,
Adam und Eva, über der Giebelblume der Pelikan. Die ebenso
klare als freie Komposition, die Energie der sehr persönlichen
Stilisierung, der poetische Schwung der gegenständlichen Auffassung
bringen dies Werk dem Besten der zeitgenössischen <milestone unit='line' n='10'/>
deutschen Kunst nahe. Stil und Signatur erweisen die Identität
mit dem Meister des Hochaltars in Borna und der Ebersdorfer
Pulthalter im Dresdener Museum. &mdash; <hi rend='g'>Tür der »alten«
Sakristei</hi>; vollendet 1518 in der Zeit der Bauleitung
durch Jakob v. Schweinfurt. Erstes größeres Werk der Renss. <milestone unit='line' n='15'/>
in Obersachsen; Formcharakter venezianisch, got. Erinnerungen
fast ganz unterdrückt, wenn auch der neue Stil noch nicht
ganz verstanden; der plastische Schmuck steht dem der »schönen
Tür« nahe, besonders frei und glücklich die Familienszene
zwischen Anna und Maria. &mdash; Von derselben Hand oder <milestone unit='line' n='20'/>
mindestens aus derselben Werkstatt der <hi rend='g'>Taufstein</hi>
(ehemals im Cisterc.-Kl. Grünhayn); Sandstein, jedoch in
genauer Nachahmung eines Buckelkelchs; am Nodus schwebende
nackte Engel, am Fuß Taufkinder. &mdash; Die 100 Felder
der <hi rend='g'>Emporenbrüstung</hi> (1514-1517) mit Reliefs von <milestone unit='line' n='25'/>
<hi rend='italic'>Franz von Magdeburg</hi>; die ausführlichste Illustration des
Neuen Testaments, die je in monumentaler Form versucht
worden; ferner die Lebensalter. &mdash; <hi rend='g'>Stuhlwerk</hi> von 1526,
nicht mehr vollständig. &mdash; <hi rend='g'>Singechor</hi> 1688 von <hi rend='italic'>J. H.
Böhme</hi>. &mdash; <hi rend='g'>Kanzel</hi> 1516, noch rein got. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='g'>Altäre</hi>. a) Hauptaltar. 1522 von <hi rend='italic'>Adolf Dowher</hi> (Daucher)
in Augsburg angefertigt, die architektonischen und ornamentalen
Teile vielleicht nach Entwurf <hi rend='italic'>Peter Flötners</hi>; entschieden
gewollte aber noch nicht ganz geklärte Renss.; Archt. aus
mehrfarbigem Marmor, Figg. aus Solenhofer Kalkstein; Hauptgegenstand <milestone unit='line' n='35'/>
Wurzel Jesse. &mdash; b) Bergaltar (im nördl. Nebenchor)
1521, geschnitzt, das Tektonische im Sinne lombardischer
FrRenss. Das zweite nördl. Flügelpaar hat Gemälde mit
Motiven aus Dürers Marienleben. &mdash; c) Münzeraltar (im südl.
Nebenchor) 1522, dem vorigen ähnlich. &mdash; d) Bäckeraltar <milestone unit='line' n='40'/>
(zunächst dem vorigen). &mdash; e) Pflockscher Altar nach 1521,
durchaus gemalt, der Marientod des Mittelschreins mit Benutzung
des Schongauerschen Kupferstichs. &mdash; f) Altar des
Münzmeisters Melch. Jomisch 1537.
</p>

<p>
<hi rend='g'>Epitaph</hi> für Joh. Unwirt 1578 von Solenhofer Kalkstein.
</p>


<pb n='14' id='i023.png'/>

<!-- [P:14] -->

<p>
<hi rend='bold'>Berg-K. S. Marien</hi>. 1616 mit Benutzung des Chors von 1582;
Halle; die Sschiffe durch Emporen geteilt; derbe, schlichte
Renss. &mdash; <hi rend='g'>Altarwerk</hi> der Bäckerzunft A. 17. Jh., später
entstellt. Schöner Intarsia-Stuhl.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Hospital-K.</hi> 1683, architekturlos. &mdash; Bmkw. <hi rend='g'>Gemälde</hi> der <milestone unit='line' n='5'/>
Cranach-Schule 1557.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi>. 1535-38, fast ganz erneuert 1751. &mdash; <hi rend='g'>Erzgebirgsmuseum</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ANNABURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau.
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche</hi> got., bar. verändert. Chor 3/8. Decke des Sch. kassettiert <milestone unit='line' n='10'/>
mit bar. Grisaillemalerei. &mdash; <hi rend='g'>Taufstein</hi> 1674; <hi rend='g'>Orgel</hi> rok.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> an Stelle eines ma. Baus 1572 von Kurfürst August.
a) Das vordere Schloß, Mittelbau und 2 Flügel, an den Ecken
und über dem Mittelportal schwere Rundtürme. An der
offenen vierten Seite steht b) das hintere Schloß, vierstöckig, <milestone unit='line' n='15'/>
nicht großer Mittelhof mit offener Loggia auf Säulen; 3 Risalite
mit Renss.-Giebeln; im STurm fahrbare Wendelstiege; einfache
Renss.-Portale mit Stuckdecken.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ANNERODE.</hi> Pr. Sachsen RB Erfurt Kr. Mühlhausen.
</p><p>
Ehem. <hi rend='bold'>Cisterc.-Nonnen-Klst.</hi> Erster Bau voll. 1269. Neubau <milestone unit='line' n='20'/>
nachreformatorisch 1590, 1600; Saal mit tiefer Nonnenempore.
Ecke mit figürl. Malerei. Bleiverglasungen mit geometr.
Mustern.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ANZEFAHR.</hi> RB Cassel Kr. Kirchhain.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1711 mit spgot. polyg. Chor. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>APFELSTEDT.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> spgot.; der polyg. Chor 1434, das 1sch. Lhs. 1491,
der Turm nördl. des Chors. &mdash; <hi rend='g'>Sakramentsnische</hi>
1434, darüber Kreuzigungsgruppe.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>APOLDA.</hi> Sachsen-Weimar Bezirksstadt. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> spgot. infolge öfteren Umbaues ohne Interesse.
</p>
<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi> M. 16. Jh., einfach, mit manchen got. Erinnerungen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ARNSHAUGK.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> <hi rend='g'>Taufstein</hi> 1688. &mdash; <hi rend='g'>Altargemälde</hi> (Kreuzigung)
von <hi rend='italic'>Paul Keil</hi> 1616. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ARNSTADT.</hi> Schwarzburg-Sondersh. Amtsstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Liebfrauen-K.</hi> Baunachrichten fehlen. Nächst dem Dom
von Naumburg, jedoch in bedeutendem Abstand, der bedeutendste
Bau Thüringens aus dem 13. Jh., sehr lehrreich für
das Eindringen des neuen, westlichen Formengeistes. Er <milestone unit='line' n='40'/>
zerfällt in zwei sehr bestimmt gesonderte Teile: Langhaus
sprom., Qsch. und Chor entwickelt got. 1. <hi rend='g'>Langhaus</hi>.
Schwankende Bauführung und wiederholte Restaurationen (im
19. Jahrhundert 1840 u. 1888) machen den Bauhergang äußerst
unklar. Auf eine flachgedeckte rom. Basilika folgte A. 13. Jh.


<pb n='15' id='i024.png'/>

<!-- [P: 15] -->

ein Umbau, der bereits auf Gwbb. berechnet war; 2 Arkadenpfeiler
der NSeite aus ihm erhalten. Bald Planwechsel unter
Einfluß des Halberstädter Doms (so Giesau). Er äußert sich
in veränderter Pfeilerbildung, Verlängerung um 2 Achsen,
Einführung von Emporen über den Seitenschiffen, welche <milestone unit='line' n='5'/>
jedoch nicht als selbständige Geschosse ausgebildet sind;
sondern nur den Dachraum hinter sich haben. Die Formen
sehr schlicht. Die Gwbb. und viele Einzelheiten aus der Rest.
1888. &mdash; Die WFront seit 1911 in Erneuerung begriffen. Sie
bildet bis zum Abschlußgesims des Hochschiffes eine ungegliederte <milestone unit='line' n='10'/>
Masse; die einzige Öffnung das sehr ansehnliche
Portal, das seine Gestalt erst zum Schluß dieser Bauzeit erhielt
(in got. Zeit verändert, jetzt rom. rest.). Die Wendeltreppen
der Türme enthalten alte Türen, auf eine Sängerbühne über
dem Eingang hindeutend. Die Mitte dieser Treppen fällt <milestone unit='line' n='15'/>
indes mit der Mitte der Türme nicht zusammen; also Verbreiterung
der Fassade. Das letzte, was die rom. Bauperiode
ausführte, war der südl. der beiden Türme. Über einem
niedrigen 4 seitigen Geschoß zwei 8 seitige, auslaufend in 8
kleine Giebel, aus deren Mitte eine 8 seitige Steinpyramide <milestone unit='line' n='20'/>
emporsteigt. In der Kraft und Leichtigkeit der Verhältnisse
und Formen ein Muster seiner Gattung (nahe verwandt den
Türmen von S. Blasien in Mühlhausen). Im Detail stehen
spätromanische und tadellos frühgotische Formen unmittelbar
nebeneinander, es arbeiten also gleichzeitig Steinmetzen von <milestone unit='line' n='25'/>
verschiedener Schulung. Am NWTurm im ganzen dieselbe
Einteilung, doch größere Höhe der Geschosse; die obersten
schon in reifer got. Ausbildung. Endlich stammt aus der
rom. Bauzeit noch der Mittelturm; nicht über dem Qsch.
(welches damals noch das alte), sondern westl. desselben über <milestone unit='line' n='30'/>
dem letzten Joch des Langhauses; daher auch der verschoben
quadratische Grundriß (das zerstört vorgefundene oberste
Geschoß freie Komposition von 1890). &mdash; 2. <hi rend='g'>Querschiff
und Chor</hi> sind etwa E. 13. Jh. (jedenfalls vor 1309) geplant
und begonnen. Sie erstreben mächtigere Raumentwicklung, <milestone unit='line' n='35'/>
ohne jedoch zu den älteren Bauteilen (wie so oft!)
in auffallende Disharmonie zu treten. Das Qsch. dürfte sich
den Grundmauern des einstigen romanischen anschließen, nur
sind die Vierungspfll. etwas weiter auseinander gerückt. Der
Chor beansprucht die volle, durch die Ausladung des Qsch. <milestone unit='line' n='40'/>
ihm gestattete Breite. Sein erstes Joch setzt nach dem Prinzip
der Halle, d. h. in allen 3 Schiffen in gleicher Höhe, das System
des Qsch. fort. Hierauf schließen die Abseiten mit Kapellen
in 5 Seiten des 8Ecks; vor das Hauptschiff legt sich ein quadr.
Vorchor und dann ebenfalls 5/8Schluß. Das Ergebnis ist bei


<pb n='16' id='i025.png'/>

<!-- [P: 16] -->

beschränkter Grundfläche eine sehr bedeutende Raumwirkung
(die Ähnlichkeit mit dem Dom von Regensburg nur im Gr.).
Die Form der Rippen spricht für Vollendung im vorgerückten
14. Jh. &mdash; Nach der 1309 erfolgten Übergabe der K. an einen
Nonnenkonvent wurde in den südl. Kreuzflügel und die südl. <milestone unit='line' n='5'/>
Chorkapelle ein Jungfrauenchor eingebaut (durch die jüngste
Rest. entfernt; einzelne Bauglieder in der neuen Sakristei
wiederverwendet). Die 3 Chorkapellen von gleicher Höhe,
die mittlere durch Fialen und Giebel über jeder Polygonseite
ausgezeichnet (rest. nach vorhandenen Ansätzen). &mdash; An der <milestone unit='line' n='10'/>
NSeite 2 prächtige Portale, ein größeres an der QschFront,
ein kleineres am Ssch. mit Zügen der Maulbronner Fr.Gotik. &mdash;
Doppelflügeliges <hi rend='g'>Altarwerk</hi> im südl. Nebenchor, bedeutendes
Stück, bez. 1489 (wohl von <hi rend='italic'>Jakob Naumann</hi>); im
Schrein Marienkrönung, zu den Seiten Laurentius und Bonifatius <milestone unit='line' n='15'/>
geschnitzt; aus welcher Schule die Flügelgemälde, ist
nicht festgestellt. &mdash; Der nördl. Nebenchor enthält die Gräber
der Grafen v. Schwarzburg. Hauptstücke: große <hi rend='g'>Tumba</hi>
Günthers XXV. † 1368 und seiner Gemahlin Elisabeth † 1381,
die Platte vom trauernden Hofgesinde getragen, an der Spitze <milestone unit='line' n='20'/>
ein bärtiger Mann in einer Kutte mit Glocke und Keule, sog.
»treuer Eckardt« (vgl. in ikonographischer Hinsicht Grab
Heinrichs IV. in Breslau, Kreuz-K.). &mdash; Großes <hi rend='g'>Prachtepitaph</hi>
Günthers XLI. und der Katharina v. Nassau, errichtet
1590. &mdash; <hi rend='g'>Skulpturen</hi>. Am Portal des nördl. <milestone unit='line' n='25'/>
Seitensch. im Bogenfeld Kreuzigung, daneben Kaiser Otto I.
und sein Sohn Erzbischof Wilhelm von Mainz, geringwertige
Arbeit aus 1. H. 13. Jh. Neben dem Portal des nördl. Qsch.
2 Fürstenstatuen, männlich und weiblich, E. 13. Jh., von
mäßigem Wert, frisch und gut die Groteskfigg. der Konsolen. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Oberkirche</hi> (Franziskaner) beg. 1246. &mdash; 1sch. Rck. 11 m br.,
60 m l, Holztonne aus neuerer Zeit. Trotz der Länge sehr
gute Akustik. Der Chor nicht abgesondert. Fenster nur an
der NSeite und der Schlußwand. Vortreffliches Maßwerk.
Eingänge: 1 im W, 2 im N., Auf der SSeite der schlicht, fast <milestone unit='line' n='35'/>
roh behandelte Kreuzgang. Der Turm in der Mitte der Nwand
erst 1461 angefügt. &mdash; <hi rend='g'>Epitaph</hi> des G. Fischer 150S; bmkw.
durch gute Charakteristik und z. T. erhaltene Bemalung. &mdash;
<hi rend='g'>Flügelaltar</hi> 1594, das Gemälde niederländisch. Zahlreicher
die Ausstattungsstücke aus 1. H. 17. Jh.: 3geschossiger <milestone unit='line' n='40'/>
<hi rend='g'>Hochaltar</hi> mit Reliefs und Freistatuen, alles Holz;
<hi rend='g'>Taufstein</hi> mit 5 m hohem Baldachin; der <hi rend='g'>fürstl. Kirchenstand</hi>,
ein auf 6 Säulen ruhender, sehr reich behandelter
Einbau; der <hi rend='g'>adlige Kirchenstand</hi>; die <hi rend='g'>Gemeindeempore</hi>
in 3 Geschossen, Brüstungsmalerei handwerksmäßig.
</p>


<pb n='17' id='i026.png'/>

<!-- [P: 17] -->

<p>
<hi rend='bold'>Neue Kirche</hi>. 1676-83 mit Benutzung von Mauerresten einer
niedergebrannten aus 15. Jh. 1sch. Anlage bis zur hölzernen
Decke mit Emporen angefüllt.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Gottesacker-K.</hi> 1738-43. Typisch für die thüringischen
Leichenpredigtskirchen dieser Zeit. Ein nach der Längsachse <milestone unit='line' n='5'/>
verschobenes Achteck, allseitig Emporen in 3 Geschossen.
Auf dem Friedhof bmkw. Grabsteine des 16.-18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Neidechsburg</hi>. Ehem. Wasserschloß, die Gräben und der
runde Bergfried erhalten. Von dem Renss.-Umbau 1557-60
nur wenige Reste erhalten, darunter hübsches Portal. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Fürstl. Schloß</hi> neben der Neidechsburg. Einfacher Bar.-Bau
mit großem Treppenhaus, einigen guten Rok.-Zimmern;
Porzellane.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> 1583 ff. Stattlich, 3geschossig, an dem Fassadentrakt
unter dem Giebel befand sich ehemals eine hohe Freitreppe <milestone unit='line' n='15'/>
mit säulengestütztem Erkervorbau; in Nischen 2 <hi rend='g'>got. Statuen</hi>,
Erfurter Arbeit um 1730 in der Art des <hi rend='italic'>Joh. Gehart</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Zierbrunnen</hi>. 1573.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Bürgerhäuser</hi>. Einige in gut behandeltem Fachwerk, zahlreiche
Renss.-Portale. Am Markt Lauben auf Steinsäulen 1585. <milestone unit='line' n='20'/>
Von der ma. <hi rend='bold'>Stadtbefestigung</hi> das Riedtor und das Neutor.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ARNSTEIN.</hi> UFranken BA Karlstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Nikolaus</hi>. Gotisierend 1617, nach W erweitert
1725. Gute klassizistische <hi rend='g'>Seitenaltäre</hi> von <hi rend='italic'>Georg
Winterstein</hi> in Würzburg 1790. Reicher, meisterhafter <hi rend='g'>Orgelbau</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
um 1700 aus der Karmeliter-K. in Würzburg. &mdash;
<hi rend='g'>Deckengemälde</hi> im Chor von <hi rend='italic'>S. Urlaub</hi> 1726. Älteste
<hi rend='g'>Glocke</hi> 14. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='italic'>Wallfahrts-K. Maria-Sondheim</hi>. Erb. M. 15. Jh., unvollständig
ausgeführt. Jetzt großer 1sch. Raum, etwas vor der Mitte <milestone unit='line' n='30'/>
durchquert von einer 3teiligen Bogenstellung, in den OTeilen
Ansätze zu Gewölben (geplant war 3sch. Hallenkirche). &mdash;
<hi rend='g'>Deckengemälde</hi>: Schlacht bei Lepanto mit Maria
Victoria, bez. <hi rend='italic'>J. Ph. Rudolph</hi> 1770. Im Ossarium 2 interessante
<hi rend='g'>Steinreliefs</hi> von der alten Kanzel, Johannes und <milestone unit='line' n='35'/>
Markus in Fr.-Renss.-Umrahmung gegen 1520, im Gewandstil
verwandt der Backofenschule (der das Werk übrigens nicht
angehört). Schöne <hi rend='g'>Sandsteinmadonna</hi> um 1410,
typische Würzburger Arbeit. In den Chorfenstern Glasmalerei
um 1480. &mdash; <hi rend='g'>Grabdenkmäler</hi> in sehr großer Zahl und <milestone unit='line' n='40'/>
z. T. hoher Qualität, am reichsten vertreten die Familie v.
Hutten. Sie waren im 18. Jh. als Bodenbelag vernutzt, jetzt
im Innern 29 wieder aufgerichtet, mehrere außen. Von
<hi rend='g'>Bildnissteinen</hi> hervorzuheben: W. U. v. H. 1447,
fast vollrund, starre Frontalansicht; Konrad v. H. 1502;
<pb n='18' id='i027.png'/>
<!-- [P: 18] -->
Ludwig v. H. 1517. Von <hi rend='g'>Epitaphen</hi>: Philipp v. Hutten
(1546 <corr sic='ini'>in</corr> Venezuela ermordet), vorzügliche Arbeit von <hi rend='italic'>Loy
Hering</hi> <corr sic='n'>in</corr> Eichstätt; Bernhard v. H., Art des älteren <hi rend='italic'>Peter
Dell</hi>; Wilhelm v. H. 1554 bez. P D (<hi rend='italic'>P. Dell</hi>, wahrscheinlich
der Jüngere); vom selben Ludwig u. Agathe v. H. 1547, 1548; <milestone unit='line' n='5'/>
Stephan Zobel mit Frau und Kindern 1597. &mdash; <hi rend="g">Ölberg</hi> um
1500, besser als die meisten dieser Gattung.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> (Amtsgericht), mit der Stadtbefestigung verbunden,
Wohnbau M. 16. Jh., im Innern einiges zu beachten. &mdash;
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi>. 1520, wiederholt verändert, namentlich 1753. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Spital</hi>, große Anlage von 1713-30.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ARNSTEIN.</hi> RB Cassel Kr. Witzenhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burg</hi>. Der erhaltene Wohnbau spgot., neues Dach, Wendeltreppe,
Fenster rck. mit Kreuzstöcken, im Erdgeschoß rippenlose
Kreuzgewölbe. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ARNSTEIN.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burgruine</hi>. Eine der großartigsten am Harz; der spgot. Palas
5 stöckig erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ARTERN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> in der Neustadt. Unorganischer Gemengbau. <milestone unit='line' n='20'/>
Ältester Bestandteil der jetzt in der M. stehende Turm auf
oblongem Gr.; in seinem oberen freien Teil hat er auf der
breiten Seite 3 Paar gekuppelte Rundbogenfenster, an der
schmalen Seite 1 Paar; im Erdgeschoß spitzbog. Kreuzgwb.;
nach O und W öffnet er sich in großem Spitzbg. Im O ein <milestone unit='line' n='25'/>
platt geschlossener Langchor mit 2 quadr. Gwbn, ursp. rom.,
jetzige Gwbl. und Fstr. 15. Jh. Lhs. 1608-20, breiter als
der Turm, 1sch., polyg. WSchluß. Fenster noch spitzbg.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>S. Veit</hi> in der Altstadt. Qsch. und Chor bilden ein regelmäßiges
lat. Kreuz nach rom. Weise. In Vierung und Chor <milestone unit='line' n='30'/>
(ohne Apsis) spitzbg. Gwb., Kreuzarm und das (kaum ursp.)
1sch. Lhs. mit Balkendecke. Vierungsturm mit Satteldach
und gekuppelten unterspitzen Schallöffnungen, die Fenster
der K. rundbg.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ASCHACH.</hi> UFranken BA Kissingen. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm frgot. Chor und Langhaus 1615. Gutes Renss.-<hi rend='g'>Epitaph</hi>
von Bildhauer <hi rend='italic'>Julius Emes</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> (Gr. Luxburg). 1527. In einfachsten Formen. In
der Halle geschnitzter Balken mit Fabeltieren 1572. Alter
<hi rend='g'>Ofen</hi> aus 1. H. 17. Jh. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ASCHAFFENBURG.</hi> UFranken BAmtsstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stifts-K. S. Peter und Alexander</hi>. Ältere Baudaten fehlen.
Rom. 12. und 13. Jh. mit vielen späteren Zusätzen; rest. 1713


<pb n='19' id='i028.png'/>

<!-- [P: 19] -->

und 1880. &mdash; <hi rend='g'>Inneres</hi>. Hier hat der rom. Stilcharakter
noch die Vorherrschaft. Lhs. flachgedeckte Pfeilerbasilika
(jetzt Lattengewölbe aus 18. Jh.); weite Querschnittsproportion;
9 Arkaden auf schlanken quadr. Pfll. mit reich profilierten
Deckplatten; diese, sowie die einfache Tür am nördl. Ssch. <milestone unit='line' n='5'/>
der einzige Anhalt zur Altersbestimmung; nicht vor 3. V.
12 Jh. &mdash; Eine zweite Bauperiode setzt um 1220 mit dem WBau
ein, nahe verwandt der Peters-K. in Gelnhausen. Empore
zwischen den (damals unausgeführt gebliebenen) Fronttürmen;
sie wird getragen von einer 3sch., 2 Joch tiefen Halle; rippenlose <milestone unit='line' n='10'/>
Kreuzgwbb. zwischen rck. Gurten; die Blätterkapitelle
der stämmigen Säulen in ihrer Art ersten Ranges. In der
WWand prachtvoll umrahmtes Portal, im <hi rend='g'>Tympanon</hi>
Christus zwischen den Kirchenpatronen. Um 1250 der OBau.
Der Einfluß von Gelnhausen dauert fort, jetzt mehr vonseiten <milestone unit='line' n='15'/>
der dortigen Marien-K. Das Schiff hat 3 quadr., der Chor
2 quadr. Gwbb., am platten Schluß im 18. Jh. die Fenster vermauert; 
die Fenster des Qsch. spgot. erweitert. Alle Gewölblinien
unterspitz. Die rck. Gurten auf Auskragungen; die
Kreuzrippen, geschärfte Wulstform, auf Diensten mit Schaftringen; <milestone unit='line' n='20'/>
rom. Blätterkpatt. &mdash; Die Sschiffe des Lhs. durch flache
Kapellen erweitert. Am nördl. Ssch. die große, über den äußeren
Wandelgang vorgebaute, daher von innen mittels einer Treppe
zugängliche <hi rend='g'>Maria-Schnee-Kap</hi>., erb. 1516 vom
Kardinal Albrecht v. Brandenburg; Netzgwb. mit gewundenen <milestone unit='line' n='25'/>
Reihungen, entartetes Maßwerk; die äußere Giebeldekoration
erinnert mit ihrem schreinermäßigen Reichtum an die sächsischen
Bauten des Kardinals. &mdash; <hi rend='g'>Äußeres</hi>. Chor und
Langseiten verbaut. Sichtbar nur die NWEcke. Sie vereinigt
Bauteile aus vier Stilperioden zu einer überaus malerischen <milestone unit='line' n='30'/>
Gruppe. Eine in der Seitenachse liegende hohe
Freitreppe, barock, führt zu einem Paradies; ehemals mit
schräger Sparrendecke, jetzt flach gewölbt. Der NTurm nicht
ausgebaut; dominierendes Motiv nach dieser Seite ist der
hohe Giebel der Maria-Schnee-Kap. Die WFront zeigt, der <milestone unit='line' n='35'/>
Empore entsprechend, 3 sprom. Fenster. Der STurm wurde im
14. Jh. in kolossalem Maßstab begonnen; über dem zweiten
Geschoß brechen die Motive ab und es folgt ein spätestgot.
Oktogon mit 8 geschweiften Giebelchen und hohem hölzernen
Helm. Das Lhs. hat ein gebrochenes Walmdach aus 18. Jh. <milestone unit='line' n='40'/>
&mdash; An der NOSeite schöner sprom. <hi rend='g'>Kreuzgang</hi>. Von
ihm aus führt ein spgot. umgearbeiteter Verbindungsgang
zum <hi rend='g'>Paradies</hi>, das gleich dem Kreuzgang zeitlich mit
dem OBau zusammengeht. &mdash; <hi rend='g'>Ausstattung</hi>. Großer
<hi rend='g'>Hochaltar</hi> in Ciborienform aus dem 18. Jh. Die ehemals


<pb n='20' id='i029.png'/>

<!-- [P: 20] -->

zahlreichen ma. Nebenaltäre bis auf einen zerstört. Die <hi rend='g'>Beweinung</hi>
von <hi rend='italic'>Math. Grünewald</hi> bildete die Predella eines
Altarbildes 1525 in der Moritz-K. in Halle a. S., das Hauptbild
jetzt in der Pinakothek zu München. In der Maria-Schnee-Kap. 
ein mit 1519 bezeichneter Rahmen, der einst eine Maria <milestone unit='line' n='5'/>
von <hi rend='italic'>Grünewald</hi> einschloß; wahrscheinlich identisch mit dem
jetzt in der Dorf-K. zu Stuppach (s. Bd. III) befindlichen
Bilde; übrigens ist auch der Rahmen an sich interessant als
Dokument der Veränderung der Altarform im Übergang von
der Gotik zur Renss., eine Parallele zum Rahmen von Dürers <milestone unit='line' n='10'/>
Allerheiligenbild. In einer südl. Seitenkp. <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi>
der 14 Nothelfer von merkwürdigem staffelförmigem Aufbau
A. 16. Jh. &mdash; <hi rend='g'>Chorstühle</hi> von 1659 jetzt im Qsch.
&mdash; In der nördl. Turmhalle <hi rend='g'>Taufstein</hi> von 1487. &mdash; Im
nördl. Ssch. (früher im Chor) ein eherner <hi rend='g'>Baldachin</hi> aus <milestone unit='line' n='15'/>
der <hi rend='italic'>Vischer</hi>schen Hütte bez. 1536; vier mit graviertem Laubornament
geschmückte Pfosten tragen einen an der unteren
Fläche in der gleichen Technik behandelten Himmel; die
Zeichnung erinnert an das (zerstörte) Gitterwerk des Nürnberger
Rathauses. Der Baldachin scheint für das von Kardinal <milestone unit='line' n='20'/>
Albrecht in Halle projektierte Grabmal bestimmt gewesen
zu sein (vgl. P. Redlich: Kardinal Albrecht von Brandenburg
und das Neue Stift in Halle, 1900); jetzt trägt er einen
Sarkophag mit den Reliquien der h. Margarete. &mdash; <hi rend='g'>Kanzel</hi>
aus Sandstein und Alabaster, sehr reich, um 1590. &mdash; An <milestone unit='line' n='25'/>
der WWand kolossales <hi rend='g'>Holzkruzifix</hi> aus A. 13. Jh. &mdash;
Außen über der Freitreppe steinerne <hi rend='g'>Kreuzigungsgruppe</hi>
1699.
</p>

<p>
<hi rend='g'>Grabmonumente</hi> und <hi rend='g'>Gedenktafeln</hi> in großer
Zahl. Davon die wichtigsten: <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='g'>Im Chor:</hi> SSeite, Kenotaph des Stifters Otto v. Sachsen
† 982, gesetzt 1524; korrespondierend auf der Nseite das
seiner Frau und Tochter, Liudgard und Hildegard. &mdash; Ehernes
Epitaph des Kardinals Albrecht von Brandenburg † 1545, gegossen
1525 in der <hi rend='italic'>Vischer</hi>schen Hütte, großartiges Reliefbildnis <milestone unit='line' n='35'/>
mit ornamentaler Borte, durch eine Inschrifttafel aus
18. Jh. entstellt; in gleichem Format, wohl als Gegenstück
gedacht, Madonnenrelief von <hi rend='italic'>Hans Vischer</hi> 1530: beide aus
Halle hierher übergeführt. &mdash; Epitaph für Kurfürst Schenk
v. Erbach † 1459, ausgeführt im 16. Jh. &mdash; Desgl. für Kurfürst <milestone unit='line' n='40'/>
Anselm Franz v. Ingelheim † 1659, bmkw. durch lebendige
Porträtauffassung.
</p>

<p>
Im <hi rend='g'>Mittelschiff</hi> kurfürstliche Beamte. a) Südliche
Reihe: Caspar v. d. Schulenburg 1517, primitives Renss.-Ornament. 
&mdash; Wolf Beheim 1539. &mdash; Dr. Sachs 1570. &mdash; Stephan


<pb n='21' id='i030.png'/>

<!-- [P: 21] -->

v. Fechenbach 1577. &mdash; b) Nördliche Reihe: Melchior von
Graenroth, Erzguß von großer technischer Präzision, 1584
von <hi rend='italic'>Hieronymus Heck</hi>. &mdash; Georg v. Liebenstein 1533 mit
Anklängen an die Schule <hi rend='italic'>Backofens</hi>; feste Rittergestalt, das
Knien an dem (ganz an die Seite geschobenen) Kruzifix vorzüglich <milestone unit='line' n='5'/>
gegeben. &mdash; Brendel von Homburg 1573. &mdash; Ch. Math.
v. Albersweiler 1567. &mdash; Dr. Eisenberger 1575.
</p>

<p>
<hi rend='g'>Im Kreuzgang</hi>. a) WFlügel. Gertrud Echter 1421,
kniend in Dreiviertelansicht, über ihr Maria in den Wolken,
schöne manierfreie Arbeit. &mdash; b) NFlügel. Joh. v. Cronberg <milestone unit='line' n='10'/>
1439, adoriert den h. Christoph. &mdash; c) OFlügel. Schenk v. Weibstedt
1437, adoriert die Madonna auf der Mondsichel. &mdash;
d) SFlügel. Scholastikus Küchenmeister mit seiner Mutter
1493. &mdash; <hi rend='g'>Wandgemälde</hi>, der Gekreuzigte u. Heilige,
E. 14. Jh. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
In der Sakristei 2 vorzügliche <hi rend='g'>Reliquienbüsten</hi> 1473
von <hi rend='italic'>Hans Dirnstein</hi> von Frankfurt. Degl. <hi rend='g'>Monstranz</hi>.
Rom. <hi rend='g'>Schachbrett</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Agathen-K.</hi> Flachgedeckte frgot. Basilika, spgot. überarbeitet,
unbedeutend. Der vortretende WTurm mit 4 Giebeln und Holzhelm <milestone unit='line' n='20'/>
sehr einfach rom. Außen <hi rend='g'>Ölbergsgruppe</hi> aus
16. Jh., beschädigt, in Renss.Gehäuse.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>U.L.F. Pfarr-K.</hi> 1768-1775. Einschiffiger Saal von angenehmen
Verhältnissen. An der nördl. Langseite rom. Glockenturm,
das Obergeschoß rom. zu got. ca. 1220-30. Es hat <milestone unit='line' n='25'/>
übereinander, durch kein Gesims getrennt, 2 gekuppelte
Schallöffnungen, kleeblattförmig, umschlossen von spitzbg.
Blendbg., ein Vierpaß im Felde. Über den 4 Giebeln ein steinerner
got. Helm, 8seitig, mit Kantblumen geziert.
</p>

<p>
Im Erdgeschoß eingemauert sprom. <hi rend='g'>Tympanon</hi>, thronende <milestone unit='line' n='30'/>
Maria zwischen Heiligen.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Studien(Jesuiten)-K.</hi> 1619-21. In WDeutschland der erste dem
römischen Barockschema folgende Jesuitenbau (vgl. dagegen
Molsheim u. Köln Bd. IV, V), Schiff mit Tonnengwb. u. tiefen
Nischen, feines Flachornament in Stuck, Beschlägemuster. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Das alte Schloß zerst. 1552. Notbau 1556-1606.
Neues (jetziges) Schloß 1605-1614 von <hi rend='italic'>Georg Ridinger</hi> aus
Straßburg (von ihm selbst in einem umfänglichen Kupferstichwerk,
Mainz 1616, publiziert). Waren die wichtigeren Schloßbauten
der Renss. des 16. Jh. immer Um- oder Anbauten <milestone unit='line' n='40'/>
mittelalterlicher Anlagen gewesen, so wird hier mit Nachdruck
zum erstenmal eine streng einheitliche, symmetrische Anlage
gegeben (etwas älterer Versuch in Schmalkalden): 4 Flügel
um einen quadratischen Hof von ca. 79 m äußerer, 51 m
innerer Seitenlänge, an den Ecken mäßig vorspringende quadr.


<pb n='22' id='i031.png'/>

<!-- [P: 22] -->

Türme; die Symmetrie nur leicht durchbrochen von dem aus
dem alten Schloß herübergenommenen Bergfried, jetzt mit
dem NFlügel hofseits verwachsen. Die Flügel haben wenig
Tiefe (kaum 10 m im Lichten) und in der inneren Teilung folgt
Raum auf Raum ohne Korridorverbindung. Aufgänge durch <milestone unit='line' n='5'/>
Wendeltreppen in den 4 Winkeln des Hofes. &mdash; Die allgemeine
Idee, aus dem Wasserschloß entwickelt, hier wohl sicher durch
französ. Vorbilder bedingt, wie auch das Detail (in Übereinstimmung
mit dem Kaufhaus in Straßburg, dem Friedrichsbau
in Heidelberg, dem Schloß Gottesau und dem etwas <milestone unit='line' n='10'/>
jüngeren Schloß in Mainz) mit der ostfranzösisch-lothringischen
Weise zusammenhängt; vgl. besonders die Fensterverdachungen.
Gliederung der 3 fast gleichwertig behandelten Geschosse durch
sehr kräftige Gesimse, während vertikale Teilungslinien fehlen.
Der Fassadenlänge von 85 m (mit Einschluß der Türme) <milestone unit='line' n='15'/>
entspricht eine H. von 23 m (bis Oberkante Dachgesims) und
Teilung in 15 Fensterachsen; dazu das mächtige Dach, 12 m H.
In der Mitte wird es durch einen reicher als alle übrigen Teile
(ursp. jedoch einfacher beabsichtigten) Zwerchgiebel akzentuiert.
Einziger Zugang durch das mäßig große Rustikaportal <milestone unit='line' n='20'/>
der SSeite. Eine Zugbrücke führte hier über den Burggraben,
einst vorn durch eine <hi rend='g'>porta triumphalis</hi> geschmückt.
(Der Balkon 18. Jh.) Die Geschoßhöhe der Türme
nimmt nach oben etwas ab, sie werden gekrönt durch eine
Galerie und ein niedriges Oktogon mit welscher Haube. Die <milestone unit='line' n='25'/>
östl. und nördl. Fassade etwas sparsamer detailliert. Wie
die Lucarnen ursp. gedacht waren, zeigt ein Exemplar der
WSeite. &mdash; In der Nähe erscheinen die Verhältnisse zu schwer,
wie bei den meisten Bauten dieser Zeit; aus gehöriger Entfernung
betrachtet zeigen sich Massen und Umrisse meisterhaft <milestone unit='line' n='30'/>
aufgebaut. Die erhöhte Lage über dem Main führte zur
Anlage einer 20 m hohen Terrassenmauer, daran das mächtige
Wappen des Bauherrn Erzbischof Joh. Schweickart von Mainz.
Erwähnenswert, daß Ridinger vorher hauptsächlich an
Festungsbauten beschäftigt war. &mdash; Die <hi rend='g'>Hoffassaden</hi> <milestone unit='line' n='35'/>
wiederholen das äußere System mit der Abweichung, daß
das Erdgeschoß sich in Arkaden öffnete (unglücklicherweise
später zugemauert). &mdash; Die <hi rend='g'>innere Ausstattung</hi>,
deren geschnitzte Türen, Mosaikböden, Stuckdecken, Wandgemälde
(im Kaisersaal Historien von <hi rend='italic'>Georg Keller</hi>, einem <milestone unit='line' n='40'/>
Schüler <hi rend='italic'>Jost Ammanns</hi>), ein Besucher des J. 1614 überschwänglich
bewunderte, wurde durch Umbauten seit 1770 zerstört. Einigermaßen
verschont nur die <hi rend='g'>Kapelle</hi>; 1sch. Raum mit Netzgwb.,
Kolossalaltar und Kanzel aus Marmor von <hi rend='italic'>Hans Junker</hi>;
Bürger von Aschaffenburg, um 1615; unendlich überlastet


<pb n='23' id='i032.png'/>

<!-- [P: 23] -->

mit (an sich reizvollem) Detail, figürlichem und ornamentalem.
Wand-, Decken- und Fenstermalerei zerstört. Prunkvolles
Portal. &mdash; Im Schloß bmkw. <hi rend='g'>Gemäldegalerie</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ASCHERODE.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1606-15 nachgot. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ASCHFELD.</hi> UFranken BA Karlstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1679. Wirkungsvoller <hi rend='g'>Hochaltar</hi> in elegantem
fr. Rok., gegen 1740, Richtung der Auwera. &mdash; <hi rend='g'>Kirchhofsbefestigung</hi>
mit Gaden 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ASMUSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Rotenburg. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> spgot. 1sch. mit gleich breitem Chor; dort die Fenster
Spitzbg. mit Fischblasen, im Schiff Vorhangbögen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ASTHEIM.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
</p><p>
Ehem. <hi rend='bold'>Karthäuser-Klst.</hi> gegr. 1409 durch Erkinger v. Seinheim-Schwarzenberg.
Kirche charakteristisch nachgot. Bau <milestone unit='line' n='15'/>
(1603 f.) auf älteren Fundamenten. Das prächtige, mit Statuen
geschmückte Renss.-Portal an die Prokuratie versetzt. Treffliches
<hi rend='g'>Chorgestühl</hi> renss., spätbar, umgearbeitet. Mächtiger
<hi rend='g'>Hochaltar</hi> 1730, Seinsheimsche <hi rend='g'>Epitaphe</hi>. &mdash; Vom
Klst. erhalten die Prokuratie um 1583, die nachgot. (um 1600) <milestone unit='line' n='20'/>
Nikolauskap. und der Verbindungsgang zur Kirche. Überlebensgroßes
<hi rend='g'>Holzkruzifix</hi> um 1520.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Epit. G. F. v. Schwarzenberg 1543, wohl von <hi rend='italic'>P.
Dell</hi> d. Ä., Moritz v. Sch. 1565 von <hi rend='italic'>Thomas Kissner</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ATZENDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Die östl. Schlußwand mit 3 pyramidal gruppierten
Spitzbogenfenstern 13. Jh., sonst 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>AUA.</hi> RB Cassel Kr. Hersfeld.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> daran geringe Reste des 1218 von hier nach Blankenheim
verlegten Klosters; ein rom. <hi rend='g'>Taufstein</hi> Träger der <milestone unit='line' n='30'/>
Altarmensa.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>AUB.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> (ehem. Benedikt.-Propstei). Das Lhs. Neubau aus
der Juliuszeit (1615), erst M. 18. Jh. aus 3sch. in 1sch. Anlage
umgewandelt. Aus 13. Jh. erhalten der WBau, ein sehr bmkw. <milestone unit='line' n='35'/>
Dokument aus der ersten Rezeption des got. Stils. 1275 und
1280 die ersten Erwähnungen, zu welcher Zeit auch die Bauformen
passen. Erdgeschoßhalle und Empore, beide geteilt
in 3 Sch. und 2 Joch. Die Formen der ersteren noch mit viel
rom. Erinnerungen, woraus nicht notwendig ein nennenswert <milestone unit='line' n='40'/>
höheres Alter folgt. Doppelt gekehlte Rippen mit Anläufen
auf diagonal gestellten Kämpfern. Die oberen Pfll. aus 8 Runddiensten
gebündelt, ihre Kapitelle glatt. Diejenigen der Wandfll.
mit schönstem frgot. Blattwerk unter reichlicher Beimischung
von Masken und Tieren. Die Fenster haben im Maßwerk


<pb n='24' id='i033.png'/>

<!-- [P: 24] -->

Nasen, z. T. in Blumen endigend. Das Portal spitzbg. in
rundbg. Blende. Tympanon fensterartig aufgelöst. Im Obergeschoß
Rosenfenster. Vergleichspunkte zu fränkischen Bauten
dieser Zeit fehlen; sämtliche Details weisen auf den Oberrhein
und über diesen hinaus wohl auch auf direkte Bekanntschaft <milestone unit='line' n='5'/>
mit der französischen Gotik, namentlich gilt dies von der
Komposition der Rosen. &mdash; <hi rend='g'>Hochaltar</hi> 1682. <hi rend='g'>Kanzel</hi>
1790. Hauptschmuck des Turms die schöne <hi rend='g'>Kreuzgruppe</hi>
aus <hi rend='italic'>Riemenschneiders</hi> Werkstatt, dem Meister selbst nahe
stehend. Bmkw. <hi rend='g'>Steinrelief</hi> aus 14. Jh., die Jünger <milestone unit='line' n='10'/>
am leeren Sarge Mariens. Zahlreiche <hi rend='g'>Renss.-Grabmäler</hi>.
Das des Truchsessen von Baldersheim aus der <hi rend='italic'>Riemenschneider</hi>schen
Werkstatt um 1520.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Spital-K.</hi> 14. Jh., umgebaut 1595. Fürstbischöfl. Schloß
1580-1620. In den Turmräumen (Amtsgericht) schöne Stuckdekoration <milestone unit='line' n='15'/>
um 1770, vielleicht von <hi rend='italic'>Matteo Basti</hi> (vgl. die
Engelheimer Zimmer der Würzburger Residenz). Die Kap.
in typischer unterfränkischer Nachgotik. &mdash; <hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1671. &mdash;
In der Nähe des Ortes mehrere schmuckreiche <hi rend='g'>Bildstöcke</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>AUBSTADT.</hi> UFranken BA Königshofen. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> renss. 1618, mit Friedhofbefestigung.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>AUE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> des 12. Jh. Sandsteinquaderbau. WTurm. Am abgetreppten
Portal die Kanten als Rundstäbe ausgebildet, im
Tympanon der Gekreuzigte in langem Rock. Empore und <milestone unit='line' n='25'/>
Holzdecken mit Bar.-Malerei geben ein farbenreiches Innenbild.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>AUE AM BERG.</hi> Sachsen-Meiningen. Kr. Saalfeld.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (ehemals Wallfahrt) im Kern rom. Überarbeitungen
got. und später. &mdash; Gemaltes <hi rend='g'>Triptychon</hi> um 1500.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>AUERBACH.</hi> K. Sachsen. Amtshauptstadt. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Burgruine</hi>. Bergfried aus fr. Ma. noch erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>AUERSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1718 fast ganz erneuert; Nachwirkung der ma. Anlage
die östl. Stellung des Turms.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>AUERSWALDE.</hi> K. Sachsen AH Flöha. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einige der wenigen im Lande, welche ihren ursp.
rom. Gr. und Aufbau unverletzt erhalten haben. Gemeindehaus
fast quadr.; Chor ebenfalls quadr., doch kleiner; beide
Teile flachgedeckt; 1/2kr. Apsis. Ringsum gegliederter Rundbg.,
Fries, an der Apsis 1/2Sll., am OGiebel steinernes Kreuz, am <milestone unit='line' n='40'/>
Altar rom. Mensa. &mdash; <hi rend='g'>Altarschrein</hi>, schöne Arbeit aus
Altenburger Werkstatt, 1503.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>AUFENHAU.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot., flachgedeckt, eingezogener polyg. Chor, WTurm,
einfachste Formen. &mdash; Gemaltes Triptychon M. 15. Jh.
</p>


<pb n='25' id='i034.png'/>

<!-- [P: 25] -->

<p>
<hi rend='ort'>AUFSESS.</hi> OFranken BA Ebermannstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burg</hi> aus Ma. gut erhalten.</p>
<p>
In der <hi rend="bold">Schloß-K.</hi> Grabstein für Albrecht v. A. 1356; kunstvolles
zinnernes Taufbecken von <hi rend='italic'>Caspar Enderlein</hi> († 1633).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>AUGSFELD.</hi> UFranken BA Haßfurt. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> ca. 1730-50, 1sch. mit Lattengwb., Chor nach alter
Gewohnheit im OTurm. &mdash; Dekoration und Mobiliar in
munterem, ländlich splendidem Rok.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>AUGUSTUSBURG.</hi> K. Sachsen AH Flöha.
</p><p>
Schloß gegr. 1568 durch Kurfürst August, wesentl. voll. 1573. <milestone unit='line' n='10'/>
Baumeister <hi rend='italic'>Hieronymus Lotter</hi> aus Leipzig, zum Schluß <hi rend='italic'>Erhard
van der Meer</hi> unter Oberaufsicht des Grafen <hi rend='italic'>Rochus v. Linar</hi>.
Der allgemeine Charakter ist der eines Residenzschlosses mit
festungsmäßigen Anklängen (Gräben, Kasematten usw.). Der
Gr. gibt in der Umfassungslinie ein Quadrat von 86 m, in <milestone unit='line' n='15'/>
der inneren Einteilung 4 massige 4eckige Eckhäuser, die durch
schmale Flügel verbunden werden, so daß der Hof griechich
kreuzf. wird. Die Fronten 2geschossig ohne Gesimsteilung
und in sehr niedrigen Proportionen, die 4 eckigen Fenster
mit got. Profilen sind die einzige Belebung der glatten Wand, <milestone unit='line' n='20'/>
dazu auf der N- und SSeite ein Einfahrtstor in Rustika, derbe
Nachahmung der Festungsbauten der Sammicheles. Über dem
weit ausladenden Hauptgesims ein Umgang mit Balustrade.
Starke Akzente geben die Eckbauten mit Zwerchhäusern,
steilen Walmdächern und hohen Schornsteinen (durch späteren <milestone unit='line' n='25'/>
Umbau vereinfacht). Die <hi rend='g'>Ausstattung</hi> der Wohn- und
Festräume stark reduziert; es waren vorhanden 5 Säle,
7 Vorsäle, 74 Zimmer, 96 Kammern. Auf der SSeite bildet
den mittleren Verbindungsbau die
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloßkirche</hi> nach dem Plan <hi rend='italic'>v. d. Meers</hi>. Zwischen den tiefen <milestone unit='line' n='30'/>
Streben ringsumlaufende, steinerne Emporen, Pfl. u. Bogenstellungen
mit Halbsäulen in unten dor., oben jon. Ordnung,
alles in schwerster Behandlung, das Tonnengwb. in sog. Quadraturwerk
stuckiert. Über dem Altar großes <hi rend='g'>Gemälde</hi>
von <hi rend='italic'>L. Cranach d. J.</hi> von 1571, Kurfürst August mit seiner <milestone unit='line' n='35'/>
zahlreichen Familie vor dem Gekreuzigten. <hi rend='g'>Kanzel</hi> mit
Gemälden von Hans Schröer.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>AULIGK.</hi> K. Sachsen AH Borna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor 14. Jh., sonst im 17. u. 18. Jh. umgebaut.
Grabsteine des 16. Jh. der v. Thor, v. Miltiz u. a. Orgel von <milestone unit='line' n='40'/>
<hi rend='italic'>Gottfr. Silbermann</hi>, aus Chemnitz versetzt.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>AUMA.</hi> Sachsen-Weimar. VB Neustadt a. d. O.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1520 und 1793. &mdash; Reste eines <hi rend='g'>Schnitzaltars</hi>
A. 16. Jh.
</p>


<pb n='26' id='i035.png'/>

<!-- [P: 26] -->

<p>
<hi rend='ort'>AURA.</hi> UFranken BA Hammelburg.
</p><p>
Ehem. <hi rend='bold'>Benedikt.-Kloster</hi>, gegr. 1108, erster Weiheakt 1113.
Im Bauernkrieg beschädigt, 1687-97 teils weiter zerstört,
teils umgestaltet. Jetzt flachgedeckte Pfeiler-Basilika von
9 Achsen, im O platter Schluß. Ausstattung E. 17. Jh. Im <milestone unit='line' n='5'/>
ganzen entstellter Überrest einer urspr. bedeutenden Anlage.
Vorläufige Ausgrabungen unter Dr. A. Faulner ergaben vom
rom. Bau: unter der Ummantelung der Pfeiler im Langhaus
Stützenwechsel im Rhythmus aab, aab; im Chor nur Pfeiler;
Schluß in 3 Apsiden. Ein westl. Atrium mit Doppeltürmen <milestone unit='line' n='10'/>
1689 abgetragen. &mdash; In der jetzigen Stallung Rest eines spgot.
Kapitelhauses. Die rom. Würfelknaufsäulen in den Arkaden
des jetzigen Friedhofs stammen vom Kreuzgang.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>AUWALLENBURG.</hi> RB Cassel Kr. Schmalkalden.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burgruine Wallenburg</hi>, erb. gegen 1247, erhalten ein 27 m <milestone unit='line' n='15'/>
hoher Turm, rom., von ausgezeichneter Technik, mit 2 Einsteigtüren.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>AXIEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Backsteinbau, querrechteckiger Sattelturm innen
in 2 Rundbg. gegen das Sch. geöffnet, 1/2kr. Apsis, Rundbogenfries <milestone unit='line' n='20'/>
im N einfach, im S verschränkt. &mdash; Aus frgot. Zeit
<hi rend='g'>Taufstein</hi> und Reste von <hi rend='g'>Wandmalerei</hi>.
</p>
</div>

<div>
<index index="toc" />
<head><title>B</title></head>

<p>
<hi rend='ort'>BAALSDORF.</hi> K. Sachsen AH Leipzig.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, rom. Anlage des 13. Jh. &mdash; <hi rend='g'>Glocke</hi> E. 13. Jh. <milestone unit='line' n='25'/>
mit der Inschr. »<hi rend='italic'>Heinricus Filius Tiderici me fecit</hi>« (ein
Glockengießer <hi rend='italic'>Thidericus</hi> erscheint 1278 in Lühe bei Hildesheim;
die gleiche Inschr., wie die vorliegende, haben in der
Umgegend die Glocken zu Groß-Wiederitszch, Geringswalde,
Niedergräfenhein, Oetzsch). <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BAHRA.</hi> UFranken B A Mellrichstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Frgot. <hi rend='g'>Sakramentsnische</hi>. <hi rend='g'>Glocke</hi> mit
Apostelnamen um 1300.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BALDERSHEIM.</hi> UFranken. BA Ochsenfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1611, verändert 1901. Sehr guter <hi rend='g'>Grabstein</hi> <milestone unit='line' n='35'/>
1493; andere 16. u. 17. Jh. &mdash; <hi rend='g'>Hochaltar</hi> um 1700 mit
guten <hi rend='g'>Holzfigg</hi>. vom spätgot. Altare (nach 1500).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BALGSTEDT A. U.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Turm mit gepaarten Fenstern. Schiff abgebrochen
und im 18. Jh. im W des Turms neu errichtet. &mdash; <milestone unit='line' n='40'/>
<hi rend='g'>Glocke</hi> 1311.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BAMBERG.</hi> OFranken. BAmtsstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dom S. Peter u. S. Georg</hi>. Gründungsbau Kaiser Heinrichs II.
<pb n='27' id='i036.png'/>
<!-- [P: 27] -->
1004-1012; Brand 1081, der nur die Mauern stehen ließ, darauf
Rest. und zweite Weihe 1111; neuer Brand 1185; Umfang des
Schadens und Beginn der Erneuerung nicht bekannt; 1231 der
Ostchor noch nicht fertig; 1237 Weihe, aber noch nicht völliger 
Abschluß der Arbeiten. &mdash; Der gegenwärtige Bau ist ein Werk <milestone unit='line' n='5'/>
des 13. Jh. auf dem Grundriß des frühen 11. Jh.; ob und
wieviel aufgehende Mauerteile aus der Zeit vor 1185 in den
Neubau hinübergenommen, ist noch nicht sicher festgestellt.
Maße in runden Zahlen: ganze innere L. 95 m, Br. 28,50 m,
H. 25,50 m. Gr. regelmäßig kreuzförmig mit der Abweichung, <milestone unit='line' n='10'/>
daß das Qsch. im W. Zwei Chöre: OChor, 3 Joche des
Msch. mitumfassend, S. Georg gewidmet; WChor, die Vierung
einschließend, S. Peter; zu beiden führen Stufen hinauf. Der
der Gemeinde verbleibende Raum im Msch. auf 30 m reduziert.
Unter jedem Chor eine Krypta. Neben jedem Chor ein Turmpaar. <milestone unit='line' n='15'/>
&mdash; Der Bamberger Dombau, in die Zeit fallend, in
welcher von Frankreich her das gotische Bausystem in Deutschland
eindrang, weist stilistisch drei Phasen auf: spätromanisch
ist der OChor, außen und innen, und das Lhs. in seiner Außenansicht;
frühgotisch, jedoch nicht von der französischen, <milestone unit='line' n='20'/>
sondern von der von dieser unabhängigen burgundisch-cisterciensischen
Frühgotik abgeleitet<note
place='foot'><p>Die Vermutung, daß hierbei Ebrach die Vermittlerrolle gespielt habe, liegt
nahe, wenn auch von eigentlicher Nachahmung nicht die Rede sein kann.</p></note>, der innere Aufbau des Lhs.;
französisch-frühgotisch, ohne das cisterciensische Element ganz
zu verdrängen, der WBau. Genauere Zeitbestimmung nicht
möglich. Der OChor ist im polyg. Gr. und in der ganzen Formbehandlung <milestone unit='line' n='25'/>
so vorgeschritten, daß er vor 1200 nicht denkbar;
die Behauptung, daß die WTürme 1237 vollendet waren,
schwebt in der Luft. Hauptbauzeit somit unter B. Ekbert
von Andechs (1203-1237), <corr sic='Jedoch'>jedoch</corr> die Ausführung des WChors
und der WTürme später. Die plastische Ausschmückung (s. <milestone unit='line' n='30'/>
unten) beweist, daß noch vor ihrer Aufstellung der Bau unterbrochen
worden ist. Will man als Ursache dafür die unruhige
Zeit unter B. Heinrich (1242-1257) ansehen, so ergibt sich
als relativ wahrscheinlich: Beginn der gotischen westl. Bauteile
im Anfang dieser Regierung, Vollendung nach längerer <milestone unit='line' n='35'/>
Pause unter B. Berthold von Leiningen (1257-85). &mdash; Aus
der Zeit der späteren Gotik (um 1450) nur die Sepultur.
Gründliche Erneuerung der inneren Einrichtung 1648-55,
der Dächer und Türme 1744 und 1765-68. Restauration
und Purifikation 1828-37 durch <hi rend='italic'>Heideloff</hi> und <hi rend='italic'>Gärtner</hi>. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='g'>Ostbau</hi> (»Georgenchor«). Die Krypta umfaßt den ganzen
Raum unter dem hohen Chor; 3 Sch. und 7 Joche; die <reg orig='Kreuz-|rippen'>Kreuzrippen</reg>
<pb n='28' id='i037.png'/>
<!-- [P: 28] -->
gestatten, das Msch. breiter anzulegen, während die
Krypten mit rom. rippenlosen Gwb. immer auf gleiche Breite
der Schiffe angewiesen waren; ferner ist der Raum höher
und luftiger gestaltet, als je in Krypten älterer Zeit. Die
Stützen sind Sll., ihre Kaptt. z. T. mit seltsam krausem, barockem <milestone unit='line' n='5'/>
Blattwerk und hohen 8eckigen, schon frgot. Einfluß
verratenden Deckplatten. Die Rippen mit derben Rundstäben
besetzt. Der Eingang muß ursp. in der Mitte gelegen haben;
die hohen Sockel des ersten Pfeilerpaares entsprechen einem
ehemaligen Podest. &mdash; Die Apsis des hohen Chors, im Gr. <milestone unit='line' n='10'/>
5 Seiten des 8Ecks, legt sich, besonders in der Außenansicht
hervorragend schön kombiniert, an die große Wandfläche,
die durch den OGiebel des Lhs. und den mit diesem in gleicher
Flucht liegenden Unterbau der Türme gebildet wird. Der
Aufbau <sic>3 teilig</sic> in glücklichster Rhythmisierung; Erdgeschoß, <milestone unit='line' n='15'/>
Fenstergeschoß, Zwerggalerie gesondert durch überaus reich
gebildete Friese, vertikale Gliederung durch Gruppen rechtwinkliger
Vorsprünge und stärkerer und schwächerer Dreiviertelsäulen.
An den Kapitellen vielfach das Knospenmotiv
in einer schon von der Frühgotik berührten Form. Die Kehlen <milestone unit='line' n='20'/>
der reich abgestuften Fenstergewände sehr wirksam mit Schellen
besetzt. Das Dachgesims im 18. Jh. erneuert. Der Zwerggalerie
entspricht im inneren Aufbau das als glatte Kugelkalotte
gestaltete Gwb.; unter den Fenstern Arkatur; bezeichnend
das Streben nach möglichst lebhaftem Formenwechsel <milestone unit='line' n='25'/>
auch in der Form ihrer Säulenschafte.
</p>

<p>
<hi rend='g'>Langhaus.</hi> Querschnitt des Msch. 1 : 2, Gesamt-Querschnitt
nach dem gleichseitigen Dreieck. Die Gwbb. haben
Kreuzrippen und sind in den Quer- wie in den Schildgurten
spitzbg.; trotz der Freiheit der Grundrißbildung, die dadurch <milestone unit='line' n='30'/>
möglich geworden wäre, ist nach deutscher Gewohnheit das
sog. gebundene quadr. System beibehalten. Dabei macht sich
behindernd geltend, daß die Grundrißabmessungen auf diese
Teilung ursp. nicht eingerichtet waren: so ergeben sich von
den Vierungspfll. des Qsch. bis zu den östl. Chorpfll. nur 4+1/2 <milestone unit='line' n='35'/>
Doppeljoche. Im Anschluß des Lhs. an den OChor tritt deshalb
sichtliche Verwirrung ein; man versuchte es mit 6teiligen
Gwbb., hat sie aber z. T. wieder aufgegeben. Eine baugeschichtlich
wichtige Tatsache zeigt sich außen an den Hochschiffswänden,
ebenso an der N- wie an der SSeite: von W <milestone unit='line' n='40'/>
gerechnet zwischen dem ersten, zweiten und dritten Fenster
vermauerte Fenster von gleicher Form und Größe, wie die
offenen, und zwar an den Stellen, wo innen die Gewölbegurte
anfallen. Um als Überreste vom Bau des h. Otto zu gelten,
sind sie zu groß; ich kann sie nur auf eine jüngere <reg
orig='Restau-|ration'>Restauration</reg><note
place='foot'><pb n='29u'/>
<p>Öfters ist in der Literatur von Brandspuren am Hochschiff die Rede, <milestone unit='line' n='40'/>
woraus gefolgert wird, daß dieses den Brand von 1185 überdauert habe, also
ottonisch sei. Nach Versicherung eines materialkundigen Gewährsmannes ist die
rote Färbung einzelner Steine in der Tat nur durch Erhitzung zu erklären. Allein
diese Steine bilden keine zusammenhängenden Flächen, sondern sind zwischen naturfarbenen
zerstreut. Es kann sich also nur um Benutzung einzelner Werkstücke
aus dem abgebrochenen älteren Bau handeln.
</p>
</note><pb n='29' id='i038.png'/><!-- [P: 29] -->
beziehen, etwa nach Brand 1185, die <hi rend='g'>noch nicht
mit Gewölben rechnete</hi>. Aus dem bei währendem
Neubau eingetretenen Wechsel erklären sich nun auch die
Unregelmäßigkeiten im östl. Abschnitt. Von diesen abgesehen,
alternieren regelmäßig stärkere und schwächere Pfll., kreuzförmig <milestone unit='line' n='5'/>
mit eingelegten Ecksll., die Vorlagen der Hauptpfll.
das Gurtgesims durchschneidend. Nicht angenehm in seiner
Leere wirkt das Hochschiff. Die Gwbb. haben nahezu gerade
Scheitel (wie in Ebrach), während der Übergangsstil sonst
starke Busung liebt. Die Gurten einfach rck., aber verhältnismäßig <milestone unit='line' n='10'/>
schmal, die Rippen Rundstäbe mit mandelförmiger
Schärfung. Im Gesamteindruck kann von got. Formgefühl
noch nicht die Rede sein. In der got. gedacht ist Konstruktion
aber die klare Sonderung einerseits der die Gewölbe tragenden
Hauptpfll. und des mit ihnen verbundenen Gurtensystems, <milestone unit='line' n='15'/>
andererseits der füllenden Wandflächen. Die Anregung durch
Ebrach vorausgesetzt, ist die Rückkehr zum gebundenen
System auffallend. Querschnitt.
</p>

<p>
<hi rend='g'>Westbau</hi> (»Peterschor«). Der Chor, für den ursp. ein sechsteiliges
Gwb. beabsichtigt war, hat schließlich 2 sehr schmale <milestone unit='line' n='20'/>
gerade Joche erhalten und in der Apsis ein 5teiliges Rippengwb.
mit hohen Schildbgg., die einer zweiten Fensterreihe
Raum geben. In den Formen Zunahme des eigentlich französischen
Elements in einer den jüngeren Teilen des Klosters
Ebrach ähnlichen Fassung. Es sind nacheinander mehrere <milestone unit='line' n='25'/>
Meister tätig, zuerst burgundisch (Dijon), später mehr nordfranzösisch
gerichtet. Die Krypta klein und jetzt unzugänglich.
&mdash; WChor und OChor sind in ihren ins Schiff vorspringenden
Abschnitten durch Brüstungswände geschützt; nach außen
mit Arkaturen geziert, nach innen völlig glatt, selbst ohne <milestone unit='line' n='30'/>
Gesims; die SSchranke des WChors mit Spuren von rom.
Malerei.
</p>

<p>
<hi rend='g'>Äußeres</hi>. Das Lhs. hat rein rom. Formen. Unerhört in
den bisherigen Baugewohnheiten der Reichtum der Friese.
Die Gesimse haben sich mit den Dächern in wiederholten <milestone unit='line' n='35'/>
Restaurationen verändert. 4 Portale: 2 unter den OTürmen
(Adamspforte, Georgenpforte; das Zickzackornament der
ersteren wohl aus S. Jakob in Regensburg, wohin auch das
Kehlungsprofil der Pfosten der Georgenpforte hinweist);


<pb n='30' id='i039.png'/>

<!-- [P: 30] -->

2 (in der letzten Bauzeit vorgeblendet) am nördl. Ssch. (Fürstentor)
und nördl. Kreuzflügel (S. Veitspforte). Denselben rein
rom. Charakter haben die OTürme bis zur Höhe des Mittelschiffhauptgesimses;
hier treten frgot. Formen ein, doch unter
Wahrung der bisherigen Einteilung (die Notstütze im <milestone unit='line' n='5'/>
2. Fenstergeschoß noch während des Baus eingezogen; die
Fenstergliederung der beiden letzten Geschosse entsprechend
geändert). Entschiedener ist die Neuerung an den WTürmen;
im Unterbau haben sie Konsolengesimse, die mit denen der
Michaelskap. in Ebrach genau übereinstimmen und deren Vorbilder <milestone unit='line' n='10'/>
zum charakteristischen Formenschatz Burgunds gehören;
weiter nach oben tritt der Wandel ein: oktogonaler
Kern, an den Diagonalseiten Vorlagen einer tabernakelartigen
Säulenstellung, die im Gr. 5 Seiten des Achtecks umschreiben;
diese Anordnung wiederholt sich durch 3 unter sich fast gleiche <milestone unit='line' n='15'/>
Geschosse. Die Einzelheiten sind durchaus frgot. im Sinne
der französischen Schule. Aber auch die Komposition im
ganzen geht auf ein bestimmtes französisches Vorbild zurück:
die Kathedrale von Laon. Doch ist dasselbe in einem wichtigen,
ohne Abb. nicht verständlich zu machenden Punkte <milestone unit='line' n='20'/>
mißverstanden. Um so auffallender, als sich noch ein kleines,
im Hauptmotiv richtiges Modell der Laoner Türme erhalten
hat: jetzt auf dem Baldachin über der Statue des h. Dionysius
am letzten Pfl. des OChors, NSeite. (Zuerst bemerkt von K.
Franck und ansprechend so gedeutet, daß die französisch geschulten <milestone unit='line' n='25'/>
Bildhauer es waren, die das Motiv nach Bamberg
brachten, der Baumeister es also nur aus zweiter Hand kannte.)
Dieselben Bildhauer scheinen auch einer Erweiterung des
WChors durch einen französischen Kapellenkranz das Wort
geredet zu haben; vgl. das Modell in der Hand der h. Kunigunde <milestone unit='line' n='30'/>
am Portal unter dem SOTurm. Wichtig ist weiter
das in allen Hauptsachen sehr genaue Modell aus dem 16. Jh.
am Portalrelief der alten Hofhaltung. Es zeigt, daß das für
die Entwicklung der WTürme sinnwidrige Giebelmotiv am
oberen Abschluß vollständig ein Werk des 18. Jh. ist, den <milestone unit='line' n='35'/>
Giebeln der OTürme nachgebildet, als man die Dächer erneuerte;
ursp. schlossen die WTürme richtig mit einem
größeren 8seitigen Helm in der Mitte, 4 kleineren an den
Ecken.
</p>

<p>
<hi rend='g'>Innere Ausstattung</hi>. Aus Ma. nur das Chorgestühl; <milestone unit='line' n='40'/>
im WChor reicher, E. 14. Jh., im OChor etwas jünger. Die
hie und da zerstreuten Schnitzaltäre sind in neuerer Zeit aus
andern Kirchen herbeigebracht, aus altem Bestand allein
der in der Sepultur. Der Wunsch König Ludwigs I. war,
»daß das heilige und großartige Denkmal in seinen <reg orig='Verun-|staltungen'>Verunstaltungen</reg>
<pb n='31' id='i040.png'/>
<!-- [P: 31] -->
verbessert und der ungestörte Anblick dieses erhabenen
Tempels im ursprünglichen Stile wieder hergestellt
werde.« Die Leitung der Restauration hatten 1832-1835
<hi rend='italic'>Heideloff</hi>, 1835-38 <hi rend='italic'>Gärtner</hi>. Sie entfernten nicht nur alle
nachmittelalterlichen Gegenstände, darunter 10 Renaissanceepitaphe <milestone unit='line' n='5'/>
(jetzt in der Michaels-K.), sondern drängten auch
dem der Spuren seines Lebens in der Geschichte beraubten
Bau ihre eigenen hybriden Erfindungen auf. (Selbst Führig,
ein Nazarener, klagte damals über die eingetretene 
Vernüchterung.) <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
Von größter Wichtigkeit ist der Bamberger Dom für die Geschichte
der <hi rend='g'>monumentalen Plastik</hi> im 13. Jh.
Zu unterscheiden sind drei Stilnuancen, jede durch eine führende
Künstlerindividualität vertreten: Meister des Georgenchors,
Meister der Adamspforte, Meister des Fürstentors. <milestone unit='line' n='15'/>
a) Die Arkaturen an den <hi rend='g'>Schranken des Georgenchors</hi>
enthalten in ihren 2×6 Blenden die Reliefgestalten
von <hi rend='g'>Propheten</hi> (NSeite) <hi rend='g'>und Aposteln</hi> (SSeite);
die gemalten Inschriften ihrer Spruchbänder sind erloschen,
weshalb nur bei den wenigsten die Benennung möglich wird. <milestone unit='line' n='20'/>
Je zwei im Gespräche. Der Stil zeigt den Moment des Aufsteigens
einer säkular an die Kleinkunst gebunden gewesenen
Darstellungsweise zum monumentalen Stil; zugleich in ergreifendster
Weise den Zusammenstoß konventioneller Gebundenheit,
in der sich deutsche Gewohnheiten mit neuerdings <milestone unit='line' n='25'/>
aufgenommenen Formen des klassischen Byzantinismus begegnen,
und eines zur Freiheit erwachten leidenschaftlichen
Naturalismus. Mannigfaltigkeit der Charaktere, Eindringlichkeit
der <sic>Geberdensprache</sic> sind das Hauptanliegen; die Körperbildung
noch sehr fehlerhaft, oft verzerrt, nie ausdruckslos. <milestone unit='line' n='30'/>
Die Apostelseite in relativ gedämpfter, die Prophetenseite
in stürmisch erregter Stimmung. Der Unterschied wird so
gedeutet, daß der Künstler, noch zaghaft, mit jener angefangen
habe; es könnte aber auch sehr wohl eine bewußte
Differenzierung in der Charakteristik sein. Die Anordnung <milestone unit='line' n='35'/>
der SSeite ergibt ein überschüssiges Feld, darin der h.
<hi rend='g'>Michael</hi>. Das <hi rend='g'>Verkündigungsrelief</hi> am Pfl.
rechts von der Chortreppe saß früher an der NSeite, wo die
Ausbruchstelle noch sichtbar; etwa der Anfang einer neuen
Reihe (vielleicht bestimmt für den Peterschor, dessen Schranken <milestone unit='line' n='40'/>
dann ohne plastischen Schmuck, bloß mit Gemälden in
den Feldern, zur Ausführung kamen) zeigt es, wie weit
dem Meister das Formalschöne zur Verfügung stand.
Sichere Datierung ist nicht möglich; am wahrscheinlichsten
ist mir die Zeit rund 1225-35. &mdash; b) <hi rend='g'>Die Adamspforte</hi>,


<pb n='32' id='i041.png'/>

<!-- [P: 32] -->

links (SO) vom Georgenchor. Am rechten Gewände Petrus,
Adam, Eva; am linken Kaiser Heinrich, Kunigunde, S. Stephan.
Die Statuen sind später eingefügt; wären sie für dieses Portal,
auch nach Vollendung desselben, gearbeitet worden, so hätte
der Künstler sie auf Konsolen gestellt; allein sie sind mit <milestone unit='line' n='5'/>
Säulen verwachsen, die in dem Organismus <hi rend='g'>dieses</hi> Portals
keinen Platz finden; Petrus weist ohnedies auf den Peterschor.
Dieser Bauteil ist es, mit dem architektonisch die
<hi rend='g'>französische</hi> Schule einsetzt, und daß der Bildhauer
der Adamspforte seine Schule in Reims durchgemacht hat, <milestone unit='line' n='10'/>
habe ich nachgewiesen. Von derselben Hand rühren mehrere
Statuen her, die jetzt im Innern an den den Georgenchor
nördlich begrenzenden Pfeilern sehr ungeschickt aufgestellt
sind. Offenbar waren auch sie für ein Portal gedacht;
vielleicht an der Stelle des später dem westl. Qsch. vorgeblendeten <milestone unit='line' n='15'/>
S. Veitsportals, also das Seitenstück zum Fürstenportal.
Am Mittelpfeiler <hi rend='g'>Maria</hi>, von ihr getrennt <hi rend='g'>Elisabeth</hi>
(als Heimsuchungsgruppe gedacht), auf der andern
Seite ein Engel (Verkündigung); am linken Pfl. ein <hi rend='g'>Papst</hi>,
am rechten der <hi rend='g'>h. Dionys</hi>, an seiner Front ein lebensgroßer <milestone unit='line' n='20'/>
<hi rend='g'>Reiter</hi>. Dieser künstlerisch und ikonographisch ein
Novum. An Zusammenhang mit den Reitern an südwestfranzösischen
rom. Fassaden nicht zu denken. Als Benennungen
wurden bis jetzt vorgeschlagen: K. Konrad III., K. Stephan
von Ungarn, einer der hl. drei Könige. Alles wenig plausibel. <milestone unit='line' n='25'/>
Wahrscheinlicher ist mir, indem ich von der Bedeutung der
Örtlichkeit (Georgenchor!) ausgehe, die Benennung S. Georg.
Vgl. die Nachbildung im Dom von Regensburg. Dort und in
Basel mit S. Martin gepaart. Vielleicht war das auch in B. beabsichtigt.
Die stilistischen Beziehungen zu Reims und, wie bei <milestone unit='line' n='30'/>
Maria und Elisabeth, indirekt zur Antike sind überall klar; außerdem
muß der Meister auch Burgund, etwa die Kathedrale
von Langres, gekannt haben, wie die spezifische Behandlung
des Akanthus am Sockel des Reiters wie auch an einigen Statuensockeln
der Adamspforte anzeigt. Die Zeit der Ankunft <milestone unit='line' n='35'/>
dieses Meisters, dem mittelbar auch die WTürme zuzuschreiben
sind, ist nicht zu ermitteln, etwa 1240-60. Er
gehört zu den ersten künstlerischen Kräften des 13. Jh. Um
so bedauerlicher, daß wir keine seiner Gestalten in dem von
ihm gewollten architektonischen Zusammenhange sehen (wie <milestone unit='line' n='40'/>
ja auch sein zu vermutendes Projekt für die Erweiterung
des WChors unausgeführt blieb). Viele interessante architektonische
Reminiszenzen und Phantasien stecken in den
Baldachinen über den Statuen, z. B. an dem über dem Reiter
Reimser Maßwerk der frühesten Art. &mdash; c) <hi rend='g'><reg orig='Das Fürsten-|portal'>Das Fürstenportal</reg></hi>
<pb n='33' id='i042.png'/>
<!--
[P: 33]
-->
am nördl. Ssch. Am Gewände die 12 Apostel auf
den Schultern von Propheten (in ikonographischer Hinsicht
vgl. den Taufstein in der Vorhalle des Merseburger Doms),
am Tympanon das Jüngste Gericht. Die tektonische Anordnung
ist französisch, wiewohl mit der bedeutsamen Abweichung, <milestone unit='line' n='5'/>
daß die Statuen mit Sll. wechseln (vgl. Goldene
Pforte in Freiberg); der Stil geht von dem lokalen der Schranken
des Georgenchors aus, durchdringt sich aber mehr und mehr
mit dem französischen; man erkennt die linke Seite als ältere,
die rechte als jüngere, das Tympanon als letzte Stufe dieser <milestone unit='line' n='10'/>
Entwicklung. Die zu beiden Seiten angeordneten Standbilder
<hi rend='g'>der Ecclesia und Synagoge</hi> haben mit dem
Portal ursp. nichts zu tun; sie sind dem Vorrat der vom Meister
der Adamspforte hinterlassenen Stücke entnommen; ebenso
gehören der Werkstatt des letzteren der <hi rend='g'>Posaunenengel</hi> <milestone unit='line' n='15'/>
und der <hi rend='g'>Abraham</hi> über dem linksseitigen Kämpfer.
&mdash; d) Aus der älteren einheimischen Schule das Bogenfeld
und die Apostelbrustbilder des Portals rechts vom
Georgenchor (NO), die 2 kauernden Löwen an der OFassade
von einem später veränderten Portal nach 1185. &mdash; <hi rend='g'>Grabdenkmäler <milestone unit='line' n='20'/>
des 13. Jh.</hi> Auf dem Peterschor Tumba
des B. Suitger, nachmals <hi rend='g'>Papst Clemens</hi> II. († 1047);
glatter Deckel mit Randinschrift, an den Längswänden Allegorien
der Kardinaltugenden, an den Schmalseiten der Tod
des Papstes und der Christus der Apokalypse (?), früher irrig <milestone unit='line' n='25'/>
als italienische Arbeit ausgegeben. Der Stil weist auf das 13. Jh.,
genauer den Meister der Adamspforte. Indes halte ich, was
wir jetzt vor uns haben, für eine nachmittelalterliche Kopie.
Gründe: die Schriftform und die arabischen Ziffern der Deckplatte;
die Gleichheit des Materials der Deckplatte und der <milestone unit='line' n='30'/>
Reliefwände (grauer Marmor, der sonst an keiner Arbeit des
Ma. vorkommt); das Vorhandensein einer zweiten Grabplatte,
die nur als Grabfigur Clemens II. gedeutet werden kann (der
Papst am Georgenchor, jetzt aufrechtstehend, aber mit Kopfkissen).
&mdash; Die 2 Tumben des Georgenchors; B. Gunther <milestone unit='line' n='35'/>
(† 1065). Stil des 13. Jh., flaches Relief, ungewöhnlicherweise
in Profil; B. Otto II. († 1196), eingeritzte Linearzeichnung,
Gesicht, Hände und Füße waren mit Messing eingelegt. &mdash;
Tumbendeckel des B. Ekbert v. Andechs und Meran † 1237,
ähnlich dem des B. Gunther; Standort jetzt am Eingang in <milestone unit='line' n='40'/>
die Antoniuskap. &mdash; Noch immer nach demselben Schema der
Tumbendeckel des B. Berthold v. Leiningen † 1283, s. unten.
&mdash; <hi rend='g'>Grabdenkmäler aus dem</hi> 14.-17. Jh. a) <hi rend='g'>im
südl.</hi> Qsch.: rechts vom Altar großartiges Bildnisepitaph des
B. Phil. v. Henneberg 1487 (von derselben Hand wie Diether


<pb id='i043.png'/>

<!-- [P: 34] -->

von Isenburg im Dom zu Mainz, fast Kopie, also trotz der
individuellen Züge ohne Porträtwert); Bronzetafel für den
Domherrn Wolfgang von Würzburg 1610, Guß von <hi rend='italic'>Jakob
Weinmann</hi> von Nürnberg; Epit. des B. Georg IV., Fuchs
von Rügheim 1561 von <hi rend='italic'>Kilian Sorg</hi>; Bronzemonument B. <milestone unit='line' n='5'/>
Phil. Voit v. Rieneck 1672. &mdash; b) <hi rend='g'>Im Peterschor</hi>: Epit.
des B. Georg III. Schenk v. Limpurg 1522 von <hi rend='italic'>Loy Hering</hi>
in Eichstätt, Material polierter Solenhofener Kalkstein; an
den Wänden mehrere Platten mit eingelegten Messingfiguren
in Flachrelief, herkömmlich der <hi rend='italic'>P. Vischer</hi>schen Hütte zugeschrieben. <milestone unit='line' n='10'/>
&mdash; c) <hi rend='g'>Im nördl. Ssch.</hi>: im 2. Joche B. Albert
v. Wertheim 1421, B. Friedrich v. Truhendingen 1366, beide
ohne Inschriftrand und fast Rundfiguren, wohl von Anfang
an stehend (also technisch als Epit.) gedacht; in der Nachbarschaft
die bloß mit Inschrift versehenen Bodenplatten von <milestone unit='line' n='15'/>
Bischöfen des 16. Jh., deren zugehörige Epitaphe jetzt in S.
Michael; neben dem Fürstentor Denkmal des letzten Fürstbischofs
Georg V. v. Fechenbach 1826. &mdash; d) <hi rend='g'>An dem südl.
Arkadenpfl. des Msch.</hi>: B. Berthold v. Leiningen
1283; B. Anton v. Rotenhan 1459; B. Friedrich v. Hohenlohe <milestone unit='line' n='20'/>
1351, künstlerisch das wertvollste unter den spätmittelalterlichen.
&mdash; e) <hi rend='g'>Monument des kaiserlichen
Stifterpaares Heinrich und Kunigunde</hi> von
<hi rend='italic'>Tilman Riemenschneider</hi>, beg. 1499, voll. und aufgestellt
1513. Material feiner (wohl Solenhofener) Kalkstein; Form <milestone unit='line' n='25'/>
Tumba; so hoch aufgebaut, daß die in nicht sehr hohem Relief
gehaltenen Bildnisfiguren des Deckels fast unsichtbar bleiben;
Reliefs an den Wänden; wenig Architekturformen. Die
Reliefs stellen dar: 1. Kunigundens Feuerprobe, 2. Kunigunde
bezahlt die Werkleute zum Bau der Stephanskirche, <milestone unit='line' n='30'/>
3. Heinrich auf dem Krankenbette, 4. Heinrich durch den
h. Benedikt von seinem Steinleiden geheilt, 5. Heinrichs
Seelenwägung. &mdash; <hi rend='g'>Sepultur der Domherren in
der h. Nagel-Kap.</hi> Die Wände, soweit sie nicht von Altären
eingenommen sind, tragen in dichter Reihe und gleicher <milestone unit='line' n='35'/>
Größe 64 ikon. Bronzetafeln; 1414-91 besteht die Darstellung
in bloßen Umrissen, 1491-1550 in flachem Relief, nach 1550
war der Platz besetzt und wurden in größerer Höhe bloße
Wappentafeln angebracht; für eine Anzahl ist der Guß in
der Forchheimer Hütte bezeugt; für welche anderen die <milestone unit='line' n='40'/>
<hi rend='italic'>P. Vischer</hi>sche in Frage käme, wäre noch zu untersuchen;
wahrscheinlich ist es für die Platte des Joh. v. Limpurg († 1475),
die dann die älteste in der Klasse der gravierten von <hi rend='italic'>P. Vischer</hi>
wäre. &mdash; Spgot. <hi rend='g'>Schnitzaltäre</hi> im nördl. Ssch. (aus
Mühlhausen) und in der Nagel-Kap. &mdash; <hi rend='g'>Kaiserglocken</hi>


<pb n='35' id='i044.png'/>

<!-- [P: 35] -->

aus A. 14. Jh. Die größere nach Heinrich benannte bez. 1311,
im Durchmesser 179 cm, Höhe 140 cm.
</p>

<p>
<hi rend='g'>Schatzkammer</hi> (seit 1907 in neuen Räumen geordnet)
ist in ganz hervorragender Weise reich an <hi rend='g'>Textilien</hi>:
drei den Reichskleinodien beigezählte Kaisermäntel, Rationale, <milestone unit='line' n='5'/>
Grabtuch des Bischofs Günther (sämtlich 11. Jh.), Mitra des
h. Otto (12. Jh.), großer Wandteppich mit der Passion (15.Jh.),
ferner Kleinodien aus <hi rend='g'>Metall</hi>: zwei rom. Tragaltärchen
mit Email und Elfenbeinschnitzereien, großer Bronzeleuchter
für Osterkerze (12. Jh.), Kurvatur eines Bischofstabs mit <milestone unit='line' n='10'/>
Email (13. Jh.), Reliquiarien und Monstranzen. Schüssel
aus <hi rend='g'>Glasfluß</hi> (Opus Alexandrinum 1. Jh.). Gegenstände
aus <hi rend='g'>Elfenbein</hi>: Messerscheide (spätestens 9. Jh.), Pontifikalkämme
(roman.), Ziborium (got.), Kruzifixe. &mdash; Bis ins
16. Jh. fand alle sieben Jahre die große »Heiltumsfahrt« <milestone unit='line' n='15'/>
(öffentliche Ausstellung der zahlreichen Reliquien) statt.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Kreuzgang</hi>. Der rom. Dom entbehrte eines solchen, wie Sockel
und Lisenen der SWand erkennen lassen. Der jetzt vorhandene
ist spgot. An seinen OFlügel stößt das
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Kapitelhaus</hi> 1731, angeblich von <hi rend='italic'>Balth. Neumann</hi>. Die Behandlung <milestone unit='line' n='20'/>
prunklos, in schönen ernsten Verhältnissen. Im Hauptsaal
eine Stuckdecke in zartem Relief, von eigentlichen Rokokoformen
unberührt. 2 ehemals im Dom befindliche
<hi rend='g'>Altarbilder</hi> von <hi rend='italic'>Merian</hi> und <hi rend='italic'>Sandrart</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Alte Hofhaltung</hi>. Weitläufiger Hof von malerischen Fachwerkhäusern <milestone unit='line' n='25'/>
mit Holzgalerien umgeben; nach vorn gegen
den Domplatz eine Hofmauer mit prächtigem Einfahrtstor
und neben diesem ein Steinhaus von geringer Tiefe, so daß
es fast nur um der Fassade willen erbaut zu sein scheint;
diese ist durch die künstlerische Feinheit der asymmetrischen <milestone unit='line' n='30'/>
Gruppenbildung eine der allerglücklichsten und bezeichnendsten
Schöpfungen der deutschen Renaissance, erbaut unter B. Voit
v. Würzburg † 1577. Der entwerfende Baumeister (<hi rend='italic'>Erasmus
Braun? Caspar Vischer?</hi>) unbekannt. &mdash; In demselben Gebäudekomplex
eingeschlossen die Überreste der <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Andreas-Kap</hi>., eines frrom. achteck. Zentralbaues und die
<hi rend='bold'>Katharinen-Kap</hi>. aus dem 12. Jh., anscheinend Doppelkapelle.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Neue Residenz</hi>. Nachdem die Bischöfe abwechselnd im Geierswörther
Schloß (an der Stelle des jetzigen Oberlandesgerichts)
und in einem verschwundenen Schloß auf dem Michelsberg <milestone unit='line' n='40'/>
residiert hatten, wurde 1695 von B. Lothar Franz v. Schönborn
der gegenwärtige Bau begonnen. Baumeister <hi rend='italic'>Leonhard
Dientzenhofer</hi>. Stückweise geplant und nicht vollständig ausgeführt;
Abschluß 1704. Zwei lange Flügel stoßen im rechten
Winkel aufeinander. Die 3 Geschosse lassen nach der <reg orig='Schul-|regel'>Schulregel</reg>
<pb n='36' id='i045.png'/>
<!-- [P: 36] -->
die 3 antiken Ordnungen sich folgen; im übrigen sind
sie fast gleichwertig behandelt; es fehlt die rhythmische Bewegung
und der Abschluß durch ein nachdrückliches Kranzgesims.
Der Gesamteindruck bleibt monoton, ja selbst von
Kleinlichkeit nicht frei. Sehr nüchtern, an Klosterbauten <milestone unit='line' n='5'/>
der Zeit erinnernd, ist auch die innere Einteilung. Bedeutsamer
nur der große Festraum, der Kaisersaal; noch ist der,
in diesen Gegenden wohl zuerst von Dientzenhofers jüngerem
Bruder Johann in Pommersfelden getane Schritt, die Durchlegung
durch 2 Geschosse, nicht gewagt; so bleibt der Raum <milestone unit='line' n='10'/>
in der Weise der älteren Architektur im Verhältnis zu seiner
Ausdehnung sehr niedrig, und erscheint es noch mehr
durch den schweren Prunk der Dekoration.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Domherrenhöfe</hi>. Auf dem übrigen Teil des Domberges, soweit
er nicht durch die Kirche und die beiden Residenzen eingenommen <milestone unit='line' n='15'/>
ist, breiten sich die Wohnsitze der Domherren aus.
Sie scheinen die gemeinschaftliche Wohnung in der Klausur
in früher Zeit schon aufgegeben zu haben, vgl. den Mangel
eines rom. Kreuzganges. Eine Wanderung durch diese alten,
im Laufe der Zeiten natürlich mannigfach umgestalteten <milestone unit='line' n='20'/>
Kurien mit ihren von Galerien umgebenen Höfen und ihren
terrassierten Gärten ist von großem Reiz. Viele haben ihre
Hauskapellen bewahrt; eine (im jetzigen Stadtrentamt gegenüber
dem Kapitelhaus) ist noch rom., die übrigen got. Architektonisch
am bedeutendsten die Dompropstei 1775 und die <milestone unit='line' n='25'/>
Domdechantei von <hi rend='italic'>J. M. Küchel</hi>, einem Gehilfen Neumanns
(jetziges erzbischöfl. Palais) und aus 16. Jh. der Jungkindshof.
Das Bild der geistlichen Stadt vervollständigt sich durch die
Absteigequartiere der Äbte aus der Diözese: erhalten der
<hi rend='bold'>Langheimer Hof</hi> und der <hi rend='bold'>Ebracher Hof</hi>, beide noch M. 18. Jh. <milestone unit='line' n='30'/>
von <hi rend='italic'>J. M. Küchel</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Antoniterhof</hi> mit <hi rend='bold'>Laurenzi-Kap.</hi>, got. Anlage, 1629 umgebaut,
unbedeutend.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Clarissen-Klst.</hi>, gegr. 1341, profaniert.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Dominikaner-K.</hi> (jetzt Militär-Depot). Chor 1380-87 in der <milestone unit='line' n='35'/>
gewöhnlichen polyg. Anlage; das Lhs. hat 3 Sch. von gleicher
Höhe mit flachen Decken. (Umbau des 16. Jh.?). Der Kreuzgang
verwüstet.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>S. Gangolf</hi>. Ehem. Stifts-K., gegr. 1063. Anlage und Mauerkern
gehören einer rom. kreuzf. Basilika. Obergaden noch mit <milestone unit='line' n='40'/>
rom. Fenstern. Die Arkaden got. erweitert, an die Sschiffe
got. Kapellen angebaut. Das Ganze got. eingewölbt.
Sprom., oben in got. Formen übergehend die Doppeltürme
der Fassade. Zwischen ihnen schaut der Mschiffsgiebel vor. &mdash; In
den sehr verbauten Stiftsgebäuden Reste eines rom. Kreuzgangs.
</p>


<pb n='37' id='i046.png'/>

<!-- [P: 37] -->

<p>
<hi rend='bold'>S. Elisabeth</hi>. Kleiner spgot. Bau, willkürlich neugot. rest. &mdash;
Ein paar <hi rend='g'>Holzfigg.</hi> aus der Schule <hi rend='italic'>Riemenschneiders</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Franziskaner-Klst.</hi> Die K. abgebrochen, die Konventsgebäude
als Landgericht umgebaut.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>S. Getreu</hi> (S. Fides?). Gründung des h. Otto, 1727 ff. gänzlich <milestone unit='line' n='5'/>
erneuert, unansehnlicher Barockbau. In ihm große <hi rend='g'>Kreuzigungsgruppe</hi>,
welche Endpunkt von <hi rend='g'>Stationsbildern</hi>
war, die sich von S. Elisabeth den Berg heraufziehen;
gestiftet zwischen 1503-1505; weitgehende Anlehnung
an <hi rend='italic'>Adam Krafft</hi>, die Auffassung ins Spießbürgerliche und Grelle <milestone unit='line' n='10'/>
gezogen.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Dominik.-Nonnen-Klst. zum h. Grabe</hi>. Als Militärlazarett
umgebaut.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>S. Jacob</hi> (ehem. Kollegiatstift), gew. 1109. Dieser Bau im
wesentlichen erhalten; die got. und bar. Überarbeitung des <milestone unit='line' n='15'/>
Innern seit 1866 entfernt; anspruchslos im rom. Sinn restauriert,
störend die neurom. Ausstattung. &mdash; Flachgedeckte doppelchörige
kreuzf. Basilika, nach dem Vorbild des Doms das
Qsch. im W., die Türme im O. Im Lhs. 8 schlank proportionierte
Säulenarkaden; steile att. Basen ohne Eckblatt; das <milestone unit='line' n='20'/>
Mittelglied von der normalen Form abweichend; Würfelkaptt.
mit einfacher 2gliedriger Deckplatte. Die östl. Apsis
durch Barockfassade von 1771 maskiert. Die Erdgeschosse
der Türme, die als Eingangshallen dienten, mit Gwbb. im
Üb.-St., sonst sind die Türme got., nur einer erhalten. Der <milestone unit='line' n='25'/>
WChor einfach got. erneuert; die Krypta zugeschüttet, ihre
rom. Fenster hinter den Chorstühlen erkennbar. An der
OWand des Qsch. Apsidiolen; ihre sehr schlicht behandelten
Bgfriese sind die einzigen rom. Formen, die der Außenbau
sich noch bewahrt hat. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Karmeliter-K.</hi> 1157 Benedikt.-Nonnen-Klst., 1589 Karmeliter.
Die K. 1694 ff. von <hi rend='italic'>Leonhard Dientzenhofer</hi>, ein mittelgroßer
Barockbau der nüchternen Art. Um den rom. Bau nicht gänzlich
zu zerstören, wurde der Chor (mit verkehrter Orientierung)
zwischen dessen Fassadentürme eingebaut; von diesen jetzt <milestone unit='line' n='35'/>
nur einer erhalten, dazu das sehr große, mit Zickzackornament
eingefaßte Mittelportal aus E. 12. Jh.; es hatte vorher schon
ein got. Umbau stattgefunden. In den formlosen, kellerartigen
Räumen unter dem jetzigen Chor rom. Reste. Das
Niveau der rom. K. muß tiefer gelegen haben. Interessant <milestone unit='line' n='40'/>
der große rom. <hi rend='g'>Kreuzgang</hi>. Am OFlügel Bogenfragmente
des Kapitelsaales im Stil des 12. Jh. Der Kreuzgang selbst
ruhte auf Sll. und war flachgedeckt; schon ein got. Umbau
hat ihn sehr entstellt. [Ein Teil der Sll. jetzt im Münchener
Nat.-Mus.] Zur Geschichte der Bamberger Lokalarchitektur


<pb n='38' id='i047.png'/>

<!-- [P: 38] -->

bmkw. der sog. <hi rend='g'>Fremdenbau</hi> (links von der jetzigen
Fassade) beg. 1692. Umbau des Klst. 1690-1710.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Katharinen-Kap</hi>. s. Alte Hofhaltung.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Liebfrauen</hi>- oder <hi rend='bold'>Obere Pfarr-K.</hi> &mdash; Der einzige bedeutendere
got. Bau, der in Bamberg zustande gekommen ist. Geldsammlungen <milestone unit='line' n='5'/>
1320; wann wirklich begonnen, unbekannt;
Weihe 1387; die Formen sprechen für 2. H. 14. Jh. Umbau
des Lhs. 1782; die Nachricht, daß der damals vorgefundene
Bau flachgedeckt gewesen und auf Säulen geruht habe, die
nur verstärkt zu werden brauchten, wird von den Lokalhistorikern <milestone unit='line' n='10'/>
irrig auf rom. Stil gedeutet; die Mauern des Lhs.
sind, wie Sockel und Gesimse beweisen, durchaus got., auch
sind die Stützenabstände des Innern nur bei einem got. Bau
möglich; also war es eine flachgedeckte got. Basilika in der
Art der Bettelordenskirchen; durch moderne Rest. ist das <milestone unit='line' n='15'/>
Innere jedes Interesses beraubt. &mdash; Ein neuer Plan tritt mit
dem Chor ein; gewölbt; innerer Schluß 5/8, Umgang 9/16 mit
Wechsel 4 eckiger und 3 eckiger Joche; zwischen den Strebepfll.
flache Kapellen. Außen treten die Strebepfll. nur als
dekoratives Relief aus der Wand hervor; jedoch wachsen <milestone unit='line' n='20'/>
sie durch das Dach durch und nehmen Strebebgg. auf. Das
Äußere ist mit reichem, aber wenig edlem Schmuckwerk
überdeckt; über den Kapp. Giebel, am Hochchor Flächendekoration
durch Stabwerk, eine große Menge von Statuen
war vorgesehen (wie auch an den Wanddiensten des Innern), <milestone unit='line' n='25'/>
kam aber nicht zur Ausführung. Am nördl. Ssch. die »Brauttür«
unter einem hohen Baldachinvorbau. Der an der
SWEcke stehende Turm gehört der zweiten Bauperiode
an; auch nicht ganz vollendet; sein Partner nie
begonnen. &mdash; <hi rend='g'>Das Innere</hi> übervoll von Altären und <milestone unit='line' n='30'/>
einzelnen Kunstwerken; überwiegend 18. Jh. und modern.
Zerstreut einige Holzplastik aus E. 15. bis M. 16. Jh. Darunter
(jetzt hinten im Chor) 3 große <hi rend='g'>Holztafeln</hi>, Reste eines
Altars, beglaubigtes Hauptwerk des <hi rend='italic'>Veit Stoss</hi> bez. 1523,
das Mittelstück ca. 2,50 : 3,50, ganz gemäldemäßig komponiert; <milestone unit='line' n='35'/>
aber technisch nicht Relief, da die Vordergrundfiguren völlig
rund ausgearbeitet, Christi Geburt, die Musikinstrumente
der Engel 1864 z. T. »hinwegrestauriert« und dadurch die
Bewegungsmotive unverständlich gemacht (vgl. die alte Abb.
bei Schellenberg). &mdash; Gegenüber in einer Kap. <hi rend='g'>Sakramentsnische</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
bez. 1492; Wandkomposition; unten Grablegung;
zu beiden Seiten Einzelstatuen in 2 Reihen übereinander;
die Krönung 1864 verstümmelt; die schlechte Beleuchtung
erschwert das Urteil, anscheinend kaum mittelmäßige
Arbeit. &mdash; <hi rend='g'>Taufstein</hi> mit eingelegten Holzreliefs.


<pb n='39' id='i048.png'/>

<!-- [P: 39] -->

&mdash; Als Beispiele für die Lokalkunst des 18. Jh. wären noch
zu nennen: die <hi rend='g'>Hochaltarplastik</hi> von <hi rend='italic'>J. J. Vogel</hi> und
am westl. Ende des nördl. Ssch. <hi rend='g'>Gemälde</hi>, der verlorene
Sohn, von dem seiner Zeit Ruf genießenden <hi rend='italic'>Joh. Nik. Treu</hi>. &mdash;
An der <hi rend='g'>Brauttür</hi>, 2. H. 14. Jh., Statuen der klugen und <milestone unit='line' n='5'/>
törichten Jungfrauen, im Tympanon Vermählung Christi mit
der Ecclesia. &mdash; An der WFront roher <hi rend='g'>Ölberg</hi> 1502. &mdash;
In der Schatzkammer bmkw. <hi rend='g'>Monstranz</hi> 1477.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>S. Martin.</hi> 1685-93 als K. des Jesuitenkollegiums, Entwurf
von <hi rend='italic'>Georg Dientzenhofer</hi>, damals in Waldsassen (Bd. III) tätig. <milestone unit='line' n='10'/>
Anlage nach dem seit S. Michael in München für kathol.
Barockkirchen beliebtesten Schema. Imposantes tonnengewölbtes
Hauptschiff mit zweigeschossig, in Kapellen und Emporen,
geteilten Abseiten; die Emporen liegen sehr hoch, nämlich
auf der Linie des Gewölbekämpfers; das Qsch. schmal, <milestone unit='line' n='15'/>
so daß die Vierung kein volles Quadrat bildet. Überwiegend
Korb- u. Stichbögen. An der Flachkuppel perspektivisch gemalte
Scheinarchitektur in der Art des berühmten Jesuiten
<hi rend='italic'>Pozzo</hi>, doch nicht von ihm selbst, wie irrig angenommen
wurde, sondern von einem sonst <corr sic='unkekannten'>unbekannten</corr> <hi rend='italic'>Fr. Marcolini</hi>. <milestone unit='line' n='20'/>
Fassade in reicher, schwerer, unruhiger Gliederung.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>S. Matern.</hi> Kleiner flachgedeckter rom. Bau, fast ohne
Formen.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>S. Michaelis-K.</hi> Ehem. Benediktiner-Klst. Erster Bau 1009
bis 1021, zweiter 1121-1168 (?); Reparaturen 1486; weitere <milestone unit='line' n='25'/>
nach Brand 1620 und 1700 ff. &mdash; Die rom. Basilika in der
Substanz, wenn auch nicht in der Formenerscheinung, erhalten.
Bedeutende Abmessungen. Lhs. 39,70 l., 20,50 br.; rechnet
man dazu Vorhalle, Qsch. und Chor, so muß eine Gesamtlänge
von mehr als 70 angenommen werden. Trotz der Veränderungen, <milestone unit='line' n='30'/>
gerade im O und W, das Hirsauer Schema unverkennbar.
Der Hauptchor got. umgearbeitet, die Nebenchöre
in Rokoko-Sakristeien verwandelt. Spgot. Netzgwbb. und
spgot. Fenster. Die rundbg. 9 Arkaden des Lhs. rom. und so
auch der Kern der Pfeiler; ihre Form wird ebenso wie die der <milestone unit='line' n='35'/>
Pilaster des Hochschiffes der Reparatur von 1610 angehören.
Echte rom. Profile am letzten östl. Pfeilerpaar; dasselbe ist
durch Vorlagen kreuzförmig gestaltet und trägt Gurten im
Neben- und Hauptschiff. In diesem letzten Joch auch rom.
Kreuzgwb. Das ist ein charakteristisch hirsauischer Zug; <milestone unit='line' n='40'/>
der ursp. Sinn die Absicht auf Türme im Winkel zwischen
Lhs. und Qsch. (vgl. Paulinzelle). Sie scheinen, wie öfters
so auch hier, nicht ausgeführt worden zu sein. Eine Krypta,
auch dies hirsauisch, fehlte; die Überhöhung des Chors erst
im 18. Jh., wie der noch 1718 vorhandene Baldachin über


<pb n='40' id='i049.png'/>

<!-- [P: 40] -->

dem Grabe des h. Otto beweist, für den die jetzige Anlage
keinen Raum gewährt (vgl. die Abb. bei Ludewig, Scriptores
rer. Bambg. 1718). Am nördl. Ssch. kleiner Rest des rom.
Bogenfrieses; vollständiger am Qsch., wo auch die Fenster
rom. Ganz verändert der WBau. Er hat ein got. Turmpaar <milestone unit='line' n='5'/>
und eine vorgeblendete Barockfassade. 1700 von <hi rend='italic'>Leonhard
Dientzenhofer</hi>. &mdash; <hi rend='g'>Innere Ausstattung</hi>, 1725-48, im
Gesamteindruck durch die moderne Rest. beeinträchtigt.
Alle Mobilien aus Holz, die prächtige <hi rend='g'>Kanzel</hi> von zwei
Bamberger Künstlern, dem Tischler <hi rend='italic'>Franz Böhm</hi> und dem <milestone unit='line' n='10'/>
Bildhauer <hi rend='italic'>Reuss</hi>. Das <hi rend='g'>Altarbild</hi> im Chor von <hi rend='italic'>J. J.
Scheubel</hi> 1750. &mdash; <hi rend='g'>Grab</hi> des h. Otto in Tumbenform 14. Jh.,
mittelmäßig, stark verändert; an der Wand ein ikon. <hi rend='g'>Grabstein</hi>
in etwas älterem Stil, angeblich ebenfalls Otto. &mdash; Die
<hi rend='g'>Epitaphe</hi> von Bischöfen wurden auf Anordnung König <milestone unit='line' n='15'/>
Ludwigs I. aus dem Dom hierher versetzt. Hervorzuheben
im nördl. Ssch.: no 3 und 7 B. Zobel v. Giebelstadt und B.
Voit v. Würzburg, von <hi rend='italic'>Hans Wemding</hi> 1577, 1580; no 4 B.
Ernst v. Mengersdorf, von <hi rend='italic'>Hans Werner</hi> 1596; no 6 B. Neidhard
v. Thüngen von <hi rend='italic'>Mich. Kern</hi> 1598. Die Reihe des südl. <milestone unit='line' n='20'/>
Ssch. bar. und rok. &mdash; <hi rend='g'>Klostergebäude</hi>. Hauptbau
1696-1702 von <hi rend='italic'>L. Dientzenhofer</hi>, andere Teile jünger. Gänzlich
schmucklos und nur durch die ungeheure Masse wirkend.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>S. Stephan.</hi> Vom ma. Bau nur ein stattlicher Turm aus 18.
Jh. übrig geblieben; 5 mal durch kräftige rom. Bgfriese und <milestone unit='line' n='25'/>
Ecklisenen geteilt, in dem oberen Geschosse gekuppelte Schallöffnungen
in frgot. Form. Die K. völlig umgebaut; Chor
1628 von <hi rend='italic'>Giov. Bonalino</hi>, nach dem Plan des Brandenburgischen
Baumeisters <hi rend='italic'>Valentin Junker</hi>; Sch. 1677 von <hi rend='italic'>Petrini</hi>.
Annähernd gleicharmiges Kreuz, in N, S, O polyg. An einigen <milestone unit='line' n='30'/>
Stellen, besonders im Chor, treten got. Bestandteile zu Tage.
&mdash; Das Stuckrelief über der Vierung von <hi rend='italic'>J. J. Vogel</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='g'>Propsteigebäude</hi> (jetzt Präparandenschule) von <hi rend='italic'>J.
M. Küchel</hi> um 1760.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Friedhofs-Kap.</hi> an der Straße nach Hallstadt (Gönninger-Kap.), <milestone unit='line' n='35'/>
gestiftet 1767. Das Innere konnte ich nicht sehen, das Äußere
in eleganten Verhältnissen und schon etwas aus dem Rokoko
herausstrebend. Um das flache Dach laufen Balustraden
mit Kindergruppen. Die Fenster schließen geradlinig mit
gerader Verdachung. An der Fassade große <hi rend='g'>Relieftafel</hi>, <milestone unit='line' n='40'/>
die Stifter vor dem Gekreuzigten. &mdash; <hi rend='bold'>Älteres Jesuitenkollegium</hi>
(Gymnasium) 1611; bmkw. Portal zur Aula 1613.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Jüngeres Jesuitenkollegium</hi> (jetzt öffentl. Bibliothek und
Lyceum) 2. H. 17. Jh. und A. 18., die älteren in der Tradition
der deutschen Spätrenaissance.
</p>


<pb n='41' id='i050.png'/>

<!-- [P: 41] -->

<p>
<hi rend='bold'>Ernestinisches Klerikalseminar</hi> am Maximiliansplatz. 1733
nach Entwurf <hi rend='italic'>B. Neumanns</hi> von <hi rend='italic'>Justus Heinrich Dientzenhofer</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Altes Rathaus</hi> (jetzt Hauptzollamt), großer schmuckloser
Renss.Bau. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Neues Rathaus</hi> auf der Regnitzinsel; 1744-56 aus einem got.
Brückenturm (z. Z. noch erkennbar) umgestaltet. Fassadenmalerei
von <hi rend='italic'>Jos. Anwander</hi>, neuerlich mit Glück rest.; Altane,
Stuckdekoration, plastische Gruppe auf der Brücke von
<hi rend='italic'>B. Mutschelle</hi>; alles zusammen überaus glücklich und originell <milestone unit='line' n='10'/>
in der künstlerischen Ausnutzung der Örtlichkeit, ein malerisches
Architekturbild ersten Ranges.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Hochzeitshaus</hi> am Fischmarkt 1618, die prächtigen Giebel 1871
zerstört.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Hauptwache 1774</hi>, Bildhauerarbeit von <hi rend='italic'>Kamm</hi>. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Gangolfstor</hi>, schmuckreicher Bar.-Bau im Charakter einer
Ehrenpforte 1697 von <hi rend='italic'>J. L. Dientzenhofer</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Privathäuser</hi>. Gotik und Renaissance sind in Bamberg nicht
vertreten. Dagegen begann ein Menschenalter nach dem. 30jährigen
Kriege eine sehr lebhafte Bautätigkeit mit einem Zuge <milestone unit='line' n='20'/>
zum Üppigen, dem eine vortrefflich ausgebildete Stucktechnik
die Mittel gab. &mdash; Hauptbeispiel das <hi rend='g'>Prellsche Haus,
Judengasse</hi> 14, und das <hi rend='g'>Concordiahaus</hi>. Beide
für denselben Bauherrn, J. J. T. Böttinger, und ungefähr
gleichzeitig (angeblich 1721-31). In beiden erinnert die <milestone unit='line' n='25'/>
Grundrißdisposition auf ansteigendem Gelände und dessen Ausnutzung
zu Hof- und Gartenterrassen an italienische, speziell
genuesische Vorbilder. Die stilistische Ausbildung aber ist
ganz verschieden. Im Prellhause sind die Treppen und sonstigen
Innenräume noch im Sinne des 17. Jh. in gedrückten Verhältnissen, <milestone unit='line' n='30'/>
in der noch durchaus bar. Dekoration schwülstig und
beinahe roh, aber von großer Kraft der malerischen Effekte;
ebenso die Fassade. Die Überlieferung bringt den Bau in
ziemlich unsicherer Weise mit dem Namen Dientzenhofer
(welcher der vielen?) in Verbindung. Ungewissen Autors auch <milestone unit='line' n='35'/>
das sehr bmkw. <hi rend='g'>Concordiahaus</hi>; ohne sehr groß zu sein
in der Haltung eines monumentalen Palastes. Den <hi rend='italic'>Dientzenhofer</hi>
zugeschrieben: Langgasse no 18 und no 32, Nonnenbrücke
no 1, Grünmarkt no 31, Karolinenstr. 11 (a. 1716). &mdash; Von
<hi rend='italic'>J. M. Küchel</hi> (lebte 1703-69) Karolinenstr. 1, 2, Kaulberg <milestone unit='line' n='40'/>
no 7, Judengasse 7, 12. &mdash; Von <hi rend='italic'>Fink</hi> 1789: Langgasse no 13.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Brunnen</hi>. Neptunsbrunnen (»Gabelmann«) am Grünmarkt
1698; an der Domterrasse 1777 von <hi rend='italic'>Trautmann</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Sammlungen</hi>. K. Bibliothek mit wichtigen Bilderhandschriften.
<hi rend='g'>Gemäldegalerie</hi> auf dem Michaelsberg.
</p>


<pb n='42' id='i051.png'/>

<!-- [P: 42] -->

<p>
<hi rend='ort'>BANZ.</hi> OFranken BA Staffelstein.
</p><p>
<hi rend='bold'>Benediktiner-Klst</hi>. (jetzt Schloß). Die Kirche 1710-18 wahrscheinlich
von <hi rend='italic'>Joh. Dientzenhofer</hi>. &mdash; Das typische Schema der
Barockkirche &mdash; Langschiff mit Seitenkapellen und Emporen
und eingezogenem Chor &mdash; ist nur im allgemeinsten beibehalten, <milestone unit='line' n='5'/>
in der Einzelausbildung unterliegt sie einer Umbildung,
die an die extremsten italienischen Barockmeister, wie Borromini
und Guarini, sie überbietend, erinnert. Die gerade Linie
ist im Grundriß völlig aufgegeben, die Pilaster stehen deshalb
schräg und die Gewölbegurten folgen ihrer Richtung. Die große <milestone unit='line' n='10'/>
Pfeilermasse, die das Sch. in zwei Querräume zerlegt, setzt sich
aus den Segmenten größerer und kleinerer Ellipsen, die im
Grundriß der Gewölbegurten wieder aufgenommen werden, zusammen.
Wieder andere Ellipsen bestimmen den Gr. der je
2 Seitenkapp. und der über diesen angelegten Emporen. Für <milestone unit='line' n='15'/>
das Auge unmittelbar faßbar ist der geometrische Einteilungsgrund
nicht und soll es auch nicht sein. Nur um Einheit im
malerischen Sinne handelt es sich, und auch nur für einen einzigen
Standpunkt, beim Eintritt in die Kirche, ordnen sich
die Linien vollkommen zu dem erstrebten Bilde; hier aber ist <milestone unit='line' n='20'/>
es in hohem Grade harmonisch und großartig, in der Wirkung
noch erhöht durch die raffinierte Kunst der Lichtführung. Es
bleiben nämlich dem Beschauer die Fensteröffnungen, immer
den genannten maßgebenden Standpunkt vorausgesetzt, unsichtbar,
vergleichbar den Lampen einer Theaterdekoration, <milestone unit='line' n='25'/>
an die man überhaupt durch die ganze Anlage erinnert wird.
Zum Schluß trennt eine durchsichtige Säulenstellung den
Altarraum von dem dahinterliegenden langgestreckten Mönchschor;
der geheimnisvolle Durchblick ist wieder ein ganz malerischer
und als solcher vorzüglich durchgeführter Gedanke. <milestone unit='line' n='30'/>
Alles eigentliche Detail ist aber gleichgültig, ja roh behandelt
und kommt auch neben den starken Effekten der ganz in Gold
gesetzten Altäre und farbenkräftigen Deckenfresken kaum in
Betracht. &mdash; Die Außenarchitektur kann an den, zum Glück
wenig sichtbaren, Langseiten nur abstoßend heißen; sie hat <milestone unit='line' n='35'/>
die Kosten der oben gerühmten Innenbeleuchtung zu zahlen;
recht tüchtig dagegen die zweitürmige Fassade, zumal in der
Fernwirkung.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Klostergebäude</hi>. Zum Teil älter als die K., zum Teil jünger.
Der kolossale, 27 Achsen in der Front und mehrere Lichthöfe <milestone unit='line' n='40'/>
umfassende Hauptbau, 1698-1704 von <hi rend='italic'>Joh. Dientzenhofers</hi>
älterem Bruder <hi rend='italic'>Leonhard</hi>. Der Mittelbau der Fassade jünger.
Die Verwaltungs- und Wirtschaftsräume, auf einer tieferen
Stufe des stark abfallenden Geländes, 1752 ff. nach Angaben
von <hi rend='italic'>Balth. Neumann</hi>. Die Kunstformen durchweg einfach;


<pb n='43' id='i052.png'/>

<!-- [P: 43] -->

das gediegene Quadermaterial und die glückliche Ausnutzung
der Terrainbewegung wirken doch zu einem bedeutenden Gesamteindruck
zusammen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BARCHFELD.</hi> RB Cassel Kr. Schmalkalden.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Familie v. Stein. 1571, mit älterem Turm, in dessen <milestone unit='line' n='5'/>
Verließ originelle Reliefs von 1570, von einem Gefangenen
ausgekratzt.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Landgräfliches Schloß</hi>, von 1690, im 18. Jh. gänzlich umgebaut, 
mit gut eingerichteten Zimmern in Rokoko und
Empire. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BÄRENSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1495. Nach wiederholten Bränden 1738 unter Leitung
von <hi rend='italic'>J. Ch. Simon</hi> erneuert. Reste eines stattlichen <hi rend='g'>Altarwerks</hi>,
Renss. 16. Jh., mit Sandsteinreliefs. <hi rend='g'>Grabst.</hi> 1522,
1612, 1703 <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> 15. und 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BARNSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spätgot. WTurm mit gedrehtem Spitzhelm. Schiff
1748, stuckiert, Kanzelaltar und Orgel aus dieser Zeit.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BARUTH.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1704, rck. Saal mit Holzemporen, Turm 1768 hinzugefügt. &mdash; 
v. Gersdorfsche <hi rend='g'>Grabsteine</hi>, 1597, 1620, 1628,
1629, 1658.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Unregelmäßige spgot. Anlage, SFlügel 17. Jh.
Ansprechende Bar.Einrichtung der Kapelle. Galerie mit <milestone unit='line' n='25'/>
schöner Stuckdecke und zahlreichen <hi rend='g'>Porträts</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BASDORF.</hi> RB Cassel Kr. Frankenberg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Gerichtslinde</hi> mit Bänken und von Steinsäulen getragenem
Gebälk zur Unterstützung des Astwerks.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BAUERBACH.</hi> RB Cassel Kr. Marburg. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Geringer spgot. Bau. Der quadr. Chor-Turm aus
rom. Anlage wie auch an der WWand 2 vermauerte rom.
Fenster.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BAUMERSRODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. OTurm mit gepaarten Fenstern. Schiff 1640. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BAUNACH.</hi> UFranken BA Ebern.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> <sic>1 sch.</sic> spgot. mit hohem Turm (W), charakteristisch
der Helm mit vier Ecktürmchen.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Wallfahrts-K.</hi> (Sog. Überkomm-Kap.) Spgot. Anlage mit
polyg. Chor und reicher Außengliederung. &mdash; Von der <hi rend='g'>Einrichtung</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
(bar. um 1680) erwähnenswert die spgot.


<pb n='44' id='i053.png'/>

<!-- [P: 44] -->

<hi rend='g'>Tumba</hi> des seel. Überkomm im Chor mit einh. Spitzbogenblenden. &mdash; 
<hi rend='g'>Johannesschüssel</hi>, 2. H. 15. Jh., geschnitzt. &mdash; 
Verschiedene spgot. <hi rend='g'>Holzfigg.</hi> um 1500; teilw.l
Bamberger Stils. &mdash; Auf dem freien Platz um die Kapelle
<hi rend='g'>Predigtkanzel</hi>; spgot. um 1500. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Amtshaus</hi>. 2geschossige langgestreckte Anlage; spätbar., mit
Treppenturm. A. 18. Jh. Innen guter <hi rend='g'>Kachelofen</hi> der
Zeit; vermutlich Bamberger Arbeit.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi>. M. 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Hoftor</hi> in der Eberner Straße; die sog. »Hölzernen Männer«. <milestone unit='line' n='10'/>
Typische Toreinfahrt im Rundbogen, den zwei in Hochrelief
geschnitzte Reisige in barocker Tracht stützen; das Ganze
mit Pultdach gedeckt; bez. 1710.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BAUTZEN.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dom S. Peter</hi>. Älteste Pfarr-K. der Stadt. Von den Bauten <milestone unit='line' n='15'/>
der Meißener Bischöfe Eiko (992-1015) und Benap (1066 bis
1106) hat sich nichts erhalten. Lebhafte Bautätigkeit 1293
bis 1303 und dann wieder in 2. H. 15. Jh.; Vollendung 1497.
Erhebliche Ausbesserungen nach Bränden 1634 und 1813. Im
16. Jh. wurde die K. in der Weise geteilt, daß das Lhs. den <milestone unit='line' n='20'/>
Protestanten eingeräumt wurde, der Chor den Katholiken
verblieb. &mdash; a) <hi rend='g'>Westbau</hi>. Ältester Teil das vorspringende
Mittelstück. Ein starker Einzelturm war beabsichtigt, wurde
aber nur bis zum Zickzackfries des Erdgeschosses ausgeführt.
Spitzbg. Portal mit schlichtem Wimperg, am Gewände je 1 Sl. <milestone unit='line' n='25'/>
zwischen gekehlten Profilen, E. 13. Jh. Bald darauf Übergang
zu 2türmigem Projekt. Ausgeführt der STurm, nach
Brand 1441 erneuert; Krönung mit 2 Achteckgeschossen; der
Bar. Helm in vortrefflichem Umriß 1664 von <hi rend="italic">Martin Pötzsch</hi>.
Die Mitte und der rechte Flügel der Fassade blieb unvollendet, <milestone unit='line' n='30'/>
ein Giebel mit bar. Zierat schließt sie ab. b) <hi rend='g'>Langhaus</hi>.
3sch. Hallenkirche von 8 Jochen, Schluß 3seitig mit 5seitigem
Umgang. Zwischen dem 3. und 4. Joch starke Knickung der
Fluchtlinie nach S. Formencharakter des 15. Jh., wenn auch
Teile der NWand älter sind. Schlanke kämpferlose 8 Eck-Pfll., <milestone unit='line' n='35'/> 
Netzgwb. 1456-63 wurde nach S ein viertes Schiff
angefügt; es ist durch große 6teilige, besonders prächtige
Fenster ausgezeichnet. Das kolossale Satteldach ist allen
4 Schiffen gemeinsam; seine Firsthöhe 39 m, während die
Gwb.Scheitel nur 16m haben. Ganze innere L. 60 m. Material <milestone unit='line' n='40'/>
in den älteren wie in den jüngeren Teilen Granit. &mdash; <hi rend='g'>Ausstattung
des protestantischen Teils</hi>. Landständische
Empore unter der Orgel, nach 1636. Fürstenloge
1673. Altar 1644, 2geschossig mit je einem großen Reliefbild.


<pb n='45' id='i054.png'/>

<!-- [P: 45] -->

Kanzel 1817. Orgel 1642, wiederholt umgebaut. &mdash; <hi rend='g'>Ausstattung
des katholischen Teils</hi>. Vieles in
neuerer Zeit beseitigt, z.T. im Domstift untergebracht. Hochaltar
bar. Säulenbau aus Marmor 1722 von <hi rend='italic'>Fossati</hi>. [Die
Statuen zweier Kirchenväter von <hi rend='italic'>Permoser</hi>, zu seinen besten <milestone unit='line' n='5'/>
Arbeiten gehörend, jetzt im Domstift. Ebenda Gemälde von
<hi rend='g'>Pellegrini</hi>.] Am neuen Altar der NSeite lebensgroßes <hi rend='g'>Kruzifix</hi>
von <hi rend='italic'>Permoser</hi>. <hi rend='g'>Chorgestühl</hi> A. 18. Jh., reich geschnitzt,
im Aufbau unbedeutend. Reizvoller <hi rend='g'>Rok.-Altar</hi> in
der Sakristei. &mdash; <hi rend='g'>Domschatz</hi>. Tragaltäre 1398 und 1450. <milestone unit='line' n='10'/>
Prachtvolles Pazifikale um 1530. Reliquiarium um 1500. Eine
Reihe sehr schöner spgot. Kelche. Silberne Statuetten des
hl. Petrus und Bartolomäus, hervorragend. Bischofsstäbe. &mdash; 
<hi rend='g'>Bildnisgrabsteine</hi> des 16. und 17. Jh. in großer Zahl.
Hölzerne <hi rend='g'>Wandepitaphe</hi>. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Liebfrauen-K.</hi> 1sch. Bau des 15. Jh., im 17. und 19. Jh. völlig
umgestaltet.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Nikolai-K.</hi> Kleine symmetrisch 2sch. Hallenkirche des 15. Jh.
Seit dem Stadtbrande 1634 Ruine. &mdash; Auf dem Kirchhof
<hi rend='g'>Denkmäler</hi> des 18. Jh. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Michaelis-K.</hi> Kleine 3sch. Hallenkirche um 1430.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Mönchs-K.</hi> (Franziskaner). Beg. um 1300 als Bruchsteinbau.
Um 1400 in Backstein gegen O erweitert. Ruine.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Täufer-K.</hi> Ursp. vor der Stadt. Klein, unbedeutend, oft
verändert. &mdash; Ausgedehnter Kirchhof mit sehr zahlreichen <milestone unit='line' n='25'/>
und z. T. aufwändigen Denkmälern des 17. und 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Ortenburg</hi>. Als Grenzburg angelegt um 1000. Von Grund aus
neu gebaut 1483-86 im Auftrage des Königs Matthias von
Ungarn. Im 30j. Kriege stark beschädigt, im 19. Jh. z.T.
umgebaut. &mdash; Die aus mehreren Gebäuden bestehende Anlage <milestone unit='line' n='30'/>
folgt dem Umriß der Felsplatte. Der Hauptbau spgot. Durchgreifende
Rest. 2. H. 17. Jh. durch <hi rend='italic'>Ezechiel Eckhardt</hi>. Mächtiges
Dach mit 3 wohlgegliederten großen Zwerchhäusern. Audienzsaal
mit ausgedehnter, sehr reicher Stuckdecke von 1662; das
Figürliche überwiegt; 8 Felder mit Darstellungen aus der <milestone unit='line' n='35'/>
Fürstengeschichte von Böhmen, Österreich, Schlesien und
Sachsen; im Rahmenwerk Putten und Karyatiden. &mdash; Der
bedeutendste Baurest der got. Periode der Schloßturm; unten
Torfahrt; darüber 3teilige Ädikula, bez. 1486, in der Mittelnische
<hi rend='g'>König Matthias Corvinus</hi> thronend, von <milestone unit='line' n='40'/>
Engeln gekrönt, als Fußschemel ein Löwe; die Wappen der
Seitenfelder zerstört; im ersten Obergeschoß Wachtstube; im
zweiten Kapelle mit zierlicher, sehr bmkw. Innenarchitektur.
</p>
<p><hi rend="bold">Domstift.</hi> Neubau 1507, E. 17. Jh. fast ganz umgebaut, Hauptportal 
1753.
</p>


<pb n='46' id='i055.png'/>

<!-- [P: 46] -->

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi> wesentlich A. 18. Jh., aus dieser Zeit auch der durch
feinbewegten Umriß ausgezeichnete Bar.Helm des im Mauerwerk
spgot. 8 Eck-Turmes. Die <hi rend='g'>Sandsteinstatue</hi> des
sog. Ritters Deutschmann krönte ursp. einen Brunnen; 1576
von <hi rend='g'>Chr. Wolter</hi> in Dresden. Treppenhaus der NSeite 1729. <milestone unit='line' n='5'/>
Prächtige Tür des Ratssaales 1664. Reihe von <hi rend='g'>Bildnissen</hi>.
[Der Ratsschatz jetzt im Museum.]
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Gewandhaus</hi>. Unter den Neubauten von 1882 der spgot.
Ratskeller; das Sterngwb. ruht auf einem einzigen granitenen
Mittelpf. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schießhaus</hi>. Oft umgebaut, zuletzt 1767. Bmkw. Schatz und
Scheibenbilder. &mdash; Von der einst sehr starken <hi rend='bold'>Stadtbefestigung</hi>
hat sich ein beträchtlicher Teil der inneren Türme erhalten.
Ferner: der Lauenturm 1400, Laternenhelm 1732; der Reichenturm,
schlanker spgot. Rundbau mit steinerner Bar.Krönung <milestone unit='line' n='15'/>
1717; an der Mauer das Denkmal für Kaiser Rudolf II. von
<hi rend='italic'>Martin Michael</hi> 1577, im 19. Jh. stark übergangen. Der Wendische
Turm, gleichfalls rund, mit interessantem Helmstübchen. 
Der Schülerturm mit spgot. Kreuzigungsrelief. Die
Gerberbastei, ein Rundturm mit 3,5 m starken Mauern, erb. <milestone unit='line' n='20'/>
1503. Nikolaiturm 1521, mit Stadtwappen. Technisch interessant
und von imponierender Silhouette die »alte Wasserkunst«, 
erb. nach 1558 von <hi rend='italic'>Wenzel Röhrscheidt</hi>. Die »neue
Wasserkunst« 1600.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Wohnhäuser</hi>. Sie lassen Bautzen wesentlich als eine Stadt des <milestone unit='line' n='25'/>
Barockstils erscheinen. Die älteren Bauten sind durchweg so
umgestaltet, daß sie sich nur aus wenigen Resten erkennen
lassen, a) <hi rend='g'>Zwischen</hi> 1634 (<hi rend='g'>Stadtbrand</hi>) <hi rend="g" n='0'>und</hi> 1709.
Reichenstr. 12, an der Fassade über und zwischen den Fenstern
Stuckdekoration in schweren Blumengehängen, um 1720 hinzugefügt. <milestone unit='line' n='30'/>
Burgplatz no 6 um 1680. Burglehn no 7 a. 1699. &mdash;
b) <hi rend='g'>Zwischen</hi> 1709 <hi rend='g'>und</hi> 1720. Reichenstr. no 14, Innere
Lauenstr. no 6, beide mit Fassadenschmuck in Stuck, Fleischmarkt
no 8 Hof und Innenräume zu beachten. &mdash; c) <hi rend='g'>Zwischen</hi>
1720 <hi rend='g'>und</hi> 1740. Wendische Str. no 8, stattliche Pilasterfassade. <milestone unit='line' n='35'/>
Heringsgasse no 1, Eckhaus, im Innern Stuckdecken.
Hauptmarkt no 8. Reichenstr. no 5. &mdash; d) <hi rend='g'>Zwischen</hi> 1740
<hi rend='g'>und</hi> 1780. Reichenstr. no 24, Töpferstr. 34.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Stadtmuseum</hi> am Kornmarkt.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BAYREUTH.</hi> OFranken BAmtsstadt. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Von dem Bau des 13. Jh. vielleicht die Fundamente
der WTürme; sonst Neubau, beg. E. 14. Jh. mit dem Chor,
Hauptzeit 1438-68. Mittelgroße 6jochige Basilika, Chor
in der Höhe des Msch. 2 Joche und 5/8 Schluß. Netzgwb.
17. Jh. Imponierende weiträumige Verhältnisse, Formen
<pb n='47' id='i056.png'/>
äußerst nüchtern. Das Äußere, ernst und kraftvoll, verrät
wenig die Entstehungszeit. Besonders bmkw. die nachdrückliche
Behandlung des Strebewerkes mit offenen Bögen; an
den Fenstern mäßige Verwendung von Fischblasen. Brauttür
am Treppen-Turm der Sakristei 1575. &mdash; Die Türme 5geschossig <milestone unit='line' n='5'/>
geteilt durch Maßwerkfriese; kurze oktogonale Aufsätze mit
welschen Hauben 1621. &mdash; Das Innere durch die Rest. des
19. Jh. seiner prächtigen Barockausstattung beraubt; nur
der treffliche <hi rend='g'>Hochaltar</hi> von 1615 und der gleichzeitige
Taufstein mit Reliefs von <hi rend='italic'>H. Werner</hi> erhalten. Die wenigen <milestone unit='line' n='10'/>
übrig gebliebenen <hi rend='g'>Statuen</hi> an den Chorstreben A. 15. Jh.
geringwertig.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß-K.</hi> 1753 von <hi rend='italic'>St. Pierre</hi>; einfacher, niedriger Saal mit
Flachdecke; durch modernen Anstrich ernüchtert; die leichte
zierliche Stuckierung von <hi rend='italic'>Martino Petrozzi</hi>. Gruftkap, für das <milestone unit='line' n='15'/>
Markgrafenpaar Friedrich und Wilhelmine in trockenstem
Zopf.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Spital-K.</hi> 1748 von <hi rend='italic'>St. Pierre</hi>; über dem schlichten quadr.
Raum Deckenbild von <hi rend='italic'>Wunder</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Ordens-K.</hi> in S. Georgen. Als Kapitels-K. des Ordens »de la <milestone unit='line' n='20'/>
sincérité« (nachmals Roten Adlers) 1705-11 von <hi rend='italic'>G. v. Gedeler</hi>.
Griechisches Kreuz mit Emporen. Stuckaturen und Malereien
von einheimischen Meistern. Im Aufriß toskanische Pilaster.
(In der Sakristei interessantes Gemälde von <hi rend='italic'>H. S. Beham</hi>,
früher in der fürstl. Loge der Stadt-K.) <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
Betsaal der <hi rend='bold'>Gravenreuther Stiftung</hi> 1741 von <hi rend='italic'>J. G. Weiss</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Kanzlei</hi>. 1625 von <hi rend='italic'>Abraham Schade</hi>. Streng klassizistische, die
niederländische Schulung <hi rend='italic'>Schades</hi> verratende Formen. Die
Temperantia und Justitia über dem gebrochenen Portalgiebel
von <hi rend='italic'>Abr. Gross</hi> aus Kulmbach (vgl. dessen Arbeiten am Rathaus <milestone unit='line' n='30'/>
zu Nürnberg). Im 18. Jh. die Fassaden symmetrisch
verlängert.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Altes Schloß</hi>. Vom Bau des 16. Jh. der Mauerkern des 8eckigen
Turms; die fahrbare Schneckenstiege 1610; das Sonstige, Umbau
und Erweiterung seit 1667. Unregelmäßiges, nach dem Marktplatz <milestone unit='line' n='35'/>
(»Maximilianstr.«) offenes Quadrat. Die Fassaden von
dem Hugenotten <hi rend='italic'>Ch. Ph. Dieussart</hi>. Auffallender Weise hat
das Erdgeschoß die reichste Behandlung: gequaderte dorische
Pilaster, über den Fenstern Medaillons mit Büsten, alles in
vortrefflich reiner, strenger Zeichnung; das Mittel- und Obergeschoß <milestone unit='line' n='40'/>
nur in Verputz, ohne Pilaster und Gesimse. Nach
dem Brande 1753 z. T. Ruine. Im Innern nur ein Treppenaufgang
alt.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Neues Schloß</hi>. 1754 von <hi rend='italic'>St. Pierre</hi>. Lang gestreckt, wenig
tief, nur der 3 achsige Mittelbau in bedeutenderen <reg orig='Architektur-|formen'>Architekturformen</reg><pb n='48' id='i057.png'/><!-- [P: 48] -->.
Eingangshalle und Treppenhaus verhältnismäßig
bescheiden. Die Wahl der Gemächer ist groß, ihre Ausstattung
entfernt nicht so prunkvoll wie etwa in den geistlichen Fürstensitzen
aus der ersten Jahrhunderthälfte. Die Mittel waren
geringer, doch auch der Geschmack in der Wendung zum <milestone unit='line' n='5'/>
Intimen und Natürlichen. Im Festsaal Wandgliederung durch
gekuppelte korinth. Pilaster von schwachem Relief; das Gebälk
nicht verkröpft; Rokokoornament (von <hi rend='italic'>Petrozzi</hi>) nur
an der flachen Hohlkehle; das Deckengewölbe (von <hi rend='italic'>Wunder</hi>)
jetzt übertüncht. Hervorzuheben noch das Spalierzimmer, <milestone unit='line' n='10'/>
das Musikzimmer, die mit Cedernholz vertäfelte Speisegalerie.
&mdash; Ursprünglich alleinstehend der 1759 errichtete »italienische
Bau«; der von <hi rend='italic'>Petrozzi</hi> dekorierte Festsaal gibt eine
wohlgelungene Verschmelzung von Rokokoformen mit Barockerinnerungen. 
 <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Opernhaus</hi>. 1744-48, Fassade von <hi rend='italic'>St. Pierre</hi>, innere Einrichtung
von <hi rend='italic'>Carlo Bibiena</hi> aus Bologna nach Entwurf seines
Vaters <hi rend='italic'>Giuseppe</hi>. Die Bühne überrascht durch ihre Tiefe
(30 m), die ebenso groß ist, als die des Zuschauerraums. Der
letztere im Gr. überhöhter Halbkreis, 3 Reihen Logen und <milestone unit='line' n='20'/>
vorgebaute Parterreloge, zu der Rampentreppen hinaufführen.
Das Parterre verhältnismäßig klein. Der Bühne gegenüber
die Fürstenloge, zu beiden Seiten der Bühne Trompeterlogen. 
Das Ganze für die Hofgesellschaft, die sich selbst
ein Schauspiel neben dem Schauspiel auf der Bühne war, <milestone unit='line' n='25'/>
der denkbar prächtigste und charakteristischste Rahmen.
Die Flüchtigkeit der Ausführung bei der schwachen Beleuchtung
damaliger Zeit nicht störend. Farbe: blaugrauer Grundton
mit ockergelbem, in den plastischen Teilen vergoldetem Ornament. 
Der Stil hat weder mit dem französischen Louis XV. <milestone unit='line' n='30'/>
noch mit dessen deutschen Parallelen etwas gemein; er ist
nicht »Rokoko«, sondern eine spielende Abart des italienischen
Barock, in der immer noch viel mehr konstruktive Konsequenz
übrig geblieben ist, als das Rokoko duldet. &mdash; Die
Seltenheit der Erhaltung von Theatern aus dem 18. Jh. verleiht <milestone unit='line' n='35'/>
dem Bayreuther erhöhten Wert.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Kaserne</hi>. 1740 von <hi rend='italic'>J. F. Graul</hi>; großer 3flügeliger Bau von
geschickter Massenverteilung.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Privathäuser</hi>. Ein älterer Typus, durch Vorliebe für mehrstöckige
Erker gekennzeichnet, dauert bis ins 18. Jh., z. B. <milestone unit='line' n='40'/>
Rathaus an der Maximilianstr. Ihm tritt unter Markgraf
Friedrich ein neuer, französisierender entgegen; Hauptmeister
<hi rend='italic'>St. Pierre</hi> und besonders <hi rend='italic'>Karl Philipp Gontard</hi>. Die splendide
Ausführung in Sandsteinquadern heute durch starke Rußschwärzung
beeinträchtigt. Von <hi rend='italic'>St. Pierre</hi>: Friedrichstr. 2 und 7.
</p>


<pb n='49' id='i058.png'/>

<!-- [P: 49] -->

<p>
Von <hi rend='italic'>Gontard</hi>: Hofapotheke Palais Reitzenstein Luitpoldplatz
15, Haus der Gesellschaft Harmonie beim alten Schloß,
in der Nähe sein eigenes Haus.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Reiterstandbild</hi> für Christian Ernst 1698 von <hi rend='italic'>Elias Ränz</hi> nach
Entwurf von <hi rend='italic'>Leonhard Dientzenhofer</hi>; früher vor dem alten, <milestone unit='line' n='5'/>
jetzt vor dem neuen Schloß; eine wunderlich überfüllte und
dadurch kleinlich wirkende Barockkomposition.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Markgräfliche Schlösser</hi> in der Umgegend:
</p>

<p>
<hi rend='bold'>St. Georgen</hi>. 1725 von <hi rend='italic'>J. D. Ränz d. J.</hi> Nur als Bruchstück
erhalten (jetzt Zuchthaus). Die Fassade läßt den (durch <milestone unit='line' n='10'/>
<hi rend='italic'>Decker</hi> vermittelten) Zusammenhang mit Schlüter erkennen;
der Fries und die neuerfundenen Kaptt. der Pilaster erinnern
an den von Georg Wilhelm gestifteten Orden des Roten Adlers.
Der prunkvolle Festsaal soll demnächst hergestellt werden.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Eremitage</hi>. Für bestimmte Seiten der Kultur des 18. Jh. <milestone unit='line' n='15'/>
eine Illustration von kostbarer Unmittelbarkeit; weniges
dergleichen hat sich so gut erhalten. Begonnen von Georg
Wilhelm ca. 1720. Eine mit pedantischem Ernst durchgeführte
Maskerade. An einem nicht großen länglichen Hof liegen
die »Zellen«, in die sich die Herren und Damen des Hofes <milestone unit='line' n='20'/>
als »Eremiten« zurückzogen; daher die wilde Rustikaarchitektur.
Die Markgräfin Wilhelmine schuf sich hieraus (seit
1736) einen Ruhesitz, in dem die Sehnsucht nach einem natürlicheren
Lebenszustand feiner, nach unserem Gefühl immer
noch mit reichlich viel theatralischer Appretur, zum Ausdruck <milestone unit='line' n='25'/>
kommt. Die ältere Einrichtung blieb erhalten in den
beiden Schmalseiten, dem Grottensaal und dem »Refektorium«;
letzteres aus kostbarem Marmor; die Absicht, phantastisch zu
wirken, bringt es nur zu schwerfälliger Willkür, in den Gemächern
Wilhelminens herrscht Anmut und Behagen; eine <milestone unit='line' n='30'/>
Meisterleistung feinen Geschmacks namentlich das Musikzimmer, 
echtes Rokoko, also ganz ohne Architekturformen,
nur Rahmenwerk und Füllungen. Das obligate Chinesische
Zimmer ist dadurch ausgezeichnet, daß die Flachrelieftafeln
wirklich chinesisch sind. Die Porträts nur historisch von <milestone unit='line' n='35'/>
Interesse und ihre Benennung nicht überall gesichert. &mdash; Aus
den 40er Jahren die »Orangerie«, erbaut von <hi rend='italic'>St. Pierre</hi>. Eine
im Halbkreis angeordnete Kolonnade, dahinter kleine Zimmerchen; 
im Scheitel eine Unterbrechung, in welcher als selbständiger
kleiner Zentralbau der »Sonnentempel« steht. Den <milestone unit='line' n='40'/>
regelrecht durchgeführten Architekturformen ist auch hier
ein phantastisches Element zugesellt, indem die Säulen eine
Inkrustation von bunten Kieseln, Glasschlacken und Bergkristall
tragen. Dagegen das Innere des Sonnentempels sehr
ernsthaft und imposant. (Der reiche Skulpturenschmuck


<pb n='50' id='i059.png'/>

<!-- [P: 50] -->

nicht mehr vorhanden.) Einige Plafonds der kleinen Gemächer
haben eine Stuckdekoration von bezaubernder Grazie, leicht
hingeworfene Blumenranken, farbig auf weißem Grund, das
Relief von schärfster Präzision, als wäre es Porzellan (als
Ausführende werden Italiener genannt). Erst aus den 70er <milestone unit='line' n='5'/>
Jahren dürfte das »Gartenzimmer« stammen, an dem der
modernste »Amorphismus« noch viel zu lernen hätte. &mdash; Die
Gartenanlagen unter dem letzten Markgrafen »englisch« umgearbeitet;
daher die Grottenarchitekturen und Wasserkünste
in ihrem Zusammenhange nicht mehr verständlich. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Fantaisie</hi>. Begonnen unter der Markgräfin Wilhelmine († 1758),
vollendet 1765 (von <hi rend='italic'>Rud. Heinr. Richter</hi>?). Ein Schlößchen
im Sinne des vordringenden Klassizismus; seither mehrfach
verändert.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Sanspareil</hi>. Park mit allerlei Grottenarchitektur, Naturtheater <milestone unit='line' n='15'/>
usw. Reflex von Fénélons Telemach. In vollem Verfall.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BECHSTEDTWAGD.</hi> Pr. Sachsen Kr. Erfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. OTurm und Apsis.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BEDHEIM.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. Lhs. 15. Jh., überarbeitet 1699; der quadr. <milestone unit='line' n='20'/>
Chor turmtragend, in der Anlage von 1290. &mdash; <hi rend='g'>Ikonische
Grabsteine</hi> der Familie v. Heiberg von 1545, 1553, 1558,
namentlich der letztere tüchtig.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi>, ehemals Wasserburg; die Kunstformen weisen auf
zwei Zeiten stärkerer Bautätigkeit, 16. und 18. Jh. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BEERENDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> aus 14. und 16. Jh. An den Portalgewänden <hi rend='g'>Hochreliefs</hi>
der Madonnna und eines nicht erklärten männlichen
Heiligen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BEERWALDE.</hi> K. Sachsen AH Döbeln. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1783. &mdash; 3 <hi rend='g'>Alabasterreliefs</hi> aus der Schule
der <hi rend='italic'>Walther</hi> (2. H. 16. Jh.), von einem Grabmal. Andere <hi rend='g'>Denkmäler</hi>
1574, 1683, 1724.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BEESENLAUBLINGEN.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. rom. Turm im W und got. Chor. Sprom. Portal, <milestone unit='line' n='35'/>
im Tympanon rohes <hi rend='g'>Relief</hi>, Christus zwischen Petrus und
Paulus. &mdash; Einfacher rom. <hi rend='g'>Taufstein</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BEHRUNGEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Nach 30j. Krieg rest., der got. Grundcharakter
erhalten; Altarbau und Orgel mit einigem Aufwand A. 18. Jh. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BEICHLINGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1710. &mdash; Schloß wesentlich 16. Jh., formenarm.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BEIERNAUMBURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> ähnlicher Anlage wie S. Veit in Artern. Am Vierungs-Turm
3 teilige Fenster in hübscher rom. got. Ausbildung.
</p>


<pb n='51' id='i060.png'/>

<!-- [P: 51] -->

<p>
<hi rend='ort'>BELGERN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K</hi>. E. 15. Jh. Stattlicher verputzter Backsteinbau,
1sch. 6achsig, Chor 3/8, Sattelturm in Bruchstein, reiche Sterngwbb. &mdash;
<hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> 1660 in Knorpelbarock, <hi rend='g'>Emporen</hi>
1632 mit interessanten Kerbschnitzmustern, hölzerne <milestone unit='line' n='5'/>
<hi rend='g'>Epitaphe</hi> 1658, 1769.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Klosterhof und Diakonatsgebäude</hi>. Reste des 1256 erb. Cisterc.-Klst.
Die älteren Teile Granit, die jüngeren spgot. Backstein,
4 Ecktürme.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi>, renss. 2stöckig, Volutengiebel, Dachreiter mit welscher <milestone unit='line' n='10'/>
Haube. An der SWEcke ein
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Roland</hi>, an Stelle eines älteren im 17. Jh. errichtet.
</p>

<p>
<hi rend='g'>Privathäuser</hi> verschiedentlich mit renss. Portalen.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Meilenzeiger</hi> als Obelisk 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BELGERSHAIN.</hi> K. Sachsen AH Grimma. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
Dorf-K. 1682, rck. mit flach polyg. Schluß. Durch die Ausstattung
zu malerisch stattlicher Wirkung gebracht. Der
<hi rend='g'>Altarbau</hi> getragen von 2 Palmbäumen, im Mittelfeld
Kopie von <hi rend='italic'>Rubens</hi>' Kreuzabnahme. <hi rend='g'>Denkmäler</hi> der
Familie v. Ponickau. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BELRIETH.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> mit fester Ringmauer (Gaden) vgl. Bettenhausen.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Burgruine</hi> mit Spuren doppelter Ringmauer.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BELVEDERE.</hi> Sachsen-Weimar. VB Weimar.
</p><p>
<hi rend="bold">Herzogl. Jagdschloß.</hi> 1724-1732. Äußeres in symmetrischer <milestone unit='line' n='25'/>
Anlage, bedeutsam gegliedert, in der Behandlung einfach
ländlich. Inneres: bescheidenes Rokoko.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BENDELEBEN.</hi> Schwarzb.-Sondersh. LA Sondershausen.
</p><p>
<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> Umbau 1588. &mdash; Über dem Altar <hi rend='g'>Holzrelief</hi>,
Abendmahl, um 1590; <hi rend='g'>Kanzel</hi>, bez. 1611, als Fuß Mosesstatue; <milestone unit='line' n='30'/>
über dem Eingang zur Gruft des Herrn v. B. <hi rend='g'>Epit</hi>.
1661, 2geschossig mit großem Mittelrelief (Kreuzigung, Auferstehung)
in überladener archit. Umrahmung, Knorpelornament.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BENKENDORF.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gemengbau aus verschiedensten Zeiten. Die rom.
Kuppelfenster des Turmes als Beispiele roher ländlicher Kunstübung
von einigem Interesse.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BENNDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> aus Findlingsblöcken, ziemlich gut erhaltene rom. <milestone unit='line' n='40'/>
Anlage, E. 12. Jh. 1sch. mit 1/2kr. Apsis.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BENNDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Chor-Turm, Schiff 1775 erhöht, hübscher
Rok.-Altar.
</p>


<pb n='52' id='i061.png'/>

<!-- [P:52] -->

<p>
<hi rend='ort'>BERGEN.</hi> RB Cassel Kr. Hanau.
</p><p>
Ehem. <hi rend='bold'>K</hi>., jetzt Scheuer. Spgot. Portal, bez. 1524, 1564.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Burg</hi>. Stammschloß der Schelm v. Bergen, Wasserburg, 1700
umgebaut.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Ringmauer</hi> mit Wehrgang, 1 Turm und 2 Tore, 15. Jh., gut <milestone unit='line' n='5'/>
erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Berger Warte</hi>. Runder Turm, am Türsturz bez. 1527.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BERGRHEINFELD.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1688-91, eingezogener Chor, außen Strebepfeiler.
Auf der OSeite die alte Ritterkapelle mit fünfseitigem unregelmäßigem <milestone unit='line' n='10'/>
Schluß. 1. H. 14. Jh. Neuer Hochaltar mit Figg.
von <hi rend='italic'>Peter Wagner</hi> 1781. <hi rend='g'>Gemälde</hi> der Nebenaltäre von
<hi rend='italic'>Oswald Onghers</hi> 1695.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BERGTHEIM.</hi> UFranken BA Würzburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Gotisierender Umbau 1602 mit Beibehaltung des <milestone unit='line' n='15'/>
ma. OTurmes. Juliuswappen. &mdash; <hi rend='g'>Sakramentsnische</hi>;
2 Kandelaberpfll. tragen einen got. Giebel. &mdash; Beim Schulhaus
<hi rend='g'>Bildstock</hi> um 1600 mit Abendmahlrelief in der Richtung
des <hi rend='italic'>Mich. Kern</hi>; mehrere andere 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BERKA.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1739. &mdash; <hi rend='g'>Taufbecken</hi> von der Gruppe Christi
und Johannis getragen. &mdash; Stattlicher <hi rend='g'>Kanzelbau</hi>.
</p>
 <p>Von dem 1251 gest. <hi rend="bold">Cisterc.-Klst.</hi> schwache Reste im Pfarrhaus.
Burgruine gering.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BERKA A. D. WERRA.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach. <milestone unit='line' n='25'/>
<hi rend='bold'>Stadt-K</hi>. Der quadr. Chor im spgot. OTurm. Hauptraum
1. Viertel 17. Jh., hölzerne Emporen in 2 Rängen, hölzernes
kassettiertes Tonnengwb. &mdash; Spätgot. <hi rend='g'>Taufstein</hi> um
1530. Chorgestühl und Kanzel sprenss. Großer <hi rend='g'>Crucifixus</hi>
um 1500. Orgel mit reichem Gehäuse 1667. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Fachwerkhäuser.</hi> Ältestes das Gasthaus zum Stern. (Inschr.
1521 neu).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BERLEPSCH.</hi> RB Cassel Kr. Witzenhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burg</hi>. Bewohnbar. Malerische Gruppe aus sp. Ma. und
Renss. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BERMBAGH.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. neu. <hi rend='g'>Taufstein</hi> 1610 mit merkwürdigem, an die
Holzarchitektur der Gegend erinnerndem Ornament. Auf der
Orgelempore 3 <hi rend="g">Holzfigg.</hi> A. 18. Jh. &mdash; Geschnitztes <hi rend='g'>Fachwerkhaus</hi>
(no 27) aus 17. Jh. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BERNBRUCH.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. im Kern rom. 12. oder 13. Jh. <hi rend='g'>Flügelaltar</hi>
um 1480.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BERNECK.</hi> OFranken BAmtsstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burg</hi>, erb. E. 12. Jh., zerst. 1431, erhalten Teile des Berings und


<pb n='53' id='i062.png'/>

<!-- [P:53] -->

hoher 4eck. Bergfried, Kapelle von 1480. Weiter oberhalb eine
zweite Burg, <hi rend='g'>Hohenberneck</hi>, erb. 1485.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi>. 1657.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BERNECKE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Anlage rom. wie in Hain. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BERNSTADT.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
</p><p>
<hi rend='g'>Stadt-K</hi>. 1sch. kreuzf. Anlage aus 13. Jh. (?), 1519 eingewölbt,
nach Brand 1686 wiederhergestellt, der hohe WTurm 1706. &mdash;
<hi rend='g'>Grabdenkmäler</hi> 17. und 18. Jh. in großer Zahl.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BERNTERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend='g'>Dorf-K</hi>. Spgot. 1sch. 5achsig, Chor 3/8. Interessant als Typus
der eichsfeldischen Kirchen <hi rend='g'>vor</hi> der, den meisten von ihnen
widerfahrenen, Barockisierung. Ausstattung rok.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BERTELSDORF.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
</p><p>
<hi rend='g'>Dorf-K</hi>. Wesentlich 1724. Saalbau mit Emporen. Kanzelaltar <milestone unit='line' n='15'/>
1771. &mdash; <hi rend='g'>Bildnisgrabsteine</hi> derer v. Gersdorf 1580 ff.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Herrenhaus</hi>. 1722 und 1790. &mdash; Häuser der Herrenhuter
Unität 1790.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BERTSDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1672 nach Riß von <hi rend='italic'>Klengel</hi>. 1sch. mit polyg. (5/10) <milestone unit='line' n='20'/>
OSchluß. Gurtenlose Kreuzgwbb. Zwischen den nach innen
gezogenen Strebepfll. hölzerne Emporen. Spitzbg. Maßwerkfenster.
WTurm über Dach 8eckig. &mdash; <hi rend='g'>Kirchhof</hi>; Portal
Renss., Denkmäler 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BERZDORF.</hi> K. Sachsen AH Löbau. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Kleiner 1sch. Bau mit gewölbtem quadr. Chor. Durch
den Brand im Hussitenkriege nicht ganz zerstört. Die rom.
Rundbg.Fenster nach der Chronologie dieser Gegend um oder
nach 1300. &mdash; <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> ca. 1480. Emporen 1608.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BESENHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Herrenhaus</hi> erb. 1686 von General v. Hanstein.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BESSE.</hi> RB Cassel Kr. Fritzlar.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1716. Turm 1517, hohes Walmdach mit polyg. Ecktürmchen. &mdash; 
<hi rend='g'>Sandsteinrelief</hi>, Kreuztragung, von
spgot. Gliederungen umgeben. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BETTENBURG.</hi> UFranken. BA Hofheim.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Von 1343 bis heute Besitz der Truchseß v. Wetzhausen.
Neubau nach dem Bauernkrieg, gotisierend mit Renss.Detail.
Inschr. 1535, 1627. Englischer <hi rend='g'>Garten</hi> 1790 mit romantischen
Denkmälern für Götz v. Berlichingen, Ulrich v. Hutten u. a. m. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BETTENHAUSEN.</hi> Sachsen-Meiningen. Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K</hi>. mit Festungsmauer (Gaden). Schönes sprenss. Portal,
Deckenmalerei und Mobiliar 1770.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BETZENSTEIN.</hi> OFranken BA Pegnitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloßruine</hi>. Ringmauern und Rundtürme, sonst sehr zerstört.
</p>


<pb n='54' id='i063.png'/>

<!-- [P: 54] -->

<p>
<hi rend='ort'>BEUCHLITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. rom. Anlage, sehr verbaut, Chor-Turm mit 1/2kr. Apsis.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BEUREN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis.
</p><p>
Ehem. <hi rend='bold'>Kloster-K</hi>. (jetzt Guts-Scheune) 1sch. rom. in sorgfältiger
Quaderverblendung; Bogenfries mit Schachbrettgesims. <milestone unit='line' n='5'/>
Bar. Stuckdecke mit Malerei. Turm unten sprom.,
dann frgot., bar. Obergeschoß mit Schieferhaube.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Wach-Turm</hi> aus fr.Ma., rund, beschieferte Pyramide mit
4 herausgebauten Erkern. <hi rend='g'>Häuser</hi> in Fachwerk.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BEUTNITZ</hi> b. Jena Sachsen-Weimar. <milestone unit='line' n='10'/>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Rechteck, frühgot. Chor, Langhaus spätgot. mit
Stabwerkportal, got. Beschläge, Turm zur Verteidigung eingerichtet.
<hi rend='g'>Kruzifix</hi> A. 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BEYERSDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. rom. roher Bruchsteinbau, Fenstergewände aus Backstein. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BIBRA.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. In der Anlage rom. &mdash; Rom. <hi rend='g'>Rauchfaß</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BIBRA.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi>. 1492. Eine der wenigen gotischen des Kreises, deren <milestone unit='line' n='20'/>
Archit. von künstlerischer Bedeutung. Flachgedeckter Saal mit
rok. Emporen, gewölbter 5/8 Chor, an den Gwbb. Konsolen,
Halbfigg. von Heiligen aus der Würzburger Schule. &mdash; Ausstattung
einheitlich um 1500-1520. Vom <hi rend='g'>Hochaltar</hi>
4 Flügel erhalten, außen mit Gemälden, innen geschnitzt, nur <milestone unit='line' n='25'/>
mit entfernter Beziehung zu <hi rend='italic'>Riemenschneider</hi>. Dasselbe gilt von
den Seitenaltären. Näher steht ihm eine Standfig. des S. Kilian
und ein sitzender Papst (in der Sakristei). &mdash; Schlichte steinerne
<hi rend='g'>Maßwerkkanzel</hi>. &mdash; Von den <hi rend='g'>Glasgemälden</hi>
alt nur 2 Wappenscheiben von 1503 (Bischof Lorenz und Dompropst <milestone unit='line' n='30'/>
Albert v.Bibra). &mdash; Eine Reihe guter <hi rend='g'>Grabsteine</hi>.
Georg v. B. 1473, ausgeführt um 1500 in der Riemenschneiderschen
Werkstatt (Wiederholung des Schaumbergdenkmals in
der Marienkap, in Würzburg). Auf 7 Steinen (6 Bibra,
1 Seckendorf) das Monogramm J. H., ausgeführt in einem Zug <milestone unit='line' n='35'/>
ca. 1550-60, die Todesdaten teils früher, teils später. 5 Steine
von einem Meist. J. E. 1674-95, auch hier die Ausführung
mehrfach viele Jahre vor dem Tode.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BIEBELRIED.</hi> UFranken BA Kitzingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K</hi>. 15. und 18. Jh., im 19. Jh. fast ganz neugebaut. &mdash; <milestone unit='line' n='40'/>
Im neuen Hochaltar schöner <hi rend='g'>Kruzifixus</hi> vielleicht von
<hi rend='italic'>Riemenschneider</hi> oder ihm nahestehend; ebenso der <hi rend='g'>Salvator</hi>
(vgl. das Exemplar im Dom zu Würzburg).
</p>
<p><hi rend='bold'>Johanniterkastell</hi>. Regelmäßiges 4Eck von 35 : 40 m. Erhalten
Teile der Außenmauer mit prachtvollem Quaderwerk vom
<pb n='55' id='i064.png'/>
<!-- [P: 55] -->
Bau von 1275. An der SOEcke ein vorgekragtes Chörlein von
der ehemal. Kapelle.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BIEBEREHREN.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi>. Hübscher Fachwerkbau mit Juliuswappen 1612. &mdash;
Im Pfarrhof gutes <hi rend='g'>Holzkruzifix</hi> um 1520. An der <milestone unit='line' n='5'/>
Brücke <hi rend='g'>Bildstock</hi> bez. 1432.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BIEBERGAU.</hi> UFranken BA Kitzingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K</hi>. 1733. Bmkw. schöne <hi rend='g'>Kanzel</hi> mit 4 Evangelisten,
um 1750.
</p>
<p><hi rend='bold'>Schlößchen</hi>, Weiherhaus aus 2. H. 16. Jh. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BIEBERSTEIN</hi> siehe Fulda.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BIEBERSTEIN.</hi> Kr. Sachsen AH Meißen.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K</hi>. Umbau aus Ma. 1676 gänzlich umgestaltet. <hi rend='g'>Altaraufsatz</hi>
mit ziemlich rohen Stuckreliefs 1679 von <hi rend='italic'>Körmser</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BIELEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Alt der platt geschlossene Chor mit rippenlosem
Kreuzgwb. und Fenstergruppe gleich Windhausen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BILDHAUSEN.</hi> UFranken BA Kissingen.
</p><p>
Ehem. <hi rend='bold'>Cisterc.-Klst</hi>. Gegr. 1156. Die Kirche 1876 abgetragen, 
Altäre nach Laubach, Wächterswinkel und Reyersbuch <milestone unit='line' n='20'/>
gebracht. &mdash; Von der alten Anlage ist erhalten:
Im Untergeschoß des Klosterbaues kreuzgewölbter, zweischiffiger
Raum zu 4 Jochen. Rundbg. Fensternischen
noch sichtbar, wahrscheinlich das alte, rom. Refektorium.
Daneben zwei frgot. Räume. &mdash; <hi rend='g'>Torhaus</hi> mit rundbg. <milestone unit='line' n='25'/>
Durchfahrt; darüber außen Steinmadonna aus 2. H. 14. Jh.
Daneben die alte rom. Torkapelle. &mdash; <hi rend='g'>Alte Procuratie</hi>.
17. Jh. Schmuckreiche Erker. Schönes Rok.Treppenhaus.
Erkerzimmer mit reich geschnitzter Türumrahmung im Stil
des grünen Zimmers der Würzburger Residenz. Die übrigen <milestone unit='line' n='30'/>
Zimmer mit Rok.Stuckdecken. &mdash; Hübscher <hi rend='g'>Gartenpavillon</hi>
von 1756.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BIMBACH.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> im Bauernkriege verwüstet, A. 18. Jh. erneuert.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BINDLACH.</hi> OFranken BA Bayreuth. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Hübscher Bau aus M. 18. Jh. im sog. Markgrafenstil.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BIRKENFELD.</hi> UFranken. BA Hofheim.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi>. 1739-53. Vornehm-behagliche Anlage im Hufeisen,
Hauptbau quadr., die langen Flügel abgesondert. Hübsche,
vollständig erhaltene Inneneinrichtung nach Zeichnungen des <milestone unit='line' n='40'/>
Malers <hi rend='italic'>Gout</hi> von einheimischen Dekorateuren.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BIRKENFELDE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
Zwei ansehnliche <hi rend='bold'>Herrenhäuser</hi> derer v. Linsingen: Steinerhof
1555 und Roterhof (Fachwerk) 1659.
</p>


<pb n='56' id='i065.png'/>

<!-- [P:56] -->

<p>
<hi rend='ort'>BIRNFELD.</hi> UFranken BA Hofheim.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi>. A. 18. Jh. mit Wappen der Fürstbischöfe J. Ph.
v. Greifenklau und J. Ph. Fr. v. Schönborn. &mdash; <hi rend='g'>Dorfhaus</hi>
no 1 schöner Fachwerkbau. »Tausendjährige« <hi rend='g'>Gerichtslinde</hi>; 
der Stützbau mit 2 konzentrischen Kreisen von <milestone unit='line' n='5'/>
steinernen Säulen 1719.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BIRSTEIN.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1556. &mdash; <hi rend='g'>Epit</hi>. einer Gräfin v. Isenburg 1596.
</p>
<p><hi rend='bold'>Burg</hi>. Die ganze Anlage 200m lang und 90 m breit. Sie gruppiert
sich um 3 Höfe im Anschluß an die Disposition der vorausgegangenen <milestone unit='line' n='10'/>
ma. Burg. Am geschlossenen mittleren Hofe westl. der
Küchenbau, umgebaut 1549, und der »neue« Bau von 1527,
noch gotisierend; der südl. Kapellenbau 1555, der nördl.
Hauptflügel 1603. Im nördl. Hof der neue Kanzleibau 1733.
Neubau des Hauptflügels 1764 vom nassau-usingischen Hofbaumeister <milestone unit='line' n='15'/>
<hi rend='italic'>A. W. Faber</hi>, einem Schüler <hi rend='italic'>Stengels</hi>, als standesgemäßes
fürstliches Residenzpalais, doch verhältnismäßig
einfach.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BISCHHAUSEN</hi> b. Jesberg RB Cassel Kr. Eschwege.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1742 Umbau aus spgot. &mdash; Großes handwerkliches <milestone unit='line' n='20'/>
<hi rend='g'>Epitaph</hi> der Familien v. Trott und v. Haxthausen 1579,
bmkw. durch starke got. Reminiszenzen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BISCHHEIM.</hi> K. Sachsen AH Kamenz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1803. Saalbau mit Emporen, die schlicht sachliche
Behandlung nicht ohne Reiz. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Herrenhaus</hi> und Park um 1800.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BISCHOFFERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. E. 17. Jh. 1sch. Putz- und Quaderbau.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Gemeindeschänke</hi> reicher Fachwerkbau um 1560.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BISCHOFSGRÜN.</hi> OFranken BA Bayreuth. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. <hi rend='g'>Altargemälde</hi>, Ankunft Christi zum Gericht
mit der unechten Inschr. 1304.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BISCHOFSHEIM.</hi> RB Cassel Kr. Hanau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Kleine spgot. Hallenkirche mit polyg. Chor und hohem
vortretendem WTurm mit Zinnenkranz. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BISCHOFSHEIM.</hi> UFranken BA Neustadt a. S.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K</hi>. Nachgot. Basilika der Juliuszeit. Turm rom., ziemlich
reich behandelt. Auf dem Marktplatz gußeiserner <hi rend='g'>Renss.-Laufbrunnen</hi>
mit bmkw. Reliefplatten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BISCHOFSRODA.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. rom. 12. Jh. 1sch. flachgedeckt, Chor rck. mit Tonnengwb.
Am Turm gekuppelte Fenster, durch einen Pfl. getrennt,
ornament- und profillos. &mdash; <hi rend='g'>Grabsteine</hi> 1516. &mdash; Reich
geschnitztes <hi rend='g'>Fachwerkhaus</hi> 17. Jh. (no 54). Im Herrenhaus
ornamentale rok. <hi rend='g'>Malerei</hi>.
</p>


<pb n='57' id='i066.png'/>

<!-- [P: 57] -->

<p>
<hi rend='ort'>BISCHOFSTEIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1747 von <hi rend='italic'>Chr. Heinemann</hi> für den Landesherrn Kurfürst
Joh. Friedrich v. Mainz.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Burgruine</hi>, sehr zerstört; unterhalb Spuren einer ehem. K.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BISCHOFSWERDA.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K</hi>. Der Bau von 1497 war eine 3sch. Halle. Nach Brand
1813 Wiederaufbau durch <hi rend='italic'>J. G. Michael</hi>. Einige <hi rend='g'>Grabdenkmäler</hi>
des 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Begräbnis-K</hi>. 1573, erneuert 1814. &mdash; Kolossales <hi rend='g'>Sandsteinkruzifix</hi>
E. 16. Jh. Sandsteinkanzel, <milestone unit='line' n='10'/>
einfacher Aufbau mit großen Reliefs. Recht gute <hi rend='g'>Holzfigg</hi>.
um 1500. <hi rend='g'>Grabdenkmäler</hi> des 18. Jh. in großer Zahl.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1818 von <hi rend='italic'>Thormeyer</hi>. Wohnhäuser aus derselben Zeit,
sehr bezeichnend in seiner hochmonumentalen Austerität das
Gasthaus zum goldenen Löwen. &mdash; <hi rend='g'>Stadtmuseum</hi>. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BITTERFELD.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K</hi>. Gering spgot. &mdash; Großer <hi rend='g'>Wandelaltar</hi> mit
Doppelflügeln, die Gemälde angebl. von dem Meister des
Marktkirchenaltars in Halle.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BLANKENAU.</hi> RB Cassel Kr. Fulda. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
Ehem. <hi rend='bold'>Cisterc.-Nonnen-K</hi>. sprom. mit got. Umbau. 1sch. auf
kreuzf. Gr. Vierung und Chor mit quadr. rundbg. Kreuzrippengwb. Vierungsturm.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BLANKENBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Wohl alte Grenzburg gegen die Slawen. Der Wohnbau <milestone unit='line' n='25'/>
auf eiförmigem Grundriß hat rom. Mauerwerk, in jüngerer
Zeit dürftig hergestellt.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BLANKENBURG.</hi> Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K</hi>. Turm von 1385, im übrigen modernisiert.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BLANKENHAIN.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. spgot., verbaut. &mdash; Reste von Altarwerken, darunter
bmkw. das <hi rend="g">Relief</hi> der H. Sippe, die Bemalung gut erhalten, um
1525. &mdash; <hi rend='g'>Epit</hi>. v. 1722. &mdash; <hi rend='g'>Grabst</hi>. &mdash; <hi rend='g'>Glasbilder</hi> aus 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> (jetzt Hospital). E. 15. bis A. 16. Jh. nach Bränden
1527 und 1667 erneuert. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BLANKENHAIN.</hi> K. Sachsen AH Zwickau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1714 erweitert und ausg. Burgkap, des 13. Jh., erhalten
rundbg. Turm ohne Bogenfeld. &mdash; 5 <hi rend='g'>Holzfigg</hi>. von einem
zerstörten Altarwerk des 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BLANKENHEIM.</hi> RB Cassel Kr. Rotenburg. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
Ehem. <hi rend='bold'>Nonnen-Klst.-K</hi>. 1218 hierher verlegt. 1sch. kreuzf.
Anlage im Übergangsstil. Teils zerstört, teils profan umgebaut.
Reichskulpierte Kragsteine am OGiebel und spitzbg.
Fenster mit Säulchen und reichen Kapitellen. Interessantes
Portal am nördl. Ssch.
</p>


<pb n='58' id='i067.png'/>

<!-- [P: 58] -->

<p>
<hi rend='ort'>BLEICHERODE.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Erb. 1411 als kleine 3sch. Halle. Quadr. Chor in
Breite des MSch. 1711 völlig verändert.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BLINTENDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1626 rest. mit abgeflacht 3seitigem Schluß und <milestone unit='line' n='5'/>
kleinem WTurm. &mdash; Künstlerisch dürftig, nur als Spezimen
aus dieser im Kirchenbau toten Epoche von Interesse.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BLOCHWITZ.</hi> K. Sachsen AH Großenhain.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Bmkw. durch die Bemalung des Innenraumes von
1668. Sandsteinkanzel 1550. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BLOSSWITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> A. 16 Jh., umgebaut 1697. Saal mit 3stöckigem Schluß,
Fenster spitzbog., flache Stuckdecke. Reste guter <hi rend='g'>Holzplastik</hi>
um 1510. <hi rend='g'>Kanzelaltar</hi> von <hi rend='italic'>Valentin Walter</hi>
1705. <hi rend='g'>Grabdenkmäler</hi> 16.-18. Jh. in großer Zahl, <milestone unit='line' n='15'/>
die ansehnlichsten für Angehörige der Familie v. Schleinitz.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BLUMBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1694. Gut erhaltener Fachwerkbau, das weiträumige
Innere durch Bemalung und Ausstattung von guter Wirkung.
&mdash; 9 <hi rend='g'>Epitaphe</hi>, hervorzuheben das des Joh. Chr. Weißenbach <milestone unit='line' n='20'/>
† 1690. <hi rend="g">Glocke</hi> 1475.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BOCKENHEIM.</hi> RB Cassel Kr. Hanau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Edelhof</hi> ehem. der Herren Gremp v. Freudenstein. Portal
bez. 1582, Wappen 1593.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BOCKLET.</hi> UFranken BA Kissingen. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Badanlage</hi> 1754.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BODELWITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. OTurm mit 1/2kr. Apsis. Tür bez. 1483.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BODENLAUBEN</hi> (Botenlauben). UFranken BA Kissingen.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Burgruine</hi> mit 2 rom. Bergfrieden. Einst Sitz der Gf. Otto <milestone unit='line' n='30'/>
v. Henneberg (vgl. Frauenroth).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BODENRODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> ursp. got., 1688 erneuert, 1sch., Chor3/8. Rom. Turm mit
gekuppelten Fstrn. ursp. über dem Altarraum. &mdash; Ausstattung bar.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BODENSTEIN</hi> b. Wintzingerode Pr. Sachsen Kr. Worbis. <milestone unit='line' n='35'/></p>
<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> im 17. Jh., rest. und ausgebaut. Kapelle 1688 in gotisierendem
Barock, Ausstattung und Epit. aus der Bauzeit.
&mdash; Außen nach W Trümmer eines ma. Gebäudes.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BÖLLBERG.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.
</p><p>
Ganz einfache, aber wohlerhaltene rom. <hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, eingezogene <milestone unit='line' n='40'/>
Apsis, kein Turm. Auf der mit Brettern verschalten Balkendecke
spgot. <hi rend="g">Malerei</hi>, Teppichmuster.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BOLZHAUSEN.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor 1614, Lhs. 1730. &mdash; Außen <hi rend='g'>Madonna</hi>,
treffliche Holzfig. um 1540.
</p>


<pb n='59' id='i068.png'/>

<!-- [P: 59] -->

<p>
<hi rend='ort'>BONNLAND.</hi> U Franken BA Karlstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Lhs. 1685, Chor im Turm, dessen Unterbau 13. Jh.
Zahlreiche <hi rend='g'>Grabsteine</hi> der Herren v. Thüngen und v.
Rußwurm. &mdash; <hi rend='g'>Abendmahlskelch</hi> A. 15. Jh.
</p>
<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> (15.-17. Jh. Thüngen, dann Rußwurm). Malerische <milestone unit='line' n='5'/>
2flügelige Gruppe aus sp. 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BORAGK.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 13. Jh. Rom. Backsteinbau, ursp. ohne Turm, der
Chor nach dem Beispiel von Burxdorf rck. zu ergänzen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BORITZ.</hi> K. Sachsen AH Meißen. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich modern. Bmkw. <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> ca.
1500-1520, einer der besten in sächs. Dorf-K., angeblich
aus dem Meißener Dom.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BORNA.</hi> K. Sachsen AH Borna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Haupt-K.</hi> Chor voll. 1434, Schiff 1455, kleine 3sch. Hallenkirche, <milestone unit='line' n='15'/>
das Lhs. 20,8: 17,7 m; langgestreckter Chor mit 3
Seiten des 6 Ecks geschl. &mdash; <hi rend='g'>Altarwerk</hi> 1512, wohl
das bedeutendste in Sachsen aus dieser Zeit; 4 bewegliche
und 2 feste Flügel; in geschlossenem Zustande zeigen sich nur
Gemälde, bei der ersten und zweiten Wandlung nur Schnitzwerk, <milestone unit='line' n='20'/>
bez. H W Z, dem Stil nach identisch mit dem Meister
der »schönen Tür« in Annaberg (Flechsig). &mdash; Schöne <hi rend='g'>Glocke</hi>
1493.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Kunigunden-K.</hi> nach 1200. Unter starker Verunstaltung
erkennt man als Kern eine rom. flachgedeckte Pfeilerbasilika <milestone unit='line' n='25'/>
aus Backstein.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BORNA.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1606, rest. 1709. Rck. Saal, innen 1/2kr., außen polyg.
geschlossen. <hi rend='g'>Sandsteinkanzel</hi> um 1550 mit hübschem
Relief an der kreisrunden Brüstung. Stattlicher <hi rend='g'>Taufstein</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
um 1610. <hi rend='g'>Denkmäler</hi> 17. und 18. Jh., recht
gut das des Pastors D. Wagner 1617.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BORNA.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1753. <hi rend='g'>Altarwerk</hi> aus buntem Marmor 1756 von
<hi rend='italic'>Andrea Salvatore Aglio</hi>. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BORNITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Hufeisenf. Gr., der mittlere Flügel um 1500, der südl.
um 1580, der nördl. um 1600, in den Einzelheiten manches
Bemerkenswerte.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BORSCH.</hi> Sachsen-Weimar VB Dormbach. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Kath. Dorf-K.</hi> In reicheren Barockformen um 1730, so auch
die Ausstattung. An der Rückwand des bar. Altars <hi rend='g'>Schnitzwerk</hi>
um 1500 (in dieser Gegend nicht oft erhalten). &mdash;
<hi rend='g'>Fachwerkhäuser</hi> 17-18. Jh.
</p>
<pb n='60' id='i069.png'/>

<!-- [P:60] -->

<p>
<hi rend='ort'>BORTHEN.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Altes Schloß</hi> 1543; gotisierende Fensterumrahmungen, schönes
rundbg. Portal.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Neues Schloß</hi> 1700. <hi rend='g'>Bildnis</hi> der Gräfin J. W. Bose, Meisterwerk
von <hi rend='bold'>Antoine Pesne</hi>. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BOSAU.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz s. Posa.
</p><p>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BOTTENDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. Chor in 3/8 mit Sakramentsnische, Schiff 1787,
guter Kanzelaltar A. 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BÖTTIGHEIM.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> erb. 1701. Gute Innenausstattung. <hi rend='g'>Hochaltarblatt</hi>
von <hi rend='italic'>Mart. Bolster</hi> 1706. <hi rend='g'>Holzfig.</hi> St. Sebastian E.
15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BOYNEBURG.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burg</hi>. Stark zerstörte Ruine, 12. und 14. Jh., über dem letzten <milestone unit='line' n='15'/>
der 4 Tore Rest der rom. Burgkap., 3stöck. (got.?) Palas.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BRACHSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.
</p><p>
Rom. <hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, got. umgebaut. Got. <hi rend='g'>Sakramentsnische</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BRAMBERG.</hi> UFranken BA Hofheim.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burgruine</hi>. Erste Zerstörung durch Friedrich Barbarossa. <milestone unit='line' n='20'/>
Die vorhandenen Bauten spgot.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BRANDENBURG</hi> bei Lauchröden Sachsen-Eisenach.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Burgruine</hi> an der Werra. Eine der umfangreichsten und
malerischsten Thüringens. 2 große Bergfriede. Der der
»hinteren« Burg 13. Jh., unten 6eck., oben rund; der der »vorderen« <milestone unit='line' n='25'/>
A. 14. Jh., noch 23 m h. Weiterhin Wohnturm mit
Buckelquadern an den Ecken, Palas spgot. um 1600, Rondell
für Feuergeschütz.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BRANDENFELS.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege.
</p><p>
<hi rend='bold'>Ansehnliche Burgruine</hi>, Kap. 1248 (?). <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BRANDERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rechteckchor, Schiff, WTurm spgot. unbedeutend.
Gute <hi rend='g'>Holzmadonna</hi>. <hi rend='g'>Grabst.</hi> 1559, 1640.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BRANDIS.</hi> K. Sachsen AH. Grimma.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 15.-17. Jh. &mdash; <hi rend='bold'>Herrschaftshaus</hi> 1696, recht stattlich. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BRAUNA.</hi> K. Sachsen AH Kamenz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> um 1700. Gemäldesammlung.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Herrenhaus</hi> aus der Zeit, als der Dichter Gf. Fr. Leopold zu
Stolberg Besitzer war.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BRÄUNSDORF.</hi> K. Sachsen AH Chemnitz. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> A. 16. Jh. aus einer rom. Anlage nach O und W
erweitert. Der alte Chorturm, jetzt in der Mitte. 4flügeliges
<hi rend='g'>Altarwerk</hi> bez. 1512.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BRAUNSDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> mit WTurm auf rom. Grundlage, 1700 und 1873 rest.,


<pb n='61' id='i070.png'/>

<!-- [P: 61] -->
wobei treffliche rom. Kapitelle, denen des Doms in Naumburg
verwandt, gefunden.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BRAUNSDORF.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Wasserburg mit 4 Türmen aus 16. Jh.; verfallen und
umgebaut. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BREHNA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> (ursp. Nonnenkloster) um 1200, spgot. verbaut.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BREITENAU.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der OTurm über dem rom. Chor; die rom. Apsis abgebrochen.
 <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BREITENAU.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen.
</p><p>
Ehem. <hi rend='bold'>Benedikt.-Klst.-K.</hi> Gegr. 1113, voll. 1142. Einige
spgot. Veränderungen. Jetzt die Ssch. abgebrochen, die
Arkaden und Fenster zugemauert, als Arbeitsanstalt vernutzt.
&mdash; Rom. flachged. Pfl.-Basilika auf kreuzf. Gr.; der Chor <milestone unit='line' n='15'/>
nach Hirsauer Muster, d.h. 3sch.; 5 Apsiden so geordnet,
daß 3 gleichfluchtige am Chor, 2 an der OWand der Kreuzflügel;
Doppeltürme im W. Haupt L. 65 m. &mdash; Der Hauptchor
von den Nebenchören durch eine Doppelarkade getrennt.
Im Sch. 7 Arkaden. Die Pfll. quadr., von schlankem Aufbau, mit <milestone unit='line' n='20'/>
verzierter Schräge und glatter Platte abgedeckt. Über den
Pfll. steigen lisenenartige Glieder auf, die mit dem Hauptgesims
sich verbindend, für jeden Arkadenbg. eine rck. Umrahmung
ergeben (vgl. Paulinzelle und andere Hirsauer Bauten).
Am WEnde zwischen den Türmen eine gegen das Sch. mit <milestone unit='line' n='25'/>
3facher Ark. sich öffnende Vorhalle, darüber eine desgl. Empore;
das Stützensims sind Sll. mit Würfel-Kaptt. an einem
Kapt. eine männliche Figur mit der Beischrift <hi rend='italic'>Henricus</hi>. &mdash;
Außenbau: Lisene mit einfachem Dachgesims, an den Apsiden
bereichert durch Bogenfries. Das WPortal verstümmelt. <milestone unit='line' n='30'/>
Das 2. WGeschoß im 13. Jh. umgestaltet; daher auch die
Gwbb. der Empore. Die Türme ohne Obergeschoß (abgetragen?
oder nie ausgeführt?) In der Mitte der WFront ein mächtiger
Glockenturm, 1898 errichtet. &mdash; An den spgot. Gwbb. des
Qsch. ziemlich gut erhaltene <hi rend='g'>Malereien</hi> (so 1866; jetzt <milestone unit='line' n='35'/>
übertüncht). Von den Klostergebäuden und Ringmauern
unerhebliche Reste.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BREITENBACH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Reichsburg</hi>. 1138 von Kaiser Konrad III. dem Bistum Zeitz
geschenkt. Die 1908 ausgegrabenen Fundamente ganz erhalten. <milestone unit='line' n='40'/>
Ringmauern 2,20 m stark. Bergfried 9 m im Geviert,
Mauerstärke über 3 m. Die Burg liegt in einem vorgeschichtlichen
doppelten Ringwall. Nebenan eine kleine Burg, sog.
Kemnate.
</p>


<pb n='62' id='i071.png'/>

<!-- [P: 62] -->

<p>
<hi rend='ort'>BREITENBACH.</hi> Kr. Cassel-Land.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. einfacher Renss.Bau um 1680, außen 2 Fensterreihen,
innen Emporen, Altar im OTurm mit beschiefertem
Spitzhelm und Erkertürmchen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BREITENHAIN.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chorquadrat und Apsis rom., Lhs. 1505.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BREITENSEE.</hi> UFranken BA Königshofen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Typischer Juliusbau (1598) mit selten in ähnlicher
Vollständigkeit erhaltener Renss.-Einrichtg. (Flügelaltar mit
Reliefs, Sakramentsnische, Orgelgehäuse und Spuren von <milestone unit='line' n='10'/>
Renss.Malerei [übertüncht] an den Langhauswänden).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BREITENWORBIS.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1681. 1sch. mit 4/8 Schluß; der westl. Dachreiter mit
umlaufender Galerie nach mittelthüringischem Typus.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BREITUNGEN</hi> s. Frauenbreitungen und Herrenbreitungen. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BREMEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.). Erb. 1730 durch den Fürstabt von Fulda
Ad. v. Dalberg, Verputzbau mit Sandsteingliederung in guter
Formbehandlung. Der 1sch. flachged. Innenraum mit würdevollem
Reichtum ausgestattet. &mdash; <hi rend='g'>Kanzel</hi> und 3 <hi rend='g'>Altäre</hi> <milestone unit='line' n='20'/>
aus Stuckmarmor, prächtig geschnitzte <hi rend='g'>Kommunionbank</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BREND-LORENZEN</hi> bei Neustadt a. S. UFranken.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Als solche groß. Rom. flachgedeckte Pfl.Basilika.
Vom alten Lhs. nur die 2 östl. Arkadenpaare und die westl.
Frontmauer erhalten; der übrige Teil des Lhs. durch Abbruch <milestone unit='line' n='25'/>
der Sschiffe im 16. oder 17. Jh. 1sch. gemacht. Einfache
rundbg. WTür mit sprom. profilierter Fase. Im O massiver
Turm, dessen Erdgeschoß als Altarhaus dient (eine Verbindung,
die bis in die got. Zeit für diese Gegenden typisch blieb);
außen das rom. Gepräge wenig verändert; die Giebel, auf <milestone unit='line' n='30'/>
denen das Satteldach sitzt, haben frgot. Klangarkaden; die
tieferliegenden sind aus 12. Jh., Teilungssäulchen mit Würfelknäufen.
&mdash; Ausstattung bar. &mdash; Außen an der NS. <hi rend='g'>Ölberg</hi>
bez. 1497, Figg. lebensgroß, roh.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Laurentius-Kap.</hi> mit hoher Ringmauer, Typus einer mittelalterlichen <milestone unit='line' n='35'/>
Zuflucht.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BREUNA.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, got. Chor-Turm, Lhs. 1sch. mit 3 quadr. Kreuzgwbb.,
breite ungegliederte Gurten. &mdash; <hi rend='g'>Steinkanzel</hi> 1561 mit
4 Evangelisten. <hi rend='g'>Taufstein</hi> rom. reich mit Blattwerk. <milestone unit='line' n='40'/>
3 <hi rend='g'>Epitaphe</hi> derer v. d. Malsburg gering, gut die
<hi rend='g'>Bronzetafel</hi> 1631 von <hi rend='italic'>Gottfr. Köhler</hi> aus Cassel.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BRIESSNITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1474 fast ganz erneuert als langgestreckter flachgedeckter
Saal mit WTurm; erhalten blieb aus E. 13. Jh. der


<pb n='63' id='i072.png'/>

<!-- [P: 63] -->
eigenartig profilierte Triumphbg. und die Umfassungsmauern
des 5/8 Chors, am Schluß ein frgot. Maßwerkfenster, 3teilig mit
spitzen Kleeblattbgg. und 3 Dreipässen. &mdash; [Fragmentierter
<hi rend='g'>Flügelaltar</hi> E. 15. Jh. im Dresdener Altert.-Ver. no
2621-23. <hi rend='g'>Kreuzigungsgruppe</hi> 1529, Bemalung <milestone unit='line' n='5'/>
17. Jh. ebenda no 2515.] <hi rend='g'>Glasgemälde</hi> um 1500. Rom.
Taufstein. Mehrere <hi rend='g'>Denkmäler</hi> 17. und 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BRINNIS.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, rom. Unterbau, spgot. erneuert. &mdash; Der spgot.
<hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> gehört zu den besseren. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BRONN.</hi> OFranken BA Pegnitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Portal.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BRUCHKÖBEL.</hi> RB Cassel Kr. Hanau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1724. Turm 1410, Abschluß mit Zinnen, erhöhten
Ecken, steinernem Helm. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BRÜCKEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor 13. Jh. gerade geschlossen, rippenloses Kreuzgwb.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BRÜCKENAU.</hi> UFranken BAmtsstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> (jetzt Hotel) erb. in 2. H. 18. Jh. von den Fürstäbten
von Fulda. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BRÜNN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1671. Emporen in 2 Geschossen. Flache Decke.
Fenster spitzbg. und auch sonst noch got. Reminiszenzen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BRUNNHARDTSHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> von 1732. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BUCH.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
</p><p>
<hi rend='bold'>Cisterc.-Klst.</hi> A. 13. Jh. Seit 16. Jh. zerfallen. Aus Bruchstücken
und ausgegrabenen Grundmauern die Anlage erkennbar.
Gr. normal kreuzf. Seitlich vom Chorquadrat je
2 Kapp., die mit der OWand des Hauptchors in gleicher Flucht <milestone unit='line' n='30'/>
schließen; im Msch. 5 Quadr., doppelt soviel in den Ssch., also
gebundenes System. Die Ssch. hatten Kreuzrippengwbb. Ungewiß
die Deckenform des Msch. Chorkapellen mit 1/2kr. Tonnen.
Baustoff: Bruchstein mit Hausteingliedern. &mdash; <hi rend='g'>Klostergebäude</hi>. 
Auf der WSeite des Hofes das 2sch. 5jochige <milestone unit='line' n='35'/>
Refektorium. Verhältnismäßig gut erhalten das abgesonderte
Abtshaus, z.T. 13., z.T. 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BUCH.</hi> UFranken BA Haßfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1616. 1sch. flachgedeckt, der gewölbte Chor im
OTurm. Stuckdekoration und Altarausstattung M. 18. Jh. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BUCHA.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Lhs. got. Der in der Anlage rom. Turm infolge von
Erweiterungen in der Mitte. &mdash; <hi rend='g'>Kanzelaltar</hi> 17. Jh.
</p>


<pb n='64' id='i073.png'/>

<!-- [P: 64] -->

<p>
<hi rend='ort'>BUCHAU.</hi> OFranken BA Kulmbach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Einfach sprenss., rck. mit 3seitigem Schluß. Schöner
Giechscher <hi rend='g'>Grabstein</hi> 2. H. 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Grafen v. Giech, kleiner Befestigungsbau mit halbrunden
Mauertürmen, z. T. mit Buckelquadern. Palas 1470. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BUCHBRUNN.</hi> UFranken BA Kitzingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Ev. Pfarr-K.</hi> Wohlgegliederter OTurm, Überg.-Stil nach
M. 13. Jh. &mdash; Bmkw. spgot. <hi rend='g'>Taufstein</hi> 1522.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Kath. Pfarr-K.</hi> um 1700, noch mit gotisierenden Anklängen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BUCHELOH.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
Große <hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der rom. Turm in der Mitte; ehemals Chor-Turm;
Lhs. 1729; aus derselben Zeit die <hi rend='g'>Kanzel</hi> und der
hübsche <hi rend='g'>Taufengel</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BUCHHOLZ.</hi> K. Sachsen AH Annaberg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Katharinen-K.</hi> 1504-21. Geplant als 3sch. Hallenbau mit <milestone unit='line' n='15'/>
Emporen, jedoch unvollendet gelassen, mit Holzdecke geschlossen.
Die jetzigen Emporen 1872. &mdash; Die <hi rend='g'>Gemälde</hi>
an der Chorwand entnommen dem ehem. Hochaltar in der
Franziskaner-K. in Annaberg, von einem sächsischen (nicht
oberdeutschen) Meister nach 1521, z. T. mit Benutzung von <milestone unit='line' n='20'/>
Dürers Marienleben.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Begräbnis-Kap.</hi> <hi rend='g'>Flügelaltar</hi>, im Mittel Gemälde mit dem
hl. Wolfgang und der Sage vom Traum des Bergmanns David
und dem Ursprung des Annaberger Bergbaus, um 1520.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BÜCHOLD.</hi> UFranken BA Karlstadt. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor (4/8) in der Anlage aus Ma., das 1sch. flachged.
Lhs. und die 2 den Eingang zum Chor flankierenden Türme
1619. Gleichzeitig die <hi rend='g'>dekorative Ausmalung</hi>,
hauptsächlich Umrahmungsmotive um Fenster, Türen und
Chorbg., von <hi rend='italic'>W. Ritterlein</hi>, und die <hi rend='g'>Altargemälde</hi> in <milestone unit='line' n='30'/>
frbar. Aufbau.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Runder rom. Bergfried, Bering annähernd kreisf., got.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BÜCHENBACH.</hi> OFranken BA Höchstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spuren von Befestigung.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BÜHLER.</hi> UFranken BA Karlstadt. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Erb. von B. Julius 1611-14, Turm über dem Chor.
<hi rend='g'>Sandsteinkanzel</hi> 1594.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BULLENHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor im OTurm um 1300, rom.-got. Kompromiß. &mdash;
Einheitliche <hi rend='g'>Ausstattung</hi> um 1660. Stattliches <hi rend='g'>Bildnisepitaph</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
eines Gf. v. Schwarzenberg † 1579.
</p>

<p>
Im Dorf eine Reihe gefälliger <hi rend='bold'>Fachwerkhäuser</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BUNDORF.</hi> UFranken. BA Hofheim.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Truchseß v. Wetzhausen. SFlügel 2. H. 16. Jh.
NFlügel um 1700. Hübsche Innendekoration A. 18. Jh.
</p>


<pb n='65' id='i074.png'/>

<!-- [P: 65] -->

<p>
<hi rend='ort'>BÜRABERG.</hi> RB Cassel Kr. Fritzlar.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kapelle</hi>. Ältester hessischer Bischofssitz, vom h. Bonifacius
gegr. Jetzt einfache Wallfahrts-K., im 17. Jh. mit Beibehaltung
der rom. Anlage hergestellt.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BURGEBRACH.</hi> OFranken BA Bamberg II. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor und Turm 1454, Schiff 1731. &mdash; <hi rend='g'>Ölberg</hi> aus
Fürnbach übertragen, ca. 1580-1600.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BÜRGEL.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> spgot. und 17. Jh., am Portal Formen aus beiden
Epochen zusammengearbeitet. &mdash; Reste der Stadtbefestigung. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Klst. Bürgel</hi> s. Talbürgel.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BURGGAILENREUTH.</hi> OFranken BA Ebermannstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi>, nach Zerstörungen im Bauernkrieg und im 30j. Krieg
einfach hergestellt.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BURGGEHAIG.</hi> OFranken BA Kulmbach. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
Zahlreiche schöne <hi rend='bold'>Fachwerkhäuser</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BURGGRUMBACH.</hi> UFranken BA Würzburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gotisierender Neubau 1613. Juliuswappen. &mdash; Reiche
<hi rend='g'>Bar. Kanzel</hi> A. 18. Jh. <hi rend='g'>Gemälde</hi> des ehemal. Hochaltars
bez. <hi rend='italic'>Francesco Mica</hi> 1714. <hi rend='g'>Grabmal</hi> der Anna <milestone unit='line' n='20'/>
v. Grumbach († 1598), liebenswürdige Kinderfigur in Renss.-Aedikula.
&mdash; Im Dorf 4 bar. <hi rend='g'>Bildstöcke</hi> mit reicher
Plastik.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Stammsitz des 1328 ausgestorbenen Geschlechtes der
Grumbach; kam dann an die Wolfskeel, die sich nach G. <milestone unit='line' n='25'/>
nannten. Die bestehenden Bauten unbedeutend, E. 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BURGHÄSELER.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
</p><p>
<hi rend='bold'>»Alte Kapelle«</hi> (jetzt Remise), ein seiner Bestimmung nach
rätselhafter 3stöckiger, in viele kleine Gemächer geteilter Bau
aus A. 16. Jh. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit gut erhaltenem rom. OTurm.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BURGHASUNGEN.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Turmruine</hi> sprom. Einziger Rest der 1082 gegr. Benedikt.-Abtei.
4seitiges Erdgeschoß, hohes 8seitiges Obergeschoß.
Im Jahre 1896 stürzte dieser Turmrest ein. Ecklisenen, keine <milestone unit='line' n='35'/>
horizontale Gliederung bis auf den Zahnschnitt unter dem
Obergeschoß, letzteres mit schlanken gekuppelten Schallöffnungen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BURGISDORF.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. einfachster Art, keine Apsis. Seitliche Vorhalle <milestone unit='line' n='40'/>
mit gekuppelten Fenstern. Türloser WTurm in der Breite des
Schiffes. An der Tür äußerst primitive <hi rend='g'>Plastik</hi>. An der
OWand großes frühgot. <hi rend='g'>Wandgemälde</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BURGJOSSA.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Wasserburg</hi>. Rätselhaft der große 1/2kr. Ausbau aus <reg orig='Buckel-|quadern'>Buckelquadern</reg>
<pb n='66' id='i075.png'/><!-- [P: 66] -->;
die Vermutung, daß er der Rest eines großen Bergfrieds
des 12. Jh. sei, hat sich nicht bestätigt. Das Herrenhaus
einfache Anlage bez. 1573.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BURGK.</hi> Reuß ä. L. LA Greiz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Fürstl. Schloß</hi> aus 16. und 17. Jh., wohl erhalten, doch ohne <milestone unit='line' n='5'/>
archit. Bedeutung. Einige hübsche dekorierte Gemächer.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BURGKUNDSTADT.</hi> OFranken BA Lichtenfels.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1812, Toranlage des Pfarrhauses 1723.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi> mit hervorragend schöner Holzarchit. des 17. Jh. Auch
sonst viel vortreffliche und gut erhaltene Fachwerkhäuser <milestone unit='line' n='10'/>
17. bis 19. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BURGLAUER.</hi> UFranken BA Kissingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm unten spgot., oben 17. Jh. Langhaus 1602. &mdash;
Würzburger Schule. <hi rend='g'>Holzfigur</hi> der Madonna, A. 16. Jh.
<hi rend='g'>Grabsteine</hi> des Ritters Bernhard von Steinau und seiner <milestone unit='line' n='15'/>
drei Frauen 1486, 1494, 1500, 1508.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BURGLEMNITZ.</hi> Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von rom. Anlage. &mdash; Hübscher <hi rend='g'>Taufstein</hi> aus 1. H.
17. Jh., Alabaster. Auf dem Kirchenboden Reste von 3 spgot.
<hi rend='g'>Altarwerken</hi>. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BURGREPPACH.</hi> UFranken BA Hofheim.
</p><p>
<hi rend='bold'>Ev. Pfarr-K.</hi> Chor mit Turm 1585, Lhs. 1734. &mdash; Bar. <hi rend='g'>Grabsteine</hi>
der Reichsfreiherren Fuchs von Bimbach.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> nach 1726. Stattliche, monumental gehaltene Anlage,
Gr. triklinienförmig, der Eckpavillon turmartig überhöht, <milestone unit='line' n='25'/>
Details in der Richtung des Bamberger Spätbarock. Saal mit
guten Stuckaturen und Gobelins.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BURGSCHEIDUNGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der rom. Ursprung in mehreren Einzelformen erkennbar.
Bedeutend die 3 <hi rend="g">Epit.</hi> der Familie v. Wiehe 1568, <milestone unit='line' n='30'/>
1596, 1598, wohl alle drei von <hi rend='italic'>Christoph Weber</hi>, in dem man
hier einen hervorragend tüchtigen Meister kennen lernt; von
ihm wohl auch die <hi rend='g'>Kanzel</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Von der Burg des Ma. nichts erhalten. E. 16. und
A. 17. Jh. regelmäßige 3Flügelanlage, die vordere Hofseite <milestone unit='line' n='35'/>
nach der Unstrut offen. Ausgebaut 1724 ff. von <hi rend='italic'>Daniel Scholz</hi>
für Gf. Levin v. d. Schulenburg. Vom älteren Bau der SOFlügel
mit Treppen-Turm und reichem Portal bez. 1633. Der Scholzsche
Umbau nicht in Vollständigkeit ausgeführt. Splendider
Quaderbau mit Keller, 2 Hauptgeschossen und Mansarddach. <milestone unit='line' n='40'/>
Ungemein reich, aber in die Gesamtkomposition nicht gut eingefügt
(ein späterer Gedanke) der Mitteltrakt; aus dem Gartensaal
führt eine Freitreppe mit geschwungenem Doppellauf zum
Park. Dieser mit Terrassen, Grotten und Statuen reich ausgestattet.
</p>


<pb n='67' id='i076.png'/>

<!-- [P: 67] -->

<p>
<hi rend='ort'>BURGSINN.</hi> UFranken BA Gemünden.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> neu. Guter, klassizist. <hi rend='g'>Hochaltar</hi> um 1770. &mdash;
An den Langhauswänden gute <hi rend='g'>Epitaphien</hi> des 16. und
17. Jh. Neben dem Hochaltar <hi rend='g'>Ölgemälde</hi>, die drei
Frankenapostel, um 1700, in der Art des <hi rend='italic'>Osw. Onghers</hi>. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Wasserschloß</hi>. Quadratische Anlage mit 4 quadratischen und
einem runden Eckturm. Quadratischer, massiger Bergfried
aus 11. Jh.; aus dieser Zeit noch die Anlage des teilw. erneuerten
Beringes. Die Wohnbauten aus 16. Jh. Das ursp.
Aussehen einer fränkischen Wasserburg gut bewahrt. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Fronhofschlößchen</hi>. 1607. Hübscher, 2geschossiger Renss.Bau
mit ausspringendem Treppenturm und gegründetem Erker.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Neues Schloß</hi>. 1620. Einfach.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BURGSTÄDT.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1522, 1sch. flachgedeckt. Schluß 5 Seiten des 10Ecks, <milestone unit='line' n='15'/>
bedeutende Raumwirkung, 36,5 m l., 17,1 m br.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BURGWALDE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.). Umbau von 1700, bmkw. <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi>
aus 2. H. 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BURGWENDEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> OTurm mit sprom. gekuppelten Fenstern und Spuren
einer Apsis. Lhs. 1695 erweitert.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BURGWERBEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Eine ehemalige Pfl.Basilika im Übergangsstil des
13. Jh., die im 30j. Kriege ihre Seitenschiffe verloren hat; das <milestone unit='line' n='25'/>
polyg. Altarhaus 1581.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BURGWINDHEIM.</hi> OFranken BA Bamberg II.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> einheitlich bar., nicht bedeutend.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Kurie</hi> des Klst. Ebrach (jetzt Rentamt), 1720-25, für <hi rend='italic'>B. Neumann</hi>
in Anspruch genommen; originelle Gr.gliederung; aus <milestone unit='line' n='30'/>
einem quadr. Mittelbau, der einen einzigen großen Saal enthält,
entwickelten sich in dreifachem Vorsprung 4 Eckpavillons;
bei mäßigen Dimensionen imposante Gesamtwirkung.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BURKARTSHAIN.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der gerade Chor rom., sonst 15. Jh. Gute <hi rend='g'>Grabsteine</hi> <milestone unit='line' n='35'/>
16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BURKAU.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1725 und 1897. &mdash; Vortreffliches Relief der hl. <hi rend='g'>Sippe</hi>
A. 16. Jh. &mdash; <hi rend='g'>Altar</hi> im Ohrmuschelstil. &mdash; v. Braun- und
Wartenbergsche <hi rend='g'>Gruft</hi> A. 18. Jh., mit Denkmälern. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BURKHARDRODA.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi>. 1787. Glocke 1505 mit Relief der h. Anna Selbdritt.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BURKHARTSWALDE.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (ehem. Wallfahrt), spgot. 3sch. Hallenkirche, nicht zu
Ende geführt. &mdash; <hi rend='g'>Altaraufsatz</hi> ca. 1640, reich in der <reg orig='Deko-|ration'>Dekoration</reg><pb n='68' id='i077.png'/>,
<!-- [P: 68] -->
das Statuarische mittelmäßig. Got. <hi rend='g'>Sakramentshäuschen</hi> 
14. Jh., ziemlich derb, vielleicht aus Klst. Altzelle. 
3 <hi rend='g'>Epit.</hi> E. 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BUSCHDORF.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.
</p><p>
Rom. <hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, got. umgebaut. Bmkw. das rom. <hi rend='g'>Sakramentshäuschen</hi>. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BUTTENHEIM.</hi> OFranken BA Bamberg I.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1754, Fassade mit Statuen, reiche Innenausstattung.
10 Grabmäler der Familie v. Stiebar 1491-1579. 
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Frhh. v. Seefried. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BUTTHART.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1769 von <hi rend='italic'>Geigel</hi>, Turm 1594. &mdash; <hi rend='g'>Ölberggruppe</hi> 
17. Jh., überlebensgroß, nicht schlecht.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BUTTLAR.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.). Nach Brand 1867 fast neu. &mdash; <hi rend='g'>Kanzel</hi> <milestone unit='line' n='15'/>
und <hi rend='g'>Hauptaltar</hi> von auffallend feiner Qualität (aus
Klst. Amöneburg).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>BUTTSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> S. Michaelis, spgot. Hallenkirche mit Emporen aus
18. Jh. Der seitlich stehende Turm ähnlich dem der Haupt-K. <milestone unit='line' n='20'/>
zu Jena. Das Ganze typisch für eine barockisierte thüringische
Kleinstadtkirche. &mdash; Prunkvoller, sehr »katholisch« aussehender
<hi rend='g'>Altar- und Kanzelbau</hi> 1727. Deckenmalerei
von <hi rend='italic'>Fr. Dom. Minetti</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Friedhof</hi> mit offenen Renss.-Hallen die Mauern entlang. <milestone unit='line' n='25'/>
Unter den <hi rend='g'>Grabsteinen</hi> vom 16. Jh. ab viel Gutes.
</p>
</div>

<div>
<index index="toc" />
<head><title>C</title></head>

<p>
(Siehe im übrigen <hi rend="bold">K</hi>)
</p>

<p>
<hi rend='ort'>CHEMNITZ.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß-K.</hi> (Benedikt.-Klst.), gegr. 1136, Erneuerung des Klst. <milestone unit='line' n='30'/>
1499 ff., der K. 1514-1525. Vom rom. Bau rühren her das
Chorquadrat, die außen platt, innen mit 1/2kr. Nischen schließenden, 
mit Tonnen überwölbten Nebenchöre und das südl.
Qsch.; hier auch einiges Detail aus 12. Jh. Die (vermauerten)
Fenster an der Hochmauer des Chors und einiges im Qsch., <milestone unit='line' n='35'/>
wo eine mit den Wohnungen der Mönche kommunizierende
Empore gewesen zu sein scheint, rom. zu got. Der anschließende
OFlügel des Kreuzgangs frgot. Das Lhs. spgot. von ähnlichem
Habitus wie die K. in Freiberg, Annaberg, Pirna,
nur schmäler in den Sschiffen (eine Folge der beibehaltenen <milestone unit='line' n='40'/>
rom. Grundmauern). Das Prinzip der einheitlichen Decke
<pb n='69' id='i078.png'/>
<!-- [P: 69] -->
besonders konsequent durchgeführt; die Gurtrippen fehlen
ganz. Empore nur im nördl. Ssch. Außerhalb der westl.
Stirnmauer eine Vorhalle und über ihr zwei, nur bis zur Schiffshöhe
ausgeführte Türme. Über der kleinen Tür des nördl.
Ssch. erhebt sich in voller Höhe der Wand eine eigentümliche <milestone unit='line' n='5'/>
<hi rend='g'>plastische Dekoration</hi>, bez. 1525. Sie ahmt ein
Baugerüst von rohen Stämmen nach; die Äste teils gekappt,
teils miteinander verschlungen; die zwischen ihnen liegenden
Wandfelder mit Statuen ausgesetzt. Zuunterst Löwen; darüber, 
in Höhe der Türgewände, der Kaiser Lothar und die <milestone unit='line' n='10'/>
Kaiserin Richenza als Stifter; im folgenden Geschoß die
Maria und 4 Heilige, im dritten die Trinität und Engel. Neben
der »schönen Pforte« in Annaberg die wertvollste plastische
Leistung dieser Zeit und Landschaft. Die Körperbildung
hat Wucht und Würde, die Behandlung des Fleisches ist <milestone unit='line' n='15'/>
weich und breit, die Gewandung erinnert an die Würzburger
und noch mehr an die Mainzer Schule; eventuell Vermittlung
durch den <hi rend='italic'>Backofenschüler</hi> in Halle. &mdash; Im Innern die aus
einem einzigen Stamm geschnitzte <hi rend='g'>Gruppe</hi> der Stäupung
Christi; die gegenständliche Auffassung grell naturalistisch, <milestone unit='line' n='20'/>
die künstlerische Behandlung nicht ohne Feinheit, nahe verwandt
der Tulpenkanzel im Freiberger Dom. [Die schöne
Sandsteinkanzel. Fr. Renss. 1538, jetzt im Museum.]
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Kloster</hi>. Wenige Reste erhalten: ein Maßwerkgiebel in Backstein
E. 15. Jh., dekorative Bruchstücke von einem Bau des <milestone unit='line' n='25'/>
Kf. Moritz.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Jakobi-K.</hi> 15. Jh.; vom Bau des 13. nichts erhalten. &mdash; Hallenkirche
von 4 Jochen, Sschiffe mit 8Eckschluß, der Hauptchor
zu einer 3sch. Anlage mit 7/10 Umgang erweitert. Turm isoliert
in südwestl. Richtung. &mdash; [<hi rend='g'>Heiliges Grab</hi> aus Holz <milestone unit='line' n='30'/>
geschnitzt von <hi rend='italic'>Georg Johann Kil</hi> 1480; es ist 2,75 m l., 1,25 m
br., 3,45 m h. und baut sich zweigeschossig in Form einer
Laube auf; in den 8 Nischen des niedrigen Untergeschosses je
ein schlafender Wächter; im Obergeschoß der Leichnam
Christi; draußen vor den 8 Bogenöffnungen (je 3 an den Langseiten <milestone unit='line' n='35'/>
und 1 an den Schmalseiten) standen auf Konsolen
ebensoviel Leidtragende (Joseph von Arimathia, Nikodemus
usw.); die Gesamtanordnung also vergleichbar dem Sebaldusgrab
<hi rend='italic'>P. Vischers</hi>. Das Figürliche derb handwerksmäßig,
das Architektonische mit seinen geschmeidigen Maßwerkformen <milestone unit='line' n='40'/>
in seiner Art vortrefflich. Das stark beschädigte und
mehrerer Figuren beraubte Werk jetzt im Museum des Chemnitzer
Geschichtsvereins; ebenda noch andere aus der Jakobi-K.
stammende Kunstwerke.] [Flügelgemälde des abgebrochenen
Hochaltars aus A. 16. Jh. im Museum.] Auch der an seine


<pb n='70' id='i079.png'/>

<!-- [P:70] -->

Stelle getretene Bar.-Altar entfernt; seine Gemälde, von <hi rend='italic'>A. F.
Oeser</hi>, jetzt in der Sakristei. &mdash; 2 <hi rend='g'>Abendmahlskannen</hi>
1663, Augsburger Arbeit.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Johannis-K.</hi> Erster Bau 1254, zweiter A. 16. Jh., nach Zerstörung
1547 erneuert 1565; ohne archit. Interesse. Portal <milestone unit='line' n='5'/>
mit ähnlicher Umrahmung von Astwerk wie das der Schloß-K.;
im Mittel <hi rend='g'>Relief</hi> mit der Auferstehung der Toten nach
Hesekiel c. 37; darüber ein zweites mit dem Jüngsten Gericht.
&mdash; <hi rend='g'>Kanzel</hi> 1721 aus dem spgot. Altarwerk zusammengesetzt.
&mdash; <hi rend='g'>Taufstein</hi>, am Fuße betende Kinderfiguren <milestone unit='line' n='10'/>
(vgl. Annaberg; das Motiv erhält sich bis A. 17. Jh., s. Weißbach
AH Flöha).
</p>

<p>
<hi rend='bold'>S. Pauli-K.</hi> 1760. <hi rend='g'>Altarbau</hi> von reicher Archit., steinerne
Freifiguren der beiden Johannes, Gemälde v. <hi rend='italic'>Ch. W. E.
Dietrich</hi>. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi> ursp. 1496, durch öftere Brände beschädigt; in einigen
Räumen Einzelheiten aus Fr.Renss.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Wohnhäuser</hi>. Durch den Stadtbrand im 30jähr. Kriege und
andere im 18. Jh. viel zerstört. Die Überreste zeigen, daß
Chemnitz eine reiche Fr.Renss. der lombardischen Richtung <milestone unit='line' n='20'/>
besaß. Das Portal im Hofe der inneren Klosterstr. no 8 bez.
1542, in der Figur des guten Hirten Anklang an den Hallenser
<hi rend='italic'>Backofenschüler</hi> (vgl. Portal der Schloß-K.). Sehr gut das
Portal Markt no 15 bez. 1559.
</p>

<p>
<hi rend='g'>Altertümersammlung</hi> im König-Alberts-Museum. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>CHRISTENBERG.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Das flachged. Schiff hat kleine rom. Fenster, 1817
erhöht und modernisiert. Chor 1520, 2stöckige Außenhalle
als Kanzel. Fränkischer <hi rend='g'>Steinsarg</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>CHRISTES.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Wallfahrts-K.</hi> am Christusborn. M. 15. Jh. Kleine 3sch.
Basilika von 3 Jochen. In der Sakristei wertvolle spgot.
<hi rend='g'>Wandmalerei</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Bauernhaus</hi>. Reicher Fachwerkbau 1619.
</p>
</div>


<div>
<index index="toc" />
<head><title>D</title></head><p> <milestone unit='line' n='35'/>
</p>
<p>
<hi rend='ort'>DAGOBERTSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spätgot. auf rom. Fundamenten. Quadr. Turm mit
Spindeltreppe. Rom. Altarmensa.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DAHLEN.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Der stark gestreckte Chor mit 3/8 Schluß 1475. Lhs. <milestone unit='line' n='40'/>
3sch. Halle aus 2. H. 16. Jh., reiches Netzgwb. mit <reg orig='schwäch-|lich'>schwächlich</reg>
<pb n='71' id='i080.png'/>
<!-- [P: 71] -->
profilierten Formziegelrippen. Portal in feiner, nicht zu
reicher Renss. &mdash; Stattlicher spgot. <hi rend='g'>Sakramentshaus.</hi>
<hi rend='g'>Mosesstatue</hi> (Kanzelfuß) um 1500. Schöner, interessanter
v. Schleinitzscher <hi rend='g'>Grabstein</hi> um 1530 in der Art
des <hi rend='italic'>Hans Schickentanz</hi>. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi>. 1744-51 für Gf. Heinrich v. Bünau. Grundriß in
Form eines H. Außenarchitektur sehr einfach. Im Innern
besonders bmkw. der Saal in weißem Stuckmarmor; die Kinderreliefs
in der Art <hi rend='italic'>Knöflers</hi>, die Deckenmalerei 1756-59 von
 <hi rend='italic'>A. F. Oeser</hi>; von demselben das Treppenhaus und der Kaisersaal. <milestone unit='line' n='10'/>
Bmkw. <hi rend='g'>Bildnisreihe</hi> von <hi rend='italic'>Silvestre</hi>, <hi rend="italic">Liotard</hi>, <hi rend="italic">Graff</hi>,
<hi rend="italic">Oeser</hi>, <hi rend="italic">Vogel</hi>. Meißener <hi rend='g'>Porzellan</hi> z. T. ersten Ranges.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DANKMARSHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1sch. mit 5seitig polyg. Chor von 1586 und WTurm
von 1431, das Kielbogenportal 1586. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DARSTADT.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
</p><p>
<hi rend='g'>Dorf-K</hi>. 1597, spitzbg. Fenster und Netzgwbb., Ehewappen
Zobel-Echter. &mdash; <hi rend='g'>Deckengemälde</hi> bez. <hi rend='italic'>Thalheimer</hi> 1765.
<hi rend='g'>Hochaltar</hi> mit reicher und tüchtiger Sandsteinplastik
(Himmelfahrt), alt bemalt, 1598 von <hi rend='italic'>Joh. Juncker</hi>. <hi rend='g'>Kanzel</hi> <milestone unit='line' n='20'/>
aus derselben Zeit, Holz. &mdash; <hi rend='g'>Bildnisgrabsteine</hi> der
Zobel v. Giebelstadt 1553 (Art des <hi rend='italic'>Peter Dell</hi>), 1554, 1560,
1772. &mdash; <hi rend='g'>Kelch</hi> von <hi rend='italic'>Stipeldey</hi> in Augsburg 1777.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Zobel. Zwei durch einen (jüngeren) Zwischenbau
verbundene Giebelhäuser mit runden Ecktürmen, etwa A. <milestone unit='line' n='25'/>
17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DAUMITSCH.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. aus A. 16. Jh., im 18. Jh. für die Verhältnisse prächtig
erneuert; die Brüstungen der Emporen und die flache Decke
ganz bemalt; besonders reich der <hi rend='g'>Altarbau</hi>. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DAUTZSCHEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. 1sch. rom. Anlage mit frgot. und bar. Veränderungen.
Schiff, Chor und Apsis in den Breiten voneinander abgesetzt.
&mdash; Rom. <hi rend='g'>Taufstein</hi>. 
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DEHLITZ U. B.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>
<p><hi rend='bold'>Dorf-K</hi>. Gut erhaltene frühestgot. Anlage des 13. Jh., am eingezogenen,
platt geschlossenen Chor spitzbg. Dreifenstergruppe.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DELITZSCH.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K</hi>. Backstein mit Sandsteingliedern, spgot. Hallenkirche
1404, Netz- und Stern-Gwb.; der in den Gr. unorganisch <milestone unit='line' n='40'/>
eingefügte WTurm auf älteren Grundmauern. Die Emporen
sollen z. T. noch aus 15. Jh. sein. <hi rend='g'><sic>Oelberg</sic></hi> 1410;
<hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> 1437 mit Doppelflügeln von 1492; gelobt
ein <hi rend='g'>Triptychon</hi> von 1511, ganz gemalt; in der Kreuzkap.
ansehnliche Renss.Grabmäler 1576, 1584, 1614, 1615.
</p>


<pb n='72' id='i081.png'/>

<!-- [P: 72] -->

<p>
<hi rend='bold'>Gottesacker-K.</hi> Wertvoller <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> A. 16. Jh.
(das J. 1550 das der Übertragung, nicht der Entstehung).
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Spital-K.</hi> spgot. 1sch. Doppelflügeliger <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi>.
</p>

<p>
An <hi rend='bold'>Bürgerhäusern</hi> einige Renss.Portale. <hi rend='bold'>Stadtmauern</hi> und
2 Türme. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DERMBACH.</hi> Sachsen-Weimar Bezirksstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kathol. Pfarrk.</hi> Reicher Barockbau 1732-36, verwandt den
Kirchen in Bremen und Schleid. 1sch. mit 3 weiteren Kreuzgewölben
über reicher Wandarchitektur. In der 1/2kr. Chornische
der imposante <hi rend='g'>Hochaltar</hi> mit korinth. Sll. aus <milestone unit='line' n='10'/>
farbigem Stuckmarmor und 4 sehr großen geschnitzten Figg.
<hi rend='g'>Kanzel</hi> und Schalldeckel in Stuckmarmor. <hi rend='g'>Gestühl</hi>
und 4 Beichtstühle gut geschnitzt, Eichenholz. <hi rend='g'>Wappentafel</hi>
des Abts v. Dalberg. &mdash; Daneben das 1730 erbaute
Franziskaner-Kloster. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Evangel. Pfarrk.</hi> Sch. 1714. Turm aus sp. Ma. Kirche 3sch.
mit Tonnengewölbe aus Holz. 2 Emporen übereinander auf
Rundsäulen. 2 gute reiche <hi rend='g'>Barockportale</hi>. <hi rend='g'>Holzrelief</hi>
des Abendmahls um 1475, nach der Tradition aus
der Kirche von Hartschwinde bei Dermbach stammend. <milestone unit='line' n='20'/>
Bar. <hi rend='g'>Epitaph</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Fürstäbte von Fulda 1707, Wappentafel v. Schleifras.
&mdash; <hi rend='g'>Gasthaus</hi>, Fachwerkbau 1613.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DETTELBACH.</hi> UFranken BA Kitzingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Oft veränderter Mischbau. Die spgot. Hälfte könnte <milestone unit='line' n='25'/>
als Hallenkirche geplant gewesen sein; jetzt 1sch. mit umlaufenden
Kapellen, Schluß in 4 (sic) polyg. Seiten. 1770 ein
ebenfalls polyg. schließender WBau angefügt. &mdash; Reichliches
<hi rend='g'>Altargerät</hi> um und nach 1700, durchweg augsburgisch.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Wallfahrts-K.</hi>, verbunden mit Franzisk.-Klst. 1610-1614. <milestone unit='line' n='30'/>
Ein Hauptbeispiel des sog. Juliusstils, d.i. eines Kompromisses
von SpGotik und FrBarock. Erhalten blieb aus A. 16. Jh.
der graziöse spgot. Chor. Das Gwb. in kunstvollen »gewundenen
Reihungen«, an den Schlußsteinen die Wappen der
Fürstbischöfe Lorenz v. Bibra (1493-1519) und Konrad <milestone unit='line' n='35'/>
v. Thüngen (1519-40). &mdash; Der Juliusbau nach neuem
Plan und in größerem Maßstab (aus den Akten geht nicht
hervor, welchem der mehreren Werkmeister der Entwurf
zukommt). Qsch. 32 m l., 10,5 m br.; Lhs. 1sch. 20 m. l.,
11,5 m br. Der Raumeindruck dem eines Zentralbaues sich <milestone unit='line' n='40'/>
nähernd, in seiner bequemen Weite renss.-mäßig. Decke
Tonnengwb. mit got. gewundenen Reihungen auf Renss.Pilastern. 
Die Mönchsempore im nördl. Qsch. 1659 eingebaut.
&mdash; Äußeres: Verputzbau mit Quaderecken. Die Formen got.
in den spitzbg. Fenstern mit Fischblasenmaßwerk und den

<pb n='73' id='i082.png'/>

<!-- [P: 73]-->

abgetreppten Strebepfeilern, renss. in den Gesimsen und dem
schweren Giebelschmuck. Die WFront gibt eine große glatte
Fläche als Folie für einen der prunkvollsten Portalbaue. Dieser
in frbar. Formcharakter, von <hi rend='italic'>Mich. Kern</hi> 1611-13. Um die
nicht große rundbg. Türöffnung eine kolossale Rahmenarchitektur, <milestone unit='line' n='5'/>
die in ihren Motiven sich den Altarbauten dieser
Zeit eng anschließt; ebenso in der Anordnung des überreichen
plastischen Figurenwerks. &mdash; <hi rend='g'>Innenausstattung</hi>. Aus
der Juliuszeit nur die überaus prunkvolle <hi rend='g'>Kanzel</hi> (Sandstein
und Alabaster) erhalten, 1626 von <hi rend='italic'>M. Kern</hi>; gegenständliches <milestone unit='line' n='10'/>
Motiv die Wurzel Jesse; in der dekorativen Empfindung
noch viel Spätgotisches. Im Zentrum großer <hi rend='g'>Gnadenaltar</hi> 
in Stuckmarmor, von <hi rend='italic'>Augustin Bossi</hi> 1779; das Gnadenbild
(Pietasgruppe) um 1500. &mdash; Im <hi rend='g'>Kirchenschatz</hi> hervorragendstes
Stück Monstranz von <hi rend='italic'>Joh. Zeckel</hi> (Augsbg)<corr sic='.'>,</corr> um 1700. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p><hi rend='bold'>Klostergebäude</hi> 1616-20, 4flügelige Anlage in einfachster
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi> A. 16. Jh. An der Fassade (Langseite) baut sich
nicht ohne monumentale Wucht eine doppelläufige Freitreppe
auf, über dem Podest eine Laube und über dieser ein polyg. <milestone unit='line' n='20'/>
Chörlein; die einfach behandelten Fenster asymmetrisch verteilt; 
die Giebel der Schmalseiten mit derber Blendengliederung.
Das Innere großenteils verändert, gut erhalten und bmkw.
die Ratsstube mit Erker und Vorplatz; got.-renss. Kompromiß.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Stadtbefestigung</hi> vollständig erhalten, wenn auch in bröckligem <milestone unit='line' n='25'/>
Zustande. 36 vollrunde Mauertürme in Abständen von 26-30 m.
Gewöhnlich folgt auf 2 kleinere ein größerer. Von den einst
5 Toren noch zwei.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DIEBACH.</hi> UFranken BA Hammelburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Rom., A. 13. Jh. Kreuzförmiger Chor im Ostturm. <milestone unit='line' n='30'/>
Querschiff und Langhaus stark verändert. &mdash; 3 spätgot.
<hi rend='g'>Holzfigg.</hi> E. 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DIEDORF.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einheitlich 1785. Altar, Taufstein, Kanzel und Orgel
in charakteristischer Zusammenordnung. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DIENSTADT.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Turmchor; sonst im 15. und 17. Jh. umgebaut. &mdash;
<hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> nach 1500, wohl der beste der Gegend.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DIETENBORN.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein.
</p><p>
Ehem. <hi rend='bold'>Kloster</hi>. Die spgot. Konventgebäude als Landsitz umgebaut. <milestone unit='line' n='40'/>
wenige rom. Reste der K.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DIETERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1785. Sandsteinquaderbau, Fenster mit gemusterter
Blankverglasung. Gestühl rok.
</p>

<p>
Schönes <hi rend='g'>Fachwerkhaus</hi> mit Zahnschnitten 17. Jh.
</p>


<pb n='74' id='i083.png'/>

<!-- [P: 74] -->

<p>
<hi rend='ort'>DIETLAS.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß Feldeck</hi>, ehemals Wasserburg. Im Hof die Zahl 1534.
Rechteckige Fenster 1605 in die ma. Mauern eingebrochen.
Viereckiger Bergfried. In der 8 Meter hohen Ringmauer des
Hofes ein Rundbogenportal. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DIMBACH.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, ehedem Propstei-K. zu Münster-Schwarzach. Beg.
1325 (Inschr.) noch mit rom. Reminiszenzen. Chor 1sch.,
2 gerade Joche und 5/8 Schluß. Langhaus flachgedeckt, Basilika
in 4 Achsen und 3sch. Westbau mit Mittelturm. Binnenpfeiler <milestone unit='line' n='10'/>
8eck. (in der 4. Achse südl. eine Säule!); Scheidbogen
in der östl. Achse rund; sonst spitz. Beiderseits vom Chor
quadrat. Kapellen: Anfänge nicht ausgebauter Türme. Vgl.
die Doppeltürme in Haßfurt, Gerolzhofen, Königsberg i. Fr.,
hier jedenfalls an den analog disponiert gewesenen rom. Bau <milestone unit='line' n='15'/>
von Münster-Schwarzach angeknüpft und in der Gegend das
früheste Beispiel von got. Doppelturmanlage. Gute <hi rend='g'>Altäre</hi> 
um 1720. Im Hochaltar <hi rend='g'>Gnadenbild</hi>, Madonna um 1400,
Holz, von mäßiger Qualität, aber mit originellen Zügen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DINGELSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> 1688.
</p>

<p>
Das <hi rend='bold'>Franziskaner-Klst.</hi> auf dem Korbschen Berge neu.
Die Altäre enthalten alte <hi rend='g'>Schnitzfigg.</hi> aus einem
der früheren eichsfeldischen Klöster. Bmkw. die <hi rend='g'>Stationsbilder</hi> 
der Wallfahrt. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DINGSLEBEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Alte Gründung. Der jetzige Bau 1730-42. Einfaches
Rok. mit Emporen. Die Ausstattung gibt ein einheitliches und
bezeichnendes Gesamtbild. &mdash; Vom älteren Bestande der
spgot. <hi rend='g'>Taufstein</hi>. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DIPPACH.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit ma. Chor-Turm. Das Sch. mehrfach erneuert. &mdash;
<hi rend='g'>Taufstein</hi> 1649 mit guten Skulpturen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DIPPOLDISWALDE.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
</p><p>
<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> Von der älteren Kirche der WTurm, M. 13. Jh.; <milestone unit='line' n='35'/>
die 4 durch gegliederte Bogenfriese geteilten Stockwerke
treppen sich zurück. Das Portal rom. organisiert, aber spitzbg.
geschlossen; es war eine offene laubenartige Vorhalle beabsichtigt
wie in Wechselburg. Im übrigen spgot. Halle auf fast
quadr. Gr. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Nikolai-K.</hi> Gut erhaltene Basilika im Üb. St. wohl erst nach
M. 13. Jh. (im 20. Jh. erneuert von <hi rend='italic'>Lossow</hi> und <hi rend='italic'>Kühne</hi>); Lhs.
flach gedeckt, Chor mit Kreuz-Rippengwb., an den Ecksll.
frgot. Laubkaptt. Das 3sch. Gemeindehaus 22 : 19,5 m. sehr
breit im Msch., quadr. Vorchor, Apsis unregelmäßig polyg. (5/10).


<pb n='75' id='i084.png'/>

<!-- [P: 75] -->

Die niedrigen rck. Pfll. haben gegen das Msch. eine eckige Vorlage, 
um welche sich das Gesims verkröpft, die Arkaden spitzbg.,
ebenso der Triumphbg. Die Fenster nicht in den Achsen; sie
schließen rundbg., das Portal spitzbg. mit einfachem Windberg.
Sonst das Äußere schlicht, Bogenfriese, keine Lisenen. Ein <milestone unit='line' n='5'/>
Turm ist nicht und war nie vorhanden. &mdash; Das Innere war
reich <hi rend='g'>bemalt</hi>; zwischen Arkaden und Fenstersohlbank Einteilung
von 30 Feldern in 2 Streifen erkennbar. &mdash; <hi rend='g'>Flügelaltar</hi> 
(rest.), Schrein geschnitzt, die Flügel auch auf der
Innenseite bemalt, um 1520, über den Meister s. Oberbobritzsch. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi>, wesentlich 16. und 17. Jh. Den architektonisch wichtigsten
Teil bildet die Hofseite. Das Mittelhaus im Charakter
der Bauten des Kurfürsten Moritz, also um 1530-40. Interessant
die Pilasterordnung nach ital. Vorbild. Proportionen
nicht gelungen, doch reizvoll die Einzelheiten. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi> E. 15. Jh., NGiebel 1540. Rundbg. Portal mit verschränktem
got. Stabwerk und Sitznischen, darüber Wappen
bez. 1534. Auf Konsolen 2 gute Statuen, Maria und Laurentius,
A. 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Haus</hi> am Markt no 19, Renss. Portal bez. 1543, von Pilastern <milestone unit='line' n='20'/>
ähnlich denen am Schloß flankiert, in den Zwickeln Delphine.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DITTERSBACH.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1662, 1sch., Holzdecke, 3/8 Chor, WTurm 1721. &mdash;
<hi rend='g'>Grabstein</hi> der Familie v. Kiesenwetter 17. und 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DITTMANNSDORF.</hi> K. Sachsen AH Borna. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 17. Jh. Interessanter Gewölbebau mit steinernen
Emporen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DÖBELN.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Nikolai</hi>. Nach Brand 1333, rest. 1497 und 1885.
Hallenkirche von 4 Jochen, Ssch. platt, Msch. aus 8Eck geschlossen. <milestone unit='line' n='30'/>
Pfll. glatt 8eckig, Gwbb. auf Konsolen, in dem
Ssch. kreuzf., im Msch. sternf., Fenstermaßwerk z. T. aus
14. Jh. Mäßiger WTurm, die oberen Teile nach Bränden 1629
und 1730. &mdash; Bedeutender <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> A. 16. Jh. vielleicht
von <hi rend='italic'>Hans Degen</hi>; im Schrein 3 fast lebensgroße Statuen, <milestone unit='line' n='35'/>
auf den Flügeln je 2 Heilige in Hochrelief, reiche durchbrochene
Krönungsarchitektur; das Ganze ca. 11 m h. &mdash; <hi rend='g'>Kanzel</hi> vom
Tischler <hi rend="italic">David Schatz</hi> 1599. &mdash; <hi rend='g'>Taufstein</hi> , prächtig aus
Sandstein und Marmor, 1603. &mdash; <hi rend='g'>Epitaphe</hi> des Bürgermeisters
Zimmermann, Holz, 1662; des G. Petsch, Sandstein, <milestone unit='line' n='40'/>
1617. &mdash; Bmkw. <hi rend='g'>Kelch</hi> ca. 1470.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Gottesacker-K.</hi> neu; von der alten verwendet die bemalte
hölzerne <hi rend='g'>Decke</hi> von Hans Dittmann 1685.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi>. Umbau 1571, 1733. &mdash; <hi rend='g'>Altertumsmuseum</hi>. 
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Wohnhäuser</hi>. Einige Renss. Tore und Fenster.
</p>


<pb n='76' id='i085.png'/>

<!-- [P: 76] -->

<p>
<hi rend='ort'>DÖBEN.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Im OTurm rom. Formen; Chor 1507. &mdash; <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi>
1594, wohl vom Leipziger <hi rend='italic'>Valentin Silbermann</hi>. &mdash;
Rom. <hi rend='g'>Grabst.</hi>, wohl für den Burggrafen Konrad v. Döben,
andere 1605, 1633. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi>, 14. und 17. Jh., nach Brand 1857 renoviert.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DOBERGAST.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Neubau 1866. Vorher sprom. Backsteinbau, durch
das Material eine für diese Zeit und Gegend ungewöhnliche
Erscheinung. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DOBICHAU.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi>. Neubau 1801, also aus einer Epoche, die für den
Kirchenbau wenig übrig hatte. Klassizismus in ärmlicher
Gestalt.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DÖHLEN.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> neu; zahlreiche <hi rend='g'>ikon. Grabst.</hi> 16. und 17. Jh.,
darunter einige gut charakterisierte martialische Gestalten aus
dem 30j. Kriege. Auf dem Kirchhof feiner jonischer Rundtempel
als <hi rend='g'>Denkmal</hi> für A. Ch. v. Schönberg 1801.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DOHNA.</hi> K. Sachsen AH Pirna. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Spgot. Hallenkirche, 1833 im W um 1 Joch vergrößert.
Der Formcharakter paßt zu der an der OChorwand
befindlichen Inschr. 1489. Schlanke Rundpfll. ohne Kapitelle.
Die Rippen sitzen am Schaft wie abgebrochen und greifen,
einander überschneidend, aus einem Joch ins andere über. <milestone unit='line' n='25'/>
An den Gwbb. einfaches Sternmuster; der an der SOEcke eingreifende
Turm in den unteren Teilen aus älterer Bauepoche;
Achteckchor. &mdash; <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> um 1500, mit besonders
reicher in Laubwerk aufgelöster Krönung. &mdash; <hi rend='g'>Taufstein</hi>,
6eckig, überzogen mit Maß- und Laubwerk in vielfachen Überschneidungen. <milestone unit='line' n='30'/>
&mdash; <hi rend='bold'>Pfarrhaus</hi> 1493. Tür mit Vorhangbg.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Burggrafen von Dohna, 1402 zerstört, Fundamente
erkennbar.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DOMMITSCH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Spgot. Hallenkirche in Backsteinrohbau. Gwb. im <milestone unit='line' n='35'/>
7j. Kriege zerstört. WTurm. Rathaus einfacher, stark veränderter
Renss.Bau.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DORFPROZELTEN.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Gute <hi rend='g'>Holzfigg.</hi> der Madonna um 1460 und St. Sebastian
um 1500. &mdash; Messingkronleuchter mit kleiner Doppelmadonna <milestone unit='line' n='40'/>
1. H. 17. Jh. von <hi rend='italic'>Hans Klanbacht</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DÖRINGSTADT.</hi> OFranken BA Staffelstein.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor 1412, Lhs. 1716.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DÖRNA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1713. Großer <hi rend='g'>Taufstein</hi> mit Maßwerk etwa 14. Jh.
</p>


<pb n='77' id='i086.png'/>

<!-- [P: 77] -->

<p>
<hi rend='ort'>DORNBURG.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1576, spgot., 1717 umgebaut. &mdash; <hi rend='g'>Weinkanne</hi> und
<hi rend='g'>Kelch</hi> schöne Augsburger Arbeiten.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>3 Schlösser</hi>, das steile Felsenufer der Saale malerisch krönend.
1. <hi rend='g'>Das nördliche</hi><corr sic=''>.</corr> Rom. 8eck. Hauptturm, Palas <milestone unit='line' n='5'/>
und Nebengebäude rom. und spgot., großer Küchenbau. Im
sog. Pfalzgrafenzimmer verrestaurierte Wandmalerei des
16. Jh. 2. <hi rend='g'>Das mittlere</hi>. Reizender Rok.Bau um 1740.
Von Italienern erbaut und dekoriert. Graziöse Stuckdecken.
Von jedem der 3 Geschosse gelangt man auf eine andere <milestone unit='line' n='10'/>
Terrasse des Gartens. 3. <hi rend='g'>Das südliche</hi>. Spätrenss. Am
Portal bez. 1608. Im Innern Türen mit Intarsien. Die drei
Goethezimmer in Empire.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DORNDORF.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> ern. 1727; Emporen und gemaltes Brettergwb., im O <milestone unit='line' n='15'/>
über mittelalterl. Resten Turm mit gefälliger Haube.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DORNHAGEN.</hi> Kr. Cassel-Land.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Unter späteren Umbauten der rom. Mauerkern des
Lhs. erhalten, ebenso der Ansatz zu einem westl. Glockenhaus
ursp. in voller Br. des Schiffs, mit diesem durch Doppelarkade <milestone unit='line' n='20'/>
verbunden. Sprom. Umbau, aus welchem die Fenster des
Obergeschosses. Im Lhs. got. Gwb. &mdash; Reste der ma. <hi rend='g'>Friedhofsbefestigung</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DORNHEIM.</hi> Schwarzb.-Sondersh. LA Arnstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> alt. &mdash; <hi rend="g">Epit.</hi> des Chr. v. Entzenberg. 1585. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DORNREICHENBACH.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> erneuert 1653. &mdash; <hi rend='g'>Grabdenkmäler</hi> des 16. und
17. Jh., schlichte tüchtige Arbeiten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DÖTHEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom., umgebaut. &mdash; <hi rend='g'>Kreuzigungsgruppe</hi>, <milestone unit='line' n='30'/>
lebensgroß, Holz, 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DRACKENDORF.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. und 1653. &mdash; Bmkw. 3 <hi rend='g'>Ölgemälde</hi>, die
einst den Kanzelbau von 1643 schmückten.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Lobdaburg</hi>. Die sog. obere Burg, eine Vorburg am Rande des <milestone unit='line' n='35'/>
Bergplateaus, ganz zerstört. In der mittleren steht der Palas
in 3 Geschossen, rom., 12. Jh.; an der SSeite des Rittersaales
kunstreiche Arkadenfenster. Kaminanlage. Der NFlügel
enthielt eine geräumige Kapelle, von ihr erhalten 2 Rundbogenfenster
und eine als Erker vorgekragte Altarnische. <milestone unit='line' n='40'/>
Am Westrande Turmstumpf mit Zisternenanlage. &mdash; Die untere
Burg gehört zu Sachsen-Weimar (vgl. Lobeda).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DREITZSCH.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a.d.O.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, umgebaut 1703; Holzdecken und Emporenbrüstungen
mit historischen und ornamentalen <hi rend='g'>Malereien</hi> reich staffiert.
</p>


<pb n='78' id='i087.png'/>

<!-- [P: 78] -->

<p>
<hi rend='ort'>DRESDEN.</hi> K. Sachsen.
</p><p>
</p>

<p>
<hi rend="g">Kirchen</hi>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Annen-K</hi>. Nach Brand im 7j. Kriege vollkommen neu gebaut
1765-69 von <hi rend='italic'>J. G. Schmidt</hi>. Rechteck (33:23 m) mit 1/2kr.
Abschlüssen. Emporen zwischen leichten Pfll. auf ovalem Gr. <milestone unit='line' n='5'/>
Flache Holzdecke. Neuerdings Umbau zur Gewinnung besserer
Beleuchtung 1907 von <hi rend='italic'>R. Schleinitz</hi>. [Denkmäler in mehrere
Sammlungen zerstreut, u.a. bedeutender Renss.Altar von
<hi rend='italic'>Hans Walther</hi>.]
</p>

<p>
[<hi rend='bold'>Bartholomäus-K</hi>. An Stelle eines ma. Baues Neubau 1564, <milestone unit='line' n='10'/>
abgebrochen 1839. Erhalten hat sich einiges von den Mobilien,
jetzt im Stadtmuseum.]
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Dreikönigs-K</hi>. [Die ma. K. stand an anderer Stelle.] Neubau
1732-39. Der Plan von <hi rend='italic'>Pöppelmann</hi>, der innere Ausbau von
<hi rend='italic'>Bähr</hi>. Einfaches Rck. Im W eingebaut ein quadr. Turm. An <milestone unit='line' n='15'/>
dessen Innenseite eine hohe Nische für den Altar. Seitlich
Vorhallen und Treppen, eine zweite Vorhalle im O. Für das
Gemeindehaus bleibt ein Raum von 45:28 m. Daraus ein
ovaler Mittelraum abgegrenzt. In dem schmalen Ssch. 2 Ränge
Emporen. Muldenförmiges Holzgwb. (Die oberste Empore <milestone unit='line' n='20'/>
1891 beseitigt.) Ausbildung der Schauseiten ganz einfach.
Das WPortal aus dem älteren Bau herübergenommen. Der
Turm 1854 vollendet.
</p>

<p>
[<hi rend='g'>Dreikönigsaltar</hi>; nur der Schrein erhalten (Altert.-Ver.),
vielleicht von <hi rend='italic'>Hans Eiffländer</hi> A. 16. Jh.; die Flügelreliefs <milestone unit='line' n='25'/>
von geringerer Hand.] &mdash; Der jetzige <hi rend='g'>Altar</hi> 1738 mit
schönem Gitter, die Plastik von <hi rend='italic'>B. Thomä</hi>. <hi rend='g'>Kanzel</hi> aus der
älteren K., 1688. &mdash; Statue der <hi rend='g'>Dorothea Stubing</hi>
(† 1677), von einem größeren Denkmal, tüchtige Arbeit (Altert.-Ver.).
&mdash; <hi rend='g'>Gemälde</hi>: Kreuzigung und Kreuzabnahme, in der <milestone unit='line' n='30'/>
Art <hi rend='italic'>Wolgemuts</hi>, doch geringer; <hi rend='g'>Pastorenbildnisse</hi>
1698-1818. &mdash; Unter dem <hi rend='g'>Altargerät</hi> manches bmkw.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Frauen-K</hi>. An Stelle einer älteren spgot. erb. 1726-1738 vom
Ratszimmermeister <hi rend='italic'>George Bähr</hi>, letzte Arbeiten bis 1743.
Nach einer langen Epoche kleinmütiger Bescheidenheit erhebt <milestone unit='line' n='35'/>
sich hier der protestantische Kirchenbau zum erstenmal wieder
seit Paul Frankes Wolfenbütteler Marienkirche (1604) zu einem
großen und freudigen monumentalen Entschluß. Das Zweckliche
der Predigtkirche ist sorgfältig durchdacht, aber Bähr
bleibt nicht daran kleben. Er kehrt den geometrischen Spielereien <milestone unit='line' n='40'/>
in den Grundrißlösungen vieler Vorgänger den Rücken
und nimmt die durch die Jahrhunderte geweihte Form der
einfachen Rotunde für den Hauptraum auf. Die auf 23,5 m
im Lichten gespannte Kuppel wird getragen von 8 durch
Rundbogen verbundene Oblongpfeiler, zwischen ihnen <reg orig="Em-|poren">Emporen</reg>
<pb n='79' id='i088.png'/>
<!-- [P: 79] -->
in 7 Rängen, seitwärts gegen die Umfassungsmauern
Verbindungsgänge zu den sehr bequemen und ausgiebigen
Treppen, so daß die 3600 Sitzplätze fassende Kirche sich
schnell und sicher entleeren kann. Zuzugeben ist, daß die
Lösung ästhetisch doch nicht ganz befriedigt. Denn die Emporen <milestone unit='line' n='5'/>
sind hier ein nur vom sachlichen Zweck, aber nicht vom
baulichen Organismus geforderter Appendix. Sie bringen eine
Unruhe in den Raum, die ein Zentralbau am wenigsten vertragen
kann. Zur Entschädigung hat Bähr es gewagt, dem
Außenbau eine an einer protestantischen Kirche bisher unbekannte <milestone unit='line' n='10'/>
Kraft und Bedeutsamkeit zu verleihen. Zwar keine
Pracht. Die Formen sogar von ziemlich trockener Bürgerlichkeit.
Aber der Hauptumriß ganz ausgezeichnet gut, würdevoll
und zugleich graziös elastisch. Der Grundriß erscheint hier
quadratisch, in den Mitten und an den abgestutzten Ecken <milestone unit='line' n='15'/>
durch Risalite belebt, welche die Aufwärtsbewegung der Masse
sehr glücklich einleiten. Von ganz origineller Wirkung, dabei
konstruktiv voll Zweckmäßigkeit der konkav geschwungene
Kuppelhals.
</p>

<p>Der alte Frauenkirchhof mit seinen 112 Erbbegräbnissen 1722 <milestone unit='line' n='20'/>
Kunstwert. Jetzt z.T. in andern Kirchen, z.T. im Stadtmuseum.
In der K. ein <hi rend='g'>Schmerzensmann</hi> in Marmor
vom zerstörten Epitaph des Kanzlers Pfeifer um 1634, von
<hi rend="italic">Hegewald</hi> oder einem andern Schüler <hi rend='italic'>Nossenis</hi>. [Epit. Bünau <milestone unit='line' n='25'/>
von <hi rend='italic'>Hans Kramer</hi> im Alt. Museum.]
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Friedrichstädter-K</hi>. 1728-32. Die Anlage erinnert an die
Dreikönigs-K. und soll, gleich dieser, von <hi rend='italic'>Pöppelmann</hi> herrühren.
Das Äußere zeigt den Meister des Zwingers in einer
bis zu erstaunlicher Nüchternheit sich herbeilassenden Beschränkung. &mdash; <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Kath. Pfarr-K. S. Michaelis,</hi> erb. 1748 als Kap. des K. Krankenstifts.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Josephinenstift und Kirche</hi>, 1760 von <hi rend='italic'>Ch. F. Exner</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Reformierte K</hi>. 1760 von <hi rend='italic'>Samuel Locke</hi>. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Kathol. Hof-K</hi>. von <hi rend='italic'>Gaetano Chiaveri</hi> aus Rom 1738-46;
nach Unterbrechung fortgesetzt von <hi rend='italic'>Knöffel</hi> und <hi rend='italic'>Schwarze</hi>,
aber ohne Planveränderung. Die Formen römischer Spätbarock,
die Anlage unrömisch. Als basilikaler Langbau mit
Chorumgang und hohem Frontturm erinnert sie, ganz allgemein <milestone unit='line' n='40'/>
gesprochen, an den deutsch-gotischen Kirchentypus; nebenbei
auch etwas an die Schloßkapelle in Versailles. In allen Einzelheiten
ist die Grundrißlösung originell. Das hochräumige,
52 m lange Msch. schließt am östl. wie am westl. Ende im
1/2Kreis. Die Langseiten haben 6 relativ enge Joche. <reg orig='Ver-|doppelte'>Verdoppelte</reg>
<pb n='80' id='i089.png'/>
<!-- [P: 80] -->
Sschiffe. Über den inneren eine Empore, die auch
über die runden Endigungen sich fortsetzt. Auch der Aufbau
scheint in der Gliederung der Pfeiler und der Art ihrer Verbindung
mit dem Gewölbe (Tonne mit Stichkappen) gotisch
inspiriert. Sehr originell die äußere Silhouette. Die Dächer <milestone unit='line' n='5'/>
ganz flach geneigt und durch Attiken mit Balustraden und
dichtem Statuenkranz verdeckt, so daß für das Auge rein horizontale
Abschlüsse entstehen. Der in Pfeiler- und Säulengruppen
aufgelöste Turm (83 m H. gegen 93 m Gesamtlänge)
führt einen Gedanken weiter, den zuerst <hi rend='italic'>Borromini</hi> in Sta. <milestone unit='line' n='10'/>
Agnese an der Piazza Navona ausgesprochen hat. Zu allen
römischen Barockkirchen im Unterschied, wieder mehr im
Sinne einer gotischen Kathedrale, die am Außenbau gleichmäßig
an allen Seiten durchgeführte Pracht. Dagegen fehlt
dem Innern die spezifische Barockpoesie, die an gleichzeitigen <milestone unit='line' n='15'/>
süddeutschen Kirchen so stark ist; es wirkt bei aller Wucht
der Formen frostig. Auffallend u. a. die geringe Rolle der
Stuckdekoration. &mdash; <hi rend='g'>Hochaltar</hi>, mit dem über 9 m hohen
Gemälde von Christi Himmelfahrt, von <hi rend='italic'>Raf. Mengs</hi> 1752 ff.
Seitlich <hi rend="g">Marienaltar</hi> und <hi rend='g'>Josephsaltar</hi> von demselben <milestone unit='line' n='20'/>
1750 und 1751. Die Gemälde in den Kapellen von Italienern
und Franzosen; wenig bedeutend. Unter den <hi rend='g'>Deckenbildern</hi> 
möchte das kräftigste das in der Benno-Kap. von <hi rend='italic'>Anton Maulbersch</hi> 
sein. In der Nepomuk-Kap. malte <hi rend='italic'>Karl Palko</hi>. &mdash;
<hi rend='g'>Kanzel</hi> von <hi rend='italic'>Permoser</hi> und <hi rend='italic'>Hackl</hi>, Holz in Weiß und Gold <milestone unit='line' n='25'/>
staffiert; die Bühne von einem schwebenden Wolkenknäuel mit
Evangelisten und Engeln getragen; im Gegensatz dazu Brüstung
und Treppengeländer in einfachen Flächen; am Schalldeckel
Trophäe der Marterwerkzeuge. &mdash; <hi rend='g'>Weihwasserbecken</hi>,
Muschel auf einer Wolke, aus der Engelsköpfe hervorlugen. &mdash; <milestone unit='line' n='30'/>
Im Umgang <hi rend='g'>Beichtstühle</hi> von <hi rend='italic'>Hackl</hi>. &mdash; Im NWSchiff
weichlich virtuose <hi rend='g'>Statue der h. Magdalena</hi> von
<hi rend='italic'>Francesco Baratta</hi>. <hi rend='g'>Johannes d. T.</hi> in der Tauf-K. des
SOSchiffes angebl. von <hi rend='italic'>Lorenzo Bernini</hi> (??). In der Gruft <hi rend='g'>Statue
Christi</hi> an der Martersäule von <hi rend='italic'>Balthasar Permoser</hi> <milestone unit='line' n='35'/>
1721. Die 59 doppeltlebensgroßen Standbilder an den Dachbalustraden
von <hi rend='italic'>Lorenzo Mattielli</hi>. &mdash; Ausgezeichnet vertreten
ist die Goldschmiedekunst der Zeit durch Arbeiten von <hi rend='italic'>Drentwett</hi>
und <hi rend='italic'>Bauer</hi>, beide Augsburger.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Kreuz-K</hi>. Gegr. gleichzeitig mit der Stadt um 1200; zweimal <milestone unit='line' n='40'/>
vollständig erneuert: 1491 und 1760. Vom spgot. Bau sind
Grundriß und Ansichten erhalten: Hallenbau in der Richtung
der Erzgebirgsschule. Der etwas ältere Chor war in seiner
reichen Dekoration an Streben und Fenstern der Marien-K. zu
Bernburg ähnlich und rührt von denselben Meistern her, <hi rend='italic'>Hanns</hi>


<pb n='81' id='i090.png'/>

<!-- [P: 81] -->
und <hi rend='italic'>Matthias Kumoller</hi>. &mdash; Der jetzige Bau nach der Zerstörung
des vorigen im 7j. Kriege erb. 1764-92. Langer Streit
um den Plan zwischen dem Ratszimmermeister <hi rend='italic'>J. G. Schmidt</hi>
(Schüler <hi rend='italic'>Bährs</hi> und dadurch Vertreter der deutschen Barocktradition)
und dem Hofbaumeister und Akademiker <hi rend='italic'>Krubsacius</hi> <milestone unit='line' n='5'/>
(der dem eben aufkommenden Pariser Klassizismus
zuneigte). Ein Gutachten <hi rend='italic'>Chiaveris</hi> verhalf <hi rend='italic'>Schmidt</hi> zum Siege.
Die Anlage ein Kompromiß zwischen zentraler und longitudinaler
Grundform. Von dem rechteckigen Umfang kommt
der WBau für Turm und Emporentreppen in Abzug; ferner <milestone unit='line' n='10'/>
sind am OEnde die Ecken abgerundet; als Gemeindehaus verbleibt
ein Quadrat, in dem aber doch wieder durch elliptischen
Grundriß der Emporen die west-östl. Achse stärker betont ist.
Die Emporen gestützt auf wenige schlanke, die Übersicht
nicht hemmende Pfeiler. Ihretwegen kein massives Gewölbe, <milestone unit='line' n='15'/>
sondern nur ein verputztes Schalwerk gewagt. Der Außenbau
nach <hi rend='italic'>Schmidts</hi> Tode (1774) von <hi rend='italic'>Chr. F. Exner</hi>. Der Turm erst
1788 von <hi rend='italic'>G. A. Hölzer</hi>, im einzelnen ohne Reiz, aber mit seinen
wohlproportionierten Maßen ein sehr glückliches Element in
der Stadtsilhouette. &mdash; Das Innere nach Brand 1897 von <milestone unit='line' n='20'/>
<hi rend='italic'>Schilling</hi> und <hi rend='italic'>Gräbner</hi> durchgreifend umgestaltet, in der Lichtführung
verbessert und in der Dekoration mit frei modernen
Einzelheiten.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Sophien-K</hi>. Die einzige K. Dresdens, von der noch wesentliche
Teile ihrer ma. Gestalt erhalten sind. Erb. 1351 für <milestone unit='line' n='25'/>
das (1265 gegr.) Barfüßerklst. Hallenkirche von 2 Schiffen
und 2 Chören. Um 1400 die Kap. der Familie Busmann angebaut,
Gwb.Konsolen mit Bildnisköpfen. &mdash; 1421 Erweiterung
der K. nach W. In Reformation profaniert, 1602 wieder als
K. umgebaut. 1737 der protestantische Hofgottesdienst aus <milestone unit='line' n='30'/>
der Schloßkapelle hierher verlegt, wobei sämtliche Ausstattungsstücke
mit übernommen. 1834 und 1864 Überarbeitung
im Sinne akademischer Neugotik. Letzte Neueinrichtung
1910. &mdash; Von der alten Ausstattung im 19. Jh. vieles entfernt.
<hi rend='g'>Hauptaltar</hi> 1606 von dem Hofarchitekten <hi rend='italic'>Giovanni <milestone unit='line' n='35'/>
Maria Nosseni</hi> aus Lugano unter Mitwirkung von <hi rend='italic'>Sebastian
Walther</hi>. Aufbau aus mehrfarbigem Marmor in schulmäßiger
italienischer Hoch-Renss., nur das seitlich den Umriß belebende
Schnörkelwerk aus der deutschen Formenwelt. [Das
h. Grab der Busmann-Kap. aus A. 15. Jh. im Mus. des Altert.Ver.] <milestone unit='line' n='40'/>
<hi rend='g'>Grabmal Nossenis</hi> († 1620) beg. 1616; wohl
von ihm selbst seine knieende Bildnisstatue, ein Meisterwerk
vornehmer Charakteristik, geringer seine drei Frauen. Von
seinen Schülern <hi rend='italic'>Sebast. Walther</hi> und <hi rend='italic'>Hegewald</hi> der Schmerzensmann,
eine Transposition von Michelangelos Christus in der


<pb n='82' id='i091.png'/>

<!-- [P: 82] -->
Minerva zu Rom. <hi rend='g'>Epitaphe</hi>: v. Osterhausen 1615 von
<hi rend='italic'>Hans Reis</hi>; Marcus Gerstenberger 1613, wohl dazu gehörig
das Marmorrelief der Grablegung, manieristisch falsches Pathos
bei meisterhafter Durchbildung (von <hi rend='italic'>Nosseni</hi>?). Großes Alabasterrelief
der <hi rend='g'>Kreuztragung</hi> von einem Unbekannten <milestone unit='line' n='5'/>
aus A. 17. Jh. Epitaphe für Paul John 1631, R. v. Bünau
1643 (Stadtmuseum), Herzogin Sophie 1653, A. v. Schönberg
1688. Lange Reihe von Hofpredigerbildnissen; Engelschall
von <hi rend='italic'>R. Mengs</hi>, Strauß und Hermann von <hi rend='italic'>A. Graff</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="g">Profanbauten</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Königl. Schloß</hi>. Große unregelmäßige Baugruppe, deren Bestandteile
infolge vielfacher Veränderungen sich nicht mehr
leicht historisch scheiden lassen. Vom ma. Bau (letzte Erweiterung
1471-76) sind einzelne Mauerteile (Flügel an der
Schloßstr.), doch keine Kunstformen erhalten. Das 16. Jh. <milestone unit='line' n='15'/>
wandelte die Burg zum Schloß um. 1701 wütete ein schwerer
Brand. Nur das Innere wurde von August dem Starken mit
Pracht neu eingerichtet, das Äußere in unscheinbarer Weise eilfertig
instand gesetzt. Der König trug sich längere Zeit mit dem
Plane eines neuen Schloßbaues an anderer Stelle. &mdash; Mit dem <milestone unit='line' n='20'/>
<hi rend='g'>Georgenbau</hi> 1533 (nach der Überlieferung von <hi rend='italic'>Hans
Schickentanz</hi>) hielt die Renss. ihren Einzug in Dresden. Beim
Brande 1701 nur das Erdgeschoß erhalten. Das eine der
beiden <hi rend='g'>Portale</hi> beim Umbau 1899 in den Winkel gegenüber
der kath. Hof-K. versetzt; der reiche Dekor in ausgeprägt <milestone unit='line' n='25'/>
lombardischem Stil; die ursp. Bekrönung war höher, ein zu
ihr gehöriges Relief in der Durchfahrt zum Jagdtor. Fries mit
<hi rend='g'>Totentanz</hi> im Mus. des Gr. Gartens. &mdash; <hi rend='g'>Moritzbau</hi>.
Ein vollständiger Um- und Vergrößerungsbau begann 1548.
Entwurf von <hi rend='italic'>Caspar Vogt</hi>, Oberaufsicht von <hi rend='italic'>Hans Dehn</hi>. <milestone unit='line' n='30'/>
Unter den folgenden Regierungen weitere Um- und Zubauten.
Den Zustand E. 17. Jh. zeigt das bmkw. große Modell im
Grünen Gewölbe. Als Hauptfassade hat die WSeite des großen
Hofes zu gelten. In der Mitte erhebt sich der mächtige, aus
dem ma. Bau herübergenommene Hausmannsturm, überhöht <milestone unit='line' n='35'/>
und mit Bar.Helm versehen 1674 von <hi rend='italic'>Klengel</hi>. Vor ihn legte
sich der große Altan in 3 Geschossen offener Bogenhallen; er
sollte, da der Turm keine Türen hatte, die Verbindung zwischen
den beiden Hälften vermitteln (1896 wurde er um 2 m vorgerückt).
Das jetzt das Erdgeschoß des Hausmannsturms <milestone unit='line' n='40'/>
durchbrechende Grüne Tor nach 1691. Aus der Zeit Moritzens
stammen die in die Winkel des Hofes verlegten großen Treppentürme
(»Schnecken«) aus dem 8Eck mit rundem Oberbau, und
die ihnen zunächst liegenden Zwerchhäuser. Nur die Schnecken


<pb n='83' id='i092.png'/>

<!-- [P: 83] -->

und der Altan haben architekt. Gliederung; die sonstige Fassade
ist glatter Verputzbau; die sie schmückende sehr reiche Sgraffitomalerei
(von den Italienern <hi rend='italic'>Ricchini</hi> und <hi rend='italic'>de Thola</hi>) ist verschwunden. 
Am Altan die erste Brüstung mit Reliefs, wohl von
<hi rend='italic'>Hans Walther</hi>. &mdash; Das Tor an der Schloßstraße 1589; kräftige <milestone unit='line' n='5'/>
Rustikasäulen dorischer Ordnung tragen einen Metopenfries; der
Aufsatz umgestaltet. Der <hi rend='g'>Kleine Schloßhof</hi> 1592 von
<hi rend='italic'>Paul Buchner</hi> in derber deutscher Renss. Der Durchgang zum
Großen Hof nebst Portal in vornehmeren Barockformen 1682. &mdash;
Von der <hi rend='g'>inneren Einrichtung</hi> der älteren Teile ist <milestone unit='line' n='10'/>
infolge von Bränden und Umbauten wenig übrig: Die Deckenmalerei
im sog. Wettinzimmer von <hi rend='italic'>Hans Willkomm</hi> und
<hi rend='italic'>Gg. Fleischer</hi>; dagegen von Italienern die Decke des sog. Porzellanzimmers
im Hausmannsturm; zartes Groteskenornament
in Stuck auf farbigem Grunde in der Art der raffaelischen <milestone unit='line' n='15'/>
Loggien, speziell an dessen in Genua tätigen Schüler <hi rend='italic'>Perino
del Vaga</hi> erinnernd (vielleicht aus der genuesischen Künstlertruppe, 
die 1538 nach Prag berufen war). &mdash; Aus der ersten
Zeit August des Starken stammt die Ausstattung der Chambre
de lit und des Thronsaals. &mdash; Von den 7 Räumen des Grünen <milestone unit='line' n='20'/>
Gewölbes besitzen das »Silberzimmer« und der »Preziosensaal«
Stuckdecken aus 16. Jh.; andere haben 1721-24 ihre Dekoration
erhalten, als August der Starke in ihnen den unvergleichlichen
Schatz von Edelmetallarbeiten, der noch heute
dort bewahrt wird, aufstellen ließ. &mdash; Aus letzterer Zeit auch <milestone unit='line' n='25'/>
der »Gardesaal« nahe der »englischen Treppe«; diese ist älter,
von 1669. &mdash; Verschiedene Nebengebäude, wie das Ballhaus
und das Komödienhaus, sind verschwunden. &mdash; Die <hi rend='g'>Schloßkapelle</hi>,
im Moritzbau im S des Hausmannsturms, wurde
1602 und 1662 umgebaut, nach dem Übertritt des Kurfürsten <milestone unit='line' n='30'/>
Friedr. August I. zur kathol. Kirche 1737 dem Gottesdienst
entzogen und zu den Wohnräumen geschlagen. Der erste Bau
unter Moritz folgte dem Typus der Schloßkapelle zu Torgau.
Davon hat sich das (an den Jüdenhof versetzte) herrliche
<hi rend='g'>Portal</hi> erhalten, bez. 1555, Formen und Verhältnisse in rein <milestone unit='line' n='35'/>
italienischem Geist, doch von einem Deutschen (<hi rend='italic'>Hans Walther ?,
Christoph Walther</hi>?) Der <hi rend='g'>Altarbau</hi> von 1602, von einem
der <hi rend='italic'>Walther</hi>, ist in die Schloßkapella zu Torgau übergeführt. 
Der <hi rend='g'>Taufstein</hi> jetzt in der Sophienkirche, um
1555, mit Veränderungen 1602. Ebendahin gelangten die <milestone unit='line' n='40'/>
wertvollen <hi rend='g'>Altargeräte</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Palais am Taschenberg</hi>. 1707 ff. unter starkem Anteil von
<hi rend='italic'>Pöppelmann</hi>. Die 48 m breite Front hat 19 Fensternischen und
4 Geschosse. Das Mittelrisalit springt wenig vor, ist aber durch
reichen Fensterschmuck ausgezeichnet. Im Innern eine <reg orig='groß-|artige'>großartige</reg>
<pb n='84' id='i093.png'/>
<!-- [P: 84] -->
(nur zur Hälfte erhaltene) Treppenanlage. 1756 ff. die
seitl. Erweiterungsbauten unter Leitung von <hi rend='italic'>Schwartze</hi>. Die
köstlichen Brunnen und sonstigen plastischen Arbeiten von
<hi rend='italic'>Gottfr. Knöffler</hi>. Von der alten Einrichtung erhielt sich nur die
Kapelle. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Kanzleihaus</hi> (jetzt Hofapotheke), 1567 von <hi rend='italic'>Hans Irmisch</hi>; die
Sgraffitomalerei, von <hi rend='italic'>Benedikt de Thola</hi>, zerstört; einige
Mobilien aus der Erbauungszeit.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Stallhof</hi> (heute Johanneum und Gewehrgalerie). 1. Der kurfürstl.
Stall, 1586 ff. von <hi rend='italic'>Paul Buchner</hi>; nach Ausweis alter Zeichnungen <milestone unit='line' n='10'/>
eine nicht nur sehr ausgedehnte, sondern auch überraschend
glänzende Anlage, Sgraffitomalerei an den Wänden,
reich dekorierte Zwerchhäuser am hohen Dach; jetzt ganz
verunstaltet. 2. Der »lange Gang«, seit 1731 als Gewehrgalerie
benutzt; die 53 Fürstenbildnisse (meist von <hi rend='italic'>Heinrich Göding</hi> <milestone unit='line' n='15'/>
ca. 1570-80) haben nur dekorativen Wert, die 29 Turnierbilder
nur kulturgeschichtlichen. Außen das derbkräftige
»Jagdtor«, die Bildwerke von <hi rend='italic'>Andreas Walther</hi>. 3. Der »Stallhof«
selbst; im 18. Jh. für die Gemäldegalerie umgebaut;
seither weiter verändert. Zwei prachtvolle bronzene Säulen <milestone unit='line' n='20'/>
(1588) auf dem Hofe dienten beim Ringelrennen.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Zeughaus</hi> (heute Albertinum) 1559-63 von <hi rend='italic'>Paul Buchner</hi>,
gebürtig aus Nürnberg, bis dahin in den Niederlanden tätig,
von wo er die reiferen Renaissanceformen einführte. 4 Flügel
umgeben ein gestrecktes etwas verschobenes Rechteck. Das <milestone unit='line' n='25'/>
Erdgeschoß (das sich allein in ursp. Gestalt erhalten hat),
wird durch toskanische Säulen rundum in zwei Schiffe geteilt;
erhalten ferner 2 Tore gegen W in Rustikaarchitektur.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Zwinger</hi>. 1711-22 von <hi rend='italic'>Matthäus Daniel Pöppelmann</hi> (1662
bis 1736). Die monumentale Gestaltung eines Renn- und <milestone unit='line' n='30'/>
Festspielplatzes, dergleichen um jene Zeit in Florenz, Wien
und Paris öfters, in Dresden selbst im Jahre 1709, in provisorischer
Holzkonstruktion zur Ausführung gekommen waren.
Etwas von der phantastischen Pracht der Bühnenarchitektur
ist auf die Anlage übergegangen, aber gemäßigt durch eine <milestone unit='line' n='35'/>
hohe, klare und für den gegebenen Zweck überaus glückliche
Grundrißdisposition. Den Zwinger von der SWHauptpforte
betretend, hat man vor sich einen Hof von 106 m Tiefe und
107 m Breite; aus den Langseiten treten Flügel mit Segmentbogenschluß
hervor, wodurch das Ganze kreuzförmige Gestalt <milestone unit='line' n='40'/>
erhält, mit Erweiterung der Querachse auf 204 m. Die dem
Eingang gegenüberliegende Seite (wo jetzt <hi rend='italic'>Sempers</hi> Galeriegebäude
steht) blieb offen und man weiß nicht genau, mit
welchem Programm <hi rend='italic'>Pöppelmann</hi> hier zu rechnen hatte. (Vor
der Eingangseite zog sich der breite Stadtgraben [jetzt <reg orig='Ostra-|allee'>Ostraallee</reg>]
<pb n='85' id='i094.png'/>
<!-- [P: 85] -->
hin und links schlossen sich die hohen, schon damals
mit Bäumen bepflanzten Wälle an). Den großen Hof umgibt
eine Pfeiler- und Bogenhalle auf hohem Sockel. Aus ihr
erheben sich mehrere Pavillons, 4 an den Langseiten des
Mittelhofs und 2 am Schluß der Kreuzflügel. Von ihnen aus <milestone unit='line' n='5'/>
schaute die Hofgesellschaft den Spielen zu, während die Arkadengänge
eine Orangerie enthielten; mit diesem Zweck
hängen die vor jeder Arkade angeordneten Konsolen zusammen.
&mdash; Über der genialen Phantastik der Behandlung
darf der Wert der Gesamtanlage nicht übersehen werden: <milestone unit='line' n='10'/>
der wundervolle Rhythmus des Grundrisses und die hohe
Angemessenheit der Proportionen des Aufbaues. Der Stil
der Zwingerarchitektur hat mit dem Rokoko historisch nichts
zu schaffen, ist ihm auch nicht stimmungsverwandt; er ist
aus umfassenden italienischen Studien hervorgegangen; selbst <milestone unit='line' n='15'/>
<hi rend='italic'>Palladio</hi> dürfte mit seinen Villenentwürfen nicht ohne Einfluß
gewesen sein. Charakteristisch für den Zwingerstil ist
die enge Verbindung von Architekturformen mit <hi rend='g'>figürlicher
Plastik</hi>. Je einer der 4 Saalbauten ist in seiner
Dekoration Jupiter, Neptun, Vulkan und Apoll gewidmet. <milestone unit='line' n='20'/>
Von <hi rend='italic'>Permoser</hi> der Atlas auf dem Wallpavillon, die vier Jahreszeiten
am Eingangspavillon, die Entwürfe zu den Faunen
unter den Konsolen vor den Arkaden; anderes z.T.
spät; so die Statuen am Uhrpavillon von <hi rend='italic'>J. B. Dorsch</hi> 1785.
&mdash; Außerhalb des Hofes im nördl. Winkel das Nymphenbad; <milestone unit='line' n='25'/>
das im südl. Winkel gelegene große Opernhaus ist nach Brand
1849, das kleine 1841 abgebrochen.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Palais im Großen Garten</hi>. Der Garten beg. 1676 unter Johann
Georg II.; schnurgerade Alleen, Rennbahn für Reiterspiele,
Naturtheater, Irrgarten, Wasserkünste, zahlreiche Pavillons <milestone unit='line' n='30'/>
(im heutigen Bestande aber nur in einzelnen Andeutungen
noch zu erkennen). In der Mitte das <hi rend='g'>Palais</hi>, 1679 von
Oberlandbaumeister <hi rend='italic'>J. G. Starke</hi>. Es sollte »italienisch«
gebaut werden. Anklänge speziell an die Gartenpaläste Genuas
(durch das Buch von Rubens sehr bekannt) nicht zu <milestone unit='line' n='35'/>
verkennen. In der Verbindung des Monumentalen mit dem
Anmutig-Heiteren eine ausgezeichnete Leistung. Gr. gestreckter
Mittelbau mit kurzen, nach beiden Seiten vorspringenden
Querflügeln. Im Aufriß folgen sich: Erdgeschoß in Rustika;
Hauptgeschoß mit Pilastern und großen Fenstern; Attika <milestone unit='line' n='40'/>
als Halbgeschoß. Der Mittelbau hat auf beiden Seiten eine
weitläufige Freitreppe in der Höhe des Erdgeschosses und
ein Mittelrisalit mit gekuppelten Sll., toskanisch im Erdgeschoß,
jonisch im Hauptgeschoß. Die Mauerflächen neben
ihr und über den Fenstern sind mit Festons und Draperien


<pb n='86' id='i095.png'/>

<!-- [P: 86] -->

geschmückt; ferner spielen Nischen mit Statuen und (im
Attikageschoß) Büsten eine Rolle. Auf dem mittl. Dachfirst
eine Balustrade mit Vasen. Im ganzen herrschen gerade
Linien, wie überhaupt der Bau mehr renaissancemäßigen
als barocken Charakter hat. Der den ganzen Mittelbau einnehmende <milestone unit='line' n='5'/>
Saal in seinem gravitätischen Prunk sehr eindrucksvoll; 
Gliederung der Wand durch Nischen mit überlebensgroßen
Standbildern antiker Göttinnen (vom Niederländer
<hi rend='italic'>Dierks</hi>), Buntmarmorsäulen, schwerem verkröpftem Hauptgesims, 
Spiegelgewölbe &mdash; alles kraftvoll mit Stuck und Farbe dekoriert. <milestone unit='line' n='10'/>
&mdash; Die <corr sic="Mormarstatuen">Marmorstatuen</corr> und Vasen des Gartens (einst
150) in Rom und Venedig bestellt, von <hi rend='italic'>Baratta</hi>, <hi rend="italic">Balestra</hi>, <hi rend="italic">Corradini</hi>
und angebl. auch <hi rend='italic'>Bernini</hi>, von dem aber heute nichts
mehr nachzuweisen. Die in entfernteren Teilen zerstreuten
Sandsteinbildwerke meist von deutschen Künstlern; bmkw. <milestone unit='line' n='15'/>
die Apotheose eines Fürsten (Eugen v. Savoyen?) von <hi rend='italic'>Permoser</hi>
(ursp. an anderem Ort). &mdash;
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Japanisches Palais</hi> in der Neustadt. Hieß ursp. »holländisches«. 
Erster Bau 1715 von <hi rend='italic'>Pöppelmann</hi> für Gf. Flemming.
Dann vom König angekauft und 1729-41 umgebaut und <milestone unit='line' n='20'/>
vergrößert von <hi rend='italic'>Pöppelmann</hi> († 1733) und <hi rend='italic'>Longuelune</hi> unter
Oberleitung des Generalintendanten <hi rend='italic'>Jan de Bodt</hi>. <hi rend="italic">Pöppelmann</hi>
gehört der Elbflügel und der Arkadenhof. &mdash; 4 Flügel
im Rck., außen 74&nbsp;:&nbsp;56 m. Jede Langseite durch Eck- und Mittelvorlage, 
jede Vorlage durch Pavillondach herausgehoben. <milestone unit='line' n='25'/>
Die kräftigste <sic>wagerechte</sic> Teilungslinie über dem Erdgeschoß;
es folgen Hauptgeschoß und Mezzanin, durch senkrechte
Streifen zusammengehalten; das Mittelrisalit hat einen Giebel,
getragen von 4 Paaren gekuppelter Säulen. Die eigenartig
geschwungenen Linien des Kupferdachs sollen an Japanisches <milestone unit='line' n='30'/>
erinnern. Augusts Plan, das ganze Innere einheitlich mit
Porzellan zu dekorieren, kam nur zum kleinsten Teil zur Ausführung.
&mdash; Die dekorative Plastik, vornehmlich im Hof,
von <hi rend='italic'>J. Ch. Kirchner</hi>. Die Gartenanlage von <hi rend='italic'>Pöppelmann</hi>,
früher reichlicher mit Vasen und Statuen dekoriert. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Kurländer Palais</hi>. Erster Bau für Gf. Wackerbarth 1718,
Umbau 1728 wahrscheinlich durch <hi rend='italic'>Joh. Christoph Knöffel</hi>.
Die Anlage gruppiert sich unregelmäßig, doch mit trefflicher
Raumausnutzung, um mehrere Höfe. Die nicht sehr ausgedehnte
Fassade erreicht monumentale Wirkung; Erdgeschoß <milestone unit='line' n='40'/>
und Hauptgeschoß mit fast verborgenem Mezzanin. Im Innern
hat der Gobelinsaal seine Einrichtung fast vollständig erhalten; 
die <hi rend='g'>Ölgemälde</hi> über den Türen von <hi rend='italic'>Silvestre</hi>
und <hi rend='italic'>Casanova</hi>, die <hi rend='g'>Bildwebereien</hi> mit Darstellungen aus
dem Bauern-, Schiffer- und Hirtenleben von dem Brüsseler


<pb n='87' id='i096.png'/>

<!-- [P: 87] -->

<hi rend="italic">van dem Borcht</hi> nach David Teniers d. J. Der Festsaal von
<hi rend="italic">Joseph Deibel</hi> in der Zeit als der Chevalier de Saxe Besitzer
war (um 1761).
</p>

<p>
<hi rend="bold">Landhaus.</hi> An der Stelle des in der Belagerung von 1760
beschädigten Flemmingschen Palais 1770 von <hi rend="italic">F. A. Krubsacius</hi>. <milestone unit='line' n='5'/>
Die 77 m lange Schauseite auf die Wirkung in enger Straße
berechnet. Die Hofseite gab Gelegenheit zu einem kräftig
vortretenden Mittelbau mit riesigem Treppenhaus. Die Einzelformen
sehr einfach, auf eigentliches Ornament ganz
verzichtend. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Regimentshaus</hi> 1710.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hotel de Saxe</hi> und <hi rend="bold">British Hotel</hi>. Ursp. vornehme Adelshäuser,
um 1720 von <hi rend="italic">George Bähr</hi>. Geistvolle und prächtige, lebhaft
bewegte Kompositionen bei recht derber Detailbildung.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hoymsches Palais</hi> (Harmonie). Die Front gegen die Landhausstraße <milestone unit='line' n='15'/>
von <hi rend="italic">Knöffel</hi>, die gegen die Rampische Str. von <hi rend="italic">Krubsacius</hi>,
Lisenengliederung von guten Verhältnissen, sparsames
Zierwerk. Im Hofe reizender <hi rend="g">Brunnen</hi> von <hi rend="italic">Gottfr. Knöffler</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Coselsches Palais</hi>. Gleich dem vorigen für das sächsische
Spätbarock besonders bezeichnend. Der hohe Mittelbau 1744 <milestone unit='line' n='20'/>
von <hi rend="italic">Knöffel</hi> in der bei ihm beliebten Lisenenarchitektur mit
schwachen Gruppierungskontrasten. Die vorspringenden
niedrigen Flügel 1762 hinzugefügt.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Palais des Chevalier de Saxe</hi> (Palais Prinz Johann Georg)
1764-70 von <hi rend="italic">F. A. Krubsacius</hi>. 1855 umgebaut. Es hatte <milestone unit='line' n='25'/>
ursp. ein einziges Hauptgeschoß, darüber ein Halbgeschoß
und die in dem hohen Dach angebrachten Mansardenzimmer.
Charakter: vornehme <corr sic='Einfacheit'>Einfachheit</corr>. Die Trophäen und Putten
von <hi rend="italic">Gottfr. Knöffler</hi>. Im Park Zierbauten &mdash; Ruine, Tempel,
Einsiedelei (1799) und dergl. &mdash; von <hi rend="italic">Weinlig</hi> (<hi rend="italic">?</hi>), Vorahnungen <milestone unit='line' n='30'/>
der Romantik in klassizistischem Gewande. Gartenplastik.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Ministerpalais in der Seestraße.</hi> 1753 als Privatgebäude, in
der Art <hi rend="italic">Knöffels</hi>. Fassade von 9 Achsen in schlichter Lisenenarchitektur;
4 Geschosse, von denen nur das erste und das
letzte durch Gurtgesimse abgesondert, so daß doch wieder <milestone unit='line' n='35'/>
ein Dreiklang entsteht.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Palais des Grafen Brühl, später Marcolini</hi> (jetzt Stadtkrankenhaus)
1746. Langgestreckter Bau (200 m) in einfacher Lisenenarchitektur.
In der Achse kleiner Ehrenhof. Die Hermen
an den Torpfeilern von <hi rend="italic">Wiskotschill<hi></hi>, die wunderlichen Löwen <milestone unit='line' n='40'/>
(nach chinesischen Mustern?) von  J. B. Dorsch</hi>. Von der
Inneneinrichtung blieb wenig intakt, so der chinesische Saal
und ein pompejanisches Zimmer. Im Garten der großartige
<hi rend="g">Neptunsbrunnen</hi> nach <hi rend="italic">Longuelunes</hi> Entwurf von <hi rend="italic">Lorenzo
Mattielli</hi> 1741-44, eine Fels- und Grottenarchitektur


<pb n='88' id='i097.png'/>

<!-- [P: 88] -->

mit plastischen Kolossalfiguren in meisterhaftem Gruppenbau.
[Eine reizende Brunnengruppe mit Amphitrite von <hi rend="italic">Knöffler</hi>
jetzt im neuen Ständehaus; die einst im Garten zerstreuten
Vasen und <hi rend="g">Einzelstatuen</hi> auf der Bürgerwiese.]
</p>

<p>
<hi rend="bold">K. Stallgebäude</hi>. 1794 von <hi rend="italic">Ch. Weinlig</hi>. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Justizministerium.</hi> 1733 angeblich von <hi rend="italic">Pöppelmann</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Blockhaus</hi> (jetzt Hauptwache) erb. 1737ff. von <hi rend="italic">Zacharias
Longuelune</hi>, als wichtiger Richtungspunkt für die Straßenzüge
der Neustadt. Ein wesentlicher Bestandteil, die Krönung
durch Pyramide und Obelisk mit dem Bilde Augusts des <milestone unit='line' n='10'/>
Starken, blieb unausgeführt. Das jetzige Obergeschoß über
dem Hauptsims nach 1880.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Palais des Grafen Wackerbarth,</hi> begonnen 1725 als Kadettenhaus,
dazu Reitbahn.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus der Altstadt.</hi> 1741-45 nach <hi rend="italic">Knöffels</hi> Entwurf. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus der Neustadt</hi>. 1750-54 von <hi rend="italic">Berger</hi> und <hi rend="italic">Winkler</hi>;
sehr schlicht, nur durch die sorgfältig abgewogenen Verhältnisse
wirkend.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gewandhaus</hi> 1768 von <hi rend="italic">J. G. Schmidt</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Bürgerhäuser</hi>. Dresden war bis ins 16. Jh. eine unbedeutende <milestone unit='line' n='20'/>
Stadt. Von ca. 1550 begann eine lebhafte, wenn auch nicht
glänzende Bautätigkeit, die durch den 30j. Krieg unterbrochen
wurde. Von dessen Ende bis zum 7j. Kriege ist Dresdens
klassische Zeit. In keiner anderen deutschen Stadt ist diese
Epoche im bürgerlichen Bauwesen so gut vertreten, trotz <milestone unit='line' n='25'/>
großer Einbußen durch den Brand der Neustadt 1695, die Belagerung
von 1760 und die umgestaltende Tätigkeit des letztverflossenen
Menschenalters. Im Folgenden nur eine Auswahl
charakteristischer Beispiele.
</p>

<p>
a) <hi rend="g">Aus der Spätgotik</hi>. Marien-Apotheke; spitzbg. <milestone unit='line' n='30'/>
Tor um 1460-70, im schrägen Gewände Sitznischen mit
Baldachin, in Bgg. verschränktes Stabwerk; jetzt im Zoologischen
Garten; ein zweites kleineres an der Hofseite des Hausflurs.
&mdash; Interessanter Gr. Wilsdruffer Str. 2. &mdash; Gewölbte
Hausflure Schloßstr. 32 und Seestr. 2 mit angeputztem gewundenem <milestone unit='line' n='35'/>
Netzwerk. &mdash; [Mehrere bis ins 19. Jh. erhaltene
Votivmadonnen jetzt im Altert.-Ver.].
</p>

<p>
b) <hi rend="g">Frührenaissance</hi>. Ecke Frauenstr. und Neumarkt
Runderker mit reizendem Kinderfries um 1530. &mdash;
Reich mit Masken belebte Treppentür in Schloßstr. 1 und 20. &mdash; <milestone unit='line' n='40'/>
Portalaufsatz Altmarkt 20 von 1538.
</p>

<p>
c) <hi rend="g">Hoch- und Spätrenaissance</hi> 1550-1650. In
sonst umgebauten Häusern Fenster aus dieser Epoche: Webergasse
3, 5, 9, 13; Scheffelstr. 4, 7, 13; Wilsdruffer Str. 3, 6, 10,
13, 20, 31, 36, 40; Schloßstr. 6, 12, 15, 18, 23; Schössergasse 5,


<pb n='89' id='i098.png'/>

<!-- [P: 89] -->

11, 17, 27. &mdash; Da in dieser Epoche die Firste regelmäßig parallel
zur Straße angelegt werden, kommen größere Giebel nur an
Eckhäusern vor; sonst nur Zwerchgiebel; besonders bmkw.
Exemplare haben sich nicht erhalten. &mdash; Ganze Fassaden:
Schreibergasse 12 mit 3geschossigem rck. Erker an der Ecke. &mdash; <milestone unit='line' n='5'/>
Seestr. 1, Erker ähnlich dem vorigen. &mdash; Wilsdruffer Str. 15
Hotel de France, 4geschossig zu 6 Fenstern in dichter Stellung,
Details nach Serlios Musterbuch. &mdash; Schloßstr. 11 Hotel Stadt
Gotha, kräftig ausgebildeter Erker auf gequadertem Tragstein,
vor A. 1591. &mdash; Schloßstr. 6, 2geschossiger Erker mit gequaderten <milestone unit='line' n='10'/>
Ecklisenen. &mdash; Schloßstr. 30, Erker mit den Halbfiguren
des Kurf. Christian II. und seiner Gemahlin, 1612 von
<hi rend="italic">Hans Steyer</hi>. &mdash; Schloßstr. 11 und 34, wo auch ein größerer
Giebel. &mdash; Hübsche, doch nicht hervorragend reiche Portale:
Zahngasse 13, Pfarrgasse 7, Kleine Kirchgasse 5, Weißegasse 2. <milestone unit='line' n='15'/>
&mdash; Reste alten Holzbaus selten.
</p>

<p>
d) <hi rend="g">Barockbauten</hi> 1650-1690. Ecke Wilsdruffer
Str. 14 und Große Brüdergasse 1 um 1650-60, Schloßstr. 14
um 1660 &mdash; mit Kartuschenumrahmung der Fenster &mdash;, Wilsdruffer
Str. 15 vorzüglich erhaltener reicher Erker um 1680. &mdash; <milestone unit='line' n='20'/>
Ebenda 42 um 1690. &mdash; Rampische Str. 9 große Fassade in
niederländischer Art um 1690.
</p>

<p>
e) <hi rend="g">Barockbauten</hi> 1690-1715. Sporergasse 2, großes
Haus, mit einfachen Mitteln kraftvoll gegliedert, der Art
<hi rend="italic">Klengels</hi> nahestehend, um 1695. &mdash; Portal Neumarkt 12, jetzt <milestone unit='line' n='25'/>
als Fenster umgebildet. &mdash; Scheffelstr. 5, dor., jon. und korinth.
Pilasterordnungen, an den Fensterbrüstungen aufgehängte
Tücher, um 1700. &mdash; Landhausstr. 13 um 1710. &mdash; Große
Brüdergasse 39 unter <hi rend="italic">Pöppelmanns</hi> Einfluß um 1710, polyg.
Erker. &mdash; Häuser derselben Richtung von zunehmender Stattlichkeit <milestone unit='line' n='30'/>
sind: das Eckhaus Wilsdruffer Str. 1 von <hi rend="italic">J. G. Fehre</hi>,
einerseits 8, andererseits 9 Achsen, an der Ecke durchgehende
Erker, im Aufbau die schwierige Vierzahl der Geschoßteilung
geschickt gelöst; Galeriestr. 14 von <hi rend="italic">G. Hase</hi>; Große Brüdergasse
31; An der Mauer 2 von <hi rend="italic">George Bähr</hi>, für sich selbst, <milestone unit='line' n='35'/>
3achsig, originelle Stockwerkteilung; Rampische Str. 7 von
<hi rend="italic">Georg Hase</hi>, 5achsig, flacher Mittelerker, eigenartig krause Verdachungen.
&mdash; Frauenstr. 9, tiefes Grundstück, Fassade
3achsig, Hof mit gewölbten Bogengängen durch 5 Stockwerke.
&mdash; Schloßstr. 5 um 1710. &mdash; Jüdenhof 5 (für den berühmten <milestone unit='line' n='40'/>
Goldschmied Chr. Georg Dinglinger), die Fassade voll
rhythmischen Lebens, eine der feinsten unter den <hi rend="italic">Pöppelmann</hi>
nahestehenden, mit Ausnahme des Erdgeschosses ganz unverändert.
&mdash; Große Klostergasse 2, wohl von <hi rend="italic">Pöppelmann</hi> selbst
bez. 1715. &mdash; Ebenso Hauptstr. 17 und Rampische Str. 5.


<pb n='90' id='i099.png'/>

<!-- [P: 90] -->

f) <hi rend="g">Barockhäuser</hi> 1715-40. Wilsdruffer Str. 7,
Goldener Engel, die 4 mittleren der 6 Achsen durch reiche
Fensterverdachung ausgezeichnet und über dem Dachgesims
mit einem Stichbogengiebel gekrönt. &mdash; Ähnlicher Kompositionsgedanken
auf ein Dreifensterhaus angewendet Rampische <milestone unit='line' n='5'/>
Str. 33. &mdash; Zahnsgasse 10, beg. 1722, 8 Fenster Front,
durch Wechsel der Verdachungen rhythmisiert. &mdash; Heinrichsstr.
2 von <hi rend="italic">Fehre</hi> 1720. &mdash; Hauptstr. 26 um 1730. &mdash; Jüdenhof
2 bez. 1736. &mdash; Königstr. 1 bez. 1734; ähnlich 5.
</p>

<p>
g) <hi rend="g">Rokokohäuser vor</hi> 1760. Frauenstr. 14 um 1750 <milestone unit='line' n='10'/>
mit reizendem plastischem Schmuck von <hi rend="italic">Knöffler</hi>. &mdash; Sophienstr.
1, Gliederung durch Lisenen, zwischen den Fenstern
trefflich gezeichnete Kartuschen. &mdash; Altmarkt 1 von <hi rend="italic">Knöffel</hi> 1741.
</p>

<p>
h) <hi rend="g">Rokokohäuser nach</hi> 1760. An der Frauenkirche
20 von 1764. &mdash; Breitestr. 12. &mdash; Moritzstr. 6 ganz ohne architektonische <milestone unit='line' n='15'/>
Glieder, nur mit frei über die Fläche verteiltem
Stuckornament. &mdash; Ähnlich Landhausstr. 4. &mdash; Im ganzen
jedoch herrscht in dieser Zeit einfache Lisenengliederung der
Flächen, z.B. Neumarkt 10 Stadt Rom; An der Frauenkirche 5;
Augustusstr. 2. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
i) <hi rend="g">Der Klassizismus</hi>: Landhausstr. 18 und 27. &mdash;
Pillnitzer Str. 26. &mdash; Johannesstr. 23. &mdash; Pirnaische Str. 50. &mdash;
Polierstr. 19. &mdash; Gewandhausstr. 7 dorisch.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Museen</hi>: Altertums-M.; M. des K.S. Altertumsvereins; Sammlung
für Baukunst d. Techn. Hochschule; Stadtmuseum im <milestone unit='line' n='25'/>
neuen Rathaus; M. d. Ver. f. sächs. Volkskunde.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Denkmäler.</hi> Reiterstandbild <hi rend="g">Augusts des Starken</hi>
auf dem Markt der von ihm geschaffenen Neustadt, 1732 von
<hi rend="italic">Ludwig Wiedemann</hi>. Denkmal für den <hi rend="g">Kurfürsten
Moritz</hi> nach 1553 (jetzt an der Brühlschen Terrasse); in <milestone unit='line' n='30'/>
einer Ädikula dorischer Ordnung reliefartig wirkende Rundfigg.
vor festem Hintergrund: Moritz, vom Knochenmann gedrängt,
übergibt seinem Bruder August das Kurschwert.
Meister unbekannt [<hi rend="italic">Hans Walther?</hi>].
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DROYSSIG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der östl. platt geschlossene Teil mit schmalen spitzbg.
Fenstern deutet auf 13. Jh. &mdash; Guter spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>.
Zahlreiche <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> 14. bis 18. Jh., z.T. vortrefflich.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi>. Sehr interessante ma. Anlage, ovaler Grundriß, 5
(ursp. 6) halbrunde Türme, Zwinger, die Wohnbauten renss. und <milestone unit='line' n='40'/>
bar. Reizvoll malerischer Eindruck.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>DRÜGENDORF.</hi> OFranken BA Ebermannstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1775. Altäre und Kanzel von <hi rend="italic">J. B. Kamm</hi>, Deckenfresken
von <hi rend="italic">Wunder</hi> bez. 1770, Hochaltargemälde von <hi rend="italic">Mattenheimer</hi>.
</p>


<pb n='91' id='i100.png'/>

<!-- [P: 91] -->

<p>
<hi rend='ort'>DUTTENBRUNN.</hi> U Franken BA Karlstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor und OTeil des Lhs. E. 12. Jh., Erweiterung
17. Jh.
</p>
</div>

<div>
<index index="toc" />
<head><title>E</title></head>


<p>
<hi rend='ort'>EBELEBEN.</hi> Schwarzburg-Sondersh. LA Sondersh. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Umbau 1702; gräfl. Schwarzbg. Grabkap. 1642.
Epit. der Herren v. E. 1569. &mdash;
</p>

<p>
<hi rend="bold">Fürstl. Schloß</hi> 16.-18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EBELSBACH.</hi> UFranken BA Haßfurt.
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß.</hi> Von 1396 bis zur Gegenwart im Besitz der Herren <milestone unit='line' n='10'/>
v. Rotenhan. Erb. 1564 ff. Wasseranlage. Die Umfassungsmauern
regelmäßiges Rok. mit Ecktürmen. Nur an 2 Seiten
wohnmäßig ausgebaut, Fachwerk über Quaderunterbau.
Kapelle 1580, neu ausgestattet A. 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EBENHARD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der turmtragende eingezogene quadr. Chor in der
Anlage frgot., Lhs. rok.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EBERN.</hi> UFranken BAmtsstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 2. H. 15, Jh. Hallenkirche mit niedrigeren Sschiffen.
Die letzteren schließen polyg., ebenso der das Msch. fortsetzende <milestone unit='line' n='20'/>
(ältere) Chor. Im Msch. Sterngwbb. von strenger
Bildung, im Chor und in den Ssch. einfache Kreuzgwbb. Die
runden Pfll. haben schlichtes Kämpfergesims. WEmpore
jünger (1492). Außen Quaderbau, bar. und modern rest.
Turm im W. Im nördl. Sschiff prächtiger <hi rend="g">Bar.-Altar</hi>, <milestone unit='line' n='25'/>
Bamberger Arbeit. <hi rend="g">Sandsteinkanzel</hi> ca. 1610. &mdash;
Rotenhansche <hi rend="g">Epitaphe</hi>, ein bronzenes 1539, ein steinernes
1559 vielleicht von <hi rend="italic">Kilian Sorg</hi>. &mdash; Neben der K. 2stöckige
<hi rend="bold">Michaelis-Kap.</hi> 1464 (Inschr.). Unten Beinhaus, Erkerchor,
kleines <hi rend="g">Relief</hi> mit Jüngstem Gericht. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Marien-K.</hi> auf dem Friedhof. 2. H. 15. Jh. 2sch. mit zierlichem
polyg. Chor, darin fein gemusterte Sterngewölbe (1518),
die Strebepfeiler auf statuarische Ausstattung berechnet. &mdash;
Wirkungsvoller <hi rend="g">Hochaltar</hi> 1750, Altarblätter von <hi rend="italic">J. A.
Glantschnigg</hi> 1745, 1746. <hi rend="g">Pietas</hi> um 1480. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
Ehem. fürstbischöfl. <hi rend="bold">Amthaus</hi> (jetzt Gericht), renss.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1604. Steinernes Erdgeschoß in 4 Säulenarkaden geöffnet,
Obergeschosse reich gemusterter Fachwerkbau, am
Giebel Dachreiter. Mehrere wohlerhaltene Tor- und <hi rend="bold">Mauertürme,</hi>
2 bar. <hi rend="bold">Brunnen,</hi> Neptun und Pallas.
</p>


<pb n='92' id='i101.png'/>

<!-- [P: 92] -->

<p>
<hi rend='ort'>EBERSBACH.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der originelle Gr. entstand 1726 durch Anfügung
eines zentrischen, aus Kreis und Polygon gemischten OBaus
an einen älteren Langbau. Hölzerne Tonnen- und Kuppel-Gwbb.
Ringsum Emporen in 3 Geschossen. Die <hi rend="g">Inneneinrichtung</hi> <milestone unit='line' n='5'/>
ein besonders stattliches Paradigma der
Lausitzer Predigt-K. In allen Teilen polychromiert. An den
Emporen 54 biblische Gemälde von 1733. Ansehnlicher Baldachinaltar
1787. Hübsches Gestühl. Der Prospekt der Silbermannschen
Orgel von 1738 ist einer der prachtvollsten Sachsens. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Herrenhaus</hi> um 1700.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EBERSBERG.</hi> RB Cassel Kr. Hersfeld.
</p><p>
<hi rend="bold">Burgruine.</hi> Ein Teil der Ringmauer und 2 runde Türme erhalten.
1274 zerstört, 1396 wieder aufgebaut.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EBERSDORF.</hi> Reuß j.L. LA Schleiz. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Fürstl. Schloß</hi> 1690-93.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EBERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Flöha.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Stifts-K.</hi> um 1400, die reiche Ausstattung E. 15. und
A. 16. Jh. &mdash; Das Lhs. 1sch. begonnen, noch während des Baues
durch Einziehung von Pfll. in ein 2sch., ein weiteres und ein <milestone unit='line' n='20'/>
schmäleres geteilt; dadurch schneidet ein Pfl. unsymmetrisch
in den etwas eingezogenen Chorbogen, Kreuzgwb., Chor gestreckt
mit Schluß aus 8 Ecken, Sterngwb.-Turm an der
SWEcke. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> 1513 mit 4 beweglichen und
2 festen Flügeln. Aus derselben Zeit Reste eines schönen <milestone unit='line' n='25'/>
<hi rend="g">Chorgestühls</hi>. <hi rend="g">Ikon. Grabst.</hi> des Dietrich v. Harras,
des kühnen Springers der Sage, um 1500. [Von hohem Wert
die <hi rend="g">geschnitzten Figg.</hi> eines Engels und eines Diakons
als Lesepulthalter, jetzt im <corr sic='Atert'>Altert</corr>.-Ver. in Dresden: nach
Flechsig vom Meister der »schönen Tür« in Annaberg.] <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EBERSRODA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. OTurm mit gepaarten Fenstern.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EBRACH.</hi> OFranken BA Bamberg II.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Klst</hi>. gegr. 1127, die älteste und stets vornehmste
Niederlassung des Ordens in Franken. Die bestehende <milestone unit='line' n='35'/>
Kirche Neubau des 13. Jh. Erste Altarweihen, wohl nicht
lange nach Beginn des Baues, 1218 und 1221. Letzte Vollendung
1282. Trotz der langen Bauzeit völlig einheitlich im
Plan und nahezu einheitlich in den Stilformen. Die späteren
Jahrhunderte brachten keine Veränderungen, außer in den <milestone unit='line' n='40'/>
Ausstattungsstücken, bis Abt Wilhelm Roßhirt (1773-91)
durch <hi rend="italic">Materno Bossi</hi> den ganzen Innenbau in einer dem französischen
Louis XVI. verwandten Manier neu dekorieren ließ.
Der großartigste frgot. Bau, den Deutschland hervorgebracht
hat, wurde dadurch, wo nicht materiell, so doch ästhetisch


<pb n='93' id='i102.png'/>

<!-- [P: 93] -->

vernichtet. Immerhin verdient <hi rend="italic">Bossi</hi> insofern Dank, als er
nicht ganz so rücksichtslos verfuhr, wie in ähnlichen Fällen
vor ihm viele Barockmeister. Er ließ das neue Gewand sich
eng an den alten Gliederbau anschmiegen, so daß man den
kühnen und strengen Rhythmus desselben noch immer herausfühlt. <milestone unit='line' n='5'/>
Ein Irrtum ist es, den Ebracher Bau dem Übergangsstil
zuzurechnen; er ist rein frgot., wenn auch nicht in französischen,
sondern in jenen burgundischen Schulformen, die wir
heute am besten in den südlich von Rom gelegenen Cistercienserkirchen
Fossanova und Casamari kennen lernen. Wer <milestone unit='line' n='10'/>
jene in Erinnerung hat, erstaunt über die Ähnlichkeit des
Eindrucks trotz der veränderten Zierformen. &mdash; Die Anlage als
kreuzf. Basilika tritt zumal im Außenbau klar und einfach in
die Erscheinung. Auf das Lhs. fallen 7 Joche, auf den Hauptchor
3 Joche in gleichem System, bei engeren Intervallen. Der <milestone unit='line' n='15'/>
östl. Schluß geradlinig. Um ihn setzen sich die Sschiffe als
Umgang fort und an diesen schließt sich, niedriger und in
Kapellen (12 an der Zahl) aufgeteilt, ein zweiter. Der nördl.
und südl. Flügel dieses äußeren Umgangs war im ersten Plan
noch nicht enthalten (Scheidewände dünner als im OFlügel <milestone unit='line' n='20'/>
und nicht in den Pfeilerachsen; Gegenprobe in der von Ebrach
abgeleiteten K. in Riddagshausen bei Braunschweig). L. bis zum
Schluß des Hauptchors 76 m, mit Zuzählung der Kap. 87 m.
Lichte Br. des Lhs. 23,6, H. 21,9. Querschnitt nach der von den
Cisterciensern überall gern angewendeten Proportion des gleichseitigen <milestone unit='line' n='25'/>
3Ecks, in französischer Weise vom Sockel gemessen.
Die Gwbb. sind im Msch. rok., in den Ssch. annähernd quadr.
Das Qsch. etwas schmäler als das Msch. und stark ausladend,
so daß jeder Flügel 3 rok. Gwbb. enthält (Rekonstruktion des
Systems bei Dehio und Bezold Taf. 496). Die Pfll. kreuzf. und <milestone unit='line' n='30'/>
mit Halbsll. besetzt. Im Msch. gingen die Dienste nicht bis zur
Erde, sondern setzten dort auf Konsolen ab, auf der Höhenlinie,
wo sie jetzt, zu korinthischen Sll. umgebildet, ihre Basen
haben. Die Gewölbescheitel, was für die französische Filiation
bezeichnend ist, wagerecht. Die kräftigen spitzbg. Gurten und <milestone unit='line' n='35'/>
Rippen und die mit frgot. Laubkränzen geschmückten Schlußsteine
sind erhalten; ebenso die spitzbg. Form der Arkaden und
Fenster; hinter den Beichtstühlen verborgen sind auch einige
frgot. Eckblattbasen und Halbsäulenkapitelle verschont geblieben.
Das Hochschiff hat an der östl. Chorwand wie an den <milestone unit='line' n='40'/>
Fronten des Qsch. frgot. Rosenfenster, genau so angeordnet
wie in Fossanova; ein solches muß sich auch an der WFront
befunden haben, wurde aber durch eine größere hochgot. Rose
(jetzt Copie, das Original im Münchener National-Mus.) ersetzt;
die Komposition des Maßwerks ist der Rose am Qsch.


<pb n='94' id='i103.png'/>

<!-- [P: 94] -->

der Notre-Dame in Paris nahe verwandt, geht aber nicht unmittelbar
auf sie zurück, sondern auf eine in den Entwürfen
zum Straßburger Münster vorkommende Variante (ausgeführt
in Rufach i.E.). Das Äußere wird klar und kräftig durch
Strebepfll. am Hochsch. wie an den Ssch. gegliedert; Strebebgg. <milestone unit='line' n='5'/>
fehlen (wie immer bei den älteren Cisterc.-K.). Ein für die
Schulzusammenhänge bezeichnender Unterschied ist der, daß
am Chor und an der OWand des Qsch. Konsolengesimse von
spezifisch burgundischer Fassung angewandt sind, während an
der WWand des Qsch. und am Lhs. deutsche Rundbg.-Friese <milestone unit='line' n='10'/>
auftreten. Der Dachreiter bar. erneuert.
</p>

<p>
<hi rend="g">Ausstattung</hi>. <hi rend="italic">Bossi</hi> hat einige Prachtstücke aus 17.
und A. 18. Jh., die ihm für die Einheitlichkeit der Wirkung
ungefährlich waren, beibehalten, die meisten aber neu hergestellt;
verschwunden ist alles Mittelalterliche mit Ausnahme <milestone unit='line' n='15'/>
einiger Grabst, vom 15. Jh. ab. Die Grabst. der Königin Gertrud,
Gemahlin Konrads III., und ihres Sohnes Friedrich v. Rotenburg
(hinter dem Hochaltar) sind freie Erfindungen des 17. Jh.
Zahlreicher, doch nicht höheren Ranges, die Denkmäler der
Renss.Epoche. Das sog. <hi rend="g">Mausoleum</hi> des ersten Abtes, <milestone unit='line' n='20'/>
Adam, ist ein wunderlicher gotisierender Versuch italienischer
Stuckatoren vom J. 1697. Bmkw. die 2 <hi rend="g">Orgeln</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Michaels-Kap.</hi> 1sch. kreuzf. Anlage an der NFront des Qsch.
Die Art, wie das Qsch. der Kap. in die Ecke des Qsch. der
K. eingreift, beweist, daß sie vor dieser begonnen war, wozu <milestone unit='line' n='25'/>
das überlieferte Weihungsjahr 1207 paßt. Indes ist der vorhandene
Bau nicht einheitlich; die Achse des Schiffs deckt sich
nicht mit der des Altarhauses; die Einzelheiten zeigen mehrfachen
Wechsel der Bauführung; die OPartie mit nordfranzösischer
Färbung, die sonst in E. nicht zu bemerken ist, die <milestone unit='line' n='30'/>
westl. Teile unter Einfluß des Maulbronner Kreuzgangs, jedoch
verhältnismäßig unfein und in einer den Cisterciensern sonst
fremden Weise überladen, immerhin eindrucksvoll.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Klostergebäude.</hi> Sie eröffnen für Franken die Reihe jener
im Verhältnis zum Zweck unbegreiflich kolossalen Anlagen, <milestone unit='line' n='35'/>
in denen die süddeutschen Klöster im letzten Jahrhundert
vor der Säkularisation ihren Ruhm suchten. 1687 bis
1698 von <hi rend="italic">Leonhard Dientzenhofer</hi>, Umbau und Erweiterung
1716 ff. nach Plänen <hi rend="italic">Balthasar Neumanns</hi>, ausgeführt von
<hi rend="italic">Joseph Greising</hi> († 1722). Die Scheidung der verschiedenen <milestone unit='line' n='40'/>
Anteile nicht überall leicht. Die Gebäude wurden weit nach
W vorgeschoben. Ihre Grundfläche das 6fache der ma.
Klausur. 2 geschlossene und 3 triklinienförmig geöffnete Höfe.
Die NFassade, rechtwinklich zur Kirchenfront, zeigt die Formen
des deutschen Barock, am deutlichsten in den 2 reichen Erkern;


<pb n='95' id='i104.png'/>

<!-- [P: 95] -->

den in seiner Länge eintönigen Bau unterbrach <hi rend="italic">Neumann</hi>
durch ein machtvolles Mittelmotiv mit brillantem Treppenhaus.
Eine zweite, noch prächtigere Schauseite öffnet sich nach W
zu den großen, jetzt verwüsteten, Gartenterrassen, in deren
Mitte ein Kolossalbrunnen in Berninischer Manier von <hi rend="italic">Jakob <milestone unit='line' n='5'/>
van der Auvera</hi>. Die Dekoration der großen Aula (Kaisersaal)
liegt stilgeschichtlich auf der Grenze zwischen Barock und
Rokoko; Stuckatur von <hi rend="italic">Hönnicke</hi> (der von hier nach Pommersfelden
ging), die Fresken von <hi rend="italic">Lünenschloss</hi> (1722), <hi rend="italic">Antonio
Nave</hi>, <hi rend="italic">Jo. Ad. Remela</hi> (später in Bronnbach tätig). <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EBSDORF.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch., rom. Mauerwerk, vermauerte rom. Pforten in
S und N. Spgot. Chor.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ECKARDSHAUSEN.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Wallfahrts-</hi> jetzt Pfarr-K. Flachgedeckter Bau aus <milestone unit='line' n='15'/>
mehreren Bauführungen 1467-1525. Spätgot. <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi>.
Im klassiz. Hochaltar <hi rend="g">Gemälde</hi>
bez. Asam 1760. <hi rend="g">Renss.Epitaphe</hi> 1544, 1547.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ECKARTSBERGA.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> stillos verbaut; die südl. Erweiterung zur Beschaffung <milestone unit='line' n='20'/>
eines größeren Predigtraumes 1559; aus diesem Jahr die
Kanzel; Altarbau 1607.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Burgruine,</hi> große regelmäßige 4eck. Anlage, 2 Bergfriede.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ECKERSDORF.</hi> OFranken BA Bayreuth.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1525 aus ehem. Schloßkap. erweitert. &mdash; <hi rend="g">Grabst</hi>. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ECKSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1744. Im 8Gr. Eck, an dessen östl. Seite sich ein
kleineres 1/2 8Eck anschließt. &mdash; <hi rend="g">Taufgestell</hi>: Muschel
auf Delphinen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EFFELDER.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Wesentlich 15. Jh. mit Benutzung älterer, vielleicht
noch rom. Teile. Der gewölbte polyg. Chor gut ausgebildet,
das flachged. Lhs. im 17. Jh. überarbeitet. &mdash; Grabsteine
unerheblich. &mdash; Kirchhofsmauer mit Schießscharten.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß.</hi> Hauptbau 1470 und 1533. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EFFELDORF.</hi> UFranken BA Kitzingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Als Loretto-Kap. erb. 1653 von den Würzburger Jesuiten.
Lhs. 1753. Hübsche <hi rend="g">Ausstattung</hi> bar., rok. und klass.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EFFELTRICH.</hi> OFranken BA Forchheim.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um 1450; unter den in diesem Teile Frankens nicht <milestone unit='line' n='40'/>
seltenen Festungskirchen eine der interessantesten; der Wehrgang
und 3 spitzged. Ecktürme erhalten; über dem Eingang
der Ringmauer 3 <hi rend="g">Holzfigg</hi>. aus A. 16. Jh., um einiges älter
daneben in spgot. Nische der reitende S. Georg. Weitere
Holzplastik im Innern.
</p>


<pb n='96' id='i105.png'/>

<!-- [P: 96] -->

<p>
<hi rend='ort'>EGENHAUSEN.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit eingezogenem Chor, gegliederter Fassade und
Freitreppe, von Oberstleutnant <hi rend="italic">Joh. Mich. Müller</hi> um 1766.
Ostturm 1585 nachgot. Inneneinrichtung gegen 1770 in beginnendem
Klassizismus. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EGGOLSHEIM.</hi> OFranken BA Forchheim.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1826, erhalten der frrom. T.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EHLEN.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen.
</p><p>
<hi rend="bold">Kirch-Turm</hi> rom. 12. Jh. Im niedrigen türlosen Erdgeschoß
kuppeliges Kreuzgewölbe. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EHRENFRIEDERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Annaberg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> S. Nikolai; 2sch. 3jochige Hallenkirche aus 15. Jh.,
der unsymmetrisch anschließende platt geschlossene Chor
aus 14. Jh. &mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi> mit 4 beweglichen und 2 festen
Flügeln, wichtig; die hervorragend schönen Schnitzfigg. im <milestone unit='line' n='15'/>
Stil des Annaberger Meisters <hi rend="italic">W Z</hi> von 1512; auch die Flügelgemälde
bmkw. (dieselbe Hand in Einsiedel und Tannenberg).
&mdash; Ausgezeichneter spgot. <hi rend="g">Kelch</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EHRINGEN.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. mit 3 got. Kreuzgwbb., eingezogen quadr. <milestone unit='line' n='20'/>
Chor, WTurm.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EHRINGSDORF.</hi> Sachsen-Weimar. VB Weimar.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom., Turm frühgot. mit breitem Zeltdach. 8 gemalte
<hi rend="g">Apostel</hi> von einem spätgot. Altar.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EIBAU.</hi> K. Sachsen AH Löbau. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1703. Sehr stattlicher Gwb.Bau nach dem Vorbilde
von Bertsdorf; 15,5 m br., 32 m l., Schluß 5/10, zwischen den
eingezogenen Strebepfeilern 3fache Emporen, auch um den
Altar herumgeführt. Auf dem Kirchhof zahlreiche Denkmäler.
Die <hi rend="g">Wohnhäuser</hi> des 18. Jh. zeugen von großer Wohlhabenheit, <milestone unit='line' n='30'/>
viele mit Türen aus Sandstein oder Granit.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EIBELSTADT.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Ein Bau des 13. Jh., von dem der Turm (W) erhalten,
wurde 1500-1530 langsam durch einen Neubau ersetzt.
3 sch. 3jochige Hallenkirche mit 1sch. Chor; Netzgwb. auf <milestone unit='line' n='35'/>
leichten Rundpfeilern; reiches Maßwerk, charakteristisch für
die letzte spätgot. Phase. Einige Veränderungen 1624. &mdash;
Auf den stattlichen <hi rend="g">Bar. Altären</hi> von E. 17. Jh. sind
spätgot. <hi rend="g">Holzfigg.</hi>, z.T. von hoher Qualität, und Renss-.<hi rend="g">Reliefs</hi>
von 1625 wiederverwendet; <hi rend="g">Gemälde</hi> von <hi rend="italic">Osw. <milestone unit='line' n='40'/>
Onghers</hi>. <hi rend="g">Taufstein</hi> um 1600, Alabaster, originell komponiert
und im Figürlichen hervorragend gut. Vielleicht
von derselben Hand <hi rend="g">Grabstein</hi> eines kleinen Mädchens
mit Blumen und Totenkopf. Im Chorbg. <hi rend="g">Kreuzgruppe</hi>
aus der Umgebung <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>. Unter den <hi rend="g"><reg orig='Altar-|geräten'>Altargeräten</reg> </hi>
<pb n='97' id='i106.png'/>
<!-- [P: 97] -->
 gute Augsburger Arbeiten des 17. und 18. Jh. &mdash; Außen 
am Lhs. <hi rend="g">Ölbergkap</hi>. mit überlebensgroßen Figg.
um 1620.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hl. Kreuz-Kap</hi>. 1657. Flachgedecktes Schiff, stark ausladend.
Qsch und 1/2kr. Apsis. Gute Altäre aus der Erbauungszeit, <milestone unit='line' n='5'/>
einer mit <hi rend="g">Gemälde</hi> bez. <hi rend="italic">Oswald Onghers</hi> 1660.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1706 vom Würzburger <hi rend="italic">Peter Zwenger</hi> in schwerem sp.
Barock, Erdgeschoß und Hauptgeschoß wirkungsvoll kontrastiert. 
&mdash; Hübsche <hi rend="g">Wohnhäuser</hi> des 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>. 15. und 16. Jh. Im ganzen Umkreis erhalten. <milestone unit='line' n='10'/>
15 Rundtürme in Abständen von 60-80m. 3 Tore (das
vierte abgebrochen). &mdash; <hi rend="g">Mariensäule</hi> 1660 und <hi rend="g">Sebastianssäule</hi>
1773, vortrefflich. In einem Privatgarten bmkw. steinerne
<hi rend="g">Madonnenstatue</hi> 2. H. 14. Jh. Mehrere <hi rend="g">Bildstöcke</hi>
mit reichen und guten Skulpturen des 17. Jh. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EIBSTADT</hi> (Groß- und Klein-). UFranken BA Königshofen.</p>
<p>
<hi rend="bold">Dorfkirchen.</hi> Got., mit OTürmen über dem Altar. Diese
Verbindung ist für das ganze Gebiet, in rom. wie in got.
Zeit, typisch. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EICHELSDORF.</hi> Ufranken BA Hofheim.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einheitlicher nachgot. Bau von 1608.</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> 1678. Großer Saal mit Stuckdecke 1703.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EICHSTAEDT</hi> (Ober- und Nieder-). Pr. Sachsen Kr. Querfurt.</p>
<p>
An beiden <hi rend="bold">Kirchen</hi> querrck. WTürme, in der Anlage rom. &mdash; <milestone unit='line' n='25'/>
In beiden Reste von spgot. Altarplastik in bar. Aufbau.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EILENBURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Backstein mit Sandsteingliedern. Hallenbau aus
15. und 16. Jh. &mdash; <hi rend="g">Altaraufbau</hi> und <hi rend="g">Kanzel</hi> 1684.</p>
<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi>. 1544. <milestone unit='line' n='30'/> 
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EINBERG.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor spätgot., Lhs. 1sch., 17. Jh., Emporen und Mobilien
18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EINHAUSEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1726. Älterer stark befestigter Kirchhof mit hohen <milestone unit='line' n='35'/>
Tortürmen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EINSIEDEL.</hi> K. Sachsen AH Chemnitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> neu. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> mit ausgezeichneten Flügelgemälden
von einem Chemnitzer Meister um 1510-20 (vgl.
Ehrenfriedersdorf). Ausgezeichneter <hi rend="g">Kelch</hi> in der Art des <milestone unit='line' n='40'/>
Freiberger Meisters <hi rend="italic">Samuel Klemm</hi>, 2. H. 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EISENACH.</hi> Sachsen-Weimar BAmtsstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">Benedikt. Nonnen-K. S. Nikolai</hi>. Baugeschichte unbekannt,
wohl E. 12. Jh. &mdash; Flachged. Basilika von 6 Arkaden im Wechsel
von Sll. und Pfll. und zwar so, daß die Reihe mit Pfll. beginnt


<pb n='98' id='i107.png'/>

<!-- [P: 98] -->

und schließt. Ornamentierte Kaptt. Kein Qsch., aber südl.
am Chor ein Turm. Unten 4seitig, weiterhin durch vier Geschosse
8eck., in trefflicher Architektur, die abschließenden
Giebelchen und der Helm aus Rest. 1886, Ausmalung des
Inneren 1894. An der NSeite das ehem. Klst. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Franziskaner-K</hi>. Der Orden faßte in Thüringen zuerst 1224
in Erfurt Fuß. 1225 in Eisenach angesiedelt. 1236 definitive
Kirche. Sie wurde 1597 abgebrochen, 1883 in den Fundamenten
freigelegt. Anlage rck., enorm gestreckt, 55 m l.,
nur 11 m br., trotzdem in 3 und zwar gleich breite Schiffe <milestone unit='line' n='10'/>
geteilt; Strebepfll. deuten auf Gwbb.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Dominikaner-(Prediger-)K</hi>. Beg. 1235 in rom. Formen, 1236
dem neuen Orden übergeben und schlicht got. weitergebaut.
Anlage 2sch. Auf derben 8eck. Pfll. sehr hohe und weite
spitzbg. Arkaden. Kleine Oberfenster mit Maßwerk des 14. <milestone unit='line' n='15'/>
Jh. &mdash; Kreuzgang gegen 1500, Refektorium 1512. &mdash; <hi rend="g">Grabrelief</hi> 
mit Schmerzensmann M. 14. Jh., wohl das älteste
Beispiel der Epitaphform in Thüringen. (K. u. Klst. beherbergt
jetzt das Thüringische Museum.)
</p>

<p>
<hi rend="bold">Markt-K. S. Georg</hi>. 1515, nach Verwüstung 1525 vermauert <milestone unit='line' n='20'/>
1560 und 1598. 3sch. mit rok. Chor und flacher Holzdecke.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Annen-K</hi>. 1sch. flachged. spgot. Gut ornamentiertes Portal
1634.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gottesacker-K</hi>. 1692-97 von <hi rend="italic">Joh. Münzel</hi> in der Grundform
des griech. Kreuzes. Geputzte Holzdecke. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Residenzhaus</hi>. WFlügel 1507, NFlügel mit großem rundbg.
Portal 1559 von <hi rend="italic">Hans Lindemann</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stadtschloß</hi> 1742-45. Die Fassade ehem. weit reicher; schöner
Festsaal; wertvolles Mobiliar und Porzellan. Im Stall reich
rok. geschnitzte Pferdestände. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1508, nach Brand rest. 1638. Der schöne Turm von
<hi rend="italic">Hans Lindemann</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Marktbrunnen</hi> mit S. Georg. 1549, erneuert 1708.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Lutherhaus</hi>. Die jetzige Fassade mit schönem Portal 1563
von <hi rend="italic">Hans Lindemann</hi>. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Nikolaitor</hi> spätrom. und einige got. Stadttürme.</p>

<p>
Im <hi rend="bold">Museum</hi> einige thüringische Altäre, einzelne Schnitzfigg. 
des 15.-16. Jh., Grabsteine des 14.-16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EISENBERG.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1494, einfacher 1sch. Bau. <milestone unit='line' n='40'/></p>
<p>
<hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst</hi>. bis auf geringe Spuren zerstört.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1579.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi>. Hauptbau v. 1677 von <hi rend="italic">Wilh. Gundermann</hi> aus Altenburg. 
Bmkw. die Kap.; ein Umgang von korinth. Säulen mit
geradem Gebälk trägt 2geschossige Emporen. Stuckierung


<pb n='99' id='i108.png'/>

<!-- [P: 99] -->

in vollen schweren klassizistischen Barockformen, wohl von
Italienern ausgeführt. &mdash; <hi rend="bold">Superintendentur</hi>. Ansehnlich spätrenss.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EISFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Beg. 1505 und schnell zu Ende geführt. Ein Hauptwerk <milestone unit='line' n='5'/> 
der südthüringischen Spgot. Quaderbau. Das Lhs.
25 : 18 m, 3 Sch., 5 Joche, die Gwbb. nach Brand 1632 durch
Holzdecke ersetzt (das Inv. läßt im Zweifel, ob der Querschnitt
Basilika oder Hallenkirche). 8eck. Chor mit Netzgwb. Der
im NOWinkel stehende Turm mit älterem Unterbau. 3 Portale <milestone unit='line' n='10'/>
in W, N, O; die beiden letzteren unter einem zwischen die
Strebepfll. eingespannten Schutzdach; unter den Zierformen
macht sich das verschränkte Stabwerk in gehäufter Anwendung
bemerklich.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gottesacker-K</hi>. 1542. Über dem WPortal Gedenktafel für die <milestone unit='line' n='15'/>
Pastoren Jonas † 1553 und Kindt † 1549, treffliches <hi rend="g">Sandsteinrelief</hi>.
Die zahlreichen übrigen Gedenktafeln von
geringem Kunstwert.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi>. Nach Brand 1632 in sparsamster Bauart wiederhergestellt;
der runde Haupt-Turm im Kern ma. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schulhaus</hi>. 16. und 17. Jh.; einfach, in einer Blende rätselhafte
Steinfigur (»Hirt«).
</p>

<p>
<hi rend="bold">Superintendentur</hi>. Stattlicher Fachwerkbau des 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EISINGEN.</hi> UFranken BA Würzburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 19. Jh. &mdash; Am Chorbg. <hi rend="g">Kruzifix</hi> von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>, <milestone unit='line' n='25'/>
der Körper von feinster Durchbildung, Fassung neu.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EISLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
</p><p>
<hi rend="bold">Andreas-K</hi>. Einfache spgot. Halle (wohl erst nach Brand 1498)
mit rom. und frgot. Resten. Im W über rck. formlosem Unterbau
2 schlanke 8eck. Türme. Am 1. und 2. Geschoß mit sprom. <milestone unit='line' n='30'/>
Bogenfries, am 3. mit got. Gesims. Die Fenster der Sschiffe
anscheinend frgot., was überraschenderweise auf eine schon
frgot. Hallenanlage, oder, bei basilikaler Anlage, auf ungewöhnliche
Höhe der Sschiffe im Verhältnis zum Hochschiff schließen
ließe (vgl. den Giebel zwischen den Türmen). Die Pfll. des <milestone unit='line' n='35'/>
Triumphbogens rom. Aus dem nördl. Nebenchor führt eine
Tür mit Eselsrücken und magerem Stabwerk, abschreckendste
Spgot., in einen großen Seitenturm; untere Geschosse 1486,
obere 17. Jh. &mdash; Großer <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>, einer von den
besseren, <hi rend="g">Kanzel</hi> A. 16. Jh., gute Arbeit. Im nördl. Nebenchor <milestone unit='line' n='40'/>
ein auf beiden (!) Seiten bearbeiteter <hi rend="g">Grabst</hi>.; die eine
zeigt in eingeritzter trefflicher Umrißzeichnung den Grafen
Burkhard v. Mansfeld († 1229), die andere in äußerst rohem und
altertümlichem Relief 2 Figuren mit dem Mansfeldschen
Wappen, ohne Umschrift; <hi rend="g">Grabsteine</hi> der Äbtissin Oda


<pb n='100' id='i109.png'/>

<!-- [P: 100] -->

(† 1351); der Gräfin Barbara v. M. († 1511); des Gf. Hans
Georg († 1579); der Gräfin Katharina († 1582). Große in Erz
gegossene <hi rend="g">Tumba</hi> des Gf. Hoyer v. M. († 1541), der Tote,
gewappnet, den Helm zu Füßen, an den Ecken überragt von
4 freistehenden Säulen mit Leuchter-Engeln. Eine zweite <milestone unit='line' n='5'/>
<hi rend="g">Tumba</hi> aus Marmor; für welchen der Mansfelder Grafen, ist
nicht nachweisbar. Von sonstigen <hi rend="g">Grabst</hi>. und <hi rend="g">Epit</hi>. ist
vieles verschwunden.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Nikolai-K</hi>. 1426 ff. 3sch. Hallenkirche, 3 Joche, Kreuzgwb.,
kurzer Vorchor, 5/8 Schluß, einfacher niedriger WTurm. &mdash; <milestone unit='line' n='10'/>
<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> und <hi rend="g">Taufstein</hi> spgot.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Petri-Pauli-K</hi>. 1486-1513. Halle, der vorigen ähnlich, etwas
geschmückter, Netzgwb. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Annen-K</hi>. Unregelmäßige, nie vollendete Anlage. Der gewölbte
Chor 1514, das Schiff mit Gewölben von Holz und Gips <milestone unit='line' n='15'/>
um 1600. (Wiederhergestellt 1908.) Im W Mansfeldische
Grabkap. von 1588; seltsam entartetes Maßwerk. &mdash; <hi rend="g">Grabmal</hi>
des Gf. Karl v. M. († 1594); der Tote in voller Rüstung
auf einfachem Sarkophag. Steinerne <hi rend="g">Moseskanzel</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Geburtshaus Luthers,</hi> 1693 und 1863 rest., zeigt nichts mehr <milestone unit='line' n='20'/>
von seinem ursp. Aussehen. &mdash; <hi rend="g">Gemälde</hi> von 1569, Luthers
letzte Ordination darstellend, mit vielen Porträts, nebst
anderen Gemälden des 16. Jh., aus den Hallen des alten Gottesackers
stammend.
</p>

<p>
Besser erhalten <hi rend="bold">Luthers Sterbehaus,</hi> aus A. 16. Jh. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß,</hi> ehemals eine Wasserburg, im 11. Jh. zum kgl. Tafelgut
gehörig; hoher frma. Bergfried.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Altstädtisches Rathaus</hi> 1519-1530. Die großen Fenster durch
3 Pfosten geteilt, der obere Abschluß treppenförmig. An der
NOEcke ein gekrönter <hi rend="g">Kopf</hi>, nach der Abb. im Inv. zu <milestone unit='line' n='30'/>
urteilen spätes 13. Jh., eingemauert; im Volksmunde <hi rend="g">Kopf
des »Knoblauchkönigs«</hi> Herman v. Luxemburg.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Neustädtisches Rathaus</hi> mit Portal in sehr reiner Hoch-Renss.
1580.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ELGERSBURG.</hi> Sachsen-Gotha LA <corr sic="Dhrdruf">Ohrdruf</corr>. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß</hi>. Im 13. Jh. genannt; seither oft umgebaut, zuletzt
A. 20. Jh. von Gräbner-Dresden; die wenigen vorhandenen
Kunstformen weisen auf 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ELGERSHAUSEN.</hi> Kr. Cassel-Land.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Frgot. WTurm. &mdash; <hi rend="g">Kindergrabstein</hi> 1626. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ELISABETHBRUNNEN.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
</p><p>
<hi rend="bold">Brunnenhaus</hi>. Renss. 1596.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ELISABETHENBURG</hi> siehe Meiningen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ELLINGSHAUSEN.</hi> Sachs.-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1775. Gute <hi rend="g">ikon. Grabst</hi>. der Familie v. Bose


<pb n='101' id='i110.png'/>

<!-- [P: 101] -->

16. und 17. Jh. Befestigter Friedhof mit Gaden und Kellern.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> der v. Böse 1604, reizvoller Treppen-Turm. &mdash; Geschnitzte
<hi rend="g">Fachwerkhäuser</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ELMARSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen.
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß</hi>. 1442, fortgebaut 1554, 1563, 1763. Interessante und <milestone unit='line' n='5'/>
malerische Baugruppe. Großer <hi rend="g">Ofen</hi> bez. 1596.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ELSA.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1483, OTurm, im Lhs. jetzt Flachdecke, außen
Strebepfll.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ELSNIG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (als Nachtaufenthalt Friedrichs d. Gr. nach der
Schlacht bei T. berühmt geworden). Ursp. rom. Anlage mit eingezogenem
Chor und 1/2kr. Apsis, rck. Turm im W. &mdash; In der
Nähe kreisrunder <hi rend="bold">Burgwall</hi>. 
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ELSTER.</hi> K. Sachsen AH Olsnitz. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Petri-Pauli-K</hi>. 17. Jh. 1sch. mit Holzdecke; geschmückte
Emporenbrüstungen. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> 1682, <hi rend="g">Altar</hi> 1737.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ELSTERTREBNITZ.</hi> K. Sachsen AH Borna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1840. Von der rom. K. erhalten ein rohes, gegenständlich
interessantes <hi rend="g">Tympanonrelief</hi>. &mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi> <milestone unit='line' n='20'/>
mit 2 beweglichen und 2 festen Flügeln, um 1500.
Figurierte <hi rend="g">Glocke</hi> 1460, bez. <hi rend="italic">Nik. Eysenberg</hi> von Leipzig.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ELSTERWERDA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1718, mit spgot. Chor, 1904 umgearbeitet. &mdash;
12 v. Maltitzsche <hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi>, 9 aus 16. Jh., <milestone unit='line' n='25'/>
die übrigen 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> beg. ca. 1720 von Joh. v. Löwendahl, 1727-38 von
König August II. weitergeführt. Dreiflügelanlage in einfacher
Behandlung. &mdash; <hi rend="g">Pestsäule</hi> 1738.
</p>

<p>
ELSTRA, K. Sachsen AH Kamenz. <milestone unit='line' n='30'/>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1726. 3sch. kreuzgewölbte Hallenkirche in einfachen
Bar Formen, vielleicht auf ma. Grundriß. &mdash; Ansehnlicher
Hochaltar aus Marmor und Sandstein, <hi rend="g">Gemälde</hi> (Kreuzabnahme) 
von <hi rend="italic">Chr. W. E. Dietrich</hi> 1733 in Anlehnung an
Rubens. Prächtige <hi rend="g">Kanzel</hi>; als Fuß (anstatt der im 16. <milestone unit='line' n='35'/>
und 17. Jahrh. beliebten Mosesstatue) ein kühn bewegter
Engel. Gute <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> des 18. Jahrh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1717, ganz schlicht. &mdash; Im ehemaligen Schloßpark
(das Schloß abgebrannt) <hi rend="g">Sandsteingruppe</hi>, Apotheose
eines Helden (wohl Augusts des Starken) von <hi rend="italic">Balt. Permoser</hi>. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ELTERLEIN.</hi> K. Sachsen AH Annaberg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1662 umgebaut; 1sch. mit 8Eck-Schluß und Holzdecke; 
einheitliche vortrefflich erhaltene bar. Dekoration und
Ausstattung. &mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi> von Engeln getragen, bez.
<hi rend="italic">Sebald Teuscher</hi> 1697.
</p>


<pb n='102' id='i111.png'/>

<!-- [P: 102] -->

<p>
<hi rend='ort'>ELTINGSHAUSEN.</hi> UFranken BA Kissingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm rom., Chor und Lhs. 1745. <hi rend="g">Decken-</hi> und
<hi rend="g">Hochaltargemälde</hi> bez. <hi rend="italic">J. A. Herrlein</hi> 1746, auf den
architekturlosen Seitenaltären je 1 <hi rend="g">Holzstatue</hi>, gut rok.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ELTMANN.</hi> UFranken BA Haßfurt. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Rest. 1835 von <hi rend="italic">Klenze</hi>, erhalten blieb der got. Chorturm
(E. 13. Jh., umgebaut im 15. Jh.). &mdash; Zierliche spätgot.
<hi rend="g">Sakramentsnische</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Heil. Kreuz-Kap</hi>. 1768, fein gegliederter Sandsteinbau auf
ellipt. Gr. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Friedhof</hi> angelegt 1668. Kreuzgruppe ca. 1400, stark überarbeitet. 
Grabsteine got. und Renss.
</p>

<p>
Im S der Stadt <hi rend="bold">Wallburg</hi> mit gut erhaltenem rundem Bergfried
aus 12.-13. Jahrh., Zinnenkranz neu.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EMPFERTSHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach, <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche</hi> von 1719.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EMTMANNSBERG.</hi> OFranken BA Bayreuth.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> OTurm got. Lhs. 1666, zierliche Stuckatur 1749.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> einfach bar. 1689, über dem Portal große Wappentafel.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ENGELSBERG.</hi> UFranken BA Miltenberg. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Kapuzinerklst</hi>. 1629.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ENGELSDORF.</hi> K. Sachsen AH Leipzig.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, rom. Anlage mit OTurm.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ENGENTAL.</hi> UFranken BA Hammelburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> nachgot. aus der »Juliuszeit«. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EPPRECHTSTEIN.</hi> OFranken BA Wunsiedel.
</p><p>
<hi rend="bold">Burgruine</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ERBENHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1609 mit Turm aus Ma. Burgähnlich ummauert.
<hi rend="g">Grabstein</hi> des Försters Martin Rod 1716. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ERBSHAUSEN.</hi> UFranken BA Karlstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor-Turm 1598, Lhs. 1794. Auf dem Hochaltar
gute <hi rend="g">Skulpturen</hi> aus der Werkstatt <hi rend="italic">P. Wagners</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ERDMANNSHAIN.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. wie Fremdiswalde. &mdash; Auf dem Altar <hi rend="g">Kopie</hi> <milestone unit='line' n='35'/>
von <hi rend="italic">Rubens'</hi> Antwerpener Kreuzabnahme.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ERFURT.</hi> Fr. Sachsen.
</p><p>
Die Stadt besaß am Schluß des Ma. über 90 Kirchen und
Kapellen, darunter 36 klösterliche Ansiedlungen. Der Stiftung
nach vielleicht am ältesten die kleine Bonifaziuskap. auf dem <milestone unit='line' n='40'/>
Domhügel, neben S. Severi, ein schlichter kleiner Steinbau,
im sp. Ma. umgebaut.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stifts-K. S. Marien (»Dom«).</hi> Gegr. angeblich 741. Neubau
seit 1154. Erster Umbau des Lhs. im A. 13. Jh. Erweiterung
des Chors 1349-70. Zweiter Umbau des Lhs. 1452 ff. und


<pb n='103' id='i112.png'/>

<!-- [P: 103] -->

Hinzufügung der dritten Turmspitze durch Meister <hi rend="italic">Hans von
Straßburg</hi>. Ausbesserung nach Brand 1472 durch <hi rend="italic">Hans Pfau</hi>. 
Im 19. Jh. mehrfach rest., zuletzt 1912. &mdash; Vom rom. Bau des
12. Jh. haben sich erhalten die Mauern des Qsch. im nördl.
und südl. Flügel bis zum Kranzgesims; die 2 zu Seiten des <milestone unit='line' n='5'/>
Chors angeordneten Türme im 1. und 2. Geschoß; im Innern
die Kämpfer der Vierungsbgg., soweit sie an die Türme anstoßen.
Die auf den quadr. Unterbau folgenden 8eck. Turmgeschosse
sprom. 13. Jh. (der südl. soll 1201, der nördl. 1235 vollendet
worden sein). Den rom. Bau haben diese Türme stattlich <milestone unit='line' n='10'/>
überragt, durch die späterhin eingetretene Erhöhung
und Massenvermehrung des Chors und Lhs., namentlich als
dieses sich in eine Hallenkirche mit hohem Dach verwandelte,
wurden sie außer Wirkung gesetzt; um so bedauerlicher, als
die unvergleichlich günstige Lage am Bergrande zur Schaffung <milestone unit='line' n='15'/>
einer kräftigen Silhouette die Aufforderung gab. Dieser
folgte <hi rend="italic">Hans v. Straßburg</hi> in der Weise, daß er die wohl schon
vor ihm got. überhöhten Türme durch einen Zwischenbau
verband und über diesem einen 8eckigen Aufsatz errichtete.
Der Helm brannte seither zweimal, 1493 und 1717, ab; seine <milestone unit='line' n='20'/>
Erneuerung 1850 folgt den durch alte Ansichten überlieferten
Umrißlinien. &mdash; Der zwischen den Türmen liegende rom.
<hi rend="g">Chor</hi> war nur 7 m breit gewesen; jetzt bildet er den Durchgang
zu dem fast als selbständiges Gebäude auftretenden
viel breiteren Chor des 14. Jh. Dieser ist 1sch., hat 5 Langjoche, <milestone unit='line' n='25'/>
das letzte im Schlußstein mit dem als 1/2 10Eck konstruierten
Haupt zusammengezogen (34 m lang, bei 88 m
Länge der ganzen K., 13,5 m br., 25 m H.). Der Aufbau des
Chors zeigt den völlig systematisch durchgebildeten Stil der
späteren Hochgotik und ist durch schöne Raumverhältnisse <milestone unit='line' n='30'/>
ausgezeichnet. Mit dem Chorbau ging die künstliche Verschiebung
des Bergrandes durch eine auf gewaltigen offenen
Bgg. ruhende Terrasse (»Cavaten«) und der majestätische
Treppenaufgang (»Greten« aus »gradus«) zusammen. Und
die notwendig gewordene Tiefe der Grundmauern führte zur <milestone unit='line' n='35'/>
Anlage einer <hi rend="g">Krypta</hi> (inschriftl. voll. 1353), dergleichen
sonst nicht in den got. Baugewohnheiten liegt. &mdash; Die im
15. Jh. geforderte Erweiterung des <hi rend="g">Langhauses</hi> als
Hallenkirche mußte wesentlich in der Breitenrichtung erfolgen;
da jedoch auch die bestehenden Pfll. weiter benutzt werden <milestone unit='line' n='40'/>
sollten, wurden die Ssch. breiter (9,4 m) als das Msch. (7,2 m)
angelegt, was keine günstigen Raumverhältnisse ergeben konnte.
Einfache Sterngwbb. &mdash; Am <hi rend="g">Äußern</hi> ist vor allem die
Massenverteilung und Silhouette der Ostansicht eigentümlich
und bedeutend. In Verbindung mit der Severi-K. eine der


<pb n='104' id='i113.png'/>

<!-- [P: 104] -->

schönsten Baugruppen Mitteldeutschlands. Hier wie öfters
zeigt sich die Phantasie des Ma. noch glücklicher in der sukzessiven
Ausnutzung zufälliger Gelegenheiten durch wechselnde
Geschlechter, als in der folgerichtigen Entfaltung einer einheitlichen
Idee. Die mit dem Chor nicht parallele, sondern <milestone unit='line' n='5'/>
auf die NSeite konvergierende Richtung des Treppenaufgangs
gab den Gedanken zu der prächtigen <hi rend="g">Torhalle</hi> auf dreieckigem
Gr. als Anbau an den nördl. Kreuzarm. Die beiden
freiliegenden Seiten werden ganz von mächtigen Portalen mit
hohen Wimpergen eingenommen; ein zweites, mit je einem <milestone unit='line' n='10'/>
Fenster versehenes Geschoß springt etwas zurück. Die Formen
sind freier als die des Chors, wahrscheinlich von einem etwas
älteren Meister. Die Langseiten erhielten durch die Rest.
von 1868 über jedem Joch Giebel für quergestellte Sschiffsdächer, 
während der Hauptfirst, nicht zum Vorteil der Totalansicht, <milestone unit='line' n='15'/>
niedriger gelegt wurde. Neu ist auch der obere Abschluß
der WSeite. Überhaupt hat die Rest. den spgot. Bau
nach Kräften hochgotisch korrigiert. Torflügel mit reichem
got. Rankenbeschläge. Löwenköpfe rom.
</p>

<p>
<hi rend="g">Kreuzgang und Stiftsgebäude</hi>. OFlügel: spgot. <milestone unit='line' n='20'/>
2sch. Halle, die dem Hof zugekehrte Seite in sprom. Formen
mit einzelnen gotischen; diese überwiegen bereits am letzten
Fenster; nach außen gegen die Terrasse springt die 1451 gest.
Clemenskap. vor. Das Obergeschoß des OFlügels nahm das
Auditorium coelicum (so genannt von den auf der azurblauen <milestone unit='line' n='25'/>
Decke dargestellten 12 Himmelszeichen) ein, welches der
Universität zu Promotionen und sonstigen Festlichkeiten
diente; jetzt sehr verwahrlost. Der W- und SFlügel entsprechen
der fortschreitenden got. Stilentwicklung; mit Ausnahme des
nördl. Fensters der WSeite, welches mit denen der OSeite <milestone unit='line' n='30'/>
gleichzeitig. Am SFlügel der ehemalige Kapitelsaal. Alle
Gebäude haben durch den Brand 1472, sodann durch spätere
Veränderungen gelitten.
</p>

<p>
<hi rend="g">Innere Ausstattung</hi>. Durch die Rest, des 19. Jh.
von ihren »stilwidrigen« Elementen befreit. &mdash; Prachtvolles <milestone unit='line' n='35'/>
<hi rend="g">Chorgestühl</hi> bez. 1469, 1484. <hi rend="g">Hochaltar</hi> mächtiger
Holzaufbau von 1697. Um 1420 großer gemalter <hi rend="g">Flügelaltar</hi>,
in der Mitte die Einhornjagd. &mdash; Mitten im Chor
lebensgroße bronzene <hi rend="g">Leuchterfigur</hi>, bekleidet, von starrster
Bildung bei sorgfältiger Technik, 12. Jh., aber genauere Bestimmung <milestone unit='line' n='40'/>
von Zeit und Ort der Entstehung nicht zu geben.
Stifterinschr. der Wolfram und Hilteburg. <hi rend="g">Glasgemälde</hi> im
Chor, bez. 1403, die beste und größte Reihe, die Thüringen
besitzt. &mdash; An der OWand des nördl. Qsch. 4 Nischen, ihr
Inhalt aus Altem und Neuem gemischt. Besonders <reg orig='merk-|würdig'>merkwürdig</reg>'>
<pb n='105' id='i114.png'/>
<!-- [P: 105] -->
ein bogenförmiger rom. <hi rend="g">Altaraufsatz</hi> aus Stuck,
an der Stirnseite Christus und die heil. Eoban und Adolar,
darunter heilige Frauen mit Palmen, in der engen Nische
Statue der Muttergottes, thronend, das Kind zwischen den
Knien, archäische Züge verbunden mit wuchtiger Monumentalität. <milestone unit='line' n='5'/>
Es ist möglich, daß die Madonna nicht ursp.
für die Nische gearbeitet war; erheblich älter als die Reliefs
der Lunette, wie behauptet worden, ist sie nicht; genauere
Datierung schwierig, etwa zwischen 1130-60. &mdash; An entsprechender
Wand des südl. Qsch. <hi rend="g">Sakramentshaus</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
von <hi rend="italic">Hans Friedemann</hi> 1560, trefflich aufgebaut, doch schwach,
wie immer bei diesem meistbeschäftigten Meister der Erfurter
Sprenss., in der Figurenplastik. <hi rend="g">Holzrelief</hi> der Beweinung
E. 15. Jh. Tumba der heil. Eoban und Adolar um
1400. &mdash; Im südl. Ssch. eiserner <hi rend="g">Leuchter</hi> mit Schmerzensmann <milestone unit='line' n='15'/>
um 1450. Links vom WEingang Taufstein mit großem
phantastischem Überbau von <hi rend="italic">Hieronymus Preißer</hi> 1587.
An den Pfll. des Msch. 8 halbrund gebogene <hi rend="g">Tafelgemälde</hi>
um 1500.
</p>

<p>
<hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>. Bildnisstein eines Grafen von Gleichen <milestone unit='line' n='20'/>
mit zwei Frauen (wohl Ernst II. † 1264, ausgeführt etwa
zwei Jahrzehnte später). Epitaph des Joh. v. Allenblumen
† 1432, bez. R T, den Erfurter Lokalstil mit Eleganz repräsentierend.
Bronzeepitaph des Henning Göden von <hi rend="italic">P. Vischer</hi>
1521 (Wiederholung in Wittenberg). Prächtige dekorative <milestone unit='line' n='25'/>
Steinepitaphe der Familien v. Herstall von <hi rend="italic">H. Friedemann
d. J</hi>. und v. d. Weser von <hi rend="italic">Enders Gutschell</hi> 1576. &mdash; Wichtig
ist der Dom durch eine größere Reihe von <hi rend="g">bronzenen
Grabplatten</hi> (die meisten im Kreuzgang). Am Choreingang
junger Geistlicher, schöne flandrische Gravierung <milestone unit='line' n='30'/>
um 1350. Als älteste einheimische Arbeit bmkw. Herm.
Schindeleib † 1427. Heinrich v. Gerbstädt † 1451, ausgeführt
nach 1472 in der <hi rend="italic">Vischer</hi>schen Werkstatt in Nürnberg; desgl.
Hunold v. Plettenberg † 1475, Konrad v. Stein † 1499, Joh.
v. Lasphe † 1510, Joh. v. Heeringen 1505; die letztere Platte <milestone unit='line' n='35'/>
(Halbfigur) von strahlender Renaissanceschönheit, wird als
ein Werk <hi rend="italic">Hermann Vischers d. J.</hi> anzusehen sein. &mdash; Gegossene
Bronzeplatten Erfurter Ursprunges: Eoban Ziegler
1561 (von <hi rend="italic">Eckhard Kücher</hi>) und G. Oland 1597 (von <hi rend="italic">Melchior
Möhring</hi>). Die schöne bronzene Wappentafel für Konrad v. <milestone unit='line' n='40'/>
Breitenbach † 1579 von <hi rend="italic">Friedemann d. <corr sic="A">Ä</corr>.</hi></p>

<p>
<hi rend="g">Skulpturen am Äußeren</hi>. Am reichsten ausgestattet
die beiden Portale am Triangel um 1350-60, 34 Vollfiguren,
Apostel, kluge und törichte Jungfrauen, Ecclesia und
Synagoge u. a.; Nachwirkung der 60-75 Jahre älteren
<pb n='106' id='i115.png'/>
<!-- [P: 106] -->
Naumburger und Magdeburger Plastik; die Qualität weit
niedriger. Am Tympanon des Kreuzgangsportals innen Kunigundens
Rechtfertigung, außen Kreuzigung. An den Chorpfeilern
3 Statuen, Maria, Katharina, Barbara, aus A. 15.
Jh. mit dem Zeichen <hi rend="italic">i</hi> eines damals in Erfurt vielbeschäftigten <milestone unit='line' n='5'/>
Meisters.
</p>

<p>
<hi rend="g">Im Dommuseum</hi>. Merkwürdige, reich mit Reliefs verzierte
sprom. Ampel für 12 Dochte. Bronzene Reliquienbüste
E. 12. Jh. Eine gleiche E. 14. Jh. »<hi rend="g">Kasel</hi> der hl. Elisabeth«
E. 13. Jh. Wandteppich in Plattstich auf Leinwand E. 13. Jh. <milestone unit='line' n='10'/>
Tischdecke mit Szenen aus Tristan, 14. Jh. Allerlei Reste
von Holzplastiken und Malerei.
</p>

<p>
<hi rend="g">In der Domkurie</hi>. 2 Altarflügel mit Aposteln ca. 1420.
3 Tafeln mit männl. Heiligen ca. 1450. Tafel mit Kreuzigung
ca. 1490. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Collegiat-K. S. Severi</hi>. Erste Nennung 836. Auf Neubau
deutende Ablaßbriefe 1273-95. Zweite Erneuerung um
1450. &mdash; Anlage und Einzelheiten enthalten manches Eigentümliche.
Bei Gliederung in 5 Sch. und 6 Joche kommt
der räumliche Charakter der Hallenanlage bedeutend zum <milestone unit='line' n='20'/>
Ausdruck. Das erste und letzte Joch breiter als die übrigen;
man ist hierbei von einem ehemaligen Qsch. ausgegangen,
das an dem großen Rosenfenster der NSeite noch
zu erkennen ist. Die Türme wie am Dom und nach dessen
Vorbild im O. später um einen dritten mittleren vermehrt; <milestone unit='line' n='25'/>
schlanke hölzerne Helme. Bei schlichtester Einzelbildung
wird durch bloße Linien und Massen ein echt künstlerischer
Eindruck erreicht. &mdash; Im Chor <hi rend="g">Sediliennische</hi> um
1300. &mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi> 1467, überstiegen von einem dreiseitigen
mit der Spitze bis zum Gewölbe hinanreichenden <milestone unit='line' n='30'/>
Baldachin, im Motiv an Brunnenarchitektur erinnernd, höchster
Handwerkstriumph in der Bewältigung des Steinmaterials.
&mdash; Hölzerne <hi rend="g">Kanzel</hi> von <hi rend="italic">Hans Friedemann d. Ä.</hi> 1576. &mdash;
<hi rend="g">Orgelbau</hi> in großzügigem Barock. &mdash; Im südl. Ssch. gemalter
<hi rend="g">Flügelaltar</hi> von einem guten Süddeutschen um 1520 (»Schule <milestone unit='line' n='35'/>
des Peter von Mainz«). &mdash; In der Blasiuskap. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>
um 1500, bedeutend, doch sehr verrestauriert. &mdash; Die Kirche ist
reich an bmkw. Steinplastik. <hi rend="g">Denkmal des hl. Severus,</hi>
um 1370-80; ursp. in Form einer Tumba, früh (vor 1472)
auseinandergenommen. Drei der Seitenplatten trugen Szenen <milestone unit='line' n='40'/>
aus dem Leben des Heiligen in hohem Relief; jetzt dem Marienaltar
im nördl. Qsch. einverleibt; die vierte mit der Anbetung
der Könige jetzt im südl. Ssch. (fast genaue Wiederholung
derselben Komposition am WPortal der Nürnberger Lorenzkirche).
Die ehemal. Deckplatte mit dem Relief des Severus


<pb n='107' id='i116.png'/>

<!-- [P: 107] -->

zwischen Frau und Tochter krönt heute den Severialtar; in
der Qualität den Seitenplatten überlegen; von neueren Kritikern
nicht unbedingt überzeugend dem sog. <hi rend="italic">Meister der
Barfüßer-K.</hi> zugeschrieben. &mdash; Feine <hi rend="g">Madonna</hi> am Chorbogen
um 1370-80 von <hi rend="italic">Joh. Gehart</hi>; von demselben Johannes d. T. <milestone unit='line' n='5'/>
und Katharina. &mdash; Im Chor Alabasterrelief des <hi rend="g">hl. Michael</hi>
bez. 1467, künstlerisch bedeutend, unter die Schulrichtungen der
Zeit schwer einzureihen, doch wohl identisch mit dem Meister
des Taufsteines. &mdash; Die <hi rend="g">Madonna am NPortal</hi> ist älter als
dieses selbst, eine Durchschnittsarbeit um 1370. Bedeutend <milestone unit='line' n='10'/>
der daneben befindliche große <hi rend="g">Crucifixus</hi>, um 1500.</p>

<p>
<hi rend="bold">Schotten-Klst.-K. S. Jakob.</hi> Basilika aus A. 12. Jh., mit Veränderungen.
Die im Innern erhaltenen rom. Pfll. haben so
weiten Abstand, daß ausgebrochene Zwischenstützen, wohl
Sll., vermutet werden müssen. Die ursp. Flachdecke durch <milestone unit='line' n='15'/>
Holzgewbb. ersetzt. Frgot. Vorhalle. Barockfassade (1772).
Got. Turm mit welscher Haube. &mdash; <hi rend="g">Grabstein</hi> des Walter
v. Glizberg und seiner Frau, lebensgroße Figuren in starkem
Relief auf vertieftem Grunde, Behandlung sorgfältig aber
wenig belebt; 2. H. 13. Jh. (oder noch später?). Gute <hi rend="g">Holzmadonna</hi> <milestone unit='line' n='20'/>
A. 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Prediger-K</hi>. (Dominikaner). Das Klst. gegr. 1228; eine Baunachricht
von 1238 kann nicht auf das vorhandene Gebäude
bezogen werden; dieses beg. 1308. &mdash; Sehr lang gestreckte,
querschifflose Basilika im Gr. 76 : 18,5 m, geteilt in 15 Joche <milestone unit='line' n='25'/>
von genau gleicher Abmessung; die Ssch. schließen platt (mit
Fenstern), das Msch. mit 5 Seiten des 8Ecks; die Mönchskirche
von der Laienkirche durch eine Schranke und einen
späteren Lettner (1410) geschieden. Das Msch. scheint in
Absicht auf flache Decke begonnen zu sein; die Hochwand <milestone unit='line' n='30'/>
hat außen keine Streben, innen sind die Gwbb. auf vorgekragte
kurze Dienste gestellt. Die Fassade turmlos, ihr großes Portal
des figürlichen Schmucks beraubt. Die schlanken Türme
am Chor eine jüngere Hinzufügung. Der Kreuzgang (S) abgebrochen,
das Kapitelhaus erhalten. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend="g">Hochaltar</hi>; Mensa mit Arkatur aus der Erbauungszeit;
Retabulum, große in 5 Giebel ausgehende Tafel, jetzt des
figürlichen Schmucks, wohl Gemälde, beraubt und verstellt
durch einen großen Schnitzaltar von ca. 1470-80 (der bedeutendste
Erfurts; die gemalten Flügel nicht »Wolgemut <milestone unit='line' n='40'/>
ähnlich«, überhaupt nicht fränkisch). Hinter der Mensa ein
steinerner Zierbau in Laternenform, 5seitig auf schlankem
Fuß, hinten mit einer steinernen Wand verwachsen und
durch eine Treppe zugänglich gemacht; wohl <hi rend="g">Sakramentshaus</hi>;
in dieser Anordnung sonst nicht bekannt; entstanden
<pb n='108' id='i117.png'/>

<!-- [P: 108] -->

gleichzeitig mit dem Lettner (1410), während die steinerne
Umrahmung für einen <hi rend="g">Celebrantensitz</hi> älter
ist; in der Nische gutes <hi rend="g">Fresko</hi>, etwa M. 14. Jh. &mdash; In
die innere Schranke eingelassen ein <hi rend="g">Tafelbild</hi>, figurenreiche
Kreuzigung, nach M. 14. Jh. &mdash; Im Chor <hi rend="g">Marienstatue</hi> <milestone unit='line' n='5'/>
um 1350, eine von den manieriertesten, aber fesselnd durch
die delikate Behandlung. &mdash; <hi rend="g">Grabsteine</hi>. Dieser Zweig
der Plastik ist in Erfurt, vgl. auch die übrigen Kirchen, reich
und gut vertreten und läßt u. a. die Entstehung des Epitaphs
neben der Grabplatte lehrreich beobachten. Die beiden Typen <milestone unit='line' n='10'/>
noch nicht deutlich gesondert am <hi rend="g">Ehegrabstein</hi> des
Rudolf Vitztum † 1365, der Schriftrand für Erfurt frühestes
Beispiel gotischer Minuskeln. Am Lettner Gf. Günther v.
Schwarzburg als Mönch, † 1345, kniend in Profilansicht,
die ganze Erscheinung individuell; sehr flaches Relief, Bemalung <milestone unit='line' n='15'/>
neu. Theodorich v. Lichtenhayn † 1366, ebenfalls
kniend und mit Absicht auf Bildniswahrheit; Farbe verschwunden.
Gottschalk Legat † 1422, Epitaphform, Mann
und Frau in starkem Gefühlsausdruck betend vor dem
Schmerzensmann. Friedrich Rosenzweig † 1450, ähnliche <milestone unit='line' n='20'/>
Anordnung. Über dem SEingang Gethsemanerelief bez. 1484;
der Künstler <hi rend="italic">Joh. Wydemann</hi> zugleich Donator; sein Stil
von Nürnberg abhängig. <hi rend="g">Wandepitaph</hi> für Paul Mues
von <hi rend="italic">Friedemann d. Ä.</hi> 1579. <hi rend="g">Bildnisgrabstein</hi> des
Superintendenten Aurifaber † 1575. Großes <hi rend="g">Steinepitaph</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
des Jakob Neffzer † 1586, elegante Arbeit eines Unbekannten.
<hi rend="g">Bildnisepitaph</hi> des Kriegsrats Burchard
† 1632, Von derselben Hand Senior Silberschlag † 1635 (vgl.
Epit. Mohr in der Barfüßer-K.). &mdash; Prächtige <hi rend="g">Abendmahlskanne</hi>
1618 von <hi rend="italic">Erasmus Wagner</hi>. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Barfüßer-K</hi>. (Franziskaner). Erste Niederlassung 1221; jetzige
K. voll. 1285; Brand; 1326 der langgestreckte 1sch. Chor
hinzugefügt; Einwölbung des Lhs. A. 15. Jh. &mdash; Querschifflos.
Die 6 Arkaden des Lhs. sehr weit gestellt, auf je 1 von ihnen
fallen im Hochschiff 2 schmale Kreuzgewbb. auf abwechselnd <milestone unit='line' n='35'/>
kurzen, vorgekragten und vollständig bis zur Erde reichenden
Diensten; die Pfll. im W zierlich gebündelt, die drei östl.
einfacher. Chor 4 Joche und 5/8 Schluß, Lhs. 6 Doppeljoche,
ganze L. 78. Formencharakter von edler Einfachheit, weniger
herb als in der Prediger-K. Der in der zweiten Bauperiode <milestone unit='line' n='40'/>
hinzugefügte Turm in verwegener Übereckstellung über dem
letzten Joch des nördl. Ssch.
</p>

<p>
<hi rend="g">Hochaltar</hi> ehemals doppelflügelig, in neugot. Rahmenarchitektur
falsch zusammengesetzt, die interessanten, stilgeschichtlich
noch nicht genügend gewürdigten Gemälde


<pb n='109' id='i118.png'/>

<!-- [P: 109] -->

nach 1400, die Holzskulpturen altertümlicher, aber nicht
notwendig älter. Frühester Schnitzaltar Erfurts. &mdash; Im südl.
Ssch. reiche <hi rend="g">Schlußsteine</hi> mit dem Zeichen <hi rend="italic">i</hi> (vgl.
Epit. Legat in der Prediger-K. und Chorstatuen am Dom).
&mdash; <hi rend="g">Chorstühle</hi> um 1325-50 sehr einfach. &mdash; <hi rend="g">Grabmäler</hi>: <milestone unit='line' n='5'/>
in der sog. Saalfeldschen Kapelle südl. am Chor
Cinna v. Vargula 1370, wohl Deckel einer ehemaligen Tumba;
vorzügliche Arbeit, die den Stil der Zeit von seiner besten
Seite zeigt; Saalfeldsche Platte, Schmerzensmann mit 6 Porträtfigg.;
Margarete v. Mila 1494, dem Gegenstand nach, <milestone unit='line' n='10'/>
Madonna auf der Mondsichel, ein Epit., der technischen Form
nach Grabstein. Am Ende des nördl. Ssch. Albert v. Beichlingen
† 1371, von derselben Hand (»Meister der Barfüßer-K.«)
wie der Grabstein der Cinna und gleich vortrefflich, die Auffassung
durchaus statuarisch. Grabstein Berld v. Vitztum 1478. <milestone unit='line' n='15'/>
Epit. Balth. Hirschbach 1583 von <hi rend="italic">H. Friedemann d. Ä.</hi> Epit.
Nacke 1587. Epit. <hi rend="g">Mohr</hi> 1626. &mdash; <hi rend="g">Gemälde</hi>: in der Saalfeld-Kap. 
Flügelaltar A. 15. Jh. &mdash; <hi rend="g">Abendmahlskannen</hi>
von <hi rend="italic">Erasmus Wagner</hi> 1621 und <hi rend="italic">Andr. Jörg</hi> 1679.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Regler-K.</hi> (Augustiner-Chorherren) M. 14. Jh. Vom rom. <milestone unit='line' n='20'/>
Bau die 2türmige WFassade (alt indes nur der südl. Turm).
Ganz schlichte Anlage. Unvollständige Flachdeckbasilika;
das nördl. Ssch. zum Kreuzgang geschlagen, darüber eine
gegen das Hauptschiff sich öffnende Empore. Gestreckter
platt geschlossener Chor. &mdash; Großes doppelflügeliges <hi rend="g">Altarwerk</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
um 1480, an dem besonders die gemalten Teile bmkw.;
früher irrig <hi rend="italic">Wolgemut</hi> zugeschrieben; wohl von Erfurter Lokalmeistern
(an Außentafeln, Innentafeln und Predella drei
verschiedene Hände). An der Außenwand und sehr verwittert:
<hi rend="g">Epitaph</hi> des Heinrich Frimar 1417, Kreuzigungsgruppe, darunter <milestone unit='line' n='30'/>
2 kleine Adoranten, geleitet von 2 Heiligen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Augustiner-K</hi>. (Augustiner-Eremiten; das Kloster M. Luthers).
1289-1325; 1435 das ursp. 1sch. Gebäude zu einer Basilika
mit sehr hohen Ssch. erweitert, dazu langgestreckter Chor;
in allen Teilen Holzdecke. Der 8eckige Turm sitzt über einem <milestone unit='line' n='35'/>
Pfl., an ihm hoch oben 3 Standbilder, gut, von einem Nachfolger
des <hi rend="italic">Meisters i.</hi> &mdash; <hi rend="g">Kreuzgang</hi> aus 15. Jh. Über
dem NFlügel eine nach der K. sich öffnende Empore. Die
<hi rend="g">Lutherzelle</hi> nach Brand 1872 erneuert.
</p>

<p>
Im Innern der K. die Steinumrahmung eines <hi rend="g">Levitensitzes</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
A. 14. Jh. &mdash; <hi rend="g">Glasmalereien</hi> im Chor 2 H.
14. Jh. &mdash; <hi rend="g">Grabsteine</hi> der Adelheid v. Amera † 1298,
gravierte und mit schwarzer Paste gefüllte Umrißzeichnung.
<hi rend="g">Grabst</hi>. der Titularbischöfe Joh. v. Lepanto † 1316 und
Ludwig v. Marronia † 1323 und des Professors Heinrich v.


<pb n='110' id='i119.png'/>

<!-- [P: 110] -->

Frimar † 1354, alle drei ausgeführt ca. 1370-80 von derselben,
geschmackvoll und eigentümlich arbeitenden Hand (Meister
der Barfüßer-K.), neu bemalt. Heinrich v. Meiningen † 1382
(Art des <hi rend="italic">Joh. Gehart</hi>); Theodor Brun † 1462 (vom Meister
des hl. Michael in S. Severi??). <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Ursulinerinnen-K</hi>. E. 13. Jh. Sehr einfacher, 1sch. Bau, dem
später ein nördl. Ssch. hinzugefügt wurde. Im O rck. geschlossen
mit 3 hohen Fenstern. Im W Nonnenchor. Holzgwb.
mit hübschem leichtem Rokokoornament. Über dem
Eingang <hi rend="g">Steinrelief</hi> mit der Anbetung der Könige. &mdash; <milestone unit='line' n='10'/>
Zahlreiche Grabsteine: mit eingeritzter Figurenzeichnung
1313-1445, mit reliefierter 1436-1540. Hochaltar mit gemalten
Doppelflügeln 2. H. 15. Jh. Auf einem Nebenaltar
<hi rend="g">Pietas</hi> (Holz) um 1420. Eine ältere desgl., überlebensgroß,
im Klst. Ebendort <hi rend="g">Wandteppiche</hi> aus 14. Jh. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kaufmanns-K</hi>. Schlichte Basilika des 13. und 14. Jh., Msch.
rom., Sschiffe got. Die Türme zu Seiten des polyg. Chors
erneuert, der nördl. 1684, der südl. 1859. &mdash; Taufstein 15. Jh.
mit 7 sitzenden Prophetenfigg. &mdash; Gut kennen zu lernen die
Erfurter Renaissancemeister <hi rend="italic">Friedemann</hi> Vater und Sohn: <milestone unit='line' n='20'/>
Kanzel 1598, Hochaltar 1625, Epitaphe Ziegler 1584, Tettau
1585, v. d. Sachsen 1592.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Allerheiligen-K</hi>. Kleiner einfacher Bau, das Schiff in origineller
Weise der Straßengabelung angepaßt, Turm 2. H. 13. Jh.
&mdash; Hochaltar 1757. Pietas E. 14. Jh. Grabplatten mit geritzter <milestone unit='line' n='25'/>
Zeichnung 1381, 1405, mit Relief 1418, 1422, 1536;
des Dr. Eberbach 1547 bez. AB; des G. Hupolt 1619 von
<hi rend="italic">Friedemann d. J.</hi>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Martins-K</hi>. vom ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst. Turm 1303
1sch. Langhaus 1483, 1755 mit flachem Tonnengewölbe versehen. <milestone unit='line' n='30'/>
&mdash; <hi rend="g">Ausstattung</hi> bar. <hi rend="g">Monstranz</hi> von <hi rend="italic">C. X.
Stipeldey</hi> in Augsburg 1780.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Michaelis-K</hi>. 14. Jh., einfach, erweitert 15. Jh., hübsche spgot.
Sakristei mit reliefgeschmücktem Erker. Guter bar. Orgelbau.
&mdash; <hi rend="g">Crucifixus</hi> 1405, erstes sicheres Werk des Monogrammisten <milestone unit='line' n='35'/>
<hi rend="italic">i</hi>, des tonangebenden Erfurter Bildhauers im 1. Viertel 15. Jh.
Im Innern und auf dem kleinen Friedhof <hi rend="g">Grabmäler</hi> von Renss.
bis Klassizismus.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Dreifaltigkeits-Kap</hi>. 1500. Erkerchor mit Reliefschmuck.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Andreas-K</hi>. Kleiner Bau des 13. Jh., whgest. 1418. &mdash; Über <milestone unit='line' n='40'/>
dem Haupteingang <hi rend="g">Kreuzigungsrelief</hi> um 1730 (zu vgl. mit
dem Severisarkophag). Sandsteingruppe der <hi rend="g">Beweinung</hi>
ca. 1430-40 von einem Nachfolger des Meisters <hi rend="italic">i</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">K. des großen Hospitals</hi>. 1385, whgest. 1488. Rechteck mit
3seit. Schluß. &mdash; <hi rend="g">Epit</hi>. Ziegler 1462, tüchtig.
</p>


<pb n='111' id='i120.png'/>

<!-- [P: 111] -->

<p>
<hi rend="bold">K. des kleinen Hospitals</hi>. <hi rend="g">Gedenkstein</hi> der Stifter, der
Schneidermeister Konrad von Duderstadt und Siegfried von
Leubingen, ca. 1420-30.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Thomas-K</hi>. spgot. Thomasrelief 2. V. 15. Jh. Kleiner
<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> M. 15. Jh. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wigperti-K</hi>. 1475, Rechteck mit 3seit. Schluß. &mdash; An der
WFront 3 Statuen um 1430, handwerklich. Besser eine
<hi rend="g">Madonna</hi> um 1450. Im Kreuzgang <hi rend="g">Kreuzigungsrelief</hi>
aus der Nachfolge des Meisters <hi rend="italic">i</hi>. &mdash; Sakristei mit guter
SpRenss.-Einrichtung. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Neuwerks-K</hi>. Gegr. 1196. Total umgebaut im 15. und 18. Jh.
&mdash; Außen <hi rend="g">Madonna</hi> um 1380, feiner belebt und wahrer gefühlt,
als das meiste dieser Zeit (nicht von <hi rend="italic">Joh. Gerhart</hi>). Eine
zweite im Innern um 1400. Ziemlich prächtiger <hi rend="g">Hochaltar</hi>
um 1730. Der ältere von ca. 1500 in der Sakristei. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Lorenz-K</hi>. Gegr. 1140, Neubau 1413, verändert im 17. Jh.
&mdash; Am SPortal <hi rend="g">Sandsteinstatue</hi> des hl. Wenzel um 1450.
Außen neben dem Eingang <hi rend="g">Epit. Buseloyben</hi> um 1430, an
der SWand <hi rend="g">Epit. Salfeld</hi> 1405. Im Innern Epit. der <hi rend="g">Gebr.
Eberbach</hi> 1581 von <hi rend="italic">Friedemann d. Ä.</hi> &mdash; Die Holzskulpturen <milestone unit='line' n='20'/>
der modernen Altäre von Antiquaren in München und Lübeck.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Egidien-K</hi>. (Ilgen-K.). Alte, schon im 12. Jh. genannte Gründung.
Jetzt zu Wohnungen eingerichtet. Nur die östl. Giebelwand
zeigt kirchliche Bauformen. Unter der K. Durchfahrt
vom Wenigenmarkt zu der einst befestigten Krämerbrücke. <milestone unit='line' n='25'/>
Von einigen inzwischen abgebrochenen Kirchen haben sich
die Türme erhalten:
</p>

<p>
<hi rend="bold">Nikolai-Turm, Johannis-Turm, Benedikts-Turm, Bartholomäus-Turm</hi>
(mit <hi rend="g">Ölbergrelief</hi> vom E. 15. Jh.), <hi rend="bold">Pauls-Turm,
Georgen-Turm</hi>. Durchweg einfache spgot. Bauten. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
[<hi rend="bold">Rathaus<corr sic=''>.</corr></hi> Der stattliche Bau von 1544-84 wurde 1869 abgebrochen;
Einzelheiten im städtischen Museum.]
</p>

<p>
<hi rend="bold">Alte Universität</hi> (Collegium majus) 1525 ff. Die Schauseite
nach der Michaelisstraße 1548-50; diese unverändert; im
Innern und an Nebengebäuden vieles im 17. und 18. Jh. umgestaltet. <milestone unit='line' n='35'/>
&mdash; Die sehr konservativ gesinnte Körperschaft hat
die Hauptfront zu einer Zeit allgemeinen Vordringens der
Renss. in rein got. Formen errichten lassen; nur in der streng
symmetrischen Komposition darf man den stillen Einfluß
des neuen Stils erkennen. Die langgestreckte, 2stöckige <milestone unit='line' n='40'/>
Front hat 7 Achsen. Das große Tor in der Mitte ist ein Prunkstück
geometrischer Künstelei. An den Doppelfenstern des
Erdgeschosses regelmäßiger Wechsel von geraden Schluß- und
Vorhangbgg.; die Fenster des Obergeschosses gleichmäßig
rck.; an der Schmalseite verändertes System; der alte


<pb n='112' id='i121.png'/>

<!-- [P: 112] -->

Giebel im 17. Jh. durch einen Halbwalm ersetzt. Das Auditorium
maximum »möglichst im Anschluß an die frühere Form« wiederhergestellt.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Collegium Saxonicum</hi> in der Allerheiligenstr. 1542 in unbeholfener
FrRen. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wohnhäuser.</hi> <hi rend="g">Haus zum Rebstock</hi> (Futterstr. 2)
1447. In einer Nische des dritten Stockes feine gleichzeitige
<hi rend="g">Madonna</hi>. Der spgot. Bau noch in wesentlichen Zügen
erhalten. &mdash; <hi rend="g">Haus zum roten Stern</hi> (Allerheiligengasse
11) 1479. Fenster des Erdgeschosses 16. Jh. &mdash;
<hi rend="g">Haus zur hohen Lilie</hi> (Friedrich-Wilhelmsplatz)
1538. Feine frühe Renss. &mdash; <hi rend="g">Haus zum Greifenstein</hi>
(Michaelisstr. 48). 1549. &mdash; <hi rend="g">Haus zum goldenen
Rade</hi> (Marktstr. 50) 1554. &mdash; <hi rend="g">Haus zum goldenen
Hecht</hi> (Anger 37) 1557. Typisches Portal mit Sitznischen <milestone unit='line' n='15'/>
am Gewände; Steinmetzzeichen der beiden <hi rend="italic">Hans Friedemann</hi>. 
&mdash; <hi rend="g">Haus zum roten Ochsen</hi> (Fischmarkt 7)
1562. Im 1. und 2. Geschoß antike Anordnungen; im 3. Geschoß
Fenster mit gotisierenden Gewänden; am Zwerchgiebel
wieder Ordnungen. &mdash; <hi rend="g">Haus zum breiten Heerd</hi> <milestone unit='line' n='20'/>
(Fischmarkt 13) 1584, vielleicht von <hi rend="italic">Hans Friedemann d. Ä.</hi>
Die Ordnungen gleichmäßig durchgeführt; reiches, kräftiges,
an Heidelberg erinnerndes Detail. Im Erdgeschoß Netzgwb.;
im Obergeschoß mächtiger Hausflur; Wendeltreppe. Die
Wirkung durch moderne Erweiterung gestört. &mdash; <hi rend="g">Haus <milestone unit='line' n='25'/>
zum großen Christoph</hi> (Regierungsstr. 62). Altes
Gasthaus. 1605. &mdash; <hi rend="g">Haus zum Stockfisch</hi> (Johannisstr. 169) 
1607. Langbau, die Giebel über den Brandmauern.
Im Erdgeschoß schachbrettartiger Wechsel glatter und ornamentierter
Quadern, nach niederländischer Art. &mdash; <hi rend="g">Haus <milestone unit='line' n='30'/>
zum Mohrenkopf</hi> (Johannisstr. 168) 1610,
</p>

<p>
<hi rend="bold">K. Regierung,</hi> ehemals kurmainzische Statthalterei. Die langgestreckte
Fassade aus zwei disparaten Teilen zusammengesetzt, rechts 
Patrizierhaus der Renss. »zum stolzen Knecht«
mit schönem Erker bez. 1540, Mitte und linker Flügel unter <milestone unit='line' n='35'/>
Statthalter v. Boyneburg 1710-20 von einem nach den
Wienern Fischer und Hildebrand orientierten Meister
(<hi rend="italic">M. v. Welsch?</hi> <hi rend="italic">M. Dreysigmark?</hi>). Schöner Festsaal in maßvollem
Spätbarock, die Stuckaturen von <hi rend="italic">August Gröninger</hi> aus
der bekannten Münsterer Künstlerfamilie, die Plafondmalerei <milestone unit='line' n='40'/>
schwach.
</p>

<p>
<hi rend="bold">K. Haupt-Steueramt</hi> 1695 für Lothar v. Schönborn, Erzb.
von Mainz und B. von Bamberg.
</p>

<p>
Auf dem Fischmarkt <hi rend="bold">Roland</hi> als römischer Krieger, 1691 von
<hi rend="italic">Israel v. d. Milla</hi>, einem niederländischen (?) Italisten, der


<pb n='113' id='i122.png'/>

<!-- [P: 113] -->

Kopf nach dem Moses Michelangelos. An der Ecke Regierungs- und
Eichenstr. <hi rend="bold">Neptun</hi> von einem ehemaligen Brunnen
um 1700.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ERLABRUNN.</hi> UFranken BA Würzburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Neubau 1655. Anlage in got. Tradition. Stuckierte <milestone unit='line' n='5'/>
Flachdecke, Engelsköpfe in Kassetten. Schwere Bar.Portale.
&mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> und <hi rend="g">Taufstein</hi> aus der Erbauungszeit. &mdash;
<hi rend="g">Bildstock</hi> 1601, gotisierend.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ERLACH.</hi> UFranken B A Ochsenfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Got., im 18. Jh. verändert. &mdash; 7 adlige <hi rend="g">Grabsteine</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
(meist Seinsheim) von 1540-82; ein älterer (1493).
<hi rend="g">Bronzeplatte</hi> mit Inschr. und Wappen (Hauschild von
Hirschau).
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß,</hi> Wasseranlage mit 8eck. Umfassung, im Hof hübsche
Renss.Laube 1545. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ERLAU.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Schiff mit Holzdecke, gewölbter 3/8 Chor in sorgfältiger
Durchbildung. Das 4flügelige <hi rend="g">Altarwerk</hi> (aus der Rochlitzer
Kunigunden-K.) innen geschnitzt, außen gemalt, A.
16. Jh. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ERMLITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit OTurm, in dessen Erdgeschoß das Altarhaus;
keine Apsis.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ERMSLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi>, gänzlich deformiert, interessant nur die Spur ehemaliger <milestone unit='line' n='25'/>
rom. OTürme. &mdash; <hi rend="g">Grabst</hi>. 1561, 1602.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ERSHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> bar. 1688. Turm gotisierend 1562. Großer Bar.-Altar.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ESCHDORF.</hi> K. Sachsen AH Pirna. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. mit Holzdecke. Rom. Portal. <hi rend="g">Sakramentsnische</hi>
1524. Gemaltes <hi rend="g">Altarwerk</hi> bez. 1588.
C G (<hi rend="italic">Christoph Grohmann?</hi>).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ESCHEFELD.</hi> K. Sachsen AH Borna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor in spgot., Portal in spätrom. Formen. &mdash; Spgot. <milestone unit='line' n='35'/>
<hi rend="g">Altarwerk</hi> mit 2 festen und 4 beweglichen Flügeln.
<hi rend="g">Glocken</hi> 14. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ESCHENSTRUTH.</hi> Kr Cassel-Land.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Unter jüngeren Veränderungen der rom. Kernbau
erhalten, am besten im WQuerturm mit doppelbogigem Durchgang <milestone unit='line' n='40'/>
ins Schiff. Im Fenster des schon ursp. rck. Chores kleines
spgot. <hi rend="g">Glasgemälde</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ESCHWEGE.</hi> RB Cassel Kreisstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Markt-K. S. Dionys.</hi> Chor 1460, Sch. 1466, Turm 1. H. 14. Jh.
&mdash; Hallenkirche von 4 Jochen, 1sch. polyg. Chor. Schafte


<pb n='114' id='i123.png'/>

<!-- [P: 114] -->

rund mit 4 Diensten, nur die letzteren mit Kaptt. Die Schildbgg.
des Msch. Gwb. ca. 2,5 m höher als die Scheidbgg. WTurm
einspringend.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Neustädter S. Katharinen-K</hi>. Chor 1446-74, Sch. 1484-1521,
Turm 1374 mit neugot. Aufbau. &mdash; Hallenkirche von 4 Jochen, <milestone unit='line' n='5'/>
Schafte rund mit 4 Diensten und Laubkaptt., welche sich
auch um die Schafte ziehen. Reiche Netzgwbb. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi>
1589 mit 3 Reliefs.
</p>

<p>
<hi rend="bold">S. Nicolaus-Turm</hi>. 1455, Zopfdach.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schwarzer Turm</hi>. Einziger Rest der vor 1083 gegr. Cyriakus-Abtei. <milestone unit='line' n='10'/>
Einfacher Bruchsteinbau mit wenigen kleinen rundbg.
Fenstern.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hospitals-K. S. Elisabeth</hi>. Gegr. 1278, erneuert 1466. Nur die
südl. Mauer der K. und ein Teil des Kreuzganges stehen noch.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi>. Beg. 1386, erneuert 1581, sprom. mit got. Erinnerungen. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Ballhaus</hi>. 1578.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ESPENFELD.</hi> Schwarzburg-Sondersh. LA Arnstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> OTurm rom. zu got. 1/2kr. Apsis mit rundbg. Fensterschlitzen.
<milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ESPERSTADT.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm mit gekuppelten rom. Schallöffnungen und
vermauerter Rundbogentür. Umbau 1612.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ESSELBACH.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> erb. 1779; gleichzeitig die Ausstattung. &mdash; <hi rend="g">Holzfig</hi>. <milestone unit='line' n='25'/>
St. Barbara aus <hi rend="italic">Riemenschneiders Werkstätte</hi>. &mdash; Spgot.
<hi rend="g">Glocken</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ESSFELD.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 19. Jh. Erhalten der 5geschossige spätrom. Turm,
13. Jh., bar. Haubendach. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ESTENFELD.</hi> UFranken BA Würzburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Posthum got. 1614. Chorturm im Unterbau rom.
Bar. Portal 1690. Stuckdecke um 1720. &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi>
E. 18. Jh. mit Gemälde von <hi rend="italic">Bolsterer</hi> 1708. Reiche <hi rend="g">Kanzel</hi>
von <hi rend="italic">J. G. Moritz</hi> 1753. <hi rend="g">Marienstatue</hi>, Holz, 1. H. <milestone unit='line' n='35'/>
14. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hof des Karthäuserklst</hi>. Engelgarten 1668. &mdash; An den Straßen
der nächsten Umgebung zahlreiche (9) <hi rend="g">Bildstöcke</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ETTENHAUSEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Anlage, umgebaut 1554 und 1706. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ETTERSBURG.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
</p><p>
In der modernen <hi rend="bold">K.</hi> <hi rend="g">Doppelgrabstein</hi> des Ludwig
von Blankenhain und seiner Gemahlin aus A. 14. Jh. (dürfte
aus der Klosterkirche Oberweimar hierher verschleppt sein).</p>
<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> ganz einfach.
</p>


<pb n='115' id='i124.png'/>

<!-- [P: 115] -->

<p>
<hi rend='ort'>ETTLEBEN.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> A. 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Dorf-Brunnen</hi>. Malerische Anlage auf acht jonischen Säulen
mit Kuppel.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ETWASHAUSEN.</hi> UFranken BA Kitzingen. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche</hi>. 1741. Ein geistreich hingeworfener Gedanke <hi rend="italic">Balthasar
Neumanns.</hi> Kreuzanlage mit wenig verlängertem WArm;
das Mittel in den Winkeln durch Kreissegmente erweitert;
nach konzentrischem innerem Kreise angeordnet 4 Paar gekuppelter
dorischer Säulen, durch einen Durchgang von <milestone unit='line' n='10'/>
der Wand getrennt. 3 Sll. hinter dem Altar. Die kleine Kirche
voll perspektivischen Reizes. Sie ist undekoriert geblieben.
Die Kuppel ganz flach und durch Stichkappen von den Kreuzarmen
her zerschnitten. Nicht glücklich, wie öfters bei Neumann, 
die Lichtführung. Am westl. Ende ein eleganter Turm, <milestone unit='line' n='15'/>
neben dem die Ecken des Schiffs abgerundet zurückweichen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EUERBACH.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
</p><p>
<hi rend="bold">Kath. Dorf-K</hi>. von 1742. Inneneinrichtung aus derselben Zeit.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Prot. Dorf-K</hi>. Chor und Turm spgot. Verschiedene <hi rend="g">Renss.-Epitaphe</hi>. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> um 1600.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EUERDORF.</hi> UFranken BA Hammelburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Typischer Juliusbau von 1602, nach Brand 1872
stark erneuert. Reste von spgot. <hi rend="g">Altarplastik</hi> in der Richtung
<hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>; der Salvator ähnlich dem in Bibelried. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EUERHAUSEN.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1730. Mit guter, etwas jüngerer, schöner rok. Ausstattung.
Der isolierte Turm ursp. Torturm der ma. Kirchhofsbefestigung,
umgebaut E. 16. Jh., Juliuswappen. &mdash;
<hi rend="g">Glocke</hi> 13.-14. Jh. <milestone unit='line' n='30] [L:30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EUSSENHAUSEN.</hi> UFranken BA Mellrichstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm frgot. Langhaus 1614. WFassade 1745. Am
Turm eingemauert interessante frgot. sitzende <hi rend="g">Madonna</hi>
(stark beschädigt). Hinter dem Hochaltar Reste von <hi rend="g">Wandmalereien</hi>
aus 1. H. 15. Jh. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EUSSENHEIM.</hi> UFranken BA Karlstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1620 mit Chor-Turm aus 13. Jh. &mdash; <hi rend="g">Pietas</hi> um 1500. &mdash; 
Vor der K. großer, reicher steinerner <hi rend="g">Prozessionsaltar</hi> 
A. 17. Jh.
 <milestone unit='line' n='40'/> 
<hi rend="bold">Kellerei</hi>. Charaktervoller Bau von 1638. 
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EYBA.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt. LA Rudolstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, im O rom. Chor-Turm, andere Teile frgot. und Zopf.
</p>
<p>
<hi rend="bold">Edelhof</hi> der Herren v. Könitz, gutes Beispiel für Anlagen
dieser Art aus dem 16. Jh. (Inschr. 1555, ein2elne Teile 17. Jh.).
</p>


<pb n='116' id='i125.png'/>

<!-- [P: 116] -->

<p>
<hi rend='ort'>EYERSHAUSEN.</hi> UFranken BA Königshofen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Flotter Rok.-Bau um 1750, glückliche Fassade mit
WTurm. Elegante gleichzeitige Einrichtung. <hi rend="g">Deckenbild</hi>
(Huldigung der hl. 3 Könige) von <hi rend="italic">Gg. Anton Urlaub</hi> 1753
(1909 restaur.). <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>EYRICHSHOF.</hi> UFranken BA Ebern.
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> (v. Rotenhan) 1530 und 1584 (renoviert 1847 und
1883), 2flügelig mit Rundtürmen; auf der NSeite schließt
sich ein Rokokoflügel (um 1730) an. Inmitten eines prächtigen
Parkes. &mdash; Bmkw. <hi rend="g">Einrichtung</hi>: besonders gute <milestone unit='line' n='10'/>
<hi rend="g">Renss. Schränke</hi> (Schweizer Arbeiten) und reiche europäische
<hi rend="g">Porzellansammlung</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloßkap.</hi> Spätbar. Bau (1686) mit stuckierter Decke. &mdash;
Zinnerne <hi rend="g">Taufschüssel</hi>, schön sprenss.
</p>
</div>


<div>
<index index="toc" />
<head><title>F</title></head>
<p>
 <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FAHR.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
</p><p>
Auf dem Friedhof bmkw. <hi rend="bold">Kreuzigungsgruppe</hi>, Sandstein,
3/4 lebensgroß, ausgeführt etwa 1430-40, doch zurückgeblieben
(wie das bei handwerklichen Arbeiten oft vorkommt)
auf der Stilstufe von 1400. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FÄHRBRÜCK.</hi> UFranken BA Karlstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">Wallfahrts-K. Mariä Himmelfahrt</hi>. 1686-98. Kraftvoller
Bar. Bau in der Richtung <hi rend="italic">Petrinis</hi>, 1sch. mit schmalem Kreuzgwb.,
gute Außenarchitektur. Turm im NO. <hi rend="g">Ausstattung</hi>
aus der Erbauungszeit. <hi rend="g">Blatt</hi> des Hochaltars von <milestone unit='line' n='25'/>
<hi rend="italic">O. Onghers</hi> 1695. Große <hi rend="g">Madonna</hi>, Holz, von <hi rend="italic">P. Wagner</hi>
1798.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FALKEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Schiff und Turm 1500, der gerade schließende Chor
frgot. [Eine rom. Kapelle auf dem Gottesacker 1863 abgegetragen.] <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
Das <hi rend="bold">»Schlößchen«</hi> von 1556 ist ein ehemaliges v. Keudellsches
Gerichtshaus.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FALKENBERG.</hi> RB Cassel Kr. Homburg.
</p><p>
<hi rend="bold">Burgruine</hi>. War 1250 schon vorhanden. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FALKENHAIN.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Anlage. &mdash; 6 <hi rend="g">Grabmäler</hi> 1579-1725.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Herrenhaus</hi>. Ursp. Wasserburg des 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FALKENSTEIN.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß</hi>. Interessante Anlage mit rom. Bergfried und Wohnräumen <milestone unit='line' n='40'/>
aus 16. Jh.
</p>


<pb n='117' id='i126.png'/>

<!-- [P: 117] -->

<p>
<hi rend='ort'>FAMBACH.</hi> RB Cassel Kr. Schmalkalden.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm rom., oben got., mit 4 Schützenerkern. Im
spgot. Langhaus Emporen und bemalte Decke. 1778. &mdash;
<hi rend="g">Kanzel und Altar</hi> 1617, 1623, Holz, in guter SpRenss.
</p>

<p>
FARNRODA, Sachsen-Weimar VB Eisenach. <milestone unit='line' n='5'/>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1667. Gute <hi rend="g">Schnitzbilder</hi> von ehemaligen
Altären um 1508.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FASANERIE.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend="bold">Jagdschloß</hi> des Herzogs von Meiningen, erb. E. 18. Jh. Die
im klassizistischen Stil ausgeführte Einrichtung des Saales <milestone unit='line' n='10'/>
und einzelner Zimmer mit den alten Tapeten und den auf
die Wände geklebten allegorischen Bildern, auch einzelnen
charakteristischen Möbeln und Öfen derselben Zeit, großenteils
unversehrt erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FECHENBACH.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> erb. 1732. Am <hi rend="g">Pfarrhof</hi> Sandsteinfig. der Madonna
um 1400.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Burgruine Kollenburg</hi>. Ziemlich gut erhaltene, typische
Renss. Anlage mit älteren Resten, an der SSeite des Palas 
rom. <milestone unit='line' n='20'/> 
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FECHHEIM.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der (seiner alten Detailformen beraubte) rom. OTurm
steht zwischen dem spgot. polyg. Altarhaus und dem Lhs.
(Emporensaal) von 1702. &mdash; 3teiliges <hi rend="g">Altargemälde</hi> bez.
1480, sehr rest. &mdash; Befestigter <hi rend="g">Kirchhof</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FEILITSCH.</hi> OFranken BA Hof.
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> 1747.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FELDECK</hi> siehe Dietlas.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FELSBERG.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Spgot. 1sch. flachged. Gewölbter polyg. Chor. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kirchhofs-Kap.</hi> Rom. und spgot.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Burgruine</hi> mit hohem Rund-Turm.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FILKE.</hi> UFranken BA Mellrichstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">Mauerschedel.</hi> Ruine einer im 14. Jh. zerstörten Kirchenbefestigung.
Kreisrunde Anlage mit an die Mauer angebauten <milestone unit='line' n='35'/>
Gaden. Kirchenruine rom.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FINDELBERG.</hi> UFranken B A Königshofen.
</p><p>
<hi rend="bold">Wallfahrts-K.</hi> 1570, 1672, 1780.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FISCHBACH.</hi> UFranken BA Ebern.
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß</hi>. Malerische Baugruppe um 1530. Gegenüber Kapelle <milestone unit='line' n='40'/>
von 1756 mit hübscher Außengliederung.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FLADUNGEN.</hi> UFranken BA Mellrichstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Turm frgot. Langhaus 17. Jh. Einheitliche Ausstattung
aus M. 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1628. Viergeschossige Anlage mit Volutengiebeln.
</p>


<pb n='118' id='i127.png'/>

<!-- [P: 118] -->

<p>
Gut erhaltene <hi rend="bold">Stadtmauer</hi> mit starken Türmen, interessant
die auf den Mauern lose aufgebauten Steinhaufen, die Tore
abgebrochen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FLEMMINGEN.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der jetzt in der Mitte stehende Turm war ursp. <milestone unit='line' n='5'/>
Chor-Turm; Chorverlängerung 1490. Wohlerhaltenes rom.
Portal um 1200. Im <hi rend="g">Tympanon</hi> 2 Quadranten mit
stilisierten Blumen, am Gewände die eine Sl. mit senkrechter
Kannelierung, die andere mit gewundenem Tau.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FLEMMINGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um 1150; die einfache rom. Anlage mit Chor-Turm,
Halbkuppelapsis, Säulenportal wesentlich erhalten. <hi rend="g">Kanzelaltar</hi>
1739.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FLÖHA.</hi> K. Sachsen AHauptstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1741 (rest. 1880). &mdash; Altar mit bmkw. Gemälden <milestone unit='line' n='15'/>
um 1525, verwandt dem in St. Nikolai zu Dippoldiswalde.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FORCHHEIM.</hi> K. Sachsen AH Marienberg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1719 von <hi rend="italic">George Bähr</hi> und <hi rend="italic">Fehre</hi>, zentrale Anlage
ähnlich der K. in Schmiedeberg; die farbige Dekoration noch
aus der Erbauungszeit. &mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi> 1725, reiche, tüchtige <milestone unit='line' n='20'/>
Arbeit. Altar mit <hi rend="g">Gemälde</hi> von <hi rend="italic">Butzäus</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi>. Einfacher Bau von 1558.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FORCHHEIM.</hi> OFranken BAmtstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">Martins-K</hi>. 823 zuerst erwähnt, 1335-1803 Collegiatstift.
&mdash; 3sch. Halle mit erhöhtem Msch. Dieses hat flache Kassettendecke, <milestone unit='line' n='25'/>
Sschiffe und Chor Rippengwbb., die 1720 durch <hi rend="italic">J.
Vogel</hi> aus Bamberg stuckiert wurden. Im S Reste eines rom.
Qsch. Im N neben der Fassade spgot. Turm mit welscher
Haube von 1669. &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi> 1696 von <hi rend="italic">Neuner</hi>, 1837
verändert; <hi rend="g">Apostelaltar</hi> 18. Jh., Gemälde von <hi rend="italic">Oswald <milestone unit='line' n='30'/>
Onghers,</hi> Skulpturen von <hi rend="italic">Goldwitzer</hi>. &mdash; An den Pfll. des
Msch. 8 <hi rend="g">Gemälde</hi> auf Holz in der Richtung <hi rend="italic">Wolgemuts</hi>,
vorn Passion Christi, hinten Legende des hl. Martin; 3 <hi rend="g">Gemälde</hi>
(Christoph, Nikolaus, Wenzel) um 1500 vom alten
Hochaltar. &mdash; <hi rend="g">Skulpturen</hi>. Im <hi rend="g">Inneren</hi>: Im Msch. <milestone unit='line' n='35'/>
und Chor 12 <hi rend="g">Apostel</hi>, Holz, aus E. 15. Jh., doch nur in
einem entfernteren Sinn der Schule des <hi rend="italic">Veit Stoß</hi> zuzurechnen.
In der Marien-Kap. <hi rend="g">Pietas</hi>, Holz, recht tüchtige Arbeit
des frühen 16. Jh. <hi rend="g">Derselbe</hi> Gegenstand in veränderter,
dem Schönheitsideal des Klassizismus besser zusagender <milestone unit='line' n='40'/>
Komposition auf dem Maria-Schmerz-Altar vom bambergischen
Hofbildhauer <hi rend="italic">Kamm</hi> 1786. Sehr interessant das 8figurige
Relief in Lindenholz mit dem <hi rend="g">Abschied Christi von
seiner Mutter</hi>, nach 1520 von einem guten, noch nicht
näher festgestellten Nürnberger Künstler mit Erinnerungen


<pb n='119' id='i128.png'/>

<!-- [P: 119] -->

an <hi rend="italic">Stoß</hi> und <hi rend="italic">Dürer</hi>. <hi rend="g">Epitaphe</hi> des Ph. v. Egloffstein 1558 von
<hi rend="italic">Peter Dell d. J.</hi> in Würzburg; des E. G. Pfersfelder 1590
von <hi rend="italic">Hans Werner</hi> in Bamberg. Am <hi rend="g">Äußeren</hi>: Neben dem
WPortal Martin und Barbara, 14. Jh., Eustachius 18. Jh.,
am Chor Kolossalfigur Christi 14. Jh., Holzkruzifix A. 16. Jh., <milestone unit='line' n='5'/>
recht gut; Ölberg aus Sandstein A. 16. Jh. im gewöhnlichen
Schema, aber durch Kraft des Ausdrucks und sorgfältige Gewandung
die Durchschnitts-Ölberge überragend.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Marien-Kap</hi>. soll von <hi rend="italic">Otto v. Bamberg</hi> A. 12. Jh. erbaut sein;
rom. Reste nicht erkennbar; einfacher, 1sch. flachgedeckter <milestone unit='line' n='10'/>
Raum, jetzt mit Rokokostuckierung. Am rok. Hochaltar
spgot. <hi rend="g">Skulpturen</hi>. <hi rend="g">Ölberg</hi> von Ton M. 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Spital-K</hi>. Einfach spgot., die flache Decke im 18. Jh. stuckiert.
5 <hi rend="g">Tafelgemälde</hi> der Nürnberger Schule E. 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Franziskaner-K</hi>. 1690. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi>. Gründung der sp. Merovingerzeit; einziger Rest aus
rom. Zeit das an der Fassade eingemauerte Relief mit Basilisk.
1353-63 als Bischöfl. Bambergische Residenz hergestellt;
noch öfters umgestaltet; 4geschossiger steinerner
Kastenbau mit Rückgebäuden in Fachwerk um 1558. Stilgeschichtlich <milestone unit='line' n='20'/>
wichtige <hi rend="g">Wandgemälde</hi> 1831 und 1907
freigelegt; nur die letzteren befriedigend rest. Rest eines
größeren Zyklus um 1353 die 3 Propheten der Hauskapelle.
Ebenda Anbetung der drei Könige, Verkündigung Mariä und
Jüngstes Gericht. Von verschiedenen Händen, aber zeitlich <milestone unit='line' n='25'/>
einander nahe (1390-1400). Italienische Anklänge durch
böhmische Vermittlung, zugleich Vorbereitung auf den Nürnberger
Stil des frühen 15. Jh. Im Erdgeschoß Darstellungen,
die von H. Kehrer als Satiren auf König Wenzel (?) gedeutet
wurden. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi>. Spgot. Fachwerkbau, teilweise 1535 in FrRenss.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Katharinenspital</hi>. Schöner Holzbau 1611.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Nürnberger Tor</hi>. 1698.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FÖRDERGERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Architekturlos; hübscher <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> mit <milestone unit='line' n='35'/>
Reliefflügeln um 1510.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FRANKENBERG.</hi> K. Sachsen AH Flöha.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1741. &mdash; <hi rend="bold">Herrenhaus</hi>. 1553.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FRANKENBERG.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend="bold">Burgruine</hi>. Sitz des 1293 ausgestorbenen gleichnamigen <milestone unit='line' n='40'/>
Geschlechtes. Der Bergfried aus sehr großen Buckelquadern
noch 24 m hoch erhalten. Sonst zusammenhanglose Trümmer.
Zerst. 1448 und 1525.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FRANKENBERG.</hi> RB Cassel Kreisstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">Liebfrauen-K</hi>. 1286 bis 1357, Chor gew. 1353, Turm voll.


<pb n='120' id='i129.png'/>

<!-- [P: 120] -->

1359. Gr. und System folgt der Elisabeth-K. in Marburg,
und die Ähnlichkeit der Anlage würde noch größer sein, wäre
nicht der Chor nur im ersten Joch nach dem ursp. Plan ausgeführt,
dann aber breiter und höher fortgesetzt. Einspringender
WTurm, daher im Msch. 4 Joche, in den Ssch. 6 Joche. <milestone unit='line' n='5'/>
Ganze L. ursp. 46, jetzt 59, Br. 17,5 (Msch.: Ssch. = 8,7 : 4,4),
H. 12. Die runden Pfll. mit 4 Diensten, verhältnismäßig
sehr stark. Das lockere Blattwerk der Kaptt. dem Kern aufgeheftet.
Im Querschnitt die Gwbb. von genau gleicher Scheitelhöhe,
die Scheidbgg. und sämtliche Bgg. der Ssch. stark gestelzt. <milestone unit='line' n='10'/>
Die Fenster sind bei der hohen Lage des Kaffgesimses nicht
übertrieben schlank, 2teilig, im Maßwerk ein spitzbg. Vierpaß
mit 2 Dreipässen. Das Dach ist allen 3 Schiffen gemeinschaftlich
und deshalb im First höher als das Dach des Qsch. Das
Kranzgesims um die Strebepfll. herumgekröpft. Einfach <milestone unit='line' n='15'/>
röhrenförmige Wasserspeier. An der WFront das Dach abgewalmt,
so daß die Mauer horizontal abschließt. Der Turm
steckt mit seinem ersten Obergeschoß halb im Dach, so daß
erst das dritte (letzte) ganz frei wird. Er schließt mit Balustraden
und leicht zurückspringenden 4 Giebeln, der mäßig <milestone unit='line' n='20'/>
hohe Helm 8seitig. &mdash; Hübsches <hi rend="g">Wandtabernakel</hi>
2. H. 14. Jh. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> von Stein 1554. &mdash; <hi rend="g">Balkenköpfe</hi>
der ehemaligen Empore, meisterlich geschnitzt von
<hi rend="italic">Phil. Soldan</hi> 1529.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Marien-Kap.</hi> Etwa 1380. Hervorragender Prachtbau. Der <milestone unit='line' n='25'/>
südöstl. Diagonalseite des südl. Kreuzarmes der Hauptkirche
angebaut. Da auf normale Orientierung Gewicht gelegt wurde,
hat der Gr. unregelmäßig zentralisierende Gestalt: der größere
Teil umschreibt 5 Seiten des 8Ecks, ein 3 eck. Raum vermittelt
zum Qsch. der Hauptkirche. Die Mauerhöhe ist der <milestone unit='line' n='30'/>
des Qsch. gleich. Ein hohes Pyramidendach krönt das schlanke
Polygon. Die Behandlung ist sehr reich und glänzend, in
jener schulgemäßen Reinheit, Schärfe und Eleganz, die für
jene Epoche das Höchste war. Demn Äußeren war ein sehr
reicher Statuenschmuck, ca. 30 Stück, zugedacht und scheint <milestone unit='line' n='35'/>
auch ausgeführt gewesen zu sein. Auch vom Reichtum des
Innern vieles verstümmelt. Erhalten der sehr bmkw. <hi rend="g">Altar</hi>.
Die Mensa getragen von 3 Standfigg. (sehr beschädigt). Hohes,
3teiliges Retabulum von feinster Arbeit. Erstes Glied eine
niedrige 9teilige Arkatur, der Apparat der Strebepfll., Fialen <milestone unit='line' n='40'/>
usw. gleichsam Miniatur in Stein; im Hauptgeschoß 3 Blendbgg.
für Statuen, wieder aufs reichste architektonisiert; im dritten
Glied 7teilige Arkatur; unter den Bogenlinien kommt schon
einigemal der Eselsrücken vor; sonst der Formencharakter
einer etwas pedantischen Hochgotik streng festgehalten.
</p>


<pb n='121' id='i130.png'/>

<!-- [P: 121] -->

<p>
<hi rend="bold">Spital-K</hi>. (reformiert). Kleiner 1sch. spgot. Bau. Bmkw.
die reichgegliederten und mit Wappenschildern gezierten
Kragsteine 1515.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst</hi>. S. Georgenberg. Jetzt Amtshaus und
sehr verbaut. Die Kapelle (Stall) rom. 13. Jh., sonst 14. und <milestone unit='line' n='5'/>
A. 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi>. Fachwerk von 1509, Erdgeschoß verputzter Steinbau,
die 2 Obergeschosse beschieferter Fachwerkbau, mehrere
Erker mit Spitzdächern; trotz der dürftigen Herstellung aus
neuerer Zeit wirkt der Bau in der Gruppierung noch immer <milestone unit='line' n='10'/>
hübsch und lebendig.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FRANKENHAUSEN.</hi> Schwarzb.-Rudolst. Amtsstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">Oberkirche</hi>. Reste einer rom. Anlage, deren ursp. Form schwer
zu erraten. &mdash; <hi rend="g">Grabdenkmäler v. Biela</hi> 1773; Oberst
<hi rend="g">Mayer</hi> 1667 saubere, tüchtige Arbeit; andere wenigstens <milestone unit='line' n='15'/>
kostümgeschichtlich bmkw. <hi rend="g">Werner</hi>sches <hi rend="g">Erbbegräbnis</hi>
mit Eisengitter A. 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Unterkirche</hi>. Chor spgot., polyg. Schluß mit Pfll. in der Mittelachse.
Lhs. 1691. Die Ssch, haben Logen in 3 Rängen auf
massiven Pfll. mit Korbbgg. Im Msch. flaches Holzgewölbe. <milestone unit='line' n='20'/>
&mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi> aus Marmor, <hi rend="g">Altarleuchter</hi> und
<hi rend="g">Taufschale</hi>, alles für diese Zeit und Gegend bmkw.
gut gearbeitet. <hi rend="g">Tafel</hi> mit den Porträts von Luther, Melanchthon
und Johann dem Beständigen (Schule <hi rend="g">Cranachs</hi>).
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1448, vereinfacht erneuert. (Ein Gemälde gibt den <milestone unit='line' n='25'/>
alten Bestand.)
</p>

<p>
<hi rend="bold">Pfännerschafts-Haus</hi>. Sitzungszimmer 1615.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Fürstl. Schloß</hi>. Großer, einfacher Bau des 17. und 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wohnhaus</hi> Burmann, Klosterstraße. Zierliches Detail im
Übergang von Got. zu Renss. Alte Decken. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FRANKENHAUSEN</hi> (Altstadt). Schwarzburg-Rudolstadt.</p>
<p>
<hi rend="bold">Kirche</hi>. Rom., rck. mit 1/2kr. Apsis, skulpierte Pfeilerkapitelle
&mdash; An der Apsidenkuppel erloschenes Gemälde, <hi rend="g">Jüngstes
Gericht,</hi> um 1300. Darüber zweite Farbenschicht mit
spgot. Rankenwerk. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FRANKENSTEIN</hi> b. Salzungen Kr. Meiningen.</p>
<p>
Von der alten <hi rend="bold">Burg</hi> nur bescheidene Reste erhalten. Der jetzige
burgartige Aussichtsturm E. 19. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FRANKENTAL.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1587 und 1607. &mdash; Schönes <hi rend="g">Altargerät</hi> E. 17. <milestone unit='line' n='40'/>
Jh., Dresdener Beschau. &mdash; <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FRAUENBERG.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
</p><p>
<hi rend="bold">Burgruine</hi>. 1252.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FRAUENBREITUNGEN.</hi> Sachs.-Mein. LA Meiningen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Turm rom., Kirche 1615. Einfacher Saalbau mit


<pb n='122' id='i131.png'/>

<!-- [P: 122] -->

spitzbg. Fenstern und Emporen, an deren Brüstungen 49
<hi rend="g">Gemäldefelder</hi>. Wertvoller <hi rend="g">Flügelaltar</hi> bez.
1518, im Schrein 3 gute Schnitzfigg. in fränkischem
Schulcharakter, auf den Flügeln Reliefszenen, außen Gemälde
nach der Dürerschen Kupferstichpassion. Grabsteine unerheblich <milestone unit='line' n='5'/>
 &mdash; <hi rend="g">Glocken</hi> 1616.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Edelhof</hi> (v. Gleichen) renss., malerische Diele.
</p>

<p>
Ehem. <hi rend="bold">Amtshaus</hi> 1606, verputzter Fachwerkbau, Stuckdecken.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gerichtslinde</hi>. Kreisrund ummauert, 4 Eingänge mit Stufen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FRAUENHAYN.</hi> K. Sachsen AH Großenhain. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche</hi>. Backsteinbau 14. Jh., 1580 NSchiff angebaut. Über
dem Chor bmkw. got. Dachstuhl.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FRAUENHORST.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Um 1300 aus Feldstein; rck. mit 3 spitzbg.
Fenstern in der OWand. &mdash; Spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FRAUENPRIESSNITZ.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst</hi>. 13. Jh., erneuert im 17. Einschiffig
mit polyg. Chor. An der NSeite nebenschiffartiger,
2geschossiger Anbau mit Herrschaftsempore und Gruft der
Schenken v. Tautenburg; schöne Metallsärge. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Domänengebäude</hi> mit stattlichem Portal 1605, toskan. Rustika-Sll.,
Triglyphenfries, Krönung mit Ritterfiguren von verhältnismäßig
guter Bildung.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FRAUENROTH.</hi> UFranken BA Kissingen.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Cist.-Nonnen-Klst</hi>. Gegr. 1231. Erhalten der schlichte <milestone unit='line' n='25'/>
sprom. Stiftungsbau, 1sch., 1/2kr. Apsis und rundbg. Portal.
(Empore ausgebrochen). &mdash; Ein kostbarer Schatz das <hi rend="g">Grabmal</hi>
des Minnesängers Otto v. Botenlauben (aus dem Geschlecht
der Grafen v. Henneberg) † 1266 und seiner Gemahlin
Beatrix, ausgeführt etwa 1280-1300. In der poesievollen <milestone unit='line' n='30'/>
Idealisierung höfischer Vornehmheit unerreicht. Stilistisch
mit der thüringisch-sächsischen Gruppe in Zusammenhang,
den verwandten Stücken in Reinhardtsbrunn und Erfurt
künstlerisch überlegen, dem Wiprecht von Groitzsch in Pegau
nicht nachstehend. Wahrscheinlich aus Frauenroth verschleppt <milestone unit='line' n='35'/>
und von demselben Meister die Madonna in Lauter.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FRAUENSEE.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
</p><p>
Ehemalige <hi rend="bold">Cisterc.-Klst.-K</hi>. 1860 abgebrochen. Erhalten
ein rom. Kragstein mit Löwenkopf. &mdash; <hi rend="bold">Herrenhaus</hi> 1632.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FRAUENSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Nach Brand 1869 mit Benutzung der Umfassungsmauern
erneuert.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Burgruine</hi> aus Ma. und Reste eines palastartigen Baues von
1614.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß.</hi> 1585-87. Zwei Flügel rechtwinklig <reg orig='zusammen-|toßend'>zusammentoßend</reg><pb n='123' id='i132.png'/><!-- [P: 123] -->,
durch stattlichen Treppen-Turm verbunden. Portalbau
in strenger toskan. Ordnung.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FRAUREUTH.</hi> Reuß ä. L. LA Greiz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1733, groß, nüchtern.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FREIBERG.</hi> K. Sachsen. A Hauptstadt. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> (»Dom«). Wesentlich nach Brand 1484, voll. 1501.
Bei dieser Erneuerung wurden Mauerteile des rom. Baus von
E. 12. Jh. für den OBau vernutzt, woher z. T. dessen unregelmäßige
Gestaltung; ferner erhielt sich unversehrt die »goldene
Pforte« am südl. Qsch. Die zwei unvollendeten WTürme <milestone unit='line' n='10'/>
setzen für das Schiff eine größere Breite voraus; aus welcher
Zeit stammen die Grundmauern? Der spgot. Neubau ist
Hallenkirche. Die 3 Schiffe von gleicher Breite, sehr schlanke
kämpferlose 8eckige Pfll. mit konkaven Flächen, Netzgwb.
ohne Scheidbgg. Die Strebepfll. zum größten Teil nach innen <milestone unit='line' n='15'/>
gezogen; zwischen ihnen Emporen mit ausgekragtem Vorsprung
um jeden Pfl. Diese seither in Sachsen beliebt gewordene
Emporenanlage hier zum ersten Mal.
</p>

<p>
<hi rend="g">Die goldene Pforte</hi>. So genannt nach der ehemaligen
Vergoldung einzelner Teile, die zum polychromen System <milestone unit='line' n='20'/>
gehörte. Urkundliche Anhaltspunkte zur Datierung fehlen;
die stilistischen weisen auf das zweite Viertel des 13. Jh. Dank
langjähriger Verbindung mit dem (im 19. Jahrh. beseitigten)
spgot. Kreuzgang gut erhalten; seit 1902 moderner Schutzbau.
&mdash; Der Höhepunkt der so reich entfalteten sprom. Portalkunst. <milestone unit='line' n='25'/>
Die erreichte Harmonie der Erscheinung ist um so
bewunderungswerter, als hier zwei grundverschiedene Traditionslinien,
die deutschrom. und die französisch-got., zusammentreffen.
Die erste behält im künstlerischen Wollen
die Herrschaft. Das Neue, von Frankreich angeregt, ist die <milestone unit='line' n='30'/>
umfassende Verbindung von Architektur und figürlicher
Plastik. (Ein Wettbewerb um die Priorität besteht nur mit
dem Fürstenportal am Bamberger Dom; er kann nicht mit
Sicherheit entschieden werden; im architektonischen Detail
manches mit dem Bamberger Georgenportal, anderes mit <milestone unit='line' n='35'/>
der italisierenden Königslutterer Schule verwandt.) Waren auch
der Architekt und der Plastiker verschiedene Personen, so ist
doch die Komposition, die nur dem ersteren angehören kann,
ganz einheitlich. Um den verlangten Reichtum voll entwickeln
zu können, ist das Gewände sehr tief angelegt: 9 Rücksprünge <milestone unit='line' n='40'/>
mit 5 Sll. und 4 Pfosten, entsprechend die Zahl der Bogenläufe<note
place='foot'><p>
Die rechtwinklige Umrahmung mit abschließendem Bogenfries ist neu
und so wenig organisch, daß sie schwerlich auf alte Ansätze zurückgehen kann
(bei Puttrich nichts davon zu erkennen).
</p></note>
und der Kämpfer so angelegt, daß es im Gr. eine regelmäßige




<pb n='124' id='i133.png'/>

<!-- [P: 124] -->
Zickzacklinie von gleicher Seitenlänge bildet. (So schon an
dem übrigens nüchternen Naumburger Hauptportal.) Der
entscheidende Unterschied gegenüber dem franz.-got. Schema
liegt darin, daß die Statuen (dort in dichter Reihung) mit
den Sll. wechseln und daß sie, was für das statuarische Motiv <milestone unit='line' n='5'/>
eine freiere Darstellung ergibt, nicht mit Sll. verwachsen sind,
sondern an den ausgemachten Kanten der Pfosten stehen.
Ganz französisch (in Bamberg unbekannt) ist die alternierende
Besetzung der Archivolten mit Statuetten. Auch das gegenständliche
Programm ist französisch; es drängt in ein einziges <milestone unit='line' n='10'/>
Portal zusammen, was an französischen Kathedralen meist
auf drei verteilt wurde. &mdash; Im Mittelpunkt der ganzen Komposition
steht das Türbogenfeld mit der Anbetung der drei
Könige &mdash; Mariens höchster Ehrentag im irdischen Stande.
Darüber, in der ersten Archivolte, ihre Krönung im Himmel; <milestone unit='line' n='15'/>
von ihr, wie von Christus, werden nur Kopf und Schultern
sichtbar; in ganzer Figur die Engel. Die übrigen drei Archivolten
tragen Bestandteile des Jüngsten Gerichts; die äußerste
die Auferstehung des Fleisches, in den kleinen Figuren ein
merkwürdiger Reichtum an Bewegungsmotiven und eine sehr <milestone unit='line' n='20'/>
achtbare Wiedergabe des Nackten; die mittleren Apostel,
Evangelisten, Abraham, der die Seelen in Empfang nimmt,
die Taube des H. Geistes. Unter den Gestalten am Gewände
erkennt man sicher links Daniel, die Königin von Saba, Salomo,
Johannes d. T., rechts Aaron und David; neben ihm die <milestone unit='line' n='25'/>
Ecclesia. &mdash; Aus derselben Schule des 13. Jh. haben sich noch
einige andere Werke, sehr verstümmelt, aber doch mit Spuren
hohen Wertes, erhalten: zwei kleine <hi rend="g">Bogenfelder</hi> und
eine <hi rend="g">Hochrelief-Platte</hi>, aus den Umrissen Moses
und die eherne Schlange erkennbar, sicher zu einer Kanzel <milestone unit='line' n='30'/>
gehörig (vgl. Wechselburg), jetzt im Albert-Museum. [Auf
dem zerstörten rom. <hi rend="g">Lettner</hi>, der, nach Fragmenten zu
urteilen, ähnlich dem Wechselburger aufgebaut war, stand
die jetzt im Dresdener Altertums-Verein aufbewahrte
<hi rend="g">Kolossalgruppe</hi> der Kreuzigung, aus Eichenholz geschnitzt, <milestone unit='line' n='35'/>
die Figuren 2,2 m h.]. &mdash; <hi rend="g">»Tulpenkanzel«</hi> 
um oder nach 1500. Bizarrer Naturalismus der Erfindung,
künstlerische Feinheit der Formenanschauung, höchste Virtuosität
der aufgelösten Steinmetzarbeit. Die Bühne als großer
Blätterkelch mit den Halbfiguren der Kirchenväter, getragen <milestone unit='line' n='40'/>
von 4 ganz ins Lichte ausgearbeiteten Stengeln, zwischen
deren Verschlingungen Engelskinder sich tummeln. Der
Treppenaufgang imitiert roh zusammengeschlagene Baumäste
und Bretter. An ihrem Fuße sitzt ein Mann in Handwerkertracht
(etwa der Meister, der Predigt lauschend), höher auf


<pb n='125' id='i134.png'/>

<!-- [P: 125] -->

dem mittleren Baumstamm ein jüngerer Mann (wohl der
Geselle), der mit Rücken und Armen die Treppe zu stützen
sich anstrengt; dazu zwei hockende Pinscherhündchen, während
auf der anderen Seite zwei Löwen Wache halten. &mdash; <hi rend="g">»Bergmannskanzel«</hi> 
1638, die Architekturformen noch in <milestone unit='line' n='5'/>
ziemlich reiner Renss., das Passionsrelief am Treppengeländer
ohne Feinheit, tüchtig charakterisiert die Tragefiguren
zweier Bergleute. &mdash; Chor und Qsch. dienen als <hi rend="g">Fürstengruft</hi>. 
In der Vierung das kolossale Freigrab des Kurfürsten
Moritz, 1558-63. Eine für diese Stufe der Renss. charakteristische <milestone unit='line' n='10'/>
Kollektivarbeit vieler Meister aus vieler Herren
Länder. Die Brüder <hi rend="italic">Gabriel</hi> und <hi rend="italic">Benedikt Thola</hi> aus Brescia
zeichneten den Plan; die Oberaufsicht hatte <hi rend="italic">Hans v. Dehn-Rothfelser</hi>; 
der Hoftischler <hi rend="italic">Georg Fleischer</hi> schnitzte das
Modell. Die eigentliche bildnerische Arbeit von <hi rend="italic">Anton von <milestone unit='line' n='15'/>
Zerroen</hi> aus Antwerpen. Der Guß von <hi rend="italic">Wolff Hilger</hi>. Nicht
klar die Rolle des Lübecker Goldschmiedes Wessel. Auf rck.
Gr. 2 Geschosse, durch ein verkröpftes von gekuppelten toskan.
Säulen getragenes Gebälk getrennt. Am Sockel sitzen 12
allegor. Figuren der Künste und Wissenschaften, auf dem <milestone unit='line' n='20'/>
Gebälk antike Krieger mit den Wappen der sächs. Landesteile,
auf den Wandflächen Inschrifttafeln; Material schwarzer
und farbiger belgischer Marmor. Als Krönung eine sarkophagartig
ausgebildete schwarze Platte und auf dieser, in weißem
Alabaster, die vor dem Kruzifix kniende Gestalt Moritzens <milestone unit='line' n='25'/>
mit dem Kurschwert und anderen Waffenstücken. Die architektonischen
Profile und das sonstige Ornament sind vortrefflich,
die Figg. ungleich, meist nicht mehr als handwerklich. 
Früher umstanden das Monument die von Moritz
in der Schlacht von Sievershausen erbeuteten 22 Fahnen; <milestone unit='line' n='30'/>
das Gitter von 1595 (seit 1884 mit verändertem Platz). &mdash;
Der eigentliche Chor erhielt seine jetzige Gestalt seit 1585,
wesentlich ein Werk des Bildhauers und Architekten <hi rend="italic">Nosseni</hi>
aus Lugano; Guß der Figg. von <hi rend="italic">Carlo di Cesare</hi> aus Florenz.
Die Wandflächen unter und zwischen den 7 got. Fenstern <milestone unit='line' n='35'/>
erhielten eine vorgeblendete Kulissenarchitektur in 2 Geschossen,
unten gekuppelte Sll., oben Pilaster. Sockel und
Gebälk stark vorgekröpft, alle Formen höchst nachdrücklich,
eigentlich schon bar., Material mehrfarbiger Marmor, oben
Sandstein. In den Nischen der unteren Reihe 6 Männer <milestone unit='line' n='40'/>
und Frauen des kurfürstlichen Hauses überlebensgroß,
vergoldete Bronze, tüchtige, lebensvolle Auffassung, gediegene
Materialbehandlung; in der oberen Reihe 8 Propheten; 
an der Decke gemalt das Nahen des Jüngsten Gerichts, 
sehr manieriert. Im Chorschluß Altar mit Kruzifix,


<pb n='126' id='i135.png'/>

<!-- [P: 126] -->

dahinter Charitas und Justitia; oben gegen das Fenster sich
abzeichnend die großartige Fig. des Auferstandenen. Der
Stil dieser Arbeiten des <hi rend="italic">Carlo di Cesare</hi> steht etwa zwischen
<hi rend="italic">Jacopo Sansovino</hi> und <hi rend="italic">Giovanni da Bologna</hi>, während <hi rend="italic">Nossenis</hi>
Bildnisfigg. mit <hi rend="italic">Leone Leoni</hi> zu vergleichen sind. Auf dem <milestone unit='line' n='5'/>
Fußboden des Chors messingne gravierte <hi rend="g">Grabplatten</hi> 
von 28 Familienmitgliedern, von Heinrich dem Frommen
† 1541 bis auf Sibylla Maria † 1643. 1811 wurde das <hi rend="g">Grabmal
der Kurfürstinnen Anna</hi> und <hi rend="g">Wilhelmine</hi> 
aus Schloß Lichtenberg hierher versetzt, bez. <hi rend="italic">Balthasar <milestone unit='line' n='10'/>
Permoser</hi> 1703. &mdash; Im Schiff und in der Turmhalle viele
<hi rend="g">Epit</hi>.; anderes in der St. Annakap. [Die ma. Ausstattung
großenteils zu Grunde gegangen; wertvolle Reste im Museum
und im Dresdener Altert.-Ver.]
</p>

<p>
<hi rend="bold">Jakobi-K</hi>. Angelegt im 1. Drittel 13. Jh., doch gänzlich um- und <milestone unit='line' n='15'/>
verbaut; um 1500 in 3sch. Hallenkirche verwandelt. &mdash;
<hi rend="g">Altarwerk</hi> bez. <hi rend="italic">Bernhard Diterich</hi> 1610. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi>
1564, schöne Sandsteinarbeit. &mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi> bez. 1555
H. W. (<hi rend="italic">Hans Walter</hi>), glänzend reiche Komposition, am Fuß
vier Kindergestalten. (Dies Motiv war in der Gegend lange <milestone unit='line' n='20'/>
beliebt: um 1510 in Annaberg, 1610 in Dörntal, 1650 in
Pfaffroda). In der Sakristei großes bar. Elfenbeinkruzifix,
<hi rend="italic">Balth. Permoser</hi> zugeschrieben.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Nikolai-K</hi>. Von der rom. Anlage des 13. Jh. die unteren und
mittleren Teile der westl. Doppeltürme. Letzte Überarbeitung <milestone unit='line' n='25'/>
1752. An der NSeite ein schöner rom. Kopf eingemauert. &mdash;
Chor 1386.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Petri-K</hi>. Von der rom. Anlage im SO der »Hahnen-Turm«
erhalten; sonst Neubau 1401 und 1728.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Thümerei</hi> (Chorherrenhof), 1484. Im Erdgeschoß schön gewölbte <milestone unit='line' n='30'/>
Räume, im Obergeschoß kunstvoll behandelte Balkendecken
mit Holzpfll. Das Äußere wenig verändert; in den
Fenstern Vorhangbgg.; Stuckfries mit Maßwerk- und Blumenmuster
beschädigt.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß Freudenstein</hi>. Gründung des 12. Jh. Neubau 1566 ff. <milestone unit='line' n='35'/>
durch <hi rend="italic">Hans Irmisch</hi>, seit 1572 unter <hi rend="italic">Gf. Rochus v. Linar</hi>. 
An der künstlerischen Ausstattung waren der Hofmaler <hi rend="italic">H.
Göding</hi> und der Lütticher <hi rend="italic">H. Schröer</hi> beteiligt. Im 18. Jh.
verfallen, im, 19. Militärmagazin.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi>. 1410, nach Brand 1471 verändert. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kaufhaus</hi>. Schönes Portal 1545, noch wesentlich im Sinne
lombardischer Ornamentik. Trinkstube 1545.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Bürgerhäuser</hi>. Spgot.: Petristr. 1, 46; Burgstr. 12, 21; Petriplatz
10; Kesselgasse 24 von 1534. &mdash; Renss.: Obermarkt 3;
Untermarkt 16, Innenraum 1510; Obermarkt 1 17. Jh.; <reg orig='Ei-|bische '>Eibische</reg> 
<pb n='127' id='i136.png'/>

<!-- [P: 127] -->
Str. 7, Kirchgasse 11 Bergamtshaus; Obermarkt 17
mit wertvollem Portal um 1530-40; Donatsgasse 8 bez.
1553; ebenda 23 bez. 1561; Burgstr. 7 von 1616 mit Erker
und schöner Wendeltreppe; ebenda 9 von 1617.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Museen</hi>: K. Albert-M., M. d. Altertums-Ver. <milestone unit='line' n='5'/></p>
<p>
Südl. vor der Stadt die drei <hi rend="bold">Kreuze</hi>, die Körper jetzt im Alt.-V.
Altvaterwasserleitung über das Muldetal, M. 17. Jh.
</p>

<p>
FREIBURG A. UNSTRUT. Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
<hi rend='bold'>Stadt-K. U. L. F.</hi> etwa 1210-30, im 14. und 15. Jh. teilweise
got. umgebaut. Die K. ist nicht groß (ganze L. ursp. 37 m), <milestone unit='line' n='10'/>
aber durch die Anlage als kreuzf. Basilika mit Vierungs-Turm
und westl. Doppel-Türmen, sowie durch die Energie der
(im ganzen an die OTeile des Naumburger Doms erinnernden)
Formensprache von nachdrücklicher Wirkung. Die Hauptapsis
in zierlicher Gotik erneuert um 1400; das Netzgwb. <milestone unit='line' n='15'/>
erstreckt sich in den alten rom. Vorderchor; die Kreuzarme
flachgedeckt. Erhalten hat sich eine der kleinen rom. Nebenapsiden, 
in der Außenarchitektur besonders wuchtig und
gedrungen. Niedriger vierseitiger Zentral-Turm mit (rheinischem)
Rhombendach zwischen den 4 Giebeln. Ein charakteristisches <milestone unit='line' n='20'/>
Formelement die rautenförmigen Öffnungen in
den Turm- und Querschiffgiebeln (Naumburger Einfluß),
im Kleinen wiederkehrend in den Bogenfeldern der gekuppelten
Fenster. Das Lhs. got. Hallenkirche unter Bewahrung
der rom. Jochteilung; an der Umfassungsmauer <milestone unit='line' n='25'/>
noch der rom. Sockel beibehalten und der rom. Bogenfries
des Msch. wiederverwendet. Ganz rom. die über die Fluchten
des Lhs. seitlich vortretenden WTürme, fast genaue Wiederholungen
des Naumburger OPaares in ihrer ursp. Gestalt;
sie dürfen unter die vornehmsten Architekturbilder, die Thüringen <milestone unit='line' n='30'/>
zu bieten hat, gerechnet werden. Im Einzelnen bemerke
man, daß vom STurm die Fenster des ersten Fenstergeschosses
frgot. sind (nach dem Muster des Naumbg. WBaues,
also nicht vor 1250), um dann wieder zum rom. Schema zurückzukehren.
Zwischen den Türmen springt jetzt ein einfach <milestone unit='line' n='35'/>
gehaltenes got. Paradies vor, nach 3 Seiten offen. &mdash; Im SKreuz
jetzt ein vermauert vorgefundenes rom. <hi rend="g">Tympanon</hi>, Maria
zwischen 2 rauchfaßschwingenden Engeln, nach den engen,
parallelen Wulstfalten zu schließen E. 12. Jh., großes Kind,
Muschelnimben. Im Qsch. gut erhaltener spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>. <milestone unit='line' n='40'/>
Im Altarhaus bmkw. <hi rend="g">Tafel</hi> mit h. Sippe. <hi rend="g">Taufstein</hi>
mit Puttenfries um 1600 (vgl. Markrölitz). Zahlreiche
<hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi>, bmkw. das des Ritters v. Taubenheim
1536 in frührenss. Umrahmung.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi>, got. Steinbau, oft verändert.
</p>


<pb n='128' id='i137.png'/>

<!-- [P: 128] -->

<p>
<hi rend="bold">Schloß Neuenburg</hi>. Einst die stärkste und nächst der Wartburg
wohl glänzendste Feste Thüringens, jetzt im Gesamteindruck
nüchtern, fast kasernenmäßig; schon Kurfürst
August 1552 und die Herzöge von Sachsen-Weissenfels 1666
bis 1746 haben diese Wandlung herbeigeführt. Der erste <milestone unit='line' n='5'/>
Bau beg. 1090 von Ludwig dem Springer. Von ihm der mächtige
Bergfried neben dem ursp. Haupttor. Das wichtigste,
was vom rom. Bau sich erhalten hat, ist eine <hi rend="g">Doppelkapelle</hi>,
die zum Besten und Bezeichnendsten gehört,
was uns von der höfischen Kunst der Hohenstaufenzeit geblieben <milestone unit='line' n='10'/>
ist. Erb. unter Landgraf Ludwig (1217-27). Die
beiden Geschosse &mdash; das untere für das Gesinde, das obere
für die Herrschaft &mdash; durch eine (1856 in historisch unmöglicher
Form erneuerte) Balkendecke mit kleiner (viel kleinerer
als heute) vergitterter Öffnung gesondert. Nur der kleinere <milestone unit='line' n='15'/>
östliche Teil der Unterkapelle gewölbt; seine Bestimmung
durch das alte Taufbecken gegeben. Die Oberkapelle in leichten
freien Verhältnissen, 4busige Kreuzrippengwbb. auf abgesetzten
Wandsll. und einer aus 4 schlanken Schaften zusammengesetzten
Mittelstütze; die Quergurte in Zackenbgg. aufgelöst <milestone unit='line' n='20'/>
(morgenländische Reminiszenz?), das Blatt- und Rankenwerk
der Kapitelle und Deckplatten, mit tierischen Elementen
gemischt, von phantasievoller Erfindung und glänzender,
die Form fast frei vom Grunde lösender Technik (jetzt in
verständnislos greller Bemalung und Vergoldung). Zu beachten <milestone unit='line' n='25'/>
ist, daß trotz der vorgerückten Zeit dem got. Stil nach der
formalen Seite keinerlei Zugeständnisse gemacht sind. &mdash;
Von einigem Interesse der <hi rend="g">Fürstensaal</hi> von 1552 und
das sog. <hi rend="g">Königin Luisenzimmer</hi> in gutem Zopfgeschmack.
 <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FREIENFELS.</hi> OFranken BA Ebermannstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche</hi>. 1700. &mdash; <hi rend="bold">Schloß</hi>. 1690.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FREIENHAGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sandsteinquaderbau 1777.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FREMDISWALDE.</hi> K. Sachsen AH Grimma. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor rom., eingezogene quadr. und 1/2kr. Apsis.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FRENSDORF.</hi> OFranken BA Bamberg II.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1353. Angaben über die vorauszusetzenden Veränderungen
späterer Zeit fehlen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Pfarrhaus</hi>. Von <hi rend="italic">G. Bonalino</hi>, dem Erbauer der Stephans-K. <milestone unit='line' n='40'/>
in Bamberg und der Ehrenburg in Coburg.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FREYBURG</hi> siehe Freiburg a. Unstrut.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FRICKENDORF.</hi> UFranken BA Ebern.
</p><p>
Elegante 3jochige <hi rend="bold">Brücke</hi> über die Baunach um 1750 mit
rok. Brückenfigg.
</p>


<pb n='129' id='i138.png'/>

<!-- [P: 129] -->

<p>
<hi rend='ort'>FRICKENHAUSEN.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
</p><p>
Ortsbild von feinem, traulichem Stimmungsreiz; was wir in
der Regel nur aus alten Kupferstichen kennen, zeigt sich
hier in unberührter Wirklichkeit. Der kleine Marktflecken
bildet ein schmales Rechteck zwischen Mainufer und Weinbergen, <milestone unit='line' n='5'/>
einzige Hauptstraße dem Fluß parallel; in der Mitte
zu einem Marktplatz erweitert, an jedem Ende ein Tor, ein
drittes am Main, Mauern und Türme (rund) vollständig erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Neubau 1514-21, Chor und Msch-Gwb. 1605-16 <milestone unit='line' n='10'/>
(vorher Flachdecke). 4jochige Hallenkirche von klaren weiten
Verhältnissen. Das Msch.-Gwb. als Tonne konstruiert mit
aufgelegtem Rippennetz auf Konsolen mit Renss. Profil und
Engelskopf. WEmpore durch alle 3 Schiffe. Portale mit
spgot. Astwerkumrahmung. Der sprom. OTurm (A. 13. Jh.) <milestone unit='line' n='15'/>
tangiert den Chor des 17. Jh. &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi> 1617, Holz,
hoher vielgliedriger Etagenbau mit zahlreichen Statuen; auf
der Mensa elegantes Rok.-Tabernakel. <hi rend="g">Seitenaltäre</hi>:
nördl. um 1620, südl. um 1650; zwei andere aus Stuckmarmor
um 1730 mit Gemälde von <hi rend="italic">J. M. Wolcker</hi>. Am Chorbg. großes <milestone unit='line' n='20'/>
<hi rend="g">Kruzifix</hi> 17. Jh., interessant ein <hi rend="g">Sebastian</hi> aus M. 16. Jh.
&mdash; 13 <hi rend="g">Grabsteine</hi> und <hi rend="g">Epitaphe</hi> der Renss. &mdash;
Außen <hi rend="g">Ölberg</hi> A. 16. Jh., einer der besseren; nicht ein
Engel, sondern Gottvater selbst bietet den Kelch.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi>. Spgot. Freitreppe 1480, andere Teile E. 16. Jh. ohne <milestone unit='line' n='25'/>
dea spgot. Charakter zu verändern. Auf dem Platz bewegte
bar. <hi rend="g">Mariensäule</hi> bez. 1710.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Knabenschule</hi> (ehem. Domkapitelshaus), bar. E. 17. Jh. &mdash; Domkapitelscher
<hi rend="bold">Kellerei</hi> 1475 (mit hübscher Kelter von 1753)
und mehrere stattliche <hi rend="g">Wohnhäuser</hi> des Barock. &mdash; <milestone unit='line' n='30'/>
Zahlreiche herrenmäßige <hi rend="bold">Häuser</hi> aus 16. und 17. Jh. und
vollständige, wenn auch auf halbe Höhe erniedrigte <hi rend="bold">Ringmauer</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FRIEDERSDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.
</p><p>
<hi rend="bold">Dorf-K</hi>. Ursp. rom., sehr verbaut. &mdash; Großer spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>
mit Doppelflügeln um 1520, die Gemälde von einem <milestone unit='line' n='35'/>
Leipziger Meister, der sich auch im Dom zu Merseburg (Gregoriusaltar) 
findet.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FRIEDERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß.</hi> Neubau 1887. Lange Reihe von <hi rend="g">Bildnissen</hi>
der Familie von Oppell, 1563 bis A. 19. Jh. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FRIEDEWALD.</hi> RB Cassel Kr. Hersfeld.
</p><p>
<hi rend="bold">Schloßruine</hi>. Nach 1476. Regelmäßiges Viereck mit 4 starken
runden Ecktürmen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FRIEDRICHRODA.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm 1538, sonst 1770.
</p>


<pb n='130' id='i139.png'/>

<!-- [P: 130] -->

<p>
<hi rend='ort'>FRIEDRICHSWALDE.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. spgot., renov. 1566. &mdash; Der <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>
gehört zu den wertvolleren aus A. 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FRIEDRICHSWERTH.</hi> Sachs.-Gotha LA Waltershausen.
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß</hi>. 1680-89 von <hi rend="italic">Jeremias Tütleb</hi> für Friedrich I., Trikliniengrundriß. <milestone unit='line' n='5'/>
Reicher ausgebildet nur im Innern. Bmkw.
die Kapelle mit üppiger <hi rend="g">Stuckdecke</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FRIESAU.</hi> Reuß ä. L. LA Burgk.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Mischbau, der rom. Chorturm jetzt in der Mitte. &mdash;
Tüchtiger <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> bez. 1446. Etwas jünger ein <milestone unit='line' n='10'/>
zweiter. &mdash; Schöner <hi rend="g">Kelch</hi> bez. 1509.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FRIESENHAUSEN.</hi> UFranken Kr. Hofheim.
</p><p>
<hi rend="bold">Kath. Pfarr-K</hi>. erb. 1713-15 durch den Würzburger Domherrn
Fuchs v. Dornheim. 1sch. Anlage. Stichkappentonne
auf toskan. Pilastern, reiche Stuckdekoration. Außen desgl. <milestone unit='line' n='15'/>
Pilaster in Haustein und profilierte Fenstereinrahmung. Der
Turm springt zur Hälfte aus der WFassade vor. Die
Stilformen der reich und gediegen ausgeführten K. nahe
verwandt den Würzburger Bauten <hi rend="italic">Jos. Greisings</hi>. &mdash; <hi rend="g">Marmoraltäre</hi>
aus der Erbauungszeit. <hi rend="g">Orgelgehäuse</hi> <milestone unit='line' n='20'/>
um 1750. Großes <hi rend="g">Ölgemälde</hi> bez. <hi rend="italic">J. M. Bolster</hi> 1707.
<hi rend="g">Kelch</hi> 1467; anderes bar. und rok.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Ev. Pfarr-K.</hi> 1521, einfach spgot. <hi rend="g">Epitaphe</hi> v. Ostheim
1515, 1573.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi>. Erb. 2. H. 16. Jh. durch die Marschalke v. Ostheim. <milestone unit='line' n='25'/>
Quaderbau in guten kräftigen Renss. Formen. Die Brücke
vor dem Eingangstor (bez. 1700) flankieren 2 lebensgroße
steinerne Turnierritter. Schönes äußeres Gittertor um 1730.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FRIESSNITZ.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Anlage rom. Eingezogenes Chorquadrat mit 1/2kr. <milestone unit='line' n='30'/>
Apsis. &mdash; Ikon. <hi rend="g">Grabstein</hi> 1605.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FRITZLAR.</hi> RB Cassel Kreisstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stifts-K. S. Peter.</hi>. Gegr. 732 vom hl. Bonifazius. Von dem
durch Brand 1078 zerstörten Bau (sicher nicht dem ersten)
haben sich die unteren Teile des heutigen Stiftschors erhalten; <milestone unit='line' n='35'/>
sie deuten auf eine 1sch. Anlage. Von der um 1100 errichteten
größeren Basilika das Wesentliche des bestehenden kreuzf.
Gr., die schwachen Qsch.-Mauern, die Krypta, die 4 unteren
Turmgeschosse. Ganze L. (ohne Apsis) 57 m. Umgestaltung
als Gwb.Bau im 1. Drittel 13. Jh. So nach den Stilformen. <milestone unit='line' n='40'/>
Nachrichten fehlen. Welche Rolle die bei der Erstürmung
der Stadt 1232 auch der K. zugefügten »Dampna gravia»
gespielt haben, wäre noch zu untersuchen. Seitdem nicht
mehr wesentlich verändert.
</p>

<p>
<hi rend="g">Krypta</hi>. Hauptraum unter Vierung und Chorquadrum


<pb n='131' id='i140.png'/>

<!-- [P: 131] -->

in 3 Sch. zu 6 Jochen, grätige, gurtenlose Kreuzgwbb. auf
Sll. mit gerippten Würfelkaptt. und steilen Basen mit Ecksporen;
zu 1. Viertel 12. Jh. passend. Das östl. Ende zugleich
mit der Hauptchorapsis A. 13. Jh. erneuert. &mdash; Die nördl.
Nebenkrypta zerfällt in 2 Abschnitte; der im O, quadr. mit <milestone unit='line' n='5'/>
breitem Apsidenschluß, wird als Chor der 1078 zerstörten K.
gedeutet; der vordere Abschnitt (unter dem Martinschor,
d. i. NFlügel des Qsch.) ist mit der Hauptkrypta gleichzeitig.
&mdash; Die Nebenräume der SSeite bilden die untere Sakristei
und die alte Schatzkammer (»Falkenberger Kap.«). <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend="g">Oberkirche</hi>. Umbau des 13. Jh. in wesentlich gleichartigen
Formen ohne größere Bauunterbrechung. Die alten Mauern
des Qsch. an den Ecken verstärkt. Chor quadr. mit polyg.
(5/10) Apsis. Die Aufteilung des Lhs. in 3 Doppeljoche nicht
regelmäßig: erstes Joch, (östl.) quadr., zweites überquadr. <milestone unit='line' n='15'/>
(8,8 : 10,8 m), drittes noch mehr (8,4 : 11,2). Hauptpfll. und
Zwischenpfll. stark kontrastiert, jene längsrck. mit vielfach
abgetreppten Vorlagen, diese schlank quadr. mit 1/3 Säull.
Arkaden-Öffnungen unterspitz, durch eine Blende mit Kielbogenspitze
zusammengefaßt, Schildbgg. der Hochwand 1/2kr., <milestone unit='line' n='20'/>
die GwbRippen ohne genaue Beziehung zur Pfl.-Gliederung,
derbrck., kein Schlußstein, Scheitel stark steigend (3,7 m
über den Scheitelpunkt der Quer- und Schildgurten). Fenster
in den Achsen der Arkaden. Das Kapt. der Bündelpfll. aus
gequetschtem Pfühl und hoher vielgliedriger Deckplatte <milestone unit='line' n='25'/>
(woraufhin Abhängigkeit vom Wormser Dom behauptet wird;
die betr. Form ist aber am ganzen Oberrhein verbreitet). &mdash; Das
südl. Ssch. A. 14. Jh. verdoppelt. &mdash; Die schlanken WDoppeltürme
in 6 Geschossen, davon die 4 ersten, fensterlosen, mit
Lisenen und Bgfriesen gegliederten vom Bau des 12. Jh., <milestone unit='line' n='30'/>
die beiden letzten, jederseits mit 2 Doppelarkaden geöffneten,
aus 13. Jh., zu gleicher Zeit die Erhöhung des Zwischenbaues,
Giebel und Helme 1873. Die zwischen den Türmen liegende
Erdgeschoßhalle mit Empore, gegen das Sch. in 3 Arkaden
geöffnet, 12. Jh. Das Paradies um M. 13. Jh. ausgebaut, 2 <milestone unit='line' n='35'/>
Joche tief, links von der rundbg. Mittelöffnung 2 spitzbgg.,
rechts nur 1, im ganzen also 4 Sch. Obergeschoß: 18. Jh.
&mdash; Die Langseiten klar und zierlich mit fein profilierten Lisenen
und Bgfriesen. An der Hauptapsis fällt der Mangel
aller Zwischengesimse auf. Oberer Abschluß durch Zwerggalerie. <milestone unit='line' n='40'/>
&mdash; Reiche bar. <hi rend="g">Altarausstattung</hi> E. 17. Jh.
bis A. 18. Jh. <hi rend="g">Pfarraltar</hi> 1724. Daneben das turmartige
<hi rend="g">Sakramentshaus</hi> aus 2. H. 15. Jh. Lettner abgebrochen.
Reste von spgot. <hi rend="g">Schnitzaltären</hi> unbedeutend.
Verstümmelter <hi rend="g">Celebrantenstuhl</hi> 14. Jh.

<pb n='132' id='i141.png'/>

<!-- [P: 132] -->

<hi rend="g">Kanzel</hi> 1696. Etwa gleichzeitig das <hi rend="g">Gestühl</hi> im Sch.
mit geschnitzten Wangen. &mdash; In der Krypta schlichte got.
<hi rend="g">Tumba</hi> des hl. Wigbert; von 1340 daneben an einer Säule
sein Bild, sitzend, Hochrelief.
</p>

<p>
Die <hi rend="g">Stiftsgebäude</hi> bilden mit der K. eine malerische <milestone unit='line' n='5'/>
Gruppe. Der große 8achsige Kreuzgang beg. nach 1300;
geschlossene Wände mit Fenstern. Im Obergeschoß des Ost-Flügels
»Musikzimmer« mit spätgot. ornamentaler Wanddekoration.
Im Keller des SFlügels sehr bmkw. überlebensgroßes
<hi rend="g">Hochrelief des hl. Petrus</hi>, sitzend, wohl <milestone unit='line' n='10'/>
spätestes 12. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>. Ihre Zahl sehr reduziert. Die ältesten
(M. 14. Jh.) in der Falkenberger Kap. Was aus späteren
Zeiten stammt, ist durchweg von geringer Qualität.
</p>

<p>
<hi rend="g">Schatzkammer</hi>. Sie enthält mehrere wichtige Stücke. <milestone unit='line' n='15'/>
Altarkreuz um 1000, dicht mit Edelsteinen besetzt und daher
ornamentlos, Gravierung der Rückseite und Fuß um 1200.
&mdash; Tragaltärchen mit den Halbfigg. der Apostel, braunes
Email, um 1200. Pontifikalkelch, Kuppa A. 13. Jh., Fuß
und Nodus um 1400. Merkwürdiges frrom. Reliquiar in 1/3kr. <milestone unit='line' n='20'/>
Scheibenform, in Elfenbein geschnitzt.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Evang. Pfarr-K.</hi> (ehem. <hi rend="bold">Minoriten</hi>). Unsymmetrisch 2sch.
Hallenkirche aus 1. H. 14. Jh. Schiff und Langchor von je
4 Fenstern, polyg. Schluß.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Ursulinerinnen-K</hi>. Schlichter 1sch. Bau aus 14. Jh. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Frauenmünster-K</hi>. vor der Stadt. Got., klein und unbedeutend.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi>. Got., dem ehem. Casseler ähnlich, durch Umbau
im 19. Jh. gänzlich entwertet.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hochzeitshaus</hi>. 1580-90. Fachwerkbau in reicher Renss.
Steinernes Erdgeschoß. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi>. Haus A. 14. Jh., vormalige Stiftskurie ca. 1420.
Mehrere Fachwerkbauten. Im »Hessischen Hof« schöner
spgot. Kamin.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Marktbrunnen</hi> mit Rittersäule 1564.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Ringmauern</hi> und <hi rend="bold">Tore,</hi> ferner 6 an der Gemarkungsgrenze <milestone unit='line' n='35'/>
verteilte <hi rend="bold">Warttürme,</hi> schlecht erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FROHBURG.</hi> K. Sachsen AH. Borna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Spätgot. Hallenbau, Chor um 1425, Schiff jünger. &mdash;
Ikon. <hi rend="g">Grabplatten</hi> 1555, 1668.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi>. Starker schlichter Bau von 1544. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FRÖHSTOCKHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor-Turm 15. Jh., Lhs. nachgot. A. 17. Jh. &mdash;
Am Chorbg. <hi rend="g">Reliefbrustbild</hi> in Renss. Umrahmung um 1525,
Wappen der Haßberg. Bedeutendes <hi rend="g">Grabmal</hi> des Ernst
v. Crailsheim † 1569; auf einfachem Sockelbau knien vor


<pb n='133' id='i142.png'/>

<!-- [P: 133] -->

dem Kruzifix links der Ritter, rechts seine 3 Frauen, wuchtige,
tüchtige Rundfigg., als Hintergrund eine gut abgewogene
Wandarchitektur, erst in der Krönung reicher bewegt. Das
Ganze gehört zu den besten Kompositionen der in der Regel
zu wüster Überladung neigenden Zeit. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
Crailsheimsches <hi rend="bold">Schloß,</hi> einfache Wasseranlage mit 4 runden
Ecktürmen, sp. 16. Jh., Dächer 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FRONHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Im Kern rom., 11. Jh., ebenso der über dem Altarhaus
stehende Turm. Der im 13. Jh. angebaute got. Chor <milestone unit='line' n='10'/>
polygon seiner Gwbb. beraubt. Spgot. Um- und Zubauten.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Steinhaus</hi> (Stiftsvogteihaus), stattlich got., 14. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FUCHSSTADT.</hi> UFranken. BA Hammelburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Erb. 1766 durch den Neumannschüler Hauptmann
<hi rend="italic">J. M. Fischer</hi>. Ausstattung einheitlich und von bedeutender <milestone unit='line' n='15'/>
Wirkung. Die <hi rend="g">Stuckmarmoraltäre</hi> und Stuckaturen
von <hi rend="italic">Materno Bossi</hi>. Der gediegene Bau durch moderne Rest.
stark beeinträchtigt. Turm rom. 12. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FULDA.</hi> RB Cassel Kreisstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">Dom</hi>. Ehem. Benediktiner-Klst. Erster Bau 744-751. <milestone unit='line' n='20'/>
Zweiter Bau 792-819; Basilika mit O. und WChor. Wiederholte
Brände und Restaurationen ließen angeblich die Grundsubstanz
des karolingischen Baues unverändert, bis 1704
bis 1712 ein Neubau (der gegenwärtige) durch <hi rend="italic">Joh. Dientzenhofer</hi>
aus Bamberg ausgeführt wurde. Auch dieser mit Benutzung <milestone unit='line' n='25'/>
alter Mauerteile. &mdash; Der wertvollste Teil der Leistung
ist das Innere, das dem Besten der Epoche zuzuzählen ist.
Es enthält mehr als bloß allgemeine Erinnerungen an die
Peterskirche in Rom: die beherrschende Wirkung des Kuppelraums,
im Lhs. die rhythmische Travee. Die letztere in der <milestone unit='line' n='30'/>
Weise fortentwickelt, daß die Pilasterpaare nicht in einem
geschlossenen, nur durch Nischen gegliederten Pfeiler liegen,
sondern daß sich zwischen ihnen ein wirklicher Durchgang
in die Abseiten öffnet; darüber eine sehr nachdrücklich behandelte
Statuennische. Es wechseln solchermaßen breitere <milestone unit='line' n='35'/>
eingeschossige und schmälere zweigeschossige Joche. Jenen
(3 an der Zahl) entsprechen in den Seitenschiffen stark beleuchtete
Kuppelräume; diesen (2 an der Zahl) schmale,
schwachbeleuchtete, kreuzgewölbte Abteilungen. So begleitet
den kräftigen Rhythmus der Massen ein ebenso wirksamer <milestone unit='line' n='40'/>
Rhythmus des Lichts, der seinen Höhepunkt in dem sehr
hellen Raum unter der Hauptkuppel findet. Das Motiv der
Statuennischen ist im Qsch. und Chor fortgesetzt. Beide
haben im Innern polygonale Abschlüsse. Die großen Altarbauten
des Qsch. heben sich gegen mächtige Fenster ab und


<pb n='134' id='i143.png'/>

<!-- [P: 134] -->

der Baldachin des Hauptaltars steht vor der Öffnung gegen
den Mönchschor, woraus sich prächtige malerische Blicke
ergeben. Die Formengebung ist nicht so extrem barock,
wie an anderen Bauten <hi rend="italic">Dientzenhofers</hi>, die Färbung weiß
und hellgrau. Die Dekoration der Gwbb. scheint unfertig. <milestone unit='line' n='5'/>
Die alte Krypta mit dem Grabe des H. Bonifazius ist durch
den Umbau stimmungslos geworden. &mdash; Nicht ganz so gut
geraten ist das Äußere, zumal in den Seitenansichten. Übrigens
solide Quadertechnik. Das System der römischen Barockfassade
mit dem deutschen der Doppeltürme verbunden. <milestone unit='line' n='10'/>
In den letzteren der Kern der alten rom. Türme mit ihren
Wendeltreppen erhalten. Der Baumeister hat wohl am meisten
auf die Schrägansicht von der Schloßterrasse her gerechnet,
wo die Kuppel in die Gruppierung eingreift; seitlich erweitert
sich die Fassade durch niedrige, mit Kuppeln gekrönte Kapp. <milestone unit='line' n='15'/>
&mdash; Anschließend der Conventsbau (jetzt Priesterseminar)
großenteils schon 1668. &mdash; Im Innern der K. einige nicht bedeutende
<hi rend="g">Skulpturen</hi> aus der alten K., darunter (rechts vom
Eingang) ein Karl d. Gr., im 15. Jh. in eine karolingische Sl.
gemeißelt. &mdash; Annexe der alten Klosterk. waren im O eine 973 <milestone unit='line' n='20'/>
errichtete Taufkirche, mit jener durch ein zweistöckiges Paradies
verbunden, im N die noch vorhandene:
</p>

<p>
<hi rend="bold">S. Michaelis-K.</hi> Erb. 820 als Kapelle des Begräbnisplatzes
der Mönche. Zubauten im 11. und 12. Jh. haben den alten
Kern unverändert gelassen. Die Anlage gibt den am meisten <milestone unit='line' n='25'/>
gebräuchlichen Typus altchristlicher Grabkirchen: Rotunde
mit innerem Umgang (lichter Durchmesser 11,5, Mauerstärke
0,9). Ein Kranz von 8 Sll., die unter sich durch Rundbogen
verbunden sind, trägt einen den Umgang übersteigenden
Mauerzylinder, ursp. mit Steinkuppel. Im O für den Altar <milestone unit='line' n='30'/>
eine kleine 1/2runde, außen rck. Apsis. Die Mitte nahm eine
Nachbildung des h. Grabes ein (bei der Neuausstattung 1731
vernichtet). Darunter eine Krypta; Umgang und Mittelraum
durch einen von 4 Durchgängen durchbrochenen Mauerring
getrennt; der Umgang mit ringförmigem Tonnengwb.; <milestone unit='line' n='35'/>
der innere Kreis mit einem ebensolchen, das in der Mitte
von einer kurzen Sl. mit rohest jonischem Kapt. getragen
wird. In diese noch unverändert bestehende karolingische
Anlage wurden A. 11. Jh. Zwischenmauern in radialer Stellung
eingebaut, den Umgang in 8 Zellen zerlegend. In der Oberkirche <milestone unit='line' n='40'/>
gab man 1093 nach Beseitigung der Gwbb. dem Umgang
ein zweites Geschoß; beide Geschosse mit Balkendecke,
der mittlere Zylinder erhöht und mit Holz gedeckt; ferner
wurde im W ein 1sch. Langhaus mit Empore und niedrigem
Turm angefügt (erhöht 1315). Weitere Veränderungen des


<pb n='135' id='i144.png'/>

<!-- [P: 135] -->

17. und 18. Jh. bei der Rest. 1854 beseitigt. Was jetzt von
altem Detail vorhanden ist, gehört zum größten Teil der
rom. Rest. an; aus karol. Zeit die 8 Säulen des Erdgeschosses.
4 mit antiken Kaptt., 4 mit einer Vorform des Würfelkapt.
Bruchsteinmauerwerk mit sehr mangelhafter Führung der <milestone unit='line' n='5'/>
Lagerfugen.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1770-85. Pfl.-Basilika, in der Raumgestaltung
ähnlich Neumanns Dominikaner-K. in Würzburg; die Dekorationsformen
ein ermattetes Rok., jedoch noch ohne klassizistische
Tendenz. Von den 2 Fassaden-Türmen der nördl. <milestone unit='line' n='10'/>
got. 1447. &mdash; Fresken von Herlein.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Klst. Frauenberg</hi> (<corr sic="Fransziskaner">Franziskaner</corr>) 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Nonnen-Klst.-K</hi>. 1626. Unter den Hervorbringungen der
Nachgotik eine der merkwürdigsten. Falls nicht die neueste
Rest. das got. Element sehr verstärkt hat, so hätte sich dasselbe <milestone unit='line' n='15'/>
noch fast ungebrochen erhalten. Großer 1sch. Raum
mit eingezogenen Streben. Kreuzgwbb. in 7 sehr schmalen
Jochen, Schildbgg. spitzbg., Querschnittlinie flach rundbg.
Im Außenbau Renss. Giebel und Portal mit Knorpelornament.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hl. Geist-K. u. Spital</hi>. Fassade 1729, Inneres 1sch., 5 Joche <milestone unit='line' n='20'/>
und 2 Chorjoche, Spiegelgwb. mit Stichkappen, jon. Pilaster.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Abtsburg (Schloß)</hi>. 1315 an diese Stelle verlegt und stark
befestigt. Völliger Neubau A. 18. Jh. Die vorderen niedrigen
Flügel der tiefen triklinienförmigen Anlage von <hi rend="italic">Andrea Gallasini</hi>.
Hauptstück des Inneren der Kaisersaal von <hi rend="italic">F. J. <milestone unit='line' n='25'/>
Stengel</hi>, die mächtigen Hermen, welche die Decke tragen,
von <hi rend="italic">D.F. Humbach</hi>. Die bedeutende (heute entstellte) Gartenanlage
nach Plänen des kurmainzischen Hofbaumeisters
<hi rend="italic">M. v. Welsch</hi> ausgeführt von <hi rend="italic">Stengel</hi> 1722. Das Orangeriegebäude
eines der besten seiner Art; die vorzüglichen Stukkaturen <milestone unit='line' n='30'/>
von <hi rend="italic">Andreas Schwartzmann</hi> (?), Deckengemälde von
<hi rend="italic">E. Wohlhaupter</hi>. &mdash; In der Umgebung des Schlosses noch mehrere
einfach-vornehme Gebäude des 18. Jh., den Charakter des
geistlichen Fürstensitzes vervollständigend: <hi rend="g">Priesterseminar</hi>,
<hi rend="italic">H. Geistspital</hi>, <hi rend="g">Alte Universität</hi>, <milestone unit='line' n='35'/>
3flügelige Anlage des 18. Jh. mit stuckiertem Prunksaal von
<hi rend="italic">Gallasini</hi>, <hi rend="g">Landesbibliothek</hi> 1771-78, mit schön und
zweckmäßig durchgeführtem Hauptsaal.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> aus Ma., mehrere Rundtürme erhalten.
<hi rend="g">Haartor</hi> 16. Jh. Das monumentale <hi rend="g">Paulustor</hi> 1711, <milestone unit='line' n='40'/>
1771 versetzt. Auf den Höhen der Umgebung mehrere Warttürme.
</p>


<pb n='136' id='i145.png'/>

<!-- [P: 136] -->

</div>

<div>
<index index="toc" />
<head><title>G</title></head>

<p>
<hi rend='ort'>GAIBACH.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1740 nach Plänen von <hi rend="italic">Balth. Neumann</hi> von einem
Maurermeister aus Werneck. 1sch. lateinisches Kreuz. Die
Vierung im Grundriß elliptisch, ebenso die von ihr ausstrahlenden <milestone unit='line' n='5'/>
3 Konchen, woraus sich für die Gewölbe pikante
Schnittlinien ergeben. Turm östl. am Chor in der Hauptachse.
Für Neumann bezeichnend u. a. die schneidige Umrißlinie
des Haubenhelmes. Fassade einfach. &mdash; Gute Rok. Einrichtung.
Altäre aus Stuckmarmor. Bmkw. Orgelgehäuse. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kreuz-Kapelle</hi> im Schloßpark. Erb. vor 1698, vielleicht von
einem der <hi rend="italic">Dientzenhofer</hi>. Spbar. Zentralbau; außen kreisrund, 
innen quadr. Hauptraum mit 4 transversalen Nischen;
Polygonkuppel über toskan. Pilastern. &mdash; Altäre spbar., gut
in den Raum komponiert. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi>. Ursp. Anlage A. 17. Jh. durch die Herren Echter
v. Mespelbrunn als quadr. Wasserschloß mit runden Ecktürmen
über mächtigen Fundamentbauten mit Bastionen
(davon 2 erhalten); unter Fürstbischof Lothar Franz von
Schönborn 1694-1708 durch den Bamberger Baumeister <milestone unit='line' n='20'/>
<hi rend="italic">Johann Leonhard Dientzenhofer</hi> umgebaut, vielleicht nur
Ausführung von Plänen des Mainzers <hi rend="italic">M. v. Welsch</hi>. Besonders
beachtenswert die Treppenanlage, die als Vorstufe
zu Pommersfelden gelten kann. Im Innern aus dieser Zeit
Stuckaturen in der ehem. Kapelle im Nordtrakt, im Charakter <milestone unit='line' n='25'/>
nicht fränkisch, eher mainzisch. Die sonstige Einrichtung
Empire und Biedermeier. Der sog. Konstitutionssaal im
2. Geschoß ein typischer Repräsentationsraum um 1825, im
Vorsaal Bilder von gleichzeitigen Münchenern. Reichhaltige
Sammlung von chinesischem und europäischem Porzellan. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GAMIG.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß</hi>. Treppen-Turm und Erdgeschoß der Hauptfront
16. Jh., sonst 18. und 19.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kapelle</hi> aus 1. Drittel 16. Jh. Gr. quadr., 4 sehr schlanke
8eckige Pfll., so gestellt, daß ein mittleres Quadrat von 4 <milestone unit='line' n='35'/>
Rck. und 4 kleineren Quadraten an den Ecken umschlossen
wird; WTurm bez. 1506. Scharfgratige Sterngwbb. Äußeres
modernisiert. In der Betstube schöner <hi rend="g">Grabstein</hi> des
Hans v. Carlowitz † 1578.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GANGLOFFSÖMMERN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißensee. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Läßt nach Größe und Anlage eine ehem. Klst.-K.


<pb n='137' id='i146.png'/>

<!-- [P: 137] -->

vermuten. Aus rom. Zeit 2 OTürme, die sich in derselben
Weise wie es an den WTürmen Niedersachsens gewöhnlich ist,
aus querhausartigem Unterbau erheben und eine Galerie
mit Satteldach zwischen sich haben. Angebaut ein frgot.
platt geschlossener Chor. &mdash; Sch. 1785. &mdash; Spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>. <milestone unit='line' n='5'/>
<hi rend="g">Sakramentshaus</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GÄNHEIM.</hi> UFranken BA Karlstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1639 und 1901. Einheitliche Ausstattung um 1790.
Im Lhs. bmkw. Rest eines <hi rend="g">Steinaltars</hi>, die Hochreliefgruppe
um 1639, Richtung <hi rend="italic">M. Kerns</hi>. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schulhaus</hi> 1614.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GARSTADT.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
</p><p>
<hi rend="bold">Dorfkirche</hi>. Um 1695. Inneneinrichtung teilweise gleichzeitig.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GÄRTENROTH.</hi> OFranken BA Lichtenfels.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 15. Jh. mit got. Chor und OTurm. Großes <hi rend="g">Wandgrab</hi> <milestone unit='line' n='15'/>
für M. A. v. Redwitz, † 1576; demselben Meister begegnet
man in Wernstein.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GATTERSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
</p><p>
<hi rend="bold">Klauskirche</hi> S. Peter. Der kleine einfache rom. Bau im
wesentlichen intakt. Rck. mit westl. in ganzer Breite vorgelegtem <milestone unit='line' n='20'/>
türlosem Turm.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GAUASCHACH.</hi> UFranken BA Karlstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1786 von <hi rend="italic">A. S. Fischer</hi> in Würzburg, in der Anlage
den Landkirchen Neumanns folgend. <hi rend="g">Deckenstuckatur</hi>,
<hi rend="g">Altäre</hi> und reliefgeschmückte <hi rend="g">Kanzel</hi> gut <milestone unit='line' n='25'/>
klassizistisch.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GAUERSTADT.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Typische Anlage des früheren Ma. (Rck. mit eingezogenem
quadr. turmtragendem Chor) in spgot. Ausführung.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GAUKÖNIGSHOFEN.</hi> UFranken B A Ochsenfurt. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1724-30 (nach Entwurf von <hi rend="italic">B. Neumann</hi>??).
Reiches und vornehmes Innenbild. Die Stuckdekoration
1776, schon mit klassizistischen Anklängen, recht gut.
<hi rend="g">Deckengemälde</hi> bez. <hi rend="italic">J. A. Urlaub</hi> 1777. Vornehmer
<hi rend="g">Hochaltar</hi> in Stuckmarmor, frühestes Rok., um 1730, <milestone unit='line' n='35'/>
<hi rend="g">Seitenaltäre</hi> und <hi rend="g">Kanzel</hi> um 1750.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schlößchen</hi> der Rosenbach rok. &mdash; Am Haus no 33 <hi rend="g">Steinrelief</hi> 
des Marientodes, gute Arbeit um 1450. &mdash; Zahlreiche
<hi rend="g">Bildstöcke</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GAUSSIG.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Anlage A. 17. Jh., stark überarbeitet um 1800, in
palladianischem Klassizismus, vornehme Innenräume. Größere
Gemäldesammlung.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GAUTZSCH.</hi> K. Sachsen AH Leipzig.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von 1718, wird zu den hervorragenden Werken des


<pb n='138' id='i147.png'/>

<!-- [P: 138] -->
protestantischen Kirchenbaues gerechnet. &mdash; <hi rend="g">Büste</hi> des
<hi rend="g">Grafen E. Ch. v. Manteuffel</hi>, dem <hi rend="italic">Andreas Schlüter</hi>
nahestehend.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GEFELL.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Lhs. rck. spgot., rom. der einspringende quadr. <milestone unit='line' n='5'/>r
Chor mit Turm.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GEFREES.</hi> OFranken BA Berneck.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> got., »reich geschnitzter« Altar.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GEHREN.</hi> Schwarzburg-Sondershausen Amtsstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> neu. <hi rend="g">Grabst</hi>. des Herrn v. Bernstedt 1597. &mdash; <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß,</hi> schmuckloser Renss.-Bau. Schöne Tür aus dem abgebrochenen
Schloß Neudeck zu Arnstadt hierher versetzt.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GEILSDORF.</hi> K. Sachsen AH Plauen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1667 aus einer alten 4türmigen Wasserburg umgebaut;
reiche Ausstattung in der Stilrichtung des Palais im Dresdener <milestone unit='line' n='15'/>
Großen Garten; in Verfall.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GEISA.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Spgot. 2sch. mit gerader Holzdecke. Polyg. Chor
mit Kreuzgewölbe und gutem Maßwerk. &mdash; Got. <hi rend="g">Taufstein</hi>. 
<hi rend="g">Opferstock</hi> 1517. <hi rend="g">Kanzel</hi> A. 18. Jh. &mdash; <milestone unit='line' n='20'/>
W-Turm mit Wasserspeiern und Maßwerkgalerie. Schönes
got. Portal bez. 1497.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gangolfs-Kap</hi>. mit <hi rend="g">Außenkanzel</hi> in reicher Renss. Zahlreiche
<hi rend="g">Grabsteine</hi> 16. Jh. 2 <hi rend="g">Schnitzfigg</hi>., Reste
eines Altars um 1490-1500. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Ringmauern</hi> aus 15. und 16. Jh. mit runden Halbtürmen;
der große Wappenstein (Fulda) eines derselben jetzt in der
Steingasse eingemauert. Auf dem Gangolfsberg Reste eines
alten <hi rend="bold">Schöffenstuhls</hi>.
</p>

<p>
Einfaches <hi rend="bold">Schloß</hi> (Fürstabt von Fulda) 1719. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
GElSING. K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1484-1513, umgebaut 1689. Rck. mit Schluß aus
8 Eck. In den rundbg. Fenstern nasenloses Maßwerk.
<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> und <hi rend="g">Kruzifix</hi> E. 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kaufhaus</hi> 1668, tüchtiger Fachwerkbau auf steinernem Erdgeschoß. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GEISLEDEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.) 1780 (?), stattlicher Gwb.Bau, in den Formen
noch ganz bar. (Vgl. Wüstheuterode.) Außen Pilastergliederung. 
Der große, gut komponierte <hi rend="g">Hauptaltar</hi> im Formcharakter <milestone unit='line' n='40'/>
E. 17. Jh. Rom. <hi rend="g">Taufstein</hi>.
</p>


<pb n='139' id='i148.png'/>

<!-- [P: 139] -->

<p>
<hi rend='ort'>GEISMAR.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.). Großenteils neu. &mdash; <hi rend="g">Hauptaltar</hi> um
1700. Linker Seitenaltar mit den (sehr wunderlich angeordneten, 
vielleicht einem Altar des 17. Jh. entnommenen)
Statuen der 14 Nothelfer. Rechter <hi rend="g">Seitenaltar</hi> Schnitzwerk <milestone unit='line' n='5'/>
um 1500, Qualität gering. <hi rend="g">Kanzel</hi> 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GEISMAR.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.) 1805. Der große Altar (1. H. 18. Jh.) aus
dem ehemaligen Klst. Teistenburg.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GEISSEN.</hi> Reuß j. L. LA Gera. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Anlage, verunstaltet. &mdash; <hi rend="g">Kanzelbau</hi> hinter
dem Altar um 1750. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> um 1500, nach Flechsig
vom Meister von Chemnitz. (Erfurter Ausstellung 1903.)
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GEITHAIN.</hi> K. Sachsen AH Borna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Konglomerat aus 3 Bauzeiten. WBau mit wohlausgebildeten <milestone unit='line' n='15'/>
sprom. Doppeltürmen. Ausgezeichnetes rom.
Portal mit 3 Rücksprüngen, in die Kanten eingelegt Viertelssäulen. 
Chor 14. Jh. unregelmäßig. Gemeindehaus spgot.
Hallenkirche. Ihr sehr hohes Dach ragt zwischen den Türmen
höher als diese empor. &mdash; 1593 im Msch. flache Felderdecke <milestone unit='line' n='20'/>
mit umfänglichen <hi rend="g">Malereien</hi> nach evangelischem Programm. 
Aus gleicher Zeit der <hi rend="g">Altarbau</hi> von <hi rend="italic">Michael
Grünberger</hi> in Freiberg und die <hi rend="g">Kanzel</hi> von <hi rend="italic">Peter Basler</hi>
ebenfalls in Freiberg. <hi rend="g">Glocken</hi> 14. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GELCHSHEIM.</hi> UFranken BA Ochsenfurt. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Spgot. Anlage in bar. Umbau. &mdash; <hi rend="g">Grabstein</hi>
mit Familienrelief 1593.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Joh. Nepomuk-Kap</hi>. 1754. &mdash; Statue des <hi rend="g">gegeißelten
Heilands</hi> unter prächtigem Baldachinbau.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi>. Tüchtiger Fachwerkbau 1666. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
Deutschherrische <hi rend="bold">Wasserburg,</hi> im Bauernkrieg zerstört, bescheiden
whgest.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GELDERSHEIM.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der Unterbau des Turms (nördl. am Chor) und
die Kreuzrippengwbb. der Krypta und der Chor 1. H. 13. Jh., <milestone unit='line' n='35'/>
die Formen verwandt der Michaelskap, in Ebrach. Lhs.
nachgot. 1602. Einrichtung spätrok. ca. 1760-70.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GELENAU.</hi> K. Sachsen AH Annaberg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1581. Verhältnismäßig reiche Ausstattung. <hi rend="g">Altarwerk</hi> 
1724. <hi rend="g">Taufstein</hi> vortreffliche Arbeit des <hi rend="italic">Andreas <milestone unit='line' n='40'/>
Lorentz</hi> 1581. Von demselben die eigenartig entworfene, reich
skulptierte sandsteinerne <hi rend="g">Kanzel</hi>. Großes <hi rend="g">Epitaph</hi>
(4,3 m br., 3,5 m h.) des Joachim v. Schönberg, lebhaft an die
Epitaphe in Sayda erinnernd, wohl ebenfalls von <hi rend="italic">A. Lorentz</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GELLERSHAUSEN.</hi> Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.
</p><p>
</p>


<pb n='140' id='i149.png'/>

<!-- [P: 140] -->

<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1700, 1sch. Saal mit polyg. Schluß, ausgemalt 1714
von <hi rend="italic">A. Brückner</hi> aus Schweinfurt. WTurm 1557.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GELNHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> Kreuzförmige Basilika, im Lhs. flachgedeckt, im
Qsch. und Chor gewölbt; 1 WTurm, 2 OTürme, Zentral-Turm. <milestone unit='line' n='5'/>
Im wesentlichen aus den 3 ersten Dezennien des 13. Jh. Doch
sind einige Reste einer älteren Anlage eingebaut. Aus ihr
der schwere WTurm. Das erste Lhs. war 1sch. (das an der
OWand des Turms umlaufende Gesims jetzt im Inneren der
K. sichtbar). Der Turm schließt mit Rhombendach. &mdash; Gegen <milestone unit='line' n='10'/>
1220 Neubau als flachgedeckte Basilika. Gegen 1230 Ausbau
der OTeile in glänzender romanisierender Frühgotik durch
Meister <hi rend="italic">Heinrich Vingerhut</hi> (wofern man die betr. Inschrift
an der Giebelarkade des nördl. Qsch-Portals als Architekteninschrift
gelten lassen will). Vom ersten Meister: das ganze <milestone unit='line' n='15'/>
Lhs., die westl. Vierungspfll. bis über die Kämpfer, die untere
Hälfte der Qsch.-Mauern und des Chorquadrums. Das Lhs.
flachgedeckt mit spitzbg., weitgeöffneten Arkaden; die Gwbb.
der Nebenchöre grätig. Die Bauerscheinung in den Hauptpunkten
rom., nur in den Zierformen frgot. berührt, aber <milestone unit='line' n='20'/>
unmittelbare Kenntnis französischer Bauten nicht voraussetzend. 
Der zweite Meister (<hi rend="italic">Vingerhut</hi>) war am Mittelrhein
und in Burgund ausgebildet; durch die geistvolle Art, in der
er beide Elemente zu verschmelzen verstand, erwarb er sich
großen Beifall und wurde für die Vermittlung der frühen <milestone unit='line' n='25'/>
Gotik im Untermaingebiet tonangebend. Neu in den Plan
der Marien-K. aufgenommen hat er den 5/8 Schluß des Chors
und die den Vierungsraum beträchtlich überhöhende Kuppel
mit Zentral-Turm. Im übrigen gibt er dem Bau eine neue
Dekoration mit Steigerung der Wirkungen von W nach O. <milestone unit='line' n='30'/>
Am Lhs. von ihm nur die zierlichen Säulchen der Arkadenpfll.
Die Kreuzarme richtet er für Kreuzrippengwbb. ein; zu beachten
die reichen französischen Profile der Vierungsbgg.
und an den Eckdiensten die diagonale Stellung der Basen
und Kapitelle. Die Stirnwände des Transepts durch eine <milestone unit='line' n='35'/>
Gruppe von 3 Rosenfenstern (das Maßwerk aus Steinplatten
ausgeschnitten, wie an den Cistercienserkirchen dieser Zeit
&mdash; gemeinsame burgundische Vorbilder) belebt. Prächtig
in der Vierungskuppel die dekorative Verwertung der Rippen;
um den großen ringförmigen mit Blattkranz geschmückten <milestone unit='line' n='40'/>
Schlußstein stehen auf den Kappen die Namen von 8 Winden;
die Fensteröffnungen auch hier als Rosetten. &mdash; An die Wände
des Chorquadr. eine Arkatur und darüber eine Scheinempore
vorgeblendet; die Apsis in 5/8 Schluß kam neu hinzu; sie
hat über der Arkatur schlanke spitzbg. Fenster und über
<pb n='141' id='i150.png'/>
<!-- [P: 141] -->
diesen kreisrunde mit Vierpaß ausgesetzte Öffnungen. Die
Blendbgg. kleeblattförmig. Der Gurt, der den Vorchor von
der Apsis trennt, hat dasselbe Profil, wie die Vierungsbgg.;
er wird von einem Bündel von 7 Diensten getragen, die zweimal
von Schaftringen durchbrochen sind. Sind auch die <milestone unit='line' n='5'/>
Mauermassen tatsächlich erst wenig aufgelöst, so herrscht
doch eine Bewegtheit in den Baulinien, die einen dem Gotischen 
verwandten Eindruck hervorruft, wie denn auch
dieser Bauteil auf ein bestimmtes Vorbild, das er geistreich
umbildet, zurückgeht: die Notre-Dame in Dijon. Das Ornament <milestone unit='line' n='10'/>
an Kapitellen und Konsolen zeigt rom. und frgot.,
konventionell stilisierte und naturnachahmende, Motive nebeneinander, 
immer in lebensvoller und technisch meisterhafter
Behandlung. Es gehört zum Schönsten, das diese Epoche
in Deutschland hervorgerufen hat. Die Bauepoche schloß <milestone unit='line' n='15'/>
(um M. 13. Jh.) mit dem polygonal (3/6) in den Vierungsraum
vorspringenden Lettner.
</p>

<p>
<hi rend="g">Äußeres</hi>. Die ganze Wirkung ist auf die OAnsicht zugespitzt. 
Auf engem Gr. entwickelt sich eine höchst belebte
Massengliederung. Jede der 5 Polyg. Seiten des Chors schließt <milestone unit='line' n='20'/>
mit einem kleinen Giebel, darüber ein spitziges 8seitiges Zeltdach
(vgl. Sinzig und Münstermaifeld). Über den Nebenapsiden
steigen schlanke 8seitige Türme auf; um M. 13. Jh.
zu gegenwärtiger Höhe gebracht; die Helme ursp. kaum so
schlank wie jetzt. In der Mitte beherrschend und zusammenfassend <milestone unit='line' n='25'/>
der Vierungs-Turm, auch er 8seitig und mit 8 Giebeln.
Auffallend groß die Zahl der Türen. An den Sschiffen ihrer
3; vom ersten Meister; die größte derselben wahrscheinlich
ursp. am Qsch.; Vingerhut ersetzte sie <corr sic='durcheine'>durch eine</corr> noch
prächtigere Komposition; dann noch 2 am Qsch., so daß die <milestone unit='line' n='30'/>
keineswegs große K. schließlich 5 Portale hat. &mdash; Die Sakristei
M. 14. Jh. hinzugebaut, die Obergeschosse der Sschiffe 1446.
<hi rend="g">Innere Ausstattung</hi>. <hi rend="g">Hochaltar</hi>; Mensa 13.
Jh., Schrein bez. 1500 <hi rend="italic">Nikolaus Schit</hi>. Madonna mit 4 Heiligen, 
lebensgroß, volle schwere Formen, Flügel gemalt; über <milestone unit='line' n='35'/>
dem Schrein reiche Krönung mit dem Schmerzensmann. &mdash;
Ebenfalls spgot., doch nicht bedeutend, die <hi rend="g">Seitenaltäre</hi>.
&mdash; Der hl. <hi rend="g">Kreuzaltar</hi> (Laien-A.) am Lettner kann ursp.
keinen Aufsatz gehabt haben; der jetzige wohl wie die übrigen
zum Jubeljahr 1500. &mdash; Am Mittelpfl. der SSeite des Lhs. <milestone unit='line' n='40'/>
schönes frgot. <hi rend="g">Weihwasserbecken</hi>. &mdash; Ein hohes
<hi rend="g">Chorgestühl</hi> 2. H. 14. Jh. &mdash; Von den zahlreichen, jetzt
meist entfernten <hi rend="g">Grabsteinen</hi> trugen nur wenige Bildnisfiguren; 
darunter der Stein des aus einer Gelnhäuser Familie
stammenden Bischofs Konrad v. Bondiz in Illyrien, <reg orig='ausge-|zeichnetet'>ausgezeichnetet</reg>
<pb n='142' id='i151.png'/>
<!-- [P: 142] -->
Entwurf in mäßiger Ausführung; eine andere
gute Arbeit der Stein des Schultheißen Koch 1603; im südl.
Qsch. Wandgrab des Burggrafen von Laudern, E. 16. Jh.
&mdash; <hi rend="g">Glasmalerei</hi> der Chorfenster 13. Jh., wichtig, wenn
auch stark ergänzt. &mdash; Die oberen Blenden des Chorquadr. <milestone unit='line' n='5'/>
waren ausgemalt, 15. Jh., darunter Schicht des 13. Jh., sehr
beschädigt und jetzt entfernt, wie überhaupt die letzte, hinsichtlich
der Architekturteile verdienstvolle, Restauration den
Gesamteindruck doch zu »neu« gemacht hat.
</p>

<p>
<hi rend="g">Skulpturen</hi>. Tympanon des NW-Portals: Christus <milestone unit='line' n='10'/>
thronend zwischen Maria und Johannes d. Ev. und 2 Halbfigg. 
heiliger Bischöfe. Tympanon am südl. Qsch.: Maria mit
dem Kinde zwischen Katharina und Margaretha, die knienden
Figg. Magdalena und Martha. Tympanon des nördl. Qsch.: Kreuzigung. 
Die Figuren starr. Ganz prachtvoll das die Portale <milestone unit='line' n='15'/>
umrahmende Rankenornament. &mdash; Im besten got. Naturalismus
das Blattwerk am Lettner; in den Zwickeln <hi rend="g">figürliche
Reliefs</hi> (weit geringer) mit Totenerweckung und
Hölle; die Statue Christi jetzt in der Sakristei.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Peters-K</hi>. sprom., jetzt verwüstet und verkommen (Fabrik). <milestone unit='line' n='20'/>
Ursp. kreuzf. Gewölbebasilika mit 3 Apsiden, kurzen Kreuzflügeln, 
3 Jochen im Lhs. Die OTeile um 1200-1220, in
halber Höhe Bauunterbrechung. Am besten erhalten das
Qsch., dessen WWand die Elemente zur Rekonstruktion des
Lhs. darbietet. Die kreuzf. Pfll. mit vorgelegten 1/2 Sll. und <milestone unit='line' n='25'/>
Ecksll. lassen für das Msch. Rippengwbb., für die Ssch. Gratgwbb. 
als beabsichtigt vermuten. Gegen M. 13. Jh. als flachgedeckte
Basilika mit einfachen Rundpfll. ausgebaut, Querschnitt
nach dem gleichseitigen Dreieck. Über den Nebenapsiden
erhoben sich schlanke, durch rundbg. Friese und <milestone unit='line' n='30'/>
Lisenen geteilte Rundtürme (Zeichnung von 1831). Ein
vom Triumphbogen stammendes prachtvolles Blattkapt. 
liegt als Brunnenuntersatz im südl. Ssch. Das nördl. Seitenportal
mit sitzender Fig. des <hi rend="g">hl. Petrus</hi> vom ersten Meister
(vgl. Aschaffenburg), im südl. Seitenportal die Eck-Sll, auf <milestone unit='line' n='35'/>
Löwen, in der Archivolte Zickzack, die ganze Formengebung
an den Kaiserpalast erinnernd.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hospital zum h. Geist</hi>. Zuerst erwähnt 1233. Die K. war
eine kleine flachgedeckte rom. Pfll.-Basilika mit nur einem
Ssch., das Chorquadrat gewölbt; 1893 fast ganz zerstört. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
[<hi rend="bold">S. Michaels-Kap</hi>. Zweistöckig, im Erdgeschoß Beinhaus,
zuerst erwähnt 1289, 1822 trotz guter Erhaltung abgebrochen;
nach einer Zeichnung zu urteilen beste fr. Gotik in der Art
der jüngsten Teile der Marienk.]
</p>


<pb n='143' id='i152.png'/>

<!-- [P: 143] -->

<p>
[<hi rend="bold">Brücken-Kap</hi>. zum H. Kreuz, hochgot., 1816 der Materialvernutzung
wegen abgebrochen.]
</p>

<p>
<hi rend="bold">Franziskaner-K</hi>., ganz schlichter Bruchsteinbau vor 1248
(erste Erwähnung des Klosters), Gr. Rechteck 25: 7 m, Spuren
von grätigem Kreuzgwbb. über 1/2 kr. Schild- und Gurtbgg.; <milestone unit='line' n='5'/>
rundbg. Fenster; Apsis zerstört. &mdash; Kreuzgang (jetzt Stall)
E. 13. Jh. &mdash; Die an der Sseite des Kreuzgangs im 14. Jh.
errichtete größere K. 1826 abgebrochen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Pfalz</hi>. Zuerst genannt 1158 im Besitz der Grafen v. G., 1180
mainzisch, erst in den letzten Jahren Friedrichs I. Reichsgut. <milestone unit='line' n='10'/>
Seit 1363 Beginn der Zerstörung, nach Ruprecht von keinem
Kaiser mehr besucht. Seit 1858 Erhaltungsarbeiten. &mdash; Angelegt
als Wasserburg (vgl. Büdingen, Wächtersbach, Burgjossa). 
Die noch im 15. Jh. bewohnte Vorburg jetzt nur in den
Grundzügen zu erkennen. Die heutige Ruine gehört der schon <milestone unit='line' n='15'/>
im 14. Jh. verlassenen Kernburg; sie ist von allen staufischen
Pfalzen die relativ besterhaltene und künstlerisch edelste,
wenn auch weitaus nicht die größte. Nach Ausweis der Steinmetzzeichen
und der technischen Eigenschaften Bau aus
einem Guß. Die Hauptteile ca. 1210-20, nur die Eingangshalle <milestone unit='line' n='20'/>
vielleicht älter. &mdash; Der Gr. bildet ein Trapez: an der
schmalen WSeite die Eingangshalle, an der im stumpfen
Winkel davon abbiegenden NSeite der Saalbau, an der SSeite
und der polyg. gebrochenen OSeite Ringmauern, an die sich
Wirtschaftsgebäude anlehnten. &mdash; Die Ringmauer 2,10 m <milestone unit='line' n='25'/>
stark, Quaderverblendung, Füllung aus Bruchstein und Mörtelguß; 
Rüstlöcher sichtbar, doch keine Versetzung mit der
Zange. &mdash; Der quadr. <hi rend="g">Bergfried</hi>, als Wehrbau nicht
sehr bedeutend, im Winkel zwischen der SMauer und der
Eingangshalle; hölzerne Zwischendecken; kleine Tür nach <milestone unit='line' n='30'/>
dem Wehrgang (dessen Höhe daraus zu bemessen ist), eine
größere auf eine von Kragsteinen getragene Plattform, vom
Hof aus mit Leitern zu ersteigen; der obere Teil des Turms
in got. Zeit restauriert. &mdash; Das <hi rend="g">Eingangstor</hi> zeigt keine
Spuren von Zugbrücke und Fallgitter; doch Ansätze zu einem <milestone unit='line' n='35'/>
(zerstörten) Gußerker. Es führt in eine 2sch. 3jochige nach
dem Hof offene Halle; die rippenlosen Kreuzgewbb. des NSch.
ursp., im Ssch. got. erneuert. Die Sll. haben Würfelknäufe
mit 2teiligem Schild (eine sonst nur im Elsaß nachgewiesene
Form). An der OMauer war der sog. Barbarossakopf eingemauert, <milestone unit='line' n='40'/>
jetzt im Palas. &mdash; Über der Torhalle lag die jetzt
ihrer Gwbb. beraubte, ebenfalls 2sch. <hi rend="g">Kapelle</hi>. &mdash; Der
<hi rend="g">Palas</hi> lehnt sich an die nördl. Ringmauer, die Schauseite
nach innen. Erhalten das Erdgeschoß mit kleinen Fensterschlitzen
und das erste Hauptgeschoß. Die Tür, durch eine


<pb n='144' id='i153.png'/>

<!-- [P: 144] -->

Doppelfreitreppe zugänglich, liegt nicht in der Mittelachse
(außerdem eine noch erhaltene innere Treppenverbindung
zur Torhalle). Sie führte direkt in den Saal (13:12 m) mit
einer 5teiligen Fensterarkade (ohne Spur eines Verschlusses);
die Fundamente deuten darauf, daß 4 Sll. die Balkendecke <milestone unit='line' n='5'/>
trugen; an der NWand der schöne Kamin. Links an der
Tür sind die Ark. durch einen Wandpfl. in 2 Gruppen getrennt.
Am Saal entlang lief ein Gang und hinter diesem lagen 2 getrennte
Gemächer. Ein Obergeschoß war sicher vorhanden; auch
hier ein Kamin; dessen Sll. und ein skulptiertes Tympanon <milestone unit='line' n='10'/>
jetzt in der Torhalle aufgestellt. Das Bauornament am Palas
gehört zum formenschönsten und delikatesten, was rom.
Meisselarbeit hervorgebracht hat; jedenfalls kann sich kein
anderer Profanbau damit messen. &mdash; Am OEnde des Hofes
sind Fundamente eines Rundbaues (8,6 m äußerer Durchmesser) <milestone unit='line' n='15'/>
von ungewisser Bestimmung gefunden.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Johanniterhof,</hi> vom Ordenshaus in Rüdigheim dependierend;
kleines sehr herabgekommenes Gebäude in der Holzgasse; die
paarweise gestellten Spitzbg.-Fenster der WSeite sprechen
für 14. Jh., der SGiebel mit Kreuzstöcken im 15. Jh. umgebaut. <milestone unit='line' n='20'/>
Daneben kleine Kapelle.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Deutschordenshäuser</hi>. a) Der Komturei Marburg; jetzt durch
die landwirtschaftliche Winterschule ersetzt. b) Der Komturei
Sachsenhausen; 14. Jh., im 16. erneuert und weiterhin modernisiert; 
im Hof Brunnen aus Renss. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hof der Abtei Arnsberg</hi>. 1742 erneuert; die einfache got.
Kap. aus A. 14. Jh. erhalten; Rest von Wandmalerei.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hof der Abtei Haina</hi>. Nur die Eingangspforte aus E. 13. Jh.
erhalten.
</p>

<p>
<hi rend="bold">»Steitz«,</hi> Haus eines Altaristen, sehr herabgekommen, im <milestone unit='line' n='30'/>
Innern ein Lavabo und andere interessante Einzelheiten.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Romanisches Rathaus,</hi> spgot. umgebaut, im 17. Jh. durch ein
Fachwerkhaus verdeckt, 1881 freigelegt. Erhalten hat sich
von Kunstformen: die im Kleeblatt geschlossene Tür über
einer vorgebauten Plattform und im dritten Geschoß 3 Gruppen <milestone unit='line' n='35'/>
dreiteiliger Ark., welche einen ungeteilten, die ganze Ausdehnung
des Gebäudes einnehmenden Saal beleuchteten.
Daß das Haus öffentlichen Zwecken diente, ist kaum zweifelhaft; 
unter den in Frage kommenden gilt die Bestimmung
als Rathaus für die wahrscheinlichste. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gotisches Rathaus,</hi> wahrscheinlich als Kaufhaus, zugleich für
Verwaltungsstuben, E. 15. Jh. erbaut; stark modernisiert.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Fürstenhof,</hi> langgestreckter Komplex, schon im Ma. als Sitz
der pfandherrlichen Amtleute vorhanden, in der Renss. erweitert; 
aus dieser Zeit einige gute Einzelheiten.
</p>


<pb n='145' id='i154.png'/>

<!-- [P: 145] -->

<p>
<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi>. 4 <hi rend="g">romanische</hi> mit mehr oder weniger bedeutenden
Resten aus der Erbauungszeit: Langgasse 257,
ebenda 264 sog. Mehlwage, ebenda 285 [Obermarkt 101,
1895 abgebrochen, die Werkstücke der schönen gekuppelten
Kleeblattfenster jetzt in der Burg deponiert]. <hi rend="g">Gotisch</hi>: <milestone unit='line' n='5'/>
Bischofshof, jetzt Stadtschreiberei; Alte Schmidtgasse 106;
Töpfergasse 69; Untermarkt 443 Hinterhaus; Obermarkt 341,
altes Gasthaus u. a. m. Diese sind alle Steinhäuser. Ein got.
Fachwerkhaus Langgasse 264.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GEMÜNDEN.</hi> UFranken BA Gemünden. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 3/8 Chor um 1480, das 1sch. flachgedeckte Langhaus
1488. Turm zwischen Chor und Langhaus eingeschoben, erb.
1486 auf älterer Grundlage. Das Äußere einfach; WPortal
erneuert. Der mit 4 kleinen Erkertürmchen geschmückte Turm
macht durch seine stattlichen Verhältnisse eine gute Figur im <milestone unit='line' n='15'/>
Stadtbild. &mdash; Ausstattung neu. Hübsche Zunftstangen E.
18. Jh. Glocken 14. Jh. und später. &mdash; An der äußeren OWand
des Langhauses <hi rend="g">Relief</hi> Christus am Kreuz zwischen den
Schächern; zu Füßen Assistenzfiguren und Soldaten, M. 15. Jh.
An der Kirchenmauer das ehem. <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi> <milestone unit='line' n='20'/>
von 1488; ruinös.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> 1593. Giebel erneuert.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rentamt</hi>. Behäbiger, dreigesch. Barockbau v. 1711 mit kuppelbedeckten
Ecktürmen. Über dem Portal Wappen der Hutten.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Scherenburg</hi>. Erhalten der runde Bergfried und der Bering, <milestone unit='line' n='25'/>
sowie ein großer zweischiffiger Keller, alles aus got. Zeit (14. Jh.).
Nur wenige Reste der Stadtbefestigung, jedoch noch immer
hübsches Ortsbild.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GENSUNGEN.</hi> RB Kassel Kr. Melsungen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit spgot. Wehrturm und Friedhofsbefestigung. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GEORGENTHAL.</hi> Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.
</p><p>
<hi rend="bold">Cisterc.-Klst.-K</hi>. Trümmer. Grundmauern ausgegraben. Sie
erweisen einen höchst ansehnlichen Bau von 73 m Länge.
Nach den jüngsten Untersuchungen von H. Giesau 2 Bauperioden
in folgender Weise zu unterscheiden: 1. Zugrunde <milestone unit='line' n='35'/>
liegt eine kreuzförmige Basilika nach dem Hirsauer Schema,
am Chor 5 Apsiden in staffelförmiger Anlage (Talbürgel). Im
Lhs. 10 Arkaden, Wechsel von stärkeren und schwächeren Pfll.
Reste eines WPortals mit einfach abgetreppten Gewänden.
Dieses der Gründungsbau aus der Mitte des 12. Jh. <milestone unit='line' n='40'/>
2. Umbau für Gewölbe im 2. Drittel 13. Jh. Die 5 Apsiden
wurden niedergelegt, an Stelle der Hauptapsis gerader Abschluß
des Hauptchores. Um ihn wurde ein rck. Umgang von
4,2 m Breite herumgeführt, aus seiner äußeren Wand rck.
Nischen ausgespart. (Holtmeyers Rekonstruktion mit <reg orig='Um-gang'>Umgang</reg>
<pb n='146' id='i155.png'/>
<!-- [P: 146] -->
und Kapellenkranz in Art von Riddagshausen nach
Giesau nicht haltbar.) Die bauliche Ausführung des Umbaues
unter Leitung eines Architekten aus Walkenried. Walkenriedisch-maulbronnisch
auch das gesamte Detail. An der
Westfront eine Vorhalle von 3 quadr. Feldern (5,6 m Seitenlänge). <milestone unit='line' n='5'/>
&mdash; Von der großartigen Klosteranlage erhalten:
</p>

<p>
<hi rend="bold">Klausur</hi> auf der SSeite der Kirche. Umfängliche Grabungen
von Pfarrer Baethcke zeigen eine gewaltige Anlage von echt
cisterciensischem Gepräge, der von Maulbronn sehr verwandt.
Bmkw. das Herrenrefektorium, wie in Maulbronn mit der <milestone unit='line' n='10'/>
Schmalseite an den Kreuzgang stoßend, wahrscheinlich 3schiffig.
Auf der WSeite das Laienrefektorium, durch einen Gang
vom Kreuzgang geschieden (ältere Art der Anordnung). Rippenstücke,
Schlußsteine und Säulenbasen maulbronnisch, jedoch
im Stil fortgeschrittener als die Reste des Chorneubaues. <milestone unit='line' n='15'/>
Auf der Nordseite des Chores, in geringer Entfernung von ihm
zwei 3sch. Säulensäle, durch einen von N nach S laufenden
schmalen gewölbten Gang getrennt, Bestimmung ungewiß,
vielleicht <hi rend="g">Abtshaus</hi>. Ornamentierte Säulenschäfte mit
Würfelkaptt., 2. H. 12. Jh. &mdash; <hi rend="g">Kornhaus</hi>, got. mit interessantem <milestone unit='line' n='20'/>
Maßwerkfenster. &mdash; In der Nähe rom. <hi rend="g">Palas</hi> der
Grafen v. Kefernburg, verbaut.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GEPUTZIG.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
</p><p>
<hi rend="bold">Herrenhaus</hi> (v. Wallwitz) 1735 von <hi rend="italic">David Schatz</hi>, einfach
tüchtig. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GERA.</hi> Reuß j. L. Hauptstadt des Fürstentums.
</p><p>
<hi rend="bold">Salvator-K</hi>. 1717-20, erneuert nach Brand 1780.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Trinitatis-K</hi>. 1313, vergrößert 1611. 1sch. Anlage. Bmkw. die
got. Außenkanzel. &mdash; <hi rend="g">Grabmal</hi> des Kanzlers Joh. v. Freiersleben
† 1770, um einiges später ausgeführt, klassizistische <milestone unit='line' n='30'/>
Richtung. &mdash; Großes <hi rend="g">Kreuzigungsrelief</hi> mit Stifter,
1630. &mdash; Auch von den <hi rend="g">Denkmälern</hi> auf dem Kirchhof
verdienen einige Beachtung.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> 1576 und später. An der Hauptfront hoher 8eck.
Turm, dem zu Altenburg nachgebildet. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Regierung</hi>. 1722.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Waisenhaus</hi>. 1724, erneuert nach Brand 1780.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stadtapotheke</hi> mit renss. Erker.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Privathäuser</hi> des 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Marktbrunnen</hi> mit Simson, 1685. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GERA.</hi> Sachsen-Gotha. LA Ohrdruf.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sehr alte Gründung; jetzt wesentl. 18. Jh. mit rom.
Einzelheiten. Hoher <hi rend="g">Kanzelaltar</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GERBERSHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.) 1777. Kreuzgwb.Bau mit 3seit. Schluß.
</p>


<pb n='147' id='i156.png'/>

<!-- [P: 147] -->

<p>
<hi rend='ort'>GERBRUNN.</hi> UFranken BA Würzburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sprom. OTurm 1219; das flachged. Lhs. 17. und 18. Jh.
&mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> mit Evangelistenbildern 1. H. 17. Jh. &mdash; Hübsche
<hi rend="g">Holzfigg</hi>. des Rok.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GERBSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Mansfeld. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
[<hi rend="bold">Nonnen-Klst.-K</hi>. Der 1688 eingestürzte rom. Bau durch Abb.
bekannt, auch einige formierte Reste erhalten, hier und im
Museum zu Halle.]
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Nüchternstes 18. Jh. &mdash; Großer interessanter
<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> um oder vor M. 15. Jh. &mdash; <hi rend="bold">Rathaus</hi> in <milestone unit='line' n='10'/>
schlichter Renss. Im Keller gekuppelte rom. Lichtöffnung.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GEREUTH.</hi> UFranken BA Ebern.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um 1700, mit hübscher einheitlicher Einrichtung. In
der Sakristei ein reichhaltiger Schatz von Goldschmiedearbeiten
derselben Zeit. 
 <milestone unit='line' n='15'/>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Erb. um 1700 unter den Freih. von Greiffenklau-Vollraths
3geschossige Anlage in 3 Flügeln mit fein durchgeführter
Außengliederung.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GERLACHSHAUSEN.</hi> UFranken BA Kitzingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor und Turm 1. H. 15. Jh., Lhs. 1751. Gute <milestone unit='line' n='20'/>
<hi rend="g">Ausstattung</hi>, besonders die Seitenaltäre in Stuck, wohl
von <hi rend="italic">Andreas Mayer</hi>, Gemälde von <hi rend="italic">Dahlwein</hi>. &mdash; An der Straße
nach Sommerach reich skulptierter <hi rend="g">Bildstock</hi> 1511, einer
der schönsten in Unterfranken, ruinös.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GERMERODE.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend="bold">K</hi>. des ehem. <hi rend="bold">Prämonstratenser-Nonnen-Klst</hi>. Gewölbte rom.
Pfl.-Basilika. Kein Qsch. Die 3 Schiffe schließen in gleicher
Flucht mit 3 Apsiden. Der Chor hat 1, das Sch. 3 Doppeljoche.
WBau doppeltürmig (wegen Baufälligkeit niedergelegt, 1905
in der alten Gestalt wieder aufgebaut). Dazwischen, zugleich <milestone unit='line' n='30'/>
das 1. Joch des Lhs. mitumfassend, die Nonnenempore, die
von 4 Paar Sll. mit Würfelknäufen getragen wird. Im System
des Msch. nehmen breite rck. Vorlagen die ungegliederten
Gurt- und Schildbgg. auf; keine Diagonalbgg. Die Zwischenpfll.
quadr. mit eingelegten Eck-Sll. Die Sschiffe abgebrochen. &mdash; <milestone unit='line' n='35'/>
Unter dem stark überhöhten Chor eine Krypta mit gurtenlosen
Gwbb. &mdash; Hölzerne Emporen reich geschnitzt in Motiven der
Fachwerkarchitektur. &mdash; Am Außenbau ist nur die OAnsicht
einigermaßen intakt; die 3 Apsiden auf gut profilierten Sockeln,
sonst ungegliedert. 
 <milestone unit='line' n='40'/>
<hi rend="bold">Klostergebäude</hi>. Einige Reste mit rom. Fenstern in den
Domänenhof eingebaut.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Klst</hi>. Jetzige <hi rend="bold">K</hi>. 1778. <hi rend="bold">Scheune</hi>. Großartiger
Quaderbau in Hufeisenform 1672.
</p>
<pb n='148' id='i157.png'/>
<!-- [P: 148] -->
<p>
<hi rend='ort'>GEROLZHOFEN.</hi> UFranken BAmtsstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">Stadtpfarr-K</hi>. 1. H. 15. Jh. Pfeilerinschrift 1436, voll, angebl.
1479. Lhs. Halle von 3 Sch. und ursp. 4 Jochen (2 weitere
1899 hinzugefügt). Chor 1sch., 1 † 5/8, flankiert von zwei
Türmen, deren Erdgeschosse sich als Kapellen gegen Chor <milestone unit='line' n='5'/>
und Lhs. öffnen. Im Lhs. gesimslose Rundpfeiler und gekehlte
Scheidbogen, Sschiffe mit Kreuzrippen, Mschiff mit Netz auf
Konsolen in Scheitelhöhe der Scheidbogen. Außen durchweg
Strebepfeiler, z. T. mit Statuen (erneuert, die alten in der Johanniskap.,
gute Arbeiten aus A. 16. Jh.). &mdash; Einrichtung <milestone unit='line' n='10'/>
spbar. und rok., an der Kanzel spgot. Holzfigg. <hi rend="g">Holzkruzifix</hi>
mit Naturstamm, <hi rend="italic">Riemenschneider</hi> nahestehend.
Geschnitzte <hi rend="g">Rosenkranzmadonna</hi> nachgot. Gruppe
der <hi rend="g">Taufe Christi</hi> vermutlich von <hi rend="italic">Peter Wagner</hi> um 1760.
&mdash; Gutes <hi rend="g">Ciborium</hi>, würzburgisch um 1680. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Johannis-Kap</hi>. (Karner) beg. 1497. Erdgeschoß 2sch., Obergeschoß
1sch. in 3 Achsen und 5/8 Schluß, zierliches Netzgewölbe
und reich gegliederte Fenster. Außen (W) einläufiger
Treppenaufgang. [Schnitzaltar, <hi rend="italic">Riemenschneider</hi> zugeschrieben,
jetzt im Nat.-Mus. München.] <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Friedhofs-Kap</hi>. 1737. Altarbilder von <hi rend="italic">Chr. Urlaub</hi> (1745, 1748)
und <hi rend="italic">Wolker</hi> (1748). Das schöne schmiedeeiserne Gitter am Tor
(2. H. 17. Jh.) stammt aus Klst. Ebrach.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Bezirksamtsgebäude</hi>. Ehem. fürstbisch.-würzb. Oberamtshaus,
um 1614. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rentamtsgebäude</hi>. Ehem. fürstbisch.-würzb. Amts- und Zenthaus.
Turm und Anlage im Kern mittelalterlich (von einer
Burg der Herren v. Fuchs), Erscheinung wesentlich aus
A. 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Spital</hi>. Renss. Fachwerkbau mit geschnitztem Balken. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>. Interessant durch den doppelten Mauergürtel,
Abstand stellenweise über 100 m. Er diente als Zuflucht
für die umliegenden Dörfer.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh., mit ma. Resten: <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi>, <milestone unit='line' n='35'/>
der Eingang von Engeln bewacht; <hi rend="g">Altarfigg</hi>.;
vorzüglich ein lebensgroßer <hi rend="g">Crucifixus</hi> A. 16. Jh.; diese
jetzt im Kernhaus in Leisnig, anderes im Dresdener Altert.-Ver.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GERSFELD.</hi> RB Cassel Kreisstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche</hi>. 1785. Kreuzf. Anlage mit abgestumpften Ecken und <milestone unit='line' n='40'/>
WTurm. &mdash; <hi rend="g">Grabsteine</hi> der v. Ebersberg 16. und 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Friedhofs-Kap</hi>. 1632, an den Emporen Malereien.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> (v. Ebersberg) 1500 ff., im 18. Jh. umgestaltet.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GERSTUNGEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche</hi>. Flachgedecktes rck. Schiff mit bemalten Emporen in


<pb n='149' id='i158.png'/>

<!-- [P: 149] -->

3 Geschossen, um 1600. Ein niedriger spitzbg. Chorbogen
öffnet sich gegen das spgot. gewölbte Altarhaus, über welchem
der 8eck. Turm. &mdash; Steinerne <hi rend="g">Kanzel</hi> 1588. <hi rend="g">Grabsteine</hi>
(v. Boyneburg) 16. und 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi>. Bedeutend das v. Witzlebensche Herrenhaus <milestone unit='line' n='5'/>
aus A. 17. Jh. (jetzt Oberförsterei) und das v. Boyneburgische
am Markt (Apotheke).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GESEES.</hi> OFranken BA Bayreuth.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> (ehem. Wallfahrt) frgot. Basilika mit spgot. Veränderungen;
Lhs. 4 Joche, Chor 1 Joch und 5/8 Schluß; Turm <milestone unit='line' n='10'/>
in N. &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi> 1673, noch im Aufbau gotischer
Flügelaltäre. Steinerne <hi rend="g">Kanzel</hi> 1562. &mdash; Befestigter Friedhof.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GESTUNGSHAUSEN.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> A. 18. Jh., im Gr. den ma. Anlagen des Gebietes sich
anschließend, 1sch. mit 3facher Empore. Die Dekoration ungewöhnlich <milestone unit='line' n='15'/>
reich und fein. Die flachen Decken in Chor und Lhs.
tragen zwischen Stuckornament kleine Gemäldefelder vom
Coburger <hi rend="italic">J. Schuster</hi> 1714. 3geschossige Empore bez. 1712.
<hi rend="g">Moseskanzel</hi> 1727. <hi rend="g">Taufstein</hi> 1643. Um den Kirchhof
Mauer mit hohem Torturm. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GIEBELSTADT.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> (protest.). Einfacher Bau des 16. Jh. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi>
in strenger Hochrenss. E. 16. Jh., Mosesträger. Großes <hi rend="g">Epitaph</hi>
einer Frau v. Zobel 1606.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß der Zobel,</hi> whgest. E. 16. Jh., niedrige ausgedehnte <milestone unit='line' n='25'/>
Wasseranlage mit runden Ecktürmen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß der Geyer,</hi> Ruine.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GIEBICHENSTEIN.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Turm und rom. <hi rend="g">Taufstein</hi>. <hi rend="g">Grabsteine</hi>
1474, 1560. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Burgruine</hi> ausgedehnt, wenig erhalten, Hauptteile 1363, 1442.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GIECH.</hi> OFranken BA Bamberg.
</p><p>
<hi rend="bold">Schloßruine</hi> bedeutend, 3 Tore, starker 4eck. Bergfried.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GIESEL.</hi> RB Cassel Kr. Fulda.
</p><p>
<hi rend="bold">Jagdschlößchen</hi>, erb. 1717 vom Fürstabt v. Butlar an Stelle <milestone unit='line' n='35'/>
einer Burg des 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GIESSMANNSDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> 1694. Rck., in der Längsrichtung schmaler Gang, in
der Querrichtung Vestibül und doppelläufige Treppe. 2geschossiger
Aufbau mit durchlaufenden tosk. Pilastern. Über <milestone unit='line' n='40'/>
dem Dach schmälerer Oberbau in Fachwerk. Dachreiter.
Einfluß böhmischer Schlösser.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GLASHÜTTE.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1520-1533. Als 3sch. Halle geplant, doch 1sch.
ausgeführt &mdash; 18:14,3 m. Eingezogener Chor 2 Joche und


<pb n='150' id='i159.png'/>

<!-- [P: 150] -->

9Eckschluß. Kunstlos bemalte Felderdecke 1669. &mdash; Rest
wertvoller <hi rend="g">Altarmalerei</hi> aus derselben Zeit; ebenso die
<hi rend="g">Glasgemälde</hi> im Chor. &mdash; <hi rend="g">Taufbecken</hi> aus Messing
A. 16. Jh., gestanzte Zeichnung der Verkündigung. &mdash;
<hi rend="g">Schöne Grabplatte</hi> des Pfarrers M. Kittel † 1639, bemalt, <milestone unit='line' n='5'/>
ähnlich der des Sup. Cademann in Pirna.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GLASTEN.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> frgot. mit platt geschlossenem Chor, darüber Turm
mit 4 gekuppelten Fenstern und Satteldach.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GLAUCHAU.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1726 mit Benutzung älterer Teile, darunter 2 Reliefs
aus 15. Jh. &mdash; <hi rend="g">Orgel</hi> 1730 von <hi rend="italic">Gottfr. Silbermann</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gottesacker-K</hi>. Renss.Pforte mit beschädigten, ehemals
schönen Reliefs.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hinterglauchen</hi>. Schönburgisches <hi rend="bold">Schloß</hi>. Die Erscheinung <milestone unit='line' n='15'/>
wesentlich bestimmt durch den Umbau 1527 ff. Die langgestreckte,
ganz einfach behandelte Hauptfront durch 4
Zwerchhäuser gegliedert, deren Giebelabsätze nach dem verbreiteten
Schema der sächsischen FrRenss. als Viertelskreise
gebildet sind. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GLAUSCHNITZ.</hi> K. Sachsen AH Kamenz.
</p><p>
<hi rend="bold">Herrenhaus</hi> einfach stattlich, ausgebaut ca. 1760.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GLEINA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Apsis mit z. T. gut erhaltenen rom. <hi rend="g">Fresken</hi>.
&mdash; Gute Typen von <hi rend="g">Bauernhöfen</hi>. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GLEISBERG.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Schlicht rom., Gr. wie in Altenhof mit dem Zusatz
einer dem Chor nördl. angebauten kleinen Sakristei mit Tonnengwb.
&mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi> aus Porphyr mit primitiv eingeritztem
Ornamente. &mdash; <hi rend="g">Flügelaltar</hi> um 1510-20, bäurische <milestone unit='line' n='30'/>
Arbeit, doch vorzüglich gut erhalten; die Gemälde der Außenflügel
stehen höher.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GLEISENAU.</hi> UFranken BA Haßfurt.
</p><p>
<hi rend="bold">Prot. Dorf-K</hi>. 1711. <hi rend="bold">Schloß-K</hi>. 1772 mit reicher Sandsteinfassade.
&mdash; <hi rend="bold">Schloß</hi> (Groß von Torckau) 1773. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GLEUSDORF.</hi> UFranken BA Ebern.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Gefälliger 3geschossiger Rok.-Bau mit Mansarden-Dachung
sehr malerisch zwischen Bäumen. &mdash; Innendecken
mit <hi rend="g">Muschelwerkstuck</hi> und eiserner Ofen von 1769.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GLOSSEN.</hi> K. Sachsen AH Löbau. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß,</hi> erb. 1688 für H.F. v. Gersdorf. Stattliche Hufeisenanlage,
Formen einfach.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GNANDSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Borna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einheitlicher, unveränderter Gewölbebau (Sternmuster)
aus A. 16. Jh. Rot ornamentierte Friese, z. T. in


<pb n='151' id='i160.png'/>

<!-- [P: 151] -->

Stuck wie in Geithain. Gute <hi rend="g">Steinkanzel</hi> mit Maßwerkschmuck
bez. 1518. In den Chorfenstern <hi rend="g">Glasgemälde</hi>
aus der Erbauungszeit. <hi rend="g">Betstube</hi> mit reicher Sammlung
von Wappen des sächsischen Adels. <hi rend="g">Epitaph</hi> H. v. Einsiedel
1557 mit langem von Melanchthon verfaßtem Gedicht. <milestone unit='line' n='5'/>
Epit. Joh. v. Einsiedel 1582, Sandstein, Marmor und Serpentin,
z. T. vergoldet. 9 Einsiedelsche Grabsteine mit lebensgroßen
Figg. Todesdaten 1461-1646, Ausführung gleichzeitig
um 1640. 4 weitere bis 1756.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> (seit 15. Jh. Einsiedel, vorher Burggrafen v. Leisnig). <milestone unit='line' n='10'/>
Anlage langgestrecktes Rechteck, einem Höhenzuge folgend.
Im innersten Hof freistehender runder Bergfried. Am selben
Hof rom. Palas mit 3teilig gekuppelten rundbgg. Fenstern;
eine andere Gruppe hat Kleeblattschluß. An einem zweiten
größeren Hof der Hauptbau aus 14. Jh. Kapelle mit Einrichtung <milestone unit='line' n='15'/>
des 16. Jh. 4flügeliges Altarwerk.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GNÖTZHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Einheitliche rom. Anlage aus sp. 12. Jh., anziehendes
Beispiel einer vornehm schlichten Landarchitektur. &mdash; 1sch.
Lhs., quadr. Chor, WTurm (ohne Eingang). Das gut gegliederte, <milestone unit='line' n='20'/>
ornamentlose Portal an der SSeite. &mdash; Reizende
<hi rend="g">Sakramentsnische</hi> E. 15. Jh. Interessantes, leider
verstümmeltes <hi rend="g">Wandgrab</hi> des Konrad v. Rosenberg † 1596.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GOCHSHEIM.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Großenteils neu. Turm 1511. Interessante Kirchhofsbefestigung, <milestone unit='line' n='25'/>
ins 14. Jh, hinaufreichend.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Fachwerkbau 1560. Im Dorf stattliches Haus
(no 183) von 1612.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GÖDA.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Netzgewölbte Halle von 1505. Von einem Bau aus <milestone unit='line' n='30'/>
1. H. 13. Jh. einige fein skulptierte Zierstücke gefunden. &mdash;
Hübsche <hi rend="g">Sandsteinkanzel</hi> 1514. Zahlreiche <hi rend="g">Bildnissteine</hi>
des 17. Jh., recht gut der des Heinrich v. Bünau
1605.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GÖDEWITZ.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, 2 einfache rom. Tympana.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GÖHREN.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, kleine apsidenlose rom. Anlage. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>
1512.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GÖHRENDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm rom., Chor frgot., Schiff bar.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GOLDKRONACH.</hi> OFranken BA Berneck.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> got., Sandsteinemporen mit »durchbrochener Arbeit«.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GÖLLINGEN.</hi> Schwarzb.-Rudolst. LA Frankenhausen.
</p><p>
<hi rend="bold">Benediktiner-Klst.,</hi> eines der ältesten in Thüringen. Von der
<pb n='152' id='i161.png'/>
<!-- [P:152] -->
sprom. K. wenig erhalten, nämlich: 1. Reste der Apsidenmauer,
2. der viel Eigentümliches bietende WBau. Er ist
als breiter Turm ausgebildet. Die an die K. anschließende
Seite durch ein modernes Wohnhaus alteriert und verdeckt.
Von den Sschiffen der K. führten unter weiten Bogenöffnungen <milestone unit='line' n='5'/>
je 6 Stufen in die hochräumige Krypta; 3x3 grätige Kreuzgwbb.; 
die breiten Gurten in der Linie des Hufeisenbogens;
als Stützen kräftige Sll. (auch an den Wänden) mit Eckblattbasen
und flach skulptierten Würfelkaptt. Die Formen, von
trefflicher Ausführung deuten auf die Spätzeit 12. Jh. Über <milestone unit='line' n='10'/>
der Krypta hohe quadr. Turmhalle, deren östl. Vorraum
sich anscheinend als Empore gegen die K. geöffnet hat. Am
nördl. und südl. Ende desselben Vorraums Türen zu kleinen
Treppentürmen, die in die oberen Teile des Haupt-Turmes
hinauf führten. Dieser 8eckig, zweigeschossig, außen mit <milestone unit='line' n='15'/>
Lisenen, Bogenfriesen und Gesimsen ausdrucksvoll gegliedert;
im letzten Geschoß weite gekuppelte Fensteröffnungen mit
profilierten Gewänden.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GOLLMUTHAUSEN.</hi> UFranken BA Königshofen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gutes Beispiel einer protest. Saalkirche der Biedermeierzeit <milestone unit='line' n='20'/>
(1819).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GÖLSOORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> aus Granit einfach frgot.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GOMPERTSHAUSEN.</hi> Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1461, erneuert 1603 und 1640, Emporen mit dorischen <milestone unit='line' n='25'/>
Sll. 1808; alt im Unterbau der östl. Turmchor.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GONNA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. OTurm. &mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi> E. 16. Jh. mit 6
Reliefs.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GORNOORF.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Ostbau, Lhs. 1793. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>
1490 vom Saalfelder »Meister der Baldachine«.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GÖRSBACH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> neu. Der spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> nächst dem in
S. Jakob in Sangerhausen der bedeutendste des Kreises. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GÖRSCHEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Aus rom. Zeit der quadr. Altarraum mit Halbkuppelapsis, 
das übrige 16. Jh. und neuer. &mdash; <hi rend="g">Crucifixus</hi> bez.
HF, energische Arbeit E. 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GORSLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. &mdash; Reicher <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> spgot., <hi rend="g">Kanzel</hi>
und <hi rend="g">Taufstein</hi> 1564 mit biblisch allegorischem Bilderschmuck.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GÖSCHWITZ.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> got., 5/8 Chor, Langhaus mit Rok.Flachdecke. Im
OFenster Wappenscheiben. Kopien von 2 spgot. Altarflügeln.
</p>


<pb n='153' id='i162.png'/>

<!-- [P: 153] -->

<p>
<hi rend='ort'>GOSECK.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
</p><p>
Stammsitz der Pfalzgrafen von Sachsen. 1041 von einem
Sohne dieses Hauses, dem großen Erzbischof Adalbert von
Bremen, in ein <hi rend="bold">Kloster</hi> umgewandelt. Die 1043 und 1056
gew. <hi rend="bold">Kirche</hi> hat sich in den OTeilen erhalten, welche 1625 <milestone unit='line' n='5'/>
als Schloßkap. eingerichtet wurden. Qsch. und Chor in regelmäßiger
rom. Anlage; unter ihnen in ganzer Ausdehnung
(veranlaßt durch abschüssiges Gelände) eine Krypta. In das
Schloß (ein wenig interessanter Bau des 16. und 17. Jh.) eingebaut
ein WTurm im Übergangsstil des 13. Jh. &mdash; <hi rend="g">Ecce <milestone unit='line' n='10'/>
homo</hi>, Marmortafel in reicher renss. Umrahmung, Arbeit
eines sehr guten, sonst in dem Gebiet nicht wieder angetroffenen
Künstlers. <hi rend="g">Altartafel</hi>, Hinrichtung der h.
Katharina, von <hi rend="g">L. Cranach d. Ä</hi>. Großes reiches <hi rend="g">Epitaph</hi>
des Bernh. v. Pölnitz † 1628. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GOSSMANNSDORF.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
</p><p>
Der Ort enthält an Kirchenausstattung, Bildstöcken, Fachwerkhäusern,
Befestigungsresten allerlei hübsche Kleinigkeiten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GOSSMANNSDORF.</hi> UFranken BA Hofheim. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor im OTurm, Unterbau frgot. Lhs. 1716 (angeblich
von <hi rend="italic">B. Neumann?</hi>). Stattliche Fassade. Hochaltar um
1730. Reiche Seitenaltäre um 1760. &mdash; Interessante <hi rend="g">Kirchhofsbefestigung</hi>,
wohl 14. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Vogteihaus,</hi> charaktervoller Fachwerkbau von 1595. Schönes <milestone unit='line' n='25'/>
schmiedeeisernes Wirtshausschild (zum Schwan) 1791. (Ein
ähnliches in Manau).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GÖSSNITZ.</hi> Sachsen-Altenburg. LA Altenburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi>, im 15. Jh. nach relativ großartigem Plan beg., im
16. verkümmert ausgeführt, im 17. umgebaut. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GÖSSWEINSTEIN.</hi> OFranken BA Pegnitz.
</p><p>
<hi rend="bold">Kloster-K</hi>. 1730-39 von <hi rend="italic">Balthasar Neumann</hi>. Doch hatte
schon 1728 der angesehene Mainzer Architekt <hi rend="italic">F. A. v. Ritter</hi>
Pläne eingeliefert. Inwieweit Neumann diese berücksichtigt
hat, ist eine offene Frage. Anlage im lat. Kreuz. Das Qsch. <milestone unit='line' n='35'/>
schließt aus dem 6Eck, sogleich an der Längswand beginnend,
Im Lhs. bilden die eingezogenen Streben Kapp., durch einen
Gang verbunden. Die Flachkuppel nach außen nicht sichtbar.
Das Tonnengwb. mit starken Quergurten ist reich stuckiert.
Die innere Ausstattung schon in den Formen des Rok.; der <milestone unit='line' n='40'/>
Hochaltar (1742) erinnert in seiner Verwendung von konstruktiv
nicht zulässigen Elementen zu Stützen und Streben
an Vierzehnheiligen. Der Außenbau, wie immer bei N., einfach,
mit 2 Front-Türmen. &mdash; Über dem Portal eine gewaltige
<hi rend="g">plastische Gruppe</hi>, die h. Dreifaltigkeit. An


<pb n='154' id='i163.png'/>

<!-- [P: 154] -->

der Rückseite eingemauert ein <hi rend="g">Grabdenkmal</hi> von <hi rend="italic">Hans
Werner</hi> 1588.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GOTHA.</hi> Hauptstadt von Sachsen-Gotha.
</p><p>
<hi rend="bold">Augustiner-K</hi>. Gegr. 1366, überarbeitet 1676. Einfaches,
turmloses Rck. von 49 : 14,5. &mdash; <hi rend="g">Fürstenstand</hi> am <milestone unit='line' n='5'/>
Chor in derbem Bar.; desgl. die <hi rend="g">Kanzel</hi>; Rest eines got.
<hi rend="g">Altarwerks</hi>. Die große <hi rend="g">Gedenktafel</hi> für Herzog
Johann, † 1605, stammt aus Reinhardsbrunn. &mdash; Das Klst.
verbaut; der Kreuzgang rest.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Margarethen-K</hi>. spgot. E. 15. und A. 16. Jh., rest. 1652 und <milestone unit='line' n='10'/>
1725; ursp. 3sch. Hallenkirche. &mdash; <hi rend="g">Denkmal</hi> für Herzog
Ernst den Frommen 1728 von dessen Enkel errichtet. &mdash;
<hi rend="g">Taufstein</hi> bez. 1687. &mdash; Sehr schöne bar. Engelsfigg., Holz.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß Friedenstein</hi>. 1643-1654 für Herzog Ernst d. Fr. von
<hi rend="italic">Andreas Rudolfi</hi>. Groß in den Abmessungen, in der Ausführung <milestone unit='line' n='15'/>
sparsam, nüchtern, schwerfällig, fast noch mehr im
Charakter einer Zitadelle als eines fürstlichen Wohnhauses,
ein echtes Abbild der freudenarmen Stimmung am Ende
des großen Krieges. Ein 4eck. Hof, im Lichten 86 : 65 m,
wird von 3 Flügeln umgeben, an der 4. Seite Mauer mit Tor, <milestone unit='line' n='20'/>
an den Ecken breite Türme mit welscher Haube. Die in der
deutschen Renss. an einem Kunstbau nie fehlenden Giebel
sind aufgegeben. Rings um den Hof Bogengänge auf schweren
gequaderten Pfll. &mdash; Die innere Einteilung ohne größere Raumentfaltung.
Tiefe, niedrige Gemächer. Darunter leidet die <milestone unit='line' n='25'/>
1685 ff. hinzugefügte prunkhaft derbe Barockdekoration. &mdash;
Einige Räume M. 18. Jh. Das Porzellankabinett und anderes,
was nicht mehr sicher nachzuweisen, 1751 vom Nassau-Saarbrückener
Hofarchitekten <hi rend="italic">Stengel</hi>. Die Schloß-K. nahe verwandt
der zu Weißenfels (vgl. dort). In der Fürstengruft <milestone unit='line' n='30'/>
viele, z. T. aufwandreiche, Särge. Orangerie von <hi rend="italic">G. H. Krohne</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß Friedrichstal</hi>. 1711. Nach französischen Mustern in
vereinfachter Formgebung.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus,</hi> beg. 1567, verändert im 17. Jh. Das Portal von
auserlesener Feinheit der Erfindung und Ausführung; bez. <milestone unit='line' n='35'/>
1574, aber noch im Charakter der FrRenss. An der SFront
eingemauertes <hi rend="g">Reliefbild</hi> eines h. Bischofs aus 13. Jh.
</p>

<p>
Gute <hi rend="bold">Barockhäuser</hi> die städt. Sparkasse und der ehem. Preußische
Hof.
</p>

<p>
Auf dem Friedhof bmkw. Familiengrabmäler der Barockzeit <milestone unit='line' n='40'/>
erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GOTTESBÜREN.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Wallfahrts-K</hi>. bez. 1331, platter Chorschluß, Ssch. im
15. Jh. hinzugefügt. Im Schiff und Chor je 2 Joche. Kreuzgwbb.
auf kurzen Diensten. Vortreffliches Detail.
</p>


<pb n='155' id='i164.png'/>

<!-- [P: 155] -->

<p>
<hi rend='ort'>GOTTESGRÜN.</hi> Reuß ä. L. LA Greiz.
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche</hi> aus 17. Jh. Kleiner, aber origineller und zierlicher
Altaraufbau; das eingefügte Holzrelief mit dem Abendmahl ist
älter, um 1500, anziehendes Stück.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GOTTLEUBA.</hi> K. Sachsen AH Pirna. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1sch. spgot. um 1525. Am Chor Portal mit Baumstämmen
und Astwerk gegliedert (vgl. Chemnitz), am Schiff
renss. Portal bez. 1553.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GOTTSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Erfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> aus neuerer Zeit, rom. Turm 12. Jh., an den gekuppelten <milestone unit='line' n='10'/>
Fenstern Würfelkaptt. mit eingeritzten geometrischen Ornamenten.
&mdash; Überreste eines <hi rend="g">Schnitzaltars</hi> aus 15. Jh.
</p>

<p>
GRABA bei Saalfeld. Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Vom spgot. Bau der Chor 2jochig 3seitig geschlossen
mit Sterngwb. und der Turm an der NSeite des Schiffes; dieses <milestone unit='line' n='15'/>
erweitert 1775. &mdash; Mehrere <hi rend="g">Holzbildwerke</hi> in der Art
<hi rend="italic">Lendenstreichs</hi>. Der bar. <hi rend="g">Marmor-Altar</hi> aus der Barfüßer-K.
in Saalfeld übergeführt. Auf dem Friedhof zahlreiche
Schmiedekreuze des 17. und 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GRADITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> mit Nebengebäuden E. 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GRÄFENBERG.</hi> OFranken BA Forchheim.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 18. Jh. einfach.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GRAFENGEHAIG.</hi> OFranken BA Stadtsteinach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> got. Die Anlage als 3sch. Hallenkirche vielleicht <milestone unit='line' n='25'/>
vom Umbau 1448. Großes <hi rend="g">Kruzifix</hi> 1532.
</p>

<p>
GRÄFENHAIN (OBER-). K.Sachsen AH Rochlitz.
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Anlage, der Turm über dem Chor.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GRÄFENRODA.</hi> Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Stark modernisiert. Großer <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
A. 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GRAFENRHEINFELD.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Ansehnlicher Bar.Bau 1755-65 von <hi rend="italic">Joh. Mich.
Fischer</hi>, einem Schüler <hi rend="italic">Neumanns</hi>. Besonders die Fassade
reich ausgebildet. Von den 2 OTürmen nur der südl. got. <milestone unit='line' n='35'/>
<hi rend="g">Deckengemälde</hi> bez. <hi rend="italic">Joh. Zick</hi> 1756. Vorzüglicher,
triumphbogenartig aufgebauter Hochaltar mit älterem <hi rend="g">Gemälde</hi>,
wohl von <hi rend="italic">Onghers</hi>; von demselben 1671 der hl. Sebastian
auf einem Nebenaltar. <hi rend="g">Seitenaltäre</hi> und
<hi rend="g">Kanzel</hi> von <hi rend="italic">J.P. Wagner</hi> 1766. <hi rend="g">Chorstühle</hi>, <hi rend="g">Taufstein</hi>, <milestone unit='line' n='40'/>
<hi rend="g">Stationsbilder</hi> in späterem Rok.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Giebelhaus in Fachwerk 1602. &mdash; Großer <hi rend="g">Bildstock</hi>
1628. Ein kleinerer 1694.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GRÄFENTAL.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Wesentlich Erneuerung 1724. &mdash; Stattlicher <hi rend="g"><reg orig='Kan-|zelbau'>Kanzelbau</reg></hi>
<pb n='156' id='i165.png'/>
<!-- [P: 156] -->
hinter dem Altar. Ikon. <hi rend="g">Grabstein</hi> der Familie
v. Pappenheim 1561, 1563, 1590. Reste von mittelalterl.
<hi rend="g">Wandmalerei.</hi></p>
<p>
<hi rend="bold">Schloß Wespenstein</hi>. Ausgedehnte, sehr malerische Anlage mit
interessanter Torhalle. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GRÄFENTONNA.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha.
</p><p>
<hi rend="bold">Haupt-K</hi>. Große 1sch. spgot. Anlage, barock überarbeitet. &mdash;
<hi rend="g">Altarwerk</hi>, wohl das umfangreichste, das Thüringen besitzt.
Die 3geschossige Archit. 1646 (oder eher 1687?). Die
Reliefs von einem auseinander genommenen Flügelaltar des <milestone unit='line' n='10'/>
Klst. Grimmental, angebl. aus Nürnberg. 10 <hi rend="g">Grabsteine</hi>
der Grafen v. Gleichen 1525-75.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kettenburg</hi>. Das alte Schloß der Grafen v. Gleichen. Jetzt
Zuchthaus und ganz barbarisiert. Der Turm in der NWEcke
14. Jh. Andere Bauteile zeigen Formen der Renss. des 16. Jh. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GRAMSCHATZ.</hi> UFranken BA Karlstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1731, reiche Fassade und gute einheitliche Rok.-Ausstattung
um 1740.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GREBEHNA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sprom. Bruchsteinbau. Am Portal Tympanon mit <milestone unit='line' n='20'/>
stilisiertem Baum.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GREBENSTEIN.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 2. H. 14. Jh., nach Brand 1637 rest. Hallenkirche von
niedrigen Verhältnissen. Die Sschiffe haben über jedem Joch
ein besonderes Dach mit einfachem Giebel. Reich skulptiertes <milestone unit='line' n='25'/>
Portal, die Figg. sehr verwittert. WTurm 1905 rest.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> in Fachwerk A. 17. Jh.
</p>

<p>
2 <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> um 1480.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Burgruine</hi>. Der Palas um 1500.
</p>

<p>
Gut erhaltene <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>.
 <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GREIFENHAIN.</hi> K. Sachsen AH Borna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sprom. OTurrn, in dessen Erdgeschoß der Chor.
Gleichzeitig die WMauer. Im übrigen Umbau 1. H. 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GREIFENSTEIN</hi> b. Blankenburg. Schwarzburg-Rudolstadt.</p>
<p>
<hi rend="bold">Burgruine</hi>. Sehr große, ziemlich gut erhaltene Anlage: 3 durch <milestone unit='line' n='35'/>
Gräben getrennte Vorburgen, zierlicher got. Palas. Genannt
1137, zerfallen seit 1560.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GREITZ.</hi> Hauptstadt von Reuß ä. L.
</p><p>
<hi rend="bold">Oberschloß</hi>. Große unregelmäßige Anlage, außen formenarm,
im Innern hübsche, doch nicht bedeutende Rok.Dekoration, <milestone unit='line' n='40'/>
auch Reste von Renss.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GRETHEN.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Im wesentl. unversehrte Anlage des 13. Jh. &mdash; Tür
mit rom. Eisenbeschlag.
</p>


<pb n='157' id='i166.png'/>

<!-- [P: 157] -->

<p>
<hi rend='ort'>GRETTSTADT.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chorturm (O) 1471, darin spgot. Sakramentshäuschen.
Lhs. mit stattlicher Fassade von Hauptmann <hi rend="italic">J. M. Fischer.</hi>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Inschrift 1590, 1614. Stattlicher 2geschoss. Fachwerkbau
mit Freitreppe. Davor <hi rend="g">Dorflinde</hi> mit Stützenbau. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GRIESHEIM.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Details. &mdash; Zahlreiche <hi rend="g">Grabsteine</hi>,
z. T. nicht übel. &mdash; Stattliches adl. <hi rend="bold">Schloß</hi> aus A. 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GRILLENBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
</p><p>
<hi rend="bold">Burgruine</hi> mit 5 Rundtürmen; seit 1217 genannt. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GRILLENBURG.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1558 unter Oberleitung von <hi rend="italic">Hans Dehn-Rotfelser</hi>,
jetzt völlig verändert; auf der Brücke 2 lebensgroße <hi rend="g">Jäger</hi>
in Sandstein um 1600 in der Art des <hi rend="italic">Chr. Walther.</hi>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GRIMMA.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst. Marienthron</hi>. 1251, erweitert 1277.
Reste in der jetzigen Superintendentur.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Frauen-K</hi>. beg. um 1230-40. 3sch. rom. Pfl.Basilika von
regelmäßiger kreuzf. Anlage. Hauptchor gerade geschlossen,
am Qsch. 1/2kr. Nebenchöre. Der WBau mit 2 Türmen, im Gr. <milestone unit='line' n='20'/>
etwas schmäler als das Lhs., noch in rein rom. Formen; die
Türme in 3 Freigeschossen; zwischen ihnen Glockenstube mit
3 gekuppelten Öffnungen, der Giebel darüber von der Rest.
1888. Das Lhs. in 4 Pfeilerarkaden von schlichtesten spitzbg.
Formen, die ursp. flache Decke im 15. Jh. durch Gewölbe ersetzt. <milestone unit='line' n='25'/>
Am Chorschluß Gruppe von 3 hohen schmalen spitzbg.
Fenstern. Die Rippengwbb. der Nebenchöre hochgot. &mdash; 
<hi rend="g">Denkmäler</hi> 1693-1760.
</p>

<p>
[<hi rend="bold">Nicolai-K</hi>. 1sch. Anlage aus 13. und 16. Jh., 1888 abgebrochen.
&mdash; Schnitzaltar, hervorragende Arbeit von 1519, geringeren <milestone unit='line' n='30'/>
Wertes die Gemälde von 1530. Jetzt in der Gottesacker-K.
Schallgefäße. Lange Reihe von Bildnissen jetzt im Stadthause.]
</p>

<p>
<hi rend="bold">Augustiner</hi>-K. (bei der Landesschule) 1290, überarbeitet
A. 15. Jh. Rck. von 57,5 : 15 m; ursp. flach; Emporen 1684. &mdash; <milestone unit='line' n='35'/>
Denkmäler und Bildnisse ohne Bedeutung.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gottesacker-K</hi>. 1556, einfach rck. &mdash; Grabplatten und Denkmäler
ohne Bedeutung. Auf dem Kirchhof manche charakteristische
Arbeiten des 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1200 genannt. Aus A. 13. Jh. schönes großes Fenster, <milestone unit='line' n='40'/>
vier schmale, durch zierliche Säulchen getrennte, spitzbg. geschlossene
Öffnungen werden von einem rundbg. Blendbogen
zusammengefaßt, in dessen Feld ein Vierpaß. Weiter ausgebaut
E. 14. und A. 16. Jh.; aus beiden Epochen Bauformen erhalten.
&mdash; <hi rend="bold">Rathaus</hi> 1442, Freitreppe 1585, Giebel um 1600, &mdash; <hi rend="bold"><reg orig='Knaben-|schule'>Knabenschule</reg></hi>
<pb n='158' id='i167.png'/>
<!-- [P: 158] -->
an der Frauen-K. 1614. &mdash; An <hi rend="bold">Wohnhäusern</hi> meist nur
einzelne Teile aus älteren Epochen. &mdash; <hi rend="bold">Altertums-Museum</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GRIMMENTAL.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Wallfahrts-K</hi>. 1809 abgebrochen. Bauinschrift 1499
neben dem Portal des 1547 erb. Spitals eingemauert. [Der berühmte <milestone unit='line' n='5'/>
<hi rend="g">Altar</hi> jetzt in Gräfentonna.]
</p>

<p>
<hi rend="bold">Linde</hi> mit Treppen und gezimmertem Boden, gilt für einen der
ältesten Bäume Deutschlands.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GRÖDITZ.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Neubau 1902. Erhalten ein rom. Sl. Portal um 1200, <milestone unit='line' n='10'/>
Granit. &mdash; <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> des 17. und 18. Jh., v. Ziegler
und v. Metzrodt.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Einfach bar. 1738 mit Benutzung von got. Teilen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROITZSCH.</hi> K. Sachsen AH Borna.
</p><p>
<hi rend="bold">Frauen-K</hi>. Ursp. rom. Pfl.Basilika; davon der Unterbau des <milestone unit='line' n='15'/>
Schiffes; sonst verändert.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Aegidien-K</hi>. Von der rom. Anlage der Turm erhalten.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Burg</hi>. Zerstört bis auf eine rom. Rundkap, mit 3/4kr. vorspringender
Altarnische; das Mauerwerk bis auf 2,5 m erhalten;
lichter Durchmesser 3,3. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSBARTLOFF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.). Anständiger Bar.Bau 1740, 4 Kreuzgwbb.,
außen Pilastergliederung in Sandstein. WTurm 1551. &mdash;
2 <hi rend="g">Nebenaltäre</hi> in Stuckmarmor. Schöne <hi rend="bold">Kanzel.</hi>
<hi rend="g">Taufstein</hi> aus der älteren K. bez. 1606. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSBODUNGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Bar. &mdash; <hi rend="bold">Schloß</hi>. Quaderbau von 1331, Türen und
Fenster 1584. &mdash; <hi rend="bold">Amtsgericht</hi>. Schöner Fachwerkbau mit
Erker 1660.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSBREITENBACH.</hi> Schwarzb.-Sondersh. LA Gehren. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1680, einfach geräumig.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSCORBETHA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor aus guter got. Zeit (die Inschrift 1293 nicht
ursp.), Schiff A. 16. Jh., das stuckierte Holzgwb. 1700 von
<hi rend="g">Antonio Perri</hi>. &mdash; Steinerne Kanzel 1627, Altar 1696. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSDITTMANNSDORF.</hi> K. Sachsen AH Großenhain.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit spgot. und renss. Portalen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSECKMANNSDORF.</hi> K.Sachsen AH Dresden-N.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1701 auf Gr. aus 16. Jh. Anlage und Ausstattung bezeichnendes
Beispiel des Zeitstils. Gut aufgebauter <hi rend="g">Altar</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
1706; Emporen mit biblischen <hi rend="g">Malereien</hi>, handwerklich,
aber nicht ungeschickt; flache Decke mit Kehle; bewegte
Dachlinie.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSENBEHRINGEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> der Herren v. Wangenheim 1547.
</p>


<pb n='159' id='i168.png'/>

<!-- [P: 159] -->

<p>
<hi rend='ort'>GROSSENHAIN.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Mit Benutzung der abgebrannten ma. K. 1748 erneuert
und erweitert von <hi rend="italic">J. G. Schmidt</hi> in Dresden (Schüler
<hi rend="italic">Bährs</hi>). Die Idee der protestantischen Predigtkirche klar und
nachdrücklich ausgesprochen. Über dem alten (5/8) Chor der <milestone unit='line' n='5'/>
Turm (ausgebaut erst 1801), das Schiff nach O durch eine
gerade Quermauer abgeschlossen, der Altar (darüber Kanzel
und Orgel) in der Mitte der nördl. Langseite, ihr gegenüber
an der SSeite vorspringender breiter Querflügel; also Erweiterung
der »Querkirche« zu T-förmigem Gr. Die Muldendecke <milestone unit='line' n='10'/>
wird von rundbg. Arkaden mit korinth. Sll., die der
Linie der Umfassungsmauern folgen, getragen. Die K. faßt
2000 Personen. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> 1499, die Flügelgemälde
bez. E.W. Schöne got. <hi rend="g">Kelche.</hi></p>
<p>
Ruine des <hi rend="bold">Nonnen-Klst</hi>. 2. H. 15. Jh. Das Refektorium mit <milestone unit='line' n='15'/>
Zellengwb. jetzt Bierkeller.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSENLÜDER.</hi> RB Cassel Kr. Fulda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Erhalten der Chor im Übergangsstil des 13. Jh.
Quadr. Vorchor mit Kreuzgwb., darüber Turm, mehrmals erhöht, 
der beschieferte Helm mit Erkertürmchen 16. Jh. Die <milestone unit='line' n='20'/>
Apsis polyg., die Fenster ungeteilt spitzbg. mit rom. Gewändform. 
An den äußeren Ecken der Apsis 2 aufeinander gestellte
Sll. mit Blattkaptt. und att. Basen, rundbg. Fries. Reiches
Portal mit Kleeblattbogen. Fassade 1734 mit großen skulptierten
Stiftswappen. Die Sakristei mit Tonnengwb. und <milestone unit='line' n='25'/>
1/2 kr. Apsis offenbar der Chor der ältesten Kirche (gegr. 822). &mdash;
<hi rend="g">Grabmal</hi> der Jutta v. Boyneburg 2. H. 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSENSEE.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm über dem Chor 1480, Sch. 1650.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSFAHNER.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Herstellungsbau von 1653 und 1678. Im Sch. noch
5 rom. Scheidbögen des ehemaligen nördl. Ssch. aus 12. Jh. zu 
erkennen. &mdash; 2 <hi rend="bold">Schlösser</hi> der Frhr. v. Seebach um 1680 und 1722.
<hi rend="g">Wappentafel</hi> bez. 1502. Im Innern einige Räume in
reicher Barockausstattung. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSFURRA.</hi> Schwarzb.-Sondersh. LA Sondershausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> S. Bonifazius. Im Kern rom., 1326 den Cisterc.-Nonnen
überwiesen. Interessante Anlage. 1sch. mit 2 rechteck. 
Türen am Ostende des flachgedeckten Lhs. und kreuzgewölbtem
Chor. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSHARTHAU.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1794. Feines <hi rend="g">Buchsbaumkruzifix</hi> um
1700. Schöner <hi rend="g">Wappengrabstein</hi> um 1500.
</p>
<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> 18. Jh., neuerdings sehr verändert. Erhalten die
stattliche französische <hi rend="g">Parkanlage</hi> mit Sandsteindekoration.
</p>


<pb n='160' id='i169.png'/>

<!-- [P: 160] -->

<p>
<hi rend='ort'>GROSSHEIRATH.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche</hi> 1463 und 1513. Chor mit Kreuzgwb. 3geschossige
Empore 17. Jh. Der sehr hohe obere Teil des Turms 17. Jh.
mit Schweifkuppel und Arkaden 1720.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSHENNERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Löbau. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Große unregelmäßig 4flügelige Anlage, mit Benutzung
älterer Teile nach 1676 für M. v. Gersdorf zurechtgemacht
und erweitert. Verwahrlost.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Katharinenhof</hi>. Erb. 1726 von Sophie v. Gersdorf als Armen- und
Waisenhaus. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSHEUBACH.</hi> UFranken BA Miltenberg.
</p><p>
<hi rend="bold">Rathaus,</hi> schöner Fachwerkbau auf massivem Erdgeschoß
16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSKMEHLEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Umbau des 18. Jh. &mdash; Im Altarbau von ca. 1620 <milestone unit='line' n='15'/>
sind 2 niederländische <hi rend="g">Schnitzaltäre</hi> (von <hi rend="italic">Jan Bormann</hi>?)
kombiniert, wahrscheinlich Geschenke der dänischen
Gemahlin des Kurf. Christian II. (vgl. Prettin). Die Flügelgemälde
sehr verdorben und schwer zu beurteilen. <hi rend="g">Moseskanzel</hi>
aus Stein. In der Turmhalle großes <hi rend="g">Triumphkreuz</hi>. <milestone unit='line' n='20'/>
<hi rend="g">Grabsteine</hi> des sp. 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Wasseranlage des 16. Jh., 3geschossig mit runden
Ecktürmen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSKOCHBERG.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, rom., Turm über dem quadr. Chor, übrigens 15. <milestone unit='line' n='25'/>
und 18. Jh. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> vom Saalfelder »Meister
der Baldachine«, E. 15. Jh. &mdash; <hi rend="bold">Schloß,</hi> einfache Sprenss. 16.
und 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSKRÖBLITZ.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda
</p><p>
Vom ehemaligen <hi rend="bold">Edelhof</hi> das schöne sprenss. Hoftor. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSLANGHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Umbau von 1596, Turm um 1400. &mdash; Lobenswerter
<hi rend="g">Hochaltar</hi> um 1700, gleichzeitig der <hi rend="g">Taufstein,</hi>
später das <hi rend="g">Chorgestühl</hi>. Auf den Seitenaltären gute
(leider neu bemalte) <hi rend="g">Holzskulpturen</hi> des fr. 16. Jh., <milestone unit='line' n='35'/>
ausgezeichnet besonders eine <hi rend="g">Pietas</hi> von einem mit Riemenschneider
nur entfernt verwandten Künstler um 1520. Außen
<hi rend="g">Ölberg</hi>, lebensgroße Sandsteinfigg., handwerklich.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Antonius-Kap.</hi> 1399. Über dem Portal Figurennische mit
dem Wappen der Teck, Castell, Hohenlohe und Montfort, <milestone unit='line' n='40'/>
um 1400. Auf dem (neuen) Hochaltar <hi rend="g">Grablegungsgruppe</hi>
um 1500, als Antependium interessantes Relief,
Bestattung des Eremiten Paulus durch Antonius, um 1500.
Die großen Holzfigg. an der Chorwand, Jakobus und Antonius,
in etwas manierierter Gefühlsseligkeit. Reich bewegte <hi rend="g"><reg orig='Kreu-|zigungsgruppe'>Kreuzigungsgruppe</reg></hi>
<pb n='161' id='i170.png'/>
<!-- [P: 161] -->
um 1750 (vom ehemaligen Hochaltar).
</p>

<p>
Stattliche <hi rend="bold">Häuser,</hi> mehrfach mit Marienbildern des
18. Jh. geschmückt. &mdash; <hi rend="g">Bildstöcke</hi> 1501, 1513, 1713,
1795.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSLÖBICHAU.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> im Chor <hi rend="g">Sakramentshaus</hi> 16. Jh. Frgot.
<hi rend="g">Kruzifix</hi>. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> aus Altenburger Werkstatt,
vgl. Maua.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSMÖLSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> gilt für eine der ältesten Stiftungen in Thüringen; <milestone unit='line' n='10'/>
das jetzige Gebäude Gemengsel aus den letzten 4 Jahrhunderten.
&mdash; Taufgestell, Kanzel und Gestühl 1723; dem Kanzelbau
eingefügt 2 gemalte <hi rend="g">Flügel</hi> 1520 von <hi rend="italic">Peter v. Mainz</hi>
mit den 7 Freuden und 7 Leiden Marias; ikon. <hi rend="g">Grabstein</hi> 1612.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSNEUHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
Stattliche <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. 1729 mit opulenter Ausstattung. &mdash; <hi rend="bold">Schloß</hi>
der Grafen v. Werthern-Beichlingen 1710.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSOLBERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Marienberg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gemengbau 16.-18. Jh., <hi rend="g">Altarwerk</hi> um 1645
mit den knienden Alabasterfigg. des Stifters Hildebrand <milestone unit='line' n='20'/>
v. Einsiedel, wohl von <hi rend="italic">Joh. Böhm</hi> in Schneeberg. Eigenartig
prächtiger <hi rend="g">Kelch</hi> des Freibergers <hi rend="italic">Samuel Klemm</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSOSTERHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Die stattlichste got. des Kreises. Die Form der
Streben und Fischblasenfenster des 3seitigen östl. Schlusses <milestone unit='line' n='25'/>
weisen auf ca. 1500; wohl älter in der Anlage der breite, nur
vom Schiff aus durch ein Pförtchen zugängliche WTurm, dem
ein hohes Zeltdach zwischen polyg. Ecktürmchen einen charaktervollen
Umriß gibt. &mdash; Bmkw. spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>
mit den 14 Nothelfern. Eleganter renss. <hi rend="g">Taufstein</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
1594. <hi rend="g">Pastorengrabsteine</hi> 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSOSTHEIM.</hi> UFranken BA Aschaffenburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Chor, sonst got. und bar. 7figurige Gruppe
der <hi rend="g">Beweinung Christi</hi>, Holz, um 1501. &mdash; Vor dem
Ort <hi rend="g">Kapelle</hi> mit dem Wappen des Mainzer Kurfürsten <milestone unit='line' n='35'/>
Uriel von Gemmingen 1513. Darin eine gleichzeitige Kreuzigungsgruppe
aus Sandstein. Nach den äußeren Umständen
könnte eine Arbeit aus der Werkstatt <hi rend="italic">Backofens</hi> vermutet
werden, was näher untersucht werden müßte.
</p>

<p>
Fast vollständig erhaltene ma. <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSPÖTEWITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> OTurm rom. mit got. Chor, 3sch. got. Hallenkirche.
Die außen eingemauerten Reliefs scheinen älter. &mdash; Großer
und vortrefflich erhaltener <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>; <hi rend="g">Sakramentsnische.</hi>
</p>


<pb n='162' id='i171.png'/>

<!-- [P: 162] -->

<p>
<hi rend='ort'>GROSSRÖHRSDORF.</hi> K. Sachsen AH Kamenz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Großer Saalbau von 1731, ansehnlich ausgestattet.
Einige Reste von spgot. <hi rend="g">Altarplastik</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSSCHÖNAU.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1705. Stattlicher Emporensaal (14 m br.) mit 3seit. <milestone unit='line' n='5'/>
Schluß. &mdash; <hi rend="g">Altarbau</hi> 1802 mit Gemälde von <hi rend="italic">J. E. Zeissig</hi>
in Dresden, genannt Schenau, 1786. &mdash; <hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi>
des H. v. Nostitz † 1607, des Malers Schenau † 1806.
&mdash; Ansehnliche <hi rend="g">Bauernhäuser</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSSCHWABHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gilt als typisches Beispiel einer frührom. Missionskapelle;
got. und bar. verändert.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSSEDLITZ</hi> s. Sedlitz.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSSTECHAU.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
</p><p>
Hübsche spgot. <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSTHIEMING.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. mit 3seit. got. Chor und 8Eckturm von 1629.
&mdash; Guter <hi rend="g">Renss.Altar</hi> mit Gemälde um 1620.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSWALBUR.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der rom. Chorturm mit spgot. Achteckaufsatz und <milestone unit='line' n='20'/>
bar. Helm steht seit der Erweiterung von 1477 in der Mitte;
das Lhs. noch einmal 1748 erneuert. &mdash; Hübsche spgot.
<hi rend="g">Sakramentsnische</hi>. <hi rend="g">Kanzel</hi> 1538. Mehrere gute
<hi rend="g">Kelche</hi> aus 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSWEITZSCHEN.</hi> K. Sachsen AH Döbeln. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der WTurm rom., alles übrige stillos verbaut. &mdash;
[<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> aus 16. Jh. im Dresdener Altert.-Ver.]
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSWENKHEIM.</hi> UFranken BA Kissingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm frühes 15. Jh. Kirche 1769-72. <hi rend="g">Deckenbild</hi>
von <hi rend="italic">J. P. Herrlein</hi>. Pietas aus Gußstein 1. H. <milestone unit='line' n='30'/>
15. Jh. <hi rend="g">Monstranz</hi> E. 16. Jh. Auf dem Kirchhof:
<hi rend="g">Denkmal</hi> des letzten Abtes von Bildhausen † 1812.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GROSSZSCHOCHER.</hi> K. Sachsen AH Leipzig.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von rom. Gründung; OTurm und Chor spgot. Altar
und Herrschaftsstübchen charakteristische Arbeiten E. 17. Jh. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
GRUB AM FORST. Sachsen-Coburg LA Coburg.
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Rom. Anlage mit spgot. und noch späteren Veränderungen.
Holzdecke 16. Jh. &mdash; Geschnitzte <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi>
17. Jh. &mdash; <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. Chorturm mit rom. Kern, Lhs.
16. und 17. Jh. &mdash; <hi rend="g">Sandsteinkanzel</hi> 16. Jh. &mdash; <milestone unit='line' n='40'/>
<hi rend="bold">Brunnen</hi> mit Tritonen und Nereiden 1720.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GRUBNITZ.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, Kernbau wesentlich rom.
</p>


<pb n='163' id='i172.png'/>

<!-- [P: 163] -->

<p>
<hi rend='ort'>GRUMBACH.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> A. 17. Jh. Die flache Felderdecke 1673 von <hi rend="italic">Gottfr.
Unger</hi> mit lebendig erzählten biblischen Szenen ausgemalt.
Prunkvoller Altarbau 1688, das exaltierte <hi rend="g">Statuenwerk</hi>
von <hi rend="italic">J. F. Richter</hi> aus Meißen. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GRUNAU.</hi> K. Sachsen AH Zittau. 
</p><p>
<hi rend="bold">Kathol. K</hi>. 1739
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GRÜNAU.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Karthause,</hi> gestiftet 1328. Von dem ehemals ziemlich
ausgedehnten Baukomplex stehen nur mehr unbedeutende <milestone unit='line' n='10'/>
Reste des 17. und 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GRÜNHAIN.</hi> K. Sachsen AH Schwarzenberg.
</p><p>
Vor der Stadt die Trümmer des reichen <hi rend="bold">Cistercienser-Klst.</hi>
gleichen Namens.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GRÜNLICHTENBERG.</hi> K. Sachsen AH Döbeln. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh. Der eigenartige Turm auf rom. Grundmauern.
&mdash; Lebensgroßer <hi rend="g">Crucifixus</hi> A. 16. Jh. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>
1431; ein zweiter E. 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GUDENSBERG.</hi> RB Cassel Kr. Fritzlar.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1sch. got. Das Sch. seiner Gwbb. und Strebepfeiler <milestone unit='line' n='20'/>
beraubt. Der etwas schmälere Chor hat 1 Joch und Schluß
aus dem 6Eck. Rippenprofil geschärfter Rundstab. Im Maßwerk
2 Spitzbgg. ohne Nasen, darüber großer 3Paß.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Spital-Kap,</hi> spgot., auch die alten Spitalgebäude vollständig
erhalten. &mdash; <hi rend="bold">Schloßruine</hi>, seit 1388 in Trümmern. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GÜGEL.</hi> OFranken BA Bamberg.
</p><p>
Wallfahrts-K. 1398,1439, 1499 mehrfach verändert, besonders
1612. &mdash; <hi rend="g">Hochaltarblatt</hi> 1620 von <hi rend="italic">Fuger</hi>, <hi rend="g">Statuen</hi>
der 12 Apostel von <hi rend="italic">M. Kern</hi>. Schöne <hi rend="g">Wappensteine</hi>
mehrerer Bischöfe. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GUMPERDA.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Die späteren Veränderungen greifen weniger
tief ein, als gewöhnlich; 2 Türen mit plumpen <hi rend="g">Tympanonskulpturen</hi>,
ungewöhnlich der Gegenstand:
Sündenfall, Adam grabend und Eva spinnend. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> <milestone unit='line' n='35'/>
bald nach 1400 (also einer der ältesten des Gebietes),
13 Heilige unter Baldachinen, Abschluß nach oben gerade.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GUNDORF.</hi> K. Sachsen AH Leipzig.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Anlage. Emporen und Gestühl in guter Behandlung
A. 18. Jh. [<hi rend="g">Flügelaltar</hi> gegen 1400 im Dresdener <milestone unit='line' n='40'/>
Altert.-Ver.].
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GÜNTERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1713. Wertvoller got. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> (aus Erfurt?).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GÜNTERSLEBEN.</hi> UFranken BA Würzburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Turm unten rom., Chor um 1400, Spgot. Tympanon


<pb n='164' id='i173.png'/>

<!-- [P: 164] -->

mit blindem Maßwerk, in welches Figürchen eingestreut sind.
&mdash; <hi rend="g">Rok.Altar</hi> mit guter Kreuzigungsgruppe. Schöne
<hi rend="g">Monstranz</hi> um 1710, augsburgisch. &mdash; An einem Hause
gute got. <hi rend="g">Madonna</hi>, Stein.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GÜNTHERSLEBEN.</hi> Sachsen-Gotha Kr. Gotha. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. WTurm, sonst 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GUTMANNSHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh., gut rest. <hi rend="g">Gutsgebäude</hi>, wirkungsvoller
Bau um 1700.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GUTTAU.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> nach Brand 1813. &mdash; Aus derselben Zeit das strenganmutige
<hi rend="bold">Herrenhaus,</hi> 1stöckig, in der Mitte offene Halle
mit dor. Sll.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GUTTENBERG.</hi> OFranken BA Stadtsteinach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> um 1800, Grabmäler 16.-18. Jh. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>
<p>
<hi rend="bold">Schloß,</hi> malerischer Komplex, großenteils 18. Jh., Zwinger
und Tor aus sp. Ma. Schöne Wappentafel 1482.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>GÜTZINGEN.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit guter Bar.Ausstattung (aus dem Würzburger
Hofspital); <hi rend="g">Gemälde</hi> von <hi rend="italic">Onghers</hi>. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

</div>

<div>
<index index="toc" />
<head><title>H</title></head>

<p>
<hi rend='ort'>HAARHAUSEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. OTurm, sonst got. und bar.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HABESBURG</hi> (Habichtsburg). Sachsen-Meiningen.</p>
<p>
<hi rend="bold">Burgruine</hi> sehr zerstört. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HAFENLOHE.</hi> UFranken. BA Marktheidenfeld.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> <hi rend="g">Holzfig</hi>. St. Blasius, handwerkliche Arbeit des
späten 13. Jh., lebensgroß, gut überarbeitet. <hi rend="g">Sandsteinfig</hi>. 
St. Eucharius um 1350.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HAIMBACH.</hi> RB Cassel Kr. Fulda. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche</hi> modern. Turm in zierlichen sprom. Formen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HAIN B. HERINGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Turm über dem Altarhaus, kleine 1/2kr. Apsis.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HAIN B. STOLBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Anlage wie in Hain b. Heringen. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HAINA.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1497, polyg. Chor mit Sterngwb., Sch. flach. &mdash;
Kanzel 1622; Altarbau 1733; ziemlich guter <hi rend="g">ikon. Grabstein</hi>
1424.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HAINA.</hi> RB Cassel Kr. Frankenberg. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Cistercienser-Klst.</hi> Hierher verlegt 1221. Ein Weiheakt
<pb n='165' id='i174.png'/>
<!-- [P: 165] -->
1224 kann sich nur auf die ersten Anfänge des Kirchenbaues
beziehen. Weiterhin fehlen alle sicheren Nachrichten. Der
Grundriß einheitlich im normalen Schema des Ordens: Chor
rck. mit plattem Schluß, an der OWand des Qsch. je 3 Kapp.,
Lhs. von 9 Jochen. In der Ausführung 3 Abschnitte. 1. Unterbau <milestone unit='line' n='5'/>
der OTeile rein rom., auch die aus dem Kreuzgang
(OFlügel) in das erste Joch des Lhs. führende Tür rundbg.,
wenn auch mit gotisierendem Blattwerk. 2. Übergang zum
Hallensystem und zur frühgot. Stilform unter einer wesentlich
französich gefärbten Bauleitung, ohne Anklänge an den deutschen <milestone unit='line' n='10'/>
Übergangsstil. Der jüngste Bearbeiter der Baugeschichte
von H. (O. Liemke) setzt den Eintritt des got. Meisters 1224 bis
1228 und erklärt H. für den zweitältesten rein got. Bau in
Deutschland, unmittelbar nach Wetzlar und vor Marburg.
Diese Behauptung enthält nichts geradezu Unmögliches, aber <milestone unit='line' n='15'/>
es fehlt ihr doch auch jede festere Begründung. Die Schulrichtung
ist dieselbe wie in S. Elisabeth (Mutterschule Soissons),
und ich halte es noch immer für das Wahrscheinlichste, daß sie
in Hessen zuerst hier eingesetzt hat. Danach wären die ältesten
got. Teile in H. in die 40er Jahre zu setzen. Es ist der Oberbau <milestone unit='line' n='20'/>
von Chor und Qsch. Die Fenster sind hier 2teilig, der große
Kreis der Krönung mit Sechspaß ausgesetzt (in Marburg noch
glatt), besonders schön das 2×2 geteilte große Fenster des
Chorschlusses. Die Fenster der 5 östl. Langhausjoche bleiben
2teilig, nehmen aber Kleeblattbogen an und in der Krönung <milestone unit='line' n='25'/>
eine Gruppe von Dreipässen. &mdash; Das angenommene Verhältnis
zu Marburg bezieht sich nur auf die OTeile. Mit der Annahme
des Hallensystems könnte H. im Vorsprung gewesen sein.
Der Querschnitt ähnelt in der Schmalheit der Sschiffe und der
starken Stelzung ihrer Gwbb. dem Marburger, in der weniger <milestone unit='line' n='30'/>
steilen Höhenproportion den westfälischen Hallenkirchen.
Enorm stark im Verhältnis zur Arkadenöffnung sind die
Pfeiler. Ihre Zusammensetzung wie in Marburg, nur daß der
dem Quergurt entsprechende Dienst in 4 m H. auf einen Kragstein
gesetzt ist. Das Wandsystem ist 2geschossig und im Erdgeschoß <milestone unit='line' n='35'/>
sehr stark (2 m), auf der NSeite durch Nischen mit
kleinen Fenstern gegliedert, auf der SSeite (wegen des Kreuzganges)
ohne Durchbrechung; im 2. Geschoß dünne Wandung,
Strebepfll., Fensterdurchbrechung. 3. Die 4 WJoche und die
WFront 1. H. 14. Jh. Das System bleibt dasselbe, verändert <milestone unit='line' n='40'/>
ist das Detail, am auffälligsten in den Maßwerkformen. &mdash; Am
6. Pfeilerpaar <hi rend="g">Lettner</hi> E. 13. Jh. in schlichten, spröden
got. Formen. Im Chor <hi rend="g">Wandtabernakel</hi> 1. H. 14. Jh.
von schärfster Feinheit der Meißelarbeit. &mdash; <hi rend="g">Chorstühle</hi>
14. Jh. &mdash; <hi rend="g">Grabsteine</hi> der Grafen v. Ziegenhain (der


<pb n='166' id='i175.png'/>

<!-- [P: 166] -->

letzte † 1450). <hi rend="g">Steinrelief</hi>, auf Landgraf Philipps Klosterreformation
bezüglich, 1542. &mdash; <hi rend="g">Glasmalereien</hi> des
14. Jh., grau in graue Teppichmuster (mehrere neu). &mdash; <hi rend="g">Glocke</hi>
im Dachreiter älter als dieser, 1225 vom Erzbischof von Mainz
geweiht und mit dessen Siegel versehen. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Klostergebäude</hi> (jetzt Irrenanstalt). OFlügel des Kreuzgangs
E. 13. Jh., S- und WFlügel 1. H. 14. Jh., NFlügel 1858. Im O
2 Säle, jeder mit 2×3 Kreuzgwbb. Im S Refektorium, 2×5
Gwbb. (Obergeschoß neu), westl. anschließend die Küche,
östl. die sog. Wermutskammer. Die Gebäude am westl. Flügel <milestone unit='line' n='10'/>
mit dem Sommerrefektorium 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HAINDORF.</hi> RB Cassel Kr. Schmalkalden.
</p><p>
<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> 1449. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. Der Chor
entspricht dem Msch. WTurm. &mdash; <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi>
spgot. &mdash; <hi rend="g">Steinskulptur</hi> (Krippe) unter einem <milestone unit='line' n='15'/>
von 4 Pfosten getragenen Baldachin, der Figg. beraubt. &mdash; In
der Sakristei <hi rend="g">Gewölbemalerei</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HAINEWALDE.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1705, Anlage nach dem Muster von Bertsdorf.
<hi rend="g">Innenausstattung</hi> im ursp. Zustande. Recht hübsch <milestone unit='line' n='20'/>
die Orgel. Charakteristische Denkmäler. &mdash; Auf dem Friedhof
Kanitz-Kyausche <hi rend="g">Gruftkapelle</hi> in reicher bar. Nischenarchitektur
mit allegorischen Figuren.
</p>

<p>
Altes und neues <hi rend="bold">Schloß,</hi> 1564 und 1749; großartiger Terrassengarten.
<milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HAINICHEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche</hi> mit rom. Portal, etwa 1. H. 12. Jh., sonst 15. und 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HALLBURG.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
</p><p>
Von der <hi rend="bold">Burg</hi> (als castellisch zuerst erwähnt 1230) stehen noch
der ma. Bergfried und ein langgestreckter rck. Bau. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HALLE A. S.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.</p>
<p>
<hi rend="bold">Dom</hi> (zum ehem. Moritzstift). 1520-23 durch Kardinal
Albrecht von Brandenburg, Erzbischof von Mainz und Magdeburg,
aus einer Dominikaner-K. der Zeit um 1300 ohne tiefgreifende
Veränderungen umgebaut. Eingehende Untersuchung <milestone unit='line' n='35'/>
steht noch aus. Nicht unwahrscheinlich jedoch
geht die bestehende Hallenanlage auf den ersten Bau zurück,
sicher der ganze Chor (totale L. 68 m). Das Äußere ist in
Tradition der Bettelordenskirche turmlos. Das Dach nach den
3 Schiffen zerlegt, über den Abseiten in dichter Reihung <milestone unit='line' n='40'/>
Renss.-Zwerchhäuser (Backstein) mit 1/2 kr. Giebeln. &mdash; Von
erheblichem kunstgeschichtlichem Interesse die <hi rend="g">plastische
Ausstattung</hi>. Mit ihr hielt die Renaissance ihren Einzug in
Obersachsen. Die erstaunlich kurze Zeit der Ausführung (1523


<pb n='167' id='i176.png'/>

<!-- [P: 167] -->

bis 1526) setzt eine stark besetzte Werkstatt voraus. An ihrer
Spitze stand als Figurenbildhauer, doch auch als Dirigent des
Ornaments, ein Schüler <hi rend="italic">Hans Backofens</hi> aus Mainz (wohl von
demselben die Kreuzigungsgruppe in Hessental von 1519).
Auch das Material (Tuff) ist rheinisch. An den Portalen trat <milestone unit='line' n='5'/>
ein Architekt hinzu, der eingehende und verständnisvolle
Studien in der Lombardei (Certosa, Como) gemacht hatte. 1. Die
zwei <hi rend="g">Weihetafeln</hi> an der NWand des Innern, bez. 1523,
das prachtvolle Wappen des Kardinals in Ädikula, dazu die
hll. Erasmus, Moritz und Magdalena. 2. <hi rend="g">Sakristeitür</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
und südl. <hi rend="g">Außenportal</hi> bez. 1525. 3. <hi rend="g">Kanzel</hi> bez. 1526,
nicht groß, aber von höchstem plastischem Reichtum. 4. An
den Pfeilern des Inneren großartiger <hi rend="g">Statuenzyklus</hi>
(Christus, elf Apostel, Paulus und Mathias und die drei
Titelheiligen der K.); die reiche Abwechslung der Körper- und <milestone unit='line' n='15'/>
Gewandmotive, die eindringende Charakteristik der
Köpfe, das ganze Pathos der Empfindung und das malerische
Formgefühl, dies alles ist im Wesen schon barock.
[Die vom Kardinal gestifteten mobilen Kunstwerke kamen,
als Halle die Reformation annahm, nach Aschaffenburg; <milestone unit='line' n='20'/>
<hi rend="italic">Grünewalds</hi> Tafel mit den hll. Erasmus und Mauritius jetzt
in der Pinakothek zu München.] <hi rend="g">Chorgestühl</hi> von
spgot. Charakter mit einigem Renss.Einschlag. <hi rend="g">Emporen</hi>
und Altar M. 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Markt-K. U. L. Fr</hi>. Ursp. standen hier dicht hintereinander <milestone unit='line' n='25'/>
2 Kirchen, S. Marien und S. Gertruden. Kardinal Albrecht
von Brandenburg ließ sie 1529 abbrechen bis auf die Türme
und verband diese durch einen Neubau, das jetzige Lhs.
Charakteristisches Werk der spätesten Gotik im Anschluß an
die Schule des sächsischen Erzgebirges. 3sch. schlanke Hallenkirche <milestone unit='line' n='30'/>
von 10 schmalen Jochen; die Sschiffe noch einmal
geteilt durch eingebaute steinerne Emporen. 8eckige Pfll. mit
glatten, im Gr. konkav gekrümmten Flächen. Das wirre
Rippenwerk der Netzgewölbe hat keine struktive Bedeutung
mehr und verschmäht auch formal jeden Zusammenhang mit <milestone unit='line' n='35'/>
den Stützen. Ein gesonderter Chor fehlt. Das östl. Turmpaar
(vor der Marien-K.) sprom., Obergeschosse got., durch eine
Brücke verbunden. Die Hauben von 1551 aus Spgotik und
Renss. gemischt, interessant als Vorstufe zu dem norddeutschen
Bar.Typus. Im W die »blauen Türme«, spgot. mit rom. Resten, <milestone unit='line' n='40'/>
ihre Helme entwickelten sich ehemals aus einer Krönung von
8 kleinen Giebeln, die 1913 auf Grund eines alten Modells der
Kirche (ca. 1695-1704) wieder hergestellt sind. Das Hauptportal
ein Muster jener komplizierten Stabwerkverflechtungen
und Überschneidungen, in denen sich besonders die sächsische


<pb id='i177.png'/>

Schule gefiel. In den Profilen der Rippen und der Fenstergewände
herrschen matte Hohlkehlen. Die steinernen, ehemals
reich bemalten und vergoldeten <hi rend="g">Emporen</hi> (von <hi rend="italic">Nickel Hofman</hi>
1550-1554) geben eine interessante Verbindung von got. Strukturformen
mit renss. Ornament. Eine zierliche, doch höchst <milestone unit='line' n='5'/>
verzwickte, lediglich mit geometrischem Ornament rechnende
Komposition ist die <hi rend="g">Kanzel</hi> aus Sandstein; der Meister sucht
nach neuen Formen, aber kommt von den alten nicht los.
Ausgeprägte Renss. in dem Tafel- und Stuhlwerk über den
Emporen, 1562-1575 von <hi rend="italic">Ant. Pauwart</hi> aus Ypern in Flandern. <milestone unit='line' n='10'/>
Die weiteren Wandlungen des Ornaments veranschaulichen
die <hi rend="g">Bräutigamsstühle</hi>, eine ausgezeichnete
Arbeit von 1595. Aus derselben Zeit der originelle <hi rend="g">Schalldeckel</hi>
der Kanzel (1596). Taufkessel 1430 gegossen
in Magdeburg von <hi rend="italic">Ludolf v. Braunschweig</hi> u. s. Sohne Heinrich. <milestone unit='line' n='15'/>
Großer <hi rend="g">Wandelaltar</hi> mit je 3 Flügeln, in allen
Teilen gemalt, 1529 von einem Cranachschüler. An der
OWand des nördl. Ssch. <hi rend="g">Tafelbild</hi>, Christus die Wechsler
vertreibend, bez. 1498, in der Sakristei gotischer Schrank
mit reichem Beschlagwerk. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Moritz-K</hi>. Hallenkirche von 8 schmalen Jochen bei breitem
Msch.; Schluß mit 3 Polygonalchören in gleicher Flucht. Die
4 OJoche und der Chor 1388 ff.; die westl. Hälfte (an Stelle
des bis dahin bestandenen rom. Sch.) M. 15. Jh. Die beabsichtigten
westl. Doppeltürme nicht ausgebaut. Die Gwbb. <milestone unit='line' n='25'/>
1557 rest. Im Äußeren sind die Strebepfeiler der östl. Hälfte
mit Stäben, Giebeln und blinden Fialen überreich dekoriert;
die westl. einfach; die Fenster mit Eselsrücken und Scheitelblumen. 
&mdash; Im Innern mehrere <hi rend="g">Steinskulpturen</hi> von
<hi rend="italic">Konrad v. Einbeck</hi> (welcher auch die äußere Dekoration der <milestone unit='line' n='30'/>
östl. Teile geleitet hat, von ihm hier vor allem figurierte
Konsolen über den Chorfenstern z. B. auf 6 Konsolen verteilt,
Anbetung des Kindes, nur das Kind in ganzer Figur,
alles andere in Kopfdarstellungen): an einem Pfl. <hi rend="g">S. Moritz</hi>
v. 1411, derbe Figur in genauer Zeittracht; in der <milestone unit='line' n='35'/>
SOVorhalle <hi rend="g">Eccehomo</hi> von 1416, im Nackten aufmerksame
Naturbeobachtung, klagende Maria und <hi rend="g">Christus</hi>
an der Martersäule und ein <hi rend="g">Relief</hi> mit der Anbetung
der drei Könige &mdash; alles mit Künstlerinschrift. Eine <hi rend="g">Büste</hi>
im nördl. Nebenchor, von höchst bmkw. Energie der <milestone unit='line' n='40'/>
Individualisierung, gilt für Konrads Selbstbildnis, ist aber
erheblich jünger. &mdash; <hi rend="g">Altar</hi>: Mensa mit rom. Ornament,
großes und wertvolles Retabel mit 3fachen Flügeln, im Mittelschrein
Schnitzfiguren, die Gemälde 1511 von <hi rend="italic">Georg Jhener</hi> von
Orlamünde. &mdash; Steinerne <hi rend="g">Kanzel</hi> mit ausgedehnten Reliefs


<pb n='169' id='i178.png'/>

<!-- [P: 169] -->

in konventionell italisierendem Stil, 1592 von <hi rend="italic">Zacharias
Bogenkrantz</hi>; Schalldeckel 1604.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Ulrichs-K</hi>. Zum ehemaligen Kloster der Marienknechte (Serviten).
Spgot. unsymmetrische Halle; es fehlt das südl. Ssch.;
beg. 1339, Gwb. in Netzform 1510. Tympanon (Marientod) <milestone unit='line' n='5'/>
14. Jh. &mdash; Einfaches modern ergänztes <hi rend="g">Chorgestühl</hi> E.
14. Jh. <hi rend="g">Taufkessel</hi> v. 1430, ähnlich dem der Markt-K.
und von denselben Meistern. &mdash; Altar: Mensa mit blindem
got. Maßwerk bald nach 1339, der Schrein mit Doppelflügeln
1488. &mdash; <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi> um 1525, für die <milestone unit='line' n='10'/>
barocke Strömung dieser Zeit sehr bezeichnend; eine Ädikula
in den FrRenss.formen des Doms wird getragen von dem Stamm
und umspielt von den Ästen eines Baumes in spgot. Stilisierung.
&mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi>, Holzschnitzerei von 1588, Schalldeckel von 1645.
&mdash; In der Sakristei wertvolle <hi rend="g">Gefäße</hi>, darunter Weinkanne <milestone unit='line' n='15'/>
und Hostienbüchse 1580, emaillierter Kelch 1654.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Neumarkt-K</hi>., 15. und 17. Jh. mit wenigen rom. Resten. Sandstein-Taufstein
von 1478.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Glauchaische K.,</hi> 1740, Gr. griech. Kreuz, Emporen.
</p>

<p>
Der <hi rend="bold">»rote Turm«,</hi> freistehender selbständig gebauter Glockenturm <milestone unit='line' n='20'/>
1418-1506. Erstes Geschoß Rechteck, die 2 folgenden
verzogenes 8Eck. Schlanker Helm, die Ecktürmchen vielleicht
erst aus M. 16. Jh. Der Sockelumbau aus Backstein
neugot. 1825.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Betsäule</hi> 1455 auf dem Riebeck-Platz, rohes Relief der <milestone unit='line' n='25'/>
Kreuzigung.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Moritzburg,</hi> 1484-1503 erb. von Erzbischof <hi rend="italic">Ernst v. Magdeburg</hi>,
beendet durch einen Ostturm v. 1517 durch Erzb.
Abrecht v. Brandenburg; durch einen Brand im 30j. Kriege
schwer entstellt; von Kunstformen wenig übriggeblieben, zum <milestone unit='line' n='30'/>
Teil Ruine. Die Fenster im NFlügel bezeichnende Beispiele
der sich auflösenden Spätgotik.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus,</hi> unregelmäßige Anlage aus 15. und 16. Jh. Die »neue
Laube« von 1558 würde als Renss.Versuch des Spätgotikers
<hi rend="italic">Nickel Hofmann</hi> interessieren, ist aber, wie alle älteren Teile, <milestone unit='line' n='35'/>
deformiert. Die Backsteingiebel zeigen die Maßwerkbekleidung
in ödester Entartung. &mdash; Der <hi rend="bold">»kühle Brunnen«,</hi> Haus des
erzbischöflichen Günstlings H. Schönitz, vollständig verbauter
Frührenss.Bau nach 1522 mit ehemals reicher Innenausstattung.
Im selben Charakter die <hi rend="bold">Residenz</hi> seit 1530, ursp. <milestone unit='line' n='40'/>
als Kollegiengebäude für die vom Kardinal geplante Universität
bestimmt. &mdash; <hi rend="bold">Wage</hi> vor 1575, mit gutem Portal. &mdash;
2 Täfelungen 1594 und aus 17. Jh. aus dem <hi rend="bold">Talhaus</hi> jetzt
im städt. Museum in der Moritzburg eingebaut.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stadtgottesacker</hi> auf dem Martinsberg, östlich vor der alten


<pb n='170' id='i179.png'/>

<!-- [P: 170] -->

Stadtmauer. Nach innen offene Arkaden mit Grabkammern,
einen verschoben vierseitigen Begräbnisplatz umgebend. 1558
von <hi rend="italic">Nickel Hofmann</hi> begonnen, mit dem 94. Bogen erst 1594
vollendet, Pilaster u. Bogenzwickel dekorativ skulptiert mit
Benutzung von Aldegrever Stichen. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Leipziger Turm,</hi> letzter Rest der alten Stadtbefestigung vor
dem Leipziger Tor im Osten der Stadt. Hoher Rundbau,
15. Jh., Haube 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HALLENBERG.</hi> RB Cassel Kr. Schmalkalden
</p><p>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Burgruine</hi>. Bis 1518 vom Grafen v. Henneberg bewohnt. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HALLSTADT.</hi> OFranken BA Bamberg.
</p><p>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1013 vorhanden, jetziger Bau angeblich 1442. &mdash; Ansprechendes
Beispiel einer nicht reich aber sorgfältig ausgeführten
Kleinstadtkirche. Hallenbau. Die 3 Schiffe gleich hoch
und gleich breit, Rundpfll., Kreuzgwbb., die Rippen auf Kragsteinen, <milestone unit='line' n='15'/>
im W Empore, sehr hohes Dach, ausgebauter Chor.
Altäre und Gestühl bar., ansehnlich und von gutem Geschmack.
Außen tüchtiger Quaderbau, leicht verzierte Strebepfll., Turm
im NO, vor der Fassade 2 offene Barockkapp. mit <hi rend="g">Ölberg</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HAMMELBURG.</hi> UFranken BAmtsstadt. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor beg. 1389. Lhs. voll. 1461. Basilikale Anlage
mit flachgedecktem Mschiff und netzgewölbten Sschiffen. Der
Unterschied zwischen der elastischen Hochgotik des Chores und
der spielerischen, derben Spätgotik im Lhs. sehr bedeutend;
immerhin gehört der ganze Bau noch zu den besseren in dieser <milestone unit='line' n='25'/>
Gegend. &mdash; An der Außenseite got. und renss. <hi rend="g">Grabsteine</hi>,
der inschriftlose mit Dreifaltigkeitsrelief wohl von <hi rend="italic">Peter Dell
d. Ä.</hi> 3 figurenreiche <hi rend="g">Kreuzwegreliefs</hi> um 1520.
</p>

<p>
Ehem. <hi rend="bold">Schloß</hi> der Fürstäbte von Fulda, jetzt Bezirksamt.
Einheitlicher Umbau unter FA. Adolf von Dalberg 1727. <milestone unit='line' n='30'/>
Vier Flügel um einen rechteckigen Innenhof, trockenes
Spätbarock.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Marktbrunnen</hi>. 1541 von <hi rend="italic">Joh. Schoner</hi>. Frische und exakt
durchgebildete Frührenss.Arbeit.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Klst. Altstadt</hi>. 1schiffiger Bau von 1700. Die vollen Formen <milestone unit='line' n='35'/>
der einheitlichen Ausstattung aus der Erbauungszeit machen
die harte Innenarchitektur noch erträglich. Nach außen fast
ganz schmucklos.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß Saaleck</hi>. Erstmals erwähnt 1282. Aus 13. Jh. der
massige, runde Bergfried aus großen Buckelquadern. Die <milestone unit='line' n='40'/>
Wohnbauten im 19. Jh. gänzlich erneuert. Das ganze Schloß
steht prächtig in der Landschaft.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HANAU.</hi> RB Cassel Kreisstadt.
</p><p>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> Die Erhebung zur Stifts-K. veranlaßte die <reg orig='Er-|bauung'>Erbauung</reg>
<pb n='171' id='i180.png'/>
<!-- [P: 171] -->
eines neuen größeren und mit Aufwand durchgeführten
Chors 1487. 4 Joche im Längsteil, 3/8 Schluß; Netzgwbb. mit
Wappenschmuck in den Schlußsteinen und reicher Meißelarbeit
an Dienstsockeln und Konsolen; 3teilige Fenster mit
reichem Fischblasenmaßwerk; hohl geschwungene Abdeckung <milestone unit='line' n='5'/>
der Strebepfll. Das Lhs. erneuert 1558-61; hölzerne Emporen
in 2 Rängen; die Mauern niedriger als die des Chors, der Dachfirst
in gleicher Höhe, Turm im südöstl. Winkel. &mdash; Der Chor
diente 1451-1612 als <hi rend="g">Begräbnisstätte</hi> für das gräfliche
Haus Hanau-Münzenberg. Die Grabsteine sind durchweg <milestone unit='line' n='10'/>
heraldisch, und es ist der Brauch festgehalten, Wappen und
Inschriftrand in Bronze auf den Steinrand zu setzen. Einigen
Grabsteinen sind Wandepitaphe beigegeben. Adriane v. Nassau
† 1477, überlebensgroße, kniende Steinfigur; Philipp III. † 1561,
Standbild in flacher, von Konsolen getragener Nischen- und <milestone unit='line' n='15'/>
Pilasterarchit., gefällige, doch nicht bedeutende Renss. Arbeit,
im Ornament hauptsächlich Groteskenwerk und Anfänge von
Rollwerk; Helene von der Pfalz † 1579, Seitenstück zum
vorigen, die Archit. pompöser, das Rollwerk hat breitere Ausdehnung
gefunden, Hermen mit jon. Kaptt. (alles auf niederländischen <milestone unit='line' n='20'/>
Einfluß deutend), Philipp Ludwig I. † 1580, künstlerisch
das beste Stück der Reihe, im Stilcharakter der internationalen
Hoch-Renss., der triumphbogenartige Aufbau klar
disponiert und fein gestimmt in den Verhältnissen, treffliches
Ornament, das Rollwerk mit großer Zurückhaltung. &mdash; Vom <milestone unit='line' n='25'/>
got. <hi rend="g">Chorgestühl</hi> 2 Wangenteile erhalten, ungewöhnlicherweise
mit Porträtfiguren aus dem Grafenhause geschmückt. &mdash;
<hi rend="g">Orgel</hi> 1696, gegen die sonstige Kahlheit des Innern durch ihr
Prachtgehäuse (von <hi rend="italic">Franz Nagel</hi> aus Miltenberg) auffallend
abstechend. &mdash; An den Chorgwbb. Reste von Malerei 1909 aufgedeckt <milestone unit='line' n='30'/>
und rest.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wallonisch-Niederländische K</hi>. (reformiert). Gegr. 1599.
Doppelkirche, veranlaßt durch den zweisprachigen Charakter
der Gemeinde, die doch ihre Zusammengehörigkeit auch äußerlich
betonen wollte. Ein größerer und ein kleinerer Zentralbau, <milestone unit='line' n='35'/>
jener 12Eck von 34,5 m Durchmesser, dieser 8Eck von 23 m
Durchmesser, sind ineinander verschränkt. Umgänge von
12 resp. 8 Sandsteinsäulen tragen die flachen Decken und die
nur 1geschossige Empore. Zugang zu den letzteren durch
Treppentürmchen in den einspringenden Winkeln zwischen den <milestone unit='line' n='40'/>
beiden Kirchen. Die Scheidemauer durchschneidet auch den
in der Mitte stehenden 8seitigen Turm. Beide K. sind gleichförmig
ausgestattet, in calvinistischer Schlichtheit. Fenster
rundbg. mit Maßwerk. An den Ecken Strebepfll. Besonders
durch die ungeheuren, unter sich nicht gleichhohen, aber die


<pb n='172' id='i181.png'/>

<!-- [P: 172] -->

Mauern an Höhe weit übertreffenden Walmdächer empfängt
das Äußere einen ganz eigenartigen Umriß.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Johannes-K</hi>. (luth.) 1658-60. Einfaches Rck. mit Schluß in
3 Polygonseiten. Fenster spitzbg. mit ausgeartetem Maßwerk,
schwere Barockportale. 1727 Erweiterung an einer Langseite. <milestone unit='line' n='5'/>
Gleichzeitig neue Ausstattung mit Marmorkanzel und reichem
Orgelprospekt. Begräbnisstätte der letzten Grafen von 
Hanau-Lichtenberg.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stadtschloß</hi>. Unregelmäßige Gruppe, meist Spätrenss., im
heutigen Zustand kunstarm und interesselos. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Altstädter Rathaus</hi>. 1537-52. Oft verändert, jetzt whgest.
Erdgeschoß ursp. offene Steinhalle, Obergeschosse Fachwerk
mit Erkern. Eingebauter Justitiabrunnen. &mdash; Ein gegenüberliegender
spgot. Erker vom älteren Rathaus.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Neustädter Rathaus</hi>. 1725-33 von Baudirektor <hi rend="italic">Hermann</hi>. <milestone unit='line' n='15'/>
Gute Massenverteilung, derbstrenge Formen. Im Erdgeschoß
Arkaden, teils offen, teils verblendet; 2 Obergeschosse mit
leichtem Mittelrisalit, dessen Giebelfeld mit Hochreliefs gefüllt
ist; hohes gebrochenes Dach, auf dem First kleines Uhrtürmchen <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gymnasium</hi>. 1664. Stattliches Portal, noch im Charakter der
Spätrenss.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> 16.-17. Jh., Stadtmauerreste.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HANNBERG.</hi> OFranken BA Höchstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> befestigt. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HANSTEIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
Bedeutende <hi rend="bold">Burgruine</hi>. Zuerst genannt 1070 bei der Zerstörung
durch König Heinrich IV. (damals im Besitz Ottos
von Northeim). Später welfisch und seit 1209 mainzisch. Neubau
1308 ff. durch den Erzbischof und die Herren v. H., Erweiterungen <milestone unit='line' n='30'/>
1414 und 1519, E. 17. Jh. aufgegeben. &mdash; Die Hochburg
umschließt einen engen 5eck. Hof. Die Bestimmung der einzelnen
Räume nicht sicher (teilweiser Ausbau 1838). Mauerwerk
und Details mit einer im 14. Jh. nicht mehr gewöhnlichen
Sorgfalt. Tiefer liegt in weitgespanntem Kreise die Zingelmauer. <milestone unit='line' n='35'/>
A. 16. Jh. Verstärkung durch Zwinger mit Rondellen.
Die beiden größten Durchmesser sind 125 und 150 m.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HAPPERTSHAUSEN.</hi> UFranken BA Hofheim.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> modernisiert. Ausstattung und <hi rend="g">Holzfigg</hi>. 18. Jh.
Bmkw. <hi rend="g">Madonna</hi> A. 15. Jh. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HARDISLEBEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1496-1505, E. 17. Jh. durchgreifend erneuert, die
Ausstattung in Stuck und Farben einheitlich. &mdash; <hi rend="g">Altaraufsatz</hi>
»recht bedeutend«.
</p>


<pb n='173' id='i182.png'/>

<!-- [P: 173] -->

<p>
<hi rend='ort'>HARLE.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1492. 1sch. mit 3 Jochen und polyg. Schluß. Großer
WTurm, öffnet sich gegen das Schiff mit einer hölzernen
Empore von 1589.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HARRA.</hi> Reuß j. L. LA Schleiz. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Mischbau spgot. und barock. &mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi>
A. 16. Jh. »sehr interessant« (so im Inv.).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HARRBACH.</hi> UFranken BA Gemünden.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Gute, klassizistische <hi rend="g">Ausstattung</hi>, gefertigt
vom Schreiner <hi rend="italic">Schmidt</hi> in Nordheim 1788. &mdash; An der Südseite <milestone unit='line' n='10'/>
Holzfig. der <hi rend="g">Madonna</hi>; teilweise ergänzt, würzburgisch,
E. 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HARSDORF.</hi> OFranken BA Kulmbach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> OTurm got., Lhs. 18. Jh., hölzerne Doppelempore.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HÄRTENSDORF.</hi> K. Sachsen AH Zwickau. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (fast neu) in burgähnlicher Lage umgeben von fester
Ringmauer. &mdash; Schöner <hi rend="g">Kelch</hi> A. 16. Jh. <hi rend="g">Taufstein</hi> und
<hi rend="g">Sakramentsnische</hi> um 1500, in reicher aber unfeiner
Steinarbeit. <hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi> v. Wildenfels 1558,
1602. <hi rend="g">Glocke</hi> mit Reliefs M. 15. Jh. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HARTENSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Zwickau.
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> (Fürst Schönburg). Von der Burg des Ma. Teile der
Vorburg erhalten. Erneuerung 1570 ff. Familienbildnisse von
<hi rend="italic">Meyner</hi>, <hi rend="italic">Graff</hi> u. a. &mdash; Im Dorf herrschaftlicher Witwensitz,
ansehnlicher Fachwerkbau des 17. Jh. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HASLOCH.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Am neuen Altar spgot. <hi rend="g">Flügelbilder</hi> von nicht
übler Qualität; Verkündigung, St. Barbara, St. Margaretha; E.
15. J., schwäbisch?
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HASSEL.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (z. Z. außer Gebrauch). Rom. Anlage. Apsis. Portal
mit <hi rend="g">Tympanonskulptur</hi> ähnlich dem in Aue. &mdash; Auf
dem Altar ein guter geschnitzter Rok.Aufsatz.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HASSENBERG.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1690. Einfaches Rck. Die meisterhaften Stuckdecken <milestone unit='line' n='35'/>
von einem der in dieser Zeit in Thüringen viel beschäftigten
Italiener (Castelli?).
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> (jetzt Zuchthaus) 1694; an der Front durchgehende
Pilaster nach palladianischem Muster.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HASSENHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Frgot. Bruchsteinbau mit Werksteingliedern, rck. Sch.,
über dem quadr. Chore der Turm, wie häufig gebräuchlich an
der mittleren Saale; erhalten noch das Hauptgesims und der
WGiebel mit Steinkreuz; bar. verändert.
</p>


<pb n='174' id='i183.png'/>

<!-- [P: 174] -->

<p>
<hi rend='ort'>HASSFURT.</hi> UFranken BAmtsstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Gegr. 1390 (Inschr.) durch Gerhard von Schwarzburg, 
in manchen Beziehungen verwandt der von demselben
Würzburger Bischof erb. K. in Königsberg i. Fr. &mdash; Breiträumige
Hallenkirche, das Msch.Gwb. stark überhöht. Steinerne <milestone unit='line' n='5'/>
WEmpore. Reich behandelter 5/8 Chor (Statuen nicht
ausgeführt), flankiert von 2 Türmen (der in SO aus älterer
Anlage). &mdash; Die bar. Ausstattung bei der Rest. 1888 entfernt. &mdash;
Am Chorbg. unbemalte <hi rend="g">Holzstatue Joh. d. Täufers</hi>,
sehr vorzüglich, die Zuschreibung an <hi rend="italic">Riemenschneider</hi> für mich <milestone unit='line' n='10'/>
nicht einwandfrei. Aus dessen Werkstatt <hi rend="g">Madonna</hi> (durch
moderne Bemalung beeinträchtigt) und auf dem (neuen) Hochaltar
die 3 <hi rend="g">irischen Heiligen</hi>, S. Kilian durch das
Schwert als Würzburger Bischof charakterisiert. Gute Augsburger
<hi rend="g">Altargeräte</hi> 17. und 18. Jh. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Ritterkapelle</hi>. Die Bedeutung der Adelsfraternität, durch und
für die sie gebaut wurde, ist noch nicht aufgeklärt. Chor beg.
1390, Lhs. 1431, Abschluß (Inschr.) 1455. Eingreifend rest.
unter Fürstb. Julius von Würzburg 1603-05 und (sehr willkürlich) 
M. 19. Jh. durch<hi rend="italic"> Heideloff</hi>. &mdash; 1sch. Lhs. 14 : 26,5 m; <milestone unit='line' n='20'/>
Chor 9 : 20 m mit 3seit. Schluß. Sehr eigentümlich und schwerlich
dem ersten Plan entsprechend ist die Verbindung zwischen
Chor und Lhs.: ersterer nämlich geht mit schrägen Mauerstücken
in die Lhs.Wände über und der Chorbg. wird 3teilig.
Das Lhs. wird ursprünglich 3sch. geplant gewesen sein, es <milestone unit='line' n='25'/>
wurde dann 1sch. mit Flachdecke ausgeführt; erst 1603 erhielt
es die vorhandenen 3 großen Kreuzgwbb. und die zugehörigen
Strebepfll.; das z. T. renss. Detail durch Heideloff neugot.
umgearbeitet. Unverfälschter in der Bauweise des fr. 15. Jh. zeigt
sich der Chor, trefflich im Aufbau, reich und originell dekoriert. <milestone unit='line' n='30'/>
Mit dem unter dem Dach hinlaufenden Bogenfries (Balustrade
und Fialen von Heideloff hinzugefügt) sind 3 Reihen Wappenschilder
verbunden, andere im Innern an den Schlußsteinen
der Netzgwbb., zusammen 226. Früher noch mehr, da der
Wappenfries auch über die WWand des Chors sich hinzog <milestone unit='line' n='35'/>
(jetzt unter dem erhöhten Dach von 1603 versteckt). Ferner
war außen an den Fenstern und Strebepfll. ein ganzes Heer
von <hi rend="g">Statuen</hi> in Aussicht genommen; zählt man die durch
Konsolen und Baldachine bezeichneten, schließlich leer gebliebenen
Plätze für sie zusammen, so hätten sie sich auf 52 belaufen <milestone unit='line' n='40'/>
müssen. Zur Ausführung kamen die <hi rend="g">Bogenfelder</hi>
am S- und WPortal, bewegte, gemäldemäßige Kompositionen,
in der plastischen Ausführung stümperhaft (Zug der hll. drei
Könige vor 1438, Kreuzigung bez. 1455). Von den einst noch
zahlreicheren <hi rend="g">Grabdenkmälern</hi> sind 15 innen und


<pb n='175' id='i184.png'/>

<!-- [P: 175] -->

11 außen erhalten; mehrere urspr. von guter Qualität, aber
durch. Ölfarbkrusten entstellt. Ausstattung neugot.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Spital-Kap. z. Hl. Geist</hi>. 2. H. 15. Jh. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>
mit interessanten bemalten Flügeln, E. 15. Jh. (Kirchenväter,
Aposteltrennung in reicher Landschaft). &mdash; Das Spitalgebäude <milestone unit='line' n='5'/>
einfacher Bau des B. Julius 1614.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Bischöfl. Amtshaus</hi> (jetzt Bez.A.). Guter Bar.Bau der Würzburger
Schule um 1725. &mdash; Stattliche <hi rend="g">Zehntscheuer</hi>
15. Jh., rest. 1617.
</p>

<p>
Von der <hi rend="g">Stadtbefestigung</hi> 3 Tore, einfach, 16. Jh., erhalten. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HASTRUNGSFELD.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Anlage, Turm im O.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HATTENBACH.</hi> RB Cassel Kr. Hersfeld.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Unscheinbarer kleiner rom. Bau.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HAUEDA.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Turm und rom. <hi rend="g">Taufstein</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HAUNECK.</hi> RB Cassel Kr. Hünfeld.
</p><p>
<hi rend="bold">Burgruine</hi>. 12. Jh., nach Brand 1409 hergestellt.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HAURÖDEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Reicher Fachwerkbau um 1670. Besonders bmkw. die <milestone unit='line' n='20'/>
reichgeschnitzten Träger des Dachreiters. &mdash; Rom. <hi rend="g">Taufstein</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Zahlreiche <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> der Familie
v. Dörnberg.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Erb. im 14. Jh., 1674 fast ganz neu aufgebaut. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HAYNA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
</p><p>
Sprom. <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. mit verhältnismäßig reich ausgebildetem Portal.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HAYNSBURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
</p><p>
<hi rend="bold">Ruine</hi> der ehem. bischöflichen Burg; erhalten ein hoher, runder
rom. Bergfried, Mauerstärke 4,6 m. Wehrgang in 50 m Länge <milestone unit='line' n='30'/>
erhalten. Wohnbau renss.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh. mit got. Chor von 1493. Auf dem Friedhof
hübsche klassizist. Grabdenkmäler.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HEICHELHEIM.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chorturm aus rom. Anlage, 1580 der Chor gegen O <milestone unit='line' n='35'/>
erweitert, Lhs. mit Holztonne 1686.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HEIDAU.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst</hi>. (jetzt Domäne). Kirche E. 13. Jh.
1sch. in 5 Jochen und 5/8 Schluß. Kreuzgwbb. mit Birnstabrippen
auf Kragsteinen, die Strebepfll. entsprechen nicht den <milestone unit='line' n='40'/>
Gurtbgg. In den 2 westl. Jochen Nonnenempore über 2sch.
Halle; später fürstlicher Kirchenstand mit großem Ofen von
1669. Sehr einfacher ungewölbter <hi rend="bold">Kreuzgang</hi>, etwas reicher
das Refektorium. A. 17. Jh. ein <hi rend="g">Schloß</hi> eingebaut; Saal
mit Brettertonne; Alabasterkamin 1619.
</p>


<pb n='176' id='i185.png'/>

<!-- [P: 176] -->

<p>
<hi rend='ort'>HEIDENFELD.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">August.-Chorherrenstift</hi> (jetzt Nonnen). Die K. (got.)
A. 19. Jh. abgebrochen. Die Konventsbauten in gutem Barock
1726-34. Gleichzeitige Stuckdekoration. Die Gastzimmer
ebensolche ca. 1760-70. Der alte Prunksaal (jetzt Kapelle) <milestone unit='line' n='5'/>
1728. Die Zimmer des Propstes mit pompejanischen Malereien
und Tapeten um 1780. Torbau 1687. (Ein Entwurf <hi rend="italic">B. Neumanns</hi>
für Neubau der K. um 1750 nicht ausgeführt.)
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit vollständiger Ausstattung von <hi rend="italic">J. P. Wagner</hi>
1791. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HEIDINGSFELD.</hi> UFranken BA Würzburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Rom. Pfl.-Basilika des 12. Jh. (wegen wiederholter
Rest. die genauere baugeschichtliche Beurteilung schwierig).
Im Lhs. 6 Arkaden auf schweren Pfll. mit einfachstem Kopf- und
Fußgesims. Das Qsch. in seinen Fronten gleichfluchtig <milestone unit='line' n='15'/>
mit den Sschiffen. Chor 1408 verlängert. Aus gleicher Zeit
die Sterngwbb. des Qsch. Das Lhs. noch flachgedeckt mit
Malerei des 18. Jh. Die Raumproportion geht in die Breite
(Lhs. 23,5 m l., 20 m br., 11,8 m h.). Hoher sprom. Turm
in der SOEcke. 2 rom. Portale, an der WFront und am nördl. <milestone unit='line' n='20'/>
Kreuzarm. &mdash; Großer <hi rend="g">Hochaltar</hi> 1712. Feines <hi rend="g">Sakramentstürmchen</hi>
M. 15. Jh. Spätestgot. <hi rend="g">Kanzel</hi>,
Stein, das Maßwerk in Astverschlingungen umgedeutet, an
der Brüstung Statuetten (nur 3 alt); das Meisterzeichen h b
auf den Würzburger <hi rend="italic">Hans Bock</hi> zu beziehen. <hi rend="g">Taufstein</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
renss. 1581. <hi rend="g">Chorstühle</hi> um 1710, ziemlich einfach.
Im Chor <hi rend="g">Steinrelief</hi> mit Beweinung Christi bez. 1508,
allgemein als Werk <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi> anerkannt, auch in
seinen Schwächen für ihn charakteristisch. Aus seiner Werkstatt
die <hi rend="g">Kreuzgruppe</hi> am Chorbg. Bürgerliche <hi rend="g">Epitaphe</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
des 16. Jh. Das beste der Bildnisstein für das Ehepaar
Eltlin (Stifter des Beweinungsreliefs) um 1527, Werkstatt
<hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>. &mdash; An der SSeite des Lhs. Ölberg-Kap.
1510. <hi rend="g">Totenleuchter</hi>. <hi rend="g">Michaeliskap</hi>.
Kirchhofsmauer mit 2 Tortürmen. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>
<p>
<hi rend="bold">Spital-K</hi>. Ein Juliusbau. Ausstattung klassizistisch.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> mit mehreren Türmen und 3 Toren, 14. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> spgot. und bar. &mdash; Haus no 380 frgot. Giebelbau.
&mdash; <hi rend="bold">Zehnthof</hi> von S. Burkard in Würzburg 1574. &mdash; An mehreren
Häusern steinerne <hi rend="g">Marien-</hi> und <hi rend="g">Heiligenstatuen</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
16.-18. Jh. Got. <hi rend="g">Bildstöcke</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HEILGERSDORF.</hi> UFranken BA Ebern.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Sandstein-<hi rend="g">Epitaphe</hi> der Stein-Lichtenstein,
M. bis E. 16. Jh.</p>
<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> nach 1700, 3flügelig mit 2 Geschossen.
</p>


<pb n='177' id='i186.png'/>

<!-- [P: 177] -->

<p>
<hi rend='ort'>HEILIGENKREUZ</hi> b. Meißen. K. Sachsen.</p>
<p>
Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Nonnen-Klst</hi>. Profanierte Bruchstücke.
Wesentlich rom. Bau 1217-21. Am besten erhalten Chorquadrat
mit Apsis, und Nebenapsis vom südl. Qsch. Auch
die Reste des WBaues sollen interessant sein. Teil der Klostergebäude, <milestone unit='line' n='5'/>
rom. Anlage mit got. Zusätzen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HEILIGENSTADT.</hi> OFranken BA Ebermannstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> wesentlich 1656, got. Chor, rom. Turm, »sehr alter«
Taufstein, Emporenbrüstungen mit biblischen Bildern, Grabmäler
1670, 1672. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HEILIGENSTADT.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">S. Marien-K.</hi> (Stifts-K.). Stammkirche des Eichsfeldes, schon
in 1. H. 9. Jh. vorhanden. Für die bestehende K. Geldsammlungen
1276, beg. angeblich erst 1304, womit die Formen
nicht im Widerspruch; nur die Krypta ist älter, M. 13. Jh. (?) <milestone unit='line' n='15'/>
&mdash; 3sch. Basilika ohne Qsch. mit langgestrecktem Chor. Die
Scheitelhöhe der Gwbb. in ganzer Länge gleich, dagegen die
Jochweiten auffallend verschieden. Der Chor hat außer dem
regelmäßigen 5/8 Schluß 2 gerade Joche, die von schlanken
OTürmen (nur einer ausgeführt) flankiert werden. Das Lhs. <milestone unit='line' n='20'/>
beginnt in O mit 2 breiten Jochen; es folgen 3 sehr schmale
und endlich in W wieder 2 sehr breite. In der Fensterstellung
der Sschiffe sind diese Unregelmäßigkeiten für die Außenansicht
ausgeglichen, wodurch im Innern des nördl. Ssch.
die Gwb.Grundrisse sich stark verschieben. Am Ende des <milestone unit='line' n='25'/>
nördl. Ssch. die 2sch. Krypta (?) einer älteren Anlage (M.
13. Jh.) und über ihr eine Empore; auf der SSeite symmetrisch
eine Brüstungswand, aber keine Emporenteilung.
Lhs. und Chor in durchlaufender Scheitellinie. Querschnitt
nach dem gleichs. 3Eck. Die sehr mächtigen Pfll. sind rom. <milestone unit='line' n='30'/>
gegliedert (vielleicht, gleich der sog. Krypta, aus älterem
Bau), aber die Scheidbgg. haben in ausgesprochener Weise
Profile des 14. Jh. Die Gwbb. am WEnde des Lhs. und die
turmlose WFassade (Rose erneuert) laut Inschr. 1487 von
<hi rend="italic">Joh. Wirauch</hi>. &mdash; Die <hi rend="g">Ausstattung</hi> hat unter der puristischen <milestone unit='line' n='35'/>
Rest. 1863 schwer gelitten. [Die schöne Kanzel
von 1584 in die Dorf-K. zu Röhrig gebracht.) Schlichter got.
<hi rend="g">Taufkessel</hi>. <hi rend="g">Tumba</hi> des Erzbischofs Adolf v. Mainz
† 1390. &mdash; Bmkw. <hi rend="g">Statue</hi> eines Chorknaben mit Lesepult,
im Motiv dem bekannten Naumburger nahe verwandt, doch <milestone unit='line' n='40'/>
jünger (A. 14. Jh.). Am NPortal <hi rend="g">Tympanonrelief</hi>
S. Martin und der Bettler, stark verwittert.
</p>

<p>
<hi rend="bold">S. Marien-K.</hi> (Altstadt). Got. Hallenkirche mit Doppeltürmen.
Baunachrichten fehlen. Stilistisch ergeben sich drei Abschnitte:
1. die WTürme und das erste Joch des Lhs. Sie sind
<pb n='178' id='i187.png'/>

<!-- [P: 178] -->

als Abschluß eines älteren (vielleicht im Stadtbrande 1333
zugrunde gegangenen) Gebäudes anzusehen. Formcharakter
um 1300. Die Fassade ist die got. Transposition des in Sachsen
und Thüringen heimischen rom. Schemas. Der untere Teil
ein glattes, nur durch das Portal und wenige Horizontalbänder <milestone unit='line' n='5'/>
gegliedertes Rck.; es folgen 2 oktogonale Geschosse, mit
Giebelchen gekrönt, und zwischen diesen in mäßiger Höhe
aufsteigend eine steinerne Dachpyramide. Sowohl am Mauerteil
als am Dach Hervorhebung der Kanten durch kräftig
profilierte Stäbe, bzw. Krabben. Diese Fassade, obschon <milestone unit='line' n='10'/>
weder groß noch reich, ist durch ihre wohlgestimmte Proportionsschönheit
den besten der Zeit zuzuzählen. &mdash; 2. Lhs.
um und nach M. 14. Jh. Hallenkirche von 5 Jochen, das
Msch. nur wenig breiter als die Sschiffe. Kräftige Rundpfll.
mit 8 Diensten, alle Gwb.Scheitel in gleicher Höhe. &mdash; 3. Chor <milestone unit='line' n='15'/>
A. 15. Jh., 1sch., höher als das Lhs. Die angebaute große Kap.
<corr sic='tichtet'>richtet</corr> ihren polygonalen Schluß nach Norden und ergibt
in der Außenansicht eine gut wirkende Gruppe. &mdash; Die bei
der Rest. des 19. Jh. gefundenen Spuren umfangreicher spgot.
<hi rend="g">Wandmalerei</hi> wurden bei der Neubemalung nicht berücksichtigt. <milestone unit='line' n='20'/>
Auch die prächtige bar. <hi rend="g">Altarausstattung</hi>
(1675) ist beseitigt. Ebenso die meisten <hi rend="g">Grabsteine</hi>.
Erhalten ein Taufkessel von 1492. [Interessanter
Klappaltar A. 15. Jh. und Reste von Altarplastik im Museum.]
</p>

<p>
<hi rend="bold">S. Aegidien-K</hi>. Der älteste und bestausgeführte Teil ist der <milestone unit='line' n='25'/>
rck. Chor, beg. wohl nach dem Stadtbrande 1333. Das Lhs.
in nüchterner Hochgotik. Hallenkirche von 5 Jochen, im
Querschnitt mit der in Mitteldeutschland nicht häufigen
Modifikation, daß die Sschiffe tief herabgezogen sind (ihre
Scheitel in der Höhenlage des Msch.Kämpfers). Dadurch <milestone unit='line' n='30'/>
wird die Raumwirkung, bei starker Längenausdehnung, gedrückt.
Die WFassade (beg. 1370) schließt sich der von
S. Marien an. Doch ist von den Türmen nur einer (s) ausgeführt.
Das Oktogon hat ein einziges Hauptgeschoß mit Ecktürmchen
an den Diagonalen (vereinfachter Freiburger Typus). <milestone unit='line' n='35'/>
NTurm 1853, Sakristei 1904. &mdash; <hi rend="g">Vierzehnnothelfer-Altar</hi>
1638, reicher und origineller Aufbau in Sprenss.
<hi rend="g">Kanzel</hi> spbar. 18. Jh. <hi rend="g">Chorstühle</hi> E. 17. Jh., aus
dem ehemal. Klst. Reifenstein. Bronzener <hi rend="g">Taufkessel</hi>
1507. <hi rend="g">Denkmal</hi> der hll. Aureus und Justinus, ausgezeichnete <milestone unit='line' n='40'/>
Arbeit aus 3. Drittel 14. Jh. <hi rend="g">Grabstein</hi> des Kantors
Koch † 1605, Ausführung später, in krausem, schwulstigem
Fr.-Bar.
</p>

<p>
<hi rend="bold">S. Annen-Kap.</hi> 1. H. 13. Jh. Ein kleiner Bau mit großem
Wurf. Der Nachdruck liegt auf dem Außenbau. Für die
<pb n='179' id='i188.png'/>
<!-- [P: 179] -->
Gotik ungewöhnlich das Thema der zentralen Anlage: Regelmäßiges
8Eck, im Aufbau vergleichbar den Türmen von
S. Marien. Die steinerne Dachpyramide entwickelt sich,
wie dort, aus einem Kranz von 8 Giebelchen und endet in
einer Laterne, die verkleinert die Komposition des Ganzen <milestone unit='line' n='5'/>
wiederholt. Für die Formbehandlung bezeichnend die kraftvolle
Ausbildung der Kanten. Die Proportionen: Durchmesser
6,5; H. bis Hauptgesims 5,8; von dort bis Laternenfuß 6,3;
von dort bis Laternenspitze 6,3.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> 1738. Davor Neptunsbrunnen. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> des kurfürstl. Vizedoms. 1736 von <hi rend="italic">Chr. Heinemann</hi>.
Solider Quaderbau, in der Behandlung recht nüchtern. Drei
Geschosse zu 13 Achsen. Einziger Kontrast der Segmentgiebel
über dem flachen Mittelrisalit. Mansarddach. Im Innern
Stuckdekorationen an Wänden und Decken. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gymnasium</hi> (1719). Gegr. 1575. Neubau 1739 von <hi rend="italic">Heinemann</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gefängnis</hi>. Erb. 1740 als Waisenhaus.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi>. Über den Stadtbrand 1739 geht weniges zurück.
Stattliche Herren- oder Beamtenhäuser aus 18. Jh. sind der <milestone unit='line' n='20'/>
»Preußische Hof«, das »Deutsche Haus«, der »Eichsfelder
Hof« und das Ilbergsche Haus.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HEILIGENTAL.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Cist.-Nonnen-Klst</hi>. Gegr. 1234, erloschen 1564. Die
K. (z. T. Ökonomiegebäude) in typisch 1sch. langgestreckter <milestone unit='line' n='25'/>
Anlage mit 7/12 Schluß. Die Formen einfache frische Frühgotik,
etwa 3. V. 13. Jh. Im Chor Rippengwbb. mit Wulstprofil
und vorgelegten Plättchen; auf Wandsäulchen mit
Laubknäufen; Fenster 2teilig mit strengem Maßwerk. Langhaus
flachgedeckt. Die flachgedeckte »Gruft« unter der <milestone unit='line' n='30'/>
WEmpore zeigt zwischen den beiden Eingängen Ansätze
eines ehemaligen Baldachinaltars. &mdash; 2 gute <hi rend="g">Rittergrabsteine</hi>
(v. Wolfskeel) M. 14. und A. 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HEILIGENTAL.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. mit rom. Portal, Schachbrettumrahmung; <milestone unit='line' n='35'/>
Figuren von größter Unbehilflichkeit; auch die Kapitelle
scheinen von hohem Alter.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HEILSBERG.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (ehemals Wallfahrt). 1sch. spgot. um 1500 mit rom.
WTurm. &mdash; Kanzelbau aus 18. Jh., hinter dem Altar, mit <milestone unit='line' n='40'/>
17 <hi rend="g">Figuren</hi> aus Altarwerken um 1500, aus einer »trefflichen,
von Franken beeinflußten, aber selbständigen Werkstatt«.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HEIMBACH.</hi> RB Cassel Kr. Rotenberg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> in Architektur und Ausstattung einheitlich 1730
von <hi rend="italic">A. Rossini</hi>.
</p>


<pb n='180' id='i189.png'/>

<!-- [P: 180] -->

<p>
<hi rend='ort'>HEINITZ.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Im 14. Jh. Wohnturm inmitten eines künstlichen
Sees; im 1. V. 16. Jh. ausgebaut, die Gwbb. in der eigentümlichen
Gratformation der Albrechtsburg; 1585 weitere Veränderungen
im Sinne eines heiterprächtigen Landsitzes. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HEINRICHS.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Inschr. 1453 und 1503. Die <hi rend="g">Wandmalereien</hi>
im Chor und Lhs. bilden einen Zyklus von der Heilsverkündigung
bis zum Jüngsten Gericht; letzteres zerstört. &mdash; Gute
<hi rend="g">Fachwerkbauten</hi> im Ort. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HELBA.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend="bold">Gutshaus</hi> 1619, schlichter Steinbau mit Staffelgiebeln.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HELDBURG.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Chor 1502, 2 Joche und 5/8 Schluß; die Sterngwbb.
wohl noch mittelalterlich; Lhs. 3sch.; seit Rest. 1819 Halle; <milestone unit='line' n='15'/>
Fischblasenfenster; reich überstabtes Portal 1536; Turm nördl.
am Chor. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> 1536 in Frührenss., die Reliefs Übertragungen
Cranachscher Gemälde; von derselben Hand der
<hi rend="g">Taufstein</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gottesacker-K</hi>. E. 15. Jh. &mdash; Mehrere ikon. <hi rend="g">Grabsteine</hi>, <milestone unit='line' n='20'/>
gut der an der WFront von 1541.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Amtsgericht</hi>. Fachwerkbau 17. Jh. &mdash; Sonstige <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi>;
hervorragend Obertorstr. 1 von 1605 mit schöner
steinerner Wappentafel.
</p>

<p>
Bmkw. Reste der <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Veste</hi>. Die Gebäude gruppieren sich um ein verschobenes
Viereck. Der künstlerisch bedeutendste Teil der »Neue Bau«
(später und jetzt »französischer Bau«) 1560-64 von <hi rend="italic">Nic.
Gromann</hi>; gestrecktes Rck. von geringer Tiefe; nach dem
Hof 3, auf der Talseite 5 Geschosse. Wenn Erinnerungen <milestone unit='line' n='30'/>
an das Heidelberger Schloß vorliegen, wie behauptet wird,
so können sie höchstens in der Gestaltung der Fenster gesucht
werden: 2teilig mit Giebelverdachung, die Gewände durch
Zahnschnitt gegliedert; Gurtgesimse fehlen. Die Glanzstücke
sind die 2 Erker; sie springen von der Erde auf als rck. Risalite <milestone unit='line' n='35'/>
vor und sind mit antikisierend flachem Giebel geschlossen;
an den Ecken kannelierte jon. und dor. Pilaster; reiche Flächenfüllung
mit Trophäen, Rollwerk und figürlichen Reliefs. Zugang
durch vorspringende runde Treppentürme. Vorgemach
mit Kamin in reicher Meißelarbeit; ein anderer im <milestone unit='line' n='40'/>
Fürstengemach. 
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß-K</hi>. 1663-65 jetzt in Verfall.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HELDRUNGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> im 30jähr. Kriege zerstört, Neubau 1682.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> von sehr alter Anlage. 1660 als starke Festung umgebaut.
</p>


<pb n='181' id='i190.png'/>

<!-- [P: 181] -->

<p>
<hi rend='ort'>HELFTA.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
</p><p>
<hi rend="bold">Cistercienser-Nonnen-Klst.,</hi> jetzt Scheune. Gestrecktes Rck.
ohne gesondertes Altarhaus. Erhalten die Nonnenempore
und einiges auf die 2. H. 13. Jh. weisende Detail.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HELLINGEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> neuklassisch, 1791-94, mit altem Chorturm.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wasserburg</hi> (Ruine) 1515. Quadrat mit kleinem Hof und
4 Ecktürmen, erneuert im 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HELMARSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar.
</p><p>
<hi rend="bold">Klosterhof</hi>. Nach 1604 und 1799 aus einem alten Benedikt.Klst. <milestone unit='line' n='10'/>
umgebaut, von dem noch Portale, Fensterarkaden usw.
erhalten sind. Auch die Kirche im Kernbau rom.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stadtmauern</hi> mit Turm teilweise erhalten.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Bürgerhäuser</hi>, niedersächsischer Fachwerkbau in guten <milestone unit='line' n='15'/>
Exemplaren. 
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HELMBRECHTS.</hi> OFranken BA Münchberg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> got. mit Flachdecke.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HELMERS.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche</hi> 1672. Schule 1670. Burg Frankenberg mit rom. Turm.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HELMERSHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Weiträumiger Bar.Bau 1736-52 mit spgot. Resten.
Ländlich reiche Einrichtung. Bemalte Brettertonne. Zahlreiche,
meist heraldische <hi rend="g">Grabsteine</hi> des 17. Jh., Familien
v. Heldritt, v. Zweiffel, v. Wangenheim.
</p>

<p>
Hennebergischer <hi rend="bold">Freihof,</hi> Amtswohnung des Amtsrichters, <milestone unit='line' n='25'/>
Fachwerkbau um 1600.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HELMSDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh. <hi rend="g">Taufstein</hi> 14.-15. Jh., reich mit Maßwerk
geschmückt.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HELSA.</hi> Kr. Cassel-Land. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Aus einem spgot. Bau (Hallenkirche?) 1594 so umgebaut,
daß die Flachdecke des quadr. Schiffs von 4, ein
kleineres Quadr. umschreibenden Steinsll. getragen wird.
Fein behandelte hölzerne Emporen aus derselben Zeit. Der Turm
steht abseits, ursp. mit der Kirchhofsbefestigung verbunden, <milestone unit='line' n='35'/>
die hohen Fachwerkobergeschosse nach dem 30jähr. Kriege.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HENFSTEDT.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Die Anlage für die ma. Bauten des Werratals die
typische: 1sch. mit eingezogenem, turmtragenden quadr.
Chor. Im 17. Jh. erneuert. &mdash; Ikon. Grabstein 1521; <milestone unit='line' n='40'/>
mehrere heraldische aus 18. Jh. &mdash; <hi rend="bold">Herrenhaus</hi> 1595. &mdash; <hi rend="bold">Ruine
Osterburg</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HENNEBERG.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um 1500. Das Obergeschoß des Turmes wohl das
älteste Beispiel vom Fachwerkbau im Werratal.
</p>
<pb n='182' id='i191.png'/>
<!-- [P: 182] -->
<p>
<hi rend="bold">Burg</hi> der Grafen v. H. Mit die umfangreichste Ruine in den
thüringischen Landen. Am besten erhalten der Bergfried,
rund, 14 m h., die Ringmauern noch in 10-15 m H.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HENNERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> architekturlos. &mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi> ursp. doppelflügelig, <milestone unit='line' n='5'/>
von demselben bmkw. Maler, dem man in Seifersdorf und in
der Nikolai-K. in Dippoldiswalde begegnet.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HERBSLEBEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. Anlage. &mdash; Mehrere <hi rend="g">Grabsteine</hi>. <hi rend="g">Doppel-Wandgrab</hi>
des Junkers Christoph Knobloch und <milestone unit='line' n='10'/>
seiner Frau † 1612.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Gr. unregelmäßiges Halbpolygon. Wesentlich 1554
und 1594. Im »Rittersaal« schöne Stuckdecke.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HERCHSHEIM.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1613. Einheitlicher Bau in posthumer Gotik; Zobelsche <milestone unit='line' n='15'/>
Patronatswappen. &mdash; <hi rend="g">Altar</hi> und <hi rend="g">Kanzel</hi> interessante
Arbeiten aus der Erbauungszeit.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HERDA.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Got. Chorturm mit Fachwerkgeschoß und bar.
Haube. Tonnengewölbtes Sch. 17. Jh. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> <milestone unit='line' n='20'/>
um 1500. &mdash; Schlichtes <hi rend="bold">Herrenhaus</hi>, reicher Ofen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HERINGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1731. &mdash; <hi rend="bold">Schloß</hi> (der Grafen v. Schwarzburg) nach
1590, Rechteck mit 4 runden Ecktürmen, einfache Renss.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HERLESHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche</hi> einschiffig, der quadr. Chor frgot. mit Rippen-Kreuzgwb.,
das Sch. spgot. 1457 (Inschr.); nördlicher Anbau 1606,
Westtür 1777. &mdash; <hi rend="g">Wandgrab</hi> des Georg v. Reckrath † 1558,
der Verstorbene in einer Nische stehend, Sandstein. (Er war
Erbauer des neuerdings gänzlich umgestalteten Schlosses.) <milestone unit='line' n='30'/>
Schöne <hi rend="g">Glocke</hi> 1370. Kirchhofsbefestigung (Inschr. 1516).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HERMANNSFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Bez. Meiningen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit spgot. netzgwb. Turmchor, Sch. 1758.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HERMSDORF.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Erste Anlage 16. Jh. Neugestaltung nach M. 17. Jh. <milestone unit='line' n='35'/>
Rest, nach Brand 1739 durch <hi rend="italic">George Bähr</hi>. &mdash; Umfassungsmauer
mit runden Ecktürmen (vgl. Moritzburg). Hauptbau:
Gr. langgestreckt, nicht ganz regelmäßig; Aufbau 2geschossig,
in der Mitte schlanker 8eck. Treppenturm, analoge an den
Enden; die beiden Portale in dorischem System und einige <milestone unit='line' n='40'/>
Fenstergewände sind Überreste aus 16. Jh. Im Erdgeschoß
auf der Vorderseite flachgewölbter breiter Korridor, auf der
Rückseite die meist quadr. Zimmer; Obergeschoß 1758 umgestaltet.
&mdash; <hi rend="g">Wandteppiche</hi> mit Darstellungen aus
dem chinesischen Hofleben, wohl französisch M. 18. Jh. &mdash;
</p>


<pb n='183' id='i192.png'/>

<!-- [P: 183] -->

<p>
Großer <hi rend="g">Park</hi> Mischung französischer und englischer Gartenkunst.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HERPF.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche</hi> 1611. Umbau aus mittelalterl. Burg. Ganz mit Emporen
durchsetzt, deren Schnitzereien zu den besten der <milestone unit='line' n='5'/>
Gegend gehören. <hi rend="g">Kanzel</hi> 1620. <hi rend="g">Deckenmalereien</hi>
1772. <hi rend="g">Porträts</hi> von 3 Hennebergischen Fürsten des
16. Jh. &mdash; Geschnitzte <hi rend="bold">Fachwerkbauten</hi> 17.-18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HERRENBREITUNGEN.</hi> RB Cassel Kr. Schmalkalden.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Klst.-K</hi>. An Stelle einer im 10. Jh. genannten <milestone unit='line' n='10'/>
königlichen Burg. Einheitliche Anlage aus 1. V. 12. Jh. Nach
Aufhebung des Klst. 1553 als Schloß-K. eingerichtet. Im
30jähr. Kriege schwer beschädigt, 1738 partiell whgest. Ausstattung
und Bemalung aus dieser Zeit gut erhalten. 1911
der Chor ausgegraben. &mdash; Sächsisch-thüringischer Schulcharakter, <milestone unit='line' n='15'/>
Anlage Basilika im Hirsauer Schema. An der
Fassade Spuren einer Vorhalle. Auffallender Weise nur ein
Turm (W) und zwar ganz in das Msch. einspringend. Dieses
wird dadurch auf 4 Arkaden zusammengedrängt. Stützen
auf der NSeite als Pfll. mit reich gegliederten Kämpfern, auf <milestone unit='line' n='20'/>
der SSeite Wechsel von Pfll. und Würfelknaufsäulen. Hauptchor
und Nebenchöre kommunizierten durch Doppelarkaden.
&mdash; <hi rend="g">Bildnisgrabstein</hi> des letzten Abtes † 1541 gefunden.
Der Grabstein des Stifters Pfalzgrafen Siegfried
von Orlamünde † 1124 war noch 1875 vorhanden und ist <milestone unit='line' n='25'/>
seitdem verschwunden, [hölzerne Nachbildung der Renss. in
der Löwenburg bei Wilhelmshöhe]. Ein im Lhs. liegendes
<hi rend="g">Weihwasserbecken</hi> zeigt hochaltertümliches Ornament,
vielleicht aus der Burgkapelle der ottonischen Zeit.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1730, mit rom. Turm, entstanden aus der ehemaligen <milestone unit='line' n='30'/>
Michaels-Kap.
</p>

<p>
Im Dorf einige gute <hi rend="bold">Fachwerkbauten</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HERRMANNSGRÜN.</hi> Reuß ä. L. LA Greiz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chorquadrat und Apsis rom., sonst 1616.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HERRNHUT.</hi> K. Sachsen AH Löbau. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Gemeinhaus der Societät</hi>. Erb. als Erziehungshaus 1724 von
Gf. Zinzendorf durch den Zimmermann <hi rend="italic">Chr. David</hi>. Schlichter
Bruchsteinbau mit Obergeschoß in verputztem Fachwerk.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gemeinsaal</hi> (Kirche). Niedriger rck. Saal (16 : 34 m) mit
Flachdecke und Mansardendach. Einrichtung einfachst. An <milestone unit='line' n='40'/>
einer Langseite Podium mit den Bänken der Ältesten
und dem den Altar vertretenden Tisch. &mdash; Der rck. Platz,
in dessen Mitte der Gemeinsaal steht, ist umsäumt von den
Chorhäusern der ledigen Brüder, Schwestern, der Witwen usw.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Herrschaftshaus</hi>. Der 1725 von Zinzendorf errichtete <reg orig='Fach-|werkbau'>Fachwerkbau</reg>
<pb n='184' id='i193.png'/>
<!-- [P: 184] -->
machte 1781 einem Neubau Platz (Hauptkasse der
Unität).
</p>

<p>
<hi rend="bold">Vogtshof</hi>. Erb. 1730 von Baron v. Maltzahn, E. 18. Jh. vergrößert.
Großer, einfacher, schloßartiger Bau.
</p>

<p>
Die <hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> des 18. Jh. öfters mit einem Anflug von <milestone unit='line' n='5'/>
schlichter Vornehmheit und manchen kleinen Besonderheiten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HERRNSHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor frgot., um 1300, der nur vom Lhs. (Umbau
18. Jh.) zugängliche WTurm E. 12. Jh. &mdash; Bezeichnete
<hi rend="g">Glocke</hi> 1308. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HERSFELD.</hi> RB Cassel Kr. Hersfeld.
</p><p>
<hi rend="bold">K</hi>. des ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Klst</hi>. Gegr. 769, erster Neubau 831,
zweiter Neubau nach Brand 1037, Krypta gew. 1040, Lhs.
gew. 1144, 1761 von den Franzosen niedergebrannt, jetzt
Ruine. &mdash; Großartige Raumschöpfung in schlichten strengen <milestone unit='line' n='15'/>
rom. Formen. Bruchstein mit (ursprünglichem?) Verputz und
sorgfältig behandelten Hausteingliedern, rote und weiße Schichten
wechselnd. Flachgedeckte Basilika auf kreuzförmigem
Gr. Ganze lichte Länge (nach Ausschaltung der Vorhalle) 94,5,
Lhs. (innen) 47:30, Qsch. 57,5:13, Langchor 20:13. Abweichend <milestone unit='line' n='20'/>
von der normalen Anlage des ausgebildeten rom.
Stils ist die starke Ausladung der Kreuzflügel, das Fehlen
einer Absonderung der Vierung vom übrigen Qsch., der
über das Quadrat verlängerte Gr. des Chors. (Aus diesen
und anderen Gründen kann vermutet werden, daß der bestehende <milestone unit='line' n='25'/>
Bau des 11. Jh. sich der Anlage des 9. angeschlossen
habe). Die Krypta hat 3 Sch. von gleicher Breite, quadr.
Kreuzgwbb. ohne Gurten, als Stützen 4 Paar Sll. mit
steilen attischen Basen ohne Eckzier, Wandpfll. und Wandblenden,
in jeder Blende 2 kleine Fenster; der unter der Apsis <milestone unit='line' n='30'/>
liegende Raumteil durch stärkere Pfll. abgesondert und mit
3 Altarnischen. Der Langchor durch schlanke Blenden gegliedert
(Zusammenhang mit Limburg a. H.); er hat je 4
Fenster, die Apsis ihrer 3. Das Qsch. hat in jedem Flügel eine
Apsis und 3 Türen, die Apsiden von ungewöhnlich schlanker, <milestone unit='line' n='35'/>
hoher Figur, so daß sie in die Fensterregion hineinragen und
hier nur für einen Okulus (mit Vierpaß!) Platz lassen. Im Lhs.
je 9 (jetzt ganz zerstörte) Arkaden, die Sll. mit monolithen verjüngten
Schaften, schlichten, mächtigen (Seitenlänge mehr als
1 m) Würfelkaptt., attischen Basen mit Ecksporen, einfachst <milestone unit='line' n='40'/>
profiliertes Gurtgesims, ungewöhnlich große Fenster mit wenig
abgeschrägten Gewänden. Höhe 23m (übereinstimmend mit der
unter gleicher Bauleitung begonnenen Klst.-K. Limburg a. H.).
Sehr eigentümlich der WBau, ein Kompromiss von Chor und
Eingangshalle. Die letztere ein 13 m tiefes Rck., zur Hälfte


<pb n='185' id='i194.png'/>

<!-- [P: 185] -->

über die Flucht der Türme vor-, zur anderen Hälfte in das
Msch. einspringend, tonnengewölbt, nach W mit offenem Bogen,
nach O Portal. Die mächtigen Mauermassen dieser Vorhalle
dienen als Substruktion eines 1/2kreisförmig zwischen
den Türmen vorspringenden Chors. Breite Treppen innerhalb <milestone unit='line' n='5'/>
der Türme führen zu ihm hinauf. Gegen das Msch. ein
vorspringender, von 3 Arkaden getragener Altan (Basen in
<corr sic='situerhalten'>situ erhalten</corr>). Von den Türmen, die sehr stattlich waren, nur der
südl. erhalten; die 2 obersten Geschosse haben jederseits zwei
Doppelfenster und Blenden. Im letzten Geschoß ein rundbg. <milestone unit='line' n='10'/>
gewölbtes Gemach mit primitiven Kreuzrippen, die nahe
dem Boden auf streng rom. geformten Kragsteinen ruhen.
&mdash; Das Äußere höchst einfach; etwas lebhafter gegliedert
nur die OApsis: 4 Pilaster mit herumgekröpftem Schmiegengesims,
darüber das interessante Motiv eines Kranzes kleiner <milestone unit='line' n='15'/>
flacher Nischen, Vorläufer des Zwerggaleriemotivs, Bg.Friese
fehlen überall. Durch einen Sockel mit attischer Basis
nur der WBau ausgezeichnet. Werkstoff: verputzter Bruchstein,
an den Gliederungen Sandsteinquadern im Wechsel
von weiß und rot. &mdash; <hi rend="g">Vorbau</hi> am nördl. Kreuzarm, Tür <milestone unit='line' n='20'/>
und Fenster in reichen sprom. Formen, an den Kapitellen
der Ziersäulchen mannigfache figürliche Darstellungen. &mdash;
In einiger Entfernung (SO) von der K. ein <hi rend="g">Einzelturm</hi> in
reichen Formen des 12. Jh. &mdash; <hi rend="g">Stiftsgebäude</hi> am südl.
Kreuzarm mit sprom. Resten. Reicher Taufstein 2. H. 14. <milestone unit='line' n='25'/>
Jh., in Spitzbg.-Blenden die 12 Apostel, in den Zwickeln
Vögel, Tiere, Engel. &mdash; <hi rend="g">Lullusglocke</hi> angebl. M. 11.
Jahrhunderts.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Beg. vor 1323, nach Brand 1439 Umbau als
Hallenkirche von 4 Jochen mit 1sch. Chor von 3 Jochen und <milestone unit='line' n='30'/>
polyg. Schluß, im W vortretender Turm von 6 Geschossen.
Reste von Glasmalerei in Teppichmustern.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Spital-K</hi>. 14. Jh. Rck. ohne Chor, nur OS. mit 3 pyramidal
gruppierten Fenstern unverändert.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Kräftiger Sprenss.-Bau mit barocker Tendenz. <milestone unit='line' n='35'/>
Aller Schmuck auf die Giebel geworfen, die das hohe Dach
vollständig einschließen, je 2 an den Langseiten, je einer an
den Schmalseiten, bez. 1597, 1612.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kantorwohnung</hi> bei der Stadt-K. Fachwerkbau 1460. (Das
Datum gültig wohl nur für den Unterbau.) <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
Vor der Stadt <hi rend="bold">Schloss Eichhof,</hi> got., spgot. u. renss. Über
dem Tor Inschrifttafel zwischen den Statuen zweier Äbte.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HERWIGSDORF.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1545; A. 18. Jh. überarbeitet und das Innere als
Emporensaal mit einigem Aufwand neu eingerichtet. Hübscher


<pb n='186' id='i195.png'/>

<!-- [P: 186] -->

Dachreiter 1727. &mdash; Auf dem Kirchhof v. Gersdorfsche
<hi rend="g">Grabmäler</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HERWIGSDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
</p><p>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Umbau 1692. Der Unterbau des zwischen Sch.
und Altarhaus stehenden Turms wohl 13. Jh. Malerische <milestone unit='line' n='5'/>
Außenansicht.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HERZBERG.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain.
</p><p>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Ausgedehnte Ruine. Inschr. am alten Haus 1483,
am nordwestl. Eckturm 1486, Neubauten 1531, 1560. Neubefestigt
1643. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HERZBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.
</p><p>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Haupt-K</hi>. Backstein. Got. Halle aus 14. und 15. Jh.
Netz-Gwbb. Eigentümlich die 3 verdrückten Halbpolygone
im Chorschluß. &mdash; Die <hi rend="g">Bemalung</hi> der Gwbb., Evangelisten,
Propheten, Verkündigung, Jüngstes Gericht, hat sich gut <milestone unit='line' n='15'/>
erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HERZOGENAURACH.</hi> OFranken BA Höchstadt.
</p><p>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Ursp. rom. Basilika wie Münchaurach; die rom.
Säulenbasen stecken in der Erde. Durch den got. Umbau 1sch.
mit hölzerner Tonnendecke. &mdash; <hi rend="g">Steinskulptur</hi> 15. Jh. <milestone unit='line' n='20'/>
»betender Tempelritter«. &mdash; Got.
<hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi>.
</p>

<p>
2 ansehnliche <hi rend="bold">Tortürme</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HESSBERG.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
</p><p>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der quadr. turmtragende Chor 1425, 1sch. Lhs. 16. Jh. <milestone unit='line' n='25'/>
&mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi> gemischt got. und renss. &mdash; <hi rend="g">Grabsteine</hi>
der Familie v. Heßberg.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HESSENSTEIN.</hi> RB Cassel Kr. Frankenberg.
</p><p>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Gegr. 1342. Ziemlich gut erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HESSENTAL.</hi> UFranken BA Aschaffenburg. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Kapelle.</hi> Große 6figurige Kreuzigungsgruppe aus rheinischem
Tuff, angefertigt 1519 in Mainz von einem ausgezeichneten
Schüler <hi rend="italic">Backofens</hi> (demselben, der im Dom von Halle gearbeitet
hat).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HETTSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Spgot. Hallenbau mit bar. Ausstattung. <hi rend="g">Kanzel</hi>
1587. Gute <hi rend="g">Beweinung</hi>, Stein, ca. 1500. &mdash; Ruinen eines
bedeutenden got. <hi rend="bold">Schlosses</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HETZLAS.</hi> OFranken BA Forchheim.
</p><p>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit befestigtem Kirchhof. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HEUSTREU.</hi> UFranken BA Neustadt a. S.
</p><p>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> got., mit doppelter Befestigungsmauer, 2 hohe
Ecktürme.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Berg-K</hi>. rom. und got. Steinerne Bauerngrabkreuze 16. und
17. Jh.
</p>


<pb n='187' id='i196.png'/>

<!-- [P: 187] -->

<p>
<hi rend='ort'>HEUTHEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1749. Verputzbau im Typus Geisleden. Vollständige
Rok.Ausstattung. Die Stuckatur angeblich von einem Italiener.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HILDBURGHAUSEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kreisstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1785 von <hi rend="italic">A. F. v. Keßlau</hi>. Kuppelraum umgeben von <milestone unit='line' n='5'/>
Emporen in 2 Geschossen, östl. anschließend rck. Altarraum.
Die Kuppel aus Holz, im Außenbau nicht zum Ausdruck kommend;
überhaupt die ganze Behandlung sehr sparsam.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Neustädter</hi> oder <hi rend="bold">Waisen-K</hi>. 1755. Gr. rck., im O mit abgestutzten
Ecken; die Emporen haben auch im W analogen Gr., <milestone unit='line' n='10'/>
so daß im Innern ein gestrecktes 8Eck. Das Äußere Putzbau
mit Teilung durch dorische Pilaster, darüber Triglyphengebälk.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Reformierte K</hi>. (jetzt kathol.) 1722.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Spgot. 1572 hergestellt. Arm an Schmuckformen,
doch von charakteristischer Massengruppierung; großer <milestone unit='line' n='15'/>
schlichter Renss.Giebel, seitlich runder Treppenturm mit
welscher Haube.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Regierungsgebäude</hi> 1760; im Innern vortreffliche Stuckaturen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> (jetzt Kaserne) 1685-1707 von <hi rend="italic">E. Gedeler</hi>. Ein mittlerer
Hauptflügel und 2 anstoßende Nebenflügel umgeben einen <milestone unit='line' n='20'/>
Ehrenhof. Im Innern stuckierte Decken, an die Schlösser in
Gotha und Friedrichswerth erinnernd.
</p>

<p>
Im Schloßpark <hi rend="bold">Denkmal</hi> für die Königin Luise von Preußen
1815 von <hi rend="italic">Schulze</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> des 18. Jh., nur für den Spezialisten von Interesse. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HILFENSBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">Wallfahrts-K.</hi> 1360. 3sch. Hallenkirche von 4 Jochen. Am Chor
rom. Spuren, Türen rundbg. mit Perlstab. Das Sch. öffnet sich
mit großem Rundbogen gegen W ins Freie &mdash; <hi rend="g">Crucifixus</hi>
aus fr. Ma. <hi rend="g">Statue</hi> des h. Bonifatius 1661. <hi rend="g">Grabplatte</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
des Fürsten Ernst v. Hessen-Rheinfels 1681.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HIMMELKRON.</hi> OFranken BA Berneck.
</p><p>
<hi rend="bold">Cistercienser-Nonnen-Klst.</hi> Gegr. 1280. Die Kirche beg. wohl
nicht viel später. Abmessungen mittelgroß. Anlage 1sch., in
der westl. Hälfte Nonnenempore, polyg. Chorschluß ohne Einziehung. <milestone unit='line' n='35'/>
Die Bauführung zeigt zwei Abschnitte. Vom ersten
der WBau und die an die Klostergebäude stoßende SWand im
ganzen Verlauf; Kennzeichen die z. T. erhaltenen schmalen
Fensterschlitze. Im zweiten Abschnitt Wölbung beabsichtigt,
wie die mit der Mauer bündigen Strebepfll. an der östl. Hälfte <milestone unit='line' n='40'/>
der NWand anzeigen; ausgeführt nur im Chorgewölbe (1 Joch
5/8 Schluß). Ferner wurden in dieser Bauperiode (E. 14. Jh.)
die Fenster vergrößert und die 3sch. 6jochige Erdgeschoßhalle
unter der Nonnenempore angelegt; diese selbst blieb flachgedeckt;
der Abschnitt zwischen ihr und dem Chor trägt jetzt
<pb n='188' id='i197.png'/>
<!-- [P: 188] -->
stuckierte Stichkappengewölbe von 1699. Westfassade verbaut.
Kleiner Dachreiter. &mdash; <hi rend="g">Kreuzgang</hi> 1473 (Inschr.), nur ein
Flügel vorhanden; er zeigt die spgot. Dekorationskunst phantasievoll
und glänzend, wie weit und breit nichts Ähnliches
zu finden. Die trefflich gegliederten Netzgwbb. ruhen auf <milestone unit='line' n='5'/>
spiralförmig kannelierten Wanddiensten mit üppigen Laubkaptt.;
über diesen Statuen (großenteils zerstört) Baldachine;
in den mittleren Maschen des Netzes auf dem Kappengrunde
Engel aus Stuck, an den Wänden Passionsreliefs. Die auf einer
Konsole kniende <hi rend="g">Statue der Stifterin</hi> Elisabeth <milestone unit='line' n='10'/>
v. Künsberg mit Christus oder Maria zusammenkomponiert zu
denken. &mdash; Große Zahl von <hi rend="g">Grabsteinen</hi>: am Boden
Burggräfin Anna v. Nürnberg † 1383; an der Wand zunächst
dem Eingang Agnes v. Orlamünde † 1300, dem Stil nach
50 Jahre später. Tumba eines Grafen v. Orlamünde mit dem <milestone unit='line' n='15'/>
meranischen Wappen 1. H. 14. Jh. Die übrigen von geringerem
Interesse. &mdash; <hi rend="g">Holzkruzifix</hi> nicht von <hi rend="italic">Veit Stoß</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Markgräfl. Schloß</hi> (jetzt Erziehungsanstalt) 1748 von <hi rend="italic">St. Pierre</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HIMMELPFORTEN.</hi> UFranken BA Würzburg.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst.</hi> Erb. angeblich 1264. Rck. mit <milestone unit='line' n='20'/>
leicht eingezogenem, gerade geschlossenem Chor. Dieser in
2 Joche gewölbt; derbe Birnstabrippen auf Laubkragsteinen.
Die Strebepfll. am Schiff lassen auch für dieses auf ehemalige
Wölbung schließen; bei der Rest. unter der Äbtissin Katharina
<hi rend='ort'>IV.</hi> (1592-1630) wurden die Mauern überhöht und mit <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
flacher Kassettendecke versehen. Die schmalen spitzbg.
Fenster maßwerklos. Die westl. Hälfte des Sch. von der
Nonnenempore eingenommen; die 3sch. gewölbte Halle, auf
der sie ruht, später als Sepultur eingerichtet. Hübsche
<hi rend="g">Wendeltreppe</hi>, in der sich got. Maßwerkmotive mit <milestone unit='line' n='30'/>
späten Renss.formen vermischen (bez. 1612). Außen im O und W
Renss.Giebel und ein zierlicher Renss.Dachreiter. Das SPortal
in frgot. Formen jetzt neu, doch wohl nach dem alten kopiert,
bezeichnend für die cisterciensische Auffassung der got.
Formen. <hi rend="g">Grabsteine</hi>: Elisabeth v. Hutten † 1383, <milestone unit='line' n='35'/>
Margarethe v. Hutten † 1400, Ludwig v. Hutten † 1414,
Katharina v. Hutten † 1415. &mdash; Die <hi rend="g">Klostergebäude</hi>
renss., der Kreuzgang noch got. Auch die ältere Ummauerung
des Klosterbezirks erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HIMMELSTADT.</hi> UFranken BA Karlstadt. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1613 mit Wappen des B. Julius Echter. Großer
Hochaltar aus der Werkstatt <hi rend="italic">P. Wagners.</hi>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HIMMELTAL.</hi> UFranken BA Obernburg.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst.</hi> gegr. 1232, barock umgebaut. &mdash;
<hi rend="g">Grabstein</hi> des Konrad v. Bickenbach 1354.
</p>


<pb n='189' id='i198.png'/>

<!-- [P: 189] -->

<p>
<hi rend='ort'>HINTERNAH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1614. Gute spgot. Formen ohne Renss.beimischung.
Nach alter Überlieferung am rck. Sch. eingezogenes quadr.
Altarhaus mit Turm. In dieser Zeit und noch später sind in
genauer Wiederholung dieses Schemas, nur in den Maßen <milestone unit='line' n='5'/>
wechselnd, mehrere K. in der Umgegend von Schleusingen
errichtet.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HIRSCHBERG.</hi> Reuß j. L. LA Schleiz.
</p><p>
<hi rend="bold">Fürstl. Schloß,</hi> erb. 1678, verödet.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HIRSCHFELD.</hi> K. Sachsen AH Meißen. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Anlage mit eingezogenem rck. Chor, das ursp.
1sch. Lhs. 1582 mit rohen Netzgwbb. auf 1 Mittelpfl.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HIRSCHFELD.</hi> K. Sachsen AH Zwickau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Resten, die auf einen ansehnlichen Bau
deuten, 1508 nach O erweitert. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> 1518. <milestone unit='line' n='15'/>
Gute <hi rend="g">Sandsteinepitaphe</hi> 1623, 1732. Rom. <hi rend="g">Türbeschlag</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HIRSCHFELD.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor im spgot. OTurm. Lhs. 18. Jh. Ausstattung um
1780, die <hi rend="g">Statuen</hi> und <hi rend="g">Reliefs</hi> in der Art <hi rend="italic">J. P. <milestone unit='line' n='20'/>
Wagners</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HIRSCHFELDE.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> spgot. symmetr. 2sch. Hallenkirche, Netzgwbb. auf
2 schlanken 8eck. Pfll. Älter (E. 14. Jh.) der eingezogene gestreckte
Chor. &mdash; Emporen und Stuckdekoration 1718. Ausstattung <milestone unit='line' n='25'/>
großenteils aus derselben Zeit. &mdash; Schöne <hi rend="g">Glocke</hi>
1573. Hübsche <hi rend="g">Sandsteindenkmäler</hi> rok. und
klassizistisch.
</p>

<p>
Im Dorf ausgezeichnete Beispiele von <hi rend="g">Häusern</hi> in Lausitzer
Bauart, z. T. mit laubenartig vorgebautem Obergeschoß. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HOCHBERG.</hi> UFranken BA Würzburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Großenteils neu. &mdash; Bmkw. Ausstattung 1772-88.
Sehr gut die <hi rend="g">Kanzel</hi> von <hi rend="italic">Peter Wagner</hi>, klassizistisch.
<hi rend="g">Madonna</hi>, Holz, um 1480. &mdash; <hi rend="g">Stationsbilder</hi> (Steinreliefs)
und Kreuzigungsgruppe 1626. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HOCHKIRCH.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Großer Saalbau von 1717. &mdash; <hi rend="g">Denkmal</hi> für den in
der Schlacht bei H. 1758 gefallenen Feldmarschall Keith, den
Formen nach um 1780.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HÖCHST</hi> b. Gelnhausen RB Cassel. <milestone unit='line' n='40'/></p>
<p>
<hi rend="bold">Wendelin-Kap</hi>. 1415 (?), rest. im 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HOCHSTADT.</hi> OFranken BA Lichtenfels.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1616. Altar im Aufbau got. Flügelaltäre 1612, die
Gemälde bez. S im Ring mit 3 Herzen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kapelle</hi> in Gestalt eines 4eck. Turmes, wohl Überrest einer
<pb n='190' id='i199.png'/>
<!-- [P: 190] -->
Burg. Votivrelief mit dem Bilde des Abtes Johann III. von
Langheim † 1473.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HOCHSTADT.</hi> RB Cassel Kr. Hanau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Spgot. Hallenkirche, Msch. etwas höher als die Ssch.,
Chor 1 Joch und 5/8 Schluß. Der isoliert stehende Glockenturm <milestone unit='line' n='5'/>
wahrscheinlich ehemaliger Torturm.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> renss., unten offene Steinhalle, oben Fachwerk.
</p>

<p>
HÖCHSTADT a. Aisch. OFranken BAmtsstadt.
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> um 1400, aus welcher Zeit der gewölbte polyg. Chor;
die Schiffe 1551, 1571, 1728 umgebaut und mit Emporen versehen; <milestone unit='line' n='10'/>
Fassade italisierend bar. &mdash; <hi rend="g">Wandtabernakel</hi>
14. Jh. <hi rend="g">Altäre</hi> und <hi rend="g">Kanzel</hi> rok. Im Chor auf schöner
got. Konsole S. <hi rend="g">Georg</hi> E. 15. Jh. Hölzerne <hi rend="g">Pietas</hi> A. 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Spital-K</hi>. 1517, unbedeutend.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Westl. Teile 15.-16. Jh., sonst 18. Jh., ohne Kunstwert. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Torturm</hi> aus sp. Ma.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HÖCKENDORF.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> ursp. rom. Basilika, sehr verunstaltet. &mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi>
mit 2 beweglichen und 2 festen Flügeln, um 1515. &mdash;
<hi rend="g">Grabsteine</hi> und <hi rend="g">Wappentafeln</hi>. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HÖCKENDORF.</hi> K. Sachsen AH Kamenz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 19. Jh. Ausstattung und <hi rend="g">Denkmäler</hi> 16. und
17. Jh., nicht ohne Interesse.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HOF.</hi> OFranken BAmtsstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Michael 1230.</hi> Nach Brand 1826 fast ganz erneuert, <milestone unit='line' n='25'/>
erhalten nur der Unterbau der WTürme und die Vorhalle. Der
alte Gr. scheint dem der gleichzeitig gegründeten Stadt-K. in
Bayreuth ähnlich gewesen zu sein.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Lorenz-K.</hi> Nach Brand 1292 neugebaut; dann der Unterbau des
WTurms; sonst Umbau des 16. und 19. Jh. &mdash; <hi rend="g">Flügelaltar</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
1470. &mdash; <hi rend="g">Grabsteine</hi> A. 17.Jh. <hi rend="g">Bronzeepitaph</hi> 1730.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Spital-K</hi>. Got., ungegliedertes Rck., fast quadr. Flachdecke
mit 90 Gemälden von <hi rend="italic">M.H. Lohe</hi>; weitere 53 auf den Brüstungen
der Doppelempore. Originelle Ausstattung. Schnitzaltar
1511. Gemaltes Epitaph eines Cranachschülers 1573; ein <milestone unit='line' n='35'/>
anderer bez. H H B 1556 (wohl <hi rend="italic">Joh. Hagenberger d. Ä.</hi>).
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1563-66 von <hi rend="italic">Nickel Hofmann</hi> von Halle; 1823 eingreifend
verändert.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HOF.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Ziemlich stattlicher Bau von 1692, das Innere 1844 <milestone unit='line' n='40'/>
wesentlich umgestaltet. Mächtiges <hi rend="g">Altarwerk</hi> aus Sandstein,
Alabaster und Holz mit Malereien auf Zinkblech, zum
Andenken an Dietrich v. Schleinitz † 1612. <hi rend="g">Taufstein</hi> um
1600. <hi rend="g">Denkmäler</hi>: für H.A. v. Haugwitz † 1544, die in
Bewegung und Charakteristik vortrefflich gegebene kniende


<pb n='191' id='i200.png'/>

<!-- [P: 191] -->

Ritterfigur wäre des <hi rend="italic">Hans Schickentanz</hi> würdig; S.J. v. Schleinitz
† 1559, von einem geringeren Dresdener Meister; andere
aus derselben Familie 1595, 1612, 1660.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Die beiden älteren Flügel um 1570, die jüngeren nach
M. 18. Jh. Prächtiger Kamin aus Meißener Porzellan, aus <milestone unit='line' n='5'/>
dem Boxbergschen Palais in Dresden stammend. <hi rend="g">Gemälde</hi>
von <hi rend="italic">A. F. Oeser</hi>. Zahlreiche <hi rend="g">Sandsteinfiguren</hi> aus
18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HOFGEISMAR.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar.
</p><p>
<hi rend="bold">Liebfrauen-K</hi>. in der Altstadt. &mdash; Übergangsstil, z. T. got. umgebaut <milestone unit='line' n='10'/>
(Inschr. 1330). &mdash; Hallenkirche von 4 Jochen. Der aus
dem 12Eck geschlossene Chor im 19. Jh. abgebrochen. Am
südl. Ssch. zierliches got. Portal von eigentümlicher Anlage.
Am WTurm rundbg. Portal mit Würfelknauf-Säulen. &mdash;
<hi rend="g">Chorgestühl</hi> 14. Jh., an den Wangen große Blätter. &mdash; <milestone unit='line' n='15'/>
Über dem Pfarrstand spgot. <hi rend="g">Altarflügel</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">K. in der Neustadt</hi>. Got. Hallenkirche. Dicke Rundpfll. mit
einfachen Kaptt., an den Schiffmauern gegliederte Kragsteine,
Der 1sch. Chor mit polyg. Schluß höher und schlanker. Der
WTurm hat diagonal gestellte Strebepfll., unterer Teil bez. 1341, <milestone unit='line' n='20'/>
oberer 1460.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gilde- und Hochzeitshaus</hi>. FrRenss. Modern umgebaut.
<hi rend="bold">Schlößchen Montcheri</hi>. 1789 von <hi rend="italic">S. L. Du Ry</hi>, eine fast genaue
Wiederholung des Schlößchens in Bad Nenndorf.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HOFHEIM.</hi> UFranken BAmtsstadt. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> spgot., ausgebaut 1593 (der stattliche Turm wohl von
Wolf Behringer) und besonders eingreifend 1740. &mdash; Mehrere
Reste von <hi rend="g">Holzplastik</hi>, u. a. ein hl. Diakon, Richtung
<hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>.
</p>

<p>
Wohlerhaltene <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> 16.-18. Jh. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HOFSTETTEN.</hi> UFranken BA Gemünden.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Turm 16. Jh. Lhs. 1614. Im Hochaltar beachtenswerte
<hi rend="g">Pietas</hi>, Holz, 1. H. 16. Jh. &mdash; Am Chorbogen <hi rend="g">Selbdritt</hi>
um 1700.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HOHENBERG.</hi> OFranken BA Rehau. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Burg,</hi> gut erhalten und sehenswert.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HOHENEICHE.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Anlage. Rom. Tympanon.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HOHENGANDERN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.) neu. Der üppige Rok.Altar aus S. Martin in <milestone unit='line' n='40'/>
Heiligenstadt von <hi rend="italic">E. Rickmann</hi> um 1760; auf ihm spgot.
<hi rend="g">Pietas</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HOHENKIRCHEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1511 mit vermauerten rom. Bogenfriesen. &mdash;
<hi rend="g">Kanzelaltar</hi> 1776.
</p>


<pb n='192' id='i201.png'/>

<!-- [P: 192] -->

<p>
<hi rend='ort'>HOHENKIRCHEN.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Anlage. Rom. Tympanon mit Gotteslamm.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HOHENLEUBEN.</hi> Reuß j. L. LA Gera.
</p><p>
<hi rend="bold">Fürstl. Schloß,</hi> spgot., 1. H. 16. Jh.; mit der Zeit unansehnlich
geworden. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HOHENLOHE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Nonnen-Klst.-K.,</hi> erb. ca. 1240. Ungewöhnl. Anlage,
fast gleicharmiges Kreuz, flachgedeckt, 2 hübsche rom. Portale
an den Kreuzflügeln, am Chor Drillingsfenster.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HOHENSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Glauchau. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1756. Saalbau mit 1/2 rd. Schluß, Emporen ringsumgeführt
(Veränderungen 1889). Schöner <hi rend="g">Taufstein</hi> 1764.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HOHENSTEIN.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche</hi> 16.-18. Jh. <hi rend="g">Holzrelief</hi> mit Abendmahl, Sockel eines
Altarwerkes aus 16. Jh. Großes reiches <hi rend="g">Grabmal</hi> des Generals <milestone unit='line' n='15'/>
v. Imhof † 1768.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> 15.-18. Jh. Mobiliar 17. und 18. Jh. Gut erhaltener
Empire-Saal. Reste von rok. Gartendekoration.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HOHENTURM.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. flachged. Sch. und eingezogenes quadr. Altarhaus <milestone unit='line' n='20'/>
mit 1/2 kr. Apsis, feine rom. Tür.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HOHLSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Ursp. rom. Missionskapelle. Spgot. <hi rend="g">Pietas</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HOHNSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1725 von <hi rend="italic">George Bähr</hi>. Die Umfassungsmauern einer <milestone unit='line' n='25'/>
älteren K. mußten benutzt werden. Gr. näherungsweise quadr.
mit abgestutzten Ecken, eingezogener quadr. Chor 1/2kr. geschlossen;
Emporen und Bänke zentrisch aus Kreissegmenten;
Kanzel und Orgel über dem Altar. &mdash; Äußeres schlichte
Lisenenarchitektur, durch die malerische Gruppierung der <milestone unit='line' n='30'/>
Dächer und des südöstl. angeschobenen Turmes nicht ohne
Reiz.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Der ursp. sehr starke Bau halb zerstört, der bestehende
seines Charakters entkleidet. Reduzierte Kap. aus 15. Jh.
[<hi rend="g">Kanzel</hi> im Dresdener Altert.-Ver.] <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HOLLFELD.</hi> OFranken BA Ebermannstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1774-77 von <hi rend="italic">Neumann d. J.</hi> und <hi rend="italic">Vogel</hi>. &mdash; <hi rend="g">Statuen</hi>
der Fassade und des Hochaltars von <hi rend="italic">J.L. Kamm</hi>,
<hi rend="g">Gemälde</hi> der Seitenaltäre von <hi rend="italic">Anwander</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HÖLLRICH.</hi> UFranken BA Gemünden. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Malerische Wasserburg aus E. 16. Jh., 3 Flügel mit
4 Ecktürmchen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Ruine Reußenberg</hi>. Erb. durch die Thüngen 1333. Aufrecht
stehen der Wohnbau, Reste des Wirtschaftsgebäudes und des
Beringes.
</p>


<pb n='193' id='i202.png'/>

<!-- [P: 193] -->

<p>
<hi rend='ort'>HOLLSTADT.</hi> UFranken BA Neustadt a. S.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> stark befestigt mit doppeltem Mauerring; Torturm,
Eckturm.
</p>

<p>
Ehem. <hi rend="bold">Hof</hi> des Klst. Bildhausen, schöner Komplex von Renss.Bauten.
<hi rend="g">Stuckdecken</hi> 18. Jh. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HOLZHAUSEN.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm von 1608, Lhs. 1736. Hochaltar klassizistisch
um 1780. Nebenaltäre Frühbarock um 1660; auf ihnen <hi rend="g">Holzfigg</hi>.
St. Kilian und St. Rochus nach 1500.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HOLZKIRCHEN.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Kloster-K.</hi> erb. von <hi rend="italic">Balthasar Neumann</hi> 1730. Signierter
Gr. in der Würzb. Univ.-Bibl. erhalten, woselbst auch die
interessanten Konkurrenzpläne <hi rend="italic">L. Dientzenhofers</hi>. Reiner
Zentralbau, in der Komposition für Neumann auffallend einfach.
Fast reguläres Achteck, im Innern abgerundet. An den <milestone unit='line' n='15'/>
Ecken korinth. Säulen auf hohem Sockel, die ein architraviertes
Hauptgesims tragen. Darüber die im Querschnitt nicht ganz
halbkreisförmige Kuppel mit geschlossenem Tambour. Außen
die Glieder aus rotem Sandstein, Mauer weiß. An den Ecken
korinth. Pilaster, dann Gebälk und Attika. Auf dem Pyramidendach <milestone unit='line' n='20'/>
zierliche Laterne in Form eines Tempietto. Trotz
der nicht bedeutenden Maße (innerer Durchmesser 15m, Höhe
20 m) ist der Raumeindruck des Innern mächtig. Die Proportionen
nach einem genau durchgeführten Triangulationssystem.
Die stark klassizistische Architektur ist für <hi rend="italic">Neumann</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
in dieser Frühzeit ungewöhnlich; nur die (nicht erstklassigen)
Rok.Stuckaturen in der Kuppel und am Gesimse zeigen, daß
wir uns am Anfange des 18. Jh. befinden. &mdash; An der Außenseite
eingemauertes <hi rend="g">Rotsandsteinrelief</hi> des 12. Jh., aus zwei
nicht zusammengehörigen Stücken bestehend: Kopf eines <milestone unit='line' n='30'/>
Heiligen; Christus auf der Eselin; Gottvater mit dem Einhorn.
Die ikonographische Idee nicht recht verständlich. &mdash; <hi rend="italic">Neumanns</hi>
Risse für das <hi rend="g">Klostergebäude</hi> kamen nicht zur Ausführung.
Das Vorhandene unbedeutend. Eingemauerte Reste
des sprom. Kreuzgangs. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HOLZZELLE.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
</p><p>
<hi rend="bold">Benedikt.-Nonnen-Klst</hi>. Dürftige Reste. Eine ältere Zeichnung
der Ruine zeigt ausgebildete rom. Formen; 2 Türme im Winkel
zwischen Lhs. und Qsch. (ein Merkmal der Hirsauer Schule, auf
welche jedoch der Chor nicht hinweist). [Ein figurenreiches, <milestone unit='line' n='40'/>
nach der flüchtigen Abb. zu urteilen, bedeutendes <hi rend="g">Tympanon</hi>
jetzt in Eisleben in Luthers Sterbehaus.]
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HOMBERG.</hi> RB Cassel Kr. Homberg.
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> S. Maria. Beg. 1340, Turm 1374 von <hi rend="italic">Heinrich v. Hesserode</hi>
(Inschr.). Hallenkirche von 4 Jochen, Chor 1sch. 3 Joche
<pb n='194' id='i203.png'/>
<!-- [P: 194] -->
und 5/8 Schluß. Schlanke Rundpfll. mit 4 Diensten. Gwbb.
der Ssch. stark gestelzt. Fenster 3teilig, in Maßwerk und Gewände
reich gegliedert. Der mächtige WTurm in sehr reinen
Formen. Stattliches WPortal.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Marktbrunnen</hi>. Die 7 Sandsteinreliefs mit Szenen aus der <milestone unit='line' n='5'/>
Passion wohl von einem Stationsweg.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Got. Häuser</hi> hinter der Kirche und Gasthaus Krone.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stadtmauer</hi> mit Türmen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HOMBURG A. MAIN.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld.</p>
<p>
Ehem. <hi rend="bold">Schloß</hi>. Anlage des 16. Jh. mit rundem rom. Bergfried. &mdash; <milestone unit='line' n='10'/>
In der <hi rend="g">Burkhardusgrotte</hi> (im Schloßberg) guter
<hi rend="g">Altar</hi> von 1613 mit Figuren und Reliefs aus Alabaster, in
der Art des <hi rend="italic">M. Kern</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HOMBURG</hi> a. d. Wern. UFranken BA Gemünden.</p>
<p>
<hi rend="bold">Burgruine</hi>. Eine der bedeutendsten in Deutschland und prachtvoll <milestone unit='line' n='15'/>
gelegen. Der riesige Komplex gliedert sich deutlich in zwei
Teile, die Hauptburg, die im Bering und in einigen Bauteilen
auf das 12. Jh. zurückgeht. Durch Halsgraben geschieden von
der Vorburg. Diese aus dem 14. Jh. ff. mit Kapelle, Wirtschaftsbauten
und starker, von großen Mauertürmen bewehrter <milestone unit='line' n='20'/>
Ringmauer.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HOPFERSTADT.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. &mdash; Guter <hi rend="g">Ölberg</hi> um 1500. &mdash; An der Auber
Straße bmkw. <hi rend="g">Bildstock</hi> A. 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HÖRNITZ (ALT-).</hi> K. Sachsen AH Zittau. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>
<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> 1651 vom Zittauer Meister <hi rend="italic">Valentin</hi>. Die Giebel der rck.
Anlage mit dem massigen alten Turm wirkungsvoll zusammenkomponiert.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HÖRNITZ (NEU-).</hi>
</p>
<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> 1751, gutes Beispiel dafür, wie bei äußerster Beschränkung <milestone unit='line' n='30'/>
der dekorativen Mittel doch eine vornehme und reizvolle
Wirkung erreicht werden konnte (jetzt Brauerei).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HÖRSELGAU.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh. <hi rend="g">Altarwerk</hi> A. 16. Jh. mit ungewöhnlich
großen, nicht üblen Figg. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HÖRSTEIN.</hi> UFranken BA Alzenau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Schiff rom., Chor got.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HOSTERWITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> schlicht spgot. Anlage, 1774 umgebaut. &mdash; <hi rend="g">Altar</hi> um
1580 in der Art des <hi rend="italic">Hans Walther</hi>, später umgearbeitet; <hi rend="g">Denkmäler</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
1641, 1788.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HUBERTUSBURG.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
</p><p>
<hi rend="bold">Jagdschloß</hi>. Seit 1721 für den Kurprinzen Friedrich August
von <hi rend="italic">J. Ch. Naumann</hi>, fast ganz neu gebaut 1743-51 von
<hi rend="italic">Joh. Chr. Knöfel</hi>, eine Hauptleistung der Dresdener Schule.


<pb n='195' id='i204.png'/>

<!-- [P: 195] -->

Sehr großräumige Anlage inmitten weiter Forsten. Zuerst in
Triklinienform 55 : 80 m. Der Hauptflügel durch einen kräftigen
polygonalen Mittelbau mit turmartigem Aufsatz, die
Seitenflügel durch, flache Endrisalite belebt. Aus dieser ersten Zeit
stammen auch einige Nebengebäude. Der Umbau verlängerte <milestone unit='line' n='5'/>
die Seitenflügel und schloß das Ganze zu einem großen Viereck
von 97,5 : 80,5 m ab. Das Äußere blieb einfach in der Behandlung;
die innere Ausstattung, an der <hi rend="italic">Matielli</hi>, <hi rend="italic">Knöffler</hi>, <hi rend="italic">Dieterici</hi>
und <hi rend="italic">Oeser</hi> teilnahmen, ist großenteils zerstört; eine Ausnahme
macht der westl. Ecksaal und die Kapelle; letztere in einfachen <milestone unit='line' n='10'/>
Architekturformen, aber durch die durchgehende Verwendung
von Stuckmarmor von feiner, vornehmer Wirkung; die Plastik
des Hochaltars von <hi rend="italic">Matielli</hi> dürfte dessen Kunst in ihrem Höhepunkt
darstellen; die Gemälde der Seitenaltäre von <hi rend="italic">Silvestre</hi>;
die reizende plastische Dekoration der Eingangsnische mit dem <milestone unit='line' n='15'/>
Weihwasserbecken wohl von <hi rend="italic">Knöffler</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HÜLFENSBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">Wallfahrts-K</hi>. Spgot. Hallenkirche, roh und dürftig, neuerdings
ausgebaut. Der <hi rend="g">Crucifixus</hi> (»Hülfenskreuz«) gilt für
Arbeit des 12. Jh.; vielleicht eher archaistische Nachahmung. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HUMMELSHAIN.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> aus der Saalfelder Schule.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HÜMPFERSHAUSEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche</hi> got. 1603, rest. 1725 und 1826. <hi rend="italic">Schule</hi> 1623.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HÜNFELD.</hi> RB Cassel Kr. Hünfeld. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Protest. K</hi>. (ehem. Chorherrenstift). Der Umbau 1857 hat wenig
vom ma. Bau übrig gelassen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kathol. K</hi>. Spätestgot. Hallenkirche ohne Strebepfll. &mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi>
1495.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Ringmauern</hi> gut erhalten. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HUTSBERG.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend="bold">Burgruine</hi>. Palas mit rck. und rundbg. Fenstern, darin Steinsitze.
An der Ringmauer Reste des Wehrganges.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>HÜTTENGESÄSS.</hi> RB Cassel Kr. Hanau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Turm und reichem Renss.Portal von 1597. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

</div>

<div>
<index index="toc" />
<head><title>I</title></head>

<p>
<hi rend='ort'>ICHSTEDT.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt LA Frankenhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1719, rom. Chorturm, tüchtiges Renss.Epitaph.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ICHTERSHAUSEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha.
</p><p>
<hi rend="bold">Nonnen-Klst.-K</hi>. (erst Benedikt., dann Cisterc.). Süddeutsches <milestone unit='line' n='40'/>
Schema. 3sch. Basilika mit 3 gleichfluchtigen Apsiden (Inschr.
1154). Das Qschiff über die Sschiffe nicht hinausragend. Im


<pb n='196' id='i205.png'/>

<!-- [P: 196] -->

17. Jh. auf 1 Sch. reduziert, die Doppeltürme im W verderbt
erhalten. &mdash; Herabgekommenes Schloß 16. und 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>IHLEWITZ.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gutes Beispiel einer rom. Anlage einfachster Art.
Rechteck mit eingezogener 1/2 kr. Apsis. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ILMENAU.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1609 erneuert mit Schonung der got. östl. und westl.
Teile. Hinter dem Altar hoher <hi rend="g">Kanzelbau</hi> etwa 1760-70.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> 1616, im 18. Jh. etwas überarbeitet. &mdash; <hi rend='bold'>Marktbrunnen</hi>
1702. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>IMMENHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Sch. bez. 1409, Chor 1443. Hallenkirche mit polyg.
Chor und WTurm. Msch. mit quadr., Ssch. mit schmäleren
Gwbb. Schafte 8eck. mit einfachem Kämpferglied. Scheidebgg.
aus derselben Grundform profiliert. &mdash; <hi rend="g">Sakramentshaus</hi>, <milestone unit='line' n='15'/>
<hi rend="g">Weihwasserstein</hi>, <hi rend="g">Chorstühle</hi> spgot.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Fachwerkbau des 17. Jh.
</p>
<p>
<hi rend='bold'>Ringmauern und Türme</hi> z. T. erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>IMMICHENHAIN.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain.
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche</hi> des ehem. Augustiner-Doppel-Klst. Frgot. mit rom. Erinnerungen, <milestone unit='line' n='20'/>
nach 1250. Einfaches Rck. mit westl. Nonnenempore.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>INGERSLEBEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha.
</p><p>
<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> Mischbau, älteste Teile 1398. &mdash; Am <hi rend="bold">Herrenhof</hi> Hoftor
mit Nebenpförtchen in guter Renss. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>INGOLSTADT.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1751 von <hi rend="italic">Balthasar Neumann</hi>. 1sch. flachgedeckte
Anlage mit WTurm und belebter Fassade. Ausstattung teils
gleichzeitig (Hochaltar), teils älter. <hi rend="g">Epitaphe</hi> der Herren
v. Geyer 1570, 1601. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>IPTHAUSEN.</hi> UFranken BA Königshofen.
</p><p>
<hi rend="bold">Wallfahrts-K</hi>. M. 18. Jh. Architektonisch unerheblich, doch
wegen der inneren Ausstattung besuchenswert. Vermutlich
sind es Würzburger Künstler, die sich in diesem volkstümlich
abgestimmten Rokoko munter und dreist, dabei mit entschiedener <milestone unit='line' n='35'/>
Begabung, haben gehen lassen. <hi rend="g">Deckengemälde</hi>
bez. <hi rend="italic">G.A. Urlaub</hi> 1762.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>IRMELSHAUSEN.</hi> UFranken BA Königshofen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Zahlreiche v. Bibrasche <hi rend="g">Epitaphe</hi> 16.-18. Jh.</p>
<p>
<hi rend="bold">Wasserburg</hi> der Herren v. Bibra. Malerisch reizender Bau aus <milestone unit='line' n='40'/>
Ma. und Renss. &mdash; Kamin 1561.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ISLING.</hi> OFranken BA Lichtenfels.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor und Turm A. 15. Jh., Lhs. 1729, aus derselben
Zeit die Ausstattung.
</p>


<pb n='197' id='i206.png'/>

</div>

<div>
<index index="toc" />
<head><title>J</title></head>
<!-- [P: 197] -->

<p>
<hi rend='ort'>JÄGERSBURG</hi> b. Forchheim. OFranken.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1718-21 von <hi rend="italic">Joh. Dientzenhofer</hi> für Bischof Lothar
Franz v. Schönborn. Einfaches 3stöckiges Herrenhaus mit
Ecklisenen, giebelgekröntem Mittelrisalit, hohem Dach. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>JAHNA.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Ansehnlicher spgot. Bau A. 16. Jh. Flachgedecktes
Sch., eingezogener polyg. Chor mit <hi rend="italic">Glasgemälden</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>JAKOBSTAL.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einheitlicher und bezeichnender Bau von 1779. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>JECHABURG.</hi> Schwarzburg-Sondershausen LA Sondersh.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1726 an Stelle einer rom. Stifts-K. &mdash; Auf dem Frauenberg
Grundmauern einer rom. K. von normaler Kreuzgestalt
mit Chorquadrat, Apsis und Nebenapsiden.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>JENA.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Michael</hi>. Ehem. Cisterc.-Nonnen-Klst., gegr. M.
13. Jh., Neubau von 1438-1528, Turm erst 1557 voll. Mehrfach
erneuert, sehr verständnislos 1873. Noch immer prächtige
Raumwirkung. Hallenkirche mit 7 Jochen und Langchor;
früher direkt mit dem nördl. anstoßenden Klst. verbunden: <milestone unit='line' n='20'/>
unter ihm offene Durchgangshalle (wie in Kahla und in der
Deutschordenskirche in Würzburg). 2 Sakristeiräume mit
Piscine und got. Steinaltar; der eine im 17. Jh. als Fürstengruft
eingerichtet und mit Metallarbeiten von schöner Arbeit.
In den Westjochen kunstvolle Bienenzellengewölbe. Im <milestone unit='line' n='25'/>
Nordschiff steinerne Nonnenempore (15. Jh.); 1873 nach O
verlängert). Im nördl. Ssch. steinerne Emporen, alte und
neue Bestandteile gemischt. Außen an der SSeite ein reiches
spgot. Portal, von gekünstelter Komposition, aber malerisch
wirksam; Kielbogen mit Teilungspfosten, das Ganze in einer <milestone unit='line' n='30'/>
tiefen Nische mit Steinbalkendecke, an deren Vorderkante
ein schwebender Bogenfries, darüber eine Fenstergruppe.
Der WTurm unter Veränderung des Bauprogramms nachträglich
(E. 15. Jh.) hinzugefügt. Feine, interessante Bauformen.
Über der Eckvermittlung vom 4Eck zum 8Eck <milestone unit='line' n='35'/>
befanden sich (jetzt zerstört) Fialen, von welchen dünne,
mit Kantenblumen gezierte Strebebögen ausgingen. &mdash; Spgot.
<hi rend="g">Taufstein</hi>; spgot. <hi rend="g">Kanzel</hi> ganz rest.; bronzene <hi rend="g">Grabplatte
Martin Luthers</hi> nach dem Gemälde von
<hi rend="italic">Cranach</hi>, für Wittenberg bestimmt, 1551 hier aufgestellt; <milestone unit='line' n='40'/>
<hi rend="g">Grabstein</hi> der Familie <hi rend="g">Cospoth</hi> 1632-1676; zahlreiche
<hi rend="g">Gedenktafeln</hi>. &mdash; [Von den einst 16 Altären
nur das Mittelstück eines einzigen erhalten, jetzt im Museum,


<pb n='198' id='i207.png'/>

<!-- [P: 198] -->

wo auch ein bmkw. steinernes Vesperbild von ca. 1350].
Nahe der K. Holzfig. eines Bischofs um 1520. Außen ein verwittertes
<hi rend="g">Selbdritt</hi> und (am Turm) ein stilgeschichtlich
interessantes Kreuzigungsrelief, wohl vom Jenaer Bildhauer
<hi rend="italic">Hans Gronig</hi>. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Collegienkirche</hi> (Dominikaner). Ursp. 1sch.; später ein niedriges
Ssch. im N hinzugefügt. Das spgot. Gewölbe läßt eine ursp.
flache Balkendecke vermuten. Der im S anstoßende Kreuzgang
z. T. erhalten. <hi rend="g">Orgel</hi> 1701, mit reichem Prospekt,
große Menge von <hi rend="g">Gedenktafeln</hi> und <hi rend="g">Wandgräber</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
für Professoren und Studenten des 16.-18. Jh.; außen am
Turm großes dekoratives sächsisches <hi rend="g">Wappen</hi> 1557 mit
Inschr. betreffend die Gründung der Universität. &mdash; Vom anstoßenden
ehemaligen Dominikaner-Klst., 1558-1858 Universität,
sind einige Zellen und das got. Torhaus erhalten. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Garnisons-K</hi>. 1686. Viele Gedenktafeln.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Katholische K. Joh. Bapt.,</hi> rom., 11. Jh. Die Kämpferkaptt.
am ehemaligen Apsidenbogen könnten noch spätottonisch
sein. Sonst der Chor spgot. umgebaut. Dagegen im Langhaus
3 frührom. Fensterchen. Das Ganze dem Typus der thüringischen <milestone unit='line' n='20'/>
Missionskapellen zugerechnet, leider 1905 durch Querhaus
und andere Vergrößerungen entstellt. &mdash; Neben dem
SPortal <hi rend="g">Grabplatte</hi> der Jutta Sellerz 1382. Auf dem
Friedhof doppelseitige <hi rend="g">Passionsstatue</hi> auf Säule bez.
<hi rend="italic">Hans Gronig</hi> 1484, feine Steinskulptur. Manches Originelle <milestone unit='line' n='25'/>
unter den <hi rend="g">Grabmälern</hi> des 17. und 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus,</hi> ehemals mit offener Erdgeschoßhalle, um 1340, rest.
1700. Bmkw. der große Vorsaal. Sitzungszimmer mit Ausstattung
des 17. Jh. &mdash; <hi rend="bold">Burgkeller,</hi> derbe Renss. um 1546.
&mdash; <hi rend="bold">»Göhre«</hi> (Weinhaus) am Markt, mit spgot. Portal. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Haus Weimar</hi>. 1618, 1666; im Innern ziemlich prächtige Stuckdecken
&mdash; Mehrere Professorenhäuser des 17. und 18. Jh.
&mdash; Reste der <hi rend="bold">Stadtbefestigung,</hi> dazu der malerische runde
Pulverturm (13. Jh.?) über Bastei von 1430.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>JESBERG.</hi> RB Cassel Kr. Fritzlar. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Schloßruine</hi>. Seit 15. Jh. in Trümmern.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>JESTÄDT.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Rom. Turmchor, später nach O verlängert. Im flachgedeckten
Schiff Rundbg.Fenster. Got. Überarbeitungen 1588,
1599 (Inschr.). Hölzerne Emporen. &mdash; <hi rend="g">Grabmal</hi> des Wallrab <milestone unit='line' n='40'/>
von Boyneburg † 1572, der Ritter in voller Rüstung kniet
vor dem Gekreuzigten, umgeben von Weib und Kind.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Edelhof</hi> 1561, 1612, schlichtes Bauwerk, z. T. aus Fachwerk.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>JOACHIMSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
</p><p>
<hi rend="bold">Fräuleinstift</hi>. Erb. 1722-28 auf Kosten J. S. v. Zieglers.
<pb n='199' id='i208.png'/>
<!-- [P: 199] -->
Große prächtige Anlage. Gestrecktes Rck. mit Querflügeln
in der Mitte und an den Enden; 3 Geschosse mit 17 Fensterachsen,
Erdgeschoß als Sockelbau, die Obergeschosse in den
Risaliten mit durchlaufenden Pilastern. Mittelgiebel und
geschweiftes Mansardendach. Bedeutend behandeltes Vestibül <milestone unit='line' n='5'/>
und Treppenhaus, großer Saal durch beide Obergeschosse,
im kreuzgewölbten Erdgeschoß Logier- und Wirtschaftsräume,
im 1. Obergeschoß Gesellschaftszimmer, im 2. die Wohnzimmer
der 12 Stiftsfräulein. <hi rend="g">Bildnisse</hi> der sächsischen
Kurfürsten und aus der Familie v. Ziegler. &mdash; Der französische <milestone unit='line' n='10'/>
Garten wenig verändert. Reichliche Dekorationsplastik.
2 gesonderte Pavillons mit großem Gartensaal.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>JOHANNESBERG.</hi> RB Cassel Kr. Hersfeld.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Propstei,</hi> gestiftet 1013. Von den Gebäuden
nur das Bruderhaus erhalten, jetzt Schafstall, außer kleinen <milestone unit='line' n='15'/>
rom. Fenstern keine formierte Architektur. Für die K. erwiesen
zufällige Grabungen kreuzf. Gr., auch wurden rom.
Kapitelle gefunden (verschleudert).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>JOHANNISBERG.</hi> RB Cassel Kr. Fulda.
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche</hi> der 812 gegr. <hi rend="bold">Benedikt.-Propstei</hi>. Am WTurm, dessen <milestone unit='line' n='20'/>
bar. Dachwerk einen 8seit. rom. Steinhelm umschließt, schönes
sprom. Portal mit Zickzackornament, das Sch. im 15. Jh. erneuert.
Inneres barock. &mdash; <hi rend="bold">Schloßbau,</hi> jetzt Domäne, 1769
umgebaut von <hi rend="italic">Herwarthel</hi> aus Mainz (nach Entwurf von
<hi rend="italic">Welsch</hi>?). Fresko im Festsaal bez. 1732. Die großartigen <milestone unit='line' n='25'/>
Gartenanlagen z. T. erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>JÖHSTADT.</hi> K. Sachsen AH Annaberg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1675. &mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi> von <hi rend="italic">Andreas Petzold</hi> 1676,
Holz, 6,3 m Br. : 9 m H., in der Mitte in lebensgroßen freien
Figuren die Anbetung der Könige. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>JÜCHSEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> 1628. Hübsche, stimmungsvolle Inneneinrichtung.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>JUNKERSDORF.</hi> UFranken BA Hofheim.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Frgot. Turmchor mit umfänglichen <hi rend="g">Wandgemälden</hi>
aus M. 15. Jh. (rest. 1906), an der OWand Jüngstes <milestone unit='line' n='35'/>
Gericht; ferner S. Michael und Szenen aus der Geschichte
von S. Georg, S. Bernhard, S. Veit. An der Untersicht des
Chorbg. die klugen und törichten Jungfrauen. An der WWand
des Lhs. S. Christoph u. a. m. Sämtliche Szenen auf weißem
Grund mit roten Sternen. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>JUNKERSDORF.</hi> UFranken BA Ebern.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> sprom. Anlage, Chor im OTurm mit Tonnengwb.
&mdash; Schönes <hi rend="bold">Fachwerkhaus</hi> von 1617.
</p>


</div>

<div>
<index index="toc" />
<head><title>K und C</title></head>
<pb n='200' id='i209.png'/>

<!-- [P:200] -->

<p>
<hi rend='ort'>CABARZ.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1670. Mit hübscher <hi rend="g">Kanzel</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KADITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um 1500. &mdash; <hi rend="g">Altar</hi> 1756 von <hi rend="italic">F. G. Knöfel</hi>. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KAHLA.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Gemengbau, wesentlich 15. Jh., eindrucksvoller
Chor. Die Durchfahrt unter demselben jetzt zugemauert
(vgl. Jena). In der Sakristei Reste von Schnitzaltären. &mdash;
Steinfigg. von einer <hi rend="g">Ölberggruppe</hi> um 1500. &mdash; <milestone unit='line' n='10'/>
Reste von <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>. &mdash; <hi rend="bold">Leuchtenburg,</hi> 3/4 Stunden östl.
auf hohem Bergkegel. Umfangreiche Anlage mit rundem
Bergfried des 12. Jh., Geschütztürme 16. Jh. Alles andere
rettungslos verrestauriert (Burghotel).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KÄLBERAU.</hi> UFranken BA Alzenau. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
Wallfahrts-K. got.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>CALBITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der breite WTurm 13. Jh., Sch. 1724 von <hi rend="italic">David
Schatz</hi>, eigentümlich der geschweifte Gr. des Altarhauses.
Reiche Barockausstattung. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KALBSRIETH.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh. &mdash; Guter spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>CALDERN.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1250 dem Cisterc.-Nonnen-Konvent geschenkt.
Der Bau um weniges älter. Schlichter spätestrom. Gwb.Bau. <milestone unit='line' n='25'/>
Hauptsch. mit 3 rippenlosen spitzbg. Kreuzgwbb. Nur an
der NSeite ein durch spitzbg. Ark. vermitteltes Ssch.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>CALLENBERG.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
</p><p>
<hi rend="bold">Unterschloß</hi>. 8eck. Turm, dessen untere Hälfte im 15. und
16. Jh., dessen obere Hälfte im 17. Jh. erbaut. Der Hauptbau <milestone unit='line' n='30'/>
1857 im engl.-gotischen Stil vollständig umgestaltet.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Oberschloß</hi>. Erb. auf Mauern des Ma. A. 17. Jh., 1639 voll.
Von dem damals geplanten, sehr umfangreichen Schloßbau
des Herzogs Johann Casimir ist nur die <hi rend="g">Schloß-K</hi>. erhalten, 
bzw. fertig geworden. 3sch. Hallenkirche in got. renss. <milestone unit='line' n='35'/>
Mischstil. 3 Paar toskan. Sll. tragen das aus Korbbgg. und
Spitzbgg. zusammengesetzte Rippengewölbe. Emporen auf
Kreuzgewölben. Reich geschnitzte Holztür von 1639 auf der
Empore. Rest. 1845 und 1882. &mdash; Die farbigen <hi rend="g">Glasfenster</hi>
aus alten und neuen Teilen gemischt. &mdash; <hi rend="g">Steinkanzel</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
und <hi rend="g">Taufstein</hi> mit kopiösem Schmuck in
originellem Frühbarock. &mdash; Der anstoßende Wohnbau 1831, 1882.
</p>


<pb n='201' id='i210.png'/>

<!-- [P: 201] -->

<p>
<hi rend='ort'>KALTENBORN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
</p><p>
<hi rend="bold">Augustiner-Chorherrenstift</hi>. Wenige Ornamentreste der rom. K.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KALTENLENGSFELD.</hi> Sachs.-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Altarhaus im got. OTurm, Hauptraum Emporensaal
von 1721. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KALTENNORDHEIM.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
</p><p>
<hi rend="bold">Martinsburg</hi>. Das »alte Schloß« Ruine, das »neue Schloß«
1752-54 schlichter Bau für die Behörden.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KALTENSUNDHEIM.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche</hi> auf dem stark befestigten Hügel der untergegangenen <milestone unit='line' n='10'/>
Wolframsburg. Schlichter spgot. Bau mit Flachdecke, rest.
1604. Turm über dem Chor. &mdash; <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> 17. und
18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KALTENWESTHEIM.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> auf befestigtem Hügel. Die jetzige K. 1799. Auf <milestone unit='line' n='15'/>
der flachen Bretterdecke großes <hi rend="g">Gemälde</hi> der Himmelfahrt.</p>
<p>
<hi rend="bold">Burgruine</hi>. Nur die Ringmauer streckenweise erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>CAMBURG.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Der vortretende WTurm Überrest der rom. Anlage,
sonst spgot. Hallenkirche mit Veränderungen 1703. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>
<p>
<hi rend="bold">S. Cyriacus</hi> (1-1/2 km westl. im Walde). Ruine einer einfachen
rom. Pfl.Basilika.</p>
<p>
<hi rend="bold">Burgruine</hi>. Runder rom. Bergfried, vielleicht 11. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KAMENZ.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">Haupt-K</hi>. Die Zeit des ersten Baues ungewiß, Wiederherstellung <milestone unit='line' n='25'/>
nach Brand im Hussitenkriege 1429. Urspr. 3sch.
Hallenbau, nach N um ein 4. Schiff erweitert, gestreckter
1sch. Chor. Der letztere aus Granitquadern, das Langhaus
aus Bruchstein mit Backsteingiebeln, welche so angeordnet
sind, daß je 2 Schiffe unter 1 Satteldach zusammengefaßt <milestone unit='line' n='30'/>
werden. Der Turm springt in die NWEcke ein. Steinerne
spgot. Empore im W. &mdash; Mittelalterliche Einrichtung.
Bmkw. <hi rend="g">Kreuzigungsgruppe</hi> (ehemals auf dem Triumphbogen),
Zeit nicht leicht zu bestimmen, etwa A. 15. Jh.,
aber mit altertümelnden Zügen. <hi rend="g">Michaelisaltar</hi> 1498, <milestone unit='line' n='35'/>
im Schreine die Figur des Seelenwägers, Flügel bemalt.
<hi rend="g">Hauptaltar</hi> um 1520, 3 Vollfigg. im Schrein, je eine
an den Flügeln, sehr unruhiger malerischer Gewandstil, in
der Predella Abendmahl, kleinere Figg. im Obergespränge.
Protestantische Einrichtung: <hi rend="g">Kanzel</hi> 1566. <hi rend="g">Holzemporen</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
an den Langseiten 1675-1709. &mdash; <hi rend="g">Votivgemälde</hi>
von einem Nachfolger Cranachs (wohl <hi rend="italic">Wolf
Krodel</hi>). <hi rend="g">Epitaph</hi> mit Jüngstem Gericht von <hi rend="italic">Andr. Dreßler</hi>
1554. Sonstige <hi rend="g"></hi>Epitaphgemälde E. 16. und A. 17.
Jh. <hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi> (v. Lüttichau, v. Nischwitz)
<pb n='202' id='i211.png'/>
aus derselben Zeit. Wandepitaph v. Ponickau 1617
u. a. m.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kloster-K</hi>. (Franziskaner) nach 1493. 3sch. Hallenbau im
Grundriß der Haupt-K. Mit Blenden gezierte Backsteingiebel.
Reste spätgot. Gestühls. Mehrere <hi rend="g">Schnitzaltäre</hi> <milestone unit='line' n='5'/>
von bmkw. guter Qualität aus dem 2. und 3. Jahrzehnt des
16. Jh.
</p>

<p>
Unbedeutende kapellenartige Bauten des späten Ma. sind
die Katechismus-K. und die Just-K.
</p>

<p>
Von den älteren Profanbauten ist durch den Stadtbrand 1842 <milestone unit='line' n='10'/>
vieles zerstört. Einige Renss.Tore. Adelshäuser der Bar.Zeit
wie z. B. die jetzige Amtshauptmannschaft von 1695. Andreasbrunnen
auf dem Markt 1570, in der Art <hi rend="italic">Chr. Walthers.</hi>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KÄMMERZELL.</hi> RB Cassel Kr. Fulda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Geräumiger Bau von 1804 mit stattlicher Fassade. <milestone unit='line' n='15'/>
&mdash; <hi rend="g">Bilder</hi> aus der ehemal. Universität in Fulda.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>CANITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich 1697; auf rom. Grundlage.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1758, Trikliniengrundriß, die Flügel nach rückwärts.
Der Hauptsaal hat schlichte Holztäfelung und gemalte Tapeten. <milestone unit='line' n='20'/>
Park in französischer Anlage.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KANNAWURF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Wasserburg. Im jetzigen Bestande 1564.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>CANNEWITZ.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> got. Prächtige <hi rend="g">Sandsteinkanzel</hi> A. 17. Jh., <milestone unit='line' n='25'/>
darunter kniender Ritter, wohl Wolf v. Starschedel.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KAPELLENDORF.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Cistercienser-Nonnen-Kloster-K.,</hi> gegr. 1235 mit
Resten einer älteren rom. Pfarr-K. 1503 der Chor zugebaut,
und das Lhs. erhöht, neue Nonnenempore in Länge des alten <milestone unit='line' n='30'/>
Schiffs. Mehrere <hi rend="g">Grabsteine</hi> und <hi rend="g">Epitaphe</hi>, interessant
das für den Markgrafen von Kirchberg und seine Frau
von 1410; beide kniend; oben auf einer Konsole der Schmerzensmann.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Burg</hi> (Wasseranlage) von hervorragend guter Erhaltung, got. <milestone unit='line' n='35'/>
Palas 14. Jh. mit gesondertem Küchenbau, doppelter Mauerring,
Türme 12.-16. Jh., Haupttor Renss.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KARBACH.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Erb. 1611. Turm 15. Jh. Auf dem linken (neuen)
Seitenaltar gute Holzfigur St. Wolfgang, E. 15. Jh., Richtung <milestone unit='line' n='40'/>
<hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KARLBURG.</hi> UFranken BA Karlstadt.
</p><p>
Von einem 889 genannten Klst., angeblich Stiftung der fränkischen
Prinzessin Gertrudis, nichts erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> spgot. und 17. Jh.
</p>


<pb n='203' id='i212.png'/>

<!-- [P: 203] -->

<p>
<hi rend='ort'>KARLSDORF.</hi> RB Cassel. Kr. Cassel-Land.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (französ. Kolonie). 1704 von <hi rend="italic">Paul Du Ry</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>CARLSFELD.</hi> K. Sachsen AH Schwarzenberg.
</p><p>
<hi rend="bold">Dreifaltigkeits-K</hi>. 1684-88, von <hi rend="italic">Hans Georg Roth</hi>, angeblich
nach, dem Plan eines Italieners (?). Für Sachsen älteste Vorform <milestone unit='line' n='5'/>
des später von <hi rend="italic">George Bähr</hi> gepflegten Typus von Zentralbauten;
Gr. quadr. mit abgestutzten Ecken, durch Anbauten
im O (Altarhaus) und W (Vorhalle mit Treppen für die Emporen)
in 8 Eck verwandelt. Kanzel über dem Altar. &mdash; Die
virtuos geschnitzten <hi rend="g">Altarfiguren</hi> italienischen Stils <milestone unit='line' n='10'/>
vielleicht von <hi rend="italic">Andreas Petzold</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KARLSFRIED.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
</p><p>
<hi rend="bold">Burg</hi>. Erb. von Kaiser Karl IV. 1357, von den Hussiten ausgebrannt.
Die Ruine läßt wenig mehr als den Gr. erkennen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KARLSTADT.</hi> UFranken BAmtsstadt. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Der einzige bedeutendere got. Bau im Bezirk. Radikaler
Umbau einer sprom. Basilika, von welcher erhalten:
der WTurm ganz, die unteren Teile der Umfassungsmauern
des Lhs., die Vierungspfll. und die alte Sakristei. Im letzten
Viertel des 14. Jh. der gestreckte Chor mit 5/8 Schluß (wohl <milestone unit='line' n='20'/>
von demselben Meister, wie der Chor der K. in Dettelbach),
das Qsch. und das als Hallenkirche mit schlanken kämpferlosen
Pfll. und Netzgwbb. behandelte Lhs. Im WJoch steinerne
Querempore. Das hohe Dach verdeckt die OSeite des schönen
rom. Turms. &mdash; 1614 <hi rend="g">dekorative Bemalung</hi> von <milestone unit='line' n='25'/>
<hi rend="italic">W. Ritterlein</hi> (vgl. Buchold). Spgot. <hi rend="g">Wandgemälde</hi>
im Chor und Qsch. (sehr rest.). Zierliche <hi rend="g">Steinkanzel</hi>
mit feinen Reliefs, 1523, Werkstatt <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>. In
der Rienecker-Kap. großer steinerner <hi rend="g">Salvator</hi> 2. H.
14. Jh. Vortreffliche <hi rend="g">Holzfig</hi>. des hl. Nikolaus von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>. <milestone unit='line' n='30'/>
Am Turm interessante Steinstatue, <hi rend="g">S. Georg</hi>
zu Pferde, um 1520. &mdash; Zahlreiche <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>:
hervorzuheben die Bildnissteine der Vögte von Rieneck,
aus 1. H. 16. Jh.; der des Philipp † 1550 von <hi rend="italic">Peter Dell d. J.</hi>
Im südl. Qsch. Denkmal für Friedrich v. Hutten 1727. <milestone unit='line' n='35'/>
&mdash; In der <hi rend="g">Sakristei</hi>: S. Georg zu Pferde, Silber, hervorragende
Arbeit von <hi rend="italic">Ph. H. Drentwett</hi> in Augsburg 1710,
Maria immaculata, Silber, von <hi rend="italic">J. M. Maurer</hi> in Augsburg
1730. Mehrere gute Kelche rok. und klassizistisch, 1739.
&mdash; 2 <hi rend="g">Glocken</hi> 14. Jh., eine 1502. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Spital-K</hi>. 15. Jh., flachgedeckt. &mdash; Altäre einheitlich 1689.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 15. Jh., einfach stattlich, Freitreppe, Staffelgiebel.
Bmkw. Einrichtung aus fr. 17. Jh.
</p>

<p>
Zahlreiche gute <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi>: ältestes no 82 von 1449;


<pb n='204' id='i213.png'/>

<!-- [P: 204] -->

no 341 Amtskellerei mit dem Wappen des FB. Julius; 345
guter Bar.-Bau von 1721.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Bezirksamt</hi>. 1717, Wappen des FB. Joh. Phil. v. Greiffenklau.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stadtmauern und Türme,</hi> 14. Jh., großenteils erhalten.
</p>

<p>
Über der Stadt die <hi rend="bold">Karlsburg</hi> (Ruine). Die erste Gründung <milestone unit='line' n='5'/>
wird auf den Frankenkönig Karl Martell zurückgeführt. Seit
ca. 1080 Besitz der Bischöfe von Würzburg. Aus karoling.
Zeit nichts erhalten; rom. einige Teile des Berings und der
Stumpf des Bergfrieds; got. der Palas. In einer Nische sehr
schöne <hi rend="g">Madonna</hi>, Holz, um 1490. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>CARTHAUSE.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Kloster-K</hi>. (Scheune). Nur der 3/8 Chor erhalten.
A. 13. Jh. An den Fenstergewänden Säulchen mit Blattwerk.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KASENDORF.</hi> OFranken BA Kulmbach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1492, Veränderungen 17. Jh. &mdash; Lhs. flachgedecktes <milestone unit='line' n='15'/>
Rck., netzgewölbter Chor 2 Joche und 3/8 Schluß. <hi rend="g">Glasgemälde</hi>
1486. <hi rend="g">Ikon. Grabstein</hi> 1560 bez. <hi rend="italic">FH</hi>,
ein anderer 1688. <hi rend="g">Gemälde</hi> des 17. Jh. mit interessanter
Darstellung der Kommunion der Evangelischen auf dem
Augsburger Reichstag 1530. <hi rend="g">Altar</hi> 1662. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>CASSEL.</hi> Pr. Hessen-Nassau Hauptstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">Brüder-K</hi>. (ehem. Carmeliter). Beg. nach 1294, Chor voll.
1331, Sch. voll. 1376. &mdash; Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche,
gewölbt, im Hauptschiff 8 Joche, im Nebenschiff (N) 4 Joche,
gestreckter Chor mit Schluß aus 8Eck. Über dem Choranfang <milestone unit='line' n='25'/>
schlanker 6eck. Dachreiter. &mdash; <hi rend="g">Relief</hi> vom Tympanon des
NPortals, Beweinung, jetzt in der Sakristei. &mdash; <hi rend="g">Epitaphe</hi>
mit Relieffigg. aus 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Stifts-K. S. Martin.</hi> Chor voll. 1367, Langhaus 1453. Nach
Einsturz neue Weihe 1462. &mdash; Große Hallenkirche mit gestrecktem <milestone unit='line' n='30'/>
5/8 Chor und 2 WTürmen. Im Sch. 6, im Chor
2 Joche. Die reich profilierten Schafte setzen sich mit einem
Teil ihrer Glieder in den Scheidbgg. fort. Die ungleiche Schiffsbreite
hat nicht, wie in der frgot. hessischen Schule, zur Stelzung
der Sschiffsgwbb., sondern zur Tieferlegung ihrer Scheitel <milestone unit='line' n='35'/>
geführt. An den Schlußsteinen des Chors Apostelbilder.
Gegen die festlich reiche Wirkung des Innern fällt das Äußere
ab. Von den Türmen nur der südl. vollendet, zum Schluß
in Renss.Formen übergehend, seit 1892 mit got. Helm versehen,
der NTurm ebenso ausgebaut. &mdash; Im Chor <hi rend="g">Marmorgrab</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
Philipps des Großmütigen † 1567 und seiner Gemahlin
von <hi rend="italic">Elias Godefroy</hi> (<hi rend="italic">Gottfro</hi>) aus Cambray (Kämerich) † 1569,
vollendet 1570 von seinem Schüler <hi rend="italic">Adam Beaumont</hi>; davor
im Fußboden die betreffenden Grabsteine mit Wappen und
Allegorien. <hi rend="g">Epitaphe</hi> der Landgräfin Christine mit <reg orig='Bronze-|relief'>Bronzerelief</reg>
<pb n='205' id='i214.png'/>
<!-- [P: 205] -->
von <hi rend="italic">Phil. Soldan</hi> 1550, des Prinzen Philipp 1619.
In der Gruft <hi rend="g">Särge</hi> der landgräflichen Familie. &mdash; <hi rend="g">Orgel</hi>
1600 von <hi rend="italic">Hans Scherer</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Luther-K</hi>. am Graben 1734 von <hi rend="italic">G. Ghezzi</hi>. Einfacher, turmloser
Saalbau in Straßenflucht. <hi rend="g">Ölgemälde</hi> von <hi rend="italic">J. G. <milestone unit='line' n='5'/>
Tischbein</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Oberneustädter (französische) K.</hi> 1698-1706 vom Hugenotten
<hi rend="italic">Paul Du Ry</hi>. Gestrecktes 8Eck mit Walmkuppel, gekrönt
von einer schweren Laterne, die Formen innen und außen
die denkbar einfachsten, wenn man auch an der fein profilierten <milestone unit='line' n='10'/>
toskan. Ordnung der WFront die gute Pariser Schule
nicht verkennen wird. Erhöhung durch die oberen Emporen
1874. <hi rend="g">Graumarmordenkmal</hi> des Grafen v. Broglie,
gefallen 1758.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kathol. K</hi>. 1770-1776 von <hi rend="italic">Simon Louis Du Ry</hi>. Da den <milestone unit='line' n='15'/>
Katholiken damals nicht das Recht freier Religionsübung
zustand, erhielt die in fortlaufender Straßenflucht stehende
Fassade das Aussehen eines, zwar stattlichen, Privathauses.
Reicher, wenn auch in klassizistischer Simplizität, das
Innere; Emporen auf jon. Sll.; im 1/2kr. Chor ein oberer Umgang. <milestone unit='line' n='20'/>
Die Flächen in rotem Stuckmarmor; Basreliefs weiß,
von <hi rend="italic">Gérin</hi>. Spgot. <hi rend="g">Altarflügel</hi> angeblich aus Hersfeld.
<hi rend="g">Ölbilder</hi> von <hi rend="italic">L. Cranach</hi> und <hi rend="italic">J.H. Tischbein</hi>. Bronzene
<hi rend="g">Standleuchter</hi> 1626.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hof- und Garnison-K</hi>. 1757-1770. Saalbau. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Unterneustädter K.</hi> 1801-08. Saalbau mit kleiner Kuppel
und Laterne in der Mitte der flachen Decke.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Bettenhäuser K</hi>. 1792. Saalbau. Turm mit Schweifhaube.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hospital S. Elisabeth mit K</hi>. Gegr. 1383, erneuert 1587.
<hi rend="g">Sandsteinstatue</hi> der h. Elisabeth 15. Jh. in Renss. <milestone unit='line' n='30'/>
Nische.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Renthof</hi>. Einfacher großer Renss.Bau 1581-1618. Mehrere
reich durchgebildete Portale und ein <hi rend="g">Brunnen</hi> mit sitzender
Statue in römischer Feldherrntracht. Im Innern spärliche
Reste alter Bemalung. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Marstall,</hi> voll. 1585. Vierflügelanlage mit Volutengiebel.
Treppentürme in den Ecken des Binnenhofes.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Zeughaus</hi> 1573-1583, ansehnlicher Massenbau, an einigen
Stellen reiche Wappensteine. Portale an der Hauptfront 1766.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Druselturm</hi> und <hi rend="bold">Zwehrenturm</hi>, Reste der von Ldgrf. Ludwig I. <milestone unit='line' n='40'/>
1415 angelegten Stadtbefestigung.
</p>

<p>
Sog. <hi rend="bold">Kunsthaus,</hi> ursp. als Schauspielhaus erb. 1594 für Ldgrf.
Moritz den Gelehrten, umgebaut 1696 von <hi rend="italic">Paul Du Ry</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Orangerieschloß</hi> 1701-1711 von Ldgrf. Carl nach italienischen
Reiseerinnerungen; jedoch ist die spezielle Stilerscheinung


<pb n='206' id='i215.png'/>

<!-- [P: 206] -->

des malerisch empfundenen, im einzelnen viel Reizendes enthaltenden
Gebäudes französisch. Architekt <hi rend="italic">Paul Du Ry</hi>
(nicht sicher). <corr sic="Derinnere">Der innere</corr> Ausbau erst 1730 voll. In der Mitte
Apollosaal mit stuckierten Wänden. Vom einstigen Statuenschmuck
vieles zerstört. In einem anschließenden Pavillon <milestone unit='line' n='5'/>
das <hi rend="bold">Marmorbad</hi> 1720-28 mit den ihrer Zeit berühmten
Skulpturen von <hi rend="italic">Pierre Monot</hi>. Als Gegenstück das <hi rend="bold">Küchenschloß</hi>
1765. Unterhalb der Orangerie breitet sich der großartige
<hi rend="bold">Augarten</hi> aus, entworfen von <hi rend="italic">Le Notre</hi>, E. 18. Jh.
anglisiert. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Alte Gemäldegalerie</hi>. 1751 von <hi rend="italic">Charles Du Ry</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Garde du Corps-Kaserne</hi>. 1768 von <hi rend="italic">S. L. Du Ry</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Museum Fridericianum</hi> (Bibliothek). 1769-79 von <hi rend="italic">S. L. Du
Ry</hi>, klassizistisch in besonders strenger und trockener, an
englische Bauten dieser Richtung erinnernder Auffassung; <milestone unit='line' n='15'/>
lang gestreckt in 19 Achsen; einzige Pilasterordnung, jonisch,
mit untergeordneter Behandlung der in 2 Geschossen angeordneten
Fenster, oberer Abschluß durch Balustrade mit
Vasen und Statuen, in der Mitte vorspringende Tempelfront.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Au-Tor</hi>. 1782 von <hi rend="italic">S. L. Du Ry</hi>, die 2 Wachthäuser abgebrochen. <milestone unit='line' n='20'/>
Der Triumphbogen (1824 von <hi rend="italic">Bromeis</hi>) auf den
Platz vor dem Regierungsgebäude versetzt.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Privathäuser.</hi> Fachwerkbauten des 16. und 17. Jh. in ziemlicher
Menge, einige durch neuerliche Rest. wieder zu Ansehen
gebracht. Eines der ältesten Altmarkt 21; Druselgasse 27 <milestone unit='line' n='25'/>
ao. 1557; Brüderstr. 2 ao. 1597; Oberste Gasse 17 ao. 1651.
Am steinernen Erdgeschoß des Hauses Brink 8 hübsches
Vesperbild E. 15. Jh. Wildemannsgasse 19 Steinbau des
17. Jh. mit Diamantquadereinfassung der Fenster. Von
<hi rend="italic">Charles Du Ry</hi> das Haus Theodor Landré Ecke Karls- und <milestone unit='line' n='30'/>
Wilhelmsstr. Das Rokoko sehr gut vertreten durch das Haus
am Friedrichsplatz gegenüber dem Theater und eine fast
mit dem Asamhaus in München wetteifernde Stuckfassade
Königsplatz 55. Das Haus des Ministers v. Jungken Ecke
Friedrichsplatz und Königsstr. (jetzt k. Schloß) bmkw. als <milestone unit='line' n='35'/>
erstes rein klassizistisches Werk <hi rend="italic">S. L. Du Rys</hi> beg. 1767
(durch Anbau 1821 erweitert und als kurfürstliches Palais
eingerichtet). Von <hi rend="g">demselben</hi> 1773 das v. Waitzsche
Haus, 1775 das französische Rathaus. Zahlreiche Bauten
in gräzisierendem Klassizismus aus der Zeit Jérômes. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>CASTELL.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
</p><p>
Oberes und unteres <hi rend="bold">Schloß</hi>; jenes die Stammburg der jetzigen
Fürsten Castell. Von dem oberen nur der 5fache Graben und
Reste eines Renss.Baus auf dem Burgberg erhalten. Jetziges
Schloß spätbarock.
</p>


<pb n='207' id='i216.png'/>

<!-- [P: 207] -->

<p>
<hi rend="bold">Pfarr- und Schloß-K.</hi> 1780 in kühl elegantem Frühklassizismus.
Große umlaufende Emporen und charakteristisch protestantischer
Kanzelaltar in Alabaster (sog. Castellscher
Marmor). In der Anordnung des WTurmes Nachklang des
Neumannschen Kirchentypus. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KATHARINENBERG</hi> b. Wunsiedel, OFranken.</p>
<p>
Ehem. <hi rend="bold">Wallfahrts-K</hi>. (gestiftet 1462), nur W-Turm erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KAUERN.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
</p><p>
<hi rend="bold">Herrenhaus</hi>; STeil E. 16. Jh., interessante Stuckdecke; Hauptbau
1701 ff.; in der Kapelle ein <hi rend="g">Reisealtärchen</hi> aus <milestone unit='line' n='10'/>
Elfenbein, gute französische Arbeit des 14. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KAUFUNGEN.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. eingezogener quadr. Chor mit Turm und 1/2kr.
Apsis.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KAUFUNGEN.</hi> Kr. Cassel-Land. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Nonnen-Klst.-K.</hi> Gegr. 1017 von Kunigunde, der
Gemahlin Heinrichs II. auf einem Königshof. Gew. 1025.
Unter den sprom. und spgot. Veränderungen hat sich vom
Stiftungsbau so viel erhalten, daß die Rekonstruktion, wo
nicht in allen, so doch in mehreren Hauptpunkten gesichert <milestone unit='line' n='20'/>
ist. Die frühe Entstehungszeit macht den Bau besonders
interessant. Die Abmessungen bedeutend: ganze innere L.
56 (eventuell 60 m). Gr. lateinisches Kreuz. Wenn die Kreuzarme
nicht das volle Maß der Vierung haben, so ist das wohl
nur Ungenauigkeit. Beabsichtigt dagegen ist die unterquadr. <milestone unit='line' n='25'/>
Gestalt des Chorhauses (innen 8,8 m br., 7 m tief). Genau
dieselben Maße kehren wieder im Gr. des WTurmes. Ob der
Hauptchor eine Apsis hatte, ist ungewiß; höher die Nebenapsis
am nördl. Kreuzarme. Die sehr hohe Öffnung bezeichnend
für Anlagen aus 1.H. 11. Jh. (Limburg, Hersfeld u. a. m.). Eine <milestone unit='line' n='30'/>
Krypta hat sicher gefehlt. Die Zahl der Arkaden des Lhs. läßt
sich durch die z. T. erhaltenen Fenster auf 7 bestimmen. Die
Stützen waren Pfll. Durch die jüngste Untersuchung (Holtmeyer)
ist wahrscheinlich gemacht, daß die Sschiffe, obgleich
sie nicht breit sind (genau 1/2 des Msch.) an jedem Ende mit <milestone unit='line' n='35'/>
einer Doppelarkade schlossen (vgl. S. Michael in Hildesheim).
Sehr interessant wäre es, wenn es sich bestätigte, daß auch
das Msch. vom Qsch. durch niedrige Arkaden (4), der Lettnereinrichtung
jüngerer Zeiten vergleichbar, abgesondert war. In
der Einrichtung des WBaus ist durch z. T. schon in rom. Zeit <milestone unit='line' n='40'/>
eingetretene Veränderungen mehreres unklar geworden. Das
Erdgeschoß stand durch 3 Arkaden mit dem Msch. in Verbindung.
Nach ihrer Zusetzung wurde die Eingangstür der
Wwand überflüssig und ebenfalls geschlossen. 2 weitere
Türen in der N- und SWand scheinen auf Nebenräume in der


<pb n='208' id='i217.png'/>

<!-- [P: 208] -->

westl. Verlängerung der Sschiffe geführt zu haben, mit denen
sie durch die oben erwähnten Doppelarkaden kommunizierten.
Besser gesichert ist Gestalt und Bestimmung des 2. Turmgeschosses:
es enthielt die Nonnenempore und öffnete sich
gegen die K. in 3 hohen Arkaden. Dann noch 2 weitere Turmgeschosse, <milestone unit='line' n='5'/>
das letzte mit offenen Klangarkaden. Im Ganzen
erinnert der WBau sehr an westfälische und niederrheinische
Anlagen dieser Zeit, von denen es sich immerhin durch die
westl. Eingangstür unterscheidet. Rätselhaft ist der verhältnismäßig
große 6seitige Nebenturm der NSeite; er steht mit <milestone unit='line' n='10'/>
dem übrigen Bau in keinem zeitlichen und ursächlichen Zusammenhang.
Holtmeyer erklärt ihn für älter als die K.
und vermutet in ihm einen Überrest (Bergfried?) der Königspfalz.
&mdash; Technische Ausführung von größter Einfachheit:
Bruchstein mit Verputz und Quaderecken, die Portale rechtwinklige <milestone unit='line' n='15'/>
Einschnitte, sogar ohne Maueranschlag für die Türflügel.
&mdash; Die Umwandlung des Lhs. in Hallenkirche im 13.
Jh. kam nicht zur Vollendung; mit der Marburger Schule
kein Zusammenhang, eher mit Westfalen. Am Chor wiederholte
Änderungen: im 12., im 13., im 15. Jh. &mdash; Reste der <milestone unit='line' n='20'/>
<hi rend="g">Ausstattung</hi> unerheblich. 2 spgot. <hi rend="g">Holzreliefs</hi>
mit Heinrich und Kunigunde könnten zum Chorgestühl gehört
haben. <hi rend="g">Grabsteine</hi> meist sehr beschädigt, gut der der Äbtissin
Anna v. d. Borch 1521. &mdash; <hi rend="g">Stiftsgebäude</hi>. Zu
modernen Zwecken verbaut. Von Interesse nur die Frage, <milestone unit='line' n='25'/>
ob in ihnen Reste von der Pfalz Heinrichs II. stecken. Das
Inventar bejaht sie. 1. An der SOEcke der ehemaligen Klausur
stößt eine Kap. mit 1/2 Apsis, sicher rom., vielleicht
noch etwas älter als die Klst.-K. (in den Quellen von einer
S. Georgs-Kap. die Rede). 2. In der jetzigen »Renterei« <milestone unit='line' n='30'/>
am WFlügel des Kreuzgangs stecken die rom. Mauern eines
quadr. Raumes mit quadr. Unterteilung; etwa eine Doppelkapelle.
Auf Grund dieser Reste von Holtmeyer im Inventar
eine interessante Idealrestauration der ganzen Pfalzanlage.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KAUSCHWITZ.</hi> K. Sachsen AH Plauen. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1763 aus einem alten starken Wartturm inmitten
eines Weihers; hohes Kegeldach mit Gaupen und krönender
Durchsicht; Treppenanbau in Fachwerk; das Ganze voll
Seltsamkeit und malerischen Reizes.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>CAVERTITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Anlage, letzte Umbauten 1797 und 1825. &mdash;
Reicher Altarbau 3teilig mit dominierenden großen <hi rend="g">Sandsteinreliefs</hi>;
um 1580; angeblich von <hi rend="italic">Aegidius de Bruigt</hi>
(de Brugk). Reizvolle geschnitzte <hi rend="g">Kanzel</hi> um 1600. &mdash;
</p>


<pb n='209' id='i218.png'/>

<!-- [P: 209] -->

<p>
Mehrere bmkw. <hi rend="g">Denkmäler</hi> 16. und 18. Jh., besonders
das der Esther v. Schleinitz 1584.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KEFFERHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.). Kleiner Bar.Bau 1686, reich ausgestattet,
Hauptaltar ähnlich dem zu Ershausen. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KEILA.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. Orla.
</p><p>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1696, unbedeutend. &mdash; im Chor <hi rend="g">Gemälde</hi>
(Kreuzigung) von <hi rend="italic">Paul Keil</hi> aus Neustadt 1604 (vgl. Nimritz
und Arnshaugk).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KELBRA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kirche</hi> des 1251 gegr. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst</hi>. Von einem älteren
Bau der rom. Turmunterbau. Die got. Klost.-K. 1sch. flachgedeckt,
in der Spätgotik durch 1 Nebenschiff erweitert.
Nach Brand 1607 stark restauriert.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KEMBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Wittenberg. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Spgot. Ziegelrohbau. &mdash; <hi rend="g">Altartriptychon</hi>
mit Gemälden von <hi rend="italic">L. Cranach d. J.</hi> &mdash; <hi rend="g">Sakramentshaus</hi>,
zierlicher hoher Aufbau aus Sandstein, in der Art
der gewöhnlich <hi rend="italic">Adam Krafft</hi> zugerechneten fränkischen Arbeiten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KENTZGAU.</hi> UFranken BA Haßfurt. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1760 mit starkem ma. Chorturm. Gute Rok.Ausstattung.
&mdash; Reste des ehemaligen <hi rend="bold">Wasserschlosses</hi>. &mdash; Überlebensgroße
<hi rend="g">Kreuzigungsgruppe</hi> um 1620.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KERSBACH.</hi> OFranken BA Forchheim.
</p><p>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1744 von <hi rend="italic">Küchel</hi>, einem Schüler Neumanns. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KERPSLEBEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
</p><p>
</p>

<p>
Große <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. 1720 mit WTurm von 1456. &mdash; Daran außen
<hi rend="g">Relief</hi>, Kreuzigungsgruppe. &mdash; Pomphafter <hi rend="g">Kanzelbau</hi>
3geschossig, bis zur Decke aufsteigend.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KESSELSTADT.</hi> RB Cassel Kr. Hanau. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß Philippsruhe</hi> 1701-13 von Gf. Phil. Reinhard v. Hanau.
Bedeutende Anlage mit Flügelgebäuden und Eckpavillons.
Großer Park und Orangerie. Umbauten 1873.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KEUDELSTEIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
</p>

<p>
Ansehnliches <hi rend="bold">Herrenhaus</hi> (v. Keudell) aus 16. und 17. Jh., <milestone unit='line' n='35'/>
Anlage im Winkelhaken, steinernes Erdgeschoß, 2 Obergeschosse
in Fachwerk. Schöner Renss.Turm, Kamin 1671, gemalte
Zimmerdecken. 
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KEULA.</hi> Schwarzburg-Sondershausen LA Ebeleben.
</p><p>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1662. &mdash; Über dem Altar großes anscheinend nicht <milestone unit='line' n='40'/>
wertloses <hi rend="g">Relief</hi> mit Grablegung 1. H. 16. Jh., Umrahmung
17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KIESELBACH.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
</p><p>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spgot. Chor mit Sakramentsnische, Sch. im 17. Jh.
verändert.
</p>


<pb n='210' id='i219.png'/>

<!-- [P: 210] -->

<p>
<hi rend='ort'>KIRCHAICH.</hi> UFranken BA Haßfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sprom. E. 13. Jh., überarbeitet und neu ausgestattet
A. 18. Jh. &mdash; <hi rend="g">Holzmadonna</hi>, gute ländliche Arbeit
E. 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KIRCHBRACHT.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> inmitten eines befestigten Totenhofs; flachgedecktes
Sch. und eingezogener Turmchor. Die spärlichen Details
weisen auf E. 14. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KIRCHENEHRENBACH.</hi> OFranken BA Forchheim.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1796. &mdash; Altarstatuen von <hi rend="italic">B. Mutschelle</hi> aus Bamberg. <milestone unit='line' n='10'/>
&mdash; Grabmäler der Familie v. Wiesenthau 1587, 1594,
1595, eines bez. H. W. (<hi rend="italic">Hans Werner</hi>).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KIRCHENLAMITZ.</hi> OFranken BA Wunsiedel.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> erweitert 1596 durch <hi rend="italic">Georg Zapf</hi>. Altar 1687.</p>
<p>
<hi rend="bold">Gottesacker-K</hi>. 1660. &mdash; <hi rend="bold">Rathaus</hi> 1705. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KIRCHGANDERN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath). Einheitlich 1686. Sehr prächtiger <hi rend="g">Hochaltar</hi>
1691.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KIRCHHAIN.</hi> RB Cassel Kreisstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> (ehem. Karmeliter-Klst.). Ursp. 3sch. Hallenkirche <milestone unit='line' n='20'/>
aus 2. H. 14. Jh. Durch Umbauten (16. Jh. und später) sehr
entstellt. &mdash; Zierlicher spgot. <hi rend="g">Taufstein</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KIRCHHASEL.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Mit der Langseite an einen befestigten got. Rundturm
gelehnt. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KIRCHHEIM.</hi> UFranken BA Würzburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Turm 1. H. 13. Jh., Chor und Lhs. 1701. Stuckatur
und Gipsaltäre einheitlich E. 18. Jh. von <hi rend="italic">M. Bossi</hi> im Charakter
Louis XVI.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Synagoge</hi> 17. Jh., interessant (ähnliche in Bechhofen, M.-Franken). <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KIRCHLAUTER.</hi> UFranken BA Ebern.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Bar.Anlage aus der Zeit des würzburgischen Fürstbischofs
Joh. Gottfr. v. Guttenberg (1684-1698). Stark
artikulierte Horizontalgliederung, Volutengiebel. Innen <milestone unit='line' n='35'/>
<hi rend="g">Stuckdecken</hi> um 1720.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KIRCHOHMFELD.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> got., oberes Turmgeschoß und Dach mit Schnitzereien
um 1670. &mdash; <hi rend="g">Epitaph</hi> Wintzingerode 1634, Sandstein mit
aufgelegten Wappen und Inschriften in Bronze. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KIRCHSCHÖNBACH.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
</p><p>
Schloß der Grafen v. Schönborn. 2geschossiger Bar.Bau um
1700. Innen gute Stuckaturen. Inmitten eines prächtigen
Parks.
</p>


<pb n='211' id='i220.png'/>

<!-- [P: 211] -->

<p>
<hi rend='ort'>KIRCHWORBIS.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis.
</p><p>
<hi rend="bold">Kap. S. Valentin.</hi> 1735. 8seitige Holzkuppel mit Laterne.</p>
<p>
<hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> mit Schnitzereien 17. Jh., das spgot. Motiv
des Eselsrückens an den Türstürzen, wie öfters auf dem Eichsfeld
in dieser Zeit, konserviert. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KIRSCHKAU.</hi> Reuß j. L. LA Schleiz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1753. Anlage in Durchdringung von Kreis und
gleicharmigem Kreuz. Im Innern keine Teilungen. Außen
mächtiger dorischer Fries auf desgl. Pilastern. Über dem
nördl. Kreuzarm Turm mit schlanker welscher Haube. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KISSINGEN.</hi> UFranken BAmtsstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">Alte Pfarr-K.</hi> Turm 17. Jh. Kirche quadr. Anlage mit umlaufender
Empore von 1772-75 Einrichtung gleichzeitig,
in der Art des <hi rend="italic">Materno Bossi</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Friedhofs-Kap.</hi> Chor von 1446. Lhs. 18. Jh. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Salinengebäude.</hi> Zweigeschossige Anlagen aus E. 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KITTLITZ.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Großer Saalbau 1751. Doppelemporen auf ovalem
Gr. Sie, sowie das gegipste Holztonnengwb. in Formen
akademischer Steinarchitektur. &mdash; [Guter spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> <milestone unit='line' n='20'/>
im Museum zu Bautzen].
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KITZINGEN.</hi> UFranken BAmtsstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K. Joh. Bapt.</hi> Der unregelmäßig an der NSeite stehende
Turm mit dem anschließenden Portaljoch E. 14. Jh. Er setzt
1sch. Anlage voraus. Um 1416 Planänderung. 3sch. Hallenkirche. <milestone unit='line' n='25'/>
Auf der SSeite in 7 Jochen, auf der NSeite nur in
5 Jochen (wegen des Turms). Eine für Franken seltene Anlage
die Teilung des Ssch. durch eine überwölbte Empore, die sich
auch an der WSeite fortsetzt; eingefügt 1487. Chor 2 Joche
und 5/8 Schluß. In allen Teilen Netzgwbb. in einheitlicher <milestone unit='line' n='30'/>
Behandlung (2. H. 15. Jh.). Ganze Länge 55 m. &mdash; Die Formen
zeigen den Fortgang von der späten schulgerechten Hochgotik
zur eigentlichen Spätgotik. Klare, elegante Raumverhältnisse.
&mdash; Zugang zur Empore durch eine überdeckte Freitreppe,
die in die Außenansicht einen asymmetrisch malerischen <milestone unit='line' n='35'/>
Zug bringt. Der turmlose WBau auf reiche ornamentale
und figürliche Schmückung angelegt, wohl nie ganz
vollendet und jetzt in starker Zersetzung. &mdash; Rest. 1885
und 1909. &mdash; <hi rend="g">Inneneinrichtung</hi> großenteils neugot.
1885. Ansehnlicher <hi rend="g">Sakramentsturm</hi> um 1470. Ziemlich <milestone unit='line' n='40'/>
reiches Chorgestühl nach 1450. Vornehme klassizistische
<hi rend="g">Marmorkanzel</hi> von <hi rend="italic">Materno Bossi</hi> 1793. An der
Chorwand 4 <hi rend="g">Passionsreliefs</hi>, Holz, vom ehemaligen
Hochaltar, aus der Zeit, aber nicht aus der Werkstatt
<hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>. Flotte <hi rend="g">Alabasterreliefs</hi> um 1700.


<pb n='212' id='i221.png'/>

<!-- [P: 212] -->

An der Sakristeitür schöne <hi rend="g">got. Beschläge</hi>. <hi rend="g">Familien-Epitaph</hi>
des Wolf v. Crailsheim, 1556 von <hi rend="italic">P. Dell
d. J.</hi> &mdash; Hauptportal mit Altan an der NSeite, um 1400, am
<hi rend="g">Tympanon</hi> Jüngstes Gericht. Am WPortal <hi rend="g">Marienkrönung</hi>
gegen 1450. &mdash; <hi rend="g">Altargeräte</hi> 17. und 18. <milestone unit='line' n='5'/>
Jh., die besten Stücke von augsburgischen, einige von örtlichen
Meistern.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Protestant. K.,</hi> (ehem. Ursulinerinnen-Klst., vorher Benedikt.-Nonnen,
angeblich gegr. vom hl. Bonifazius) 1686 von <hi rend="italic">Ant.
Petrini</hi>. 1sch. flachgedecktes Lhs. von 6 Achsen, eingezogener <milestone unit='line' n='10'/>
gewölbter 3/8 Chor mit seitl. Turm. Die Fensterarchitektur
der SSeite und besonders die Fassade in schweren ernsten
Barockformen. &mdash; Gute <hi rend="g">Altargeräte</hi> 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kapuziner-K.</hi> 1652. Die Altäre gehören zu den besten dieser
im allgemeinen wenig tätigen Zeit; eines mit <hi rend="g">Gemälde</hi> von <milestone unit='line' n='15'/>
<hi rend="italic">Osw. Onghers</hi> 1679. Virtuoses lebensgroßes <hi rend="g">Kruzifix</hi> um
1650; ein zweites desgl. am Chorbg. und ein reich dekoriertes
<hi rend="g">hl. Grab</hi> für Prozessionen, beide um 1700.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hl. Kreuz-K</hi>. in der Vorstadt Etwashausen. Entworfen von
<hi rend="italic">Balthasar Neumann</hi> 1733, ausgef. 1741-45. Griechisches <milestone unit='line' n='20'/>
Kreuz mit leichten asymmetrischen Abweichungen am O- und
WTurm. Der Vierungsraum dominiert; vor die konkav
abgerundeten 4 Ecken sind gekuppelte Säulenpaare gestellt,
von der Wand durch einen Durchgang getrennt. Die unmittelbar
über ihren Kämpfern sitzende Kuppel wird von <milestone unit='line' n='25'/>
den Kappen der Kreuzarme angeschnitten. Die letzteren
schließen im N und S gerade, im O und W werden sie durch
Kreissegmente verlängert. Die geistreiche Raumdisposition,
in der die Strenge der zentrischen Ordnung nur leicht aufgelockert,
nicht aufgehoben ist, würde noch bedeutender <milestone unit='line' n='30'/>
zur Wirkung kommen, wäre nicht die Lichtführung wenig
glücklich (ein bei Neumann öfters vorkommender Mangel).
Die Wand- und Freistützen in toskan. Ordnung. Die zweifellos
beabsichtigt gewesene Dekoration in Stuck und Farbe unterblieb.
Die Ausstattung ist etwas ärmlich. Schöner Kronleuchter <milestone unit='line' n='35'/>
um 1750. &mdash; Schön und echt neumannisch das Herauswachsen
des WTurmes aus der im Gr. abgerundeten Fassade. Beachtung
verdient die <hi rend="bold">Friedhofsanlage</hi> (in SW der Stadt) von 1542.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1561-63 von <hi rend="italic">Hans Eckhart</hi> von Schaffhausen.
Eckbau. 3 Geschosse mit rck., 2- und 3teiligen Fenstern, <milestone unit='line' n='40'/>
die Abtreppung der Giebel mit Segmentstücken überbaut.
Im Innern: Erdgeschoß große gewölbte 2schiffige Halle,
Obergeschoß mit ehemals durchlaufender Diele, im dritten
Geschoß getäfelte Ratsstube.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Häuser</hi>. Grabkirchstr. 4 spgot. mit Schwalbenschwanzzinnen


<pb n='213' id='i222.png'/>

<!-- [P: 213] -->

und Vorhangfenstern, um 1550. Gasthaus zum Bären, Stuckdecken
in fr. Rok. Stattliches protest. Pfarrhaus 1. H. 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Marktbrunnen</hi> mit S. Kilian 1. H. 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Mainbrücke</hi> aus Mittelalter, 1661 (Wappen des Fürstbischofs
Joh. Phil. v. Schönborn) erneuert. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Befestigung</hi>. Die der inneren Stadt zur Zeit der Hussitenkriege
angelegt. In Resten erhalten, besonders der mächtige
Marktturm. Vom äußeren Bering die Mainstrecke mit
8 Halbtürmen (in Wohnungen umgewandelt) und der hohe
runde Falterturm 1469. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KLEINBARDORF.</hi> UFranken BA Königshofen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor im OTurm mittelalterlich, Lhs. 1712 mit
hübscher Fassade. &mdash; <hi rend="g">Deckenbild</hi> von <hi rend="italic">Joh. Peter
Herrlein</hi> 1781.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Renss.Bau 1589-90, überarbeitet im 17. Jh. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KLEINBAUTZEN.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einfacher Saalbau 1678. Die vom Patronatsherrn
C. H. v. Nostitz gestiftete Einrichtung bietet im großen Kanzelaltar
und dem Betstübchen höchst prächtige <hi rend="g">Holzschnitzwerke</hi>,
noch im Charakter des FrBarock. Zahlreiche <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> <milestone unit='line' n='20'/>
der v. Metzrodt, v. Loben, v. Gersdorf,
v. Rechenberg, v. Nostitz.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KLEINEBERSDORF.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sprom. Turmchor. &mdash; Spgot. <hi rend="g">Altarwerk</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KLEINFURRA.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> OTurm über dem Altar; aus rom. Anlage.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KLEINGESTEWITZ.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gut erhaltenes typisches Beispiel einer rom. Anlage
mit Chorturm und Apsis.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KLEINHEILIGKREUZ.</hi> RB Cassel Kr. Fulda. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Wallfahrts-K.</hi> erb. 1696 vom späteren Fürstabt v. Schleifras.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KLEINHERINGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Neubau 1724. Recht tüchtiger Kanzelaltar aus
gleicher Zeit. Interessantes <hi rend="g">Triumphkreuz</hi> bez. <hi rend="italic">HF</hi>
(vgl. Görschen). <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KLEINHEUBACH.</hi> UFranken BA Miltenberg.
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> der Fürsten v. Löwenstein. Großer, nicht sehr geschmückter
Bau in Trikliniengrundriß. Der gewöhnlich als
Baumeister in Anspruch genommene Bamberger <hi rend="italic">Joh. Dientzenhofer</hi>
war hier wahrscheinlich nur Ausführer eines fremden <milestone unit='line' n='40'/>
Planes, und zwar des Darmstädter Hofbaumeisters <hi rend="italic">de la Fosse</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KLEINLANGHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 15. Jh., Turm (O) um 1300. &mdash; <hi rend="g">Grabsteine</hi> der
Zolner 1574, 1577, 1584. &mdash; <hi rend="g">Friedhofsbefestigung</hi>
13.-14. Jh.
</p>


<pb n='214' id='i223.png'/>

<!-- [P: 214] -->

<p>
<hi rend='ort'>KLEINLAUCHSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> enthält interessante Reste einer 2geschossigen rom.
Anlage von ursp. wohl nicht kirchlicher Bestimmung.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KLEINOCHSENFURT.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> im Kern rom., verändert A. 17. Jh. &mdash; Ansehnliche <milestone unit='line' n='5'/>
<hi rend="g">Altäre</hi> mit Wappen des Fürstbischofs v. Guttenberg (1684
bis 1698). &mdash; <hi rend="g">Wartturm</hi> am Main.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KLEINRINDERFELD.</hi> UFranken BA Würzburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1740 <hi rend="italic">B. Neumann</hi> wegen des übernommenen Risses
moniert. Der Bau ausgeführt erst 1768. Doch könnte er auf <milestone unit='line' n='10'/>
Neumanns Riß zurückgehen. Die Anordnung des WTurms in
seiner Art. Das Lhs. hat nur flache Decke. &mdash; <hi rend="g">Altäre</hi>,
A. 18. Jh., aus der älteren K. herübergenommen. <hi rend="g">Kanzel</hi>
gute Rok.Arbeit.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KLEINSCHIRMA.</hi> K. Sachsen AH Freiberg. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor 14. Jh. Im Schiff bmkw. die Behandlung des
Zimmerwerks an Decke und Emporen, 16. Jh. &mdash; <hi rend="g">Sandsteinkanzel</hi>
und <hi rend="g">Taufstein</hi> 1557. <hi rend="g">Altarwerk</hi>,
geschnitzt von <hi rend="italic">B. Diterich</hi> 1614.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KLEINSCHWABHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. mit rck. Chor; Erweiterungen got. und später.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KLEINWERTHERN.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein.
</p><p>
Einfache <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. Altar und Kanzel mit Sandsteinreliefs.
Großes <hi rend="g">Sandsteinepitaph</hi> des Ph. v. Werthern 1588,
die einzige bedeutendere derartige Arbeit in diesem Gebiet. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KLEINWOLMSDORF.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Ursp. spgot. (netzgewölbter Chor), umgebaut 1689 und
1712. &mdash; <hi rend="bold">Herrenhaus</hi> um 1720.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>CLETZEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
</p><p>
Verbaute rom. <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. Spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KLINGA.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> In allen wesentlichen Teilen erhaltene, einheitliche
Schöpfung des 13. Jh.; quer-rck. WTurm, quadr. Lhs., quer-rck.
Altarhaus mit 1/2kr. Apsis; einiges rom. Detail.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KLINGENBERG.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> einheitlich 1724, schlichter Saalbau, bezeichnend der
große Kanzelaltar. &mdash; <hi rend="bold">Herrschaftshaus</hi> einheitlich 1682.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KLINGENBERG.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> (der Frhr. v. Zandt). Auf einer Anhöhe gelegen. Zwei
Flügel, die durch einen schmalen Zwischenbau verbunden <milestone unit='line' n='40'/>
werden. Teilweise noch mittelalterlich. 1543 nach dem Bauernkrieg
neugebaut. Mit Mauern, Tor und Graben hoch umgeben.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KLINGENTAL.</hi> K. Sachsen AH Auerbach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1736. Zentrale Anlage in regelmäßigem 8Eck (vgl.
Carlsfeld, Schmiedeberg und Loschwitz).
</p>


<pb n='215' id='i224.png'/>

<!-- [P: 215] -->

<p>
<hi rend='ort'>KLIX.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> neu. Auf dem <hi rend="g">Altar</hi> Sandsteintafel, 3 Streifen mit
Kreuzigung, Auferstehung und Jüngstem Gericht, Gedränge
kleiner Figuren, um 1580 in der Art des <hi rend="italic">Chr. Walther</hi>. <hi rend="g">Kanzel</hi>
1702. Zahlreiche <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> der Familien v. Nostitz <milestone unit='line' n='5'/>
und Faber, am anspruchsvollsten das große <hi rend="g">Wandgrab</hi>
des Ch. F. v. Gersdorf 1725.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>CLÖDEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sprom. Backsteinbau.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KLOSTERLAUSNITZ.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche</hi> beg. 1152, gew. 1180, nach Brand 1212 neue Weihe; im
16. Jh. Lhs. und Türme abgetragen und der OBau stark verändert.
1863 ff. nach den Plänen von <hi rend="italic">v. Quast</hi> rekonstruiert,
die formierten Teile unter Benutzung der in den Trümmern
gefundenen Stücke und besonders nach Vorbild von Paulinzelle <milestone unit='line' n='15'/>
und Talbürgel. Ist die Anlage im Hirsauer Schema sicher
festgestellt?
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KLÖSTERLEIN-ZELLE.</hi> K. Sachsen AH Schwarzenberg.</p>
<p>
<hi rend="bold">Cisterc.-Klst</hi>. Kleine 1sch. K. mit schmalen rom. Fenstern. Am
OGiebel unter jüngerem Putz eine alte Schicht, in welcher in <milestone unit='line' n='20'/>
Umrißzeichnung die h. Jungfrau und 2 andere Heilige eingeritzt
sind. Inschr. <hi rend="italic">Martinus me fecit</hi>; der Stil weist auf 13. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KLOSTERRODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Prämonstratenser-Klst.,</hi> gegr. M. 12. Jh. Erhalten nur
ein gestreckter 2sch. Raum mit rundbg. grätigen Kreuzgwbb.; <milestone unit='line' n='25'/>
kleine Nebenräume mit Tonnengwbb.; Fragmente von gekuppelten
Würfelkapitellen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KLOSTERVEILSDORF.</hi> Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Klst. Michaelisberg</hi> (Michelstein) gegr. 1189; rege Bautätigkeit
A. 16. Jh. &mdash; Für landwirtschaftliche und industrielle <milestone unit='line' n='30'/>
Zwecke aufgebraucht, so daß nur noch verstreute und verbaute
Gebäudeteile erhalten sind.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KNAUTHAIN.</hi> K. Sachsen AH Leipzig.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> modern mit eingefügtem bmkw. rom. Portal. [Flügelaltar
aus A. 16. Jh. im Dresdener Altert.-Ver.] Reste eines großartigen <milestone unit='line' n='35'/>
<hi rend="g">Denkmals</hi> der Familie Pflugk, 2. H. 16. Jh., im Stil
des Moritzdenkmals in Dresden. &mdash; Stattliches Schloß um 1700.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KNAUTNAUNDORF.</hi> K. Sachsen AH Leipzig.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spgot. Erweiterung einer rom. Rundkapelle aus
A. 12. Jh., ähnlich der zu Groitzsch. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KNOBELSDORF.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Im Kern kleiner rom. Bau aus 12. Jh.; daher ein
Portal von einfachem Aufbau, aber sorgfältiger, schöner Behandlung;
merkwürdig der 1/4kreisförmige (anstatt rechtwinklige)
Rücksprung für die Sll. Im übrigen stillos verbaut.
</p>


<pb n='216' id='i225.png'/>

<!-- [P: 216] -->

<p>
<hi rend='ort'>COBURG.</hi> Hauptstadt von Sachsen-Coburg.
</p><p>
<hi rend="bold">Moritz-K</hi>. Spgot. Hallenkirche, wesentlich aus 2. H. 15. Jh.,
mit erheblichen Veränderungen. Die reichen Schmuckformen
der Strebepfll. und Fenster 1520 ff. von <hi rend="italic">Konrad Krebs</hi> (vgl.
Torgau). Das Innere 1701 barockisiert, geputzte Flachdecke <milestone unit='line' n='5'/>
auf 2 Reihen jon. Sll. in der alten Einteilung (3 Sch. : 5 Jochen),
die 2geschossigen Emporen der Ssch. durchschneiden die
Fenster. Chor gestreckt, 3 schmale Kreuzgwbb. und 5/8 Schluß.
Got. Formen ferner erhalten im WBau; der zwischen die Türme
einspringende Teil des Msch. chorartig polygonal geschlossen <milestone unit='line' n='10'/>
(jetzt durch die Orgelbühne verdeckt), Gwbb. mit gewundenen
Reihungen und reichem skulptiertem Detail. Die Doppeltürme
bauen sich in 5 niedrigen, durch Wasserschläge geteilten Geschossen
schwerfällig auf; nur der linke (nördl.) trägt, durch
3kantige Pyramidenteile vermittelt, ein schlankes, reich geschmücktes <milestone unit='line' n='15'/>
Oktogon; das oberste zurückspringende Mauergeschoß
und der Bar.Helm A. 17. Jh. &mdash; Das Hauptportal ist
mit glücklicher malerischer Wirkung dem WChor angegliedert;
<hi rend="g">Statuen</hi>, einerseits Adam und Eva, andererseits Maria und
Magdalena, M. 15. Jh. Die Figg. an den nördl. Strebepfll. <milestone unit='line' n='20'/>
nach 1520. &mdash; <hi rend="g">Mobilien</hi> 18. Jh. &mdash; <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>:
am Schluß des Chors Alabasterepitaph Joh. Friedrichs II.
† 1595, ausgeführt bis 1605 von <hi rend="italic">Nik. Bergner</hi>, einem thüringischen
Meister (aus Rudolstadt?); der Sockel und das Hauptgeschoß
nach der Breite 3teilig, im Gr. polygonal (entsprechend <milestone unit='line' n='25'/>
den Chorwänden), darauf 2 fortschreitend in der Höhe abnehmende
Geschosse und Krönung (ganze H. 12 m). Zwischen
der überaus reich geschmückten Rahmenarchitektur große
Reliefbilder; auf dem Sockel die reichlich lebensgroßen knienden
Freifigg. des Herzogs und seiner Familie. In Größe und <milestone unit='line' n='30'/>
Schmuckfülle auch von den Weimarer Grabmälern, die ihm am
nächsten kommen, nicht erreicht. Die zugehörigen Bodenplatten
jetzt an der Wand. &mdash; Heraldische <hi rend="g">Grabplatte</hi>, Bronze,
für Joh. Ernst † 1553, gegossen in Nürnberg vom Büchsenmeister
<hi rend="italic">Bernh. Eberlein</hi>. &mdash; Ikon. Grabplatte, Bronze, für <milestone unit='line' n='35'/>
Joh. Casimir † 1633, handwerklich. &mdash; Bronzeteile von anderen
Grabplatten. &mdash; Im Lhs. (Ssch.) ikon. <hi rend="g">Hochreliefplatte</hi>,
Stein, des Ritters Albrecht v. Bach † 1441. &mdash; Viele Grabsteine
an der Außenwand, verwittert. &mdash; <hi rend="g">Kelche</hi> und
sonstige Altargeräte in größerer Zahl. Von eigenartiger Anlage <milestone unit='line' n='40'/>
und vorzüglicher Arbeit ein <hi rend="g">Hostienschrank</hi>
von 1607.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Ehrenburg.</hi> Herzog Joh. Ernst beschloß 1540 die Übersiedlung
von der Veste in die Stadt (vgl. den ähnlichen Vorgang in
Landshut i. Baiern), Erbauung der neuen Residenz 1543-49


<pb n='217' id='i226.png'/>

<!-- [P: 217] -->

und Benutzung des ehem. Barfüßerklst. Erweiterungsbau
unter Joh. Kasimir beg. 1626, Baumeister <hi rend="italic">Bonallino</hi>. Nach
schwerem Brandschaden 1690 Wiederherstellung. 1816-40
Ausbau in neugot.-englischem Stil durch <hi rend="italic">Rénier</hi>. &mdash; Die alte
Anlage umschloß 3 große Höfe. Der Haupteingang war von <milestone unit='line' n='5'/>
der Steingasse. 1816 wurde ein Frontwechsel vorgenommen
unter Niederlegung des Hinterhofs und seiner Wirtschaftsgebäude
und Ställe. Der jetzige vordere offene Hof (N) ist der
alte mittlere. Die neugot. Formen seiner Fassaden umkleiden
die alten Mauern des 16. und 17. Jh. Durchschreitet man die <milestone unit='line' n='10'/>
doppelte Durchfahrt seines Mitteltrakts, so kommt man in den
alten Vorderhof, der den Charakter der Renss. und des Bar.
im wesentlichen bewahrt hat. Die Außenfronten an der Stein- und
Rückertstr. einheitlich aus der Bauzeit 1543-49; 2geschossig;
Zwillingsfenster mit Volutenverdachung; am Dach <milestone unit='line' n='15'/>
Zwerchhäuser. Im Hof gehören dieser Bauzeit die Fronten im
W und S mit mächtigem Treppenturm im Winkel. Die Front
des OFlügels (»Altane«) 1626 in kräftigem italienischem Bar.,
jedoch mit gotisierenden Maßwerkbrüstungen; die obere Loggia
später geschlossen. Der schöne Brunnen stark renss. Die <milestone unit='line' n='20'/>
Bauten 1679-93 stecken im Ausbau des 19. Jh. &mdash; <hi rend="g">Inneres</hi>:
Die Räume des 16. Jh. haben die alte Einteilung und die alten
Gwbb. bewahrt, nicht mehr die Dekoration. Zu beachten vornehmlich
die zu den prächtigsten ihrer Zeit gehörenden Bar.Räume
nach 1690; die Künstler nicht bekannt; der Charakter <milestone unit='line' n='25'/>
der Stuckdekoration verwandt den gleichzeitigen Arbeiten in
Gotha, Altenburg, Eisenberg und Großfahner. Der »Riesensaal«;
28 »Riesen«, von der Hüfte ab aus hermenartigen
Pfll. herauswachsend, tragen die (nicht hohe) Decke, die sie
mit dem einen Arm stützen, während der andere jedesmal <milestone unit='line' n='30'/>
einen Bronzekandelaber hält. »Weißer Saal« ebenfalls reich
stuckiert. Aus derselben Zeit die besonders prunkvolle Decke
des »Gobelinzimmers« und des »Roten Zimmers«. Der Bibliothekssaal
um 1730. Die Schloßkirche (gew. 1738) ist die glänzendste
dieser Epoche in Thüringen; stilistisch noch unberührt <milestone unit='line' n='35'/>
vom Rokoko. In den nächsten 70 Jahren ruhte die Ausstattung.
1808 ff. der Marmorsaal und eine Reihe kleiner
Zimmer in vorzüglicher klassizistischer Behandlung. &mdash;
Deutsche <hi rend="g">Gemälde</hi> des 16. und 17. Jh., darunter 4 von
<hi rend="italic">L. Cranach d. Ä.</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Justizgebäude</hi> am Markt. Erb. 1597 ff. als Sitz der Landeskollegien.
Der Maler <hi rend="italic">Peter Sengelaub</hi>, von dem die umfangreichen
(verschwundenen) Fassadenmalereien herrührten, soll
auch die Architektur entworfen haben. Gestrecktes, nach
3 Seiten freies Rck. in ausgeprägter Horizontalkomposition,


<pb n='218' id='i227.png'/>

<!-- [P: 218] -->

darüber hohes Dach mit sehr reich behandelten Giebeln und
Zwerchhäusern. Leider ist eine für die Abrundung der Komposition
nötige zweite Kontrastwirkung heute nicht mehr vorhanden:
der vor den Verkaufsläden des Erdgeschosses sich
hinziehende offene Säulengang, dessen Schieferdach bis dicht <milestone unit='line' n='5'/>
unter die Luken des Mezzanins reichte. Die glückliche Massenverteilung
in Verbindung mit dem reichen plastischen Schmuck
der Türme, Erker und Giebel (von <hi rend="italic">Nik. Bergner</hi>) und der Bemalung
der Wandflächen stellte den Bau in die Reihe der prächtigsten
Bauten der Sprenss. in Thüringen. Das Innere 1896 <milestone unit='line' n='10'/>
gänzlich verändert.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gymnasium Casimirianum.</hi> 1601 ff. von <hi rend="italic">P. Sengelaub</hi> und
<hi rend="italic">Nik. Bergner</hi>. Die Anlage dem Regierungsgebäude ähnlich,
jedoch nur 2geschossig, dadurch ohne Kontrastwirkung des
Erdgeschosses, aber mit gesteigerter Betonung der Dachregion, <milestone unit='line' n='15'/>
deren Zwerchhäuser die Zahl 6 und volle Geschoßhöhe erreichen.
Die Fassadenmalerei auch hier verschwunden. In
den Details kommen noch Fr.Renss.-Formen (der venezianische
Pilaster) und sogar einzelne got. vor (wie auch an Joh. Casimirs
Altane in der Ehrenburg). An der Ecke Standbild des Gründers <milestone unit='line' n='20'/>
von <hi rend="italic">Veit Dümpel</hi> 1628. Das Innere enthielt 3 große Auditorien
(also ähnliche Grundsätze der Einteilung wie in der gleichzeitigen
Universität in Helmstädt).
</p>

<p>
<hi rend="bold">Zeughaus</hi> 1616-21 von <hi rend="italic">P. Sengelaub</hi>. Der Formencharakter
den beiden vorigen ähnlich, mit etwas vordringendem Bar.Charakter <milestone unit='line' n='25'/>
(am Portal Rustikasäulen).
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1577, im 18. und 19. Jh. stark verändert, die Fassade
(1750) unbedeutend, früheste Rok.formen in Coburg. An der
Ecke schöner Renss.Erker- und im Hof stattlicher Renss.Treppenturm.
Großer Saal mit geschnitzter Holzdecke. <milestone unit='line' n='30'/>
Fürstenporträts (Joh. Friedrich II. von <hi rend="italic">Sengelaub</hi>).
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hofapotheke,</hi> Eckhaus am Markt. 1543 in got.renss. Mischstil
aus einem Bau des 16. Jh. adaptiert.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> des 16.-18. Jh. in größerer Zahl und oft gut erhalten;
namentlich ist Coburg eine Stadt schöner Erker. &mdash; <milestone unit='line' n='35'/>
Besterhaltenes Renss.Haus Herrengasse no 17 ao. 1591;
ebenda no 4 sog. Kemnate (Trinkstube der fürstl. Beamten);
Spitalgasse no 25 mit steinernen Hofarkaden. Zahlreiche
Renss.Portale in Rosengasse und Ketschengasse. Erker in der
Judengasse, Spitalgasse und am Markt. &mdash; SpBarock: Gymnasiumsgasse <milestone unit='line' n='40'/>
no 5 um 1700, Spitalgasse no 5 ao. 1739, ebenda
no 12 mit reicher Stuckdekoration. Das Rokoko ist schwach
vertreten (ganz hübsch Spitalgasse no 14 ao. 1785), reichlicher
der Klassizismus. &mdash; Die einst zahlreichen Fachwerkhäuser


<pb n='219' id='i228.png'/>

<!-- [P: 219] -->

zusammengeschmolzen oder durch Putz verdorben; von ihm
kürzlich befreit Steingasse no 14 ao. 1627.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Brunnen</hi> Rückertstr. 1679, zwei auf dem Markt 1687.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Veste</hi> (166 m über der Stadt). Unter Otto III. als königliches
Gut erwähnt, als castrum zuerst 1265. Damals im Besitz der <milestone unit='line' n='5'/>
Grafen von Henneberg (bis 1248 des Herzogs von Meran).
1353 durch Erbgang an das Haus Wettin, dem es verblieben
ist. &mdash; 3 rom. Pfll. im Erdgeschoß des jetzigen »Fürstenbaues«
sind Reste des Palas aus 12. oder 13. Jh. Heideloff wollte 1840
Spuren einer rom. Doppelkapelle entdeckt haben; nicht mehr <milestone unit='line' n='10'/>
zu kontrollieren. Auch die im sp. Ma. mehrmals genannte
Doppelkap. ist verschwunden. Im heutigen Bestande der
Veste ist nur weniges (das Zeughaus in den Außenmauern)
älter als der Brand von 1500. Auf diesen folgte eine umfassende
Erneuerung, bei welcher der Kriegszweck schon der bestimmende <milestone unit='line' n='15'/>
war. 1540 Verlegung der Residenz in das Stadtschloß.
Der Plan von 1553 zeigt in Übereinstimmung mit dem heutigen
Bestande eine doppelte Ringmauer mit Zwinger. Verstärkung
der Außenwerke unter Johann Kasimir durch <hi rend="italic">Gideon Bacher</hi>
1614 ff. Belagerung 1635. Ausbesserung und letzte Vollendung <milestone unit='line' n='20'/>
1669-71. Die 1838 begonnene Restauration beeinflußte die
bauliche Erscheinung stark, weshalb dem Beschauer Vorsicht
zu empfehlen ist. &mdash; Die Ringmauern umschreiben, dem natürlichen
Fels sich anschließend, ein ungefähres Oval von ungefähr
230 : 110 m. Haupteingang von S durch ein imposantes <milestone unit='line' n='25'/>
Bar.Tor von 1671 (der Straßenzug, sowie der hinter dem
Tor über der inneren Mauer sich erhebende Turm ist modern).
Die beiden keilförmigen SBasteien mit ihren malerischen
kleinen Auslugtürmen schon auf Abbildungen von 1625 und
1626. Die SFront hat übereinander 3 Verteidigungsgänge. <milestone unit='line' n='30'/>
Der Wehrgang des obersten, östl. vom »hohen Haus«, ist
moderne Imitation. Der vom NWEingang ausgehende Tunnel
um 1553. Der ihn schützende Rote Turm verschwunden. Die
Bärenbastei (W) aus 17. Jh. Die am meisten gefährdete OSpitze
durch den großen runden Eselsturm (Ruine) gedeckt. Hier <milestone unit='line' n='35'/>
wird der Bergfried der ma. Burg vermutet. Die über ihr liegende
»hohe Bastei« eine künstliche Aufschüttung nach dem
30jährigen Kriege. &mdash; Das Innere des Berings wird durch eine
Quadermauer in 2 weiträumige Höfe ohne geschlossene Gebäudefolge
zerlegt. a) <hi rend="g">der östl. Burghof</hi>. Das Hauptgebäude <milestone unit='line' n='40'/>
besteht aus 2 im rechten Winkel zusammenstehenden
Flügeln: »Hohe Kemenate« und »Fürstenbau«, der letztere
auf den Grundmauern des rom. Palas, die spgot. Teile nach
1501, die in Fr.Renss.-Formen ausgeführten von <hi rend="italic">Nik. Grohmann</hi>
1553-58; im wesentlichen jedoch die Fassade M. 19. Jh.


<pb n='220' id='i229.png'/>

<!-- [P: 220] -->

Hinter der offenen Galerie 2 Räume mit wohlerhaltenen, z. T.
reich geschnitzten hölzernen Decken. Der schöne Kachelofen
aus A. 17. Jh. (im Kupferstichkabinett) neuerlich in München erworben.
Im O. schließt sich die Kapelle an; durch öfteren Umbau, <milestone unit='line' n='5'/>
namentlich auch im 19. Jh., historisch entwertet; »Wiederherstellung«
beabsichtigt. Der WFlügel (»Hohe Kemnate«)
hat spgot. Mauerwerk und z. T. spgot. Fenster. Der alte Bankettsaal
jetzt Waffensaal; die Türumrahmung neu, alt der
eiserne Ofen mit Reliefplatten um 1480. Im selben Geschoß
das sog. Lutherzimmer; die Erscheinung wesentlich <milestone unit='line' n='10'/>
neu, alt der eiserne Ofen, bez. 1548. (Das Zimmer, in dem Luther
1530 in Wirklichkeit gewohnt hat, ist ein anderes und vollständig
verändert.) In den Zimmern des Obergeschosses ist
Altes und Neues sehr gemischt; bmkw. das Rosettenzimmer
mit spgot. Türgestell und renss. Kachelofen (wohl fremd). <milestone unit='line' n='15'/>
Im Jagdzimmer (sog. Hornzimmer) die Wandbekleidung mit
Intarsia und Schnitzerei von 1632 aus der Ehrenburg übergeführt;
sie gehört zum Schönsten, was in dieser Art in Deutschland
zu finden; die Vorlagen zu den Jagdszenen von <hi rend="italic">Wolfgang
Birkner</hi>; die Möbel verschiedenen Ursprunges, aus den Vorräten <milestone unit='line' n='20'/>
der Veste zusammengestellt. &mdash; b) <hi rend="g">der westl. Burghof</hi>.
An der SMauer, deren Wehrgang neu, das Zeughaus
(»hohes Haus«) von 1489, rest. nach Brand 1500, mehrstöckiger
Giebelbau, von hübscher Wirkung die Dacherker (Fialen aus
Zink 1850); der Turm hat den ma. Charakter eingebüßt. Die <milestone unit='line' n='25'/>
Zisterne mit gutem Renss.-Baldachin um 1540. Im übrigen
enthält der Hof schlichte Wirtschaftsgebäude. &mdash; Die Verlegung
der Residenz in die Stadt 1540 ist Ursache, daß die
baukünstlerische Entwicklung der Veste über diese Zeitgrenze
nicht fortschritt. Die Restaurationen des 19. Jh. sind im <milestone unit='line' n='30'/>
einzelnen ärgerlich und irreführend genug, für den summarischen
Eindruck aber sind sie ziemlich unschädlich, und zumal die
Außenansichten von unvergänglichem Reiz. Ein wertvoller
Zuwachs die im 19. Jh. angelegten <hi rend="g">Kunstsammlungen</hi>,
aus denen hervorzuheben: 2 Altarflügel, fränkisch, 1. H. 15. Jh., <milestone unit='line' n='35'/>
12 Tafelbilder von <hi rend="italic">Cranach</hi> und seiner Werkstatt; 7 Fürstenbilder
von <hi rend="italic">Jost Stettner</hi> M. 16. Jh.; zahlreiche Porträts aus
2. H. 16. und 17. Jh.; karolingischer Elfenbeindeckel aus Gandersheim;
Sandsteinmadonna aus Königsberg A. 15. Jh.; Holzmadonna
A. 16. Jh. aus der H. Kreuz-K. in Coburg; von einem <milestone unit='line' n='40'/>
ausgezeichneten Werkstattgenossen Riemenschneiders; von demselben
Altarwerk, 2 Engel und 3 Relieftafeln; Kruzifix von <hi rend="italic">Veit
Stoß</hi> (?) und zahlreiche andere Holzskulpturen des 15. und 16. Jh.
Ausgezeichnete Möbel, Gläser, Waffen. Bedeutende Kupferstichsammlung,
auch mit Miniaturen und Handzeichnungen.
</p>


<pb n='221' id='i230.png'/>

<!-- [P: 221] -->

<p>
<hi rend='ort'>KOHREN.</hi> K. Sachsen AH Borna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Ursp. rom. Pfl.Basilika, von M. 15. Jh. ab wiederholt
überarbeitet; 1878 rest. &mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi> 1616, Holzaufbau mit
bmkw. Gemälden.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Burg</hi>. 2 starke Rundtürme erhalten. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>COLDITZ.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
</p><p>
<hi rend="bold">Gottesackerk. St. Nikolai</hi>. Rom. 12. Jh., einfache rom. Tür.
Denkmäler des 16.-18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 15. und 16. Jh., verbaut. Gute Abendmahlsgeräte.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1540, Giebel 1650. &mdash; <hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> des 16. und 17. Jh. &mdash; <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Genannt schon im 11. Jh.; der jetzige Bau erneuert
1578-91 von <hi rend="italic">Hans Irmisch</hi> unter Beibehaltung got. Teile.
Später verwahrlost. Am besten erhalten die eingebaute
Allerheiligen-Kap. mit <hi rend="g">Portal</hi> in prunkvoll derben Formen
von 1584. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>CÖLLEDA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
</p><p>
<hi rend="bold">Peter-Pauls-K</hi>. 1266 den Cisterc.-Nonnen überwiesen. Ursp.
3sch. Basilika, jetzt sehr entstellt. Im Hochschiff kleine
rundbg. Fenster, dagegen die Arkaden spitzbg.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wiperti-K</hi>. Bmkw. großes <hi rend="g">Alabasterepitaph</hi> der <milestone unit='line' n='20'/>
Familie v. Werthern 1586.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KOLMDORF</hi> bei Bayreuth OFranken.</p>
<p>
<hi rend="bold">Schlößchen</hi> Karolinenruhe 1760.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KÖNIGSBERG I. FR.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> beg. 1397, gew. 1432, Gwbb. voll. 1460. Mittelgroßer, <milestone unit='line' n='25'/>
mit Aufwand durchgeführter Bau; durch Brand im 30j. Kriege
sehr beschädigt. (Rest. A. 20. Jh.) &mdash; Hallenkirche von 3 Sch.
und 5 Jochen. Langchor von 2 Jochen und 5/8 Schluß. Im
nordöstl. Winkel Turm, im südöstl. Sakristei. Der Chor war
durch reichen plastischen Schmuck ausgezeichnet; in Höhe <milestone unit='line' n='30'/>
der Fensterbank figurierte Kragsteine; die Statuen fehlen.
Außen die Strebepfll. durch Blenden gegliedert; von den in
diese eingeordneten <hi rend="g">Statuen</hi> nur die eine der Maria verschont;
von den übrigen wenigstens die Konsolen mit Tragefiguren.
Unter dem Mittelfenster Blende mit 3 Baldachinen, <milestone unit='line' n='35'/>
denen ehemals 3 Statuen entsprochen haben. Unter dem Kaffgesims
Spuren von Wandmalerei. Nächst der Sakristei <hi rend="g">Ölberg-Relief</hi>.
&mdash; Mit dem Chor gruppiert sich der Turm,
voll. 1446; davon erhalten, doch mit Beschädigung und Umarbeitung
im einzelnen, die 4 ersten Geschosse; Friese, rundbg. <milestone unit='line' n='40'/>
mit Nasen besetzt, trennen sie; an den Ecken breite Lisenen
und übereck gestellte Streben, ähnlich denen des Chors mit
Statuenblenden und Baldachinen geschmückt. Das letzte
Geschoß E. 17. Jh. &mdash; Viel stärker hat das Lhs. gelitten; das
Innere E. 17. Jh. ganz erneuert; dürftig. &mdash; Die <hi rend="bold"><reg orig='Ausstat-|tung'>Ausstattung</reg></hi>
<pb n='222' id='i231.png'/>
<!-- [P: 222] -->
des Chors mit niedrigen Schranken, Lesepult und
Kanzel sprenss. &mdash; <hi rend="g">Grabsteine</hi> 1593, 1675, 1676, 1682, 1703.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gottesacker-K</hi>. 1428, rest. 1607 noch in got. Formen. &mdash; Unter
den zahlreichen Grabsteinen einige von gediegener Arbeit,
andere gegenständlich interessant. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi>. Das bemerkenswerteste Marienstr. 111 von 1733;
reiche Holzbildhauerei, doch nicht im Sinne des volkstümlichen
Fachwerkbaues, sondern vom Steinbau beeinflußt.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KÖNIGSBRÜCK.</hi> K. Sachsen AH Kamenz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1682 von <hi rend="italic">Chr. Gottschick</hi> und <hi rend="italic">G. J. Spieß</hi>. Prächtiger <milestone unit='line' n='10'/>
<hi rend="g">Altar</hi> 1692 mit leidlichen Gemälden. Interessantes <hi rend="g">Epitaph</hi>
M. v. Schellendorf 1763, Holz, vergoldet. &mdash; Auf dem
<hi rend="bold">Friedhof</hi> charakteristische Gruftkapellen und Denkmäler des
18. Jh.
</p>

<p>
Die <hi rend="bold">Wohnhausarchitektur</hi> bietet zahlreiche schlicht reizvolle <milestone unit='line' n='15'/>
Stücke aus 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KÖNIGSFELD.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> erneuert 1754. &mdash; Kostbarer Altarbau aus Marmor,
Serpentin und Alabaster 1613.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß,</hi> ursp. 13. Jh., wesentlich spgot. und frrenss. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KÖNIGSHAIN.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
</p><p>
<hi rend="bold">Kath. Pfarr-K</hi>. 1766 von <hi rend="italic">J. J. Kuntz</hi> in Reichenberg,
1sch. Rck., gedeckt mit 2 böhmischen Kappen. Entlang der
Längswände unter den Fenstern Emporen auf gewölbten Arkaden.
&mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi>; über dem Tabernakel großes <milestone unit='line' n='25'/>
Rahmengemälde, von fliegenden Engeln getragen; bez. <hi rend="italic">Phil.
Leubner</hi> 1780. &mdash; Schöner <hi rend="g">Kelch</hi> E. 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KÖNIGSHOFEN</hi> im Grabfeld UFranken.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1442-1496. Die Architektur von bmkw. hoher
Qualität. Quaderbau. Hallenkirche von 5 Jochen mit mäßig <milestone unit='line' n='30'/>
gestrecktem 1sch. Achteckchor. Die Raumverhältnisse ungewöhnlich
in die Breite gehend, zum Ausgleich das Msch. stark
überhöht. Engmaschige Netzgwbb. Bmkw. zierliche Portale,
leider stark rest. Die WEmpore mit gesuchter Einzelbildung
ist das Bravourstück eines got. Nachzüglers aus der Juliuszeit; <milestone unit='line' n='35'/>
aus eben derselben das noch got. Oktogon des im SO stehenden
Turmes, das mit einer welschen Haube übrigens recht gut
ins Verhältnis gesetzt ist; kunstvolle 2läufige Schneckenstiege. &mdash;
Das Relief des <hi rend="g">Jüngsten Gerichts</hi> im Bogenfeld des
WPortals sehr ähnlich dem in der Michaels-Kap. in Ochsenfurt. <milestone unit='line' n='40'/>
Mehrere <hi rend="g">Messingkronleuchter</hi> 17.-18. Jh. Überlebensgroße
<hi rend="g">Madonna</hi>, Holz, um 1500. Andere spgot.
<hi rend="g">Skulpturen</hi> in der Kapelle über der Sakristei. In letzterer
frgot. <hi rend="g">Aquamanile</hi> (Pferdchen) und elegante <hi rend="g">Elfenbeingruppe</hi>
der Kreuzigung, 18. Jh.
</p>


<pb n='223' id='i232.png'/>

<!-- [P: 223] -->

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> ansehnlich, spgot. und renss. (Kleine Sammlung
städtischer Altertümer.)
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> am Markt, bar. und rok., im Übergang zum
thüringischen Typus.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Marktbrunnen,</hi> Schmiedeeisen, 16. Jh. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Befestigung</hi> (Fürstbisch. würzburgisch) nach Specklinschem
System, einige Bastionen erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KÖNIGSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1810. &mdash; <hi rend="bold">Festung</hi>. Die Anfänge gehen bis ins 12. Jh.
Regelrechte Fortifikation seit M. 16. Jh. Der Haupteingang <milestone unit='line' n='10'/>
nach den Plänen des Nürnbergers <hi rend="italic">P. Buchner</hi> 1591. Die
Christiansburg 1589-91 von <hi rend="italic">Buchner</hi> und <hi rend="italic">Irmisch</hi>. Johannissaal
(»Neues Zeughaus«) 1631. Die Friedrichsburg 1721 erweitert;
ihr reicher innerer Schmuck durch Brand 1744 zerstört.
Das alte Zeughaus 1594, die alte Kaserne (»Gardehaus«) 1598, <milestone unit='line' n='15'/>
beide von <hi rend="italic">Buchner</hi>. Aus A. 17. Jh. die Johann-Georgenburg,
die Magdalenenburg und die Kommandantur, verändert nach
Brand 1806. Bildnisse in großer Menge, u. a. J. R. v. Patkul
und Chevalier de Saxe 1768 von <hi rend="italic">A. Graff</hi>. Der 180 m tiefe
Brunnen 1581, das Brunnenhaus 1735 von <hi rend="italic">Joh. v. Bodt</hi>. Die <milestone unit='line' n='20'/>
Garnisons-K. hat im Chor noch Konstruktionen aus 13. Jh.,
vgl. Kämpfer; umgebaut 1515 und 1631. &mdash; Schönes <hi rend="g">Elfenbein-Kruzifix</hi>
von <hi rend="italic">Melchior Barthel</hi> um 1670.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KÖNIGSWALDE.</hi> K. Sachsen AH Zwickau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Normale rom. Anlage, Kunstformen nicht erhalten. &mdash; <milestone unit='line' n='25'/>
Spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KÖNIGSWARTHA.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 17. Jh. mit got. Resten. &mdash; Adlige <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>
in großer Menge.
</p>

<p>
Schloß erb. für den Reichsgrafen v. Dallwitz † 1796. Nüchterne <milestone unit='line' n='30'/>
Lisenenarchitektur. &mdash; <hi rend="g">Bildnisse</hi> des wenig bekannten
aber vortrefflichen Malers <hi rend="italic">Hagelganß</hi> 1755.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>CÖNNERN.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1498. 2sch. Halle mit fehlendem südl. Ssch. WTurm
im Kern rom. &mdash; Spgot. <hi rend="g">Taufkessel</hi>. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>CONRADSBURG.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
</p><p>
Kloster-K. (Benediktiner). Erste Gründung vor 1133, jetziger
Bau undatiert, nach seinen reichen Schmuckformen um 1200.
Qsch. und Lhs. fehlen (waren sie etwa überhaupt nicht zur
Ausführung gekommen?). Der Chor nach dem Hirsauer <milestone unit='line' n='40'/>
Schema; die Nebenchöre kommunizieren mit dem Hauptchor
durch je eine Doppelarkade, von einem Blendbogen überstiegen.
Die abgefasten 8eck. Pfll. von origineller Ausbildung: an den
Fasen Rundstäbe, die oben in ein überfallendes Blatt zusammenlaufen.
Die grätigen Kreuzgwbb. ruhen an der Wandseite auf


<pb n='224' id='i233.png'/>

<!-- [P: 224] -->

Konsolen. Das Gwb. des Hauptchors eingestürzt; als Ruine
abgebildet bei Puttrich; jetzt notdürftig eingedeckt. In der
wohlerhaltenen Krypta sind die Pfeiler und Säulen Prachtstücke
blühendster rom. Dekorationskunst; glatte Schafte
wechseln regellos mit spiralisch kannelierten. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>CONSTAPPEL.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (ehem. Wallfahrt). Rom. Backsteinbau, einer der
ältesten des Meißener Landes. Lhs. 1sch., stark vorspringendes
Qsch., Chorquadrat (bei der Erweiterung 1884 die Schlußwand
durchbrochen und im W ein Turm hinzugefügt). &mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
mit Reliefs 16. Jh. <hi rend="g">Altartafel</hi>, Beweinung, von
einem nicht unbedeutenden Künstler aus der Nähe <hi rend="italic">Cranachs</hi>.
Lebensgroße Bildnisse Luthers und Melanchthons aus <hi rend="italic">Cranachs</hi>
Werkstatt.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>CORBETHA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rck. WTurm im Übergangsstil.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KORBUSSEN.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. 12. Jh. quadr. Chor und Apsis, sonst verändert
um 1500.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KORNBERG.</hi> RB Cassel Kr. Rotenburg. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche</hi> des ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Nonnen-Klst</hi>. Ganz schmuckloser
1sch. got. Bau mit 8 (meist zerstörten) Kreuzgwbb., Chorschluß
aus 8Eck, WEmpore über 2sch. Halle. &mdash; Zweistöckige
Klostergebäude um einen Hof ohne Kreuzgang.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KOSELITZ.</hi> K. Sachsen AH Großenhain. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Bmkw. Altargemälde von <hi rend="italic">C. Roesler</hi> 1800.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KÖSSERN.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
</p><p>
Herrenhaus, erb. 1695 für Oberhofjägermeister Dietrich v. Erdmannsdorf.
In reicheren Formen das Kavalierhaus, nach Entwurf
von <hi rend="italic">Pöppelmann</hi>; besonders stattlich der große Saal. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KÖSTRITZ.</hi> Reuß j. L. LA Gera.
</p><p>
<hi rend="bold">Fürstl. Schloß</hi> 1689-1704. Der Park eine interessante Anlage
der klassizistischen Zeit; Tempelchen usw.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>COSWIG.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1sch. Saal mit 3/8 Schluß 1497, erhöht und mit Volutengiebeln <milestone unit='line' n='35'/>
versehen 1611. Aus dem letzteren Jahr der Gemäldezyklus
an der Empore und der flachen Decke. &mdash;
<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> E. 15. Jh., neu montiert A. 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KÖTIZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Herrenhaus.</hi> M. 18. Jh. Einfacher stattlicher Bau von <hi rend="italic">Samuel <milestone unit='line' n='40'/>
Locke</hi>; in der Ausstattung manches Hübsche.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KÖTZSCHENBRODA.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Netzgewölbter polyg. Chor 1477, Sch. 1884. &mdash;
<hi rend="g">Altar</hi> 1638 von <hi rend="italic">Zach. Hegewald</hi>, auseinandergenommen,
von Interesse die Alabasterreliefs und Sandsteinstatuetten;


<pb n='225' id='i234.png'/>

<!-- [P: 225] -->

<hi rend="g">Denkmäler</hi> 1675, 1738. &mdash; Im Dorf reizende renss.
<hi rend="g">Brunneneinfassung</hi> mit Puttenrelief von <hi rend="italic">Hans
Walther</hi> (?).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KOTTMARSDORF.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1735, die hübsche einheitliche Ausstattung (Herrschafts- und <milestone unit='line' n='5'/>
Löbauer Ratslogen) gleichzeitig.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KRAKAU.</hi> K. Sachsen AH Kamenz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Mehrere Ölgemälde 16. Jh. und gute <hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi>
17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KRANICHFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1496, 1sch. flachgedeckt, gewölbter polyg. Chor.
Änderungen 1702. &mdash; Hübsches <hi rend="g">Gestühl</hi> 1520; <hi rend="g">Grabstein</hi>
einer Gräfin Gleichen 1570.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> (»Oberschloß«). Die auf einer Abb. von 1682 noch sehr
stattliche Gruppe hat seither viel verloren. Der älteste Teil <milestone unit='line' n='15'/>
der sog. dicke Turm, aus 12. Jh. Die sprom. Kap. einfaches
Quadrat, Kreuzrippengewölbe, Ecksäulen mit Würfelknäufen;
die Außenwand mit fein profilierten Lisenen. &mdash; Sonst das
Äußere des Schlosses in der Haupterscheinung von 1530; eine
Menge größerer und kleiner Giebel in einfacher FrRenss. <milestone unit='line' n='20'/>
(allein an der SSeite ihrer 8). &mdash; <hi rend="bold">Unterschloß</hi> mit umfänglichen
ma. Resten, jetzt modernisiert.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KRANLUCKEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.), Architektur und Ausstattung einheitlich 1750.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KRAUTHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. mit Kielbogenfenstern. Sch. 1709 verlängert. &mdash;
<hi rend="bold">Schloß</hi> 1710 einfach.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>CRAWINKEL.</hi> Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> im Kern und manchen Einzelheiten 1421 (I.).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KRAYENBURG.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Burg</hi>. Ausgedehnte, sehr zerstörte Anlage. Der Palas aus der
Zeit der Grafen v. Frankenstein, 2. H. 12. Jh. [Sll. zur Rest.
der Wartburg verwendet.]
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KREINITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> seit 1776. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KREIPITZSCH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1865 abgebrannt. Vom alten Bau erhalten Treppenturm
1611 und die in reicher Rustika gehaltene Hofeinfahrt
mit Seitenpförtchen 1628.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KREUSSEN.</hi> OFranken BA Pegnitz. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Got. 5/8 Chor, Lhs. 17. Jh. Hübsches spgot. <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi>.
Großer <hi rend="g">Altar</hi> 1688. &mdash; An der SSeite
2stöckige got. Kapelle, jetzt Sakristei.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KREUZBERG.</hi> UFranken BA Neustadt a. S.
</p><p>
<hi rend="bold">Franziskaner-Klst</hi>. 1681-95.
</p>


<pb n='226' id='i235.png'/>

<!-- [P: 226] -->

<p>
<hi rend='ort'>KREUZBURG.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
</p><p>
<hi rend="bold">Nikolai-K</hi>. Rom. Apsis 1215 in sehr großen Abmessungen; in
7 Nischen je 1 Fenster zwischen einfachen Sll. Lhs. wiederholt
abgebrannt, erneuert 1785. Hoher WTurm 1428.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Liborius-Kap</hi>. 1499; Quaderbau; Netzgwb. auf gewundenen <milestone unit='line' n='5'/>
Diensten; Fenster und Strebepfll. in ziemlich reichen Formen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Friedhofs-Kap</hi>. (ehem. Pfarr-K.) 1252; die Rest. 1624 und 1710
haben von den rom. Formen wenig übriggelassen. Friedhofstor
reich renss. 1624.
</p>

<p>
Got. <hi rend="bold">Klst.-K</hi>. vor der Stadt, jetzt Scheune. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> mit Renss.Portalen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stadtmauer</hi> aus Ma., z. T. bis hinauf in rom. Zeit.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Palas 1170, stark verändert. Ringmauer gut erhalten,
Zinnenkranz und Spuren des Wehrgangs.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Werrabrücke</hi> 16. Jh., vielleicht mit Resten von 1223. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KREUZEBER.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.) 1738, 4 Kreuzgwbb. und 3/8 Schluß, Pilaster
und Fenstereinfassungen in Sandstein.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KREUZWERTHEIM.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor und Lhs. erb. 1443, unbedeutend, Turm 1753. <milestone unit='line' n='20'/>
<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> ca. 1510-20.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> der Fürsten Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, erb.
1736, unbedeutend und verrenoviert.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KRIEBSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Die gut überlieferte Baugeschichte läßt 4 Abschnitte <milestone unit='line' n='25'/>
unterscheiden: vor 1382, nach 1382, 1451, nach 1465; 1566
ausgebaut. An den alten Teilen bmkw. Einzelheiten. In der
Rüstkammer gut erhaltenes <hi rend="g">Wandgemälde</hi> um 1400.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>CRIMMITSCHAU.</hi> K. Sachsen AH Zwickau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1513. Einfach behandelter wohlräumiger Hallenbau <milestone unit='line' n='30'/>
von 15 : 22 m, geteilt in 5 Netzgewölbe; der unsymmetrisch
anschließende rck. Chor mit NTurm aus 14. Jh. &mdash;
<hi rend="g">Epitaph</hi> v. Schönberg 1597, reicher Säulenbau mit vielen
Reliefs, von einem Dresdener Bildhauer (Walther?) aus der
Schule <hi rend="italic">Nossenis</hi>. Halbzerstörter <hi rend="g">Taufstein</hi> mit Reliefs, treffliche <milestone unit='line' n='35'/>
Arbeit aus 1. H. 17. Jh. &mdash; Mehrere schöne <hi rend="g">Kelche</hi>
aus M. 15. und A. 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>CRÖBERN.</hi> K. Sachsen AH Leipzig.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1750-55, stattlich. &mdash; <hi rend="g">Denkmäler</hi> der Familien
v. Breitenbach und v. Seydewitz aus 16. Jh. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>CROCK.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hilburghausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> (ehem. Wallfahrt) spgot. 1489, die damalige Gestalt
nicht sehr verändert. &mdash; Lhs. 1sch. mit Flachdecke, eingezog.
polyg. Chor. Vorspringender WTurm. Charakteristischer
spätestgot. <hi rend="g">Taufstein</hi> 16. Jh.
</p>


<pb n='227' id='i236.png'/>

<!-- [P: 227] -->

<p>
<hi rend='ort'>CRÖLLWITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot., durch zierliches Maßwerk in den Fenstern,
einen in dieser Gegend ziemlich seltenen Schmuck, sich auszeichnend.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KRONACH.</hi> OFranken BAmtsstadt. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Stattlicher got. Hausteinbau aus 3 Bauperioden,
interessant durch deren klare Abgrenzung bei guter Erhaltung.
Chor 2 Joche und 5/8 Schluß, Kreuzgwbb. mit großen dekorierten
Schlußsteinen, 1. H. 14. Jh. &mdash; Lhs. 5jochige Halle
nach 1404, Kreuzgwbb. auf Rundpfll. &mdash; M. 16. Jh. Verlängerung <milestone unit='line' n='10'/>
nach W., Empore, Decke gerippte Flachtonne. Portal
mit reicher Stabüberschneidung, darüber Statue des Joh.
Bapt. 1540. &mdash; Ausstattung großenteils neu. In einer Seitenkap.
<hi rend="g">Pietas</hi> M. 15. Jh. <hi rend="g">Grabdenkmal</hi> von 1580 von einem
Nachfolger des Eichstädters <hi rend="italic">Loy Hering</hi>. &mdash; In der Nähe (NO) <milestone unit='line' n='15'/>
zierliche 2stöckige Kap. 1512.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Origineller hochgiebeliger Bau von 1583, Schule der
Plassenburg.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> in Stein und Fachwerk, 16.-18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Brunnen</hi> mit S. Michael um 1650. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> des 16. Jh. großenteils erhalten. Entwürfe
zu ihrer Modernisierung von <hi rend="italic">Balth. Neumann</hi> 1741.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Veste Rosenberg,</hi> ehem. der Bischöfe von Bamberg. Gut erhaltene,
für die Geschichte des Wehrbaues lehrreiche Anlage.
In der Kernburg hoher 4eck. Buckelquader-Bergfried aus <milestone unit='line' n='25'/>
13. Jh. Gut erhaltener got. Bering, an einer Stelle bez. 1487.
Einfache Renss.Bauten 1572, 1590, 1595. Der 3. Befestigungsgürtel
17. Jh. Kräftiges Rustikator 1662 ähnlich wie in Forchheim.
(Kleines Museum zur Stadtgeschichte.)
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KROSIGK.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, Ruine einer typischen rom. Anlage.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KRUKENBURG.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar.
</p><p>
<hi rend="bold">Burgruine</hi>. Bmkw. die 1126 gewölbte sehr hohe rom. Kap.
In der Mitte kreisf. Raum, von 12 m lichtem Durchmesser,
ehem. mit Kuppelgwb., 4 rck. Anbauten mit Tonnengwbb, <milestone unit='line' n='35'/>
schließen sich kreuzförmig an. Der got. Palas aus der Zeit
des Bischofs Wilhelm von Paderborn (1401-15) in großen
Teilen erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>CRUMBACH.</hi> Kr. Cassel-Land.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> got., rest. 1770, 1sch. mit polyg. Schluß. Interessant <milestone unit='line' n='40'/>
der runde WTurm, der als Bergfried diente; Einsteigeloch vom
Kirchenschiff aus; an der Kirchhofsmauer Spuren eines Wehrganges.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KÜHNDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Lhs. rck., schmälerer 5/8 Chor mit gutem Maßwerk


<pb n='228' id='i237.png'/>

<!-- [P: 228] -->

1323. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> 1630 mit schönen Intarsien. &mdash; Als Gattung
bmkw. die bäuerlichen <hi rend="g">Epitaphien</hi>.</p>
<p>
<hi rend="bold">Schloß,</hi> früher Johanniterkomturei, 1398 abgebrannt, Hauptbau
noch mittelalterl., Nebenturm renss.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KULM.</hi> Reuß j. L. LA Gera. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> gew. 1223, die ursp. Anlage vollst, erhalten, 1sch. Lhs.
mit quadr. Chor und 1/2kr. Apsis.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KULMBACH.</hi> OFranken BAmtsstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Stattlicher spgot. Hausteinbau. Am Chor Inschr. 1439.
Wohlräumige Hallenkirche von 5 Jochen, stark eingezogener <milestone unit='line' n='10'/>
Chor 2 Joche und 5/8 Schluß. Emporen und Gwbb. des Lhs.
modern (1535 hölzerne Tonne), WTurm mit Maßwerkfriesen
und Spitzhelm. &mdash; Imposanter <hi rend="g">Barockaltar</hi> mit flotten
Skulpturen, am Sockel Porträtrelief des Markgrafen Christian
(1603-55). <hi rend="g">Taufstein</hi> mit 4 guten Marmorreliefs A. 17. Jh., <milestone unit='line' n='15'/>
vielleicht von <hi rend="italic">Hans Werner</hi> von Bamberg. <hi rend="g">Grabsteine</hi>
17. Jh., recht gut der des Georg Wolf v. Lainack. Glasgemälde
ca. 1550. &mdash; Pfarrhaus 1730.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Spital-K</hi>. Kleiner, gut gegliederter Barockbau 1738, wohl vom
Hofbaudirektor <hi rend="italic">Fr. Grael</hi>. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Friedhofs-Kap</hi>. gotisierend 17. Jh., gute Epitaphe 17. und
18. Jh., zahlreiche kapellenartige kleine Gruftbauten.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rentamt</hi> (ehem. Langheimer Klosterhof). Reich gegliederter
und geschmückter Barockbau 1694. Zwei schöne Toranlagen.</p>
<p>
<hi rend="bold">Bezirksamt</hi> (ehem. Regierung) einfache Renss. mit geschweiften <milestone unit='line' n='25'/>
Giebeln wie auf der Plassenburg, Erker bez. 1562 <hi rend="italic">Caspar
Vischer</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 16. Jh., Fassade 1752. &mdash; Einige <hi rend="g">Wohnhäuser</hi>
der Renss.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> teilweise erhalten; Gerichtsturm, wie üblich <milestone unit='line' n='30'/>
rot angestrichen, und Pranger.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>CUNEWALDE.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1780. Großer Saalbau mit Doppelemporen. &mdash; Kanzel
1656. Bmkw. Reste von spgot. <hi rend="g">Altarplastik</hi>. Zahlreiche
<hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> des 17. und 18. Jh. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KUNITZ.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1774 und 1860. Gutes dreiflügeliges <hi rend="g">Altargemälde</hi>.
</p>
<p>
<hi rend="bold">Burgruine</hi> (jetzt Kunitzburg genannt, der alte Name Gleißberg). 
Vom rom. Bau der Bergfried und die Südwand des
Palas erhalten. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KÜNITZSCH.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einheitlich von 1706. &mdash; Zwölf <hi rend="g">Denkmäler</hi>
1608-1782.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KÜNSBERGK.</hi> UFranken BA Mellrichstadt.
</p><p>
Bedeutende <hi rend="bold">Burgruine</hi>, z. T. rom.
</p>


<pb n='229' id='i238.png'/>

<!-- [P: 229] -->

<p>
<hi rend='ort'>KUPFERBERG.</hi> OFranken BA Stadtsteinach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1280-1300. Frgot. Basilika mit großem Chorturm. &mdash;
Ansehnliches Spitalgebäude mit Kirche, 1738-42, angeblich
unter Einfluß von <hi rend="italic">Balthasar Neumann</hi> (?).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KÜRBITZ.</hi> K. Sachsen AH Plauen. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1624-26 auf Kosten des Frhr. v. Feilitzsch. Für
diese dem Kirchenbau ungünstigste Zeit ein außerordentlich
stattlicher Bau, dem protestantischen Kultus angepaßt. Der
Hauptraum Quadrat von 16,5 m, die Ssch. 2geschossig, Erdgeschoß
5 m h., Empore 7,7 m h. Im O polyg. Altarhaus, im <milestone unit='line' n='10'/>
W starker vierseitiger, oben 8seitiger Turm; in die Winkel
dieser Bauteile gegen das Gemeindehaus je eine Wendeltreppe
(im ganzen 4) eingeschoben, äußerlich mit 3 Achteckseiten
hervortretend. Auf der WEmpore die herrschaftliche Winterbetstube,
ehemals reich und behaglich eingerichtet (erhalten <milestone unit='line' n='15'/>
ein <hi rend="g">Kamin</hi> von einfach vornehmen Formen, die als Hermen
fungierenden Gestalten der Fides und Spes vortreffliche
Arbeiten). Die Formen außen und innen ernst und schlicht,
mit manchen got. Nachklängen; z. B. die Fenster der unteren
Reihe spitzbg., der oberen rundbg., aber mit Maßwerk. Aufwendiger <milestone unit='line' n='20'/>
nur das Hauptportal, Rustika mit toskan. Ordnung,
übrigens von strengster Behandlung. &mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi> aus
der Erbauungszeit mit Teilen eines Schnitzaltars von ca. 1500.
&mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> bez. 1626; die tragende Mosesstatue sowie die
Evangelisten der Brüstung, überraschend durch Formenreinheit <milestone unit='line' n='25'/>
im Sinne der Hochrenss., von derselben ausgezeichneten
Künstlerhand, die den Kamin schuf; das Tektonische in
äußerstem Gegensatz zu der Durchschnittsneigung der Zeit von
puritanischer Einfachheit und Trockenheit. &mdash; <hi rend="g">Familiengruft</hi>
der Herren v. Feilitzsch mit Bildnisgrabsteinen von <milestone unit='line' n='30'/>
1511 ab. In der Kirche Ölporträts derselben Familie aus 17.
und 18. Jh. Vierflügeliger <hi rend="g">Altar</hi> um 1500 (schlecht rest.).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KÜRNACH.</hi> UFranken BA Würzburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1723, vielleicht nach Angaben <hi rend="italic">B. Neumanns</hi>. Eingezogener
Chor mit 3seit. Kappenschluß, im N und S Sakristeien, <milestone unit='line' n='35'/>
Lhs. flachgedeckt, Kuppeldachreiter, Pilasterfassade, Fenster
mit reicher Hausteinumrahmung. &mdash; Im Dorf 4 <hi rend="g">Bildstöcke</hi>, 
einer mit Kreuzigungsrelief bez. 1598. Sehr stattlich
die große Freigruppe der <hi rend="g">Kreuzigung</hi> bei der Grießmühle,
Zielpunkt der Flurprozession, bez. 1766. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>CORSDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Chorturm, Apsis, schmalen rundbg. Fenstern.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>KYFFHÄUSER.</hi> Schwarzb-Rudolst. LA Frankenhausen.
</p><p>
<hi rend="bold">Burgruine</hi>. Angeblich 1116 zum Schutz der kaiserl. Pfalz
Tilleda gegr. Die Konstruktion des Bergfrieds weist auf
<pb n='230' id='i239.png'/>
<!-- [P: 230] -->
höheres Alter (?). Von der sehr ausgedehnten Anlage fast nur
noch die Grundmauern zu erkennen. &mdash; Die <hi rend="g">Kapelle</hi> von derselben
einfachen Anlage wie die rom. Landkirchen dieser Gegend.
</p>

</div>

<div>
<index index="toc" />
<head><title>L</title></head>

<p>
<hi rend='ort'>LAAS.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Normale rom. Anlage: flachgedecktes kurzes Schiff,
eingezogener quadr. Chor und überwölbte Apsis; von rom.
Kunstformen nichts erhalten,
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LAMPERTSWALDE.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1722. Flachgedeckter, nach O aus 8 Eck geschlossener <milestone unit='line' n='10'/>
Saal. &mdash; Denkmäler.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> um 1690-1700.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LANDESWEHR</hi> bei Meiningen.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Von der 1525 zerstörten ma. Burg stammt der schräg
am Boden liegende Hauptturm. Derselbe wurde 1685 durch <milestone unit='line' n='15'/>
Pulver gesprengt. Die Steine der Burg wurden 1682 zum Bau der
Elisabethenburg, des Residenzschlosses in Meiningen, verwendet.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LANDSBERG</hi> bei Meiningen.</p>
<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> des Herzogs von Sachsen-Meiningen, neugot. 1836-40
von <hi rend="italic">Döbner</hi>. Innen große Kunst- und Waffensammlung. <milestone unit='line' n='20'/>
2 Öfen des 16. Jh, aus Saalfeld. Wertvoll 4 geschnitzte und
gemalte thüringische <hi rend="g">Altäre</hi> E. 15. bis A. 16. Jh. Vertreten
sind: <hi rend="italic">Valentin Lendenstreich</hi>, der <hi rend="italic">Meister der architektonischen
Baldachine</hi> und der <hi rend="italic">Meister des Neusitzer Altars</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LANDSBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> sprom. Schiff von 7 : 20 m, im O 1/2k. Apsis, WTurm in
gleicher Breite mit dem Sch. und gegen dieses in 2 Bogen geöffnet.
Rom. Tympanon, S. Nikolaus zwischen Gotteslamm und Löwe.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Doppelkapelle</hi> der seit 1180 genannten Burg. Das weitaus
interessanteste Denkmal des Kreises. E. 12., A. 13. Jh. &mdash; <milestone unit='line' n='30'/>
Rck. von 11,5 : 9 m, Aufbau in 2 gesonderten Geschossen,
die durch eine Öffnung im Boden des oberen in Verbindung
stehen. Jedes hat 3 grätig gewölbte Schiffe von gleicher Höhe.
2 Doppeljoche, in denen schwere kreuzf. Pfeiler und schlanke
elegant dekorierte Säulen kontrastieren (Kapitelle interessante <milestone unit='line' n='35'/>
Weiterbildung des Königslutterer Typus); im W ein quer
durchlaufender Gang, im O 3 durch beide Geschosse durchgehende
Apsiden. Die enge Treppe liegt außerhalb der SWand
und ist geraden Laufs. Das zweite Obergeschoß, als Wohnraum
dienend, ist spätere Zutat. &mdash; Die 2 merkwürdigen <milestone unit='line' n='40'/>
<hi rend="g">Portale</hi> in Sachsen analogielos. Das größere in der Architekturform
einfach, nur Rücksprung, aber die Leibungsfläche


<pb n='231' id='i240.png'/>

<!-- [P: 231] -->

reich ornamentiert, an den Pfosten figürliche Reliefs, im Tympanon
Christus in der Mandelglorie zwischen Engeln, alles
sehr verwittert. Am kleineren giebelförmiger Sturz ohne Entlastungsbg.
Schnitzaltar, um 1500.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LANGBURKERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Pirna. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Fester 8eckiger Bau mit westl. im Mittel vorgelegtem
8eckigen Turm, 1611 erneuert; im Innern Stuck- und Schnitzarbeiten
1749.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LANGENAUE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom., sehr verbaut; die ursp. Formen an Apsis und <milestone unit='line' n='10'/>
Portal; <hi rend="g">skulptiertes Tympanon</hi>, Christus im langen
Rock am Kreuze stehend, zu Füßen die Weltkugel, oben Sonne
und Mond in ornamentaler Stilisierung, neben ihm 2 Palmenbäume;
höchst bäuerisch, wohl 12. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LANGENDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst</hi>. M. 13. Jh. Nach Brand 1505
whgest., 1873 rest. Quaderbau, Saalanlage mit Flachdecke.
Nonnenempore auf 3sch. Kreuzgewölbehalle.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LANGENHESSEN.</hi> K. Sachsen AH Zwickau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Triumphbg. und Chor sprom. &mdash; Großes spgot. <milestone unit='line' n='20'/>
<hi rend="g">Altarwerk</hi> von 1502 mit 4 beweglichen und 2 festen
Flügeln, in den Gemälden Einfluß der fränkischen Schule.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LANGENLEUBA.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom., sehr verbaut; ein schönes Portal mit 2 Säulenpaaren
1841 zwecklos zerstört. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LANGENLEUBA.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. OTurm über dem Chor; Lhs. E. 16. Jh.; reiche
Ausstattung im 18. Jh. &mdash; Vornehmes <hi rend="g">Grabmal</hi> für Joh.
v. Kuntsch † 1714.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> 1707, groß und ehemals prächtig, jetzt in Verfall. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LANGENNAUNDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1715, hoher WTurm in Fachwerk. Bemalte Holztonne.
Ausstattung fast lückenlos erhalten, behagliche Stimmung.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LANGENREINSDORF.</hi> K. Sachsen AH Zwickau. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der gerade geschl. Chor mit Giebelkreuz und die
westl. Vorhalle mit massivem Turm enthalten rom. Formen. &mdash;
<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> 1500.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LANGENSALZA.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">Bonifazius-K</hi>. Beg. A. 14. Jh., nach langer Unterbrechung im <milestone unit='line' n='40'/>
15. Jh. weitergeführt. Breit hingelagerte Hallenkirche mit
hohem Dach und eingezogenem Chor. Letzterer weicht aus der
Hauptachse und hat im Innern nur eine hölzerne Flachdecke.
Die spgot. Netzgwbb. des Schiffes stehen auf kunstreichen
Rundpfll. aus 14. Jh. Es waren 2 Fassadentürme projektiert,


<pb n='232' id='i241.png'/>

<!-- [P: 232] -->

von denen nur der nördl. ausgeführt; Unterbau 1470, Renss.Oberbau
erreicht die für dieses Gebiet ungewöhnliche Höhe
von 81 m. Das große WPortal hat seinen <hi rend="g">plastischen
Schmuck</hi> im Bauernkriege verloren; es waren am Gewände
12 Statuen in zwei Rängen und 2×3×4 Statuetten an den <milestone unit='line' n='5'/>
Bogenläufen; das von einem Mittelpfosten getragene Tympanon
enthält (ziemlich unversehrt) in 3 Reliefstreifen das
<hi rend="g">Jüngste Gericht</hi>, Kompositionsschema von S. Lorenz
in Nürnberg; von einem fränkischen Künstler (?) am Pfosten ein
<hi rend="g">Opferstock</hi>. Um einiges einfacher das nördl. Seitenportal, <milestone unit='line' n='10'/>
im Tympanon <hi rend="g">Kreuzigung</hi>. &mdash; Das Obergeschoß
über der Sakristei hat eine bmkw. <hi rend="g">bemalte Bretterdecke</hi>
aus A. 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stephans-K</hi>. 1394 ff. Ursp. Hallenkirche. Die Gwbb. vielleicht
im Stadtbrande von 1506 zerstört. Die dürftige Herstellung <milestone unit='line' n='15'/>
gab nur Bretterdecken und erhöhte das Msch., welches schlichte
Stichbogenfenster erhielt. Reichere Bauformen enthält nur
die gerettete Außenansicht der Sschiffe. Sie sind mit einer
Maßwerkbalustrade und kleinen Staffelgiebeln, zwischen denen
die Fialen der Strebepfll. aufragen, gekrönt. Die Fenster des <milestone unit='line' n='20'/>
Maßwerks beraubt. An der SSeite großes, lebhaft gegliedertes
Portal. Der unorganisch in die SWEcke eingeschobene Turm
scheint im Unterbau aus einer älteren Anlage zu stammen;
der Oberbau neugot. 1860. &mdash; Unter den <hi rend="g">Grabsteinen</hi>
sind die ältesten die des Dietrich v. Salza † 1308 und Günther <milestone unit='line' n='25'/>
v. Salza † 1322; roh in der Zeichnung und sehr beschädigt.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Augustiner-K</hi>. gegr. 1280, war ein sehr gestrecktes einfaches
Rechteck; abgebrochen. Vom Kreuzgang sind Bruchstücke
erhalten.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1742. &mdash; <hi rend="bold">Marktbrunnen</hi> 1582. &mdash; Zahlreiche Reste der <milestone unit='line' n='30'/>
<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LANGENSELBOLD.</hi> RB Cassel Kr. Hanau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> des 18. Jh., Rundbau mit 4 Vorbauten.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> des 18. Jh. auf den Grundmauern des ehem. Klosters.
Im Garten <hi rend="g">Grabstein</hi> eines Abtes aus 15. Jh. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LANGENSTEIN.</hi> RB Cassel Kr. Kirchhain.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spgot. flachged. Sch. ohne Streben. Der polyg. Chor
hat Netzgwb. mit doppeltem Rippensystem, das untere frei
schwebend.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LANGEWIESEN.</hi> Schwarzburg-Sondersh. LA Gehren. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1675.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LANGHEIM.</hi> OFranken BA Lichtenfels.
</p><p>
<hi rend="bold">Cistercienser-Klst.,</hi> gegr. 1132, verwüstet 1525, Neubau des
Konventshauses 1657-80, Abtshaus 1700 ff., Erweiterung des
Konventshauses 1730 ff., Brand 1802, Säkularisierung 1803,


<pb n='233' id='i242.png'/>

<!-- [P: 233] -->

darauf Abtragung der Ruinen. Erhalten hat sich: eine Kap.
vor dem Klostertor und ein Flügel des Konventsbaues (jetzt
Brauerei). Die erstere frgot. 13. Jh., 1sch. mit 6 Kreuzgwbb.,
deren Kämpfer bis zur Fensterbank hinabreichen (ungefähr wie
im Refektorium zu Heilsbronn), der Schluß 5rippig über 1/2kreisförmigem <milestone unit='line' n='5'/>
Gr. Die K. zeigt sich auf Abb. als sehr langgestreckte,
platt geschlossene Anlage; Stilformen nicht erkennbar. Die
Klosterbauten wetteiferten in Größe und Opulenz mit denen
von Ebrach. Der erhaltene Flügel trägt am Giebel die Zahl 1792,
die Formen zweifellos um oder vor M. 18. Jh.; wahrscheinlich <milestone unit='line' n='10'/>
von <hi rend="italic">Balth. Neumann</hi>; Pläne desselben für Langheim in der
Sammlung Eckart in Würzburg.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LANGHENNERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Freiberg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1530 got. mit einigen Resten aus 13. Jh. in der angebauten
Wendelin-Kap. Turm im W querrck., Satteldach. <milestone unit='line' n='15'/>
Glasgemälde.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LANGULA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> modern, reich geschmückter spgot. <hi rend="g">Taufstein</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LAUB.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Bedeutende überlebensgroße <hi rend="g">Sandsteinmadonna</hi>, <milestone unit='line' n='20'/>
stilistisch der Madonna im Würzburger Dom
nahe verwandt; durch das Stifterwappen auf der Konsole
datierbar auf ca. 1320.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LAUCHA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1479-96. Großer einheitlicher Bau, flachgedeckter <milestone unit='line' n='25'/>
Saal, aber vielleicht ursp. auf Gwbb. angelegt; gute Quadermauern
und ringsum Strebepfll. WTurm über nach S und W
offener Halle.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Renss., wohl jünger als die Wappentafel 1563. &mdash;
<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> teilweise erhalten, am besten das Obertor. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LAUCHRÖDEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> A. 17. Jh. Der Turm steht abweichend von der Sitte
der Gegend im W. Emporen und hölzernes Tonnengwb. &mdash;
[Schnitzaltar jetzt in der Nikolai-K. in Eisenach.] Gedenktafeln
18.Jh. &mdash; <hi rend="g">Kemenate</hi> der v. Rotenhan mit Inschr. 1562, 1575. <milestone unit='line' n='35'/>
Hübsches Hoftor. Kamin.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LAUCHSTÄDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
</p><p>
Allerlei bescheidene kleine Architekturen erinnern an die Zeit,
als L. zu E. 18. Jh. ein besuchter Badeort war. Das unter
Mitwirkung Goethes 1802 errichtete Sommertheater jetzt geschickt <milestone unit='line' n='40'/>
wiederhergestellt.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LAUDENBACH.</hi> UFranken BA Karlstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">Dorf,</hi> Kirche und Burgruine bildeten eine malerische Gruppe
am hohen Mainufer.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Charakteristischer Juliusbau von 1613.
</p>


<pb n='234' id='i243.png'/>

<!-- [P: 234] -->

<p>
<hi rend="bold">Burg</hi>. Bis 1291 hohenlohisch, dann hennebergisch und wertheimisch,
im Bauernkrieg zerstört. 2 rom. Bergfriede, in z. T.
kolossalen Quadern (1,50 m l., 0,50 m h.). &mdash; Nettes Schloß im
Dorf einfach renss.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LAUENSTEIN.</hi> OFranken BA Teuschnitz. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Burg.</hi> Aus der 1. Bauperiode, vor der Zerstörung 1290, der
Stumpf des Bergfrieds in ährenförmigem Verband und Teile
der Ringmauer und die Torhalle. Aus E. 14. Jh. der sog.
Orlamünder Bau (O). Der Hauptbau (N) 1551 bis 1554, von
dem Meister von Rottweindorf; Innenraum mit Rippengwbb., <milestone unit='line' n='10'/>
Tafeldecken, stattlichem Kamin, geschnitztem Jagdfries, in
der Kap. Fresken.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LAUENSTEIN.</hi> K.Sachsen AH Dippoldiswalde.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Kleine Hallenkirche E. 15. Jh., Schiff nach Brand 1594
erneuert, System ähnlich Stadt-K. zu Pirna, Pfll. mit renss. <milestone unit='line' n='15'/>
Elementen. <hi rend="g">Altarbau</hi> aus Sandstein, zugleich als Epit.
des Rudolf v. Bünau † 1609 und seiner Gemahlin Anna v. Schleinitz
† 1591; großartiges, in 3 Stockwerken staffelförmig sich
verengendes Gerüst von starken Sll., zwischen denen Reliefbilder;
auf den Absätzen Freifiguren, zuunterst der kniende <milestone unit='line' n='20'/>
Stifter; das ebenso gediegen als prachtvoll durchgeführte Werk
stilistisch aus niederländischen und italienischen Elementen
gemischt, gehört zu den bedeutendsten seiner Art und Zeit in
Deutschland. &mdash; Von demselben Künstler die große <hi rend="g">Moseskanzel</hi>
und der <hi rend="g">Taufstein</hi>; Mäßigung der Architekturformen, <milestone unit='line' n='25'/>
Übergewicht der figürlichen Plastik. &mdash; <hi rend="g">Bünaukapelle</hi>
(Erbbegräbnis) beg. 1609 von <hi rend="italic">Lorentz Hornung</hi>,
einem aus der Schule Nossenis hervorgegangenen Bildhauer in
Pirna. Hauptstücke das Portal und das Epit. von 9 m H. und
5 m Br. Sandstein mit Heranziehung von Alabaster, Achat <milestone unit='line' n='30'/>
und Jaspis; sonst Verzicht auf Färbung und Vergoldung;
virtuosenhafte Feinarbeit, zumal im Kostümlichen, ein Fortwirken
jener niederländischen Tradition, deren bedeutendstes
Beispiel das Grabmal des Kaisers Maximilian I. in Innsbruck ist.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Burg.</hi> Oft umgebaut, ihre Anlage wesentlich 15. Jh. Die glanzvollere <milestone unit='line' n='35'/>
Erneuerung und Ausschmückung durch Günther
v. Bünau aus Bruchstücken zu ahnen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LAUSA.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> einheitlich um 1650; gotisierende Erinnerungen noch
nicht ganz vergessen. &mdash; <hi rend="g">Altar-Kanzel</hi> 1789. &mdash; <hi rend="g">Sandstein-Denkmäler</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
1632, 1688, 1738, 1759, 1762, 1768,
1787, 1805, 1808, 1810, 1817 &mdash; eine stilgeschichtlich bezeichnende
Reihe. &mdash; <hi rend="bold">Pfarrhaus</hi> um 1650.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LAUSIGK.</hi> K. Sachsen AH Borna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> (Benedikt.-Priorat) gegr. 1105; in den Umfassungen


<pb n='235' id='i244.png'/>

<!-- [P: 235] -->

völlig erhaltene 4achsige Pfeilerbasilika mit normalem kreuzf.
Gr., keine Türme, sparsamste Formen; nur die Tür (W) hat
flachgeritztes Blattornament im Charakter des 12. Jh,. und rck.
Umrahmung mit Schachbrettfries, oben Bogenfries, am Gewände
1/4 Rundstäbe anstatt Sll. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LAUSKE.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Umgebaut 1770 von Graf v. Breßler in einem an die
ital. Renss. sich anlehnenden Klassizismus; bmkw. der runde
Speisesaal mit kassettierter Kuppel. &mdash; Familienbildnisse und
Möbel. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LAUSNITZ,</hi> s. Klosterlausnitz.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LAUSNITZ.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1725; Kanzelbau und andere Ausstattungsstücke aus
derselben Zeit.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LAUTER.</hi> UFranken BA Kissingen. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 3/4 lebensgroße <hi rend="g">Steinmadonna</hi> E. 13. Jh.,
eine der allerschönsten der Epoche, wohl sicher vom Meister
des Botenlaubengrabmals in Frauenroth und sehr wahrscheinlich
von dort verschleppt (eine Zeitlang als Bildstock benutzt).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LAUTERBACH.</hi> K. Sachsen AH Marienberg. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 2. H. 15. Jh. Aus dieser Zeit der bmkw. Dachstuhl
(ein gleicher in Großrückerswalde). Guter <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>
A. 16. Jh. und Reste der Altarbekleidung. <hi rend="g">Kindergrabsteine</hi>
1585, 1586.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LAUTERBACH.</hi> K. Sachsen AH Großenhain. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 18. Jh. Schöner Saal mit dekorativen Gemälden.
Hübsches Gartenhaus um 1770.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LAWALDE.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1777 mit reizvoller Raumwirkung. Bmkw. <hi rend="g">Kirchhof</hi>,
Torturm 17. Jh. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LEBIEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom., Raseneisenstein, rck. WTurm in Backstein,
spgot. Netzgwb. &mdash; Kanzel, Altaraufsatz, Emporen renss. E. 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LEHESTEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1683. &mdash; Schloß, ehemals Besitz des Deutschordens; <milestone unit='line' n='35'/>
Wasseranlage; Rundturm mit Eingang von 1551.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LEIDENHOFEN.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1. H. 13. Jh. Flachgedecktes Sch. (etwa 12,5 : 9 m),
schmucklose rundbg. Tür und vermauerte rundbg. Fenster,
der Chor im Erdgeschoß des OTurms, kuppeliges Kreuzgwb. <milestone unit='line' n='40'/>
mit spitzen Bogenlinien.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LEIHA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich in rom. Gestalt erhalten. Kleiner Saal mit
eingezogenem Turmchor, rundbg. Portal an nördl. Langseite.
Die bar. Ausstattung charaktervoll und gut.
</p>


<pb n='236' id='i245.png'/>

<!-- [P: 236] -->

<p>
<hi rend='ort'>LEIMBACH.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> A. 17. Jh. mit dem Wappen der v. Butlar; gut erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LEIPZIG.</hi> K. Sachsen. Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend="bold">Nikolai-K</hi>. Älteste Pfarr-K. der Stadt; 1017 dem Bischof
von Merseburg geschenkt; 1213 den Augustiner-Chorherren von <milestone unit='line' n='5'/>
St. Thomas untergeordnet. Etwa aus dieser Zeit der rom.
WBau; Ziegelmauern mit Hausteingliederung; 4 breite Lisenen,
an den Ecken mit Rundstäben und oben in Sägefries und Hohlkehle
schließend; 2 vermauerte frgot. Fenster der alten Glockenstube,
etwa M. 13. Jh., sonst alle Fenster aus späteren Umbauten; <milestone unit='line' n='10'/>
im 14. Jh. Auflösung des rck. Mauerkörpers in drei
8eckige Türme; 1555 durch <hi rend="italic">Hieronymus Lotter</hi> der Mittelturm
erhöht und mit einem Helm versehen, die Seitentürme mit
Hauben gedeckt. Der 5/8 Chorschluß mit gestrecktem Vorchor
vor 1400; aus gleicher Zeit die im NO anschließende Michaels-Kap.; <milestone unit='line' n='15'/>
die SOKap. 1467. Die Schiffe Umbau 1513 ff.; Halle
von 3 Sch. und 5 Jochen. Die Ssch. durch Emporen erweitert,
ähnlich wie in Schneeberg; 1555 Umbau des Turmes; nach dem
30j. Kriege umfassende Reparaturen; von der alten Ausstattung
ist vieles beseitigt. [Die <hi rend="g">Gemälde</hi> im Museum, <milestone unit='line' n='20'/>
anderes in der Sammlung des Ver. f. Geschichte Leipzigs.]
<hi rend="g">Kanzel</hi> spgot., sehr reich ornamentiert; jetzt in der Turmhalle.
&mdash; 1784-97 eingreifende Umgestaltung des Innern durch
Dauthe. Die spgot. Pfll. (8eckig mit konkaven Flächen) als antik
kannelierte Sll. verkleidet; kein Kapitell, dafür über dem <milestone unit='line' n='25'/>
Astragal ein kühn geschwungener Kranz von Palmenwedeln &mdash;
offenbar ein durch das got. Netzgwb. eingegebener Gedanke. &mdash;
<hi rend="g">Altartisch</hi>, <hi rend="g">Leuchter</hi> und <hi rend="g">Taufstein</hi> aus Stuckmarmor
zeigen den Zeitstil von seiner besten Seite. Die <hi rend="g">malerische</hi>
Ausschmückung von <hi rend="italic">Oeser</hi>. Schmerzensmann Stein <milestone unit='line' n='30'/>
ca. 1400.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Thomas-K</hi>. gegr. vor 1213 als K. des Augustiner-Chorherrenstiftes.
Oft umgebaut. Der älteste Teil wohl die südl. Turmhalle,
14. Jh. Der gestreckte polyg. geschlossene Chor und die
Sakristeien 15. Jh. Das Lhs. 1482-96 völlig neu aufgebaut <milestone unit='line' n='35'/>
von <hi rend="italic">Claus Roder</hi>; 3 Sch. von gleicher Breite, 8 schmale Joche,
schlanke 8eck. Pfll. Emporeneinbau 1570. &mdash; [<hi rend="g">Altar</hi> 1721
jetzt in der neuen Johannis-K.], bmkw. <hi rend="g">Taufstein</hi> 1614
von <hi rend="italic">Georg Kriebel</hi>. [Der reiche und interessante hölzerne Deckel
im Ver. f. Gesch. Leipzigs; ebenda der Fürstenstuhl von 1683, <milestone unit='line' n='40'/>
dessen Trophäenkrönung an die Befreiung Wiens aus der
Türkengefahr erinnern soll.] <hi rend="g">Grabstein</hi> des Ritters
<hi rend="g">Hermann v. Harras</hi> † 1451 (ausgeführt wohl einige Jahrzehnte
später). Stein für Georg und Apollonia <hi rend="g">v. Wiedebach</hi>
1517, kniend von vorn, lebensvolle Figuren, <reg orig='vorzüg-|liches'>vorzügliches</reg>
<pb n='237' id='i246.png'/>
<!-- [P: 237] -->
spgot. Rankenwerk. &mdash; Großes Alabasterdenkmal der
Familie <hi rend="g">Bachofen</hi> nach 1550 mit Weltgericht und Auferstehung.
&mdash; Epitaph für <hi rend="g">Seb. Hillger</hi> † 1570, Messing
mit Email. &mdash; Bronzeplatte für <hi rend="g">Nic. Selneccer</hi> † 1592,
saubere Arbeit. &mdash; Denkmal des <hi rend="g">Joh. Jenitz</hi> 1593 in mehrfarbigem <milestone unit='line' n='5'/>
Marmor aus der Schule <hi rend="italic">Nossenis</hi>. &mdash; Großes Hängeepitaph
für <hi rend="g">Daniel Leicher</hi> † 1617; wohl von <hi rend="italic">Georg
Kriebel</hi> aus Magdeburg; die malerisch virtuos behandelten
Alabasterreliefs in dreiteilig aufgebauter archit. Umrahmung;
das Ornament in extravaganter Knorpelmanier. &mdash; Vortreffliche <milestone unit='line' n='10'/>
Sandsteinplatte für <hi rend="g">Georg Weinrich</hi> 1687. &mdash;
Zahlreiche Superintendentenbilder, die 5 ältesten 1573-1617
von <hi rend="italic">Johann de Perre</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Pauliner-K</hi>. (Universitäts-K.). Vom ältesten Bau (1221? 1231?)
nichts erhalten außer ein paar Fundstücken. Die jetzige Gestalt <milestone unit='line' n='15'/>
durch drei Umbauten i. J. 1480 ff., 1519-21 und 1709-12.
Als ursp. Kern erkennt man die normale Anlage einer Bettelordens-K.:
Lhs. 3 Sch. und 7 Joche (45 m L.) und schmaler
gestreckter Chor mit polyg. Schluß (29 m L.); im 16. Jh. hinzugefügt
die Nebenchöre und im S des Lhs. ein zweites Nebenschiff. <milestone unit='line' n='20'/>
Von dem die ganze Breite der 3 Chöre einnehmenden
Lettner nur geringe Reste erhalten. Das Lhs. Hallenkirche
mit Netzgwbb. &mdash; <hi rend="g">Flügelaltar</hi> A. 16. Jh., die Teile zerstreut;
im Mittelschrein die jetzt im Chor auf einer Konsole
aufgestellte lebensgroße Figur des h. Paulus. &mdash; Von einem <milestone unit='line' n='25'/>
Nebenaltar stammen zwei wertvolle <hi rend="g">gemalte Tafeln</hi> des
14. Jh. &mdash; Holzstatue des <hi rend="g">h. Dominicus</hi>, sitzend, in
Meditation (1,13 m hoch), eine künstlerisch hochbedeutende
Arbeit um 1400, vielleicht von derselben Hand wie der Grabstein
des Kanonikus Bruchterte im Dom zu Naumburg. &mdash; <milestone unit='line' n='30'/>
Holzstatue des <hi rend="g">Markgrafen Diezmann</hi> † 1307, im
Stil Nachklang von Naumburg, weicher, manierierter, doch immer
noch eine hochstehende Kunst. &mdash; Grabstein des <hi rend="g">Nickel
Pflugk</hi> † 1482, hohes Relief in Sandstein. &mdash; Grabplatte der
Herzogin <hi rend="g">Elisabeth von Sachsen</hi> † 1484, flaches <milestone unit='line' n='35'/>
Relief, interessant durch die Technik der getriebenen Bronze. &mdash;
Schöner Grabstein mit der Reliefgestalt eines <hi rend="g">Unbekannten</hi>
1515. &mdash; Wandgrab des <hi rend="g">Lorenz v. Reutlingen</hi>
1528. &mdash; Desgl. des <hi rend="g">Caspar Börner</hi> 1547. &mdash; Drei Bronzeepitaphe
von gleichartiger Behandlung: des <hi rend="g">Christopher <milestone unit='line' n='40'/>
v. Kruschwitz</hi> † vor 1549, keine Figg., nur Inschr.,
Wappen und knappes ornamentales Beiwerk in frühen, noblen
Renss.Formen (Meister <hi rend="italic">NT</hi>, Gießer <hi rend="italic">J. Behem</hi>); des <hi rend="g">Adam
Moller</hi> 1549; des Dr. <hi rend="g">Joachim v. Kneitlingen</hi> 1553;
drei Grabplatten der <hi rend="g">Familie Maw</hi> 1616-20, Sandstein,


<pb n='238' id='i247.png'/>

<!-- [P: 238] -->

ganze Figg. in hohem Relief mit wenig Ornament, ehrlich und
gründlich, zumal im Stofflichen musterhaft. &mdash; Hängeepitaph
des <hi rend="g">B. Golnitz</hi> † 1635, Holzarchitektur mit Übergewicht
des Figürlichen, wilde Sp.Renss. &mdash; Charakteristische Beispiele
aufwandreicher und schwulstiger Barockkunst die Steindenkmäler <milestone unit='line' n='5'/>
des <hi rend="g">J. J. Pantzer</hi> von 1673 und des <hi rend="g">G. T. Schwendendörffer</hi>
von 1685. &mdash; Mehrere <hi rend="g">Gedenktafeln</hi> in
der Form von Ölgemälden, darunter bmkw. das der Familie
Lawe 1548 von einem Cranachschüler. &mdash; »Lasset die Kindlein
zu mir kommen« von <hi rend="italic">L. Cranach d. Ä.</hi> &mdash; Die sehr stattlichen <milestone unit='line' n='10'/>
spgot. Klst.-Gebäude 1830 und 1893 abgebrochen; erhalten ein
Teil der umfangreichen <hi rend="g">Wandmalereien</hi> (abgehoben,
jetzt in der Univers.-Bibliothek, in der auch andere bmkw.
Kunstwerke).
</p>

<p>
<hi rend="bold">Barfüßer-K</hi>. (Franziskaner). Von dem 1239 beg. Klosterbau <milestone unit='line' n='15'/>
nichts erhalten. Die jetzige K. ist Umbau 1494-1504. 2sch.
Halle. Die trennenden 4 Pfll. vielleicht Reste der alten NMauer;
im S Erweiterung durch eine über dem Kreuzgang angeordnete
Empore (wie in der Pauliner-K.). Nochmaliger Umbau 1698.
Liturgisch bmkw. die Verlegung der Kanzel auf die Mitte der <milestone unit='line' n='20'/>
SSeite; gegenüber tiefe Emporen. Die Rest. 1879 und 1894
gotisierend.
</p>

<p>
[<hi rend="bold">Johannes-K.,</hi> ursp. Kap. des Siechenhauses, 1582 in einfachen
Formen erneuert, 1894 abgebr. mit Ausnahme des Turmes.
Mobilien und Denkmäler erhalten. Bmkw. das Epitaph der <milestone unit='line' n='25'/>
Familien <hi rend="g">Meyer</hi> und <hi rend="g">Perger</hi> 1616, eine 3,8 m breite und
bis zur Kirchendecke reichende Holzarchit. mit Knorpelornament,
die Gemälde von <hi rend="italic">Johann de Perre</hi>; Marmorepitaph
des <hi rend="g">Andr. Winckler</hi> 1675, in der Mitte die lebensgroße
Statue des Schmerzensmannes, hervorragende Barockarbeit. &mdash; <milestone unit='line' n='30'/>
Marmorepitaph des <hi rend="g">J. G. Sieber</hi> von 1680, Relief der Kreuzigung,
wohl von <hi rend="italic">Melchior Barthel</hi>. &mdash; Marmordenkmal für
Ch. F. <hi rend="g">Gellert</hi> † 1769, einfacher Wandsarkophag mit den
trauernden Genien der Tugend und Religion, das Reliefporträt
des Dichters haltend. &mdash; Schöner Altar von 1721 (mit Christusstatue <milestone unit='line' n='35'/>
nach Thorwaldsen) aus der Thomas-K.<corr sic=''>]</corr>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Johanneskirchhof</hi>. Abteilung III 1680 eingerichtet. [Die
schmiedeeisernen Gitter der Erbbegräbnisse z. T. im Kunstgewerbemuseum.]
Charakteristische Grabmäler des 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">K. zu Eutritzsch,</hi> stattl. 1sch. Dorf-K. mit polyg. Schluß und <milestone unit='line' n='40'/>
spgot. Netzgwb. &mdash; [Marienaltar, bäuerische Holzskulptur um
1400; wertvoller der Annenaltar und Erasmusaltar aus
A. 16. Jh.; Museum des Altert.-Ver. in Dresden.]
</p>

<p>
<hi rend="bold">Paulinum</hi> (Pauliner-, d. i. Dominikaner-Klst., später im Gebrauch
der Universität). Nahm ursp. das ganze Dreieck


<pb n='239' id='i248.png'/>

<!-- [P: 239] -->

zwischen Pauliner-K., der alten Stadtmauer und der heutigen
Universitätsstraße ein. Die letzten Reste 1893 abgetragen. &mdash;
Die <hi rend="g">Wandgemälde</hi> im Durchgang zur Paulinumsbibliothek
(jetzt abgesägt) um 1511 ff. Von den Kollegiengebäuden
der Universität hat sich nur erhalten: das <hi rend="g">Fürstenhaus</hi>, <milestone unit='line' n='5'/>
erb. 1558, wahrscheinlich von <hi rend="italic">Paul Wiedemann</hi>, als Privathaus,
seit 1648 der Universität gehörig. Die Fassade mit got. profilierten
rck. Fenstern, Prunkstücke die runden zweistöckigen
Erker.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus,</hi> 1556 ff. unter Leitung des Bürgermeisters Hieronymus <milestone unit='line' n='10'/>
Lotter von <hi rend="italic">Sittich Pfretschner</hi> und <hi rend="italic">Paul Wiedemann</hi>,
1907 vollständig, aber getreu im Sinne des alten Baues, umgebaut.
In dem Neubau der Turm der im übrigen abgebrochenen
Pleißenburg aufgenommen. &mdash; Der alte Bau
gestreckt und niedrig, 92m lang, 19m tief. Nur 2 durch rck. <milestone unit='line' n='15'/>
Zwillingsfenster gegliederte Geschosse, hohes Dach mit je
7 dreigeschossigen, etwas reicher gegliederten Zwerchhäusern.
Auf der Marktseite an Stelle des dritten Zwerchhauses ein
8eckiger Turm; in dessen Erdgeschoß ein Tor in feiner, wohlverstandener,
jon. Ordnung (<hi rend="italic">Paul Wiedemann</hi>). In verwandter <milestone unit='line' n='20'/>
Auffassung und von derselben Hand, doch in dor. Ordnung,
die Tür im Hauptsaal; darüber Trompeterempore. Derberer
Art der Erker am Salzgäßchen und das Tor am Naschmarkt.
Drei Kamine in schwulstiger SpRenss. 1610. In der Ratsstube
Bildnisse sächsischer Fürsten. [Die Bildnisse L. Cranachs an <milestone unit='line' n='25'/>
das Mus. der Bild. Künste, andere an die Stadtbibliothek,
das Ratssilber an das Kunstgew.-Mus. abgegeben.]
</p>

<p>
<hi rend="bold">Börse,</hi> 1678 von <hi rend="italic">Christian Richter</hi> (?). Ein nicht großer, aber
prächtiger Bau: Einziges Hauptgeschoß über niederem Unterbau.
Die schmalen Mauerpfeiler zwischen den Fenstern mit jon. <milestone unit='line' n='30'/>
Pilastern besetzt, darauf holländisch-naturalistisches Laubwerk.
Abschluß durch Balustrade. An der Schmalseite geräumige
Freitreppe (im 19. Jh. erweitert). Das üppig schwere Stuckornament
der Decke vom kurbrandenburgischen Hofmaurermeister
<hi rend="italic">Giov. Simonetti</hi>. Deckengemälde von <hi rend="italic">Hans am Ende</hi> <milestone unit='line' n='35'/>
1687.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wage,</hi> 1555 und 1570.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Fleischbänke,</hi> um 1560, mit eigenartig dekoriertem Giebel.
</p>

<p>
Die <hi rend="bold">Nikolaischule,</hi> 1568, umgebaut 1746, jetzt Hauptwache.
</p>

<p>
Die <hi rend="bold">Innungshäuser,</hi> soweit erhalten, nur durch Bildnis- und <milestone unit='line' n='40'/>
sonstige Sammlungen von Interesse.
</p>

<p>
Verhältnismäßig arm an bedeutenden Monumentalbauten, besitzt
Leipzig eine lehrreiche Folge von <hi rend="bold">Wohnhäusern</hi> des
16.-18. Jh. Spgot. Reste: Burgstr. 19; Grimmaische Str. 5;
Reichsstr. 4; Katharinenstr. 2, 4, 20 u. a. m. <hi rend="g">Renaissance</hi>:


<pb n='240' id='i249.png'/>

<!-- [P: 240] -->

1523 Markt 5 (die Fassade jetzt in den Hof versetzt); Auerbachs
Hof, Durchgang von Grimmaische Str. 2 zu Neumarkt 14, mit
Gemälden aus der Faustsage um 1615; Brühl 15 um 1540,
Katharinenstr. 9 um 1550; Reichsstr. 21; Hainstr. 3 Webers
Hof, um 1550, bmkw.; Katharinenstr. 26 um 1560; Reichsstr. 10 <milestone unit='line' n='5'/>
bez. 1605; Reichsstr. 6 Specks Hof um 1615, Gerbergasse 12
bez. 1690. &mdash; Gute Beispiele von <hi rend="g">Höfen mit Holzgalerien</hi>
Katharinenstr. 4, Neuermarkt 26 bez. 1698, Reichsstr. 27.
&mdash; <hi rend="g">Erker</hi> in reicher <hi rend="g">Holzschnitzerei</hi>: Katharinenstraße
21 um 1660; Katharinenstr. 20 um 1680; Grimmaische <milestone unit='line' n='10'/>
Str. 31 um 1670; Hainstr. 8 um 1680; Petersstr. 12 um 1680;
Petersstr. 39 um 1690, einer der schönsten. &mdash; Fassaden unter
<hi rend="g">holländischem</hi> Einfluß: Reichsstr. 8 Deutrichs Hof,
Giebel um 1670, zweite sehr stattliche Fassade nach Nikolaistraße
15; Hainstr. 17 sehr charakteristisch; Brühl 21 unverletztes <milestone unit='line' n='15'/>
altes Geschäftshaus. &mdash; In <hi rend="g">deutschem Barock</hi>:
Markt 17 von 1705, Markt 2 von 1707; <corr sic='Heinstr.'>Hainstr.</corr> 23, Bärmanns
Hof mit sprenss. Portal; sehr stattlich, palastartig Katharinenstraße
31 vom Maurermeister <hi rend="italic">Fuchs</hi> 1701-4; vom selben
ebenda 23, wahrscheinlich auch ebenda 11 Fregesches Haus, <milestone unit='line' n='20'/>
und Markt 17 Hohmannsches Haus, der Höhepunkt des Leipziger
Barocks; Katharinenstr. 16 von 1715 mit wohldurchdachtem
Grundriß, das Detail der Fassade sehr manieriert. In
Pöppelmanns Art von <hi rend="italic">G. Werner</hi> Hohmanns Hof 1728 Petersstraße
15; vom selben Kochs Hof 1732 Markt 3; der Dresdner <milestone unit='line' n='25'/>
Richtung gehören ferner Ritterstr. 10; Neumarkt 12; Katharinenstr.
22; Reichsstr. 37 bez. 1720; Brühl 24 bez. 1735;
Stiglitzens Hof Markt 13 und Klostergasse 6 um 1740; etwa
gleichzeitig Neumarkt 18 mit ausgebildetem Mansardendache. &mdash;
<hi rend="g">Rokokobauten</hi>: Katharinenstr. 27, das Portal im Grundgedanken <milestone unit='line' n='30'/>
noch barock; Markt 5 im Stil der Dresdener Bauten
Longuelunes; Klostergasse 5 von 1740 mit barocken Nachklängen;
Katharinenstr. 29 vornehmes Kaufmannshaus;
Thomasgäßchen 5 und Petersstr. 22 mit Erkern. &mdash; Kleine
Fleischergasse 4 das erste Kaffeehaus Sachsens (1694) hat <milestone unit='line' n='35'/>
darauf bezüglich über der Tür eine treffliche Hochreliefgruppe
von etwa 1720.
</p>

<p>
Ehemalige <hi rend="bold">Landhäuser,</hi> schloßartig: [Gerberstr. 2-4, 1742 für
Kammerrat Richter, die Fassade in <hi rend="italic">Knöffels</hi> Art; 1845 abgebr.,
Abb. im Inventar]; Schloß Gohlis, um 1750, ausgemalt von <milestone unit='line' n='40'/>
<hi rend="italic">A. F. Oeser</hi> um 1780; Johannesgasse 6, um 1750, mit zwei
bmkw. Statuen von <hi rend="italic">Pierre Coudroy</hi> um 1780.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Denkmal</hi> des Kurfürsten Friedrich August III, auf dem
Königsplatz, 1780 nach <hi rend="italic">A. F. Oeser</hi>, Sockel von <hi rend="italic">Dauthe</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stadtgeschichtliches Museum</hi> im alten Rathaus.
</p>


<pb n='241' id='i250.png'/>

<!-- [P: 241] -->

<p>
<hi rend='ort'>LEISLAU.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einfache rom. Anlage, OTurm gut erhalten, Lhs.
verbaut.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LEISNIG.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 2. H. 15. Jh., rest. nach Brand 1637 und 1882 in <milestone unit='line' n='5'/>
stilistisch älteren Formen. &mdash; Hallenkirche von 3 fast gleich
breiten Schiffen und 4 Jochen, Chor 3 Joche in der Br. des
Msch. und 5/10 Schluß. Pfll. 8seitig mit leicht konkaven Flächen,
Gwbb. stern- und netzförmig, Fenster und Turm in charakteristischen
Formen der Spätzeit des 15. Jh. &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
1663 von <hi rend="italic">J. Richter</hi> und <hi rend="italic">V. Otte</hi>; der Aufbau setzt das spgot.
Schema in Barockformen um (ca. 9 m h.). &mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi>
1638 unbedeutend.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gottesacker-K</hi>. S. Nikolai 1540 und 1674. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> 
1509. &mdash; Auf dem Fußboden zahlreiche Grabsteine. <milestone unit='line' n='15'/>
<hi rend="g">Wanddenkmäler</hi> 1592, 1671, 1708, 1725, 1727, letzteres
an der äußeren WWand, durch Feinheit ausgezeichnet.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß Mildenstein</hi>. Der älteste Teil die schlicht rom. Kapelle;
Portal und darüber kreisf. Fenster gut erhalten, etwa 1. H. 
12. Jh. Großer runder Turm unten in vorzüglichem Quaderwerk, <milestone unit='line' n='20'/>
oben Backstein. Die Wohngebäude 14. und 15. Jh. mit
starken Veränderungen im 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="g">Sammlung des Altertumsvereins</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LENGEFELD.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
</p><p>
Rom. <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. Anlage wie in Hain. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LENGENFELD UNTERM STEIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.</p>
<p>
<hi rend="bold">Kath. K</hi>. neu. Auf dem Altar flotte Bar.Plastik.</p>
<p>
<hi rend="bold">Fachwerkhaus</hi> 1619 aus Buchenholz. 
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LENGFURT.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1612-13. Hochaltar gefälliger Baldachinaufbau aus
der Zeit um 1780, die lebensgroßen Figg. in der Richtung
<hi rend="italic">P. Wagners</hi>. Auf dem linken Seitenaltar Elfenbeinkruzifix
um 1730, Wiener Arbeit, in der Durchbildung des hageren
Körpers von äußerster Feinheit und Delikatesse. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Dreifaltigkeitssäule</hi> am Markt, 1. H. 18. Jh., Aufbau aus
Wolkenballen und Engelsköpfchen. Die Übertragung einer
österreichischen Sitte nach Franken erklärt sich aus der Person
des Stifters, des von hier gebürtigen Wiener Hofkammerrats
v. Neuff. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LENGSFELD.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche</hi> mit Benutzung eines Chors aus dem sp. Ma. erb. 1790,
einheitlich klassizistische Ausstattung.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Zwei Schlösser</hi>. Am älteren mächtige Ruinenreste aus Ma.
</p>


<pb n='242' id='i251.png'/>

<!-- [P: 242] -->

<p>
<hi rend='ort'>LEUBA.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> neu. Zahlreiche <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> des 17. und
18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Stattlich schlichter Bau um 1700, für H. Chr. v. Schweinitz. 
 <milestone unit='line' n='5'/>
<hi rend='ort'>LEUBACH.</hi> UFranken BA Mellrichstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einheitlicher Bau von 1795 mit hübscher Fassade
und Mittelturm. <hi rend="g">Ausstattung</hi> feine Rok.Altäre (aus
Kloster Bildhausen stammend).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LEUBEN.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> neu; aus der alten <hi rend="g">Glasgemälde</hi> von 1512 und
das schöne <hi rend="g">Denkmal</hi> des Hans Dehn v. Rotfelser (aus der
Frauen-K. zu Dresden).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LEUBEN.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> um 1770, kleiner Bau von vornehmer Haltung; rok. <milestone unit='line' n='15'/>
Möbel, Porzellan, Bildnisse.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LEUBINGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, quadr. Chor und Apsis rom.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LEUBNITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der WTurm und der vordere Teil des Lhs. A. 15. Jh., <milestone unit='line' n='20'/>
der OTeil 1511, weitere Veränderungen 1705. Malerische
Innenansicht. Die Felderdecke ausgemalt 1671 von <hi rend="italic">Gottfr.
Lucas</hi>; von demselben die Brüstungen der 3geschossigen Empore. 
<hi rend="g">Sandsteinaltar</hi> mit großfiguriger Plastik 1730
von <hi rend="italic">J. B. Reinboth</hi> und <hi rend="italic">J. Ch. Ebhardt</hi>. <hi rend="g">Sandsteinepitaphe</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
1573, 1609, 1726, hervorzuheben das undatierte
des Hans Allnpeck d. J. in der Art der <hi rend="italic">Walther</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LEUTENBERG.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> neuklassisch 1812. &mdash; <hi rend="bold">Friedhofs-Kap.,</hi> geschnitzter
sitzender <hi rend="g">Schmerzensmann</hi> aus 16. Jh. &mdash; Schloß <milestone unit='line' n='30'/>
<hi rend="bold">Friedensburg</hi>, große unregelmäßige Anlage aus 15. und 17. Jh.
in schlichtesten Bauformen mit umfangreicher Verwendung
von Fachwerk. Einige Decken von italienischen Stuckatoren;
die Dekoration des sog. Apfelzimmers unter holländischem
Einfluß. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LEUTERSDORF.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche,</hi> rok. Ausstattung von 1758. 3 Geschosse Emporen auf
geschnitzten Holzsäulen. Der WTurm hat auf ma. Unterbau
3 abgestufte Fachwerkgeschosse. &mdash; Der Friedhof mit starker
Mauer, hohem Torturm und ungefähr 15 Gaden. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wirtshaus</hi> Zur schwarzen Henne mit steinernem Unterbau
des 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LEUTRA.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit geradem Chorschluß, rom. und frgot. Einzelformen, 
stark verbaut.
</p>


<pb n='243' id='i252.png'/>

<!-- [P: 243] -->

<p>
<hi rend='ort'>LEUZENDORF.</hi> UFranken BA Ebern.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1732 im Charakter des frühen Rok. Einheitliche Einrichtung,
geschnitzte Holzepitaphien 1749 und 1781 in flotter
Ausführung. &mdash; In der Sakristei gute Rok.Ornate um 1730.
Malerisch gelegenes <hi rend="bold">Renss.Schlößchen</hi> mit Wassergraben; <milestone unit='line' n='5'/>
innen Stuckdecken um 1750.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LICHTENAU.</hi> RB Cassel Kr. Witzenhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1415. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche. &mdash; <hi rend="bold">Stadtmauer</hi>
z. T. erhalten, u. a. bedachter Rundturm.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LICHTENBERG.</hi> OFranken BA Naila. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1560. &mdash; <hi rend="bold">Schloß</hi> 1562, 1628 (Ruine).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LICHTENBURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau.
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> renss. 3flügelig, im Hof stark vortretendes Risalit auf
3 Pfll. Schöne Portale. 3seitiger Neptunsbrunnen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß-K</hi>. 1600. 2sch. mit WEmpore. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LICHTENBURG.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Sitz fuldischer, dann hennebergischer Vögte; erst
A. 19. Jh. verlassen und großenteils abgebrochen. Umfängliche
Anlage mit doppeltem Mauerring. Gut erhalten nur der Bergfried.
Die Kemenate bez. 1604, an der NSeite kleiner rom. <milestone unit='line' n='20'/>
Mauerrest.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LICHTENFELS.</hi> OFranken BAmtsstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1483 (Inschr.) ursp. 3sch. gewölbte Halle, jetzt durchgehende
Flachdecke; eingezogener netzgewölbter Chor; Turm
seitlich. &mdash; Außen am Turm spgot. <hi rend="g">Ölberg</hi>. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Klosterlangheimer Hof,</hi> jetzt Rathaus, 17. Jh. &mdash; Auf dem
Markt S. <hi rend="bold">Florianssäule</hi>. &mdash; Zwei stattliche ma. <hi rend="bold">Tortürme</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LICHTENHAIN.</hi> Vorort von Jena Sachsen-Weimar.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche.</hi> In der Anlage rom., Veränderungen got. und später.
An der NWand außen <hi rend="g">Wandgemälde</hi> 14. Jh., Szenen aus <milestone unit='line' n='30'/>
dem Alten Testament.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LICHTENSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Glauchau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1781. Einfaches, bezeichnendes Beispiel der klassizistischen
Richtung, dabei der traditionelle Charakter der
protestantischen Predigtkirche gewahrt. Rck. mit abgerundeten <milestone unit='line' n='35'/>
Ecken, ringsum Emporen. &mdash; <hi rend="g">Altargemälde</hi> von
<hi rend="italic">Christ. Leberecht Vogel</hi> 1790.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Infolge häufiger Veränderungen ohne archit. Bedeutung.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LICHTENSTEIN.</hi> UFranken BA Ebern.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burg.</hi> Eine der stattlichsten Burgen im nordöstl. UFranken. <milestone unit='line' n='40'/>
Stammburg der Stein-Lichtenstein. Auf dem weithin sichtbaren
Burgberg liegen 3 Höhenburgen nebeneinander; die
östliche fast intakt erhalten mit starkem Torbau. Rom. Reste
(12.-13. Jh.) enthält besonders die westl. Burg; die übrigen
Bauten got. und später.
</p>


<pb n='244' id='i253.png'/>

<!-- [P: 244] -->

<p>
<hi rend='ort'>LICHTENTANNE.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, wesentlich 18. Jh.; der 8eckige Turm über dem spgot.
polyg. Chor. &mdash; Rest eines <hi rend="g">Schnitzaltars</hi> um 1500 aus
einer »sehr guten oberfränkischen Schule«.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LICHTENWALDE.</hi> K. Sachsen AH Flöha. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Aus dem rom. Bau ein <hi rend="g">Tympanon</hi>, Kampf eines
Löwen mit einem Drachen, großartig stilisiert. &mdash; Großer
Neubau für Graf v. Watzdorf, 1722-26; höchst stattliche Anlage
bei einfacher Formbehandlung; berühmter, gut erhaltener
Garten. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LIEBENGRÜN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1718, das quadr. Altarhaus mit Turm auf ma. Grundlage.
Die Malereien an Decke und Emporen Proben einer tiefstehenden
dörflichen Kunst. &mdash; <hi rend="g">Bauernhäuser</hi> in Blockverband.
<milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LIEBENSTEIN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Got. Palas in 3 Geschossen großenteils erhalten.
</p>
<p>
<hi rend="bold">Kirche</hi> 1822 nach Idee eines antiken Theaters.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LIEBENWERDA.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">Nikolai-K</hi>. Weiträumige Saal-K. (ursp. got. 3sch. Hallenkirche). <milestone unit='line' n='20'/>
Turm neu (1903). <hi rend="g">Taufstein</hi> 1671.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1800. &mdash; <hi rend="bold">Schloß</hi>. Vom got. Bau der mächtige Torturm
(Lubwort) erhalten, quadr. mit rundem Aufsatz. &mdash; <hi rend="g">Amtsgericht</hi>
1579 und 1766.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LIEBSTADT.</hi> K. Sachsen AH Pirna. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> bez. 1499. 1sch. mit 8Eck-Chor; Holzdecke 1577.
Die Portale ähnlich denen der Stadt-K. zu Pirna. &mdash; <hi rend="g">Altargemälde</hi>
aus 15. Jh. (nicht <hi rend="italic">Dirk Bouts</hi>) mit Umrahmung
von 1673. &mdash; <hi rend="g">Ikon. Grabstein</hi> des Rudolf v. Bünau
† 1615; des Pfarrers Jos. Simon † 1618 (vielleicht vom Meister <milestone unit='line' n='30'/>
des Kademannschen Epitaphs in Pirna).
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß Kukukstein</hi>. Malerisch über der Stadt gelegen. Im Ma.
Besitz der Burggrafen von Dohna. Der untere Teil auf alten
Substruktionen nach 1402, der obere 16. Jh. Das Innere 1726
ausgebaut. Gute Glasgemälde. Porträts u. a. von <hi rend="italic">A. Graff</hi>. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LIEBSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> (ehemals Komturei des Deutschordens). Was sich an
Kunstformen erhalten hat, gehört der spätesten Gotik mit
Hinneigung zur Renss.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LIMBACH.</hi> UFranken BA Haßfurt. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Wallfahrts-K</hi>. Großer Bar.Bau 1751-55. 1sch. mit Stichkappengwb.
und ringsumlaufenden flachen Emporen. Nach
Entwurf von <hi rend="italic">Balth. Neumann</hi>. Bedeutende Raumdisposition,
Behandlung trocken, Stuckdekoration sparsam. Großartiger
Hochaltar von <hi rend="italic">P. Wagner</hi>, um die freistehende Mensa


<pb n='245' id='i254.png'/>

<!-- [P: 245] -->

eine 1/2kreisförmige Säulenstellung mit Baldachin. Gnadenbild.
<hi rend="g">Madonna</hi> E. 15. Jh. <hi rend="g">Pietas</hi> A. 15. Jh. &mdash; Hübsche,
charakteristische Dorfstraße.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LINDENHART.</hi> OFranken BA Pepnitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor got., übrigens 1684. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LINDENTAL.</hi> K. Sachsen AH Leipzig.
</p><p>
Stattliche Dorf-K. 1710. [Reste eines hervorragenden
<hi rend="g">Schnitzaltars</hi> um 1510, jetzt im Altert.-Ver. in Dresden.]
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LINDEWERRA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.) 1738. Spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> mit Flügelgemälden.<milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LINDFLUR.</hi> UFranken BA Würzburg.
</p><p>
Evang. K. 1596, rest. 1782. &mdash; <hi rend="g">Epit. Wolfskeel</hi> 1562,
das Ehepaar symmetrisch kniend vor dem Kruzifix, gut
angeordnet und kraftvoll im Ausdruck; wohl vom Meister des <milestone unit='line' n='15'/>
Zobeldenkmals von 1558 im Würzburger Dom.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LIPPERSDORF.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1630. Decke im Chor und Lhs. 1718 von <hi rend="italic">Michael
Zanck</hi> ausgemalt, 55 Szenen aus dem Alten und Neuen Testament
in kleinen quadr. Feldern. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LIPPOLDSBERG.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar.
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche</hi> des ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Nonnen-Klst</hi>. Rom. 2. H. 12. Jh.
Gwb.Basilika auf kreuzf. Gr. Chor 3sch. mit 3 Apsiden. Gebundenes
System, im Chor 1, im Sch. 3 Doppeljoche. Den
Raum zwischen dem WTurm und dem ersten Doppeljoch des <milestone unit='line' n='25'/>
Msch. nimmt die Nonnenempore ein. Die WJoche der Ssch.
haben ein Obergeschoß, das durch eine kleine Tür mit der
Nonnenempore in Verbindung steht. Die Arkaden des Schiffes
werden von Pfll., die Empore von Sll. getragen. Alle Gwbb.
grätig, verstärkt durch rck. Quer- und Schildgurten. Nur die <milestone unit='line' n='30'/>
Hauptpfll. und nur deren Mschiffsseite mit Vorlagen, kräftig
rck., versehen, welche die 1/2kr. Schildbgg. aufnehmen. Die
Quergurten ruhen auf Auskragungen. Die Zwischenpfll. an den
Ecken ausgekehlt und mit dünnen eingelegten Säulchen; der
sonst ungegliederte Arkadenbogen leicht abgefast. Das ganze <milestone unit='line' n='35'/>
System zeigt den Gewölbebau in einer noch sehr befangenen
Auffassung. Sehr schlicht das Äußere, ohne Bg.Friese und
Lisenen. Das größte Portal im südl. Ssch. Sein gerader Sturz,
an dessen beiden Seiten die Wülste der Sockelgliederung mit
kleinen Würfelknäufen endigen, ist sehr eigentümlich mit vertieften <milestone unit='line' n='40'/>
Kreisen und übereck gestellten Quadraten verziert. &mdash;
<hi rend="g">Taufstein</hi> rom., sehr reich, besetzt mit 6 halbrunden
Türmchen, in denen Figg. stehen, dazwischen figürliche Reliefs;
stark verwittert.
</p>


<pb n='246' id='i255.png'/>

<!-- [P: 246] -->

<p>
<hi rend='ort'>LIPTITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1560. Flachgedecktes, nach O aus 8Eck geschlossenes
Schiff. &mdash; Denkmäler des Hans und Dietrich v. Grünrode
A. 17. Jh., Porträtfiguren von tüchtiger Charakteristik.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LISBERG.</hi> OFranken BA Bamberg II. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Burg.</hi> Gilt für eine der ältesten in Franken.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LISSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi>, im Ma. mit einem kleinen Mönchskonvent verbunden,
verstümmelte kleine got. Basilika.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LITZENDORF.</hi> OFranken BA Bamberg. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1715-1718 von <hi rend="italic">L. Dientzenhofer</hi>. Saalbau. Die
SSeite als Hauptschauseite; Pilaster und Gebälk dorisch; in
der Mitte das in dieser Verwendung originelle Motiv einer
großen durchgehenden Nische, in welcher das Portal.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LÖBAU.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Nikolai-K</hi>. 1513 ff. Unregelmäßige Hallenkirche, im 18. Jh.
stark verändert, rest. 1884. &mdash; Die reizvolle Inneneinrichtung
fiel der Rest. zum Opfer. [Schnitzaltar ins Mus. zu Bautzen,
die Denkmäler in das Rathaus übergeführt.]
</p>

<p>
<hi rend="bold">Johannis-K</hi>. (Franziskaner). Spgot. Backsteinbau, oft rest. <milestone unit='line' n='20'/>
1sch. Lhs., gestreckter Chor, seitlich von diesem schlanker
Turm mit zierlicher 8eck. Krönung.
</p>

<p>
<hi rend="bold">H. Geist-K</hi>. Einfacher Saalbau, spgot. mit bar. Veränderungen.
Die Sakristei hat die von der Meißener Albrechtsburg bekannten
tiefausgehöhlten Kappen. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kirchhof</hi> der abgebrochenen Frauen-K. Grüfte und Denkmäler
des 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Anständiger Bar.Bau nach 1711, Benutzung älterer
Mauerteile. &mdash; <hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> des 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LOBEDA.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> spgot. Chor mit Netzgwb., Lhs. mit Holztonne 1622. &mdash;
Got. <hi rend="g">Kirchenstühle</hi>; <hi rend="g">Lesepult</hi> 1622; <hi rend="g">Kanzel</hi>
1556; sitzende <hi rend="g">Madonnenstatue</hi> spgot. In der Turmhalle
spgot. <hi rend="g">Wandgemälde</hi>. <hi rend="g">Grabstein</hi> renss.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> (sog. untere Lobdaburg, 15.-17. Jh.), unbedeutend. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LOBENSTEIN.</hi> Reuß j. L. LA Schleiz.
</p><p>
<hi rend="bold">Fürstl. Schloß,</hi> A. 18. Jh., ganz einfach.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LÖBICHAU.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> für Herzogin Dorothea von Kurland 1798, gutes Beispiel
des neuklassischen Stils; die Einrichtung aus der Zeit der Befreiungskriege <milestone unit='line' n='40'/>
in seltener Einheitlichkeit erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LÖBSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar. VB Apolda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor got., <sic>Sonstiges</sic> 1616 und 1712. Kanzelbau über
dem Altar. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> A. 16. Jh., gehört zu den
besseren. &mdash; Bmkw. rom. <hi rend="g">Altarleuchter</hi>.
</p>


<pb n='247' id='i256.png'/>

<!-- [P: 247] -->

<p>
<hi rend='ort'>LOCKWITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Maßgebender Umbau 1670. In 3/8 geschlossener Saal
mit 2geschossiger Empore, Kanzel und Altar aus derselben Zeit.
Das Ganze ein bezeichnendes Stilbild. Schöner <hi rend="g">Kelch</hi>
1. H. 16. Jh. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LODERSLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1518. Herrschaftsstühle (im Chor) und Altarbau
Musterstücke üppigen Barocks.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LÖFFELSTEIG.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1732 im <hi rend="italic">Greising</hi>'schen Typus. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LOHMEN.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1786. Aus der Schule <hi rend="italic">G. Bährs</hi>. Gr. 8eckig mit verlängerter
westöstl. Achse; chorlos; Kanzel an der südl. Langseite,
an der nördl. der ausgebaute Turm. &mdash; 3 Gemälde des
alten Flügelaltars 1575. &mdash; <hi rend="bold">Schloß</hi> 1524. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LOHR.</hi> UFranken BAmtsstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Von der älteren rom. K. erhalten nur die Sakristei
und ein merkwürdiges dekoratives Bruchstück, Arkatur mit
Kleebogen, eingemauert an der nördl. Seitenwand. &mdash; Im
übrigen got. Umbau, im Msch. die Arkaden rundbg. auf got. <milestone unit='line' n='20'/>
überarbeiteten Pfeilern, 6 Achsen, Decke flach. Sschiffe 1488
(Inschr.). Der Turm (W) von 1496, stattlich, auch im Stadtbilde
von Wirkung. Der Chor war Grabgelege der 1559 ausgestorbenen
Grafen v. Rieneck; 11 meist ansehnliche <hi rend="g">Bildnissteine</hi>
sind noch vorhanden; hervorzuheben der des <milestone unit='line' n='25'/>
Thomas v. R. † 1431. Gut sind auch Reinhard † 1518 und
Agnes † 1519. <corr sic='die'>Die</corr> Tafel für Philipp v. R. † 1559 von P. Dell
d. J. Die Lehnsleute und Beamten haben ihre Epitaphe im
Schiff; die besten die der Elisabeth v. Lauter 1543, Friedrich
v. Kerpen 1629 in der Richtung des M. Kern. &mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
1488.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus.</hi> 1601. Got. und renss. Formen noch sehr naiv gemischt.
Im Erdgeschoß ringsum große (ursp. offene) Blendarkaden,
die Pfll. in ganz ma. Weise aus lebhaftem Wechsel
von Hohlkehlen und Rundstäben. Die beiden Obergeschosse <milestone unit='line' n='35'/>
modern umgestaltet; regelmäßig verteilte breite 2teilige
Fenster mit got. Profilierung. Die Treppe in einem vorgebauten
polyg. Turm. Im Innern Vorplätze und Säle mit renss.
Decken.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kurmainzisches Schloß,</hi> jetzt kgl. Bezirksamt, mehrere <milestone unit='line' n='40'/>
schlanke Rundtürme zu einer originellen Gruppe verbunden,
Nordflügel 1561, Südbau 17. Jh.
</p>

<p>
Mächtiger <hi rend="bold">Stadtturm</hi> mit großem Gußerker (14. Jh.).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LOHRA.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Übergangsstil 1. H. 13. Jh. Gewölbte Pfl.Basilika


<pb n='248' id='i257.png'/>

<!-- [P: 248] -->

ohne Qsch. und Turm. Chor rck. Im Chor und Msch. spitzbg.
Rippengwbb. Die Gwbb. der Ssch., wie Arkaden und Fenster
rundbg. Bmkw. Orgel 1695.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LOHRA.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein.
</p><p>
Bedeutende Burgruine. Ziemlich gut erhalten die rom. <hi rend="bold">Doppelkapelle</hi>. <milestone unit='line' n='5'/>
Im Erdgeschoß tragen 4 Sll., davon 2 mit gewundener
Kannelierung, 3×3 grätige, zwischen Gurten eingespannte
Kreuzgwbb. Obergeschoß flachgedeckt; Altarhaus quadr.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LOHRHAUPTEN.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, einfacher Saal von 1765, an die NSeite lehnt sich der <milestone unit='line' n='10'/>
ma. Turm (vgl. Wölfersheim), in dessen Erdgeschoß ehemals
der Chor; die Fenster der Glockenstube mit frgot. (?) Teilung.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LOMMATZSCH.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Lhs. 1504-14 von <hi rend="italic">Peter Ubrich</hi> von Pirna; als 3sch.
Hallenkirche geplant, doch nur mit Holzdecke ausgeführt, <milestone unit='line' n='15'/>
neuerdings gewölbt. Ein sonderbares, künstlerisch nicht reizloses
Bild gewährt der WBau; ein frgot. rck. Turm 14,3 m br.,
nur halb so tief, ohne Eingang (das jetzige Portal modern),
wurde von Ubrich erhöht, um das steile Dach der Hallenkirche
zu maskieren; abgewalmtes Satteldach, mit einer Gruppe <milestone unit='line' n='20'/>
von 3 Spitzhelmen bekrönt.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LOMNITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> neu, spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LONNEWITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Kleine rom. Anlage wie Laas. &mdash; Bäurischer <hi rend="g">Flügelaltar</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
um 1510.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LORENZKIRCH.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Anlage wie in Laas und Lonnewitz, doch etwas
größer als diese. An der Apsis Spuren eines Bogenfrieses: alle
sonstigen Formen sind jüngere Umgestaltungen. &mdash; <hi rend="g">Denkmäler</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
des 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LOSCHWITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N.
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche</hi> 1705 von <hi rend="italic">George Bähr</hi>, verändert 1848. &mdash; Flachgedeckter
Saal in länglichem 8Eck, umlaufende Emporen,
Kanzel-Altar, Mansarddach mit Dachreiter, Formen sehr einfach. <milestone unit='line' n='35'/>
&mdash; Mehrere <hi rend="g">Gedächtnistafeln</hi> in Bronze. &mdash;
Charakteristische <hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> E. 18. und A. 19. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LÖSSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit angebl. wertvollem, doch schlecht erhaltenem
Gemälde, bez. 1522 <hi rend="italic">J. L.</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LÖSSNITZ.</hi> K. Sachsen AH Schwarzenberg.
</p><p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1606.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LÜCKENDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
</p><p>
<hi rend="bold">Pfarr-K.</hi> 1690.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LUDWIGSCHORGAST.</hi> OFranken BA Stadtsteinach.
</p>
<pb n='249' id='i258.png'/>
<!-- [P: 249] -->
<p>
<hi rend="bold">Pfarr-K.</hi> Der eingezogene quadr. Chor frgot., Lhs. spgot.
Hallenkirche, ähnlich denen zu Marktschorgast und Kupferberg.
&mdash; Schöner messingner <hi rend="g">Kronleuchter</hi> 1697.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LUDWIGSTADT.</hi> OFranken BA Teuschnitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 18. Jh., ältere Grabsteine. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Marien-Kap.</hi> (profaniert) frrom. Bruchsteinbau, rund mit
8 halbrunden Exedren. Die Anlage ähnelt der Kap. auf
dem Marienberg in Würzburg und der karoling. Pfalzkap.
in Altötting. Zur genaueren Altersbestimmung fehlen die
Grundlagen. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LUDWIGSTEIN.</hi> RB Cassel Kr. Witzenhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burg.</hi> Nicht bedeutend, doch gut erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LUGAU.</hi> K. Sachsen AH Chemnitz.
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche</hi> neu. Bmkw. Reste von <hi rend="g">Plastik</hi> des fr. 16. Jh.
Darunter ein großes Altarwerk bez. 1516, schon mit Fruchtschnüren <milestone unit='line' n='15'/>
der Renss.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LUNGWITZ.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
</p><p>
Wohlerhaltener <hi rend="bold">Landsitz</hi> aus M. 16. Jh. 2 Flügel im rechten
Winkel, Treppenturm, zahlreiche Giebel ergeben höchst malerische
Gruppe bei einfacher Behandlung des Einzelnen. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LUPPA.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. flachgedeckte Anlage der gewöhnlichen Art,
doch von stattlichen Abmessungen; WTurm schmal rck. in
gleicher Breite mit dem Sch.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LUSAN.</hi> Reuß j. L. LA Gera. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Quadr. Chor mit 1/2-kr. Apsis romanisierend frgot.,
1sch. Lhs. M. 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>LÜTZEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> bez. 1488; 3sch., jetzt ohne Gwb.
</p>

</div>

<div>
<index index="toc" />
<head><title>M</title></head>
<p>
 <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MACHERN.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. 1615. &mdash; Zahlreiche <hi rend="g">Denkmäler</hi>, meist der
Familie v. Lindenau.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> 16.-18. Jh. Im Park (seit 1760) ein dorischer »Tempel
der Hygieia« und eine »Ritterburg«, in welche manche alte <milestone unit='line' n='35'/>
Bruchstücke eingebaut sind.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MAGDALA.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> des 14. Jh., große 1sch. Anlage, oft verändert. &mdash;
Mehrere <hi rend="g">Gedenktafeln</hi> aus 17. Jh. <hi rend="g">Kanzelbau</hi> 1739.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> mit schönem renss. Portal 1571. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MAIBACH.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> nachgot. 1613-1617. Hochaltar klassiz. um 1780.
Nebenaltäre schweres Rok. um 1750.
</p>


<pb n='250' id='i259.png'/>

<!-- [P: 250] -->

<p>
<hi rend='ort'>MAIDBRONN.</hi> UFranken BA Würzburg.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst</hi>. Gegr. 1232, im Bauernkrieg beschädigt
und noch im 16. Jh. aufgelöst. Der vorhandene,
ziemlich kleine Bau frgot. E. 13. Jh. Am besten erhalten der
platt geschl. rck. Chor. Über dem WBau mit flacher Nonnenempore <milestone unit='line' n='5'/>
ein kleiner Turm, eine fränkische Eigentümlichkeit
der Cisterc.-Nonnen-K. (vgl. Himmelpforten bei Würzburg). &mdash;
Auf dem bar. steinernen Hochaltar <hi rend="g">Steinrelief</hi> der Beweinung
von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>, nach 1520. Die Grabsteine
liegen noch größtenteils im Pflaster des Lhs. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MAIENLUFT.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
Von der 1444 zerstörten <hi rend="bold">Burg</hi> ist der sehr hohe Bergfried aus
Quadersteinen gut erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MAINBERG.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
</p><p>
<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> um 1486. 5/8 Chor mit Holzgwb., Lhs. teils gleichzeitig, <milestone unit='line' n='15'/>
teils 1686. Einrichtung spgot. und bar.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> (ehem. Hennebergisch). Große giebelreiche Anlage um
rechteck. Binnenhof. Nordtrakt um 1485-89, die übrigen
Teile 16. Jh. mit Veränderungen im 18. und 19. Jh. In der
netzgewölbten spgot. Kapelle drei <hi rend="g">weibl. Heilige</hi>, <milestone unit='line' n='20'/>
Stein, E. 15. Jh. Auf der Terrasse <hi rend="g">Steinfig</hi>. der Katharina
v. Henneberg E. 15. Jh. und <hi rend="g">Grabstein</hi> des Wilh. v. H.
† 1534. <hi rend="g">Kachelöfen</hi> 17. Jh. &mdash; Stattlicher <hi rend="g">Pflegamtshof</hi>
um 1700 in der Art <hi rend="italic">Greisings</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MAINBERNHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1732, Turm (N) in den unteren Geschossen 13. Jh. &mdash;
Gutes <hi rend="g">Kreuzigungsrelief</hi> 1498.
</p>

<p>
Altertümliches Stadtbild, auch im einzelnen bmkw. <hi rend="bold">Wohnhäuser</hi>
(Herrenstr. no 87 prächtiger Hof mit Holzgalerien) und
vollständig erhaltene <hi rend="bold">Befestigung</hi> (21 Türme, teils halb-, teils <milestone unit='line' n='30'/>
vollrund). Am Obertor die Barockkrönung um ihres trefflich
geführten Umrisses willen zu beachten. Vor der Stadt Friedhof
mit Renss. Portal von 1546 und steinerner Freikanzel
von 1816.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MAINROT.</hi> OFranken BA Lichtenfels. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1680 in gutem deutschem Barock unter Einfluß der
gleichzeitigen Bamberger Architektur.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1733. Mehrere <hi rend="bold">Häuser</hi> in gut erhaltener Holzarchit.
17. und 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MAINSONDHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> nachgot. 1583. &mdash; <hi rend="g">Altäre</hi> um 1700, gute Kanzel
mit Evangelistenreliefs, Stein, um 1583; ebenso der <hi rend="g">Taufstein</hi>. &mdash; 
4 Bechtolsheimsche <hi rend="g">Grabmäler</hi> 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi> (seit 18. Jh. Frhr. v. Mauchenheim gen. Bechtolsheim,
vorher Fuchs v. Dornheim). Sehr stattliche spgot. Anlage um


<pb n='251' id='i260.png'/>

<!-- [P: 251] -->

3eck. Innenhof, ausgebaut um 1727. Mehrere Zimmer mit
schwerer Stuckdekoration bez. <hi rend="italic">H</hi> 1628.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MAINSTOCKHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1717 mit got. Turm.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Ebracher Klosterhof</hi>. Schloßartige Anlage von 1624. Rck. mit <milestone unit='line' n='5'/>
Ecktürmen, reichgegliederte Renss.Giebel. Großartige Podesttreppe,
vierarmig um 4 freistehende Pfll., gotisierende Maßwerkbrüstungen,
zu oberst Rundbgg. Halle mit jon. Sll. &mdash;
In mehreren architektonisch reich durchgeführten Terrassen
geht der Hof in den Garten über, Anlage 1727, jetzt wüst. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MALITZSCHKENDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schweinitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> got. um 1300, Granitquaderbau.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MALSCHWITZ.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1716. Feiner, zierlicher Kanzelaltar. &mdash; Bürgerliche
<hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> des 17. und besonders 18. Jh. in beträchtlicher <milestone unit='line' n='15'/>
Menge.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MANGERSREUTH.</hi> OFranken BA Kulmbach.
</p><p>
Wallfahrtskap. 1491 (Inschr.).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MANNSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich 1744; hölzernes Tonnengwb., Emporen in <milestone unit='line' n='20'/>
3 Rängen. Kanzelaltar.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MANSFELD.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
</p><p>
M. ist Name für drei getrennte Orte: 1. Schloß-M., 2. Tal-M.
(Stadt), 3. Kloster-M. (Dorf).
</p>

<p>
<hi rend="bold">S. Georg</hi>. Der oblonge WTurm in der Anlage und einigen formierten <milestone unit='line' n='25'/>
Details rom.; das 1sch. Lhs. und der polyg. Chor
spgot. &mdash; 2 <hi rend="g">Schnitzaltäre</hi>; eherne <hi rend="g">Grabplatte</hi> des
Grafen Reinhard v. Mansfeld † 1569; <hi rend="g">Wandgrab</hi> 1572; ein
<hi rend="g">zweites</hi>, prunkvolleres 1712; <hi rend="g">Tafel</hi> mit dem Bildnis M.
Luthers 1540. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Schon im 11. Jh. vorhanden; die Abb. bei Merian
zeigt einen großen Gebäudekomplex mit starken Mauern und
Bastionen; jetzt Gemisch von Ruinen und modernen Wohngeb.
&mdash; Gr. im Inv. Pr. Sachsen. &mdash; Eine stattliche Anlage, etwa um
1400, die Schloßkap. <hi rend="g">Sakramentsnische</hi> mit umfänglicher, <milestone unit='line' n='35'/>
einem Altarbau ähnlicher Umrahmung, Holzschnitzerei
der Renss. <hi rend="g">Taufstein</hi> 1522. Schönes
<hi rend="g">Epitaph</hi> 1525, dem <hi rend="italic">Backofenschüler</hi> des Hallenser Doms
nahestehend. &mdash; Zwei Türen zum Felsenkeller mit derb
launigen Reliefs in den Bogenfeldern, Gott Bacchus und <milestone unit='line' n='40'/>
eine Zechgesellschaft; um 1530.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kloster-K</hi>. Anlage des 11. Jh., jetzt Halbruine. Regelmäßige
Kreuzbasilika; im Lhs., das als Summe von 2 Quadraten erscheint,
Stützenwechsel. Würfelkapitelle, Bogenfriese, alles
ähnlich den Kirchen des Nordharzes.
</p>


<pb n='252' id='i261.png'/>

<!-- [P: 252] -->

<p>
<hi rend='ort'>MARBACH.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1770. Breiter WTurm M. 13. Jh., glatte, torlose
Mauermasse, oben frgot. Schallöffnungen in 1 : 2 Achsen.
[<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> im Altert.-Ver. Dresden.]
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MARBURG.</hi> RB Cassel Kreisstadt. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
Elisabeth-K. Gegründet 14. Aug. 1235 als K. der Deutschordensniederlassung
und zugleich als Wallfahrts-K. zu Ehren
der h. Elisabeth † 1231. Die Franziskaner-Kap., in welcher
deren Grab stand, mußte dem Neubau weichen; sie lag im
Bereich des jetzigen nördl. Querarms. &mdash; Neben der Liebfrauen-K. <milestone unit='line' n='10'/>
in Trier ist die Elisabeth-K. der früheste Bau
Deutschlands in einheitlicher und abgeklärt gotischer Gedankenentwicklung.
Die in jüngster Zeit für Wetzlar und
Haina erhobenen Prioritätsansprüche haben keinen genügend
festen Grund. Jedenfalls hat der Meister seine Kunstanschauungen <milestone unit='line' n='15'/>
nicht dort, sondern in Frankreich selbst sich erworben,
(in Soissons, Reims u. Cambray) wodurch er zugleich in nahe
Schulverwandtschaft mit dem Meister der Trierer Liebfrauen-K.
tritt. Die Art, wie er den neuen Stil anwendet, ist sehr selbständig.
Der Sondercharakter des Planes besteht in der Verbindung <milestone unit='line' n='20'/>
eines im Hallensystem aufgebauten Langhauses mit
einem streng zentralisierenden Ostbau. Das Problem des Zusammenschlusses
dieser beiden Bestandteile ist jedoch nicht
vollkommen harmonisch gelöst. Von der Vierung ausgehend,
entwickeln sich der Chor und die Kreuzarme genau symmetrisch; <milestone unit='line' n='25'/>
jeder dieser Teile hat 1 schmales Rechteckjoch, dann ein Halbjoch,
an das sich, mit gemeinschaftlichem Schlußstein, ein
halbes 10Eck anschließt. Das Lhs. hat 6 Joche, den durch die
Ostpartie vorgezeichneten Abmessungen entsprechend. Dadurch
entstehen, abweichend von den westfälischen Hallenanlagen, <milestone unit='line' n='30'/>
für die Sschiffe sehr schmale Joche und enger Querschnitt.
Eine weitere Folge ist, dass die Sschiffgewölbe wie
auch die Scheidbögen gegen das Msch. bedeutend gestelzt
werden mußten, um die gewollte Gleiche der Scheitelhöhe zu
erreichen (formal eine empfindliche Härte, die von nun ab <milestone unit='line' n='35'/>
auf längere Zeit in der hessischen Schule die Regel blieb).
Die Wände des Chors und Qsch. sind in 2 Fenstergeschosse geteilt
(nach dem Vorbild von St. Léger in Soissons und St. Yved
in Braisne) und diese Anordnung dann auch auf das Lhs.
übertragen, wo sie mit dem Hallensystem in Widerspruch tritt. <milestone unit='line' n='40'/>
Die Fenster sind in beiden Reihen von gleicher Größe und
Form und dank der Abwesenheit von Sschiffsdächern von geringem
Abstand, so daß die Auflösung der Wand schon weit
gediehen ist. Das Maßwerk ganz einfach, großer von 2 Spitzbgg.
getragener Kreis, bei kräftigem Profil von trefflicher Wirkung.


<pb n='253' id='i262.png'/>

<!-- [P: 253] -->

Die Pfll. kreisrund mit 4 Diensten besetzt, im Durchmesser gut
zur Höhe gestimmt, weniger gut zu den sehr eng genommenen
Arkadenöffnungen, wie denn überhaupt das Lhs. im Verhältnis
zu der hohen Raumschönheit der Zentralpartie einen
unfreien Eindruck macht. &mdash; Das Äußere ergibt sich in seiner <milestone unit='line' n='5'/>
Gliederung unmittelbar aus dem Innenbau, doch stört hier
nichts mehr die Harmonie; die Komposition ist in hohem Grade
klar, die Formensprache voll schlichter Kraft; sie beschränkt
sich, wie im Gegensatz zum rom. Stil zu beachten ist, streng
auf tektonische Formelemente; freies Ornament, wesentlich <milestone unit='line' n='10'/>
Laubwerk, kommt nur an den Portalen vor. Die Strebepfll.
steigen senkrecht auf, um erst in der Höhe der oberen Fensterbögen
einen starken Rücksprung zu machen; Wasserschläge,
entsprechend den Hauptteilungen des Fenstersystems, gliedern
sie; ihr oberer Abschluß ist wagerecht, mit dem Kranzgesimse <milestone unit='line' n='15'/>
verkröpft, so daß sich Raum zur Anlage von Wasserkesseln
ergab, die ihren Inhalt durch einfache Speier entladen. Besonders
wuchtig sind die Gesimse geraten, nicht nur das Kranzgesims,
sondern auch die beiden Kaffgesimse; letztere vermögen
dadurch zugleich als Umgänge (80 cm br.) zu dienen <milestone unit='line' n='20'/>
und es haben demgemäß die Strebepfll. Durchlässe erhalten. &mdash;
Trotz der nur mittelgroßen Abmessungen (innere L. ohne
Turmhalle 56 m, Br. des Langhauses 21,55, Querschiff 39,
H. der Gewölbe 20,2) die Bauführung langsam. Der nördl.
Kreuzarm beg. 1249, die zwei ersten Joche (von O gerechnet) <milestone unit='line' n='25'/>
beg. 1255, das Langhaus und der Unterbau der Türme bis zum
ersten Gesims beendigt 1270, Wölbung der OTeile und feierliche
Hauptweihe 1283. Fortführung und Vollendung der
Türme 1314-60. In den Stilformen bis E. 13. Jh. wenig
Wandel. Dagegen können wegen der Einheitlichkeit des <milestone unit='line' n='30'/>
Planes Zweifel nicht unterdrückt werden. Mehreres spräche
dafür, daß ursp. ein Zentralbau geplant war: die Herrschaft
der älteren Ritterorden, die Bestimmung als Grabkirche, der
Schulzusammenhang mit Trier, die sehr erkennbaren Unsicherheiten
im Anschluß der OTeile an die WTeile, besonders <milestone unit='line' n='35'/>
zwischen dem ersten und zweiten Joch. Wenn auch der OBau
dem Bau in Haina m. E. vorangeht, so dürfte doch die Idee
der Hallen-K. von dort entlehnt sein. &mdash; Die Fassade ist sehr
einfach gehalten, wesentlich auf die ausdrucksvolle und harmonische
Führung der großen Linien vertrauend. Wenig <milestone unit='line' n='40'/>
stimmt nur das von der Cölner Schule beeinflußte große
mittlere Prachtfenster, noch weniger der überreich geschmückte
westl. Staffelgiebel. Das WPortal gehört wohl der Bauzeit
kurz nach 1270. Es ist besonders zu beachten, als eine von
französischen Vorbildern unabhängige, die rom. Portalidee in


<pb n='254' id='i263.png'/>

<!-- [P: 254] -->

got. Formen übersetzende Lösung. Die Portale der Langseiten
(um 1255) noch rundbg. &mdash; Die Rest. M. 19. Jh. ist ohne
feineres Stilgefühl durchgeführt und hat manche baugeschichtlich
wichtige Einzelzüge verwischt. Ihr gehört u. a. der Dachreiter
aus Zinkguß über der Vierung, an Stelle eines einfachen <milestone unit='line' n='5'/>
älteren, und die Umgestaltung der Dächer.
</p>

<p>
<hi rend="g">Ausstattung</hi>. Sie ist von seltener Vollständigkeit und
Stileinheit. &mdash; <hi rend="g">Mausoleum der h. Elisabeth</hi> im
nördl. Kreuzflügel. Der das Grab übersteigende steinerne
Baldachin ist wohl erst um 1290 hierher versetzt und stand <milestone unit='line' n='10'/>
vermutlich früher über dem Hochaltar. Das <hi rend="g">Gemälde</hi> der
Rückwand (Tod der Elisabeth) durch Übermalung des 19. Jh.
entwertet. Der <hi rend="g">Sarkophag</hi> jetzt in der Sakristei, an der
Vorderseite des Untersatzes <hi rend="g">Relief</hi>. &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi>
um 1290, in der Entwicklungsgeschichte des Altars ein <milestone unit='line' n='15'/>
wichtiges Dokument. Hinter der aus Steinplatten zusammengefügten
Mensa erhebt sich eine Retabelwand; sie enthält
3 gleich hohe Nischen, darüber Wimperge und Fialen,
letztere schon übereck gestellt; das Ornament von
vollendetster Meißelarbeit; in den Nischen je 3 Statuetten; <milestone unit='line' n='20'/>
es scheint, daß die Nischen ursp. durch auf- und niederschiebbare
Holztafeln, welche bemalt zu denken sind,
verschlossen werden konnten; an der Rückwand Ansätze zu
einem nicht ausgeführten Kreuzgwb., welches vermutlich den
metallenen Reliquienschrein tragen sollte. &mdash; 4 <hi rend="g">Seitenaltäre</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
an den östl. Querschiffswänden; Katharinen- und
Elisabeth-Altar im NFlügel, Johannes- und Martins-Altar im
SFlügel. Im 13. Jh. gestiftet, scheint ihr Retabelschmuck
nicht zur Ausführung gekommen zu sein. Jetzt tragen sie
mit Schnitzwerk gefüllte Schreine, auf den bemalten Flügeln <milestone unit='line' n='30'/>
bez. 1511, 1512, 1514. &mdash; <hi rend="g">Lettner</hi> unter dem westl. Vierungsbg.
um 1330-40. An ihm ist vieles erneuert und verändert,
namentlich die Mittelpartie über dem Laien-(Kreuz-)Altar,
welche ursp. auf das Weltgericht bezügliche Figg. enthielt
Der jetzt aus der Mitte aufsteigende hölzerne Bogen aus E. <milestone unit='line' n='35'/>
13. Jh. gehörte zum alten <hi rend="g">Kreuzaltar</hi>; neben ihm ursp.
die jetzt in die Sschiffe verwiesenen <hi rend="g">Kredenztische</hi>.
Von Interesse die kleine Emporbühne an der Rückseite (welche
1860 den Restaurator Lange verleitet hat, nach dem Schiff
zu eine Predigtkanzel auszubilden). &mdash; An der SSeite des Chors <milestone unit='line' n='40'/>
<hi rend="g">Celebrantenstuhl</hi> 2. H. 14. Jh., in Holz den Formen
des Steinstils nachgehend. Die reizende <hi rend="g">Statue der h.
Elisabeth</hi> aus sp. 15. Jh., die Nebenfigg. neu. &mdash; Hinter
dem Hochaltar <hi rend="g">Piscina</hi>. &mdash; An der NSeite <hi rend="g">Wandtabernakel</hi>
aus 15. Jh. &mdash; Unter der Vierung die <hi rend="g">Chorstühle


<pb n='255' id='i264.png'/>

<!-- [P: 255] -->
der Ritter</hi>, einfach, E. 13. Jh. &mdash; <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>.
Die Mehrzahl im südl. Kreuzflügel (»Landgrafenchor«) vereinigt,
Aufstellung nicht ursp., die Tumben ganz oder überwiegend
neu. I. östl. Reihe: 1. Konrad von Thüringen,
Deutschordensmeister † 1241, Ausführung jünger; 2. Aleydis <milestone unit='line' n='5'/>
† nach 1333 und ihr kleiner Sohn; 3. Heinrich † 1308 (früher
irrig für eine Frau gehalten!) und sein Sohn Heinrich † nach
1297; 4. Johannes † 1311; 5. Ludwig I. † 1458, ausgeführt
1471. II. Westl. Reihe: 6. Ludwig II. † 1471, ausgeführt 1478,
und Mechthild 1495; 7. Heinrich III. † 1484; 8. Wilhelm II. <milestone unit='line' n='10'/>
† 1509, unter der von Arkaden getragenen Platte der von
Schlangen benagte Leichnam; 9. Heinrich und Elisabeth,
Kinder Hermanns des Gelehrten. Am Chorschluß Margarethe
von Nürnberg. Die künstlerisch bedeutendsten sind Nr. 3
und 4, ausgeführt ca. 1315-30 von demselben ausgezeichneten, <milestone unit='line' n='15'/>
in Frankreich gebildeten Meister, dem das Stifterdenkmal
in Cappenberg (Westfalen) und das Ravensbergdenkmal in
Bielefeld gehört. Zu beachten ist, daß Landgraf Otto, in dessen
Zeit die Ausführung fällt, die Tochter des in Bielefeld bestatteten
Grafen von Ravensberg zur Gemahlin hatte. &mdash; Die <milestone unit='line' n='20'/>
an der Wand aufgestellten Grabsteine ohne Bedeutung. &mdash;
Von den in diesem Bauteil aufgehängten Trauerschilden,
Wappen, Fahnen ist nur ein kleiner Teil erhalten; bmkw.
die <hi rend="g">Schilde</hi> Konrads und Heinrichs aus 13. Jh. &mdash; Im
nördl. Kreuzflügel 3 gravierte und niellierte <hi rend="g">Platten</hi> des <milestone unit='line' n='25'/>
Hans von Dörnberg und seiner zwei Frauen, E. 15. Jh. &mdash;
Ornamentale <hi rend="g">Gewölbemalerei</hi> im Chor spgot. &mdash; <hi rend="g">Glasmalerei</hi>.
Jetzt nur in den Chorfenstern zusammengestellt
aus den Teilen einer ursprünglich größeren Folge. Das nordöstl.
und südöstl. Fenster der oberen Reihe 2. V. 14. Jh. Alles <milestone unit='line' n='30'/>
übrige noch 13. Jh. Genauere Zeitbestimmung nicht leicht.
Haseloff entschied sich für Beginn bald nach 1249. Der Stil
würde dieser Datierung nicht widersprechen, allein es ist sehr
fraglich, ob die Bauführung damals schon weit genug vorbereitet
war. Sicher ist aber der Stilcharakter unfranzösisch, <milestone unit='line' n='35'/>
aus der byzantinisierenden Epoche der deutschen Monumentalmalerei
zu erklären. Kunstwert vom Besten. Ikonographisch
besonders interessant die Szenen aus dem Leben der h. Elisabeth.
&mdash; <hi rend="g">Schrein der h. Elisabeth</hi> in der Sakristei, rck.
Kasten mit steilem Dach, Material vergoldetes Kupfer, <milestone unit='line' n='40'/>
Statuetten Christi, Maria, der hl. Elisabeth u. der zwölf Apostel,
am Dach Reliefs aus dem Leben der hl. Elisabeth, der Schmuck
der Perlen und Edelsteine von den Franzosen 1810 gestohlen;
zu den allervorzüglichsten Exemplaren der Gattung gehörend.
<hi rend="g">Kruzifix</hi> auf dem Kirchhof südl. vom Chor 16. <corr sic='Jh..'>Jh.</corr>
</p>


<pb n='256' id='i265.png'/>

<!-- [P: 256] -->

<p>
<hi rend="bold">Dominikaner-K</hi>. (Universitäts-K.) A. 14. Jh. Unsymmetrische
Hallenkirche, Rundpfll. mit runden Gesimsen, flache Decke.
Die Strebepfll. an der SSeite wegen des anstoßenden Kreuzgangs
nach innen gezogen. Der gestreckte aus 8 Eck geschlossene
Chor höher als das Sch. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Barfüßer-Klst</hi>. zur Bibliothek umgebaut.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Karner</hi> bei der Pfarr-K. Gr. Rck. Im Erdgeschoß 2 frgot.
Kreuzgwbb. Das höhere Obergeschoß, eine ursp. flachgedeckte
Kap., 1684 als Pfarrwohnung umgestaltet.
</p>

<p>
<hi rend="bold">S. Kilians-Kap</hi>. 1sch. rom. Gwb.-Bau, 1584 als Speicher eingerichtet, <milestone unit='line' n='10'/>
<sic>jezt</sic> Schule.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kugel-K.</hi> Gest. 1477 für die Brüder vom gemeinsamen Leben,
gew. 1482. 1sch. mit 7 Joch und Schluß aus 8 Eck. Reiches
Netzgwb. mit ursp. Bemalung. Großes Sakramentstabernakel
um 1482 (von gleicher Hand wie das Fritzlarer). &mdash; Das Fraterhaus <milestone unit='line' n='15'/>
rck. mit 3 Stockwerken, einfach spgot.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gottesacker-Kap. S. Michael</hi>. Einfach frgot.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Luth. Marien-Pfarr-K</hi>. Chor gew. 1297, Sch. gew. 1356, Turm
1447-1473. Hallenkirche mit gestrecktem aus 8 Eck geschlossenem
Chor. Letzterer hat nach innen gezogene, keilförmige, <milestone unit='line' n='20'/>
an der Stirn mit starken Diensten besetzte Strebepfll.
Die Fenster in jüngerer Zeit überarbeitet. Das Äußere des
Lhs. verhältnismäßig reich. Im S ein Doppelportal, das mit
dem darüber befindlichen 6teiligen Fenster ein Ganzes bildet.
Die Streben mit Blenden und Kragsteinen für (jetzt fehlende) <milestone unit='line' n='25'/>
Statuen. Das Dachsims reich gegliedert. Der Turm hat mächtige
ins Kreuz gestellte Streben, Abschluß mit Gruppen größerer
und kleinerer Fialen, Zinnenkränzen, schlankem von 4 Holzgiebeln
umgebenem Holzhelm. <hi rend="g">Altaraufsatz</hi> 1625 mit
vielen Alabasterskulpturen, letztere mit Zusätzen nach 1667. <milestone unit='line' n='30'/>
<hi rend="g">Messingtaufkessel</hi> um 1590. <hi rend="g">Wandtabernakel</hi>
um 1350 mit Stifterwappen, 2 Prophetenhalbfiguren,
Weinrebenumrahmung, Zinnenkrönung 2-1/2 m hoch. Das
schmiedeeiserne Gitter 1503. <hi rend="g">Wandgrab</hi> des Landgrafen
Ludwig III. † 1604 und seiner Gemahlin Hedwig von Württemberg <milestone unit='line' n='35'/>
† 1590, lebensgroße Bildnisfigg. in Alabaster, reiche
architektonische Umrahmung. &mdash; <hi rend="g">Desgleichen</hi> für Ludwig
<hi rend='ort'>IV.</hi> † 1626 und Magdalena v. Brandenburg † 1616, errichtet
</p><p>
1628, dem vorigen in der Anlage ähnlich. Schöne Abschlußgitter
1592 und 1831. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Siechenhaus-Kap</hi>. Einfach got. E. <corr sic='13'>13.</corr> bis A. 14. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus.</hi> 1512-24. Bruchstein auf rck. Grundriß, hoher
3stöckiger Aufbau mit Staffelgiebeln. Die Langseitfassade erhält
einen kräftigen Akzent durch den Treppenturm mit
originellem Renss.-Aufsatz 1586. Sehr fein die Nebenakzente


<pb n='257' id='i266.png'/>

<!-- [P: 257] -->

der Erkertürmchen an den Ecken. Ein hübsches Detail die
spgot. Tür mit Relief der h. Elisabeth von <hi rend="italic">Ludwig Jupe</hi> 1524.
Getäfelter Saal.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Fürstl. Kanzlei</hi> (Regierungsgebäude). Einfacher Renss.Bau
von 1575. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Deutsches Haus</hi>. Der nur teilweise erhaltene und wechselnden
Zwecken adaptierte Gebäudekomplex <corr sic=''>(</corr>jetzt zum Teil für Universitätsinstitute)
bildet die Umgebung der Elisabeth-K.,
früher mit einer hohen Mauer klösterlich abgeschlossen. Seit
der Aufhebung des Ordens 1809 wieder gefallen. Erhalten ist, <milestone unit='line' n='10'/>
jedoch nicht unverändert, das älteste Bruderhaus mit dem
vorgekragten Chorerker der Hauskapelle im Übergangsstil.
Als Komturwohnung der spgot. Bau mit Treppengiebel und
Erker. Ausgedehnt waren die landwirtschaftlichen Gebäude,
davon erhalten der Fruchtspeicher von 1515 und die Mühle <milestone unit='line' n='15'/>
von 1513.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi>. Ecke Marktplatz und Steingasse, got. um 1580.
Nikolaistr. 133 spgot., am steilen Walmdach 5 polygone hölzerne
Türmchen mit Spitzhelmen. Ecke Markt und Wettergasse
296 stattliches Haus des Vizekanzlers Vultejus um 1600, <milestone unit='line' n='20'/>
Erdgeschoß spgot. Mehrere gute Fachwerkhäuser und Portale
der Sp.Gotik und Renss.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Großenteils 13.-15. Jh. Drei Flügel sind so geordnet,
daß sie einen schmalen trapezoiden Hof zwischen sich lassen.
Der Verteidigungszweck wog nicht ausschließlich vor, so daß <milestone unit='line' n='25'/>
einem großartigen Saalbau (voll. 1311) und einer ansehnlichen
Kapelle (gew. 1288) Raum gegeben wurde. Diese beiden
Bauten sind das Bedeutsamste, was die deutsche Schloßarchitektur
der früheren Gotik im Sinne des Kunstbaues geleistet
hat. Der <hi rend="g">Saalbau</hi> hat über dem hohen Keller <milestone unit='line' n='30'/>
zwei Hauptgeschosse. An der gegen den Abhang liegenden
W- und NSeite ist er durch starke Wandpfll. verstrebt, die
sich an den Ecken turmartig verstärken und über dem Dachgesims
in freistehende 8eckige Türmchen mit Wendeltreppen
auslaufen. (Die Spitzdächer neu, vorher welsche Häubchen.) <milestone unit='line' n='35'/>
In der Mitte der NSeite ein Risalit mit Staffelgiebel. Künstlerisch
der wichtigste Bestandteil ist der das ganze Obergeschoß
einnehmende sogenannte Rittersaal <corr sic=''>(</corr>33,5 l., 14 br., 7,8 h.).
Seine Anlage nahe verwandt derjenigen der Klosterrefektorien.
Eine mittlere Reihe von 4 Pfll. teilt den Raum in 2 Sch., die <milestone unit='line' n='40'/>
von 2 × 5 quadr. Gwbb. überspannt werden. Die kräftigen,
unter sich gleichen Rippen (im Profil geschärfter Rundstab,
begleitet von 2 sehr kleinen Kehlen; ähnlich im Schloß Rauschenberg)
wachsen ohne Vermittelung durch Kaptt., nur durch ganz
kleine Kragsteine im Ansatz markiert, aus den Kanten der
<pb n='258' id='i267.png'/>
<!-- [P: 258] -->
8eckigen Pfll. heraus, welche demgemäß übereck gestellt sind.
An den Wänden einfache Kragsteine. Die mit Laub geschmückten
Schlußsteine sind das einzige Ornament. Der räumliche
Rhythmus erhält seinen Charakter durch die tiefe Lage der
Kämpferpunkte (2,6 m über Boden bei 7,8 Scheitelhöhe). <milestone unit='line' n='5'/>
An jeder Schildwand je 2 enge zusammengerückte 2teilige
Fenster, mit einer oberen kreisförmigen Öffnung Gruppe
bildend, alle 3 von spitzbg. Blende eingerahmt (also verglichen
mit der Elisabeth-K. eine Rückbildung des Maßwerks). &mdash; Die
3 in den Saal führenden Türen wurden 1572 mit üppigem <milestone unit='line' n='10'/>
Renss. Täfelwerk umkleidet (neuerdings durch C. Schäfer
willkürlich verändert, der auch den großen Renss.Kamin
durch einen neugot. ersetzte). &mdash; <hi rend="g">Kapelle</hi>. Zweistöckig,
mit größter Raumausnutzung den engen Ortsverhältnissen
angepaßt. Die eigentliche Kap. im Obergeschoß. Der Gr. <milestone unit='line' n='15'/>
verschmilzt in eigenartiger Weise longitudinale und zentrale
Anlage. An ein mittleres querrechteckiges Kreuzgwb. schließen
sich im O und W symmetrisch Gwbb. aus 5 Seiten des 8Ecks,
im N und S flache, trapezförmig sich verengende Nischen, für
die der Raum durch erkerartigen Ausbau über der stärkeren <milestone unit='line' n='20'/>
Mauermasse des Unterbaues gewonnen ist. Aus dem östl.
Polygon führt ein Durchgang in die über dem Burgtor liegende
Sakristei. Die Durchbildung des Innern gibt den stilgeschichtlichen
Moment des Überganges von der Frügotik zur Hochgotik
in klassischer Formenreinheit. Der Meister steht zu der <milestone unit='line' n='25'/>
Schule der Elisabeth-K. in keiner näheren Beziehung. Von
Einzelheiten sind hervorzuheben die schlanken, mit abgebrochenen
Laubbüscheln besteckten Dienstkaptt. und die eigenartige
Zeichnung des Maßwerks, in dem Kleeblattbgg. mit
mehrfach gebrochenem Vierpaß verschmolzen werden. Fußbodenmosaik <milestone unit='line' n='30'/>
aus farbig glasierten Tonplättchen. Die Polychromie
des 15. (16.?) Jh. wurde durch C. Schäfer entfernt
und durch schematische Quadermuster ersetzt, nur ein kolossaler
S. Christoph whgest. Am Äußern Strebepfll. von 3eck.
Gr., auf dem Rücksprung des Unterbaues ruhend. Der letztere <milestone unit='line' n='35'/>
hat im Innern zwei rippenlose Kreuzgwbb.; der Gebrauchszweck
des Raumes ist nicht überliefert. 1572 ihm vorgelegt
eine Renss.Laube, die zur malerischen Belebung des Schloßbildes
günstig beiträgt. &mdash; Der südl. und westl. Flügel wurde
in den 60er und 70er Jahren des 16. Jh. renss. verändert. &mdash; <milestone unit='line' n='40'/>
Abgesondert steht der <hi rend="g">neue Bau</hi>, 1489 ff. &mdash; Von der
<hi rend="g">Schloßbefestigung</hi>, die noch im 18. Jh. das ganze
Plateau umfaßte, sind einige Türme erhalten; dazu die bis
zur Kugelkirche reichende Verbindungsmauer mit der Stadtbefestigung.
</p>


<pb n='259' id='i268.png'/>

<!-- [P: 259] -->

<p>
<hi rend='ort'>MARGETSHÖCHHEIM.</hi> UFranken BA Würzburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> OTurm und OTeil des Lhs. um 1300, Erweiterung
nach W 1614, Juliuswappen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MARGRETENHAUN.</hi> RB Cassel Kr. Fulda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor und Turm (N) 1487, Sch. 1781. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MARIABUCHEN.</hi> UFranken BA Lohr.
</p><p>
<hi rend="bold">Wallfahrts-K</hi>. E. des 17. Jh. Im Innern rest. Trockene, harte
Architektur unter Einfluß Petrinis.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MARIABURGHAUSEN.</hi> UFranken BA Haßfurt.
</p><p>
<hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst.-K</hi>. (Vallis s. Crucis), 1243 aus Kreuztal <milestone unit='line' n='10'/>
hierher verlegt. Langsame Bauausführung E. 13. bis M. 14. Jh.
Typische, schmale langgestreckte 1sch. Anlage, 10 m br.,
50 m l., turmlos. Die WHälfte flachgedeckt, mit Nonnenempore
auf gewölbter Halle (sog. Gruft) (3 Sch., 7 Joche), die
OHälfte mit Kreuzgwb. auf Konsolen und 5/8-Schluß. Die die <milestone unit='line' n='15'/>
beiden Abteilungen trennende Scheidemauer reichte ursp.
bis zu den Gwb.Kämpfern, 2 Türen führen schiffwärts auf
eine flache Empore. &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi> streng bar. A. 18. Jh.
Auf einem Seitenaltar (um 1750) reizende <hi rend="g">Madonna</hi>,
Holz, E. 15. Jh. Von den <hi rend="g">Grabsteinen</hi> interessant der <milestone unit='line' n='20'/>
des Heinrich v. Seinsheim † 1345. [Reste von Altarplastik des
15. Jh. in der Universitätssammlung Würzburg.] &mdash; <hi rend="g">Klostergebäude</hi>.
Erhalten zwei Flügel aus 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MARIA-EHRENBERG.</hi> UFranken BA Brückenau.</p>
<p>
<hi rend="bold">Wallfahrts-K</hi>. 1666, erweitert 1732. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MARIASONDHEIM</hi> s. Arnstein.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MARIENBERG.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Marien.</hi> 1558-64, rest. nach Brand 1616; 3sch.
Hallenkirche 25,6 : 43,3 m; der östl. Abschluß unregelmäßig
5seitig; an den Gwbb. spgot. Rippendurchsteckungen. &mdash; Am <milestone unit='line' n='30'/>
<hi rend="g">Altaraufbau</hi> von 1617 großes Gemälde des Hofmalers
<hi rend="italic">Kilian Fabritius</hi>, manieristisch gewandt.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hospital-K</hi>. <hi rend="g">Flügelaltar</hi> aus der Schule <hi rend="italic">Wolgemuts</hi>.</p>
<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1533-39; der Plan aus Halle, von <hi rend="italic">Joh. Hofmann</hi>,
wohl einem Verwandten des Nickel Hofmann; das Portal in <milestone unit='line' n='35'/>
tüchtiger, etwas derber Renss. ohne got. Reminiszenzen;
sonst hat das Gebäude durch Brände gelitten.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Haus</hi> Markt Nr. 338, fr. Renss. Portal 1530; ein anderes Zschopauer
Straße Nr. 447 und Markt Nr. 104.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MARIENSTERN.</hi> K. Sachsen AH Kamenz. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst</hi>. Gegr. 1248. Die K. zeigt keine Formen,
die über E. 13. Jh. zurückgehen. Rck. Hallenbau von 7 Jochen,
das südl. Ssch. unten zum Kreuzgang gezogen, oben als Empore, 
welche das Klst. mit dem 2 WJoche einnehmenden
Nonnenchor verbindet. Ausnehmend schlanke 8eck. Pfll.,


<pb n='260' id='i269.png'/>

<!-- [P: 260] -->

ohne Kaptt., mit dem Gewölbefuß durch Konsölchen verbunden.
Ähnlich schlicht der übrige Formencharakter, wenn auch
vereinzelt etwas Schmuck auftritt, z. B. Laubkränze an den
Schlußsteinen. Die Fenster 2pfostig und mit kleinlichem,
dürrem Maßwerk. Die WFassade bar. übergangen. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend="g">Hochaltar</hi> 1751 von <hi rend="italic">Franz Lauermann</hi> aus Prag; seine
4 Kolossalstatuen 1889 in den Kreuzgang verbannt und
durch neue ersetzt. Ebenso wurde mit der Kanzel und den
Nebenaltären verfahren. 2 spgot. <hi rend="g">Nebenaltäre</hi>, nicht
übel, aber auch nicht hervorragend. An der OWand <hi rend="g">Glasgemälde</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
ca. 1370-80. &mdash; Kreuzgang in der Ausführung
der K. vorausgegangen, bald nach 1250. Sehr einfach.
Große fensterartige Öffnungen. Die Gwbb. auf Konsolen. &mdash;
Aus E. 17. Jh. das Haus der Äbtissin, 1731 der neue Konvent;
geräumig, in der Behandlung anspruchslos. &mdash; <hi rend="g">Bar.Plastik</hi>: <milestone unit='line' n='15'/>
12 Statuen auf der Brüstung des Kirchgangs, Mariensäule
1720, Dreifaltigkeitssäule 1723, Kruzifix und schmerzhafte
Mutter 1725; vermutlich von <hi rend="italic">Jäkel</hi> aus Prag. &mdash; Im Schatz
ein interessanter überaus reicher rom. <hi rend="g">Speisekelch</hi> nach
1250 und 2 gotische. <hi rend="g">Kaselkreuz</hi> in Reliefstickerei um <milestone unit='line' n='20'/>
1530. &mdash; <hi rend="g">Denkmäler</hi>: Bronzene Grabplatten für Bernhard
v. Kamenz 1380 und Heinrich v. Kamenz, Bischof von Meißen
† 1629, beide um 1629. Sandsteinerne Bildnisplatten für Äbtissinnen
1664, 1697, 1710.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MARIENTAL.</hi> K. Sachsen AH Zittau. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst</hi>. gegr. um 1230. Neubau 1685 mit Benutzung
wesentlicher alter Teile. &mdash; In der K. großer <hi rend="g">Crucifixus</hi>
und anmutiges <hi rend="g">Selbdritt</hi>, um 1515. &mdash; <hi rend="g">Brunnen</hi>
um 1700. &mdash; <hi rend="g">Stationsberg</hi> mit kolossaler Kreuzigungsgruppe
1728. &mdash; Auf dem Kirchhof bmkw. <hi rend="g">Bildnissteine</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
der Äbtissinnen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MARIENWEIHER.</hi> OFranken BA Stadtsteinach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Einfacher Barockbau (für Franziskaner) 1717, der
Turm 1742 (<hi rend="g">Balth. Neumann zu Rate gezogen</hi>).
Rck. mit eingezogenem Chor und 1/2kr. Schluß. Decke und <milestone unit='line' n='35'/>
Wand <hi rend="g">reich stuckiert</hi>, im Scheitel 6 größere Gemälde.
Klassizist. Hochaltar mit <hi rend="g">Gnadenbild</hi> von ca. 1480.
<hi rend="g">Nebenaltäre</hi> 1770. <hi rend="g">Regina coeli</hi> 1695. <hi rend="g">Grabstein</hi>
einer Gräfin von Hohenzollern 1416. Außen <hi rend="g">Kreuzigungsgruppe</hi>
um 1520-30 &mdash; Auf einer Anhöhe gelegen, <milestone unit='line' n='40'/>
bietet die K. nach allen Seiten ein wirkungsvolles Bild. Die
Flachtonne um 1720 reich stuckiert. WTurm um 1745.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MARISFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Anlage die typische des Ma.: 1sch. mit eingezogenem


<pb n='261' id='i270.png'/>

<!-- [P: 261] -->

Turmchor; der letztere 1497, das Lhs. 1711 erneuert. &mdash; <hi rend="bold">Pfarrhaus</hi>.
Fachwerkbau M. 17. Jh. &mdash; Schloß. 1663 erneuert,
Rck. mit 4 Ecktürmen, geschweifte Kuppeldächer. <hi rend="g">Hofportal</hi>
reich geschmückt, doch von roher Arbeit. <hi rend="g">Stuckdecke</hi>
1670. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MARKERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> sprom., wenig verändert. Glocke 13.-14. Jh. [Altarwerk
von <hi rend="italic">Jak. Müller</hi> im Museum des Sächsischen Altert.
Ver. in Dresden.]
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MARKRÖLITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. <corr sic="Qerfurt">Querfurt</corr>. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> Großenteils Neubau 1694. Bmkw. <hi rend="g">Epitaph</hi> für
Friedrich und Margaretha von Burkersroda († 1570, 1582)
bez. <hi rend="italic">HK</hi>; von derselben Hand (der man auch in Freyburg
und Zorbau begegnet) der reiche und geschmackvolle <hi rend="g">Taufstein</hi>
von 1599. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MARKSUHL.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche</hi> 1667, 1sch., mit hölzernem Tonnengwb. 2 Geschosse
Emporen auf geschnitzten Rundsäulen. Gerader Chor mit
Kreuzgwb. Geschnitzte <hi rend="g">Kanzel</hi>, ehemals auf einer Figur
des Moses stehend; diese jetzt im Thüringer Museum zu <milestone unit='line' n='20'/>
Eisenach. Turmspitze mit 4 Eck-Türmen.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> (zeitweise Residenz einer sächs. Herzogslinie) 1583, mit
guten Sandsteinskulpturen. 1. Über den Fenstern 9 Köpfe,
2. Unter den beiden Eckerkern je eine männliche Halbfigur
als Konsol. 3. Reiches Portal des Treppenturms. 4. Portal <milestone unit='line' n='25'/>
des Hofes mit schöner Bekrönung. Der Treppenturm hat oben
3 Geschosse aus Holzfachwerk, sehr gut. Die Hoffassade z. T.
ebenfalls aus schönem Holzfachwerk. Im 1. Stock die ehemaligen
Jagdzimmer mit rok. Stuckdecken.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> mit Holzschnitzerei 17.-18. Jh. Nr. 39, 121, 132. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MARKTBREIT.</hi> UFranken BA Kitzingen.
</p><p>
<hi rend="bold">Prot. Pfarr-K</hi>. Stattlicher frgot. Chorturm. An Stelle des angebauten
spgot. 5/8 Chors ursp. eine Apsis. Lhs. wiederholt
erweitert. Inneneinrichtung mit Felderdecke und Emporen,
behaglich malerisch. A. 18. Jh. &mdash; Eine Reihe tüchtiger <milestone unit='line' n='35'/>
<hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi>. Hervorzuheben Fr. v. Seinsheim
† 1500 mit den Insignien des Schwanenordens und das energisch
aufgefaßte Doppelepitaph für Wilh. v. Hohenrechberg.
Außen Wolf Eckhardt 1555 bez. <hi rend="italic">W.E.</hi> &mdash; Unter den <hi rend="g">Glocken</hi>
die älteste mit Alphabet in got. Minuskeln 13. bis 14. Jh. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Friedhof</hi> vor der Stadt. Angelegt 1566 (vgl. den gleichzeitigen
in Mainbernheim). Unter den hölzernen Arkaden lange Reihe
von Bildnisepitaphen der Renss.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> beg. 1579 (rest. 1908). Gelegen hart an der Stadtmauer.
Die kraftvolle Giebelfassade gruppiert sich mit dem


<pb n='262' id='i271.png'/>

<!-- [P: 262] -->

Maintor (ao. 1600), die Rückfassade mit dem »schwarzen Turm«
zu prächtigen Architekturbildern. Im 2. Geschoß große Diele
mit stimmungsvoller Holzarchitektur. Getäfelte Ratsstube;
desgleichen das Rundgemach des obersten Geschosses.
</p>

<p>
Seinsheimsches <hi rend="bold">Schloß</hi> (Amtsgericht) 1580. &mdash; Unter den Wohnhäusern <milestone unit='line' n='5'/>
einige von vornehmer Haltung, besonders die symmetrisch
zueinander angelegten Erkerfassaden am Eingang
der Schusterstraße, E. 17. und A. 18.Jh., auch bmkw. Inneneinrichtung. 
Gegenüber dem Amtsgericht schöner <hi rend="bold">Fachwerkbau</hi>
1607 und <hi rend="bold">Mainkran</hi> 1773. Auch von außen gesehen ist das <milestone unit='line' n='10'/>
Stadtbild von großem Reiz. Der Mauerring (1529-50) großenteils
erhalten. Die hohen schlanken Rundtürme teils mit
spgot., teils mit bar. Dächern.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MARKTHEIDENFELD.</hi> UFranken BAmtsstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1613. &mdash; Hübsches <hi rend="bold">Bürgerhaus</hi> (Kaufhaus Flasch) <milestone unit='line' n='15'/>
1745, die Fenster mit reichen spbar. Sandsteinumrahmungen,
die innere Dekoration im Stiegenhaus und Saal gut erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MARKTLEUGAST.</hi> OFranken BA Stadtsteinach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Got. Polygonalchor, Lhs. und WTurm 1768, Flachdecke
mit eleganter aber sparsamer Stuckierung. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MARKTSCHORGAST.</hi> OFranken BA Berneck.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot., 2 sch. Hallenbau (symmetrisch?)<corr sic=''>.</corr>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MARKTSTETT.</hi> UFranken BA Kitzingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> einheitlich nachgot. 1623. Ausstattung des fr. 18.Jh.;
&mdash; Kirchhofsmauer mit Zehntscheuern. &mdash; <hi rend="g">Wohnhaus</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
Herrenstr. Nr. 144, sehr hübsche Anlage 1750.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MARKTZEULN.</hi> OFranken BA Lichtenfels.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor got., Lhs. 1701, Dekoration 1760.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> mit Stiegenturm 1588. <hi rend="g">Holzhäuser</hi>, 16. und 17. Jh.
in guter Erhaltung. [An Haus 53 Überreste aus Klst. Langheim] <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MARKWERBEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> ursp. rom. mit Chorturm.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MARTINFELD.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. 
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.) 1723, mit hübscher geschieferter Turmkrönung. <milestone unit='line' n='35'/>
Der schöne <hi rend="g">Stuckmarmoraltar</hi> aus dem ehemaligen
Klst. Beuren. <hi rend="g">Schnitzrelief</hi> von einem älteren Altar
A. 16. Jh. &mdash; Stattliche <hi rend="bold">Edelsitze</hi> (v. Bodungen) 1580 und 1611.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MARTINSKIRCHEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Den Kern bildet eine rom. Anlage, 1sch. mit westl. <milestone unit='line' n='40'/>
Querturm und eingezogenem Altarbau. Die Wände des letzteren
1699 durchbrochen und Flügel angelegt. Chor spgot. Rest.
1904. &mdash; Mehrere bar. <hi rend="g">Grabsteine</hi>. 
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1754 für Graf Fr. W. v. Brühl (Bruder des bekannten
Ministers). Hufeisenanlage. Formen in feinem, mäßig reichem


<pb n='263' id='i272.png'/>

<!-- [P: 263] -->

Rok. Die innere Einteilung ist ungestört geblieben, auch die
Ausstattung gut erhalten und anziehend.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MASSENBUCH.</hi> UFranken BA Gemünden.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1702. Gutes <hi rend="g">Hochaltarblatt</hi> von <hi rend="italic">Nikolaus
Treu</hi> 1776. Über dem WEingang rom. Tympanon (11. Jh.?) <milestone unit='line' n='5'/>
eingemauert; angeblich aus Schönrain.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MAUA.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh. mit got. Chor. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> aus derselben
ausgezeichneten Altenburger Werkstatt, aus welcher der Altar
von 1498 in Arnstadt und der in Großlöbichau. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MAUERSCHEDL</hi> bei Mellrichstadt UFranken.</p>
<p>
Kleine 1sch. <hi rend="bold">Kirche</hi> mit östl. Chorturm, 11.-12. Jh. An die
etwa gleichzeitige starke Kirchhofsmauer lehnen sich 23
<hi rend="bold">Zellen</hi> aus etwa 14. Jh., wahrscheinlich eine Schutzanlage
für das schon 1424 nicht mehr bestehende Dorf Bischofs. <milestone unit='line' n='15'/>
Die Grundmauern 1903 ausgegraben.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MAXEN.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> gegr. 13. Jh., jetzt formlos. &mdash; Wertvolles <hi rend="g">Altarwerk</hi>
aus Sandstein mit figürlichen Reliefs, 1558. Auf dem
Kirchboden gute <hi rend="g">Holzplastik</hi>. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> mit reizvollem Architekturstück aus der Fr.Renss.
Anbau 1727.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MECKENRIED.</hi> UFranken BA Haßfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 17. und 18. Jh., der OTurm in der Anlage aus Ma. &mdash;
<hi rend="g">Mobilien</hi> E. 17. und A. 18. Jh. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Friedhofs-Kap</hi>. 18. Jh., mit sprom. Chor und Torturm des
ehemals befestigten Friedhofes. &mdash; <hi rend="g">Bildstöcke</hi> bar.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MECKFELD.</hi> Sachsen-Altenburg Kr. Roda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> bez. 1500, vom <hi rend="g">»Meister der
Baldachine«</hi>. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MEEDER.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der turmtragende rom. Chor ist, wie öfter vorkommt,
durch eine geräumige spgot. Erweiterung in die Mitte gerückt
(vgl. aus der Nachbarschaft Groß-Wallbur); ungewöhnlich die
reiche und gut erhaltene Ausbildung mit Lisenen, Gesimsen <milestone unit='line' n='35'/>
und Bogenfriesen; die große Stärke der nördl. und südl. Mauer
läßt den Turm außen oblong erscheinen; auf das dritte rom.
Geschoß folgt eines aus beschiefertem Fachwerk mit 2 Helmen
von 1652. Das stattliche Lhs. 1723. &mdash; Reiches Sternberg-Rosenbergsches
<hi rend="g">Wandgrab</hi> 1576. &mdash; <hi rend="bold">Herrenhaus</hi> (jetzt <milestone unit='line' n='40'/>
Gasthaus) 17. Jh., Reste der alten, reichen Stuckdekoration.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MEERANE.</hi> K. Sachsen AH Glauchau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Wesentlich 1503 mit späteren Umbauten; rom. der
zwischen Schiff und Chor stehende Turm. Reste eines großen
Altarwerks von <hi rend="italic">Jak. Müller</hi> in Altenburg 1506.
</p>


<pb n='264' id='i273.png'/>

<!-- [P: 264] -->

<p>
<hi rend='ort'>MEERHOLZ.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen.
</p><p>
Isenburgisches <hi rend="bold">Schloß,</hi> 1564 aus einem Prämonstr.-Nonnenklst.
umgebaut; hat großenteils seinen alten Charakter verloren.
Der SFlügel enthält die <hi rend="bold">Pfarr-K.,</hi> an den Fenstern entartetes
Fischblasenmaßwerk. &mdash; Neben dem Gemeindehaus <milestone unit='line' n='5'/>
ein alter <hi rend="bold">Wartturm.</hi>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MEINEWEH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
</p><p>
Verbaute spgot. Dorf-K. Prachtvolles vorzüglich gearbeitetes
<hi rend="g">Alabasterepitaph</hi> des Günther v. Bünau † 1706.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MEININGEN.</hi> Hauptstadt von Sachsen-Meiningen. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Sie wirkt nach der eingreifenden und willkürlichen
Rest. 1884-89 fast wie ein Neubau. 1. Unter der jetzigen K.
die Fundamente einer rom. Basilika. Von ihr ist über der
Erde erhalten der nördl. Fassadenturm bis zur Firsthöhe des
Kirchendaches; die rom. stilisierten Fenster erst von 1884 <milestone unit='line' n='15'/>
(vorher got. veränderte); die 8eckigen Obergeschosse und der
runde Treppenturm von 1594. Der STurm 1884 ganz erneuert,
das got. WPortal durch ein pseudorom. ersetzt. Rom. Zierstücke
in der Bibliothek der K. Rom. Fußbodenfliesen im
Museum. Rom. Türklopfer an der inneren WTür. 2. Aus <milestone unit='line' n='20'/>
got. Zeit (1443-55) erhalten der 5/8 Chor. Das Lhs. (vorher
got.) ganz neu. &mdash; Von den <hi rend="g">Grabdenkmälern</hi> nur ein
kleiner Teil wieder aufgestellt. Interessanter Wappenstein
des Hans Volker 1425. Bildnissteine des Stadtschultheißen
Lorenz Reps † 1563, des Hans Phil. Schenk zu Schweinsberg <milestone unit='line' n='25'/>
1567, des Matth. v. Hönningen 1576, der Ottilie v. Hönningen
1574. Die späteren in Epitaphform. &mdash; Älteste <hi rend="g">Glocke</hi>
M. 14. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Residenzschloß</hi> (der Name Elisabethenburg neu). Ältester
Teil der 1511 durch Lorenz von Bibra, Bischof von Würzburg, <milestone unit='line' n='30'/>
erbaute NFlügel; stark neugot. verändert. Das neue Schloß
1682. Auch dieses modern umgebaut, mit Erhaltung einiger
Innenräume in Bar., Rok. und Neoantik. Hervorragend die
bar. Stuckdecke des Riesensaals von <hi rend="italic">J. N. Bestheimer</hi> unter
Leitung des Römers <hi rend="italic">Alessandro Rossini</hi>. &mdash; Im SFlügel die <milestone unit='line' n='35'/>
<hi rend="g">Schloß-K</hi>. 1682-92, mit Stuckdecke, schöner Kanzel
und Herzogsloge. Kanzel in Stuckmarmor rok. Flügelgemälde
eines ehemaligen Altars, fränkisch um 1510. &mdash; Reiche <hi rend="g">Kunstsammlung</hi>.
Die Gobelins ehemals im Schloß Ichtershausen.
Porzellan aus Klst. Veilsdorf. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
Im <hi rend="g">Hennebergischen Haus</hi> die Kunst- und Altertumssammlungen
des Hennebergischen Geschichtsvereins. An
der Fassade Relieftafel von 1603 aus der Schloßkapelle zu
Ellingshausen. Auf dem <hi rend="g">Friedhof</hi> treffliches Grabrelief


<pb n='265' id='i274.png'/>

<!-- [P: 265] -->
des Reinhard von Wechmar 1488. Im <hi rend="g">Englischen Garten</hi>
künstliche Ruinen 1793.</p>
<p>
Teil der ma. <hi rend="bold">Ringmauer</hi> hinter der Burggasse.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MEISSEN.</hi> K. Sachsen. Amtshauptstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">Dom und Schloß</hi>. Beide bilden zusammen einen geschlossenen <milestone unit='line' n='5'/>
3eck. Baukomplex in prachtvoller Lage auf einem ringsum
freien Felsen über der Elbe. Der Dom ist in seinen OTeilen
mit der Umgebung verwachsen, das Lhs. springt frei in den
Hof vor, so daß die Fassade dem Ankömmling als erster Haupteindruck
entgegentritt. Durch den A. 20. Jh. ausgeführten <milestone unit='line' n='10'/>
Zubau zweier Türme (von <hi rend="italic">Carl Schäfer</hi>) das historische Bild
wesentlich verändert.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Dom</hi>. Frgot. Anlage aus M. 13. Jh., langsam fortgebaut unter
mehrfachem Wechsel der Bauidee, zuletzt späteste Gotik.
1. Dem ersten Plan gehört der Gr. mit Ausnahme der beiden <milestone unit='line' n='15'/>
Chöre; in ihm leben noch rom. Reminiszenzen; das Qsch.
aus 3 Quadraten; die WTürme über die Fluchtlinie der Ssch.
vorspringend; beides erinnert an Magdeburg. Am Ende des
13. Jh. waren fertig: das <hi rend="g">Qsch</hi>. das erste Joch des Chors
mit Sechskappengwb., das erste (östl.) Joch des Lhs., die <milestone unit='line' n='20'/>
Türme bis zu 12,3 m H. und wohl noch weitere Teile des Lhs.,
deren (z. T. schon geformtes) Material im Umbau des 14. Jh.
Verwendung fand. Sicher als Basilika begonnen (vgl. außer
der Gestaltung des ersten Joches die Spuren der ursp. Dachlinie
an der anstoßenden Querschiffswand). Außen am südl. <milestone unit='line' n='25'/>
Kreuzflügel schöne frgot. Giebeldekoration. 2. Die 8eckige
Johanneskap, (urkundl. 1291, die Inschrift unecht), gelegen
im SWWinkel des Qsch.; 2geschossig; das Obergeschoß ursp.
freiliegend; in der formalen Durchbildung das beste am ganzen
Dom (neben dem Lettner), Fenster aus 15. resp. 19. Jh. &mdash; <milestone unit='line' n='30'/>
3. Hallenmäßiger Umbau des Lhs. ca. 1300-1380; der Aufbau
des 1. Jochs geschont in der Weise, daß nach Ausbrechung
des Oberfensters hinter diesem eine Empore angelegt wurde;
Verlängerung des Chors; zum Schluß der SOTurm, sein durchbrochener
Helm wohl noch jünger. &mdash; 4. Von den um 1400 <milestone unit='line' n='35'/>
weitergeführten WTürmen nur das zierliche Reliefmaßwerk
unter dem 2. Gurtgesims erhalten; aus derselben Zeit das
große (jetzt innere) WPortal in akademisch nüchternem Prunk.
&mdash; 5. Um 1420-30 wurde vor dieses Portal die Fürstenkapelle
gesetzt, in der Gestalt eines Chors von 3 Jochen und 3/8 Schluß; <milestone unit='line' n='40'/>
letzte Phase der Hochgotik, die trocken zierliche Behandlung
ähnlich der Schloßkap, zu Altenburg. &mdash; 6. Seit 1479 das hohe
Fenstergeschoß des WBaus, wohl von <hi rend="italic">Arnold v. Westfalen</hi>,
dem Erbauer der Albrechtsburg; es sollte den (durch den Übergang
zum Hallensystem massig vergrößerten) Giebel des Lhs.


<pb n='266' id='i275.png'/>

<!-- [P: 266] -->

maskieren; wie der obere Abschluß beabsichtigt war, ist nicht
mehr ersichtlich; in der 1. H. des 16. Jh. trug er 3 (wohl hölzerne)
Helme, die 1547 abbrannten. Durch den 1904 begonnenen Ausbau
steinerner Doppeltürme wird der überlieferte Charakter
der Fassade wie das ganze Baubild des Domberges völlig verändert. <milestone unit='line' n='5'/>
&mdash; 7. Sakristei ca. 1500-1506. &mdash; 8. Begräbniskap.
Georg des Bärtigen 1534.
</p>

<p>
<hi rend="g">Inneres</hi>. &mdash; <hi rend="italic">Lettner</hi> frgot. 2. H. 13. Jh. Das Laubornament,
an die Naumburger Schule anschließend, ersten
Ranges; aus derselben Zeit die steinerne Rückwand der Chorherrensitze; <milestone unit='line' n='10'/>
die Balustrade und die seitliche Erweiterung des
Lettners nach 1350; die einst ca. 50 Altäre des Doms großenteils
verschwunden; einer in der Dorf-K. zu Boritz. &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi>.
Gemaltes Triptychon mit Anbetung der Könige,
ca. 1520. Der Meister des singulären, sehr hervorragenden <milestone unit='line' n='15'/>
Werkes steht der niederländischen Kunst nahe (jedenfalls
nicht <hi rend="italic">A. Dürer</hi>!). &mdash; <hi rend="g">Lettneraltar</hi>, unter Einfluß
<hi rend="italic">Cranachs</hi>; eher von diesem selbst das <hi rend="g">Triptychon mit
dem Schmerzensmann</hi> in der S. Georgskap, bez. 1534. &mdash;
Im Stirnfenster des Chorhaupts <hi rend="g">Glasgemälde</hi> aus 13. Jh. <milestone unit='line' n='20'/>
&mdash; <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi> mit Tabernakel ca. 1506. &mdash;
<hi rend="g">Chorstühle</hi> unter steinernen Baldachinen E. 13. Jh. &mdash;
An der OWand des Qsch. Spuren von <hi rend="g">Wandgemälden</hi>
des 14. Jh., Jüngstes Gericht. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> 2. H. 16. Jh. &mdash;
<hi rend="g">Statuen</hi> aus 2. H. 13. Jh.: a) an der Wand des Chors ein <milestone unit='line' n='25'/>
Fürstenpaar, traditionell Kaiser Otto I. und Kaiserin Adelheid,
wohl als Anfang einer Stifterreihe gedacht, nach dem Muster
Naumburgs, wohin auch der Stil weist; gegenüber Johannes
und Donatus; b) aus derselben Werkstatt die 3 Statuen der
Johanneskap., tüchtige und anziehende Arbeiten. &mdash; Aus <milestone unit='line' n='30'/>
A. 15. Jh. der massenhafte <hi rend="g">Schmuck des WPortals</hi>
in einer fleißigen kleinlichen Manier; besser das südl. Seitenportal.
&mdash; <hi rend="g">Die Gräber der Fürstenkap</hi>. In der
Mitte Tumba des Stifters, Friedrichs des Streitbaren † 1428,
ausgeführt ca. 1430-40; der Tote vollplastisch auf einem <milestone unit='line' n='35'/>
Brokatteppich, das Kurschwert in der Hand, an den Langseiten
24 kleine gravierte Figuren, Klagemänner und Wappenhalter;
Werkstatt nicht nachzuweisen. Ringsum die ehernen
Grabplatten von 9 weiteren Mitgliedern des sächsischen Hauses.
Diese sämtlich aus der <hi rend="italic">Vischer</hi>schen Werkstatt in Nürnberg. <milestone unit='line' n='40'/>
Sigismund von Sachsen, Bischof von Würzburg † 1472, Flachrelief;
1472 lebte noch <hi rend="italic">Hermann V.</hi> und war <hi rend="italic">Peter V.</hi> noch
nicht zwanzig Jahre alt; bei der großen Ähnlichkeit mit der
1496 verfertigten Platte des B. Job. Rot in Breslau wird die
Entstehung später anzusetzen sein. Dagegen könnte das <reg orig='Denk-|mal'>Denkmal</reg>
<pb n='267' id='i276.png'/>
<!-- [P: 267] -->
Kurfürst Friedrich des Guten † 1464, gravierte Platte
(gleich allen folgenden), und die in der Kirche befindliche
Platte des B. Kaspar v. Schönberg † 1463 von <hi rend="italic">Hermann V.</hi>
herrühren. Von <hi rend="italic">Peter</hi> Kurfürst Ernst † 1486 und die in der
Kirche befindliche Gedenktafel für den Domherrn Heinrich <milestone unit='line' n='5'/>
Strecker † 1486. Seinem Sohne <hi rend="italic">Hermann d. J.</hi> werden von
Buchner zugeschrieben: Albrecht der Beherzte † 1500, Amalie
von Bayern † 1502, Sidonie † 1510, Friedrich † 1510; sie gehören
zum Besten, was auf diesem Gebiete in Deutschland
je geleistet worden. Erheblich geringer Friedrich II. und Johann, <milestone unit='line' n='10'/>
ausgeführt um 1540 (von derselben Hand Barbara in
in der Georgenkap.). &mdash; <hi rend="g">Grabplatten im Langhause</hi>:
Bischof Dietrich III. von Schönberg † 1472, im Charakter der
<hi rend="italic">Vischer</hi>schen Werkstatt; Sandsteinplatte des Bischofs Johann V.
von Weißenbach † 1487; Hochreliefplatte (Epitaph) für denselben, <milestone unit='line' n='15'/>
Bronzeguß aus einer sächsisch-thüringischen Werkstatt,
aus der im Naumburger Dom die Platten für Dietrich
von Schönberg und Andreas von Könritz. &mdash; <hi rend="g">Georgenkapelle</hi>:
Triptychon von <hi rend="italic">L. Cranach</hi>. Marmorrelief der
Grablegung, ausgezeichnete Arbeit um 1530. Bronzereliefplatte <milestone unit='line' n='20'/>
Herzog Georgs † 1539, gravierte Platte der Herzogin
Barbara † 1534.
</p>

<p>
<hi rend="g">Kreuzgang</hi>. Sehr klein, im Winkel zwischen dem Chor
und südl. Quersch. Der älteste Teil der nördl. Flügel und
<hi rend="g">Maria-Magdalena-Kap</hi>. vor 1274; die übrigen <milestone unit='line' n='25'/>
Flügel 1491.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Der Hauptbau (seit 1676 »Albrechtsburg« genannt)
erbaut 1471 bis ca. 1485 von <hi rend="italic">Arnold von Westfalen</hi> (<hi rend="italic">Westveling</hi>).
Epochemachend in der Geschichte der deutschen Burgarchitektur,
die hier im Begriff ist, in den Palast überzugehen. <milestone unit='line' n='30'/>
Innere Raumeinteilung nach einheitlichem Plan, in jedem
Stockwerk (Keller und 3 Wohngeschosse) alle Räume in gleicher
Höhenlage. Bezeichnend für den Meister ist die Enthaltsamkeit
im Ornament. Die kunstvoll figurierten Gwbb. haben nur
im 1. Geschoß Rippen, in den folgenden scharfgratige tiefbuchtige <milestone unit='line' n='35'/>
Zellen. Die sehr großen Fenster verzichten auf Maßwerk,
als oberer Abschluß ist der seither in der sächsischen
Schule sehr verbreitete Vorhangbogen eingeführt. Andere
für die Folgezeit wichtige Motive: die Dacherker des letzten
Geschosses und die große in einem Turmgehäuse aus der <milestone unit='line' n='40'/>
Fassade vorspringende Wendeltreppe. Höchst originell die
Konstruktion: die Widerlager nach innen gezogen, so daß sich
tiefe, wie Erker erscheinende Nischen bilden; die Mauerstärken
von unten nach oben zunehmend, offenbar um den Schub
der Gewölbe durch senkrechte Belastung aufzuheben (ein


<pb n='268' id='i277.png'/>

<!-- [P: 268] -->

Gedanke, der im Obergeschoß der Domfassade wiederkehrt).
Die Fassade entbehrt der senkrechten Teilungslinien, dafür
betonen Gurtgesimse die Bedeutung der Stockwerkgliederung.
Also in vielen und wichtigen Punkten Abkehr von der eigentlich
got. Weise. Der Ornamentlosigkeit hält die Wage eine mit <milestone unit='line' n='5'/>
Bewußtsein geübte (im älteren Schloßbau bloß zufällig zustande
kommende) malerische Kontrastierung der Massen. &mdash;
Die an einigen Bauteilen, Wappensaal des NAusbaues und
Ausschmückung des großen Wendelsteins, sich zeigende Einmischung
von Renaissanceformen geht auf <hi rend="italic">Jakob von Schweinfurt</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
ca. 1525-30.
</p>

<p>
<hi rend="bold">S. Afra,</hi> gegr. um 1030 als Pfarr-K., seit 1205 Chorherrenstift,
durchgreifender Umbau seit 1295. Flachgedeckte Basilika
in schlichtesten got. Formen, der 1sch. gerade schließende
Chor in gleicher L. mit dem Msch. des Lhs. Die Sakristei <milestone unit='line' n='15'/>
Überrest eines rom. Baus (etwa E. 12. Jh.). Um 1390-1400
das südl. Ssch. und der Chor erhöht. Konventsgebäude
nach 1600. &mdash; Hölzerne <hi rend="g">Kanzel</hi> 1657. <hi rend="g">Grabsteine</hi>
des 16. und 17. Jh. in der v. Schleinitzschen Grabkapelle.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Franziskaner-K</hi>. (jetzt Stadtmuseum). Erster Bau 1266-72, <milestone unit='line' n='20'/>
zweiter (jetziger) 1447-57. Erhalten das Lhs., eine hohe
kreuzgewölbte 3sch. Hallenkirche, Msch. doppelt so breit wie
die Ssch., abgekantet quadratische Pfll. Der Kreuzgang greift
in das südl. Ssch. ein.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Frauen-K</hi>. Umbau nach Brand 1447, von O nach W fortschreitend. <milestone unit='line' n='25'/>
Hallenkirche mit 1sch. Chor aus 1 Quadrat und
5/8 Schluß; Netzgwb.; in die Ecke zum südl. Ssch. eine Kap.
eingebaut, deren Obergeschoß eine Sängertribüne trägt. Das
Lhs. mit breiterem Msch. durch Emporen verstellt. Mächtiger
WTurm, letztes Geschoß Oktogon mit rundbg. Blendarkaden, <milestone unit='line' n='30'/>
ehemals hohes Spitzdach. Msch. und Chor unter gemeinschaftlichem
Dach, an den Ssch. quergestellte Dächer über jedem
Joch. &mdash; Kirchhofstor gut renss. &mdash; In der Sakristei <hi rend="g">Tafelbild</hi>
1496.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Johannes-K</hi>. und <hi rend="bold">Jakobs-Kap</hi>. unbedeutend und jetzt profaniert. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Martins-K.,</hi> kleiner rom. Bau im Typus der Dorf-K. Das 1sch.
flachgedeckte Gemeindehaus, der desgl. Chor und die 1/2kr.
Apsis folgen sich in staffelförmiger Einziehung. Einfache Tür
an der SSeite in Formen aus A. 13. Jh. Aufgedeckte <hi rend="g">Wandgemälde</hi>
aus 13. Jh. (Totentanz?!) 1900 wieder überstrichen. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Nikolai-K.</hi> War eine rom. Anlage ähnlich der Martins-K., in
got. Zeit umgebaut. Sehr beschädigte <hi rend="g">Wandgemälde</hi>
13. Jh. Interessantes gemaltes <hi rend="g">Triptychon</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">S. Wolfgang,</hi> Begräbniskap. im Meisetal, in der Art <hi rend="italic">Arnolds


<pb n='269' id='i278.png'/>

<!-- [P: 269] -->

von Westfalen</hi>, origineller Gr. mit 2 aus dem 8 Eck gebildeten
Apsiden am rck. Schiff.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> stattlich spgot. seit 1479.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kornhaus</hi> 1520-24 von Meister <hi rend="italic">Jakob von Schweinfurt</hi>. &mdash;
Haus gegenüber dem SEingang des Doms 1526; wohl von <milestone unit='line' n='5'/>
<hi rend="italic">demselben</hi>; letztes Kämpfen der Got. gegen die Renss. &mdash;
Auch in der Stadt einige alte Häuser zu beachten, z. B. das
Hirschhaus mit gutem Renss.Portal.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MELKENDORF.</hi> OFranken BA Kulmbach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Got. Hausteinbau E. 16. Jh. Chor im OTurm. Stukkierte <milestone unit='line' n='10'/>
Flachdecke um 1730. Außen am Eingang zur Sakristei
2 sprom. Säulenkaptt. eingemauert.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MELKERS.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1687. In allen Teilen Fachwerk. Über der Front
niedriger Aufbau als Ersatz des Turmes. Ausstattung aus der <milestone unit='line' n='15'/>
Erbauungszeit.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MELLINGEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
</p><p>
Große <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. 1669. Stattlicher Kanzelbau 1. H. 18. Jh. &mdash;
Hölzernes <hi rend="g">Brunnenhaus</hi> 1667. &mdash; <hi rend="g">Dorflinde</hi> mit
Steintisch. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MELLNAU.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Burgruine,</hi> erbaut um 1250; aus dieser Zeit der hohe Rundturm.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MELLRICHSTADT.</hi> UFranken BAmtsstadt
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Der allein interessante Teil ist der östl.; frgot. mit
rom. Nachklängen. Nach 1250. Ein rck. geschlossener Chor <milestone unit='line' n='25'/>
wird flankiert von 2 mächtigen Türmen (nur der nördl. ausgebaut).
Ihr Erdgeschoß bildet Nebenchöre, die sich sowohl
gegen den Hauptchor als gegen die Ssch. in einer spitzbogigen
Arkade öffnen. Leibung ungegliedert. Kämpfer mit rom. Profil.
Rippenkreuzgwb. mit Laubwerkkonsolen in den Ostecken. <milestone unit='line' n='30'/>
Die zwei Kreuzgwbb., das erste zwischen den beiden Türmen
rck., das andere quadratisch, hatten früher wohl auch Rippengwbb.,
wofür die in der SWEcke des Chores erhaltene Konsole
spricht. Der rom. Kämpfer deutet auf einen ehemaligen
breiten Trennungsgurt hin. Das Äußere zeigt sich als massiger <milestone unit='line' n='35'/>
Quaderbau mit spärlichen Zierformen. Jede der drei freiliegenden
Chorseiten hat 2 hohe Fenster (mit späterem Maßwerk),
in der Mitte und an den Ecken Strebepfll. Giebelabschluß
und Rundseiten mit Spitzbogenfries. Turm zu 6 Geschossen
mit Ecklisenen und Trennung durch einfache Gesimse. <milestone unit='line' n='40'/>
In den obersten 2 Geschossen gekuppelte, rundbogige
Schallöffnungen. Deckung mit welscher Haube. Das Lhs.
ist ein nüchterner Bau der Juliuszeit in 3 flachgedeckten, gleichhohen
Schiffen, nach einem Brande 1712 bar. verändert. &mdash;


<pb n='270' id='i279.png'/>

<!-- [P: 270] -->

<hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi> feine, originelle Arbeit aus A.
15. Jh. &mdash; <hi rend="g">Grabplatte</hi> eines Herrn von der Ker † 1387.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Spital-Kap.</hi> mit mehreren guten spgot. Holzfiguren.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Grossenberg-Kap.,</hi> kleine, einfache rom. Anlage. Spgot. <hi rend="g">Holzfiguren</hi>
und 3 <hi rend="g">Altäre</hi> aus A. 17. Jh., Sandstein. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
Reste der <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MELSUNGEN.</hi> RB Cassel Kreisstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">S. Nikolaus-K</hi>. 1415-25, erneuert 1570. Schlichte Hallenkirche
mit 1sch. polygon geschlossenem Chor. Rom. WTurm. Über
den Sschiffen Walmdächer. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1550-55, noch von wesentlich spgot. Erscheinung. &mdash;
<hi rend="bold">Rathaus,</hi> freistehender Fachwerkbau mit 4 Ecktürmchen. In
der Nähe ansehnliche Holzhäuser des 17. Jh. &mdash; <hi rend="bold">Fuldabrücke</hi>
1569. &mdash; <hi rend="bold">Ringmauern</hi> aus Ma. großenteils erhalten; der Eulenturm,
mit hohem Kegeldach. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MEMLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
</p><p>
<hi rend="bold">Benediktiner-Klst.-K</hi>. gegr. 975; im 18. Jh., in Verfall geraten,
jetzt dürftige Ruine. Flachgedeckte kreuzförmige Basilika.
Die Stilformen weisen auf Erneuerungsbau A. 13. Jh., voraussichtlich
mit Beibehaltung des älteren Grundrisses. Chor und Qsch. <milestone unit='line' n='20'/>
genau nach dem Netze des Würfels, Lhs. 6 Arkaden, 2 WTürme
mit zwischenliegender Vorhalle; lichte Länge 59 m. &mdash; Wohlerhalten
nur die Krypta, bis zur halben Vierung vorspringend.
Grätige Kreuzgwbb. Die 3 Apsiden außen und innen polygonal.
Dieselbe Gestaltung des Bogenfrieses kommt an den <milestone unit='line' n='25'/>
ältesten Teilen des Magdeburger Doms vor. Das Lhs. hat
spitzbg. Arkaden von geringer Höhe; die Pfll. quadratisch mit
2 kräftigen 3/4 Säulen unter den Bgg.; die Kaptt. kelchförmig,
undekoriert; die mächtige Deckplatte mit dem umgekehrten
Profil der attischen Basis. Alle Fenster rundbg. &mdash; Ältere <milestone unit='line' n='30'/>
Ansichten zeigen einen niedrigen Vierungsturm; dagegen fehlen
die im Gr. indizierten WTürme; vielleicht waren sie schon
zerstört, vielleicht auch unausgeführt geblieben. &mdash; Die <hi rend="g">Klausur</hi>
lag ungewöhnlicherweise auf der NSeite. &mdash; Ältere Besucher
sahen an den Pfll. gemalte männliche und weibliche <milestone unit='line' n='35'/>
Gestalten mit Kronen; bei Anfeuchtung noch heute schattenhaft
sichtbar, das begleitende Ornament weist auf 13. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Reste von spgot, Altarplastik und großes Holzrelief
mit Beweinung Christi 1500.
</p>

<p>
Von der ehemaligen <hi rend="bold">Kaiserpfalz</hi> ein Torweg und Mauerreste <milestone unit='line' n='40'/>
von 5 m Stärke.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MENGERSDORF.</hi> OFranken BA Bayreuth.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1521, Veränderungen 1668, 1736.
</p>


<pb n='271' id='i280.png'/>

<!-- [P: 271] -->

<p>
<hi rend='ort'>MENGERSREUTH.</hi> OFranken BA Bayreuth.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Got. OTurm, Lhs. gotisierend E. 16. Jh. Hölzerne
Tonne mit <hi rend='g'>Gemälde</hi> um 1700.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MERGELSHÖCHHEIM.</hi> UFranken BA Würzburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1614 in der posthumen Gotik der Juliuszeit. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MERKERSHAUSEN.</hi> UFranken BA Königshofen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1737. Deckenfresko von <hi rend='italic'>J. P. Herrlein</hi> 1777 (vgl.
Oberaßfeld).</p>
<p>
<hi rend="bold">Pfarrhaus</hi> renss. und rok. An der Straßenseite bmkw. got.
<hi rend='g'>Steinmadonna</hi> von ca. 1350. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MERKWITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Umbau von 1713; die mit Halbkuppel überwölbte
Koncha der alten rom. K. jetzt Sakristei.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MERSEBURG.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dom S. Laurentius und S. Johannes-Bapt</hi>. Die rom. Epoche, <milestone unit='line' n='15'/>
die des Übergangsstils und die spgot. sondern sich scharf
gegeneinander. 1. Der erste Bau, gegr. 1015, gew. schon
1021, war vielleicht nur als Provisorium beabsichtigt. Nach
teilweisem Einsturz 1042 völlige Erneuerung des Chors und
nicht unwahrscheinlich der ganzen K. (1090 Errichtung eines <milestone unit='line' n='20'/>
Vierungsturmes.) Auf das 11. Jh. (wahrscheinlicher also 2. H.
als 1. H.) geht der ganze gegenwärtige Grundriß einer regelmäßigen
Kreuzbasilika zurück; dann noch einzelne Mauerteile:
am Chorquadrat, an den dasselbe flankierenden OTürmen
(die als Treppentürme zu einem Zentralturm zu denken sind), <milestone unit='line' n='25'/>
am Unterbau des Westturms. Rom. Detail nur noch in der
Krypta. Sie hat 3 Schiffe und 4 Joche, Kreuzgwbb. mit scharfen
Gräten ohne Quergurte, die Pfll. mit Kerben auf den Flächen
und feinen Säulchen an den Ecken. &mdash; 2. Formen der Übergangszeit
(dedicatio 1240, reaedificatio 1274). Die Konstruktionen <milestone unit='line' n='30'/>
des Übergangstils zeigen die der Kreuzrippen noch entbehrenden,
jedoch in den Leitlinien spitzbg. Gwbb. im Chor und
Qsch., die unterspitzbg. Fenster der Apsis, die 3sch. Vorhalle;
das Ergebnis dieser Bauepoche war eine Gewölbebasilika von
schwerer und nüchterner Behandlung. Ferner wurde in dieser <milestone unit='line' n='35'/>
Zeit der Priesterchor unter die Vierung vorgerückt und mit
Schranken umgrenzt; die durch Profilreste an den Vierungspfll.
bezeugte WSchranke war niedriger; der an ihrer Stelle
errichtete renss. Lettner jetzt in die Turmhalle versetzt. &mdash;
3. Die spgot. Epoche baute 1504-17 unter Bischof Thilo <milestone unit='line' n='40'/>
v. Trotha das Lhs. zur Hallenkirche um, wobei die Stellung
der Fensterachsen zu der Jocheinteilung unregelmäßig blieb;
Netzgwbb.; außen an den Ssch. eine Folge von Staffelgiebeln
mit Flächenmaßwerk aus Backstein; ferner erhielten das
Qsch. und die Vorhalle schmuckreiche Portale, die als <reg orig='Spe-|cimina'>Specimina</reg>
<pb n='272' id='i281.png'/>
<!-- [P: 272] -->
der obersächsischen Schulrichtung bmkw. sind. &mdash;
Rest, von <hi rend='italic'>Fr. Adler</hi> E. 19.Jh. &mdash; Der wenig ansehnliche <hi rend='g'>Kreuzgang</hi>
spgot. mit älteren Resten. &mdash; <hi rend='g'>Kanzel</hi> 1514 mit Zusätzen
von 1526, die letzteren schon mit RenssElementen. &mdash;
<hi rend='g'>Chorgestühl</hi> von 1446; die Reliefbilder an der Rückwand <milestone unit='line' n='5'/>
von einem sehr unbegabten handwerklichen Künstler,
der sich <hi rend='italic'>Caspar Schockholz</hi> zeichnet. Viel besser der <hi rend='g'>Fünfsitz</hi>
von ca. 1480-90. &mdash; Reste von <hi rend='g'>Schnitzaltären</hi>
zerstreut. &mdash; In der Vorhalle steinernes <hi rend='g'>Taufbecken</hi>
12. Jh.; die vier Paradiesesflüsse, als nackte hockende Männer <milestone unit='line' n='10'/>
dargestellt, tragen das runde tonnenartige Gefäß, daran unter
Bogenstellungen die Reliefs der Propheten, welche auf ihren
Schultern die Apostel tragen (aus der Neumarkt-K. hierher
versetzt, zum Motiv vgl. Byzantinische Elfenbeine und später
das Fürstenportal am Bamberger Dom). &mdash; In der Kap. am <milestone unit='line' n='15'/>
WFlügel des Kreuzgangs großes und gutes Sandsteinrelief
eines <hi rend='g'>h. Georg</hi>, E. 14. Jh. &mdash; Zahlreiche <hi rend='g'>Grabdenkmäler,</hi>
unter denen nur einiges zu nennen. In der Vierung
Gegenkönig <hi rend='g'>Rudolf v. Schwaben</hi> † 1080, Bronzeplatte
auf modernem Stein, wohl aus einer Magdeburger <milestone unit='line' n='20'/>
Gießhütte; flachstes Relief, nur der Kopf stärker hervortretend;
etwas unter Lebensgröße; alle Formen, auch die
Gewandung, sehr starr, doch die Ornamente zierlich und sorgfältig;
die Augen hatten Einlagen von Glasfluß, ebenso das
Stirnkleinod der Krone. Nach den historischen Umständen <milestone unit='line' n='25'/>
muß Ausführung sehr bald nach dem Tode angenommen werden.
Also der älteste datierbare Bildnisgrabstein in Deutschland.
Im nördl. Qsch. Bischof <hi rend='g'>Thilo v. Trotha</hi> † 1514, wahrscheinlich
von <hi rend='italic'>P. Vischer</hi>, eherne Tumba in Kistenform, mit
der Rückseite an die Wand gelehnt, ganz ohne architektonische <milestone unit='line' n='30'/>
Glieder, flachstes Relief. An der OWand das zugehörige
Epitaph in vergoldeter Bronze, der Bischof in Anbetung der
Trinität. An der NWand Epitaph des Bischofs <hi rend='g'>Adolf v.
Anhalt</hi>, im südl. Qsch. große hölzerne Barockepitaphe
ohne sonderlichen Wert. Im nördl. Ssch. Grabstein des Bischofs <milestone unit='line' n='35'/>
<hi rend='g'>Friedrich v. Hoym</hi> † 1382, interessant durch den
erstrebten Porträteindruck, Spuren von Bemalung. &mdash; In der
Vorhalle Grabstein des Bischofs <hi rend='g'>Sigismund v. Lindenau</hi>
† 1544, an einem Pfl. das zugehörige Epitaph, bezeichneter
Bronzeguß von <hi rend='italic'>Hans Vischer</hi> aus Nürnberg. &mdash; Im östl. Kreuzgang <milestone unit='line' n='40'/>
(soll nächstens in die Vorhalle versetzt werden) <hi rend='g'>Rittergrabstein</hi>
um 1260-80, ausgezeichnete, leider sehr beschädigte
Arbeit in der Richtung des Naumburger Meisters
(nach H. Giesau von diesem selbst). &mdash; <hi rend='g'>Gregoriusaltar</hi>
und <hi rend='g'>Marienaltar</hi> um 1515-20, von einem Leipziger Meister
<pb n='273' id='i282.png'/>
<!-- [P: 273] -->
(vgl. Friedersdorf). Im nördl. Qsch. großes allegorisches Gemälde
auf die <hi rend="g">unbefleckte Empfängnis</hi> 1518. Mehrere
ansehnliche Denkmäler aus Renss. und Bar.: v. Bibra † 1584,
Kostitz 1610, v. Wolfersdorf 1628 (in der Vorhalle), Christian
v. Zoch 1728. Von den <hi rend="g">Glocken</hi> wird eine (die »Schnurre«) <milestone unit='line' n='5'/>
dem 12. Jh, zugeschrieben. Die Quarta und Nona 1498.
</p>

<p>
<hi rend="bold">K. und Klst. St. Petri,</hi> gegr. 1091, säkularisiert 1562. Aus der
rom. Bauepoche ein Turm und (1911 durch Grabung festgestellt) 
die Apsis des nördl. Qsch. Sie deuten auf einen ansehnlichen
Bau. &mdash; Teile des Klst., darunter das große Herrenrefektorium, <milestone unit='line' n='10'/> 
1sch., 3 rippenlose, stark steigende Gewölbe im
Stil der Übergangsteile des Doms.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Neumarkts-K. S. Thomas,</hi> ursp. eine Kreuzbasilika mit 3 Apsiden,
flacher Decke und Stützen Wechsel; davon nur der Chor
unverändert; zwei reiche Portale, daran eine Sl. mit Knotenverschlingung, <milestone unit='line' n='15'/> 
A. 13. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">K. des Collegiatstiftes St. Sixti,</hi> erster Bau 1045; E. 15. Jh.
als got. Hallenkirche umgebaut; 1692 noch einmal verändert.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Stadt-K. St. Maximin,</hi> spgot. und modern; die letzten rom.
Reste im 19. Jh. beseitigt. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gottesacker-K.,</hi> 17. Jh.; an der OWand eingemauert ein spitzbg.
<hi rend="g">Portaltympanon</hi> mit ausgezeichnet schönem
Rankenornament im Übergangsstil, verwandt den gleichen
Bauteilen des Magdeburger Doms.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Erbaut von Bischof Thilo von Trotha 1480-89, umgebaut <milestone unit='line' n='25'/>
1605 ff. unter Herzog Georg von Sachsen durch <hi rend="italic">Melchior
Brunner</hi>; die Wirkung ist gleichwohl im ganzen einheitlich. Zumal
der geräumige, annähernd quadratische Hof (die vierte
Seite wird vom Dom eingeschlossen) gehört zu den eindruckvollsten, 
großzügigsten Anlagen dieser Art. Treppentürme, <milestone unit='line' n='30'/>
Erker, Portale und Zwerchhäuser in kräftigen, nicht schwülstigen
Sprenss.Formen sind mit gutem Takt auf die langen
Fronten so verteilt, daß sie die Symmetrie lebendig durchbrechen, 
aber doch nicht ganz aufheben. &mdash; Ausgezeichnetes
<hi rend="g">Brunnenhaus</hi>. &mdash; An den Schloßgarten aus 2. H. 17. Jh. <milestone unit='line' n='35'/>
erinnern vier Obelisken. &mdash; <hi rend="g">Gartensaalbau</hi> 1727.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1475, verändert in der Renss. (vgl. das Wappen).
Marktbrunnen A. 17. Jh.
</p>

<p>
Östl. der Gottesacker-K. die kürzlich ausgegrabenen Fundamente
der <hi rend="bold">Burg</hi> König Heinrichs und seiner Vorfahren, darunter <milestone unit='line' n='40'/>
und daneben eine vorgeschichtliche Anlage.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MERXHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen.
</p><p>
Ehemalige <hi rend="bold">Augustiner-Klst.-K.</hi> gestiftet 1213. Flachgedecktes
Schiff mit got. Polygonalchor. Die Wandgliederung zum Teil
zerstört. Schönes rom. Portal, 4fach abgetreppt, die Kanten


<pb n='274' id='i283.png'/>

<!-- [P: 274] -->

ausgekehlt. Die Klostergebäude modernisiert, bmkw. nur ein
Erker aus 3 Seiten des 6 Ecks, reichgegliederte Fenster mit
Vorhangbgg.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MESCHENBACH.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot., dann öfters verändert. &mdash; Spgot. <hi rend="g">Kanzel</hi>. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MESPELBRUNN.</hi> UFranken BA Aschaffenburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Alter Bau 1419 für Peter Echter; Erweiterung 1493.
Restauration und Vergrößerung 1742 durch die Grafen von
Ingelheim. Wasserburg, berühmt durch die malerisch-poetische
Lage in einem Waldsee des Spessart. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>METZELS.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
Geschnitztes <hi rend="bold">Holzfachwerkhaus,</hi> bez. 1511 auf dem got. Türbalken.
Kleines Museum bäuerlicher Altertümer.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MEUSELBACH.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt LA Königsee.
</p><p>
Kirche, 1743. Die <hi rend="g">Kanzel</hi> und das originelle <hi rend="g">Taufbecken</hi> <milestone unit='line' n='15'/>
aus derselben Zeit.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MEUSELWITZ.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1604, nach Brand 1640 hergestellt. &mdash; <hi rend="bold">Schloß,</hi> 1724 für
Feldmarschall Graf Seckendorff; großes Viereck mit kleinem
Mittelhof; pompöse Wirkung beabsichtigt, abgeschwächt durch <milestone unit='line' n='20'/>
die geringwertigen Surrogatmaterialien.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MICHAELISBERG</hi> s. Klosterveilsdorf.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MICHELAU.</hi> OFranken BA Lichtenfels.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1804-11. &mdash; Holzbauten ähnlich Marktzeum.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MICHELBACH.</hi> RB Cassel Kr. Marburg. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Übergangsstil. 1. H. 13. Jh. Roher 1sch. Gewölbebau
mit schmälerem quadratischem Altarhaus, darüber Turm.
Im Schiff 3 rck. Kreuzgwbb. ohne Rippen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MICHELFELD.</hi> UFranken BA Kitzingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> nachgot. A. 17. Jh., OTurm 14. Jh. Emporen 1622. <milestone unit='line' n='30'/>
&mdash; Guter <hi rend="g">Bildnisgrabstein</hi> 1626.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MICHELSBERG.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Anlage, 1575 überarbeitet. 1sch. mit schmälerem
rck. Chor, kein Turm.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MIEKEL.</hi> K. Sachsen AH Bautzen. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1550, mehrmals erweitert. &mdash; Feiner und vornehmer
Kanzelaltar 1686. <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> der v. Gersdorf,
v. Löben und v. Ponickau.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> erbaut um 1720 von J.A. v. Ponickau; erinnert im
kleinen an Schloß Moritzburg. Kurfürstliche <hi rend="g">Bildnisse</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
des 16. und 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MIHLA.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Lhs. 1711-15, Turm rom. Großes <hi rend="g">Steinrelief</hi>
des 14. Jh. Christus am Kreuz, an einer Sakramentsnische,
gestiftet von Friedrich v. Wangenheim, durch die Empore
<pb n='275' id='i284.png'/>
<!-- [P: 275] -->
zum Teil verdeckt. Geschnitzter <hi rend="g">Flügelaltar</hi> E. 15. Jh.,
eines der größten Altarwerke Thüringens. Recht gute Schnitzereien
auf Goldgrund. Im Mittelfeld die Kreuzigung und 4 Reliefs.
Die 2 Flügel, jeder mit 4 Reliefs, sind jetzt getrennt aufgestellt.
<hi rend="g">Grabstein</hi> mit Bildnisfigur des Christoph v. Herstall <milestone unit='line' n='5'/>
in reicher Rüstung, um 1660. Großes <hi rend="g">Kruzifix</hi>,
aus Holz geschnitzt, in der Art des Meisters der Erfurter Grablegung.
Große <hi rend="g">Truhe</hi> mit sehr reichen spgot. Beschlägen
aus Schmiedeeisen, Silber und Email, mit dem Wappen der
Familie v. Herstall. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
Das <hi rend="bold">Graue Schloß</hi> bez. 1536 und 1562. Hohe Giebel, 8eckiger
Treppenturm an der Hauptfront mit Blockstufen aus Holz.
Das recht gut gemeißelte Wappen der Familie v. Herstall,
aus M. 15. Jh., ist später in der Gartenmauer angebracht.
Monumentale Stallgebäude aus Quadern 1735. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
Das <hi rend="bold">Rote Schloß</hi>. Sehr reiches Portal mit der Zahl 1581. Das
Erdgeschoß aus Stein mit schönen renss. Fenstern. Darüber
3 Geschosse aus z. T. reich geschnitztem Holzfachwerk. Im
Innern 3 sehr große Dielen übereinander. In der unteren
Diele reiche Stuckverzierungen von 1631. In der oberen Diele <milestone unit='line' n='20'/>
die alte geschnitzte Holzdecke und gute Schränke des 17. Jh.
Einer der besten Holzbauten Thüringens.
</p>

<p>
Geschnitztes <hi rend="bold">Holzfachwerkhaus</hi> mit guten Schnitzereien no 30.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MILDENFURT.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
</p><p>
Ehemalige <hi rend="bold">Prämonstratenser-Klst.-K.</hi> gegr. 1193, Hauptbauzeit <milestone unit='line' n='25'/>
um 1225-50. Nächst dem Dom von Naumburg der
bedeutendste sprom. Bau in Ostthüringen. Freilich nur als
Fragment, eingebaut in ein Schloß des 16. Jh., erhalten. Von
der Anlage ist folgendes Bild zu gewinnen: Qsch. und Chor
zeigen den regelmäßigen Gr. des lateinischen Kreuzes; Hauptchor <milestone unit='line' n='30'/>
und Nebenchöre (kürzer) schließen mit 1/2kr. Apsiden;
sodann noch Altarnischen in der Mauerdicke der Kreuzflügel.
Das Lhs. im gebundenen System gewölbt; 4 Doppeljoche;
die Hauptpfll. als Gruppen von 8 Halbsll. um einen ungleichseitig
8eckigen Kern; die Zwischenpfll. gegen das Msch. glatt. <milestone unit='line' n='35'/>
Im W. Doppelturm. Ganze L. 73 m. Von den <hi rend="g">Klostergebäuden</hi>
haben sich das Refektorium, der Kapitelsaal
und der SFlügel des Kreuzganges, entstellt, im jetzigen Brauhaus
erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MILTENBERG.</hi> UFranken BAmtsstadt. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
Altertümliches Stadtbild von großem Reiz. Hauptschmuck
die zahlreichen Fachwerkhäuser, meist 16. Jh., so das <hi rend="bold">Gasthaus
zum Riesen</hi> 1590.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Eine ma. flachgedeckte Basilika im 18. und 19. Jh.


<pb n='276' id='i285.png'/>

<!-- [P: 276] -->

vollständig umgebaut und erweitert. Außen ansehnlicher
Quaderbau mit 2 OTürmen. &mdash; <hi rend="bold">Franziskaner-K.</hi> barock.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Got. Steinbau, sehr verunstaltet; er hatte vorgekragte
Ecktürmchen und wohl auch einen Zinnenkranz.
&mdash; Am Wochenmarkt hübsches Rok.-Wohnhaus von dem <milestone unit='line' n='5'/>
mit <hi rend="italic">Ritter</hi> in Mainz in Verbindung stehenden Lokalmeister
<hi rend="italic">J. M. Schmidt</hi>.
</p>

<p>
Schöner Renss. <hi rend="bold">Laufbrunnen</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Burg.</hi> Schon im 10. Jh. genannt. Turm aus Buckelquadern,
gut erhaltener Wehrgang. Wohnhaus 15.-16. Jh., rest. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MILTITZ.</hi> K Sachsen AH Meißen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1738, einfacher Saalbau mit Emporen. &mdash; Hübscher
<hi rend="g">Altaraufsatz</hi> mit Sandsteinreliefs und Statuetten der
Stifter 1622.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Die Anlage geht auf 13. Jh. zurück, die Erscheinung <milestone unit='line' n='15'/>
auf Umbau 1663.
</p>

<p>
MILZ b. Römhild. Sachs.-Meining. Kr. Hildburghausen.
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von Mauer und Graben umgeben. Auch sonst als
Ganzes bmkw. &mdash; Viel <hi rend="g">Fachwerkhäuser</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MISTELBACH.</hi> OFranken BA Bayreuth. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor im OTurm, Lhs. 1689 (?), hölzerne Tonne mit
bmkw. Malerei. Grabsteine 16. und 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MISTELFELD.</hi> OFranken BA Lichtenfels.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 14. Jh. Eine der interessantesten K. im Bezirk.
Flachgedecktes Lhs. mit eingezogenem quadratischem Chor, <milestone unit='line' n='25'/>
darüber Turm. An der 5achsigen Langseite in der Mitte Tür
und kleine Fensterrose, zu beiden Seiten zwei Maßwerkfenster.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MITTELDORF.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um M. 13. Jh. Rck. mit 2 unterspitzen grätigen
Kreuzgwbb., etwas schmälerer quadratischer Chor und 1/2kr. <milestone unit='line' n='30'/>
Apsis. Der WTurm jünger.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MITTELSTREU.</hi> UFranken BA Mellrichstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor und Lhs. 1716. Turm frgot. mit gotisierenden
Holzfiguren um 1600.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Karner</hi> mit Fragmenten von Steinplastik der Renss. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MITTWEIDA.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> Erneuert nach Brand 1454 durch Meister <hi rend="italic">Arnold
v. Westfalen</hi> bis 1476. Der 5/12 geschlossene Chor sehr weit;
er entspricht zweien Schiffen des als 3sch. Halle angelegten
Lhs. in der Weise, daß seine Achse auf die südl. Pfeilerreihe <milestone unit='line' n='40'/>
fällt; das nördl. Schiff durch Empore geteilt; diese Unregelmäßigkeiten
von eigentümlich malerischem Reiz; die nördl.
Pfeilerreihe vom Bau des fr. 14. Jh. Das Äußere trocken
elegant, der Kunigunden-K. in Rochlitz nahe. Der einfache
WTurm 1516. &mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi> mit reicher Holzschnitzerei 1661


<pb n='277' id='i286.png'/>

<!-- [P: 277] -->
von <hi rend="italic">Valentin Otto</hi> und <hi rend="italic">Joh. Richter</hi>, beide aus Meißen. <hi rend="g">Sandsteinkanzel</hi>,
von Mosesstatue getragen, an den Brüstungen
der Treppe und Bühne die 12 kleinen und 4 großen Propheten;
gefertigt 1667 von <hi rend="italic">Cl. K. Buchau</hi> in Dresden.
</p>

<p>
An einigen Wohnhäusern hübsche <sic>Fr.Renss</sic> Türen. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MITTWITZ.</hi> OFranken BA Kronach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> nach 1525.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MOGGENBRUNN.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> 16. Jh. mit rck. vortretendem Treppenturm. Ursp.
Wasserburg. Der Graben noch erkennbar. Stattliches Portal <milestone unit='line' n='10'/>
mit Pfll., Sll., Türklopfer aus 16. und 17. Jh. Das Innere im
17., 18. und 19. Jh. umgestaltet.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MOHORN.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Stattlicher Chor 1496, Schiff charakterlos. &mdash;
<hi rend="g">Schnitzwerke</hi>: Pietas, Madonna, sehr bmkw. Arbeiten <milestone unit='line' n='15'/>
A. 15. Jh. Großer <hi rend="g">Altarbau</hi> 1604 von ernster, monumentaler
Haltung, in der Mitte großes Abendmahlsrelief.
Treffliche <hi rend="g">Bildnisreliefs</hi> 1686, 1711.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MÖHRA.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Saalbau von 1705 mit spgot. Chor. Tonnengwb. aus Holz. <milestone unit='line' n='20'/>
Emporen. Anziehendes Gesamtbild des Inneren. &mdash; Zahlreiche
<hi rend="g">Fachwerkhäuser</hi> 17. und 18. Jh., im Schmuck bescheiden,
die Gr. z. T. niederdeutsch. Nr. 75 »M. Luthers Stammhaus«.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MÖLBIS.</hi> K. Sachsen AH Borna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich 1688. <hi rend="g">Glocke</hi> 14. Jh. <hi rend="g">Bosesche <milestone unit='line' n='25'/>
Grabmäler</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Herrenhaus</hi> (v. Bose) 1714, einfach vornehm.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MOLSCHLEBEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. &mdash; Doppelflügeliges <hi rend="g">Altarwerk</hi> 1518; im
Schrein ungewöhnlicherweise eine einzige Relieftafel mit <milestone unit='line' n='30'/>
6 Szenen aus der Legende des h. Jakobus d. Ä. auf gemeinschaftlichem
landschaftlichem Hintergrund. &mdash; Schönes Fragment
eines zweiten <hi rend="g">Schnitzaltars</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MOLSDORF.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1734 für Graf Gotter. Bar. im Übergang zum Rok. <milestone unit='line' n='35'/>
Luxuriöse Innenausstattung. Großer Park.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MÖMBRIS.</hi> UFranken BA Alzenau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Grabsteine 1548, 1562.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MÖNCHRÖDEN.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Klst</hi>. gegr. 1149. Erhalten haben sich, in <milestone unit='line' n='40'/>
landwirtschaftlicher Benutzung, einige spgot. Klst.Gebäude.
Das Refektorium (Kornhaus) und das Abthaus (Pächterwohnung)
zeigen Reste schmuckreicher Behandlung in der Weise des
fr. 16. Jh. &mdash; An der <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. Unterbau einer rom. Apsis;
sonst oft veränderter Gemengbau. An der südl. <reg
orig='Außen-|wand'>Außenwand</reg>
<pb n='278' id='i287.png'/>
<!-- [P: 278] -->
3 <hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi> von Äbten 1367, <sic>14..</sic>,
1474.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MORITZBURG.</hi> K. Sachsen AH Dresden N.
</p><p>
<hi rend="bold">Jagdschloß.</hi> 1542-46 von <hi rend="italic">Hans Dehn-Rotfelser</hi> für Kurfürst
Moritz; kleinere Veränderungen 1593-1660; Kap. 1672 von <milestone unit='line' n='5'/>
<hi rend="italic">W. C. v. Klengel</hi>; 1722-30 Umbau und Erweiterung durch
<hi rend="italic">Pöppelmann</hi>. &mdash; Die Anlage des 16. Jh. hatte eine hohe Ringmauer
im Quadrat (genauer 58 : 56,5 m) und mit starken
runden Ecktürmen, welche welsche Hauben trugen. In dem
dadurch gebildeten weiten Hof stand das Schloß, ein einfach behandelter <milestone unit='line' n='10'/>
rck. Bau (15 : 30 m); erst <hi rend="italic">Buchner</hi> schmückte ihn
1593 mit den auf älteren Abbildungen sichtbaren Volutengiebeln.
<hi rend="italic">Pöppelmann</hi> legte die Hofmauer nieder, vergrößerte
das Mittelschloß um ein Bedeutendes in Höhe und Breite,
verband es durch Flügel mit den Ecktürmen, umgab das <milestone unit='line' n='15'/>
Ganze mit Terrassen, Rampen und Brücken. Die innere
Einteilung steht unter dem Zwang des Umbaus. Die Außenwände
sollten Lisenengliederung erhalten; sie wurde durch
(längst erloschene) Ausführung in Malerei ersetzt; jetzt besteht
der noch immer bedeutende Reiz des Baus allein in der Massengruppierung <milestone unit='line' n='20'/>
und der Lage inmitten eines (auch erst von
<hi rend="italic">Pöppelmann</hi> erweiterten) Waldsees. Im Innern fällt der ungeheure
Reichtum an Ledertapeten ins Auge. Bmkw. die
Dekoration der Kap.; das Deckengemälde von <hi rend="italic">Joh. Fink</hi>,
die porzellanene Altarplastik von <hi rend="italic">J. J. Kändler</hi>. Der Schmuck <milestone unit='line' n='25'/>
der Terrassenbalustrade (44 Vasen, 44 Putten, 4 größere
Statuen von Piqueuren) zeigt mehrere frisch empfundene
Stücke. Der Jäger an der SWEcke aus älterer Zeit, wahrscheinlich
1602 von <hi rend="italic">Christoph Walther</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Fasanerieschloß</hi> 1769-1782. Voller Gegensatz gegen das <milestone unit='line' n='30'/>
Hauptschloß. Dort schweres, derbes Bar. vor Eintritt des
französischen Geschmacks; hier die andere Grenze des Rok.
schon überschritten, gesuchte Einfachheit in spielend antikisierenden
Formen, daneben chinesische und indianische
Anklänge, als Symbole der Natürlichkeit, die Räume winzig <milestone unit='line' n='35'/>
für intimste Zurückgezogenheit eines Liebesidylls.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MÖRSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. rom. Gwb.Bau von 2 Jochen mit rippenlosen,
sehr hochbusigen Kreuzgwbb.; schmälerer rck. Chor; turmlos.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MOTZLAR.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 16. Jh., umgebaut 1733. &mdash; Ausstattung gleichzeitig.
Am <hi rend="g">Hochaltar</hi> 2 auffallend gute Holzstatuen. <hi rend="g">Kruzifix</hi>, 
<hi rend="g">Pietas</hi> und <hi rend="g">Altarreste</hi> spgot.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MÜCHELN.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.
</p><p>
Kleine frgot. <hi rend="bold">Templer-(?)K.</hi> Sorgfältige Ausführung in <reg orig='Sand-|stein'>Sandstein</reg><pb n='279' id='i288.png'/><!-- [P: 279] -->.
1sch. mit 2 quadratischen Jochen, 5/8 Schluß, im W
Empore. Die Rippen auf geschmückten Konsolen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MÜCHELN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Gemengbau aus mehreren got. Perioden. Inneneinrichtung
1. H. 18. Jh. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1571, ansehnlich renss. Treppenturm, Erker, Portale
in malerischer Gruppierung.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MÜCKENBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1737 für Margarethe v. Löwendahl geb. Rantzau.
Hufeisenanlage in anspruchloser Behandlung. Von dem einst <milestone unit='line' n='10'/>
reich dekorierten Inneren nur das Treppenhaus erhalten.
Der Hauptsaal klassizistisch. Abgesonderte Schloßkap. 1746,
auf dem Altar große Kreuzigungsgruppe in Meißener Porzellan.
Vom Park wenig erhalten, großes Gittertor um 1800 mit
Motiven vom Brandenburger Tor in Berlin. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MÜCKERN.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chorturm mit bmkw. sprom. Einzelheiten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MÜDESHEIM.</hi> UFranken BA Karlstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Turm aus der Juliuszeit, Chor und Lhs 1748. Großes
Deckengemälde und Altarausstattung aus derselben <milestone unit='line' n='20'/>
Zeit.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wallfahrts-Kap</hi>. <hi rend="g">Holzfiguren</hi> in der Richtung <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MÜGELN.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Einheitlicher Bau aus A. 16. Jh. (Gewölbeschlußstein <milestone unit='line' n='25'/>
bez. 1521). Hallenkirche von 3 Schiffen und 3 Jochen, in das
4. Joch der Turm eingebaut (vollendet 1710). Die Ssch. sehr
schmal, Sterngwb. auf 8eck. Pfll. mit konkaven Flächen;
Fenster 3teilig mit äußerst nüchternem Maßwerk; Chor 1 Joch
und 5/8 Schluß. &mdash; <hi rend="g">Sakramentsnische</hi> mit Halbfiguren <milestone unit='line' n='30'/>
von Propheten und Engeln. Überlebensgroßes Kruzifix.
[<hi rend="g">Flügelaltar</hi> von <hi rend="italic">M. Krodel</hi> 1582 im Dresdener Altertumsmuseum.] 
Vor der südl. Vorhalle großes prachtvolles
Gitter bez. 1648. &mdash; <hi rend="g">Grabmal</hi> des Melchior v. Saalhausen
† 1504, höchst lebendig behandelte Standfigur in fast voller <milestone unit='line' n='35'/>
Rundung; recht tüchtig auch die des Joh. von Haugwitz
† 1591 und des Diakonus Stein † 1612; Bar.Epitaphe in verschiedenfarbigem
Marmor für Sophie und Georg Dietrich
v. Wolframsdorf 1691, 1694.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß Ruhetal</hi>. Genannt 1218. Von ma. Bauteilen nichts <milestone unit='line' n='40'/>
nachweisbar. Was vorhanden, ist sprenss. und 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Späteste Gotik ca. 1550, durch »stilvolle« Rest.
entwertet.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MÜGLENZ.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, einheitlicher Bau von 1766, bmkw. durch die <reg orig='ver-|ständnisvolle'>verständnisvolle</reg>
<pb n='280' id='i289.png'/>
<!-- [P: 280] -->
Durchführung eines got. Netzgwb., für jene
Zeit etwas Unerhörtes.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MÜHLBECK.</hi> Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von einfach rom. Anlage. Rasenstein. <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi>
und doppelflügeliger <hi rend="g">Altarschrein</hi> <milestone unit='line' n='5'/>
spgot.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MÜHLBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
</p><p>
Ehemaliges <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst. Güldenstern</hi>. Ein südl.
Ausläufer der märkischen Backsteinbaukunst. Gründung 1227,
die maßgebenden Baudaten nicht bekannt. Etwa zwischen <milestone unit='line' n='10'/>
1250-80 Umbau des Chors und Qsch., zwischen 1330-50
Umbau des Lhs. (rom. Mauerteile im Qsch. erhalten, besonders
der kleeblattförmige Unterbau der nördl. Apsis). Das Ergebnis
1sch. Kreuzanlage mit stark ausladendem Qsch. und gestrecktem
Chor. Ganze Länge 60 m, Breite des Lhs. 8,5 m, <milestone unit='line' n='15'/>
das Qsch. 9 m. Hauptapsis 5/10, von den Qsch.Apsiden die im
N unten kleeblattförmig (mit got. vergrößerten Fenstern),
oben 1/2kr., die jüngere im S einheitlich frgot., im Gr. 5/8. Die
Gwbb. sämtlich nach einem der mehreren Brände des 14.
oder 15. Jh. erneuert. Der Chor unterhalb der Fenster gepaarte <milestone unit='line' n='20'/>
Blendnischen, die Kaptt. der Säulchen erneuert (frgot.
Knospen). Das Lhs. hat mehrere Veränderungen durchgemacht,
besonders auch in der letzten Rest.; wie weit ursp. die Nonnenempore
reichte, ist nicht auszumachen. &mdash; Das Äußere in
guten Backsteinformen; in den OTeilen die Fenster in Blendnischen <milestone unit='line' n='25'/>
eingeschoben; gekreuzter Bg.Fries. In mancher Hinsicht
rätselhaft das rom. Portal der SSeite. Die WFassade
15. Jh.; fensterlos; die Gliederung nur durch Blendnischen
(in 2 Geschossen) bewirkt; am Giebel wiederum Blenden und
auf den Abtreppungen Fialen. Im Gesamteindruck verbinden <milestone unit='line' n='30'/>
sich Strenge und Eleganz in reizvollster Weise. Der Dachreiter
auf der Vierung ist neu (der alte beim Brande 1539
eingestürzt). &mdash; Eingreifende Wiederherstellung 1901-06. &mdash;
Die <hi rend="g">Ausstattung</hi> der klösterlichen Zeit abgegangen. Einfacher
Altar von 1566, der Nachdruck liegt auf den Gemälden, <milestone unit='line' n='35'/>
bez. H. G. B. (<hi rend="italic">Heinrich Godechen</hi>), Kanzel 1621. Lange Reihe
von Grabdenkmälern (1350-1750), im ganzen 40 an der Zahl.
Bis E. 15. Jh. nur wenige plastisch und dann sehr minderwertig,
die meisten in geritztem Umriß. Von denen des 16.
bis 18. Jh. einige leidlich gut. &mdash; <hi rend="g">Klausurgebäude</hi>. <milestone unit='line' n='40'/>
Gelegen auf der NSeite. Der Kapitelsaal (O) abgebrochen,
das Refektorium (N) jetzt Kuhstall, das Äbtissinnenhaus (W)
1717 als Herrenhaus adaptiert, Zellengwbb. im Erdgeschoß
deuten auf einen ziemlich aufwändigen Umbau um 1500;
demselben gehört auch der mit einem Maßwerkmuster (Netz


<pb n='281' id='i290.png'/>

<!-- [P: 281] -->

aus sich schneidenden Kreisen) übersponnene Giebel. Von
dem Winkel zwischen dieser Giebelwand und der Kirchenfront
führt eine Mauer mit Laufgang auf die ca. 100 m abseits
gelegene Propstei; der Hauptflügel (um 1530) unten
schlicht, das Giebeldreieck nach demselben Prinzip wie an der <milestone unit='line' n='5'/>
Abtei, aber in einem anderen Muster, einem Flechtwerk aus
Spitzbgg., überzogen. Die Anbauten in schlichter Fr.Renss.
nach 1554.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Neustädter-K</hi>. Schlichter 1sch. Bau nach 1487, mehrfach verändert.
&mdash; Guter spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> um 1525, später in <milestone unit='line' n='10'/>
Renss.-Rahmen gebracht. Mehrere <hi rend="g">Grabsteine</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Friedhof</hi> 1566 angelegt, Kap. 1590, bmkw. <hi rend="g">Altargemälde</hi> 
1614.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Aus einer bedeutenden Wasserburg des Ma. (abgebrannt
1535) nach 154S als kurfürstliches Verwaltungsgebäude <milestone unit='line' n='15'/>
einfachst erneuert. In der Kap. neugot. Altar mit
guten <hi rend="g">Figuren</hi> des 15. Jh. (in Erfurt angekauft).
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Nach dem Stadtbrande 1535 erneuert. Der mit
Maßwerk ähnlich der Abtei dekorierte OGiebel dürfte sich
aus A. 16. Jh. erhalten haben, nur der WGiebel dem Jahre <milestone unit='line' n='20'/>
1543 angehören. Inneres modernisiert. (Sammlung des Geschichtsvereins)
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MÜHLFELD.</hi> UFranken BA Mellrichstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm frgot. Lhs. 1593. &mdash; <hi rend="g">Grabsteine</hi> 1481,
1611, 1704. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MÜHLHAUSEN.</hi> OFranken BA Höchstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Turm 1464, Chor 1473, Lhs. 1721. &mdash; Schöne <hi rend="g">Bildhauerarbeiten</hi>
des 16. Jh. vom ehem. Hochaltar, <hi rend="g">Bilder</hi>
aus der Schule <hi rend="italic">Wolgemuts</hi>(?), <hi rend="g">Grabmal</hi> von <hi rend="italic">Hans Werner</hi>
1613. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MÜHLHAUSEN.</hi> UFranken BA Würzburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1723. Deckenstuckatur und Ausstattung aus derselben
Zeit.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MÜHLHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
</p><p>
Von den 11 K., die Mühlhausen im Ma. besaß, sind jetzt 5 <milestone unit='line' n='35'/>
im kirchlichen Gebrauch.
</p>

<p>
<hi rend="bold">S. Blasien</hi>. Pfarr-K. der Altstadt. 1227 in Besitz des deutschen
Ordens gelangt. Ältere Baugeschichte unbekannt. Der
vorauszusetzenden rom. Basilika könnte der WBau bis zu
dem in Höhe von 14,5 m liegenden Rundbogenfries entstammen. <milestone unit='line' n='40'/>
Von dieser Linie ab entwickeln sich zwei Türme. Von reicher
und stattlicher Erscheinung, beide 8seitig, unter sich in Umriß
und Abmessungen gleich, in der Unterteilung und den
Einzelheiten verschieden. Der nordwestl. ähnelt in Komposition
und Einzelheiten durchaus dem südwestl. der Liebfrauen-K. in


<pb n='282' id='i291.png'/>

<!-- [P: 282] -->

Arnstadt; offenbar dieselbe Werkstatt. Er hat 3 Geschosse
von je 4,5 m Höhe, sein Partner nur 2 von je 6,7 m Höhe.
Am nördl. Turm springen die Geschosse um ein weniges zurück.
am südl. Turm stehen sie lotrecht übereinander. Beiden gemeinsam
ist die Verstärkung der Ecken durch Bündel von <milestone unit='line' n='5'/>
je 3 Runddiensten, die sich mit den kräftigen Gesimsen verkröpfen
und in jedem Geschoß auf halber Höhe mittels Ringsteinen
in die Wand eingebunden sind. Während die Außenarchitektur
des WTurms sich in sprom., und zwar sehr reichen
Formen hält, die zu einem Baubeginn bald nach 1227 passen, <milestone unit='line' n='10'/>
ist die aus der Vorhalle zur Turmtreppe führende Tür frgot.
im Charakter von Maulbronn und Walkenried. Am STurm
(vollendet ca. 1260) nimmt auch die Außenarchitektur frgot.
Schmuckformen auf (mit speziellen Anklängen an Laon), wie
auch die lotrechten Linien gegenüber den wagrechten stärker <milestone unit='line' n='15'/>
betont sind, worauf schon die veränderte Stockwerkteilung
hinzielte. Im sp. 14. Jh. wurde der Fassadenzwischenbau erneuert, 
unten ein tiefes Portal, der Oberbau dürftig, mit
quergestelltem Satteldach geschlossen. Ferner erhielten die
Ecken starke kreuzförmige Strebepfll. und noch später in der <milestone unit='line' n='20'/>
Mitte eine formlose Strebemauer. &mdash; Um 1260 die Erneuerung
der K. mit dem Chor und Qsch. begonnen. Übergangsformen
mit Anklängen an Walkenried. Die ursp. Absicht eines basilikalen
Aufbaus bald verlassen. &mdash; Das Lhs. ist Hallenkirche
von 5 Jochen, im Msch. doppelt so breit wie die Ssch. Pfll. rund <milestone unit='line' n='25'/>
mit 4 alten und 4 jungen Diensten; die Deckplatten rund,
unter ihnen als Kapt. ein ringsumlaufender Blätterkranz; die
Scheidbgg, stark gestelzt. Die hohen weiten Fenster 3teilig,
Maßwerk aus Vier&mdash; und Dreipässen. &mdash; Am Äußern haben
besonders die Stirnseiten des Qsch. reiche Ausbildung empfangen; <milestone unit='line' n='30'/>
im S ein in 4 Rücksprüngen gegliedertes, ornamentarmes
Portal, von einem oben abgestutzten Giebel überstiegen;
darüber Rosenfenster, dessen Maßwerk aus einfachen Kreisen.
An den Ecken diagonal gestellte Strebepfll. mit Fialenkrönung.
Die Mauer sonst ungegliedert, nur der Giebel mit Stabwerk <milestone unit='line' n='35'/>
besetzt; an den Schenkeln abgeschwungene Kantblumen.
An der nördl. Front fortgeschrittenere Formen; der Wimperg
des Portals im Lichten ausgearbeitet, die Rose bedeutend
größer und aus 14 radianten Blättern gebildet; vor dem Giebeldreieck
freistehendes Pfostenwerk. Weiter stehen kleinere <milestone unit='line' n='40'/>
Giebel über jedem Joch des Lhs. (quergestellten Sschiffsdächern
entsprechend) und umziehen sogar den Chor, abwechselnd
mit den Fialen der Strebepfll., woraus eine doch wieder etwas
monotone Lebhaftigkeit entsteht. Beeinträchtigt werden die
Proportionen durch die mehr als 1 m hohe Aufschüttung


<pb n='283' id='i292.png'/>

<!-- [P: 283] -->

des ehemals als Begräbnisplatz benutzten Geländes. &mdash; Großer
<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> E. 15. Jh. &mdash; Steinerner <hi rend="g">Levitensitz</hi>
A. 14. Jh. &mdash; Steinerne <hi rend="g">Kanzel</hi> E. 15. Jh. &mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi>
1596. &mdash; <hi rend="g">Epitaph</hi> des Hermann von Heylingen † 1422,
der Gekreuzigte mit Maria und Johannes, am Fuß der betende <milestone unit='line' n='5'/>
Stifter. &mdash; An Stelle des ehemaligen Lettners eisernes <hi rend="g">Gitter</hi>
von 1707. &mdash; Unter den <hi rend="g">Altargeräten</hi> der Sakristei
mehreres bmkw.
</p>

<p>
<hi rend="bold">S. Marien.</hi> Pfarr-K. der Neustadt. Reste einer vor 1200 begonnenen
Basilika im 2türmigen WBau. Nur der nördl. Turm <milestone unit='line' n='10'/>
unverstümmelt, im Typus von S. Blasien. Spgot. Zwischenbau
mit bar. Oberbau, so daß die Fassade (vor Zerstörung des
südl. Turmes) schließlich dreitürmig war. &mdash; Im übrigen ist die
K. völlig Neubau des 14. Jh. Genauere Baudaten fehlen. Der
einheitliche Charakter des Innern läßt auf eine nicht zu lange <milestone unit='line' n='15'/>
Bauzeit schließen. Der Chor 1328 vollendet. &mdash; Hallenkirche
mit einer für dieses System ungewöhnlich reichen Grundrißgliederung.
Das Lhs. ist bei 5 Schiffen und 5 Jochen etwas
breiter als lang (26,3 : 28,4; der Breitenüberschuß fällt auf
das Msch.). Es folgt ein Qsch., das über die Fluchtlinie der <milestone unit='line' n='20'/>
Ssch. nicht vorspringt, also nur durch seine größere Breite
von den übrigen Jochen sich unterscheidet. Im O setzen sich
die inneren Ssch. als Nebenchöre (1 quadratisches Joch und
Schluß aus 8 Eck), das Msch. als Hauptchor (3 rck. Joche und
8 Eck-Schluß) fort. Die tief ausgekehlten Pfll. von individueller <milestone unit='line' n='25'/>
Bildung. Statt der Schlußsteine dienen mehrfach
tief herabhängende, mit Blättern besetzte Stengel. &mdash; Dem
Äußeren mangelt, wie allen Hallenkirchen, die klare Bewegung
der Massen; dafür ist Ersatz in besonders reichem
Schmuck gesucht. Über jeder Fensterachse ein in Maßwerk <milestone unit='line' n='30'/>
aufgelöster Giebel; das Motiv trat zuerst an der Liebfrauen-K.
in Arnstadt auf; dort mit Beschränkung auf den Hauptchor;
hier in der regelmäßigen Wiederholung wird es monoton,
vollends durch die Fortsetzung am Lhs. (im einzelnen einfacher,
als Staffelgiebel ohne Maßwerk). Dieselbe, aus der <milestone unit='line' n='35'/>
Profanarchitektur entlehnte Form des Staffelgiebels an den
Qsch. Fronten. Das Portal des südl. Qsch. fungiert als Hauptportal; 
darüber, zwischen die Eckstreben eingespannt, ein
Altan.
</p>

<p>
<hi rend="g">Ausstattung</hi>. Hauptaltar mit spgot. <hi rend="g">Flügelschrein</hi>, <milestone unit='line' n='40'/>
in der Mitte Marienkrönung, auf den Flügeln je 6 Heilige in
2 Ordnungen, gemalte Außenflügel, Predella jünger. Dahinter
<hi rend="g">S. Nikolausaltar</hi> (versetzt). Im nördl. Ssch. 2 gemalte
<hi rend="g">Triptycha</hi>. Steinerner <hi rend="g">Levitensitz</hi> M. 14. Jh.
<hi rend="g">Ratsstuhl</hi> 1604. In den Chorfenstern beschädigte <hi rend="g"><reg orig='Glas-|gemälde'>Glasgemälde</reg></hi>
<pb n='284' id='i292a.png'/>
<!-- [P:284] -->
aus 14. Jh. <hi rend="g">Skulpturen</hi>: Der Schmuck des
Hauptportals in den Münzerischen Unruhen zerstört: An der
Brüstung des Altans 4 Statuen, sich herabbeugend, nach der
örtlichen Überlieferung der Kaiser und die Kaiserin mit
Gefolge, die alljährlich in effigie die Huldigung des Rats entgegengenommen <milestone unit='line' n='5'/>
hätten. Zwischen den Fensterbgg. in 4 gesonderten
Figuren die Anbetung der h. drei Könige. An der
Spitze des Giebels Jüngstes Gericht in verkürzter Darstellung.
&mdash; Am Teilungspfosten des nördl. SPortals eine Heilige mit
Kirchenmodell.    <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">S. Jacobi</hi>. Ehemals got. Hallenkirche. Nach Brand 1592 ohne
Gwbb. wiederhergestellt. Die jetzigen Holzdecken 1732.
Von Interesse jetzt nur das mit ziemlichem Aufwand durchgebildete
Äußere. Die WFassade über ungegliedertem Unterbau
2 Türme, der nördl. quadratisch, der südl. 8eckig, gleichzeitig    <milestone unit='line' n='15'/>
die beschieferten Helme, welche von 4 Erkertürmchen
begleitet sind, die ihren Platz ungewöhnlicherweise an den
geraden Seiten des 8Ecks haben. Die in der Mitte einer jeden
Langseite angeordneten Türen sind mit den Fenstern zusammenkomponiert,
letztere mit reichem Maßwerk des 14. Jh.          <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">S. Kiliani</hi>. Unbedeutender Bau des 14. Jh.
</p>
<p>
<hi rend="bold">Allerheiligen</hi>. 2. H. 14. Jh. Ursp. einfach rck., sp. nördl.
1 Schiff unter Schleppdach hinzugefügt. Unverhältnismäßig
hoher WTurm, unten schlank quadratisch, oben 2 8eckige Geschosse
und welsche Haube.     <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kloster-K</hi>. der Büßerinnen der h. Magdalena ord. S. Augustini.
Jetzt Turnhalle.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Barfüßer-K.</hi> Ankunft der Franziskaner 1225, Baubeginn
1232. 1sch. Rck. von 54 m L. und 11,5 m Br., mit kurzem
wenig eingezogenem Chor; also Typus der reinen Predigtkirche.  <milestone unit='line' n='30'/>
Flache Decke. Fenster nur an der SSeite, hier auch die 3 Türen.
Im südöstl. Winkel zum Chor schlanker 8eck. Turm. Rck.
75 : 10,6 m. Der ältere westl. Teil in schlechtem Bruchsteinmauerwerk
und ohne Strebepfll., der östl. Teil besser. Jetzt
Packhof.  <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
[<hi rend="bold">Prediger-K.</hi> beg. 1289, im 18. Jh. abgetragen; war eine 3sch.
10 Joch lange Hallenkirche.]
</p>
<p>
<hi rend="bold">Hospital-K.</hi> Ganz kunstlos; jetzt Magazin.
</p>

<p>
<hi rend="bold">S. Petri.</hi> E. 14. Jh. Ehemals kleine Hallenkirche, mit eingezogenem
Chor, jetzt der Gwbb. beraubt und auch sonst <milestone unit='line' n='40'/>
entstellt.
</p>

<p>
<hi rend="bold">S. Georg</hi>. A. 14. Jh. Rck. ohne gesonderten Chor. Sorgfältiger
Quaderbau mit gutem Maßwerk an den Fenstern, von denen
3 an der östl. Schlußwand. Die an beiden Langseiten angeordneten
Türen mit den Fenstern zusammengezogen, in <reg orig='ein-|facherer'>einfacherer</reg>
<pb n='285' id='i292b.png'/>
<!-- [P:285] -->
Fassung das Motiv der Jakobi-K. &mdash; Angebaut eine
6eckige Kap. in guter Arbeit des sp. 14. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">S. Martini.</hi> Voll. 1360. Kleiner flachgedeckter Bau mit jüngerem
aus dem 6Eck geschlossenem Chor.
</p>

<p>
<hi rend="bold">S. Nikolai.</hi> Die größte der Vorstadtkirchen, das 3sch. Innere <milestone unit='line' n='5'/>
verbaut, jetzt mit Holzdecken. Das Äußere ganz schlicht.
Der im südl. Chorwinkel stehende Turm im Unterbau romanisierend
frgot.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus.</hi> Planloses Aggregat verschiedenartiger Räumlichkeiten.
Die Renss. Teile 1605 mit malerischem Hof.  <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stadtbefestigung.</hi> Erhebliche Teile erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MÜLLERDORF.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
</p>
<p>
<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> mit rom. Turm. An der Außenseite eingemauert
zwei »heidnische Götterbilder« (??).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MÜNCHAURACH.</hi> OFranken BA Höchstadt. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>
<p>
<hi rend="bold">Pfarr-K.</hi> Kreuzförmige Basilika des 12. Jh. 7 Arkaden auf
unverjüngten Sll., Würfelkaptt., an den Deckplatten Schachbrettmuster.
Schlichtes WPortal. Chor spgot. Turm am
NEnde des Qsch.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MÜNCHENBERNSDORF.</hi> Sachs.-Weim. VB Neustadt a.d.O. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>
<p>
<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> 2 <hi rend="g">Altarflügel</hi> von <hi rend="italic">Valentin Lendenstreich</hi> aus
Saalfeld 1503. &mdash; Typische <hi rend="bold">Wasserburg</hi> aus 2. H. 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MÜNCHENGOSSERSTÄDT.</hi> Sachs.-Mein. Kr. Saalfeld.
</p>
<p>
<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> Der quadratische Chor und die 1/2kr. Apsis rom.,
Lhs. 17. Jh. 		      	  <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MÜNCHENLOHRA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Hohenstein.
</p>
<p>
Ehemalige <hi rend="bold">Nonnen-Klst.-K.</hi> Gewölbte rom. Pfeilerbasilika auf
normal kreuzförmigem Gr., lichte L. 34 m. Im Lhs. drei
Doppeljoche. Die Hauptpfll. mit rck. Vorlage und Halbsll.
Die Pfeilerbasen mit kräftigem attischem Profil; die Kämpfer <milestone unit='line' n='30'/>
teils mit demselben, teils mit Blatt- und Rankenwerk geschmückt.
Im Msch. grätige Kreuzgwbb., jedoch schon 13. Jh.
Die Ssch. waren zerstört, jetzt erneuert. Die westl. Hälfte
des Lhs. wird von einer Nonnenempore eingenommen; sie
ruht auf gewölbter Halle von 2 Schiffen und 4 Jochen. Die <milestone unit='line' n='35'/>
Apsiden haben hohe, mehrgliedrige Sockel und stark ausgebildete
Gesimse und Bogenfriese, an den Wänden dünne
3/4 Sll.; dieselben am südl. Hochschiff. Der WBau (2 Türme
mit Glockenhaus über der Empore) war zerstört, jetzt erneuert.
(Grundmauern eines älteren WChors.)                       <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MÜNNERSTADT.</hi> UFranken BA Kissingen.
</p>
<p>
<hi rend="bold">Pfarr-K.</hi> Ansehnlich große ma. Anlage. Das Lhs. A. 17. Jh.
neu aufgebaut, erhalten blieben der rom. WTurm und der
spgot. Chor. Das rom. Portal führt in eine Vorhalle mit Kreuzrippengwb.
Im ersten Geschoß ehemals Kap., die sich im <reg orig='Rund-|bg.'>Rundbg.</reg>
<pb n='286' id='i293.png'/>
<!-- [P: 286] -->
gegen das Msch. öffnete. Darüber setzt der Turm ins 8Eck
um. Fenster und Rundbogenfriese in schweren sprom. Formen.
Geschiefertes Obergeschoß und Spitzhelm 17. Jh. &mdash; Im Neubau
der Juliuszeit wurde das ursp. niedrigere Hochschiff
(erkennbar am Anschluß an den WBau) bis zu der durch den <milestone unit='line' n='5'/>
got. Chor gegebenen Höhenlage erhöht, das System der flachgedeckten
Basilika jedoch beibehalten und der rom. Bogenfries
mit den alten Werkstücken wiederholt. Im Inneren 4 weitgespannte
rundbg. Arkaden, von W nach O in der Öffnungsweite
abnehmend, Stützen Rundpfll. mit toskanischem <milestone unit='line' n='10'/>
Kapt. Das südl. Ssch,. war schon spgot. (1518) erweitert.
WEmpore aus der Juliuszeit. &mdash; Der spgot. Chor (1+5/8) am
Anschluß an das Lhs. flankiert von 4seitigen, einfach geteilten
Türmen (völlig ausgeführt nur der im SO). &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi>
neugot. Aufbau von 1834; die Plastik aus alten und neuen <milestone unit='line' n='15'/>
Stücken kompiliert; unter jenen 4 Statuen vom alten Hochaltar,
Frühwerke <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>; die Flügelreliefs jetzt
auf der Rückseite; andere Teile verschleudert, z. T. im Münchener
Nat.-Mus. Ferner enthält der Altar ein interessantes
Tafelbild um 1400 (von einem Antiquar in Nürnberg erstanden) <milestone unit='line' n='20'/>
und ein großes Hochrelief, <hi rend="g">Kreuzigung</hi>, wohl mit Recht
<hi rend="italic">Veit Stoß</hi> zugeschrieben, gedrängt, unruhig, in forcierter
Charakteristik. Als <hi rend="g">Flügel</hi> des <hi rend="italic">Stoß</hi>schen Altarwerks, ja
sogar als eigenhändig von ihm gemalt, werden neuerdings (von
H. Weizsäcker) die 4 jetzt im Chor hängenden Tafeln in <milestone unit='line' n='25'/>
Anspruch genommen. &mdash; <hi rend="g">Einzelne Schnitzbilder</hi>
von zerstörten Altären in der K. zerstreut; ferner <hi rend="g">Salvator
und 12 Apostel</hi> aus gebranntem Ton, neuerdings steinfarben
bemalt. &mdash; An der SSeite des WTurms Kap. von
1428 mit großem rohem <hi rend="g">Ölberg</hi>, einem <hi rend="g">Heiligen <milestone unit='line' n='30'/>
Grab</hi>, einer <hi rend="g">Messe des h. Gregor</hi>, verdorbenen
<hi rend="g">Epitaphen</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Markt-Kap.</hi> Einfacher Bau von 1410.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Augustiner-K</hi>. 1752. Geräumiger Saalbau, als Architektur
nichtssagend, die Dekoration wird allein durch die sehr großen <milestone unit='line' n='35'/>
und vordringlichen Mobilien bewirkt. &mdash; <hi rend="g">Deckenbilder</hi>
von <hi rend="italic">Joh. Anwander</hi>. Reicher <hi rend="g">Schatz</hi> des 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Aula</hi> im Gymnasium mit effektvoller Stuckdecke des 17. Jh.
von <hi rend="italic">Zeni</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> mit interessanten Turmanlagen, an zweien <milestone unit='line' n='40'/>
Steinmadonnen aus E. 14. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rentamt</hi> (früheres Deutschordenshaus), stattlicher Renss.Bau,
im Hof großer Erker 1671 und Portal 1611 von <hi rend="italic">Julius Ernes</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MÜNSTERSCHWARZACH.</hi> UFranken BA Kitzingen.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Benediktinerabtei</hi>. Die Gründung wird auf Karl d. Gr.


<pb n='287' id='i294.png'/>

<!-- [P: 287] -->

zurückgeführt. Großartiger Neubau durch <hi rend="italic">Balth. Neumann</hi>
1727-1743, eine seiner bedeutendsten Schöpfungen, auch die
Innenausstattung von den ersten Künstlern der Zeit. Nach
Aufhebung des Klst. 1821 ff. abgebrochen, weil weder Staat
noch Gemeinde die Unterhaltungskosten tragen wollten. Erhalten <milestone unit='line' n='5'/>
haben sich nur einige Bruchstücke der Abteigebäude aus
der Zeit vor Neumann; Portal bez. 1697, Stuckdecken um 1700
Torhaus. Von <hi rend="italic">Neumann</hi> ein kleiner 2geschossiger Bau der
SSeite. Im Hof 2 hohe Steinvasen mit Putten. &mdash; Mainbrücke
mit Bildstöcken der Renss. und Standfig. der Immaculata <milestone unit='line' n='10'/>
um 1750.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MUPPERG.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Das Altarhaus geht auf rom. Anlage zurück. 1720-22
umfangreiche Rest. und Erweiterung. &mdash; Prunkvolle <hi rend="g">Moseskanzel</hi>. 
&mdash; <hi rend="g">Bildnisgrabstein</hi> des Hans von <milestone unit='line' n='15'/>
Schaumburg 1559, durch Sauberkeit und Schärfe der Arbeit
ausgezeichnet. &mdash; Reste von ma. <hi rend="g">Wandmalerei</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MÜRSBACH.</hi> UFranken BA Ebern.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Nachgot. Chor um 1610; bar. Lhs. &mdash; Gute spbar.
<hi rend="g">Einrichtung</hi>. &mdash; <hi rend="g">Renss. Epitaphien</hi> um M. 16. Jh. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Dreifaltigkeits-Kap.</hi> Spgot. um 1516. Gute spgot. <hi rend="g">Ho1zfiguren</hi>.
</p>

<p>
Im Dorf <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MUTZSCHEN.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> (ehem. Klst. der Marienknechte). Der westl. Teil <milestone unit='line' n='25'/>
aus einer stattlichen, flachgedeckten rom. Anlage; langer spgot.
Chor; der Zwischenbau entspricht dem ehemaligen rom. Chor.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>MYLAU.</hi> K. Sachsen AH Plauen.
</p><p>
<hi rend="bold">Burg</hi> in malerischer Felslage. Gruppiert um einen runden
Bergfried mit hochgelegenem Einsteigloch. Die Vorbefestigung <milestone unit='line' n='30'/>
aus der Zeit Kaiser Karls IV. Die Kapelle A. 14. Jh. Die
Wohnbauten aus der Zeit der v. Metzsch (15. Jh.), umgebaut
unter den v. Schönberg (E. 16. Jh.).
</p>

</div>

<div>
<index index="toc" />
<head><title>N</title></head>

<p>
<hi rend='ort'>NÄGELSTADT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Langensalza. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Untere K.</hi> Gehörte zu der 1222 gegr. Deutschordenskommende.
In sehr verstümmeltem Zustande kleine kreuzf. Basilika mit
Zentralturm, schlicht romanisierend frgot. Detail.
</p>

<p>
2 überdachte <hi rend="bold">Brunnen</hi> 1660 und 1568.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NANKENDORF.</hi> OFranken BA Ebermannstadt. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1794, im Gr. an Hollfeld erinnernd. &mdash; Von dem


<pb n='288' id='i295.png'/>

<!-- [P: 288] -->

ehem. spgot. Hochaltar 2 schöne <hi rend="g">Reliefflügel</hi> erhalten. &mdash;
Spuren ehem. Befestigung.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NASSWANG.</hi> OFranken BA Lichtenfels.
</p><p>
<hi rend="bold">Ökonomiegebäude</hi> des Klst. Langheim um 1750, eigentümlich
die zentrische Anlage. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NAUENDORF.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm und Schiff rom., die Kunstformen verhältnismäßig
aufwandreich.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NAUENDORF.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. &mdash; Treffliche <hi rend="g">Kanzel</hi> um 1580, in rein archit. <milestone unit='line' n='10'/>
Formen, ohne figürl. Beiwerk.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NAUHAIN.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sie bestand ursp. nur aus dem jetzigen Turm, im Erdgeschoß
12. Jh. &mdash; Hübscher kleiner <hi rend="g">Altar</hi> aus A. 16. Jh.,
im Schrein Anna selbdritt, die Flügel beiderseits mit tüchtiger <milestone unit='line' n='15'/>
Malerei.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NAUMBURG.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Spgot. Hallenkirche mit polyg. Chor und WTurm.
Die Gwbb. in Holz erneuert. &mdash; Der 1866 verzeichnete Flügelaltar
nicht mehr vorhanden. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NAUMBURG.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">Dom SS. Peter und Paul.</hi> Sprom. und frgot. Hauptmasse
1. H. 13. Jh. Für Thüringen das Hauptwerk der schönsten
Zeit der ma. Baukunst. Kreuzf. Gwb.-Basilika mit doppeltem
Chor und Doppeltürmen in O und W, aber ohne Zentralturm. <milestone unit='line' n='25'/>
Ganze L. der rom. Teile 66 m, durch die got. Chöre erweitert
auf 97 m. Vom frrom. Dom (gew. 1044) die Fundamente nachgewiesen, 
eine regelmäßige kreuzf. Basilikenanlage von ca.
46 m L., die Gestaltung des WBaus ungewiß. Der Neubau
begann um 1200 in O. Von ihm erhalten der unter dem OQuadrum <milestone unit='line' n='30'/>
liegende mittlere Abschnitt der Krypta; gekehlte Eckkappen
am Sockel, geriefelte Schafte, Palmettenkaptt. mit
facettierten oder geperlten Blättern, Beginn rheinischer Einflüsse. 
Die Vorkrypta unter der Vierung um 1220 oder noch
später; Gruppenpfll. aus 4 Freipfll. um einen schlanken quadr. <milestone unit='line' n='35'/>
Kern, gemeinschaftliche Deckplatte, schwungvolles Blattwerk.
Der dritte Abschnitt (2 Joche und 1/3 kr. Schluß) entspricht
der Ausdehnung des OChors vor der got. Erweiterung; die
Formen ähnlich denen des Vorchors; die Kaptt. gehören zu
den schönsten des Spätromanismus. Gwbb. grätig, trotzdem <milestone unit='line' n='40'/>
mit Schlußsteinen (nur einer, Löwenkopf mit hängender Zunge,
erhalten).
</p>

<p>
<hi rend="g">Oberkirche, romanische Teile</hi>. Sie umfassen
den ganzen Dom mit Ausnahme der beiden (got.) Chöre. Baunachrichten
fehlen fast ganz. Der Formcharakter deutet durch


<pb n='289' id='i296.png'/>

<!-- [P: 289] -->

seine geringe Abwandlung auf verhältnismäßig kurze Bauzeit;
sie liegt in der Regierung des Bischofs Engelhard (1207-42).
1249 wird schon zum WChor Geld gesammelt. Seine Ausführung
schloß sich der des Langhauses unmittelbar an. In
letzterem erkennt man nach Vollendung des ersten Doppeljochs <milestone unit='line' n='5'/>
(von O gerechnet) eine kurze Pause. Erst in den folgenden
Jahren treten die Beziehungen zu Magdeburg ein. Innerhalb
des deutschen Übergangsstils steht N. auf dem konservativen
Flügel; Beziehungen zum Rhein, zu Magdeburg und Bamberg
sind vorhanden, aber vom got. Element wird nur zurückhaltend <milestone unit='line' n='10'/>
Gebrauch gemacht. Die Gesamtanlage erinnert am
meisten an Bamberg, ebenso das innere System, jedoch in den
Verhältnissen mehr in die Breite geschoben. Der Spitzbg. in
gedrückter Form an Arkaden, Gwb.Bgg. und Türen. Keine
Diagonalrippen (diese erst im letzten Joch), trotzdem eingekeilte <milestone unit='line' n='15'/>
Schlußsteine, Pinienzapfen, Tierköpfe (vgl. sonst Dom zu
Magdeburg, Chorumgang, und öfters in Westfalen). Gerader,
mäßig steigender Gwb. Stich, Kappen in Stärke von 50 cm. &mdash;
Das System das gebundene. Die Msch. Joche überquadr.
(wie in dieser Zeit am Rhein sehr oft). Hauptpfll. kreuzf. mit <milestone unit='line' n='20'/>
vorgelegten 3/4 Sll. und schwächeren Vollsll. in den Winkeln;
die Vorlagen steigen ohne Unterbrechung bis zu den Gwbb.
auf, wo sich die Kämpfer mit einem durchlaufenden Gesims
verkröpfen. Die Zwischenpfll. haben dieselbe Anlage abzüglich
der vorderen Vorlagen. An den Kaptt. Blatt- und Rankenwerk <milestone unit='line' n='25'/>
ohne gotisierenden Einschlag, z. T. mit Formen des
Magdeburger Chorumgangs zusammengehend. Die Fenster
des Hochschiffs nicht gruppiert, sondern in den Arkadenachsen.
Merkwürdig die Widerlagerung durch Übermauerung der
Quergurten der Sschiffe, z. T. in einwärts schräg abfallenden <milestone unit='line' n='30'/>
Lagerfugen. Das Äußere in guter Quadertechnik, formenarm
und streng; an der NWand Lisenen, deren Weiterführung aufgegeben
wurde. &mdash; <hi rend="g">Hauptportal</hi> am südl. Qsch. in einer
dem Kreuzgang sich anschließenden (späteren) Vorhalle; das
Gewände sehr tief, 9 Rücksprünge, aber wenig Schmuck außer <milestone unit='line' n='35'/>
dem Tympanonrelief, der Eindruck nüchtern; vor 1228. Im
Innern des Altarhauses 2 <hi rend="g">Türen</hi> (zu den Turmtreppen) mit
auserlesen schöner Blattwerkfüllung der Bogenfelder im Stil
der Krypta.
</p>

<p>
<hi rend="g">Die Türme</hi>. Das östl. Paar rein rom., quadr. bis zur Höhe <milestone unit='line' n='40'/>
des (um sie herumgeführten) Dachgesimses von Chor und
Qsch., dann 8seitig; schon in rom. Zeit, dann noch einmal in
got., überhöht. Dächer bar. (Ein Bild der ursp. Gestalt gibt
die Wiederholung in den OTürmen der Stadt-K. in Freiburg
a. U.) &mdash; Das westl. Paar, beg. in der rom. Bauperiode, <reg orig='weiter-|geführt'>weitergeführt</reg>
<pb n='290' id='i297.png'/>
<!-- [P: 290] -->
um 1560-70 als genaue Kopie der Bamberger WTürme;
doch kam nur ein Geschoß zur Ausführung; der südl. blieb
ganz liegen (erst 1894 ausgebaut), der nördl. im 14. Jh. mit
2 weiteren Geschossen versehen, die sich im Motiv an das erste
anschließen. Zwischen den WTürmen und dem WChor eine <milestone unit='line' n='5'/>
Lücke von fast 2 m, nach außen durch eine Verbindungsmauer
verdeckt.
</p>

<p>
<hi rend="g">Die Chöre</hi>. a) <hi rend="g">Der westliche</hi>. Obgleich zeitlich dem
Hauptbau unmittelbar folgend (beg. ca. 1250, voll. nicht nach
1270), macht er stilistisch einen großen Sprung in die gereifte <milestone unit='line' n='10'/>
Gotik. Vorderteil Quadr. mit 6teiligem Gwb., Schluß aus
5 Seiten des 8Ecks, beide Abteilungen durch breiten, gegliederten
Gurt geschieden. Fenster 2teilig, Gewände innen einfach
abgeschrägt, außen etwas voller gegliedert, Maßwerk aus
2 Spitzbogen und Kreis, darin eine als Sechspaß aufgelöste <milestone unit='line' n='15'/>
Platte. Höchst eigenartig und gegenüber den einfachen Architekturformen
von besonders glänzender Wirkung die Wanddekoration
über dem Chorgestühl: unten eine tiefnischige
Arkatur, die Krönungen ihrer Miniaturgewölbe ein durch die
vorgefundenen Fragmente nicht hinlänglich beglaubigtes Werk <milestone unit='line' n='20'/>
der jüngsten Rest., die Laubkapitelle, soweit echt, von großer
Schönheit, jedoch die Mehrzahl ergänzt; darüber eine zweite,
von der Wand als Laufgang sich absetzende Kleinbogenstellung;
auf ihrer Höhenlage, vor die Wanddienste gesetzt,
Standbilder unter prachtvollen Baldachinen. Im Chorhaupt <milestone unit='line' n='25'/>
der Abschnitt unterhalb der Fenster glatt, über dem Kaffgesims
Fortsetzung des Laufgangs und der Standbilder. Das
Äußere in knappen Formen; reicher nur das in der Kehle mit
überfallenden Blattreihen ausgesetzte Hauptgesims und die
originellen Fialen über den Pultdächern der sonst ganz einfach <milestone unit='line' n='30'/>
gehaltenen Strebepfll. &mdash; b) <hi rend="g">Ostchor</hi>. Schmal rck. Vorderjoch
und Schluß aus 6 Seiten des 10Ecks, mithin ein Pfl. in der
Mittelachse (frühestes Beispiel für diese erst in der Spätgotik
häufiger vorkommende Abweichung von der Regel). In den
Formen sind mehrfach diejenigen des WChors kopiert; andere, <milestone unit='line' n='35'/>
namentlich das Fenstermaßwerk und die abgerissenen Blattbüschel
einzelner Kaptt., zeigen die jüngere Zeit; Konsolen
und Baldachine an den Wanddiensten deuten auf beabsichtigte,
jedoch nicht zur Ausführung gekommene Statuen.
</p>

<p>
<hi rend="g">Die Lettner</hi>. Der östl. ist der ältere, gleichzeitig mit der <milestone unit='line' n='40'/>
Vorkrypta, an deren WWand er sich anlehnt. Eine Halle von
3 Jochen, Kreuzgwbb. auf Bündelpfll., tragen die Bühne. Die
Rückwand hat in der Mitte den Laienaltar, zu dessen Seiten
2 Türen, zu welchen 5 in 1/2 Kr. angelegte Stufen hinaufführen;
aus dem Innern des Chors weitere 7 Stufen zur Bühne; gegen


<pb n='291' id='i298.png'/>

<!-- [P: 291] -->

Msch. und Qsch. Schranken von 2,70 m H. Eingänge zur
Krypta aus den Kreuzflügeln. Als ältestes erhaltenes Beispiel
eines ausgebildeten Lettners von besonderem Interesse. &mdash;
WLettner. Mit dem WChor gleichzeitig. Die Anlage unterscheidet
sich von der des östl. dadurch, daß der Chor keine <milestone unit='line' n='5'/>
Krypta hat und sein Fußboden nur um wenige Stufen höher
liegt, als das Schiff. Somit eine von 2 festen Wänden getragene
Bühne. Durchgang in der Mitte. Auf der Chorseite 2 Wendeltreppen.
Die Verbindung von Architektur, Ornament und
figürlicher Plastik ist eine dekorative Meisterleistung höchsten <milestone unit='line' n='10'/>
Ranges; im einzelnen gehören die Laubkaptt. zum Vollendetsten,
was Deutschland in dieser Art besitzt.
</p>

<p>
<hi rend="g">Monumentale Skulpturen</hi>: a) <hi rend="g">Am rom. Bau</hi>.
Tympanon am Portal des südl. Qsch. Christus stehend mit
segnender Geberde, in der von 2 Engeln getragenen Mandelglorie; <milestone unit='line' n='15'/>
die Engel haben 4 Flügel; sehr flaches Relief; gut in
den Raum komponiert; Formen naturlos. &mdash; In der Erdgeschoß-Kap.
des NWTurmes Standbild der h. Elisabeth auf frgot.
Konsole; von einem mäßig begabten Mann aus dem Kreise
der Künstler, die das frgot. Turmgeschoß nach Bamberger <milestone unit='line' n='20'/>
Muster ausführten. &mdash; b) <hi rend="g">Am WChor</hi>. Mit der architektonischen
Dekoration zusammen gedacht und auch gleichzeitig
ausgeführt, mit den Säulenbündeln aus einem Block.
Dargestellt sind in 12 Standbildern die Stifter und Wohltäter
der K. in ihrer Frühzeit, 4 Eckardiner und 4 Wettiner mit <milestone unit='line' n='25'/>
ihren Frauen. Auch ist noch in anderem Sinne Ahnenkultus
im Spiel: Bischof Dietrich, unter dem der WChor ausgeführt
wurde, gehörte selbst dem Hause Wettin an. Die Reihenfolge
ist, an der SWand begonnen: 1. Gerburg, 2. Konrad (Gesicht
und rechter Arm ergänzt), 3., 4. Hermann und Regelindis, <milestone unit='line' n='30'/>
5. Dietmar (fiel, des Verrates an Kaiser Heinrich III. angeklagt,
im Gottesgericht, daher auf seinem Schilde »comes
occisus«), 6. Sizzo, 7. Wilhelm, 8. Timo, 9., 10. Eckard und
Uta, 11. Gepa, als Witwe geschildert; nach anderer Deutung
Adelheid, Äbtissin von Gernrode; 12. Dietrich. Werkstoff: <milestone unit='line' n='35'/>
grobkörniger, harter Kalkstein. Bemalung mehrmals wiederholt,
zuletzt nach 1532; ursprünglich nur einzelne Teile &mdash;
Augen, Haare, Gewandsäume, Schmuck und Wappen &mdash; mit
dünner Lasurfarbe hervorgehoben. Die Tracht ist genau die
zeitgenössische, Loden und Leder ihr Material. Der Künstler <milestone unit='line' n='40'/>
hat alles Konventionelle abgestreift; er steht der Natur mit
offenem Blick, aber doch auch mit voller künstlerischer
Freiheit gegenüber, und ebenso frei hat er aus der französischen
Schulung seinen persönlichen Stil herausgearbeitet, einen mit
unbefangener statuarischer Würde gepaarten Realismus. Diese


<pb n='292' id='i299.png'/>

<!-- [P: 292] -->

Gestalten sind nicht Porträts, aber sie könnten dafür gelten.
Sehr merkwürdig an einigen von ihnen, besonders am »comes
occisus« und der ihm zunächst stehenden, der Ausdruck momentaner
Gemütsbewegung. &mdash; c)<hi rend='g'>Am WLettner</hi>. Die Balustradenreliefs
stellen dar: Abendmahl, Judas Verrat, Gefangennahme, <milestone unit='line' n='5'/>
Petri Verleugnung, Wächter, Pilatus Handwaschung
(die beiden letzten Felder 1734 von einem Stümper
ergänzt, doch vielleicht gestützt auf echte Fragmente). Das
Relief sehr hoch, die Vordergrundfigg. ganz frei; jede Platte
bei 65 cm Höhe 30 cm tief ausgehöhlt. Wahrscheinlich ein <milestone unit='line' n='10'/>
Werk des Meisters der Chorstatuen aus vorgerückter Lebenszeit;
jene um 1250-60 begonnen, diese vielleicht 1270; die Erfindung
von unerhörter Selbständigkeit gegenüber der Tradition;
der Realismus der Form noch ungeschminkter; Charaktere
und Affekte von leidenschaftlicher Gewalt der Schilderung, <milestone unit='line' n='15'/>
die sich auch der Gewandbehandlung mitteilt. Wiederholte
Überschmierung mit Farbe hat viel von den feineren Formen
zugedeckt. Die an ungewöhnlicher Stelle, nämlich an der
Lettnertür, angebrachte <hi rend='g'>Kreuzgruppe</hi> zeigt die letzte
Phase der Werkstatt nach dem Ausscheiden des Hauptmeisters. <milestone unit='line' n='20'/>
Der Gekreuzigte deckt sich im Umriß vollkommen mit dem
Wechselburger, aber wie völlig anders ist die geistige Auffassung!
Bei Maria und Johannes das Pathos bis zu greller
Heftigkeit gesteigert, selbst die Gewandung gleichsam schmerzzerrissen. &mdash;
Von einem andersgestimmten Schüler des Hauptmeisters <milestone unit='line' n='25'/>
der <hi rend='g'>Diakon</hi> mit Lesepult, ursp. wohl im Chor,
jetzt am Eingang in die Johanneskap. (die von Schmarsow
vorgeschlagene Datierung auf ca. 1500 nicht überzeugend). &mdash;
Im OChor Türbogenfeld mit <hi rend='g'>Weltenrichter</hi> zwischen
Maria und Johannes dem Täufer; durch den unvollendeten <milestone unit='line' n='30'/>
Zustand für das Technische von besonderem Interesse; Komposition
und Formcharakter sehr nahe verwandt der Gruppe
am OPortal des Mainzer Domes, das daraufhin dem Naumburger
Meister zugeschrieben werden muß; das Naumburger
Exemplar zeigt aber nicht dieselbe Qualitätshöhe, wird also <milestone unit='line' n='35'/>
nach dem aus Mainz mitgebrachten Modell von einem Gehilfen
in Arbeit genommen sein. &mdash; Ebenfalls aus der Schule
des Lettnermeisters das <hi rend='g'>Brustbild Johannes des
Täufers</hi> über der Tür der Johanneskap. im Domkirchhof. &mdash;
<hi rend='g'>Altäre</hi>. Vieles vom alten Bestand zerstört oder versetzt. <milestone unit='line' n='40'/>
<hi rend='g'>Hauptaltar</hi>; Mensa aus 14. Jh., Aufsatz von 1567 in
wunderlicher Stilmischung. &mdash; Auf dem Nebenaltar im letzten
Joch des südl. Ssch. <hi rend='g'>steinernes Retabulum</hi> mit
Crucifixus und vier Frauen, um 1350. &mdash; Spgot. <hi rend='g'>Schnitzaltäre</hi>
in der Krypta ohne Bedeutung. &mdash; Reste von 3 oder


<pb n='293' id='i300.png'/>

<!-- [P:293] -->

4 <hi rend='g'>Tafelaltären</hi> aus der Werkstatt <hi rend='italic'>Cranachs</hi> im Dom
zerstreut. Der Barbara-Altar im nördl. Ssch. vollständig, aber
in schlechtem Erhaltungszustand.</p>
<p>
<hi rend="g">Gestühl</hi>: a) <hi rend="g">Im OChor</hi>: schöner frgot. Viersitz, spgot.
ihm gegenüber ein gleicher mit Reliefs an den Wangen und <milestone unit='line' n='5'/>
Dreisitz am Lettner. b) <hi rend="g">Im WChor</hi>: Stuhlwerk bez.
1516. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> von 1466 jetzt in der Johannis-Kap.</p>
<p>
<hi rend='g'>Grabdenkmäler</hi>. Der alte Bestand stark reduziert. Hervorzuheben:
Im OChor Hochreliefplatte eines unbekannten
Bischofs, vielleicht zum Gedächtnis des Kirchengründers Hildeward, <milestone unit='line' n='10'/>
ausgeführt A. 14. Jh. Dieser älteste Grabstein der beste,
nachher sinkt der Durchschnittswert. &mdash; Im südl. Ssch. Grabstein
Münch 1563; Grabstein Bruchterte † 1391 (von derselben Hand wie
der Dominikus der Leipziger Paulus-K.); Epitaph Neumarck
† 1576, bez. <hi rend='italic'>M. S.</hi>; Epitaph Bünau † 1591, von demselben; Wandstein <milestone unit='line' n='15'/>
des Domherrn Schleinitz um 1520, eines der besten im
Dom erhaltenen Stücke. &mdash; Im nördl. Ssch. Bronzemedaillon
für Rudolf von Bünau 1505; Georg v. Molau 1580, bez. <hi rend='italic'>H. K.</hi>
&mdash; Im NKreuz Grabstein Dompropst von Eckardsberga 1406
(von derselben Hand wie Bruchterte; in beiden Wiederanknüpfung <milestone unit='line' n='20'/>
an die Stileigentümlichkeiten des 13. Jh.); Grabstein
Bischof v. Goch † 1422; Bronzerelief des Bischofs Dietrich IV 1492;
Bronzebildnis (in Stein eingelassen) des A. v. Könritz 1496;
gravierte Platte des Bischofs Dietrich III. von Bocksdorf
† 1466, aus der <hi rend='italic'>Vischer</hi>schen Werkstatt, wohl Jugendwerk <milestone unit='line' n='25'/>
Peters, dagegen die beiden vorigen aus einer sächsisch-thüringischen.
&mdash; In der Vorhalle <hi rend='g'>Marmordenkmäler</hi> der
Maria v. Burgsdorf 1709 und des Reichsgrafen Ernst Dietrich
v. Marschall 1771.</p>
<p>
<hi rend='g'>Glasgemälde</hi>. Im WChor 3 fast volle Fenster aus der <milestone unit='line' n='30'/>
Erbauungszeit (?), im OChor 4 (1856 aus den Bestandteilen
von ursp. 8 zusammengesetzt). &mdash; 2 <hi rend='g'>Teppiche</hi> aus 16. Jh.,
einer mit Bildnis eines Bischofs und Wappen der Schleinitz
(wohl Bischof Vinzenz von Merseburg † 1535). &mdash; 8 <hi rend='g'>Meßbücher</hi>
aus A. 16. Jh., die meisten Bilder ausgeschnitten. &mdash; <milestone unit='line' n='35'/>
<hi rend='g'>Klausur</hi>. Ursp. für die NSeite des Doms beabsichtigt,
wo noch Ansätze zum Kreuzgang und die für diesen bestimmte
Tür in der WWand des nördl. Querhauses vorhanden. Vor 1228
an die SSeite verlegt. SFlügel rom., WFlügel gotisierend, eingewölbt
um 1270, die Zellen darüber erst Holz, nach 1532 massiv. <milestone unit='line' n='40'/>
<hi rend='g'>Domkirchhof</hi> mit manchen der Beachtung nicht unwerten
Denkmälern des 16. Jh.</p>
<p>
<hi rend='g'>Dreikönigs-Kap.</hi> 1416, Untergeschoß älter, das Ganze
sehr verwahrlost. An der Außenwand bmkw. gleichzeitige
Anbetung der 3 Könige in Einzelstatuen.
</p>


<pb n='294' id='i301.png'/>

<!-- [P: 294] -->

<p>
<hi rend='g'>Dompfarr-K. S. Marien</hi>. Nur der Chor erhalten;
1343; bmkw. die großenteils nach innen gezogenen Strebepfll.
sowie geringe rom. Mauerreste des Schiffs.</p>
<p>
<hi rend='g'>Johannis-Kap.</hi> Ursp. Tauf-Kap. Kleines Rck. von
3 Gwb.Jochen. Das Detail zierlich und geistreich im Stil des <milestone unit='line' n='5'/>
WChors.</p>
<p>
<hi rend='g'>Domherrenkurien</hi>, a) Ägidienkurie; der vom rom.
Bau (ca. 1200-1210) erhaltene Teil umschließt die Kap., kenntlich
am Erkerchor; giebelförmige Umbildung des Bg.Frieses;
der Kapellenraum mit 8seitiger Kuppel; originelle Überführung <milestone unit='line' n='10'/>
aus dem Quadrat, b) Bischofskurie, einfacher spgot.
Bau rest. 1581 (die Bischöfe residierten im sp. Ma. meist in
Zeitz).
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Moritz-K.</hi> Zu einem A. 11. Jh. gegr., 1532 aufgehobenen
Klst. Die jetzige K. aus A. 16. Jh. (Inschr. 1509, 1512). Die <milestone unit='line' n='15'/>
neue Ausstattung 1705-21 wurde durch die Rest. 1875 entfernt.
&mdash; Ein im Innern und Äußern gleich einfacher Bau.
Dem Hauptschiff ist nur nördl. ein Nebenschiff angefügt; der
langgestreckte, polygon geschlossene Chor unmittelbare, nur
durch einen Bg. geschiedene Fortsetzung des Hauptschiffs, <milestone unit='line' n='20'/>
alles unter einem Dach. Holzdecken. Die doppelten Fassadentürme
gehen auf rom. Anlage zurück.</p>
<p>
Großer <hi rend='g'>Crucifixus</hi> aus Eichenholz, 13. Jh., der Wechselburger
Typus in vergröberter Fassung, doch sehr bedeutend
in seiner heroischen Wuchtigkeit. Dazu gehörig Maria mit <milestone unit='line' n='25'/>
eigentümlich barocker Häufung der Gewandmotive, kaum von
derselben Hand. &mdash; Verdorbener <hi rend='g'>Ölberg</hi> (? 13. Jh.). &mdash;
Trümmer sp. ma. <hi rend='g'>Altarplastik</hi>. &mdash; <hi rend='g'>Grabdenkmäler</hi>
ohne höheren Wert; archäologisch von Interesse der
giebelförmig abschließende, jedoch mit umlaufender Inschrift <milestone unit='line' n='30'/>
versehene, also liegende Stein des Bischofs Richwin † 1125,
ausgeführt etwa E. 13. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Wenzel.</hi> Nach Bränden 1411, 1473, 1517 und aus nachfolgenden
Herstellungen in höchst eigenartiger Gestalt hervorgegangen.
1411-73 die östl. Hälfte; für sich betrachtet ergibt <milestone unit='line' n='35'/>
sie einen normal angelegten, langgestreckten 1sch. Chor mit
5/10 Schluß in ziemlich großen Abmessungen, zu beiden Seiten
2 Türme. Das Gemeindehaus war vor 1473 kaum erst begonnen
(das geradlinige Mauerstück mit Portal an der NSeite);
ob die jetzige Grundrißdisposition noch 1473 oder nach 1517 <milestone unit='line' n='40'/>
getroffen wurde, ist zweifelhaft. Entscheidend für sie ist die
Rücksicht auf die an dem Choreingang angeordnete Kanzel.
Hallenkirche von 2 kurzen geraden Jochen und polygonalem,
einem flachen Kreissegment sich anschließendem westl. Abschluß
(1516). Auf diese Weise wurde die Gesamtanlage zu
<pb n='295' id='i302.png'/>
<!-- [P: 295] -->
einem Zentralbau, wenn auch einem unsymmetrischen, umgestempelt.
Das Gemeindehaus 33 m breit, nur 19 m tief.
Die Decken flach, in letzter Gestalt 1724. Bei bedeutender
Höhe ist der Raumeindruck ein sehr eigentümlicher. Am
Außenbau die OTeile verschwenderisch dekoriert, mit viel <milestone unit='line' n='5'/>
eigenwilligen Zügen im Einzelnen und starker malerischer Gesamtwirkung;
die WTeile fast ärmlich vereinfacht, ausgenommen
die 3 Portale im N, S, W. Von den Türmen nur der
nördl. ausgeführt. Um 1600 baute <hi rend="italic">K. Steiner</hi> das Obergeschoß
der Sakristei in gut verstandenen got. Formen, gleichzeitig die <milestone unit='line' n='10'/>
Balkone des Innern in Renss. Von den 16 ma. <hi rend="g">Altären</hi>
nichts erhalten außer einigen gemalten Tafeln: »Lasset die
Kindlein zu mir kommen« 1529 von <hi rend="italic">L. Cranach</hi>, eine der
besten Arbeiten seiner späteren Zeit; Anbetung der drei
Könige 1522, Frühbild <hi rend="italic">Cranachs</hi>? Heilige Nacht von <hi rend="italic">Barth. <milestone unit='line' n='15'/>
Spranger</hi>, A. 17. Jh. &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi> riesiges Schreinerwerk
von 1680 mit Gemälde von <hi rend="italic">Hermes</hi> in Dresden. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi>
um 1740. &mdash; Messingenes <hi rend="g">Taufbecken</hi> 1441, am 6seitigen
Kessel Reliefs, Fuß neu. &mdash; Von historischem Interesse der
<hi rend="g">Grabstein</hi> des Pagen Gustav Adolfs, Augustus v. Leubelfing <milestone unit='line' n='20'/>
&mdash; Trümmer eines großen Marmorgrabmals um 1630,
u.a. Standbild der Caritas. &mdash; Im <hi rend="g">Schatz</hi> gute Arbeiten
des Ratsgoldschmiedes <hi rend="italic">Krugelstein</hi> 1680.
</p>

<p>
<hi rend="bold">S. Othmar.</hi> 1691-99. Rck. von 15 : 26,50 m mit leicht vortretender,
gerade geschlossener Altarnische; der östl. Teil in <milestone unit='line' n='25'/>
2 Jochen 3sch., der westl. mit flacher Holzdecke; der erst
quadr., dann 8eck. Turm über dem Altarhaus. Architekturformen
und Ausstattung sehr schlicht. &mdash; Aus älterer Zeit,
ca. 1520, ein guter 3flügeliger <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>. &mdash; Im
SFenster des Altarhauses <hi rend="g">Glasgemälde</hi> 1539. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">S. Marien.</hi> 1712-30. 1sch. Emporensaal; an der Decke, einem
Spiegelgwb. aus Holz, hübsche Stuckaturen und flüchtige Gemälde.
Das Äußere nüchternster Art.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wenzelskirchhof.</hi> Einige Grabmäler nicht ganz ohne Interesse,
z. B. das des Hans Weis, 1568, im Erbbegräbnis Patschke <milestone unit='line' n='35'/>
links vom Eingang.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Nach Brand 1517, Dacherker bez. 1528, 1556 die Fürstenstube,
1612 das Hauptportal. Die langgestreckte Marktfront
hat 3 Geschosse, am hohen Walmdach 6 Zwerchgiebel, dekoriert
mit blinden verschränkten Kielbgg. in trockenster Spätgotik, <milestone unit='line' n='40'/>
aus Ziegeln gemauert (eine in Thüringen seltene Technik) und
wie die ganze Front geputzt. Im Innern Stiegentreppen in
feiner Frührenss. bez. 1556; aus demselben Jahr der Fürstensaal,
dessen Stuckdecke jedoch 1655. &mdash; <hi rend="g">Trinkhorn</hi> etwa
M. 14. Jh. mit schönem Lederfutteral.
</p>


<pb n='296' id='i303.png'/>

<!-- [P: 296] -->

<p>
<hi rend="bold">Wohnhäuser.</hi> Die Epoche nach den großen Stadtbränden 1517
und 1532 durch Portale, Erker und Giebel reichlich vertreten,
jedoch nichts eigentlich Hervorragendes darunter. &mdash; <hi rend="bold">Marktbrunnen</hi>
mit S. Wenzelstatue 1579.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>. Seit 1820 großenteils niedergelegt; erhalten das <milestone unit='line' n='5'/>
Marientor von 1446; klassizistische Wachthäuser am <corr sic='JenaerTor'>Jenaer Tor</corr>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NAUNDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> sprom. Überraschend elegantes Portal; im abgetreppten
Gewände je 2 Sll. mit gewundenen oder im Zickzack,
dessen Spitzen in Dreiblätter ausgehen, kannelierten Schaften; <milestone unit='line' n='10'/>
das Tympanon in 2 Quadranten geteilt, Rosetten und freies
Randornament.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NAUNDORF.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1579, 1sch. Saal mit 3/6 Schluß; die stilistische Erscheinung
aus Renovation 1737. &mdash; Mehrere <hi rend="g">Grabmäler</hi> des <milestone unit='line' n='15'/>
16.-18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> E. 16. Jh. mit einigen Veränderungen im 18. Jh. Aus
der ersten Bauzeit die mächtigen Giebel mit 4 Fenstergeschossen.
&mdash; Reichhaltige <hi rend="g">Porträtgalerie</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NAUSTADT.</hi> K. Sachsen AH Meißen. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> um 1540. Saalbau mit eingezogenem, gestrecktem, gewölbtem
Chor und 5/8 Schluß. &mdash; <hi rend="g">Altaraufsatz</hi> um 1600,
heiter und vornehm; Abendmahlsrelief; Stifterstatuetten. &mdash;
<hi rend="g">Sandstein-Wandgrab</hi> des A. v. Miltitz † 1629,
prächtige und gute Arbeit. &mdash; Ein <hi rend="g">anderes in Marmor</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
von <hi rend="italic">J. J. Kändler</hi>, dem berühmten Porzellanformer.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEBELSCHITZ.</hi> K. Sachsen AH Kamenz.
</p><p>
Vornehme bar. <hi rend="bold">Dorf-K.,</hi> erb. 1740 f. vom Klst. Mariastern.
Der interessante Plan angeblich von <hi rend="italic">Gaetano Chiaveri</hi>, dem Erbauer
der kath. Hofkirche in Dresden. An diese erinnern die <milestone unit='line' n='30'/>
halbrunden Abschlüsse im O und W. Im Innern gut organisierte
Wand- und Gewölbegliederung. Die Ausstattung steht nicht
auf der Höhe der Architektur. <hi rend="g">Gemälde</hi> des Hochaltars
von <hi rend="italic">Palko</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEBRA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> beg. 1416 (Inschr.) in vornehmer Bauart; daher der WTurm
mit reichem Portal, im <hi rend="g">Bogenfeld</hi> S. Georgs Kampf mit
dem Drachen. Das Schiff nach Brand 1666 dürftig hergestellt.
Ansehnliche <hi rend="g">Epitaphe</hi> 1670, 1678 bez. <hi rend="italic">C. P.</hi>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Burgruine</hi> sehr verfallen, Kap. E. 13. Jh., übriges M. 16. Jh. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEIDECK.</hi> OFranken BA Forchheim.
</p><p>
<hi rend="bold">Burgruine</hi> bedeutend, zerstört 1553.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEMMERSDORF.</hi> OFranken BA Berneck.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der kleine Bau hat 3 Türme, einer got. im O, 2 bar. im W.
<hi rend='bold'>Schloß</hi> A. 16. Jh., schlicht.
</p>


<pb n='297' id='i304.png'/>

<!-- [P: 297] -->

<p>
<hi rend='ort'>NENKERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Borna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Geschickter spgot. Umbau einer kleinen rom. Anlage.
&mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi> 1519 mit 4 beweglichen und 2 festen
Flügeln.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NENNSDORF.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von ziemlich gut erhaltener rom. Anlage. Rest eines
Säulenschaftes mit wechselnd konkaver und konvexer Kannelierung.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NENTERSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Rotenburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Ein 1sch. Bau des 17. Jh. wurde mit einem ma. Rundturm <milestone unit='line' n='10'/>
so verbunden, daß dieser an der Mitte der SSeite halb
vor- und halb einspringt, wodurch die sonst unbedeutende K.
ein originelles Ansehen gewinnt.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NESCHWITZ.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 17. und 18. Jh., Turm mit hübschem Bar.Helm 1693. &mdash; <milestone unit='line' n='15'/>
Bmkw. <hi rend="g">Sandsteinaltar</hi> nach 1600. Ein zweiter in der
Sakristei. Menge von <hi rend="g">Grabdenkmälern</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Altes Schloß</hi> 1723 für den österreichischen General Herzog
Ludwig v. Teck. Französischer <hi rend="g">Park</hi> mit viel und guter
<hi rend="g">Sandsteinplastik</hi>. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Neues Schloß</hi> 1766-75 für W. v. Riesch von <hi rend="italic">F. A. Krubsacius</hi>
aus Dresden; nur der Mittelbau, mehr tief als breit, ist mehrgeschossig, 
von sehr geschickter Grundrißteilung. Das ovale,
zur Hälfte aus der Fluchtlinie vortretende Treppenhaus enthält
2 Treppenarme mit Podest. In derselben Achse nach der <milestone unit='line' n='25'/>
andern Seite oben ein länglich 8eck. Saal mit wenigen Nebenzimmern, 
unten eine Halle, deren Langseiten in jon. Säulenstellungen
aufgelöst sind. Dieselben bilden die Durchgänge zu
den langgestreckten eingeschossigen Seitenflügeln, welche die
300 Bäume fassende <hi rend="g">Orangerie</hi> enthielten; die reizenden <milestone unit='line' n='30'/>
Wandbrunnen in der Art <hi rend="italic">Gottfr. Knöfflers</hi>. Die Formbehandlung
des Äußeren im Übergang zum Klassizismus, ohne
Pracht, doch auch weit entfernt von Nüchternheit. &mdash; Der
neuere <hi rend="g">Park</hi> im englischen Geschmack. Springbrunnen:
Delphin mit reitendem Knaben. Schönes Gittertor. Im Tiergarten <milestone unit='line' n='35'/>
behagliches Jagdhäuschen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NESSELRÖDEN.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege.
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß,</hi> mit Steingiebeln und Treppenturm in der Mitte der
Front, 1592.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NETRA.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Alt nur der OTurm, dessen Erdgeschoß als Altarhaus
diente. Epitaph v. Baumburg 1600. &mdash; <hi rend="g">Schloß</hi> aus Renss.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NETZSCHKAU.</hi> K. Sachsen AH Plauen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> modern. Von einem großen und bedeutenden <hi rend="g">Altarwerk</hi> 
von 1659 nur die Predella erhalten, elegante <reg orig='Alabaster-|arbeit'>Alabasterarbeit</reg>
<pb n='298' id='i305.png'/>
<!-- [P: 298] -->
wahrscheinlich von <hi rend="italic">Joh. Heinr. Böhm d. Ä.</hi>, die Komposition
dem <hi rend="italic">Cranach</hi>schen Altar in der Stadt-K. zu Schneeberg
entnommen.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Baukörper 1462; mehrere Fenster im Vorhang-Bg.
geschlossen, ähnlich Sachsenburg und Meißen; die extravagant <milestone unit='line' n='5'/>
spgot. Tür derselben Zeit zuzuschreiben, ist kaum möglich.
Der große Saal des obersten Geschosses mit mächtiger Balkendecke
erhielt 1627 Dekoration in Stuck. Gutes <hi rend="g">Porträt</hi>
Karls v. Bose in lebensgroßer Figur, 1623.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEUBRUNN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1521; umgebaut 1589. Steinerne Kanzel 1629. &mdash;
Mehrere bmkw. <hi rend="g">Häuser</hi> in Fachwerk. (Die Datierung des
ältesten auf 1400 muß Zweifeln begegnen.)
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEUDROSSENFELD.</hi> OFranken BA Berneck.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Hübscher und charakteristischer Bau der Markgrafenzeit <milestone unit='line' n='15'/>
(ca. 1760); Stuckaturen von <hi rend="italic">G. B. Petrozzi</hi>, Malerei
von <hi rend="italic">J. M. Wolker</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEUENBERG.</hi> RB Cassel Kr. Fulda.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Klst. Andreasberg</hi>. Die Kirche aus rom. Zeit
(Weihedatum zu 1023 überliefert), quadr. Chor mit 1/2 kr. <milestone unit='line' n='20'/>
Apsis, Triumphbg. und Teil des Qsch., Krypta mit gurtenlosen
Kreuzgwbb., einfache Würfelknaufsäulen ohne Eckblätter.
Altar mit Blick in die Krypta. Amboreste. Die übrigen Teile
der K. nach Brand 1440 erneuert und später verzopft. Grabsteine
von Pröpsten seit dem 15. Jh. Am WTurm treten <milestone unit='line' n='25'/>
wieder rom. Formen auf. &mdash; <hi rend="g">Klostergebäude</hi>. im
Umbau von 1440 rom. Bauteile erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEUENGÖNNA</hi> bei Jena. Sachsen-Weimar VB Apolda.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> in der Art des <hi rend="italic">V. Lendenstreich</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEUENSTEIN.</hi> RB Cassel Kr. Homberg. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> aus Ma., 1639 erneuert.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEUGERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Stattlicher Saalbau 1738. &mdash; <hi rend="g">Kanzelaltar</hi> 1753, von
Gebr. <hi rend="italic">Herzog</hi>, wohl der beste aus dieser Epoche in der Lausitz.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEUSHAUS.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1591-95 noch stark gotisierend. &mdash; <hi rend="g">Bildnisgrabstein</hi>
des Hans Gottsmann † 1611 und seiner
Gattin; Erzguß von sorgsamer Ausführung, vielleicht
aus derselben (Nürnberger?) Werkstatt, wie die v. Bünausche
Platte im Museum zu Altenburg. Sie befanden sich ursp. <milestone unit='line' n='40'/>
wohl zu Füßen des großen <hi rend="g">Epitaphs</hi> im Chor; dieses aus
Alabaster; der architektonische Aufbau vortrefflich, weniger
die figürliche Plastik.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEUHOF.</hi> RB Cassel Kr. Fulda.
</p><p>
</p>


<pb n='299' id='i306.png'/>

<!-- [P: 299] -->

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Fürstäbte 1519. Quadr. Wasseranlage, Binnenhof,
4 Ecktürme.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEUHOF.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Ehem. Wasserburg des 16. Jh. Davon erhalten die
Gwbb. im Erdgeschoß, geschnitzte Balkendecken im 1 Stock, <milestone unit='line' n='5'/>
ein Rundturm mit Wendeltreppe. Umbau 1866.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEUHÜTTEN.</hi> UFranken BA Lohr.
</p><p>
In der unscheinbaren <hi rend="bold">Pfarr-K.</hi> eine wertvolle rom. <hi rend="g">Kreuzpartikel</hi>
des 11. Jh. mit Gravierung und Grubenschmelz,
Fuß sp. 18. Jh. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEUKIRCHEN.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Nikolaus.</hi> 14. Jh., z. T. erneuert 1497. Hallenkirche
von 3 Jochen, unregelmäßig anstoßende Kreuzflügel, netzgewölbter
Polygonalchor. Im Chor und Msch. <hi rend="g">Wandmalereien</hi>, 
kolossaler S. Christoph u. a. m. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEUKIRCHEN.</hi> RB Cassel Kr. Hünfeld.
</p><p>
Wehrhafte Dorf-K. von 1515, quadr. OTurm, in dessen Erdgeschoß
der kreuzgewölbte Chor. &mdash; <hi rend="g">Wandtabernakel</hi>
1560, <hi rend="g">Taufstein</hi> 1588 von Meister <hi rend="italic">Henthoos</hi>. <hi rend="g">Flügelaltar</hi>
A. 16. Jh. &mdash; Auf dem Turm hölzernes Obergeschoß und <milestone unit='line' n='20'/>
hoher schlanker Helm mit 4 Ecktürmchen. In der Sakristei
Tür mit rom. Beschlägen wiederverwendet.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEUKIRCHEN.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Die schlichte 1sch. Anlage von 1695 gewinnt Bedeutung
durch die Ausstattung mit Emporen, Kanzel usw. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEUMARK.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gut erhaltenes Beispiel einer kleinen rom. Land-K.
mit Chorturm.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEUMARK.</hi> K. Sachsen AH Plauen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> In Chor und WTurm spgot., Schiff 1739. Auf dem <milestone unit='line' n='30'/>
Kirchboden spgot. <hi rend="g">Triumphkreuz</hi> und <hi rend="g">Glasgemälde</hi>
von 1489.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> (v. Römer) 1483, mit jüngeren Zutaten. Reihe von
<hi rend="g">Familienporträts</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEUNHOFEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Anlage, der OTurm jetzt zwischen Lhs. und Chor;
der letztere spgot. erweitert; das Innere 1699 nach Verhältnissen
reich dekoriert. &mdash; Spgot. <hi rend="g">Altarwerke</hi> 1487, 1519.
Das erstere vom Saalfelder »Meister der Baldachine«. &mdash; Außen
<hi rend="g">Gedenktafeln</hi> von 1367, Sandsteinreliefs. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEUNKIRCHEN A. BR.</hi> OFranken BA Forchheim.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> (1314-1555 zu einem Augustinerstift). Unsymmetrisch
2sch., d. i. Hauptschiff (mit bar. Flachdecke) und
niedrigeres nördl. Ssch. mit Rippengwbb. Im W Turm aus
13. Jh. mit romanisierenden Bogenfriesen, die 8seitigen <reg orig='Ober-|geschosse'>Obergeschosse</reg>
<pb n='300' id='i307.png'/>
<!-- [P: 300] -->
spgot. &mdash; Im Innern <hi rend="g">Steinfigg.</hi> der hh. 3 Könige
und der h. Jungfrau um 1400; <hi rend="g">Marientod</hi>, derbes Holzrelief
um 1500; <hi rend="g">Marienstatue</hi> des Nebenaltars um 1500.
<hi rend="g">Grabsteine</hi> 14. und 15. Jh., darunter ein kniender
Schwanenritter; Wolfram v. Egloffstein Rotmarmor 1459. <milestone unit='line' n='5'/>
<hi rend="g">Epitaph</hi> mit Schutzmantelbild, Speckstein und farbige Einlagen, 
feine Arbeit aus 1. H. 16. Jh. <hi rend="g">Epitaphe</hi> Buttenberg
1600, Stauffenberg 1698. Zahlreiche <hi rend="g">Gemälde</hi> 16. Jh.,
darunter Übertragungen des Dürerschen Marienlebens. Außen
<hi rend="g">Ölberg</hi> roher Art. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">H. Grab-Kap</hi>. mit reichem Wappenportal um 1700, sonst einfach.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1718, unbedeutend. &mdash; <hi rend="bold">Stadttore</hi> E. 15. bis E. 16. Jh.,
z. T. mit schönen Wappensteinen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEUSALZA.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> der böhmischen Exulanten 1679, unerheblich. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stadtanlage</hi> und Wohnhäuser kulturhistorisch von einigem
Interesse.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEU-SCHÖNFELS.</hi> K. Sachsen AH Zwickau.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1524; Runderker in fein durchgebildeter Fr.Renss.; darf
er in das Datum 1524 eingeschlossen werden? <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEUSES.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Hochgot. Chor mit Kreuzgwb. Ältere Teile vielleicht
noch aus rom. Zeit. Umbau 1785.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEUSITZ.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda.
</p><p>
<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> 1723. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>, bez. 1515, in der Bemalung <milestone unit='line' n='25'/>
gut erhalten, irrig der Saalfelder Schule zugeschrieben,
eher Arbeiten eines Schnitzers, der flüchtig durch <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>
Werkstatt gegangen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEUSORGE.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß,</hi> erb. um 1720 von General v. Arnheim. Großartige Anlage <milestone unit='line' n='30'/>
in Hufeisenform. Im Garten gerühmte dekorative
<hi rend="g">Skulpturen</hi> von <hi rend="italic">Gottfr. Knöffler</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEUSTADT.</hi> RB Cassel Kr. Kirchhain.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> S. Johannes. 1502. Hallenkirche mit nur 1 Ssch.,
welches bedeutend schmäler. Infolgedessen wachsen die Rippen <milestone unit='line' n='35'/>
aus den schlanken runden Schäften in ungleicher Höhe hervor,
gegen das Msch. erheblich tiefer. &mdash; <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi>
spätestgot., turmartig aufgebaut, Arbeit gering. &mdash;
Spgot. <hi rend="g">Flügelaltar</hi>. &mdash; Außen am Chor schöner
ikonischer <hi rend="g">Grabstein</hi> des Ritters v. Fischbach und seiner <milestone unit='line' n='40'/>
Frau † 1448, ausgeführt später.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Toten-Kap.</hi> 1576, noch got.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Spgot. und Renss. Ohne Interesse.
</p>

<p>
Daneben <hi rend="bold">Junker Hansens Turm</hi>. Rundbau von ca. 50 m
Höhe, hübsche Krönung in Fachwerk.
</p>


<pb n='301' id='i308.png'/>

<!-- [P: 301] -->

<p>
<hi rend="bold">Wohnhaus</hi> in der Nähe der Pfarr-K. Erdgeschoß Stein, reiche
Fr.Renss., Oberbau aus Fachwerk jünger.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEUSTADT A. MAIN.</hi> UFranken BA Lohr.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> (ehem. Klst.-K.) erb. M. 12. Jh. Verlängerung des
Chores nachgot. um 1616, Brand 1857 und danach freie Wiederherstellung <milestone unit='line' n='5'/>
durch <hi rend="italic">H. Hübsch</hi>; bis dahin eine der bedeutendsten
rom. K. Unterfrankens. &mdash; Gr. kreuzförmig, der Chor nach
Hirsauer Art ehemals mit Nebenchören (jetzt Turmuntergeschosse;
unzugänglich). Lhs. flachgedeckte Basilika mit
Stützenwechsel, je eine Arkadengruppe unter einem Blendbg. <milestone unit='line' n='10'/>
zusammengestellt; die Höhenverhältnisse aus Mißverständnis
der ihm mitgeteilten Maße durch <hi rend="italic">Hübsch</hi> gesteigert. Alt die
ganze NMauer, die zwei Turmuntergeschosse und einige der
steilen attischen Basen. In der Sakristei wertvolles <hi rend="g">Epitaph</hi>
von 1381. &mdash; <hi rend="g">Grabsteine</hi> an den Langhauswänden <milestone unit='line' n='15'/>
von gutem Mittelschlag. &mdash; Außen eingemauerte bedeutende
Reste von frgot. <hi rend="g">Skulpturen</hi> (um 1300), St. Martinus,
S. Maria, S. Gertraudis und Karl der Große, nebst Kentauren,
Drachen u. a. unter einer Blende zusammengestellt.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Klst.-Gebäude</hi> gleichzeitig mit der Chorerneuerung, ganz Ruine. <milestone unit='line' n='20'/>
Reiche Maßwerkfenster des Kreuzgangs erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEUSTADT A. D. SAALE.</hi> UFranken BAmtsstadt.</p>
<p>
<hi rend="bold">Kloster-K.</hi> Die Pfll. der NSeite haben rom. Kämpferplatten.
Aus ihnen läßt sich eine flachgedeckte Basilika von 8 Arkaden,
ohne Qsch., rekonstruieren. Das nördl. Ssch. spgot. <milestone unit='line' n='25'/>
eingewölbt, wobei je ein Pfl. alternierend ausgebrochen wurde.
Im 17. Jh. das südl. Ssch. beseitigt und mit dem Msch. zu
einem großen flachgedeckten Hauptschiff zusammengezogen.
Am Südportal 2 rom. Löwenköpfe aus Metall. &mdash; Die zahlreichen
<hi rend="g">Barockaltäre</hi> Mittelgut; ebenso die (stark übertünchten) <milestone unit='line' n='30'/>
<hi rend="g">Epitaphe</hi> des 16. Jh.; besser eines von 1669.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1795, 1832. Mächtige korinthische Sll. tragen die
Decke und sondern schmale Ssch. ab. Originelle Choranlage.
Die 1/2kr. Säulenstellung, mit der das Msch. schliesst, tangiert
mit einer Kreisstellung, die den Altar enthält. Das Äußere <milestone unit='line' n='35'/>
denkbarst nüchtern. &mdash; Pfarrhaus mit feinem Renss.-Portal.
</p>

<p>
Reste der ma. <hi rend="bold">Umfestigung</hi>; unerheblich bis auf das <hi rend="g">Hohetor</hi>
(1578), das zu den mächtigsten Exemplaren seiner Gattung
gehört; der obere Teil im Dreißigjährigen Kriege zerstört und
danach etwas verändert wieder hergestellt; die Hauptmasse <milestone unit='line' n='40'/>
des im Gr. rck. Baus durch Gurtgesimse 6mal geteilt; über
dem vierten ein kleiner Erker; Satteldach mit Volutengiebeln.
</p>

<p>
In der Nähe <hi rend="bold">Schloß Neuhaus</hi> 1767 von <hi rend="italic">Heinrich Todesco</hi> für
Herrn v. Borrié; bmkw. innere Ausstattung.
</p>


<pb n='302' id='i309.png'/>

<!-- [P: 302] -->

<p>
<hi rend='ort'>NEUSTADT A. D. ORLA.</hi> Sachsen-Weimar Bezirksstadt.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> E. 15. und A. 16. Jh. 3 Schiffe von gleicher Höhe
mit flacher Balkendecke; Chor gestreckt mit 3/8 Schluß; Netzgwb.; 
unter dem Chor ein ehemals offener Durchgang wie an
den Stadt-K. von Jena und Kahla. Fenster 3teilig mit reichem <milestone unit='line' n='5'/>
Maßwerk. Im nördl. Winkel zwischen Lhs. und Chor ein hoher
Turm in der Art des Jenaischen. &mdash; Formenreicher <hi rend="g">Taufstein</hi>
1494. &mdash; Großes <hi rend="g">Altarwerk</hi> mit beiderseits gemalten
Flügeln aus 2. V. 16. Jh. (nicht von <hi rend="italic">Cranach</hi>). Zahlreiche
Grabsteine und Gedenktafeln. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
Hospital-K. got. und 1706. &mdash; Gemaltes <hi rend="g">Triptychon</hi> von
1495 (?). Got. <hi rend="g">Schnitzfigg</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Entstanden aus einem 1292 gegr. Klst. der Augustiner-Eremiten; 
sehr verbaut. Hintergebäude 1674.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus;</hi> spgot., bedeutend; der linke Flügel der Marktfront <milestone unit='line' n='15'/>
ist der ältere Teil (1465?), der rechte ein jüngerer Anbau;
dadurch der große Erker jetzt in die Mitte gerückt; mit ihm
gruppiert sich glücklich die Freitreppe des Anbaus. Die Behandlung
des Erkers höchst charakteristisch für die späteste
Gotik. Ebenfalls reich, doch wenig erfreulich, der große <milestone unit='line' n='20'/>
OGiebel. An der NFront wird das Dach von 1, an der SFront
von 2 hohen got. Zwerchhäusern durchbrochen. Im Innern
mehrere Balkendecken bmkw., durch Rest. des 19. Jh. außen und
innen mehrfach verändert. &mdash; <hi rend="bold">Ratskeller,</hi> 16. und 17. Jh. &mdash;
<hi rend="bold">Haus</hi> der Familie Schweitzer, Marktstr. B 106, von 1574. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEUSTADT.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> aus 14. und 15. Jh., 1sch., entstellt. &mdash; <hi rend="g">Grabstein</hi>
1581 wird gelobt.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEUSTADT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis.
</p><p>
Wertvolle <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> um 1600. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEUSTÄDTEL.</hi> K. Sachsen AH Schwarzenberg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> aus A. 16. Jh., 1sch. mit 3/8 Chor. &mdash; Bedeutender
<hi rend="g">Altarbau</hi> aus Sandstein und Marmor A. 18. Jh., vielleicht
von <hi rend="italic">J. C. Hähnel</hi>. <hi rend="g">Kanzel</hi>, ausgezeichnetes Schnitzwerk. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NEUTZ.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Typische rom. Anlage etwa wie Talheim, hübsches
kleines Portal mit eigentümlichen Zügen, die Öffnung mit
Perlstab umsäumt, wie auf dem Petersberg, A. 13. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NIEBRA.</hi> K. Sachsen AH Zwickau. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
Ansehnliche got. <hi rend="bold">Dorf-K.</hi> &mdash; Großer <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> mit
4 Flügeln.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NIEDER-ASPHE.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spgot. symmetrisch 2sch. Hallenkirche. Älterer
OTurm, in dessen Erdgeschoß der Chor. Schön gegliederter


<pb n='303' id='i310.png'/>

<!-- [P: 303] -->

Holzhelm. 1902 nach W um 2 Doppeljoche vergrößert und
im Innern rest.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NIEDERDORFELDEN.</hi> RB Cassel Kr. Hanau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burgruine.</hi>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NIEDERELSUNGEN.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rck. got. Schiff und rom. WTurm ohne Tür; die
jetzige Verbindungstür zur K. jünger.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NIEDERFROHNA.</hi> K. Sachsen AH Chemnitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, voll. 1519. Gute Architektur. Altarwerk von <hi rend="italic">Andr.
Petzold</hi> 1690. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NIEDERFÜLLBACH.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 2. H. 17. Jh. Aus dieser Zeit 4 <hi rend="g">Grabsteine</hi> der
Familie von Reitzenstein.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NIEDERGRÄFENHAIN.</hi> K. Sachsen AH Borna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Von der ursp. rom. Anlage das Schiff und der turmtragende <milestone unit='line' n='15'/>
Chor; um 1500 der Chor erweitert und das Ganze
eingewölbt und zu stattlicher Wirkung gebracht; wohl von
demselben Meister wie Geithain, Nenkersdorf, Roda.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NIEDERGURIG.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> um 1700 für Graf Lützelburg. Am tiefen Hof zu beiden <milestone unit='line' n='20'/>
Seiten Wirtschaftsgebäude, in der Achse das Wohnhaus, im
Gr. quadr., in der Mitte stattliches Treppenhaus und Lichthof, 
die Frontbehandlung einfach. Unter den <hi rend="g">Porträts</hi>
eines von <hi rend="italic">Angelica Kaufmann</hi> 1786.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NIEDERHOLZHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Neubau nach Dreißigjährigem Krieg. Ausstattung
zum Teil älter und nicht ganz ohne Interesse.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NIEDERLICHTENAU.</hi> K. Sachsen AH Flöha.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1746 mit geringen rom. Resten. &mdash; <hi rend="g">Sandsteinaltar</hi>
und <hi rend="g">Sandsteinkanzel</hi> 1615, saubere Arbeiten <milestone unit='line' n='30'/>
derselben Hand. &mdash; <hi rend="g">Glocke</hi> 1464.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NIEDERLÖSSNITZ.</hi> K. Sachsen. AH Dresden-N.
</p><p>
<hi rend="bold">v. Minckwitzscher Weinberg.</hi> Terrasse mit Wohnhaus, Lusthaus, 
Winzerhaus, Pavillon 1713-29.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wackerbarths Ruhe.</hi> Hauptgebäude 1853 im Äußeren umgestaltet, <milestone unit='line' n='35'/>
Kapelle 1775 von <hi rend="italic">Knöffel</hi>, Jakobsturm 1743.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Weinberghaus Friedstein</hi> 1771.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NIEDERMITTLAU.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 17. Jh., rom. WTurm, Schallöffnungen mit Würfelknaufsäulchen. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NIEDERMÖLLERN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der einfache rom. Bau mit Chorturm und Apsis im
wesentlichen erhalten, wenn auch ohne Kunstformen. <hi rend="g">Taufstein</hi>
mit rom. Kuppa auf spgot. Fuß.
</p>


<pb n='304' id='i311.png'/>

<!-- [P: 304] -->

<p>
<hi rend='ort'>NIEDERMÖLLRICH.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen.
</p><p>
<hi rend="bold">Kirchturm</hi> spgot. Im Erdgeschoß der ursp. Altarraum.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NIEDERODERWITZ.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1719, im Typus von Bertsdorf, Hainewalde und Spitzkunersdorf, <milestone unit='line' n='5'/>
noch größer und stattlicher (16,7 m breit), 3 Ränge
Emporen. Einheitliche Ausstattung aus gleicher Zeit. &mdash;
<hi rend="g">Pfarrhaus</hi> 1746.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NIEDEROPPURG.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1694, durch korinthische Sll. in 3 Schiffe geteilt, die
Ssch. mit flacher Decke, das Msch. mit hohem Spiegelgwb., <milestone unit='line' n='10'/>
derbe Stuckdekoration auf farbigem Grunde; wohl von Italienern
ausgeführt, die damals viel an den thüringischen Höfen
beschäftigt waren. Ausgezeichnet das schmiedeeiserne Gitter.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1708 für C. v. Rumohr auf der Stelle einer alten Wasserburg; 
groß, regelmäßig, in sehr nüchternen Formen. Die innere <milestone unit='line' n='15'/>
Ausstattung bis M. 18. Jh.; Schmiedearbeiten, Tapeten, besonders
Öfen bmkw.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NIEDERPLANITZ.</hi> K. Sachsen AH Zwickau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1519, umgebaut 1587 als charakteristischer protestantischer
Predigtsaal mit Emporen und ohne Chor, die hölzerne <milestone unit='line' n='20'/>
Felderdecke mit biblischen Gemälden. Bauherr der kurfürstliche
Rat und Professor in Wittenberg Dr. v. Beust. &mdash; Bmkw.
<hi rend="g">Altaraufsatz</hi> aus Sandstein bez. 1592. <hi rend="italic">S. L.</hi> (<hi rend="italic">Samuel
Lorenz</hi>). &mdash; <hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi> v. d. Planitz 16. Jh.
&mdash; <hi rend="g">Kelch</hi> 1656. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NIEDERPRETZSCHENDORF.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1731-33, zentrale Anlage, ähnlich der zu Lohmen,
also in der Richtung George Bährs; erbaut von <hi rend="italic">J. Ch. Simon</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NIEDERRABENSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Chemnitz. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> <hi rend="g">Taufstein</hi> mit 13 reizenden knienden Kinderfiguren
(vgl. Weißbach), 1595 von <hi rend="italic">Michael Hogenwald</hi>. In der
Sakristei Sandsteinreliefs vom ehemaligen <hi rend="g">Altarwerk</hi>,
vermutlich vom selben Meister.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NIEDERROSSLA.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
Gutes Beispiel einer größeren <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. des 18. Jh.; 3sch. mit
Emporen; großer 3 geschossiger Kanzelbau hinter dem Altar.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NIEDERRUPPERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> (v. Nostitz) 1752 von <hi rend="italic">Andr. Hünigen</hi>. Inneneinrichtung
Rok. und Empire. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NIEDERSTEINBACH.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> sprom., 1sch. mit eingezogenem Chor und 1/2 kr. 
Apsis. &mdash; [<hi rend="g">Altarbehang</hi>, Zeugdruck aus 15. Jh., jetzt
im Dresdener Altert. Ver.].
</p>


<pb n='305' id='i312.png'/>

<!-- [P: 305] -->

<p>
<hi rend='ort'>NIEDERTREBRA.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1750. Groß und relativ reich; aufwändiges Altar- und
Kanzelwerk.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NIEDERWALGERN.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Roher rom. Bau aus A. 13. Jh. Rck. Sch. mit zwei <milestone unit='line' n='5'/>
kuppeligen Kreuzgewbb., schmälerer quadr. Chor; am WTurm
rippenlose spitzbg. Gwbb. &mdash; 1898 durch Anbauten und Entfernung
der Gwbb. im Sch. verändert.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NIEDERZWEHREN.</hi> Kr. Cassel-Land.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der Chor im OTurm, einem hübschen und charaktervollen <milestone unit='line' n='10'/>
Vertreter seiner Gattung, erb. 1472, Helm mit Ecktürmchen
nach Brand 1552, im Erdgeschoß Reste von
<hi rend="g">Wandmalerei</hi> aus der Erbauungszeit. Am Kirchhofe
Wehrmauer mit Schießscharten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NISCHWITZ.</hi> K. Sachsen AH Grimma. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Wesentlich 1752. Das <hi rend="g">Altarbild</hi> von <hi rend="italic">Stefano
Torelli</hi>, einst weit und breit berühmt.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß,</hi> erbaut für den Minister Gf. v. Brühl von <hi rend="italic">J. C. Knöffel</hi>,
im 7jährigen Kriege zerstört, seit 1778 wiederhergestellt.
<hi rend="g">Deckenmalerei</hi> von <hi rend="italic">A. F. Oeser</hi>. Vor dem Mittelbau <milestone unit='line' n='20'/>
2 hübsche <hi rend="g">Sandsteinfiguren</hi>, Schäfer und Schäferin,
von <hi rend="italic">Gottfr. Knöffler</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NÖDA.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, spgot. um 1500. &mdash; <hi rend="g">Grabstein</hi> einer Frau von
Milwitz 1597; ausführliche, saubere Darstellung des Kostüms. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NOHRA.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wie Wolkramshausen. <hi rend="g">Glocke</hi> 1. H. 13. Jh. (?) mit
drei figürl. Reliefs.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NORDECK.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Die älteren Teile rom. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NORDHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">Dom</hi> (Kreuzstifts-K.). Gegr. 961 von der Königin Mathilde
als Nonnen-Klst., 1219 in Kanonikerstift umgewandelt. Der
jetzige Bau: Ostpartie rom. und frgot., Lhs. spgot. &mdash; Chor
gestreckt rck. mit plattem Schluß (17,5 : 7,8 m). Der Raum <milestone unit='line' n='35'/>
wird durch einen breiten, auf schlichten Konsolen ruhenden
Gurtbogen halbiert; über der östl. Hälfte ein rippenloses
Kreuzgwb. auf unterspitzen Schildbgg.; in der westl. Hälfte
2 rck. Kreuzgwbb. mit frühestgot. profilierten Rippen; der
Triumphbogen unterspitz mit gerader Leibung. Schmale <milestone unit='line' n='40'/>
spitzbg. Fenster mit romanisierendem Gewände; an der OWand
zu Dreien pyramidal geordnet (sog. Dreifaltigkeitsfenster), am
Gewände Rücksprung mit Säulchen (Schaftringe, Knospenkaptt.). 
Unter dem Quergurt des Chors Kragstein mit Mondsicheln, 
wie in Maulbronn und Walkenried. Außen an den


<pb n='306' id='i313.png'/>

<!-- [P: 306] -->

Ecken Lisenen, die auf zirka 4 m Höhe abbrechen; unter
dem Dach Bogenfries mit Diamantschnitt. Zu Seiten des
Choreingangs erheben sich 2 schlanke quadr. Türme. Sie
sind in drei, auch im Werkstoff unterschiedenen Abschnitten
erbaut; die unteren haben im O kleine Kapp. Die geschilderten <milestone unit='line' n='5'/>
Bauteile vermutlich nach Brand 1234, zuerst von einem
noch in rein rom. Formanschauung lebenden Meister, dann
von einem gotisierenden, der aus Walkenried kam (neben
mehreren anderen Anklängen die Halbmondkonsolen der
Quergurte). &mdash; Unter dem Chor rom. <hi rend="g">Krypta</hi> aus M. oder <milestone unit='line' n='10'/>
2. H. 12. Jh. Sie erstreckt sich nur über die westl. Hälfte
des jetzigen Oberbaues. Die Gwbb. grätig zwischen breiten
Gurten, stämmige Würfelknaufsäulen; Treppen führen in
den Unterbau der Türme. &mdash; Das gegen M. 14. Jh. völlig
erneuerte, im 15. vollendete (oder überarbeitete?) <hi rend="g">Langhaus</hi> <milestone unit='line' n='15'/>
geht zu größerem Maßstab über. Im Gr. 26,5:32 m.
Hallensystem mit etwas breiterem Msch.; 5 Joche; Pfll.
8eckig mit Bündeldiensten, an den Kapitellen krauses Laubwerk; 
Netzgwbb. etwa A. 16. Jh.; an den Fenstern reiches
Fischblasenmaßwerk; das Hauptportal am östl. Ende des <milestone unit='line' n='20'/>
südl. SSch.; die WFront, der Türen entbehrend, war nicht
Schauseite. Der hohe OGiebel verdeckt die rom. Türme. &mdash;
<hi rend="g">Hochaltar</hi> mit Statuen aus Holz, 1726. &mdash; <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi>
1455. &mdash; <hi rend="g">Chorgestühl</hi> E. 14. 
A. 15. Jh., überladen mit ornamentalen und figürlichen <milestone unit='line' n='25'/>
Schnitzereien wenig gewählten Geschmackes. An den Wänden
des Chors 6 <hi rend="g">Steinstatuen</hi>, 3 männliche und 3 weibliche, 
in fürstlicher Tracht, ihrer Bestimmung nach den Stifterbildern
des Naumburger Doms zu vergleichen, jedoch die
Personen nicht gesichert; Entstehungszeit E. 13. bis A. 14. Jh.; <milestone unit='line' n='30'/>
von einem (lokalen?) Meister, der an Herstellung von Grabfiguren
gewöhnt gewesen sein mag; die Körperformen ganz
ungenügend, die Gewandmotive gekünstelt; belustigend die
Humoresken an den Kragsteinen (in den Gegenständen zum
Teil mit dem sog. Physiologusfries des Straßburger Münsters <milestone unit='line' n='35'/>
übereinstimmend). &mdash; An der O&mdash; und WWand des Lhs. Statuen
des 17. Jh. ohne Wert. &mdash; <hi rend="g">Ikon. Grabsteine</hi>: 2 aus
14. Jh., 5 aus 16. Jh. &mdash; <hi rend="g">Kreuzgang</hi>, nur geringe Reste,
rom. 12. Jh. mit spgot. Umbau.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Frauenbergs-K.</hi> (Klst. S. Mariä novi operis). Einheitlicher, <milestone unit='line' n='40'/>
aber im Detail zurückgebliebener Bau des fr. 13. Jh. (rest.
von <hi rend="italic">Zeller</hi> 1912). Rom. Pfeilerbasilika von einfacher Formenbehandlung. 
Gr. normal kreuzförmig 38 m lang, 6 Arkaden
auf einfachen quadr. Pfll., die Kämpfer aus Platte und Schmiege.
Die Nebenapsiden am Qsch. abgebrochen. Keine Krypta.


<pb n='307' id='i314.png'/>

<!-- [P: 307] -->

&mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi>; Schnitzwerk von 1459 (die überlieferte
Inschrift nicht mehr vorhanden); im Mittelschrein Kreuzigung,
an den Seiten je 4 Gruppen aus der Passion in frei herausgearbeiteten
Gruppen; das ornamentale Beiwerk zerstört.
&mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> und <hi rend="g">Taufgestell</hi> 1768. &mdash; An der südl. <milestone unit='line' n='5'/>
Außenwand <hi rend="g">Grabstein</hi>, 1370 mit eingeritzter Figur
<hi rend="g">Klostergebäude</hi> verbaut, Kreuzgang abgebrochen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Nikolai-K</hi>. Spätgot. Hallenkirche ohne Bedeutung. Der
Unterbau der turmlosen WFassade einfachst rom. &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi>
um 1600, wahrscheinlich ein Hauptwerk des Nordhäuser <milestone unit='line' n='10'/>
(später vornehmlich in Magdeburg tätigen) Bildhauers
<hi rend="italic">Christoph Kapup</hi>, erst 1646 zusammengesetzt von <hi rend="italic">Joh. Duck</hi>.
Alabasterbau reich mit Reliefs und Statuetten besetzt. &mdash;
<hi rend="g">Kanzel</hi> und <hi rend="g">Taufgestell</hi> 1588. &mdash; Umfangreiches
<hi rend="g">Marmorepitaph</hi> des Dr. Conrad Frommann † 1683 mit <milestone unit='line' n='15'/>
Relief der Grablegung. &mdash; <hi rend="g">Epitaph</hi> der Elisabeth Stromer
† 1596 in Form eines gemalten Flügelaltars; die Gemälde
ohne Bedeutung. &mdash; Weitere <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> 1664,
1676, 1774. &mdash; Bronzene <hi rend="g">Epitaphplatte</hi> von 1577. &mdash;
Im südl. Ssch. Maria auf der Mondsichel, spgot. <hi rend="g">Schnitzwerk</hi>. <milestone unit='line' n='20'/>
&mdash; 9 <hi rend="g">Kelche</hi>, der älteste 1351, die anderen 15.
bis 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Blasien-K.</hi> Unregelmäßiger Gemengbau. Das stattliche
got. Sch. mit gestrecktem, aus Achteck geschlossenem Chor
deutet auf bedeutendere Bauabsichten (Maßwerk teils geometrisch, <milestone unit='line' n='25'/>
teils Fischblasen); indessen kamen vom Lhs. nur
3 Joche zur Ausführung (Hallensystem), so daß der sprom.,
von 2 wohlgegliederten Achtecktürmen überstiegene WBau
geschont blieb. <hi rend="g">Hochaltar</hi> und <hi rend="g">Gestühl</hi> 1735. &mdash;
<hi rend="g">Kanzel</hi> 1592. An den 6 Brüstungsfeldern <hi rend="g">Reliefs</hi>. &mdash; <milestone unit='line' n='30'/>
Reich geschnitztes hölzernes <hi rend="g">Epitaph</hi> des Cyriacus Ernst
1585. &mdash; <hi rend="g">Alabastergrabmal</hi> W. v. Eberstein 1700. &mdash;
<hi rend="g">Grabgemälde</hi> 1592. &mdash; <hi rend="g">Epitaphgemälde</hi> für
Ursula Meienburg von <hi rend="italic">L. Cranach d. Ä.</hi> 1529. &mdash; <hi rend="italic">Desgl.</hi>
für Michael Meienburg † 1555, große bedeutende Arbeit von <milestone unit='line' n='35'/>
<hi rend="italic">L. Cranach d. J.</hi> bez. 1558, Auferweckung des Lazarus unter
Assistenz der Reformatoren und der Familie M.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Petri-K.</hi> Der gerade geschlossene Chor in romanisierender
fr. Gotik. Das Lhs. im Hallensystem, 14. Jh., öfters umgebaut
und geflickt. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> reiche Renss. E. 16. Jh. <milestone unit='line' n='40'/>
&mdash; Bronzener <hi rend="g">Taufkessel</hi> 1429; an der Wandung 16
Heiligenreliefs, als Träger 4 Männer in der Zeittracht; rohe
Handwerksarbeit bez. <hi rend="italic">Mester Tile</hi>. &mdash; <hi rend="g">Alabasterepitaph</hi>
mit lebensgroßer Figur des Stadtschreibers Joh.
Pfeiffer † 1552.
</p>


<pb n='308' id='i315.png'/>

<!-- [P: 308] -->

<p>
<hi rend="bold">Altendorfer K</hi>. Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst.,</hi> um 1350. Ungewöhnlicher
Weise 3sch. Hauptschiff polyg., Nebenschiffe
platt geschlossen. Nonnenempore Südschiff. Das Ganze
sehr entstellt.
</p>

<p>
<hi rend="bold">S. Jakobi-K.</hi> 1744 an Stelle eines rom. Baues. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kirchhof S. Cyriaci</hi>. Im 18. und 19. Jh. gründlich umgebaut.
In der Kapelle bmkw. <hi rend="g">gravierte Grabplatten</hi>,
darunter die bedeutendste für die Brüder Segemund 1412;
die anderen Platten beziehen sich auf Personen, die zwischen
1394 und 1397 starben; sie scheinen alle aus derselben (niederdeutschen? <milestone unit='line' n='10'/>
niederländischen?) Werkstatt zu stammen. &mdash;
[3 andere Hospize mit Kapellen, S. Martin, S. Georg, S. Elisabeth, 
sind untergegangen, ebenso die 3 Bettelordenskirchen
der Stadt. Dem Martinsstift gehörte eine kunstgeschichtlich
wichtige Reihe gravierter <hi rend="g">Messingplatten</hi> (Gedenktafeln <milestone unit='line' n='15'/>
der Familien v. Urbach und v. Werther) aus E.
14. Jh., nicht flandrisch, sondern aus einer thüringischen
Werkstatt; jetzt im Museum, wo auch andere Kunstwerke
aus den Kirchen der Stadt.]
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> 1608-10 auf älterem Gr. Im Erdgeschoß eine <milestone unit='line' n='20'/>
Laube von 6 Bogenöffnungen und polyg. Treppenturm. In
den zwei Obergeschossen rck. gestürzte Kuppelfenster. Umgebaut
1733 und 1883. Einige Gemächer des 17. Jh. erhalten.
&mdash; <hi rend="bold">Ratskeller</hi> 1710.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NORDHEIM.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1710-11, 1sch. mit rck. Chor, bmkw. durch die reiche
innere Ausstattung. Großer Altarbau bez. 1718. Zahlreiche
<hi rend="g">ikon. Grabsteine</hi> aus 2. H. 16. Jh., die meisten von
der Hand des Meisters <hi rend="italic">I H</hi> (vgl. Meiningen, Bibra, Ellingshausen). 
<hi rend="g">Bronzeplatte</hi> für Caspar v. Stein, gegossen <milestone unit='line' n='30'/>
1633 von <hi rend="italic">Georg Werter</hi> aus Coburg. Größere <hi rend="g">Epitaphe</hi>
der Familie v. Stein 1706, 1745. &mdash; Befestigter Friedhof mit
4 Gaden, bez. 1583.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Alte Wasserburg des 16. Jh. Fassade 1707. &mdash; <hi rend="bold">Häuser</hi>
in geschnitztem Fachwerk 1613, 1710, 1754. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Dorftor</hi> mit Steinschem Wappen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> A. 18. Jh. Der bescheidene bäuerliche Fachwerkbau
wirkungsvoll gemacht durch eine zweiflügelige Freitreppe
mit Laube.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NORDHEIM.</hi> UFranken BA Gerolzhofen. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> bar., mit got. Chor. &mdash; Schnitzbild der <hi rend="g">Pietas</hi>
um 1500, bei starken Mißgriffen in den Proportionen doch
ein bedeutender Wurf.
</p>

<p>
Ehem. fürstbischöfl. <hi rend="bold">Amtshaus,</hi> schmucker Renss.-Bau um
1600. An einem anderen Hause <hi rend="g">Steinmadonna</hi> um 1350.
</p>


<pb n='309' id='i316.png'/>

<!-- [P: 309] -->

<p>
<hi rend='ort'>NORDHEIM V. D. RHÖN.</hi> UFranken BA Mellrichstadt.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm frgot., Sakristei 15. Jh. Chor und Langhaus
1696. Reste der alten Friedhofsbefestigung. Anziehendes
Architekturbild.
</p>

<p>
Im Dorfe 2 v. d. Tannsche <hi rend="bold">Schlösser,</hi> das eine, der sog. Judentempel, <milestone unit='line' n='5'/>
im Grund 14. Jh., das andere einfacher Bau von
1640.
</p>

<p>
Ehem. <hi rend="bold">Zehenthaus.</hi> Mit originellen Schnitzereien. 17. Jh.</p>
<p>
Reste der alten <hi rend="bold">Befestigung</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Sebastians-Kapelle.</hi> Erb. 1636. Gute <hi rend="g">Holzfigur</hi> des <milestone unit='line' n='10'/>
hl. Sebastian A. 16. Jh. Sehr originelle Darstellung des
<hi rend="g">Abendmahls</hi> mit 30 cm hohen Holzfigürchen, M. 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NORDSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Cassel.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst.</hi> Die Kirche 1sch. mit 5 Kreuzgwbb. 
ohne charakterisierten Chor. Die 2 westl. Joche frühest <milestone unit='line' n='15'/>
got., noch M. 13. Jh., die 3 östl. spgot. 15. Jh.; ehemals im
W Nonnenemporen. Der WTurm älter als die K., anscheinend
Wehrbau.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NOSCHKOWITZ.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Wesentlich 17. Jh. Stattliche Anlage, in den Kunstformen <milestone unit='line' n='20'/>
spärlich.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NOSSEN.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1719, von Interesse die eingebauten Portale aus Kloster
Altenzelle, sprom. um 1230, gleichzeitig, doch in verschiedenen
Schultraditionen, das mit offenem Bogenfeld aus thüringischer, <milestone unit='line' n='25'/>
das andere aus fränkischer Tradition.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1185 erste Nennung; 1512 der Trakt gegen NO; 1556
das »alte Haus« mit sehr gut behandeltem Tor; 1628 Südseite, 
wohl von einem Schüler <hi rend="italic">Paul Buchners</hi>; 1667 gründliche
Umgestaltung der ma. Teile. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NOSTIZ.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1679. Die hübsche Inneneinrichtung gleichzeitig, fortgesetzt
A. 18. Jh. &mdash; v. Zieglersche <hi rend="g">Denkmäler</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NÖTHNITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Einfacher Bau des 17. Jh. Das Innere 1745 neu eingerichtet. <milestone unit='line' n='35'/>
Der aus der Lebensgeschichte Winckelmanns
bekannte Bibliotheksaal nicht mehr in seiner Gestalt von
damals.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>NOTTLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Erfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1521. Der spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> wird zu den <milestone unit='line' n='40'/>
besten des Gebietes gerechnet.
</p>


<pb n='310' id='i317.png'/>

<!-- [P: 310] -->

</div>

<div>
<index index="toc" />
<head><title>O</title></head>

<p>
<hi rend='ort'>OBBACH.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Älterer dreigeschossiger Bau mit Freitreppe E. 17.
Jh. Westflügel stattlich in Sandstein, dreigeschossig, 1746
bis 1747, in der Richtung <hi rend="italic">Balth. Neumanns</hi>. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERAILSFELD.</hi> OFranken BA Pegnitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1760.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERAUFSESS.</hi> OFranken BA Ebermannstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1690.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERBIMBACH.</hi> RB Cassel Kr. Fulda. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Neuzeit. Rom. OTurm, im Erdgeschoß rundbg.
rippenloses Kreuzgwb. &mdash; Spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>. &mdash;
Kirchhofsmauer mit Schießscharten und 2 Rundtürmen.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Burgruine.</hi>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERBOBRITZSCH.</hi> K. Sachsen AH Freiberg. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh., WTurm 14. Jh., Abschluß mit 4 Giebeln und
Dachreiter. &mdash; Das 6flügelige <hi rend="g">Altarwerk</hi> bez. 1521 gehört zu
den bedeutendsten des ganzen Landes, die Gemälde von demselben
liebenswürdigen Freiberger Meister, dem man in Seifersdorf, 
Hennersdorf und Dippoldiswalde begegnet. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERCRUMPA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Eine der merkwürdigsten des Kreises. Der eigentümliche
Gr. erklärt sich aus dem 1751 vorgenommenen Umbau
einer rom. Kreuzkirche. Die gerade OWand mit 3 rom. Fenstern
und die Qsch.Fronten mit rom. Portalen erhalten. 1751 wurde <milestone unit='line' n='25'/>
die Vierung 8eckig umgestaltet und mit Kuppel versehen, das
Altarhaus abgeeckt u. a. m. Es ergibt sich eine außen und
innen mehrfach und mit guter Wirkung abgestufte Gruppe.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERCUNNERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Vergrößert 1691 und 1749. Ausgedehnte, gut angeordnete <milestone unit='line' n='30'/>
Emporen. &mdash; Die <hi rend="g">Denkmäler</hi> des Kirchhofs mit
Aufwand.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERDÜRRBACH.</hi> UFranken BA Würzburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Klassizistisch 1816. Ausstattung A. und M. 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBEREICHSTADT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Anlage rom. Der türlose WTurm in gleicher Breite
mit dem Schiff und gegen dieses mit Doppelarkade geöffnet;
aus Umbau 14. Jh. die 3fenstrige OWand; weiterhin barockisiert. 
Im bar. Kanzelaltar gute spgot. <hi rend="g">Schnitzbilder</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBEREISENHEIM.</hi> UFranken BA Gerolzhofen. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
Nicht uninteressant die Reste der ehem. <hi rend="bold">Marktbefestigung</hi>,
ein Rundturm bez. 1536.
</p>


<pb n='311' id='i318.png'/>

<!-- [P: 311] -->

<p>
<hi rend='ort'>OBERELLEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Wesentlich 16. und 17. Jh., Turm im O; rom. WPortal,
im <hi rend="g">Bogenfeld</hi> Christus in der Glorie und 2 kniende Figg.;
rom. Kämpfergesimse am got. erneuerten Triumphbg.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Herrenhaus</hi> got. und renss. Wappentafel 1595 (v. Hanstein). <milestone unit='line' n='5'/>
Obergeschoß in Holzfachwerk.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERESSFELD.</hi> UFranken BA Königshofen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> in spätem Rok. Gleichzeitiges <hi rend="g">Deckenbild</hi>
von <hi rend="italic">J. P. Herrlein</hi> 1777 (vgl. Markershausen).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBEREUERHEIM.</hi> UFranken BA Schweinfurt. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
Stattliche <hi rend="bold">Dorf-K.</hi> mit Stuckaturen um 1750. OTurm um 1600.
Gleichzeitige flotte Inneneinrichtung.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß Euerburg</hi> (v. Heßberg) 1571-1591. Hufeisenanlage.
Eingangstür mit korinthischen Säulen und Reliefs.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERFLADUNGEN.</hi> UFranken BA Mellrichstadt. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von 1691, im Innern mit feiner Wandgliederung.
<hi rend="g">Kelch</hi> 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERGERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Kamenz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Got. Mauerteile, wesentlich nach 1750. Das Innere
sauber, mit Felderdecke und Emporen. &mdash; Reste eines wertvollen <milestone unit='line' n='20'/>
gemalten <hi rend="g">Flügelaltars</hi> um 1550, vielleicht von
<hi rend="italic">Andreas Dreßler</hi> in Kamenz. &mdash; Charakteristisch zopfige
<hi rend="g">Denkmäler</hi> von guter Qualität.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERGREISLAU.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Spuren, darunter ein Säulenportal, im Tympanon <milestone unit='line' n='25'/>
das Lamm und die Evangelistenzeichen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERGRÜNBERG.</hi> K. Sachsen AH Zwickau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Umfassungsmauern rom. Der quadr. Chor mit frgot.
Gwb., darüber Turm mit rom. Kuppelfenstern.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERHASEL.</hi> Sachsen-Altenburg Kr. Roda. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> vom Saalfelder »Meister der
Baldachine«, trefflich erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERKAUFUNGEN</hi> s. Kaufungen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERKOTZAU.</hi> OFranken BA Hof.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Got. mit Benutzung rom. Mauern. Im Chor Kreuzrippengwb., <milestone unit='line' n='35'/>
im Lhs. Netzgwb. WTurm 1688. &mdash; <hi rend="g">Altar</hi> mit
gut geschnitzter Kanzel 1691. Zahlreiche <hi rend="g">ikon. Grabsteine</hi>
meist 2. H. 16. Jh. &mdash; <hi rend="bold">Schloß,</hi> großer Komplex, überwiegend
aus 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERLAURINGEN.</hi> UFranken BA Hofheim, <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich 1705 mit frgot. Turmchor. <hi rend="g">Kanzel</hi>
1705, reich mit Reliefs besetzt. 4 <hi rend="g">Grabsteine</hi> der Hutten
und Wetzenhausen, 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERLEINACH.</hi> UFranken BA Würzburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Lhs., 1608 erhöht, 1723 erweitert. An der


<pb n='312' id='i319.png'/>

<!-- [P: 312] -->

SSeite schmuckreiches Portal, E. 12. Jh., zweimal abgestuft,
an den Bogenläufen stilisiertes Rankenwerk. &mdash; Hübsche
<hi rend="g">Sakramentsnische</hi> um 1400, gleichzeitige <hi rend="g">Steinfig</hi>.
am Emporenaufgang. Guter klassizistischer <hi rend="g">Taufstein</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERLICHTENAU.</hi> K. Sachsen AH Kamenz. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 2. H. 17. Jh., verschönert unter Chr. v. Holtzendorff
1742. Charakteristische Sandsteindenkmäler des 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> samt dem reich ausgestatteten Park angelegt von
Chr. v. Holtzendorff, im 7j. Kriege verwüstet. Im Innern noch
einige mit Aufwand dekorierte Räume, der Saal im Obergeschoß <milestone unit='line' n='10'/>
um 1730, kleinere Zimmer im fortgeschrittenen Rok.
(rest.). Im modernisierten Park Überreste von Kaskaden- und
Brunnenfigg.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERLIND.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Der quadr. Chor mit Turm in der Anlage frgot., Lhs. <milestone unit='line' n='15'/>
1455, überarbeitet 1748. &mdash; Hübscher spgot. <hi rend="g">Taufstein</hi>. &mdash;
Von Interesse die wehrbaumäßige Ummauerung des Kirchhofs.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERLÖSSNITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N.
</p><p>
<hi rend="bold">Bennoschlößchen</hi> um 1600; quadr. Gr., 2 Geschosse, 2 Hauptgiebel 
und 2 Zwerchgiebel; die innere Einteilung erhalten. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hoflößnitz.</hi> Wohnhaus um 1653. Das in seiner alten Einrichtung
erhaltene Obergeschoß bmkw. Beispiel der Dekorationsweise
des 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Spitzhaus</hi> (Weinbergshaus) um 1650; quadr. Gr., 2 Geschosse,
rundbg. Fenster, origineller Kontur durch das große geschweifte <milestone unit='line' n='25'/>
Dach mit Zentraltürmchen. Entstellende jüngere Anbauten.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Haus Sorgenfrei</hi> 1786 mit bmkw. Gartenhaus.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Meinholds Weinberg</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERMASSFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1634, innere Ausstattung 1785, 2geschossige Emporen <milestone unit='line' n='30'/>
auf jon. und korinth. Sll., Altar aus Stuckmarmor in Sarkophagform
(aus der Schloß-K. zu Meiningen). &mdash; Torturm, befestigte
Kirchhofsmauer und 3 Gaden erhalten; einer bez. 1565.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kapelle</hi> an der Werrabrücke mit reichem Hennebergischem
Wappenschild 1534. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Pfarrhaus</hi> 1638 (1688?).
</p>

<p>
<hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> von 1573, 1578, 1595.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Dorflinde</hi>. Die Äste des gewaltigen Baumes auf alter Pfeilerstellung,
ringsum gemauerter Sitz und Meßtisch mit 5 in die
Platte vertieften Rundmaßen bez. 1525. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Werrabrücke</hi>, 5jochig, 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERMERZBACH.</hi> UFranken BA Ebern.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Die einzige gut erhaltene K. des Bezirks. Rom. (1615
rest.), Quadr. Chor. Die Profile archaisch roh; ebenso das
figürliche Detail am Chorbogenkämpfer.
</p>


<pb n='313' id='i320.png'/>

<!-- [P: 313] -->

<p>
<hi rend='ort'>OBERNBREIT.</hi> UFranken BA Kitzingen.
</p><p>
<hi rend="bold">Prot. Pfarr-K.</hi> 1731. &mdash; <hi rend="g">Moseskanzel</hi> 1696. Altargeräte
augsburgisch 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Stattlicher hoher Steinbau. Über dem rundbg. Tor
Brandenburger Wappen 1563. Die Volutengiebel A. 17. Jh. &mdash; <milestone unit='line' n='5'/>
<hi rend="g">Bäckerhaus</hi> des 18. Jh. mit steinernem Verkaufstisch.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERNDORF.</hi> Schwarzb.-Sondersh. LA Arnstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Lhs. ursp. 3sch. flachgedeckte rom. Basilika, die Sschiffe
abgetragen. OTurm über dem Chorquadrat. In reicheren
Formen (E. 12. Jh.) eine rck. schließende Chorerweiterung, <milestone unit='line' n='10'/>
Ecklisenen und Bogenfries, Teilung durch 1/2 Sll. mit attischen
Basen und Würfel-Kaptt. Über das Maß einer Landkirche geht
dieser Bau weit hinaus; was war seine Bestimmung?
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERNEUKIRCH.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1723, 1873 vergrößert. Schlichter großer Saalbau <milestone unit='line' n='15'/>
(1500 Stände), Ausstattung um 1750. <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>:
v. Polenz 1609, v. Ponickau 1637, mehrere v. Haugwitz und
v. Huldenberg 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> 18. Jh., sehr schlicht. Zahlreiche <hi rend="g">Bildnisse</hi> der
Frhr. v. Huldenberg. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERNSEES.</hi> OFranken BA Bayreuth.
</p><p>
<hi rend="bold">Kap. S. Rupert.</hi> Das in der Literatur sich findende Erbauungsdatum
1080 falsche Lesung von 1480; schlichter Bau mit got.
Chor und bar. Lhs.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERODERWITZ.</hi> K. Sachsen AH Löbau. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1816 von <hi rend="italic">K. Ch. Eschke</hi>, großer Emporensaal in nüchternstem
Klassizismus.
</p>

<p>
OBEROPPURG b. Neustadt a. Orla. Sachsen-Weimar.
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> got., mächtiger Turm mit 4 Schützenerkern.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERPESTERWITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Charakteristischer Emporensaal aus der Zeit nach
dem 30j. Kriege. &mdash; Lebensvoller <hi rend="g">Pastorengrabstein</hi>
1637. Auf dem Kirchhof Gruft der Familie Opitz 1770.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERREICHENBACH.</hi> OFranken BA Höchstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit quadr. Chorturm; ein Zeichen alter Gründung. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERREINSBERG.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Zeigt in seinen Teilen alle Wandlungen des Befestigungswesens
und der Kunstformen 1500-1650.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERROSPHE.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spgot. flachged. Schiff, schmälerer gewölbter polyg. <milestone unit='line' n='40'/>
Chor.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERROTTENBACH.</hi> Schwarzb.-Rudolst. LA Königsee.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> bez. 1498, Art des <hi rend="g">V. Lendenstreich</hi>.
</p>


<pb n='314' id='i321.png'/>

<!-- [P: 314] -->

<p>
<hi rend='ort'>OBERSCHWAPPACH.</hi> UFranken BA Haßfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Reicherer Bar.Bau 1. H. 18. Jh. &mdash; Bmkw. Altäre
aus M. und E. 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Sommersitz der Äbte von Ebrach. Erb. 1. H. 18. Jh.
von <hi rend="italic">Joh. Leonhard Dientzenhofer</hi> (?), der Formcharakter nahe <milestone unit='line' n='5'/>
verwandt dem Klst. Obertheres. Gr. triklinienförmig. Die
langgestreckte Hauptfront gegen den Garten; 16 Fensterachsen;
Aufbau in 2 Geschossen von niedrigen Proportionen;
3 flache, hauptsächlich in der Dachanlage zur Geltung kommende
Risalite. Ausgedehnter <hi rend="g">Garten</hi> in 3 Terrassen, <milestone unit='line' n='10'/>
Treppen mit Brunnenbecken.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERSCHWARZACH.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
</p><p>
Fürstbischöfl. <hi rend="bold">Jagdschlößchen</hi> (Forstamt) um 1600.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERSEIFERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1714, die 1753 gemalte Holzdecke von bedeutender <milestone unit='line' n='15'/>
Wirkung.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERSTREU.</hi> UFranken BA Mellrichstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Türme frgot. Langhaus 1614. Um die Kirche die
nahezu vollständig erhaltene Befestigungsanlage mit zahlreichen
Gaden des 16. und 17. Jh. &mdash; Reste der <hi rend="bold">Dorfbefestigung</hi>. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>
<p>
<hi rend="bold">Bildstock</hi> vor dem Dorfe von 1448 mit eigentümlich romanisierendem,
verknotetem Säulenbündel. Der Aufsatz von 1551.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERTHERES.</hi> UFranken BA Haßfurt.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Benedikt-Abtei.</hi> Gegr. 1047 von Suitger von Bamberg.
Völliger Umbau 1715 ff. Die K. (voll. 1724) wahrscheinlich <milestone unit='line' n='25'/>
von <hi rend="italic">Joh. Greising</hi>, 1809 abgebrochen. Erhalten blieb (als
Schloß) der Klosterbau, 3flügelig, Verputz mit Sandsteingliedern
in gediegener Behandlung. Von der unbedeutenden
Stuckdekoration des Innern nicht viel erhalten. &mdash; Ehem.
Verwaltungsgebäude 1696. &mdash; <hi rend="g">Rathaus</hi> 1727 und einige <milestone unit='line' n='30'/>
hübsche <hi rend="g">Wohnhäuser</hi>; über einem Hoftor der Renss.
effektvolle <hi rend="g">Pietasgruppe</hi> des 18. Jh. &mdash; Originell aufgebauter
<hi rend="g">Bildstock</hi> 1630.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERWALGERN.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
</p><p>
Kleine, rohe rom. <hi rend="bold">Dorf-K.</hi> <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERWEIMAR.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Cistercienser-Nonnen-Klst.,</hi> M. 13. Jh.; Umbau 1361;
sehr entstellt. Rom. Turm von älterer Pfarr-K. Im W Nonnenempore
auf gewölbter 2sch. Halle. An der SSeite ein verstümmeltes
hochgot. Portal; im Tympanon Relief des <hi rend="g">Jüngsten <milestone unit='line' n='40'/>
Gerichts.</hi> &mdash; <hi rend="g">Doppelgrabstein</hi> des Grafen
Friedrich von Orlamünde † 1365 und seiner Gemahlin Elisabeth.
<hi rend="g">Grabstein</hi> des herzogl. Kindes Johann † 1519. &mdash; <hi rend="g">Altarbild</hi>
von <hi rend="italic">Cranach d. J.</hi> Reste von frgot. <hi rend="g">Malerei</hi> in den
Fensterleibungen.
</p>


<pb n='315' id='i322.png'/>

<!-- [P: 315] -->

<p>
<hi rend='ort'>OBERWIRBACH.</hi> Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom., eingezogenes Chorquadrat mit Turm und 1/2 kr.
Apsis.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBERZELL</hi> b. Würzburg s. Zell.</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBHAUSEN S. PETRI.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>
<p>
<hi rend="bold">Dorf-K.</hi> frgot. 2. H. 13. Jh. Das Schema unverändert das
landesübliche rom. mit quadr. Turmchor, nur die spitzbg.
Form der Fenster trägt dem neuen Stil Rechnung.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OBSCHITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. OTurm mit 1/2 kr. Apsis. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OCHSENFURT.</hi> UFranken BAmtsstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Von einem Bau aus 2. H. 13. Jh. (gew. 1288) hat
sich der in der NOEcke stehende Turm erhalten, ein schlanker
6geschossiger Aufbau, in den mittleren Etagen mit frgot., in
den obersten wieder mit rom. Einzelheiten. Die ganze übrige <milestone unit='line' n='15'/>
K. 2. H. 14. Jh. Gestreckter Chor mit 3/4 Schluß. Lhs. 7jochige
Hallenkirche, das Msch. beträchtlich überhöht. Die niedrigen
Strebepfll. könnten auf den Gedanken führen, daß ursp. eine
Basilika beabsichtigt war und erst nachträglich Modifikation
durch Überhöhung der Ssch. eintrat. Die 8eckigen Eckpfll. <milestone unit='line' n='20'/>
mit unverändertem Profil in die Scheidbgg. übergehend,
Kreuzrippen auf Konsolen. Reiches geometrisches Maßwerk,
vereinzelt mit ersten Ansätzen zur Fischblase. Steinerne
WEmpore durch alle 3 Schiffe. &mdash; Ganze L. 47 m. &mdash; Der
Hochaltar von 1612, der ähnlich dem in Frickenhausen war. <milestone unit='line' n='25'/>
1892 durch neugot. Aufbau ersetzt; erhalten das große
<hi rend="g">Kreuzigungsrelief</hi>. Die Seitenaltäre aus derselben
Zeit, 1892 ebenfalls entfernt. &mdash; Zierliches, nicht sehr großes
<hi rend="g">Sakramentstürmchen</hi> 1496. Außerdem <hi rend="g">Sakramentsnische</hi>
E. 14. Jh. &mdash; Bronzenes <hi rend="g">Taufbecken</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
mit reicher, nicht eigentlich lebendiger Gliederung; in vieler
Hinsicht ähnlich dem von <hi rend="italic">Hermann Vischer d. <corr sic='A.'>Ä.</corr></hi> in Wittenberg
von 1457 (der von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi> gefertigte Deckel
nicht mehr vorhanden). &mdash; <hi rend="g">Chorgestühl</hi> E. 14. Jh.
(Brüstungswände und oberer Abschluß neu). &mdash; Auf der <milestone unit='line' n='35'/>
Fenstersohlbank des nördl. Ssch. 3 <hi rend="g">Steinstatuen</hi> aus
2. H. 14. Jh. &mdash; Bmkw. <hi rend="g">Holzstatue</hi> einer schmerzhaften
Muttergottes, geistreich in Bewegung und Gewandung, bei
sehr verfehlten Proportionen, um 1520. <hi rend="g">Holzstatue</hi> des
h. Nikolaus, <hi rend="italic">Riemenschneider</hi> nahestehend. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
Neben der Kirche <hi rend="bold">Michaelis-Kap.</hi> (»Karner«) bez. 1440, Meßstiftung
1473, Gwb. 1492 (Inschr.). Der Erbauer <hi rend="italic">Hans Pauer</hi>
war erster Polier bei S. Lorenz in Nürnberg. Zweigeschossige
Anlage, wie sie namentlich in Mitteldeutschland für derartige
Totenkapp. sehr verbreitet ist, ausgeführt mit mehr


<pb n='316' id='i323.png'/>

<!-- [P: 316] -->

als gewöhnlichem Aufwand. Hauptgeschoß hoch, hell und
klar mit fast ganz aufgelösten Wänden, Sterngwbb. und
WEmpore. An der Front doppelflügelige Freitreppe und
reiches Portal, im <hi rend="g">Tympanon</hi> Jüngstes Gericht in 2 Streifen.
Auf dem Altar <hi rend="g">Steinmadonna</hi>, seitlich 2 <hi rend="g">Holzstatuen</hi>, <milestone unit='line' n='5'/>
S. Michael und S. Sebastian, um 1500, effektvolle
Arbeiten, von der Würzburger Schule unabhängig.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Spital-K.</hi> (Herz Jesu). Flachgedeckter spgot. Saal mit gewölbtem
Chor von 1499. Im <hi rend="g">Tympanon</hi> des WPortals die
Liebeswerke der h. Elisabeth, um 1450. &mdash; <hi rend="g">Spitalhof</hi> mit <milestone unit='line' n='10'/>
hübscher Laube in Holzarchitektur 1551.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kapuziner-K.</hi> 1664. 1sch. Gwbbau (Tonne). <hi rend="g">Altarblätter</hi>
von <hi rend="italic">Onghers</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kap. S. Wolfgang.</hi> Bez. 1463. &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi> mit nicht
üblem Gemälde 1699. Steinerne <hi rend="g">Kanzel</hi> 1551. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
Die meist starke <hi rend="bold">Befestigung</hi> aus 2. H. 14. Jh., zu einem großen
Teil erhalten. 2 Tore mit schlichten hohen 4eck. Türmen
(1567) bestehen noch. Die Mauertürme rund.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1497-1513. An den Schmalseiten Treppengiebel,
an der längeren Marktfront Freitreppe (unsymmetrisch), Uhrtürmchen, <milestone unit='line' n='20'/>
<hi rend="g">Steinmadonna</hi> (1498) an der Ecke &mdash;
einfache Mittel zu hübscher Gesamtwirkung. Im Erdgeschoß
Wachstube, Wage, Lagerhaus; im Obergeschoß Diele und
Ratssaal. Türbeschläge. Spgot. Tische und Schränke. Messingener
Eicheimer. Ortsmuseum. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
Stattliche Beispiele von <hi rend="bold">Amtsgebäuden</hi> aus 1. V. 16. Jh., ehemals
domkapitelsche, sind das jetzige Rentamt und Bezirksamt.
&mdash; Am Marktplatz <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> A. 17. Jh. In der
Spitalgasse gut durchgeführter Bar. Bau von 1717. &mdash; Auf
dem Markt <hi rend="g">Ziehbrunnen</hi> von 1573. &mdash; An der Landstraße <milestone unit='line' n='30'/>
zahlreiche <hi rend="g">Bildstöcke</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OCHSENSAAL.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Kleiner, roher rom. Bau, bis auf die Fenster wohlerhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ÖDERAU.</hi> K. Sachsen AH Flöha. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>
<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Geräumige und durch klaren Gr. ausgezeichnete
spgot. Anlage; weites Schiff (auf Gwbb. angelegt) mit massiven
Emporen zwischen den eingezogenen Strebepfll. Gründlich
überarbeitet 1709-25. &mdash; <hi rend="g">Ausstattung</hi> um 1720. &mdash;
&mdash; <hi rend="g">Orgel</hi> von <hi rend="italic">Gottfr. Silbermann</hi> 1727. &mdash; <hi rend="g">Grabstein</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
des Pfarrers Paulus Odontius † 1605, mit guter Relieffigur. &mdash;
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> fr. Renss., verändert 1785.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OHRDRUF.</hi> Sachsen-Gotha Amtsstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">Michaelis-K.</hi> 1760. Charakteristisch, protestantische Quer-K.
Rck. von 27 : 17,5, an 3 Seiten Exedren im Segmentbg.; in


<pb n='317' id='i324.png'/>

<!-- [P: 317] -->

einer derselben, und zwar an der Langseite, der Altar- und
Kanzelbau; auf der anderen Langseite der Turm.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Trinitatis-K.</hi> 1709. Einfacher Emporensaal. <hi rend="g">Grabstein</hi>
18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1546. &mdash; <hi rend="bold">Schloß.</hi> Einfache Fr. Renss. mit guten <milestone unit='line' n='5'/>
Einzelheiten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OLBERNHAU.</hi> K. Sachsen AH Marienberg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1639 und 1790. &mdash; <hi rend="g">Altargemälde</hi> von <hi rend="italic">J. Finck</hi>
1648. Mehrere wertvolle <hi rend="g">Kelche</hi>, ein Augsburger bez.
<hi rend="italic">A. L.</hi> und ein Freiberger von <hi rend="italic">Samuel Klemm</hi>. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OLDISLEBEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
</p><p>
<hi rend="bold">Benedikt.-Klst.</hi> bis auf geringe rom. Reste (in das Gutshaus
eingebaut) zerstört. &mdash; <hi rend="bold">Dorf-K.</hi> spgot.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OLLENDORF.</hi> Sachsen-Weimar BV Weimar.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. und bar. &mdash; Großer <hi rend="g">Kanzelbau</hi>, die ganze <milestone unit='line' n='15'/>
Breite des Chors einnehmend, mit zahlreichen Figuren, 1700
von <hi rend="italic">Valentin Ditmar</hi> aus Erfurt.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OELSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom., verändert 1654. Rom. Tympanon.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OELSNITZ.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Unterbau der OTürme aus 13. Jh. Aus wiederholten
got. Umbauten ging die K. als unregelmäßig 2sch. Hallenkirche
hervor. 1888 stark rest.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OEPFERSHAUSEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1718. Großes, für diese Gegend ungewöhnlich reiches <milestone unit='line' n='25'/>
<hi rend="g">Epitaph</hi> des Bauherrn Reichsfreiherrn v. Auerochs † 1731.
&mdash; <hi rend="g">Bildnisgrabstein</hi> Hans Wilh. v. Haßberg † 1555.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OPPERSHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Langensalza.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. mit rom. OTurm.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ORB.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> spgot. Hallenkirche, 3 flachgedeckte Joche, ausgebauter
polygon. Chor; dieser, der älteste Teil, um 1400.
Das Hauptportal auf der NSeite mit massivem Schutzdach
auf Kragsteinen; reiche Beschläge. Außen an der Sakristei
unter zierlichen Baldachinen zwei <hi rend="g">Statuen</hi>: Schmerzensmann <milestone unit='line' n='35'/>
(tüchtiges Mittelgut, um 1450), Madonna (gering).
Innen <hi rend="g">Grabfigur</hi>, 1354. &mdash; <hi rend="g">Heiliges Grab</hi> um 1500.
&mdash; Aus derselben Zeit stark übermalte <hi rend="g">Wandmalerei</hi>. &mdash;
Sonstige innere Ausstattung 1683.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ORLAMÜNDE.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi>, übel verbaut. &mdash; Grabsteine, Gedenktafeln usw. ohne
besonderen Wert.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1493, Uhrturm 1670 
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Burg.</hi> Der älteste Teil, wohl aus der Ottonenzeit, die »alte
Kemnate«, ein Kastenbau von kolossaler Mauerstärke, der


<pb n='318' id='i325.png'/>

<!-- [P: 318] -->

Eingang (für Leiter) 10 m über dem Erdboden, in den oberen
Stockwerken kleine rundbg. Fenster.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ORTRAND.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Erneuerungsbau 1563 in verkommener Sp.Gotik,
3sch. Hallenkirche, die Gwbb. nicht ausgeführt. Über dem <milestone unit='line' n='5'/>
rck. Altarhaus hübscher Bar. Turm 1730. Türbeschläge 1627.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Friedhofs-Kap</hi>. mit Epitaph v. Lüttichau 1548.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OSCHATZ.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt.
</p><p>
Aegidien-K. Neubau nach Zerstörung durch die Hussiten
1443; weitere Brände 1616 und 1842; nach dem letzten von <milestone unit='line' n='10'/>
<hi rend="italic">Heideloff</hi> mit Willkür rest. &mdash; Hallenkirche von 3 fast gleich
breiten Schiffen in 5 Jochen. Ausladender Hauptchor, rückspringende
Nebenchöre, beide aus 8Eck geschlossen. Die
Nebenchöre in zwei Geschossen. Unter dem Schluß des Hauptchors
eine als regelmäßiges 8Eck gestaltete Krypta; Stern gwb. <milestone unit='line' n='15'/>
auf Mittelpfl.; Zugang durch 5 Portale. Am Äußeren
zeigen die Strebepfll. Absicht sehr reichen Schmuckes, der
aber nicht fertig wurde. Das Lhs. völlig entstellt. 2 stattliche
WTürme. &mdash; Von der ma. <hi rend="g">Ausstattung</hi> wenig übrig:
3 Halbfigg. von einem h. Grab um 1450, Altarkruzifix um 1400, <milestone unit='line' n='20'/>
Grabdenkmäler der Sp.Renss.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Franziskaner-K.</hi> Erster Bau 1246, wovon die NMauer (ohne
die modernen Strebepfll.). Zweiter Bau 1381-1428 als 1sch.
Saal. In einer dritten Bauzeit, E. 15. Jh., nach S. erweitert
und eine symmetrisch 2sch. Hallenanlage geschaffen. Infolgedessen <milestone unit='line' n='25'/>
der Chor nicht mehr in der Mittelachse. Unbedeutender
8eck. Turm im SWWinkel am Chor. &mdash; Großer
<hi rend="g">Taufstein</hi> aus Porphyr ca. 1381. [Kleiner gemalter Flügelaltar
und mehrere Holzstatuen im Dresdener Altert.-Mus.] &mdash;
Die Klst. Gebäude nur aus älteren Abb. bekannt. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gottesacker-K.</hi> 1583. Saal mit 3/6 Schluß. Die Fenster noch
got., auch mit Maßwerk. Hübsch behandelte hölzerne Empore
im W. Unter den <hi rend="g">Denkmälern</hi> ist das der Susanna
Taucher † 1622, junge Frau mit Wickelkind, eine tüchtige,
lebensvolle Arbeit. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1537 von Bastian Kramer, vielfach verändert. Bmkw.
die Freitreppe mit offener Laube über dem Podest, Fr.Renss,
im Stil des Dresdener Georgentors. Ratsstube 1545, rest. 1884.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Brunnen</hi> 1588 von <hi rend="italic">Gregor Richter</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloßruine Osterland</hi>. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OSCHÄTZCHEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1686, Lehmfachwerkbau, bmkw. nur durch seine, für
die Epoche nach dem 30jährigen Kriege bezeichnende <reg orig='Ärm-|lichkeit'>Ärmlichkeit</reg>.
<pb n='319' id='i326.png'/>
<!-- [P: 319] -->
&mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> E. 15. Jh. Ein <hi rend="g">zweiter</hi>,
besserer, im Stall des Schulhauses.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ÖSLAU.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1517. 1sch. mit 3/8 Schluß. Flachgedeckt. Von Interesse
die Neueinrichtung aus 1. H. 17. Jh. An der N- und <milestone unit='line' n='5'/>
WSeite 2geschossige Empore mit ungewöhnlich reichem, wenn
auch derb gearbeitetem figürlichem Schmuck, Holz und Stuck;
die Unterflächen der Emporen sowie die Decke ebenfalls
stuckiert in Quadratwerk. &mdash; Aus derselben Zeit die <hi rend="g">Kanzel</hi>.
<hi rend="g">Chorbänke</hi> um 1700. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Herrenhof</hi> 16. Jh. &mdash; <hi rend="bold">Herrgottsmühle,</hi> am Mühlwerk Schnitzerei,
bez. 1617.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OSSA.</hi> K. Sachsen AH Borna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Von der rom. Anlage des 12. Jh. erhalten: das Chorhaupt, 
A. 13. Jh. mit Turm überhöht; die SWand des Lhs. <milestone unit='line' n='15'/>
mit Säulenportal; die WWand. &mdash; <hi rend="g">Ausstattung</hi> 1680.
Verstümmeltes <hi rend="g">Altarwerk</hi> um 1490.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OSSLING.</hi> K. Sachsen AH Kamenz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1803, groß, sehr nüchtern. Zahlreiche <hi rend="g">Denkmäler</hi>
aus 18. Jh. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OSSMANNSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> relativ bedeutende spgot. Anlage, 1610 umgearbeitet.
Taufstein, Kanzel usw. aus dieser und der nächsten Zeit.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OSTERBURG.</hi> UFranken BA Neustadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Die im Schutt gefundenen rom. skulptierten Zierglieder <milestone unit='line' n='25'/>
deuten auf einen reich behandelten Bau aus A. 13. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OSTHEIM.</hi> UFranken BA Hofheim.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Stattlicher WTurm 1678, Lhs. 1725. <hi rend="g">Kanzel</hi>
1727. &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi> 1774 mit entsprechendem Gemälde
von <hi rend="italic">Herrlein</hi>. &mdash; <hi rend="g">Glocke</hi> 14. Jh. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schmerzhafte Kap</hi>. 1675, noch wesentlich got.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OSTHEIM V. D. RHÖN.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1615-19. Anlage 3sch., das Msch. (ohne eigene Beleuchtung) 
mit hölzernem Tonnengwb., die Ssch. mit Flachdecke,
zwischen die Säulen der NSeite Emporen eingespannt, Fenster <milestone unit='line' n='35'/>
spitzbg., Turm über dem Altar. Das Äußere einfach, Verputzbau, 
bis auf die 2 in ernsten, guten Renss. Formen ausgeführten
Portale. &mdash; Taufstein und Kanzel aus der Erbauungszeit. An
der SWand ein eigentümliches <hi rend="g">Holzschnitzwerk</hi>:
Szenen aus der Geschichte Christi, in 4 Reihen übereinander; <milestone unit='line' n='40'/>
sie sind älter als die um 1738 ausgeführte umrahmende
Sll.Architektur. &mdash; Eine Reihe von <hi rend="g">Bildnisgrabsteinen</hi>
<pb n='320' id='i327.png'/>
<!-- [P: 320] -->
in meist guter Qualität: a) in der Vorhalle: Hans Veit v. Obernitz
† 1577 und Barbara v. Buttlar; Ernst v. Obernitz, † 1573 als
Knabe; Chr. v. Stein † 1576, mit Meisterzeichen I. H. (vgl.
Meiningen). b) Im Hauptraum: Moritz v. Stein † 1560 und
Anna v. Ostheim; G. W. v. Stein † 1616; Margarethe v. Stein <milestone unit='line' n='5'/>
† 1575, bez. I. H. 1580; weitere Glieder dieser Familie 1638,
1684, 1690. Eigentümlich durch das Material, Gußeisen, die
Platte des Konrad v. Thüngen † 1626.
</p>

<p>
<hi rend="g">Befestigter Kirchhof</hi>. In der alten Herrschaft
Henneberg und weiter südl. in den fränkischen Gebieten <milestone unit='line' n='10'/>
kommt dergleichen in kleinerem Maßstabe oft vor; hier eine
wirkliche Festung mit 4 starken, wohlerhaltenen Türmen
und Wehrgang; zahlreiche Gaden; einer bez. 1576; die Anlage
im Ganzen aus 1. H. 15. Jh.
</p>

<p>
Von den im 17. Jh. genannten 7 <hi rend="g">Adelshöfen</hi> gut erhalten, <milestone unit='line' n='15'/>
der Hansteinsche aus E. 16. Jh.
</p>

<p>
In der Nähe ein runder <hi rend="bold">Wartturm</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OSTRITZ.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der rck. Chor aus 2 Kreuzgwbb. im Übergangsstil
des 13. Jh., Einfluß der benachbarten Cistercienser von Mariental; <milestone unit='line' n='20'/>
bezeichnend dafür das feingegliederte NPortal. Das Lhs.
war Basilika, 1615 1sch. umgebaut. &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi> rck.,
im Aufbau ein Duplikat jenes in Königshain, das Gemälde
ebenfalls von <hi rend="italic">Leubner</hi> in Reichenberg, bez. 1773. &mdash; Auf dem
nördl. Nebenaltar <hi rend="g">Pietas</hi> um 1480. &mdash; <hi rend="g">Sandsteinkanzel</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
1609. &mdash; Prächtige <hi rend="g">Monstranz</hi> um 1500. &mdash; 
<hi rend="g">Kelche</hi> des 17. und 18. Jh., z. T. aus Augsburg und Prag.
&mdash; Zahlreiche <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> des 17. und 18. Jh.,
hervorzuheben der lebensvolle Bildnistein des J. H.
Dorn v. Dornfeld † 1661. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OTTENDORF.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. mit ungewöhnlich reich detailliertem Chor. &mdash;
<hi rend="g">Altarwerk</hi> 1591. &mdash; <hi rend="bold">Schloß.</hi> Gemengbau 15.-18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OTTENDORF.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Charakteristische Einrichtung des 17. Jh., <hi rend="g">Emporen</hi> <milestone unit='line' n='35'/>
mit Bildern. Gemalte <hi rend="g">Glasscheiben</hi> bez.
1624. &mdash; Im Dorf gute <hi rend="g">Fachwerkhäuser</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OTTENHAUSEN.</hi> RB Erfurt Kr. Weißensee.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (ehem. Klst.-K.). Rom. Doppeltürme im O, von
gleicher Anlage wie die in Gangloffsömmern; kleiner polyg. <milestone unit='line' n='40'/>
got. Chor. &mdash; Ziemlich reicher spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OTTERWISCH.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich 17. Jh. &mdash; 12 zum Teil ansehnliche <hi rend="g">Denkmäler</hi>
der Familie von Hirschfeld 1545-1578.
</p>


<pb n='321' id='i328.png'/>

<!-- [P:321] -->

<p>
<hi rend='ort'>OTTOWIND.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spgot. turmtragender Chor, das übrige 1753.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OTTRAU.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain.
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche,</hi> zuerst genannt 1782. Der jetzige Bau im 13. Jh.
in zwei Absätzen errichtet. Rck. Schiff mit schmälerem <milestone unit='line' n='5'/>
4/8 Chor. Jetzt in allen Teilen Holzdecke. In den östl. Ecken
des Sch. je 3 durch Hohlkehlen verbundene Dienste als Träger
ehemaliger Wölbung, ihre Basen romanisierend. Im Chor
schmale rundbg. Fenster. Im Schiff ein altes spitzbg. Fenster.
Die übrigen neu. &mdash; <hi rend="g">Wandtabernakel</hi> E. 14. Jh. &mdash; <milestone unit='line' n='10'/>
Spgot. <hi rend="g">Wandgrab</hi> von ungewöhnlicher Anlage; große,
reich umrahmte und gekrönte Blende; das Standbild fehlt.
&mdash; <hi rend="g">Ikon. Grabstein</hi> 1604, roh. &mdash; Bmkw. <hi rend="g">Kanzel</hi>
von 1544, noch in spgot. Formen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OTZDORF.</hi> K. Sachsen AH Döbeln. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Umbau 1713, unbedeutend. &mdash; Sitzende rom. <hi rend="g">Madonna</hi>
aus Holz. Eine <hi rend="g">zweite</hi> desgl. wenig jünger. <hi rend="g">Johannes</hi>,
ebenfalls Holz, 2. H. 13. Jh., Arbeit eines geringen
Handwerkers aus großer Zeit.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>OYBIN.</hi> K. Sachsen AH Zittau. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Burg</hi> und <hi rend="bold">Kloster</hi>. Großartige Ruine in bedeutender Naturszenerie.
Erb. um 1316 von Heinrich v. Leipa; aus seiner
Zeit die beiden Tortürme, die Zwingermauer, die westl. Burgmauer
und Teile des Hauses vor der K.; man erkennt sie
an den kleinen unregelmäßig geschichteten Bruchsteinen. <milestone unit='line' n='25'/>
1319 gelangte die Burg an Heinrich von Jauer, 1346 unmittelbar
an die Krone Böhmen. Unter Karl IV. der langgestreckte
rck. Bau am nördl. Felsenrand. 1365 richtete
der Kaiser unmittelbar neben der Burg ein Klst. ein, das er
mit Cisterciensermönchen aus Avignon besetzte. Die K. <milestone unit='line' n='30'/>
voll. und gew. 1384. 1559 das Klst. aufgegeben, 1577 Brand,
1681 Felssturz. Aufnutzung als Steinbruch- &mdash; <hi rend="g">Kirche</hi>.
Dach und Gwbb. zerstört, sonst im wesentlichen gut erhalten.
Lhs. 1sch., 10,7 m br., 15,5 m h.; Chor etwas eingezogen,
1 gerades Joch und 5/8 Schluß, 7,2 m br., 14 m l. Die SWand <milestone unit='line' n='35'/>
ist aus dem gewachsenen Felsen herausgearbeitet, der erst auf
Fensterhöhe zurücktritt. Die NSeite wird durch weitläufige
Substruktionen mit 2geschossiger Galerie gestützt; das obere
Geschoß, in gleicher Höhe mit dem Kirchenflur, enthält
Kapellen. Der Umgang der SSeite erst 1515 aus dem Felsen <milestone unit='line' n='40'/>
gehöhlt. Querempore im W. Teilung des Lhs. in 3 Kreuzgwbb.
auf gestielten Konsolen. Die Reste des Maßwerkes zeigen
reiche, streng geometrische Muster, die Bogenprofile in der
lebhaften, kontrastreichen Gliederung der Schule von Prag.
(Unter den Steinmetzzeichen 3 mal ein in der Schule der


<pb n='322' id='i329.png'/>

<!-- [P: 322] -->

<hi rend="italic">Parler</hi> gebräuchliches). Vortrefflich, die Kleinplastik der
Konsolen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Museum</hi> im Burgsaale.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1732. Hübsche einheitliche Inneneinrichtung.
</p>

</div>

<div>
<index index="toc" />
<head><title>P</title></head>

<p>
 <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PAHNSTANGEN.</hi> Reuß ä. L. LA Greiz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Die Anlage ganz rom. erhalten; der Turm<corr sic='.'></corr>, wie in
diesem Gebiet die Regel, über dem Altar.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PANNEWITZ.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
</p><p>
<hi rend="bold">Rittergut</hi> 18. Jh., bmkw. geschickte und reizvolle Gruppierung <milestone unit='line' n='10'/>
der Wohn- und Wirtschaftsräume.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PAULINZELLA.</hi> Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">Benedikt.-Klst.-K.</hi> Im Bauernkriege 1525 beschädigt, bald
darauf verlassen und nach Blitzschlag im 17. Jh. verfallen
und zum Teil abgebrochen. Dank der Wetterfestigkeit des <milestone unit='line' n='15'/>
Materials haben sich in den aufrecht gebliebenen Teilen die
Formen gut erhalten und lassen eine der stilkräftigsten
Schöpfungen der mittelromanischen Epoche erkennen; Ruinenschönheit
und Lieblichkeit der Lage in einem heimlichen
Waldtal vereinigen sich zu einem Eindruck von hohem Reiz. <milestone unit='line' n='20'/>
&mdash; Gegr. vor 1109. Der bestehende Bau beg. 1112 von den
aus Hirsau kommenden Mönchen. Bei der Weihe 1132 mindestens
die Mönchskirche (Chor, Querschiff und Anfang des
Lhs.) vollendet. Das Lhs. wahrscheinlich nach längerer Pause
vollendet etwa 1160-70. Die Vorkirche etwa E. 12. bis A. <milestone unit='line' n='25'/>
13. Jh. &mdash; Die Anlage nach dem »Hirsauer«, d. i. aus
dem burgundischen Cluny herübergenommenen Bauschema:
lateinisches Kreuz, zu Seiten des Chorquadrums parallele
Nebenchöre in gleicher Breite mit den Sschiffen des Lhs.,
Schluß in 3 parallelen halbrunden Apsiden, 2 weitere an der <milestone unit='line' n='30'/>
OSeite der Qschiffsflügel, die ihretwegen etwas überhöhtes
Quadrat haben. Das Lhs. (Br. : L. = 1 : 2) in 8 Arkaden.
Das erste Stützenpaar Pfll., die folgenden Sll. Über dem
Pfeilerjoch, im Winkel des Lhs. zum Querhaus waren Türme
vorbereitet, sind aber nie ausgeführt worden. Dies alles Hirsauer <milestone unit='line' n='35'/>
Merkmale. Dazu als Negatives die Abwesenheit von
Krypta und WChor, welche beiden einer sächs.-thüringischen
Klst.-K. dieser Zeit nicht hätten fehlen dürfen. An Stelle
des WChors Vorhof mit 2 Fronttürmen. Ein wichtiges Novum
der Aufbau als reine Säulenbasilika (bisher nur einmal vorgekommen, <milestone unit='line' n='40'/>
in der Moritz-K. bei Hildesheim, auch hier unter
süddeutschem Einfluß). Die Ostteile sind ganz zerstört, konnten


<pb n='323' id='i330.png'/>

<!-- [P: 323] -->

aber durch, Ausgrabung im Gr. festgestellt werden. Die
Würfelknaufsäulen des Lhs. gehören in der strengen Eleganz
ihrer Proportionen und der ausdrucksvollen Schärfe der
Linienführung zu den schönsten der ganzen Stilperiode.
Spezifisch hirsauische Einzelheiten: die Eckzähne der Kapitelle, <milestone unit='line' n='5'/>
die von jedem Kapitell senkrecht zum Arkadengesims
aufsteigenden und mit diesen gleichartig profilierten Leisten,
die Umrahmung der kleinen Tür am nördl. Qsch. durch
Herumführung des Sockelprofiles. Besonderes Interesse nimmt
das großartige Hauptportal in Anspruch. Es ist im sächs.thüringischen <milestone unit='line' n='10'/>
Gebiet das erste große Sll.-Portal; je 4 schlanke
Sll. freistehend vor den Rücksprüngen, die Bogenläufe in
straffer, die Gegensätze von Licht und Schatten vorzüglich
wahrnehmender Profilierung. Dies Portal ist mit der WWand
gleichzeitig entstanden, nach rundem Rechnungsergebnis ca. <milestone unit='line' n='15'/>
1160-70. Über dem Mauermassiv des Portals eine Empore
(ausgesparte Wendeltreppe). Die mit der Wand bündigen
Pfeiler zu Seiten des Portals lassen vermuten, daß im ersten
Projekt ein offener Vorhof mit seitlichen Bogengängen beabsichtigt
war. Die spätere Ausführung hat daraus eine basilikale <milestone unit='line' n='20'/>
Vorkirche gemacht. Ihre Pfll. in der spezifisch thüringischen
Gliederung (vgl. Talbürgeln und Petersberg b. Erfurt).
&mdash; Von den Klst.-Gebäuden erhalten ein kleiner rom. Steinbau
mit Arkadenfenstern und einige (im Stall des Gasthauses eingebaute)
Skulpturreste. Großes Wasserbecken aus der <milestone unit='line' n='25'/>
Tonsur. &mdash; Stattlicher Fachwerkbau, jetzt Oberförsterei.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PEGAU.</hi> K. Sachsen AH Borna.</p>
<p>
<hi rend="bold">Laurentius-K.</hi> Von der 1190 gegr. rom. K. hat sich der
schmucklose, zweitürmige WBau erhalten; übrigens im 15.,
16. und 19. Jh. erneuert. &mdash; <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
um 1463, im Stil der Rochlitzer Kunigunden-K. &mdash; <hi rend="g">Grabmal</hi> 
des Grafen Wiprecht v. Groitzsch aus der abgetragenen
Klst.-K., eines der schönsten aus dem 13. Jh. erhaltenen.
Genauere Entstehungszeit schwer festzustellen, etwa zwischen
1240-1260. Wiprecht lebte im 11. Jh., also Idealporträt. Die <milestone unit='line' n='35'/>
1,85 lange Gestalt ist stehend gedacht, trotz des Kissens
unter dem Haupt; in der Rechten die Fahne, deren Tuch
sich über das Kissen legt, in der Linken der wappenlose, nur
mit Rankenornament gezierte Schild; blauer, mit Edelsteinen
(durch Glasfüsse dargestellt) besetzter Leibrock, roter <milestone unit='line' n='40'/>
pelzgefütterter Mantel, Vollbart und kurzes Lockenhaar.
Material: Sandstein mit Bemalungsresten. &mdash; Bibliothek mit
bmkw. Handschriften und frühen Drucken.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus,</hi> erbaut 1559 nach den Plänen von <hi rend='italic'>Hieronymus Lotter</hi>,
die Anlage ähnlich dessen Leipziger Rathaus.
</p>


<pb n='324' id='i331.png'/>

<!-- [P: 324] -->

<p>
<hi rend='ort'>PEGNITZ.</hi> OFranken BAmtsstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Stillos, jedoch »an Kanzel und Altar bemerkenswerte
Schnitzereien.«
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PEISSEN.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit einzelnen rom. Kunstformen; rom. <hi rend="g">Taufstein</hi>. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PENIG.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
</p><p>
<hi rend="bold">Bergkirche.</hi> Beg. vor 1499, gew. 1515. Große (15 : 41 m)
1sch. Anlage mit 7seit. Schluß. Die Gewölbe nicht ausgeführt;
beabsichtigt war eine Halle mit sehr schmalen Sschiffen und
vielleicht auch massiver Empore ähnlich Schneeberg. An <milestone unit='line' n='10'/>
der NSeite geräumige Kapelle 1306 und massiger, mit der
K. nicht in Verband ausgeführter Turm. &mdash; Großer und
prächtiger <hi rend="g">Steinaltar</hi> 1564 von <hi rend="italic">Christoph Walther</hi> (gest.
von Wolf v. Schönburg), Architektur in korrekter ital. HochRenss.,
große Menge von Alabasterreliefs, protestantisches <milestone unit='line' n='15'/>
Programm, viel Farbe, besonders Blau und Gold. &mdash; <hi rend="g">Holzkruzifix</hi>
mit alabasterner Marienfigur 1660. &mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi>
1609 vom Meister von Seyda (<hi rend="italic">Ulrich Eckhardt</hi>)
<hi rend="g">Kanzel</hi> 1607 von <hi rend="italic">Nik. Schwarz</hi>. Hinter dem Altar
<hi rend="g">Sandsteinepitaph</hi> Pistoris 1582, wohl aus der Werkstatt <milestone unit='line' n='20'/>
der <hi rend="italic">Lorenz</hi> zu Freiberg. <hi rend="g">Ikon. Grabstein</hi>
eines Altaristen 1517. Über der Sakristeitür <hi rend="g">Bronzeplatte</hi>
1530. Bmkw. <hi rend="g">Lutherbildnis</hi> von 1521
(<hi rend="italic">Cranach</hi>?). <hi rend="g">Reliefbildnis</hi> Luthers aus Papierteig, vielleicht
nach der Form <hi rend="italic">Alberts v. Soest</hi>. &mdash; Die Kapelle der <milestone unit='line' n='25'/>
NSeite enthielt früher Begräbnisse der Burggrafen von Leisnig,
jetzt der von Schönburg. Schönes <hi rend="g">Leichenschild</hi>
des letzten Leisnigers † 1538. <hi rend="g">Sandsteinepitaph</hi>
Ph. v. Hassenstein † 1557. <hi rend="g">Sandsteinplatte</hi> der
Gräfin Agnes mit deren Relieffigur und den Wappen von <milestone unit='line' n='30'/>
Leisnig und Mansfeld. Großes <hi rend="g">Renss.Epitaph</hi> für
Hans Ernst von Schönburg † 1586, bez. <hi rend="italic">Samuel Lorentz</hi>.
<hi rend="g">Epitaph</hi> Ch. H. v. Sch. 1607 bez. <hi rend="italic">Uriel Lorentz</hi>. Beschädigte
<hi rend="g">Sandsteinfig</hi>. des sitzenden Christkindes, (von
einer Madonnenstatue) E. 12. Jh. <hi rend="g">Altarwerk</hi> 1510. Interessante <milestone unit='line' n='35'/>
<hi rend="g">Prozessionsfahnen</hi>. Auf dem Kirchhof
<hi rend="g">Erbbegräbnisse</hi> der Bar.Zeit mit schönen Eisengittern.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1546, das 3teilige Portal im Charakter des Dresdener
Georgenbaues. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
Vorstadtkirche <hi rend="bold">Altpenig</hi>. Rom. Anlage. Erhalten die Apsis
und ein schönes Portal, E. 12. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PETERSBERG B. ERFURT.</hi> Prov. Sachsen.</p>
<p>
<hi rend="bold">Benediktiner-Klst.-K</hi>. Brände der älteren K. 1069, 1080,
Neubau der bestehenden beg. unter Leitung des Laienbruders


<pb n='325' id='i332.png'/>

<!-- [P: 325] -->

<hi rend="italic">Ditmar</hi> 1103, als ältester Bau der »Hirsauer Schule« in
Thüringen. Weihung der östl. Teile 1109, Brandschaden 1142,
Weihung zweier Altäre im Chor 1143, Schlußweihe 1147.
Zu erwägen wäre, ob nicht der Brand 1142 sehr umfassende
Veränderungen nach sich gezogen habe; alle späteren unerheblich, <milestone unit='line' n='5'/>
bis auf den Brand bei der Beschießung 1813; worauf
1816-18 die Obermauern des Msch. und Qsch., sowie die
Türme abgetragen und die Kirche als Militärmagazin eingerichtet
wurde. Durch Größe und technische Vollkommenheit
neben der Klst.-K. Paulinzelle der bedeutendste Bau Thüringens <milestone unit='line' n='10'/>
aus der Zeit des reifen rom. Stils. &mdash; Flachgedeckte
Pfeilerbasilika mit gewölbtem Chor auf kreuzf. Gr. im Hirsauer
Schema. Dahin gehört auch die starke Streckung der
Längsachse (79 m) d. i. etwas mehr als das sechsfache der
Msch.-Br. Der Chor quadr., begleitet von schmalen Nebenchören, <milestone unit='line' n='15'/>
mit jenen durch eine Doppelarkade in Verbindung,
zusammen genau von gleicher Breite (18 m) mit dem Lhs.
An das östl. Ende der Nebenchöre schließen sich Türme,
deren Erdgeschoß sich gegen jene als Kap. öffnet; der Hauptchor
um ebensoviel vertieft, so daß nach O eine gerade Abschlußlinie <milestone unit='line' n='20'/>
gewahrt bleibt. (Die Annahme, daß eine Apsis
vorhanden oder beabsichtigt gewesen, ist irrig.) Die Flügel
des Qsch. etwas mehr als quadr., ihre ganze OWand von je
einer 1/2 kr. Apsis eingenommen. Das Lhs. hat 10 Arkaden,
in der Grundrißstellung mit sorgfältig durchgeführtem quadr. <milestone unit='line' n='25'/>
Schematismus. Die beiden östl. Arkaden des Lhs. waren
zum Mönchschor hinzugezogen und die entsprechenden Joche
der Abseiten, gleich den Nebenchören, gewölbt (Tonne);
außer durch zu vermutende Schranken war die Grenze durch
stärkere Bildung der Pfll. bezeichnet; über ihnen im Hochschiff <milestone unit='line' n='30'/>
ein Bogen, ähnlich den Vierungsbgg. Dieser Teil der
Schiffe war, ebenso wie die Nebenchöre, urspr. in der Tonne
gewölbt. Ferner kommt die westlichste Arkade in Abzug:
sie bildete eine Vorhalle zwischen zwei Türmen; die letzteren
im Gr. etwas über die Fluchtlinie der Sschiffe vorspringend. <milestone unit='line' n='35'/>
Sonach bleiben für das Laienschiff 7 Arkaden. Die Pfll.
dieses Abschnittes sind quadr. und mit 3 schlanken Halbsll.
besetzt, je eine unter den Arkaden, die dritte an der Seite
des Msch. in einer nischenartigen Vertiefung, an den Basen
Ecksporen; einfache Würfelknäufe; Sockel und Kämpfer <milestone unit='line' n='40'/>
nach attischem Profil; gegliederte Archivolten; Gurtgesims
mit Schachbrettmuster (vgl. für alle diese Eigentümlichkeiten
die schulverwandten Kirchen in Paulinzelle, Talbürgeln,
Hamersleben). Die durch einen Kupferstich überlieferten
rippenlosen Kreuzgwbb. anscheinend aus 16. und 17. Jh.


<pb n='326' id='i333.png'/>

<!-- [P: 326] -->

&mdash; Das Äußere erhält durch sein vollendet schön behandeltes
Großquaderwerk (eine Errungenschaft der Hirsauer Schule
aus ihren burgundischen Beziehungen) eine alle örtlich und
zeitlich nahe liegenden Bauten hoch überragende monumentale
Würde. Vollständig ausgebildet sind infolge der Geländeverhältnisse <milestone unit='line' n='5'/>
nur die O und SSeite, die letztere am besten
erhalten. Die Ssch.-Wand im unteren Abschnitt (etwa 2/5)
gänzlich ungegliedert; dann schräger Rücksprung, aus dem
sich als Jochteilung Halbsll. mit Ecksporen-Basen und
Würfelkaptt. erheben; besonders energisch empfunden und <milestone unit='line' n='10'/>
mit größter technischer Sicherheit ausgeführt der obere Abschluß
durch Schachbrettfries und stark schattendes Gesims,
darunter in flacherem Relief ein Bogenfries. Dieselbe Gliederung
wiederholt sich am Hochschiff, zieht sich unverändert
um das Querschiff und den Langchor hin und motiviert auch <milestone unit='line' n='15'/>
die Gliederung der Apsiden &mdash; ein nach den ma. Baugewohnheiten
ungewöhnlich strenges Gleichmaß. Ungewiß bleibt
die Gliederung der OWand des Hauptchors, da sie schon in
spgot. Zeit größere Fenster erhalten hatte. Noch fehlt der
Schmuck reich ausgebildeter Portale; das gut erhaltene am <milestone unit='line' n='20'/>
SKreuz ist am Gewände einfach abgestuft, ohne Sll., die
Verbindung der Umrahmung mit dem Sockel im Sinne der
Hirsauer Schule. Die WTürme wohl nie ausgeführt, die OstTürme
zeigen auf älterer Abbildung Ecklisenen und in den
zwei Obergeschossen gekuppelte Fenster; spgot. Holzhelme. <milestone unit='line' n='25'/>
Die jetzt ganz beseitigten Klst.-Gebäude an der NSeite nebst
Kreuzgang neugebaut 1463-80; Obergeschosse Fachwerk.
&mdash; Die <hi rend="g">Ausstattung</hi> war in der letzten Zeit des Klst.
barock. Von den zahlreichen Skulpturen (allein 151 Grabsteine)
nichts erhalten als der in den Dom übergeführte berühmte <milestone unit='line' n='30'/>
Grabstein des Grafen von Gleichen mit 2 Frauen aus E. 13.
Jh. und am Ort ein <hi rend="g">Kreuzigungsrelief</hi> außen neben
dem SPortal, dem Meister des Severisarkophages nahe stehend,
2. H. 14. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PETERSBERG B. FULDA.</hi> RB Cassel Kr. Fulda. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>
<p>
Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Klst.-K</hi>. (jetzt Pfarr-K.). Auf gewachsenem
Basalt und hohen Substruktionen malerisch aufgebaut, zugleich
architekturgeschichtlich interessant. Aus dem Stiftungsbau
von 837 die Krypta, Tonnengwbb. mit altertümlich rohen
Kappen. Marmormensen mit Weihinschriften des Rhabanus <milestone unit='line' n='40'/>
Maurus. Wandmalereien in den 3 parallelen Conchen. Im
Verbindungsgang Steinsarg des hl. Lioba. Fenster im 13. Jh.
eingebrochen. Der Hauptbau enthält Reste einer kleinen,
schlicht, fast roh ausgeführten rom. Pfeilerbasilika aus nicht
näher zu bestimmender Zeit; 1479 1sch. umgebaut. <reg orig='Acht-|eckiger'>Achteckiger</reg>
<pb n='327' id='i334.png'/>
<!-- [P: 327] -->
Vierungsturm 12. Jh. &mdash; Rom. <hi rend="g">Steinreliefs</hi>:
Christus, Maria, Bonifazius, Pipin; roh, doch lange nicht so
alt, wie angenommen wird, erst Spätzeit des 12. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PETERSBERG B. HALLE.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.</p>
<p>
<hi rend="bold">Benediktiner-Klst</hi>. gegr. 1124. K. gew. 1146. Der jetzige Chor <milestone unit='line' n='5'/>
und Qsch. unter Abt Eckehard 1184. &mdash; Kreuzf. Basilika nach
dem Hirsauer Schema. Hauptchor oblong, Nebenchöre ohne
Apsiden; anscheinend vor ihnen ausgeführt die Apsidiole am
nördl. Kreuzflügel. Die Chorpartie gewölbt. Die Nebenchöre
mit Emporen und unter dem Dach verhehlten Strebemauern <milestone unit='line' n='10'/>
sind später (nicht vor A. 13. Jh.) hinzugefügt. Durch
diesen Umbau die Hochfenster des Hauptchors verdunkelt
und alle 3 Chorschiffe nach außen unter einen einzigen kolossalen
Giebel gebracht, eine schwerfällige, dem rom. Stil sonst fremde
Gestaltung. &mdash; Im Lhs. 5 Arkaden bei auffallend schmalem <milestone unit='line' n='15'/>
Msch. Die Pfll. quadr. mit starker Abfasung der Ecken. Der
WBau erhebt sich ohne Turm als breite Masse über rechteckigem
Gr. und endet in ein Satteldach. Nach innen öffnete
er sich mit Empore. &mdash; Außen die älteren WTeile sehr formenarm, 
die jüngeren etwas geschmückter. Durchgreifende Rest. <milestone unit='line' n='20'/>
von <hi rend="italic">Quast</hi> 1853-57. Bmkw. das schön gegliederte Portal
des NKreuzarms; es liegt in einem Rahmen, der das Sockelprofil
fortsetzt (hirsauisch), im Tympanon sichere Gemäldespuren, 
Maria mit Engeln. Ein zweites hat am Gewände je
3 Sll. in eigentümlicher Gruppierung, die Türöffnung von <milestone unit='line' n='25'/>
Perlstab umsäumt. &mdash; Im 13. Jh. erhielt die K. ein großartiges
<hi rend="g">Denkmal</hi> der Grafen von Wettin, 10 liegende Gestalten aus
Bronze; sie sollen beim Brande 1565 zu Schaden gekommen
sein (?); die 1567 hergestellten Nachbildungen in Sandstein,
an sich geringwertig, zeigen in der Tracht und Haltung wohl <milestone unit='line' n='30'/>
ziemlich treuen Anschluß an die Urbilder. &mdash; Am <hi rend="g">Konventsgebäude</hi>
schöne Details aus A. 13. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PETTSTÄDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der rom. Charakter einigermaßen erhalten am Chorturm; 
Spuren einer abgebrochenen Apsis, dürftig spgot. ersetzt. <milestone unit='line' n='35'/>
&mdash; <hi rend="g">Sakramentsnische</hi> und <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>, auf
den Flügeln die 12 Apostel in 2 Reihen, 2. H. 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PFAFFENDORF.</hi> UFranken BA Ebern.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Erb. vor M. 18. Jh. unter den Stein-Altenstein. Eleganter
Frührok.Bau, 2geschossig, große Estrade. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PFAFFRODA.</hi> K. Sachsen AH Freiberg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1645 erneuert, architekturlos. &mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi>, am
Fuße 4 der im Lande typischen Kinderfigürchen, Kappen auf
den Köpfen, 1655.
</p>


<pb n='328' id='i335.png'/>

<!-- [P: 328] -->

<p>
<hi rend='ort'>PFARRWEISACH.</hi> UFranken BA Ebern.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1499-1516. Spgot. Hallenkirche zu 4 Achsen, 1sch.
Chor; spitze Scheidbogen auf Rundpfeilern. Spgot. und renss.
<hi rend="g">Epitaphien</hi> der Geschlechter Rauheneck und Lichtenstein
(1504, 1506, 1507 und 1530). <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PFERDINGSLEBEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. &mdash; Großer <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>, die <hi rend="g">Gemälde</hi>
»interessant«.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PFORTA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Klst. S. Mariae de Porta</hi> gegr. 1136, seit 1543 <milestone unit='line' n='10'/>
Sitz der berühmten Schule. &mdash; Der künstlerische Charakter des
Kirchengebäudes wird wesentlich bestimmt durch den 1251
(Inschr.) begonnenen got. Umbau; 1268 (I.) der Chor vollendet;
Fortsetzung bis nach 1300. Der rom. Bau ist, bis auf den östl.
und westl. Abschluß, im got. erhalten, und es ist kein Grund <milestone unit='line' n='15'/>
gegeben, seine Ausführung wesentlich später als die Gründung
anzusetzen; also in runder Schätzung M. 12. Jh. Demgemäß
für Deutschland das älteste Beispiel einer Cistercienser-K. von
schon ausgeprägtem Typus: Kreuzf. Basilika mit stark gestrecktem 
Lhs. und je 2 Doppelkapellen an der OSeite des Qsch. <milestone unit='line' n='20'/>
Bergner fand an diesen Kapellen Ansätze zu Apsidiolen; es ergibt
sich daraus eine staffelförmige Anordnung ähnlich den
gleichzeitigen Kirchen in Talbürgeln und Georgental. Das ist
die älteste Fassung des Cistercienserchors. Das Lhs. war eine flachgedeckte
stützenwechselnde Basilika von 4 Doppeljochen, das <milestone unit='line' n='25'/>
letzte Joch im O zum Chor gezogen und voraussetzlich durch
eine Lettnerschranke gegen das Laienschiff abgeschlossen. Erhalten
haben sich die (gedrückten) Blendbögen, die je eine
Doppelarkade zusammenfaßten; ferner die Oberlichter, ungewöhnlich
niedrige Raumverhältnisse dokumentierend, und die <milestone unit='line' n='30'/>
ganz schlichten Profile der Pfll. Ursp. L. 55 m, erweitert auf
75 m. &mdash; Der got. Umbau begann nach M. 13. Jh. mit der Einwölbung
des Qsch.; Detail verhältnismäßig reich, romanische
Erinnerungen wechseln mit vorgeschrittenen (14. Jh.) Formen;
nicht leicht zu erklären. Vielleicht war das Qsch. im 13. Jh. <milestone unit='line' n='35'/>
niedriger angelegt und ist gleichzeitig mit dem Chor noch einmal
überarbeitet. &mdash; <hi rend="g">Chor</hi>. Inschr. am südöstl. Strebepfl.
nennt das Jahr der Grundsteinlegung 1251. Anlage und Ausführung
zeigen aber die reife Kunst der Spätzeit des Jahrhunderts. 
Sie haben auch nichts Cisterciensisches mehr an sich. <milestone unit='line' n='40'/>
Im Gr. ein gerades Joch und regelmäßig aufgeteilter 5/8 Schluß.
Das Erdgeschoß, (4,40 m h.) hat keine Arkatur, sondern eine
Folge vom Sitznischen, Piscinen und Wandschränken. Das
Hauptgeschoß ist völlig aufgelöst. Auf der 2 m starken Sockelmauer
ein Laufgang, die Fenster in tiefen Nischen, deren


<pb n='329' id='i336.png'/>

<!-- [P: 329] -->

Wände von den äußern Widerlagern zu den inneren Dienstbündeln
keilförmig verlaufen. Die Fenster im Polygon 2teilig,
im geraden Teil 4teilig (Öffnung 9,7 m h., 1,25 m bzw. 2,50 m
breit). Maßwerk aus Dreipässen, schon mit Nasen; an Kaptt.
und Schlußsteinen reiches naturalistisches Laubwerk. Schulcharakter <milestone unit='line' n='5'/>
mittelrheinisch-hessisch. Ein abweichendes System
im ersten Joch: hier öffnet sich ein weiter Spitzbogen gegen die
über den alten rom. Querschiffskapellen angeordneten Oberkapellen
(S. Trinitatis und S. Margarethe) und über diesen ist
die Fensteröffnung als reich gemusterte Rose gestaltet. &mdash; <milestone unit='line' n='10'/>
Im Gegensatz zum vornehm formenreichen Charakter des
Innern, das zu den hervorragenden Leistungen der Epoche
gehört, ist das Äußere des Chors von herber Sparsamkeit; die
Strebepfll. ohne Fialen oder sonstigen Schmuck, das Hauptgesims
ohne Laubfries. &mdash; Verhältnismäßig unerfreulich wirkt <milestone unit='line' n='15'/>
das <hi rend="g">Langhaus</hi>; Altes und Neues sind im Umbau ungeschickt
verbunden, die Bauführung wurde durch wiederholte
Unterbrechungen konfus. Der gegebene Stützenwechsel ist beibehalten
mit der bizarren Eigentümlichkeit, daß die Zwischenstütze
höhere Kämpfer hat als die Hauptstütze, woraus für die <milestone unit='line' n='20'/>
Arkadenbögen ungleiche Schenkel entstehen. Erst das Hochschiff
gewinnt reinere Formen in Anlehnung an diejenigen des
Chors. Die Gwbb. sind schön zu nennen; ihre Dienste auf
Konsolen wenig oberhalb der Arkadenpfll. Widerlagerung
durch offene Strebebgg. (in der älteren Cisterc.-Archit. verpönt). <milestone unit='line' n='25'/>
Das äußere System hat Strebebgg., die ohne Vermittlung von
Wandpfll. direkt gegen die Mauer stoßen. Die Strebepfll. am
Ssch. spiegeln den Stützenwechsel des inneren gebundenen
Systems wieder. Zum Schluß (nach 1300) erfolgte Verlängerung
um 2 Doppeljoche gegen W und Herumführung des südl. Ssch. <milestone unit='line' n='30'/>
um das Qsch. &mdash; Die, wie immer bei den Cisterciensern, turmlose
WFassade hat außerdem das Eigentümliche, daß sie allein
auf das Msch. komponiert ist, während die Sschiffsfronten zurückspringen
und durch wagerechten Abschluß mit abgewalmtem
Dach noch unscheinbarer werden. Die eigentliche <milestone unit='line' n='35'/>
Fassade ist also ein sehr schmales und hohes Gebilde, eingerahmt
zwischen 2 weit vorspringende Strebepfll., horizontal
geteilt in 3 jedesmal zurückspringende Stockwerke: zu unterst
großer Nischenvorbau, in dessen Hintergrund das an sich einfache
Portal und über diesem an der Wand eine Statuengruppe; <milestone unit='line' n='40'/>
im Mittelgeschoß weites, 5teiliges Maßwerkfenster; zu oberst
vor dem abgetreppten Giebel noch einmal eine spitzbg. Nische
mit reicher Brüstung und Statuenwand. Sicher eine originelle
Idee! Aber um sie überzeugend auszugestalten, reichte die
künstlerische Kraft des Meisters nicht hin (von den Einzelheiten


<pb n='330' id='i337.png'/>

<!-- [P: 330] -->

Mehreres freie Erfindung der Rest. 1854). Völlig ungenügend
waren dann die Hände, denen die Ausführung des Statuenschmuckes,
der in der Gesamtkomposition eine so wichtige
Rolle spielen sollte, zugewiesen war; man sieht erschreckend
deutlich, daß der große Naumburger Meister keine Schule <milestone unit='line' n='5'/>
hinterlassen hatte.
</p>

<p>
<hi rend="g">Innere Ausstattung</hi>. Spärlich erhalten; bedeutender
nur der prächtige Dreisitz aus M. 14. Jh. und die schöne frgot.
Mensa des Hochaltars. Unter den <hi rend="g">Grabdenkmälern</hi>
das wichtigste die Tumba des Markgrafen Georg v. Meißen <milestone unit='line' n='10'/>
† 1402; 1641 von den Franzosen verstümmelt, 1705 notdürftig
wiederhergestellt, Kupferstich in S. Reyhers Monumenta Landgraviorum;
an den Seitenwänden Arkatur mit Kielbogenabschluß,
in den 14 Nischen das leidtragende Gefolge (vgl. Arnstadt,
Querfurt); das Werk läßt hohe Tüchtigkeit der Ausführung <milestone unit='line' n='15'/>
ahnen. Von den z. T. stark abgetretenen Grabsteinen
fallen 11 ins 13. und 14. Jh., die besten der des Ritters Heinrich
Varch † 1294, schöne Umrißzeichnung in der Typik der Naumburger
Stifterbilder (Nordmauer der Evangelistenkapelle) und
der eines »bürgerlichen Ehepaares«, nicht Kinderpaares, aus <milestone unit='line' n='20'/>
1. H. 14. Jh. (3. Pfl. der SSeite). Von 1586 ab eine Reihe von
Magisterdenkmälern. &mdash; Sonst zu beachten: Christuskopf aus
Pappelholz, wahrscheinlich Rest des rom. Triumphkreuzes;
got. Triumphkreuz, um 1400, der Gekreuzigte aufgemalt;
Schmerzensmann aus Bronze etwa 1520-30, 80 cm h., Pietas <milestone unit='line' n='25'/>
aus Stein (Steinguß?), die Beschreibung läßt den Salzburger
Typus vermuten. Bronzener Schmerzensmann aus der letzten
Klosterzeit.
</p>

<p>
<hi rend="g">Klausur</hi>. Sie liegt, ein seltener, wenn auch nicht beispielloser
Fall, auf der NSeite der K. Die inneren Gebäude mit der <milestone unit='line' n='30'/>
Zeit völlig entcharakterisiert. Etwas besser erhalten der Kreuzgang.
Die nördl., südl. und westl. Front vom rom. Bau, wenn
auch verstümmelt; die erhaltenen Pfll. und Bgg. umschlossen
eine Gruppe von wahrscheinlich je 3 kleinen Arkaden auf
Säulchen. Ähnliche Gruppen zeigt noch der am OFlügel gelegene <milestone unit='line' n='35'/>
Kapitelsaal; er war ursp., wie auch der Kreuzgang,
ungewölbt. Das Refektorium am WFlügel ist in der Anlage zu
erkennen, aber ohne ältere Kunstformen. &mdash; Die <hi rend="g">Abtwohnung</hi>
lag abgesondert im O und ist im Erdgeschoß des
späteren »Fürstenhauses« erhalten. Zugehörig die <hi rend="g">Abtskapelle</hi>, <milestone unit='line' n='40'/>
eine der feinsten Leistungen des Übergangsstils in
Deutschland; um 1230-40 von einem Meister der Maulbronn-Magdeburger
Schule, Ornament mehr thüringisch.
Kleiner, in 2 kuppelige Kreuzgwbb. geteilter Saal mit polygonaler
(5/10) Apsis. An Gewölbstützen und Fenstergewänden
<pb n='331' id='i338.png'/>
<!-- [P: 331] -->
ein reicher Apparat gewirtelter Sll. Die Gurten durch starke
Betonung des Anlaufs und somit der Entwicklung der reichen
Profile aus rck. Werkform charakterisiert. Die Fenster gepaart,
bis auf den Sockel herabgezogen; Abschluß der Gruppe durch
Okulus. &mdash; Aus rom. Zeit noch die <hi rend='g'>Klostermühle</hi>, <milestone unit='line' n='5'/>
wenn auch stark verändert. &mdash; <hi rend='g'>Friedhofslaterne</hi> südöstl.
vom Chor, gestiftet 1268, archäologisch eine große Merkwürdigkeit. &mdash;
<hi rend='g'>Betsäule</hi> 1521, das Bildwerk stark verwittert. &mdash;
In der Schulbibliothek <hi rend='g'>Bilderhandschr.</hi>
(Augustin) des sp. 12. Jh. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PFÜNDHAUSEN.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit Westfassade um 1750. Rokokostuckaturen und
Inneneinrichtung gleichzeitig.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PFÜTZENTAL.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit schönem rom. Portal ähnlich Neutz. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PHILIPPSTAL.</hi> RB Cassel Kr. Hersfeld.
</p><p>
Ehem. <hi rend='bold'>Cisterc.-Nonnen-Klst.-K.</hi> gegr. 1190. Der vorhandene
Bau aus dieser Zeit. Flachged. Säulen-Basilika. Querschifflos.
Die Ssch. schließen mit 1/2kr. Apsis, das Msch. mit niedrigem
Triumphbg., jenseits dessen der quadr. Vorchor und große <milestone unit='line' n='20'/>
3fenstrige Apsis, unter ihr (nicht unter dem ganzen Chor!)
kleiner Keller ohne Spuren liturgischer Benutzung. Im Lhs.
6 gut proportionierte Arkaden; die Säulenstämme stark geschwellt;
Würfelkaptt. in die Breite gehend. Im W Doppeltürme
und zwischen ihnen Empore. An der Hauptapsis lebhafte <milestone unit='line' n='25'/>
Gliederung durch Lisenen und Halbsll. in 3 sich stark verjüngenden
Geschossen. &mdash; In got. und neuerer Zeit das alte
Baubild erheblich entstellt, 1902 rest. &mdash; In der westl. Vorhalle
landgräfliche Familiengruft 1743. &mdash; Die Klostergebäude zu
landgräfl. <hi rend="bold">Schloß</hi> umgebaut. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PILGRAMSREUTH.</hi> OFranken BA Rehau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1473. Stattlicher spgot. Bau, im Lhs. netzgewölbt.
<hi rend='g'>Sakramentshäuschen</hi> spgot. <hi rend='g'>Hochaltar</hi> 1710.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PILLNITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N.
</p><p>
<hi rend='bold'>Bergkirche</hi> 1723 von <hi rend='italic'>Pöppelmann</hi>, einfaches Rck. mit Flachdecke <milestone unit='line' n='35'/>
und Emporen; <hi rend='g'>Altarbau</hi> aus Sandstein mit großem
Relief um 1650, das Ornament in sog. Knorpelmanier; großes
<hi rend="g">Epitaph</hi> eines Herrn v. Pflugk, E. 16. Jh., Schule des
<hi rend='italic'>Hans Walther</hi>; <hi rend='g'>Grabstein</hi> v. Loß 1609; <hi rend='g'>Grabstein</hi>
eines Kindes der Familie v. Bünau 1637, hübsch und originell; <milestone unit='line' n='40'/>
<hi rend='g'>Gedenktafel</hi> für Sophie v. Bünau 1640.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi>. Der <hi rend='g'>alte Bau</hi> (1610-33) brannte 1818 ab. <hi rend='g'>Wasserpalais</hi>
(»indianisches Lustschloß«) für August den Starken
1720 von <hi rend='italic'>Pöppelmann</hi> und <hi rend='italic'>Longuelune</hi>; das als große Hohlkehle
gebildete Gesims und die über den Mittel- und Eck-<pb
n='332' id='i339.png'/><!-- [P: 332] -->Risaliten hohlgeschweiften großen Dächer mit phantastischen
Schornsteinen sollen exotisch wirken. &mdash; Eine symmetrische
Wiederholung das <hi rend="g">Bergpalais</hi> 1723. &mdash; <hi rend="g">Flügelbauten</hi>
1788-91 von <hi rend="italic">Exner</hi> und <hi rend="italic">Weinlig</hi>. &mdash; Das <hi rend="g">neue Palais</hi>
1818-26. &mdash; Die <hi rend="g">Orangerie</hi> nach 1731, wahrscheinlich <milestone unit='line' n='5'/>
von <hi rend="italic">Longuelune</hi>. &mdash; Der <hi rend="g">englische Pavillon</hi> (im englischen
Park) 1789, die reizende Innendekoration in der Art
<hi rend="italic">Weinligs</hi>. Daneben Statue einer Vestalin 1781 von <hi rend="italic">Trippel</hi>.
&mdash; <hi rend="g">Chinesischer Pavillon</hi> 1804.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PINZBERG.</hi> OFranken BA Forchheim. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche.</hi> 18. Jh. 1sch. flachgedeckt. Reiche Rok.Ausstattung.
Der Kirchhof umgeben von hoher Verteidigungsmauer, der
untere got., oben bar. Glockenturm dient als Tor.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PIRNA.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Marien.</hi> Schon die vorangehende K. war bedeutend; <milestone unit='line' n='15'/>
die Urkunden nennen 15 Altäre von 1338-1462. Von einem
1466 begonnenen Neubau der unregelmäßig in die SWEcke
eingeschobene Turm. Der Hauptbau 1502-1546. &mdash; Hallenkirche
mit schwach ausgebildetem Chor; die Ssch. schließen
gerade mit abgeschrägten Ecken, das Msch. mit 3 Seiten des <milestone unit='line' n='20'/>
8Ecks. Der 47 m lange Hauptbau geteilt in 7 Joche. Gesamtbreite
25 m, die Ssch. wenig schmäler als das Msch., H. 18 m.
Also sehr weite und freie Raumverhältnisse. Die 8eckigen
Pfll. von äußerster Schlankheit. Die in der Erzgebirgsschule
zum Prinzip erhobene Vereinheitlichung der Decke durch Verwischung <milestone unit='line' n='25'/>
der Jocheinteilung noch konsequenter als dort durchgeführt;
Grundform des Gwb. 1/2kr. Tonne mit Stichkappen,
darauf einmaschiges Rippennetz im Msch., Sterne in den
Ssch. Im Chorpolygon die Rippen von den Kappen ganz
abgelöst und in kräuselnde Verschlingungen (»gewundene <milestone unit='line' n='30'/>
Reihungen«) gebracht, etwa an Hobelspäne erinnernd; die
tiefsten Ausläufer ganz naturalistisch als Baumstämme charakterisiert;
»wilde Männer« klettern an ihnen empor; die
Kappen mit Rankenwerk bemalt. (Auch an den Gewölbeanfängern
des Lhs. befanden sich 12 Freifiguren, 1778 abgeschlagen). <milestone unit='line' n='35'/>
Fenster hoch, schmal, mit abgeflachtem Spitzbg.
geschlossen, Maßwerk spärlich und matt. Als Beispiel
spätestgotischer Formengebung bmkw. die Sakristeitür. An
der NSeite Renss.Emporen von 1570.
</p>

<p>
<hi rend="g">Altarwerk</hi> aus Sandstein 1611 von <hi rend="italic">David Schwenke</hi>, Skulpturen <milestone unit='line' n='40'/>
von <hi rend="italic">Antonius v. Saalhausen</hi>; 10 m hoch, 5 m br., ursp.
reich in Farbe und Gold staffiert; an der Staffel Abendmahl
zwischen Geburt und Kreuzigung; in der Mitte des Hauptgeschosses
Sintflut und Auferstehung des Herrn, seitlich Jakobsleiter
und Elias Himmelfahrt; an der Staffel des <reg orig='Ober-|geschosses'>Obergeschosses</reg>
<pb n='333' id='i340.png'/>
<!-- [P: 333] -->
die Geschichten des Jonas und Simson, in dem
Hauptfeld Christi Himmelfahrt. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> aus Sandstein
1543 verkünstelt spgot., Schalldeckel 1576. &mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi> 
1561, Fuß 1802 (der alte zeigte Kindergruppen wie in Annaberg). 
&mdash; Unter den zahlreichen <hi rend="g">Grabsteinen</hi> und <hi rend="g">Epitaphen</hi> <milestone unit='line' n='5'/>
mehrere hervorragende Stücke: D. v. Sebottendorf
1585; M. L. Lauterbach 1569; Joh. Rosig 1612; besonders
Sup. Kademann 1607, höchst lebendiges Bildnisrelief, Umrahmung
nüchtern. Unter den Grabsteinen an der Außenwand
hervorzuheben H. W. v. Schönberg †  1645. &mdash; <hi rend="g">Epitaphgemälde</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
von <hi rend='italic'>H. Göding d. Ä.</hi> [<hi rend="g">Antependium</hi> 
aus 14. Jh. in Seidenstickerei, jetzt Altert. Ver. Dresden.] &mdash;
An den Gwbb. großer <hi rend='g'>Gemäldezyklus</hi> aus M. 16. Jh.,
»ein protestantisches Kunstwerk von hoher Bedeutung und
Seltenheit«. &mdash; <hi rend='g'>Orgel</hi> 16. Jh., verändert 1678. &mdash; <hi rend='g'>Glocke</hi> <milestone unit='line' n='15'/>
2. H. 14. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Dominikaner-Klst.</hi> Erhalten die K. und der Kapitelsaal. Die
K. Rck. 35 : 12,5 m. Aufbau 2sch., Chor 1sch., etwas eingezogen
(zerstört). Im Schiff 8eck. Pfll. von äußerster Schlankheit,
Kreuzrippengwbb. auf reich skulptierten Kragsteinen (Farbspuren), <milestone unit='line' n='20'/>
der Kämpferpunkt an den Pfll. selbst nicht betont.
Stilformen der 1. H. 14. Jh. Der kleine an der SOEcke angefügte
Turm 15. Jh. Aus letzterer Zeit das 2sch. und 3jochige
Kapitelhaus.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi> spgot. nach Brand 1485 und ren. 1549 und 1581; <milestone unit='line' n='25'/>
aus der ersten Epoche die reich umrahmten Türen des Erdgeschosses.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Privathäuser.</hi> Pirna hat mehr als die meisten anderen Städte
Sachsens vom Gepräge älterer Jahrhunderte bewahrt. <hi rend='g'>Spätgotisches</hi>
z. B. Markt 3 und 46, Dohnaische Str. 24, <milestone unit='line' n='30'/>
Schustergasse 5, Badergasse 6, Kirchplatz 2. &mdash; Aus <hi rend='g'>Renss.</hi>
besonders das Portal Niedere Burgstr. 1 von 1540, ganz in
den Formen des oberitalienischen Terrakottastils, gekrönt mit
dem Reliefbildnis des Architekten W. B. Ferner Markt 13,
Schuhgasse 15, Markt 12 von 1548 im Charakter des Moritzbaues <milestone unit='line' n='35'/>
am Dresdener Schloß; Ecke Barbiergasse und Dohnaische
Str. mit zierlichen Ecken; Markt 18, Schustergasse 4; Obere
Burgstr. 1 von 1624, Markt 9 von 1673, Schustergasse 2 von
1676. <hi rend='g'>Rokoko</hi>: Langestr. 10, Badergasse 5.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß Sonnenstein</hi>, jetzt Irrenanstalt; von älteren Bauzeiten <milestone unit='line' n='40'/>
kaum etwas erkennbar.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PLASSENBURG B. KULMBACH.</hi> OFranken.</p>
<p>
Erb. von Markgraf Georg Friedrich durch, <hi rend='italic'>Caspar Vischer</hi>
unter Mitwirkung der Württemberger <hi rend='italic'>Alberlin Tretsch</hi> und
<hi rend='italic'>Blasius Berwart</hi>. Hauptbauzeit 1559-1569. Die berühmten


<pb n='334' id='i341.png'/>

<!-- [P: 334] -->

Festungswerke 1808 von den Bayern geschleift. Das meiste
künstlerische Interesse haben folgende Teile: im äußeren Hof
Zeughaus, origineller Kuppelbau mit trotzigem Portal von 1607,
im mittleren Bogenfeld Hochrelief des Markgrafen Christian
zu Roß; Hauptportal des inneren Baues. Eines der reichsten <milestone unit='line' n='5'/>
Dekorationsstücke der ganzen deutschen Renss. die Hoffassaden. 
Die großartige Wirkung der letzteren beruht auf
dem Kontrast des ganz schlicht, ja formlos gehaltenen Erdgeschosses
und der 2 in breite Pfll.Arkaden aufgelösten, an
den Flächen über und über mit Flachreliefornament bedeckten <milestone unit='line' n='10'/>
Obergeschosse; abweichend der NFlügel, der ehemals den
großen Rittersaal enthielt; die 4 Ecktürme mit den zur Kommunikation
unentbehrlichen Treppen bilden wieder einfache
Massen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>FLAUE.</hi> Schwarzb.-Sondersh. LA Arnstadt. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Liebfrauen-K.</hi> mit rom. Resten. Ruine <hi rend="bold">Ehrenburg</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PLAUEN.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1700 durchgreifend umgebaut; vom Bau 1467 das
einfache WPortal und die kleine Sakramentsnische.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PLAUEN.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Johannis-K.</hi> Von der ursp. rom. Anlage die 2 WTürme und
die OWand des Qsch.; nach Brand 1430 Umbau als spgot.
Hallenkirche im Stil der K. von Annaberg, Schneeberg usw.,
doch unbedeutender als diese, stark rest. nach Brand 1548. &mdash;
In die <hi rend="g">Superintendentur</hi> eingebaut die Reste des <milestone unit='line' n='25'/>
Deutschritterhauses mit interessanter innerer Einteilung.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gottesacker-K.</hi> (Luther-K.) 1693-1708. Nächst der zu Carlsfeld
der älteste Zentralbau im Lande; verschobenes 8Eck
mit polygonem Chor und vorspringendem Turm im W, innen
Emporen und Holzdecke. &mdash; Kleiner 4flügeliger <hi rend="g">Altar</hi> aus der <milestone unit='line' n='30'/>
Thomas-K. in Leipzig, umgearbeitet 1587 von <hi rend="italic">Valentin
Silbermann</hi>, die feinen figürlichen Reliefs um 1500.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> letztes Viertel 15. Jh. im Schulcharakter des Arnold
v. Westfalen (Meißen) und wohl von demselben Meister wie
die Schlösser in Sachsenburg und Netzschkau (<hi rend="italic">Hans Reinhart</hi>). <milestone unit='line' n='35'/>
Der breite Backsteingiebel nach Brand 1548, gegliedert
durch 5 nach der Höhe wachsende Pilasterordnungen, Eckfüllungen
in Wellenlinien.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PLÖSSNITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Bescheiden rom. Kap. in guter Erhaltung; rck. <milestone unit='line' n='40'/>
OTurm, darunter Altarhaus und 1/2 kr. Apsis.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PÖDELISL.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der ansehnliche rom. Chorturm mit 3teilig gekuppelten
Schallöffnungen steht jetzt in der Mitte zwischen der spgot.
ziemlich reich behandelten Chorerweiterung und dem schlicht


<pb n='335' id='i342.png'/>

<!-- [P: 335] -->

bar. Schiff. &mdash; <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi> bez. <hi rend='italic'>H F</hi> und <hi rend='italic'>Pflugschar</hi>
(derselbe Meister in Klein-Heringen, Görschen und S. Moritz
in Naumburg).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PODELWITZ.</hi> K. Sachsen AH Leipzig.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. ohne Auszeichnung in Architektur und Ausstattung, <milestone unit='line' n='5'/> 
aber im 19. Jh. gänzlich unberührt geblieben und
dadurch von einem leider nicht mehr oft anzutreffenden
Stimmungswert des Ensembles.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PÖHL.</hi> K. Sachsen AH Plauen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Nach Zerstörung im 30jährigen Kriege 1654-61. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1572 für Kaspar v. Röder, einfach renss., große tonnengedeckte
Halle. <hi rend='g'>Gemäldesammlung</hi>. Bmkw. ein reicher
Rahmen von <hi rend='italic'>J. H. Böhm.</hi>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>POLENZ.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> E. 17. und A. 18. Jh., eindrucksvolle Anlage von <milestone unit='line' n='15'/>
Flur und Treppenhaus.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>POLLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Im Turm gekuppelte rom. Fenster mit Kaptt. in
Würfelform. Spgot. <hi rend='g'>Schnitzaltar</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>POMMERSFELDEN.</hi> OFranken BA Höchstadt <milestone unit='line' n='20'/> 
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1687 und 1750. Zahlreiche Truchsessische <hi rend='g'>Grabsteine</hi>
1543-1685. Einer um 1560 von <hi rend='italic'>Peter Dell d. J.</hi></p>
<p>
<hi rend="bold">Altes Schloß</hi>. Wasserburg des 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Neues Schloß Weißenstein</hi>. 1711 bis 1718 für Lothar Franz
v. Schönborn, Erzbischof von Mainz und Bischof von Bamberg. <milestone unit='line' n='25'/>
Entwurf von <hi rend='italic'>M. v. Welsch</hi> in Mainz, Ausführung von <hi rend='italic'>Joh.
Dientzenhofer</hi> in Bamberg. Nach Größe und Wert einer der
vornehmsten Schloßbauten des Jahrhunderts, auch interessant
für die Entwickelung des Anlagetypus (vgl. rückwärts
Marquardsburg). Gr. in Tricliniumform; nach der anderen <milestone unit='line' n='30'/>
Seite umgrenzt den großen Hof der Halbkreis der Stallungsgebäude.
Der Mittelflügel des Hauptbaues wird durch einen
beiderseits stark vorspringenden, auch etwas höheren Querbau
durchbrochen, die Flügel enden in je 2 Pavillons. An
der Gartenfront 27 Achsen, an den Flügelfronten 15. Der <milestone unit='line' n='35'/>
Aufbau in 3 differenzierten Geschossen. Die tragenden
Glieder wechselnd Säule, Pilaster, Lisene, je nach der Bedeutung
des zu schmückenden Bauteils. Übergroßes Mansarddach.
Im Innern sind die stärksten Motive das Treppenhaus und
der Festsaal, beide den mittleren Querbau ausfüllend. Das <milestone unit='line' n='40'/>
<hi rend='g'>Treppenhaus</hi> war, bevor die Neumannschen Schloßbauten
es überboten, das großartigste in Deutschland und
wird von keinem französischen erreicht. Ein dem Quadrat
sich näherndes Rck. an allen 4 Seiten von Galerien in 3 Geschossen
umgeben; die im freien Mittelraum in 2 Läufen sich


<pb n='336' id='i343.png'/>

<!-- [P:336] -->

entwickelnde Treppe reicht nur bis zum ersten Obergeschoß;
zum zweiten führen verborgene Nebentreppen. Beim Austritt
zum obersten Treppenpodest erweitert sich der umlaufende
Gang zu einem kleinen, besonders reich dekorierten Vorsaal,
aus dem man in den Festsaal gelangt. Dieser geht durch <milestone unit='line' n='5'/>
beide Obergeschosse; unter ihm ein niederer, als Grotte charakterisierter
Gartensaal. Im <hi rend="g">Festsaal</hi> ein schwerer, zugleich
unruhiger Prunk; an den Wänden wechseln Pilaster und Vollsäulen; 
das Kranzgesims von willkürlich gebildeten Bgg. durchbrochen; 
eine sehr große, durch Stuck und Malerei in heftige <milestone unit='line' n='10'/>
Bewegung versetzte Kehle führt zum freskierten Spiegel über.
Unter den übrigen Räumen ist das Vorhandensein einer Galerie
für Gemälde bemerkenswert. Die kleineren Gemächer haben
viel von ihrem einstigen Dekor (Leder- und Damasttapeten)
verloren; doch bleiben manche anziehende Proben kleinkünstlerischen <milestone unit='line' n='15'/>
Schaffens, z. B. die zierlich angelegten Fußböden. &mdash;
Der prächtige im Zirkel laufende Marstall 1717 von <hi rend="italic">Welsch</hi>. Für
andere Nebengebäude <hi rend="italic">B. Neumann</hi> zu Rate gezogen. &mdash; Sehr
bedeutend waren die Gartenanlagen; sie sind A. 19. Jh. »englisch«
umgearbeitet. &mdash; Die große, früher über Deutschland <milestone unit='line' n='20'/>
hinaus berühmte <hi rend="g">Gemäldegalerie</hi> hat M. 19. Jh. ihre
wertvollsten Stücke durch Verkauf verloren, ist aber noch immer
beachtenswert.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>POMSSEN.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Anlage. &mdash; Die Ausstattung, renss, und bar., <milestone unit='line' n='25'/>
gibt ein malerisches Ensemble, auch sind einzelne Stücke für
sich bmkw. Großes <hi rend="g">Sandsteinepitaph</hi> der Familie
v. Ponickau 1560; 18 weitere Denkmäler dieser Familie bis 1725.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PONICKAU.</hi> K. Sachsen AH Großenhain.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einfacher flachgedeckter Bau mit großem Turm <milestone unit='line' n='30'/>
von 1726. &mdash; <hi rend="g">Flügelaltar</hi>, geschnitzt und gemalt, A.
16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PONITZ.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, älteste Teile 14. Jh., 1653 durchgreifend umgebaut. &mdash;
Gedenktafeln 1593 und 1613 in tüchtiger Renss. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß,</hi> 1574, stattliche Außenerscheinung.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PORSTENDORF.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Ehemals Wirtschaftshof des Klst. Pforta, umfangreiche
Baugruppe meist aus 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>POSA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Klst.-K.</hi> Die Nachgrabungen von 1875 und
1899 ergaben für den Chor (gew. 1122) eine mit Paulinzelle
genau übereinstimmende Fünfapsidenanlage (got. umgebaut).
Pfeilerreste aus dem Schiff verwandt mit Talbürgel. WTürme
durch Merians Stich bezeugt.
</p>


<pb n='337' id='i344.png'/>

<!-- [P: 337] -->

<p>
Am WAbhang des Berges rom. <hi rend="g">Palas</hi>, von den Rundbogenfenstern
nur eines unvermauert, mit schöner Mittelsäule.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>POSSENDORF.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> voll. 1596; 2sch. Hallenkirche von 3 Jochen, weiträumige
Verhältnisse, Formen spätestgot., bmkw. die mannigfaltig <milestone unit='line' n='5'/>
gezierten Schlußsteine.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PÖSSNECK.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> spgot., Chor 1390, Lhs. 1454-88, jetzt der Gewölbe
beraubt.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> 1443, Erweiterungen 1449<corr sic='.'>,</corr> 1531. Stattliche Anlage <milestone unit='line' n='10'/>
in eigentümlicher und reizvoller Mischung spätester Gotik
und früher Renss. (A. 20. Jh. übel umgebaut). Hauptschmuck
der Fassade die in glücklichem Wurf unsymmetrisch an die
Seite geschobene Freitreppe; über den Treppenläufen offene
Lauben, deren Verdachung in kleine Halbkreisgiebel, staffelförmig <milestone unit='line' n='15'/>
ansteigend, aufgelöst ist. Reich dekoriert auch die
beiden großen Treppengiebel der Schmalseiten; es wechseln
4 Streifen von Fischblasen mit ebensoviel Reihen kleiner
gardinenförmig geschlossener Blendbögen. Im Innern hat
sich eine zweischiffig gewölbte Halle, sonst aber wenig von <milestone unit='line' n='20'/>
älteren Kunstformen erhalten.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wohnhäuser.</hi> Haus Wohlfahrt am Markt mit schönem Portal
von 1565 noch ganz im Sinne der oberitalienischen FrRenss.;
andere Portale Haus Fischer am Kirchplatz; Steinweg Nr. 55;
Krautgasse ao. 1564. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Marktbrunnen</hi> 1522 mit der Statue des hl. Mauritius.
</p>

<p>
Bmkw. <hi rend="bold">Friedhof</hi> mit K. und vielen Denkmälern des 17. und
18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>POSTERSTEIN.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. und 17. bis 18. Jh. &mdash; Bmkw. die reich geschnitzte <milestone unit='line' n='30'/>
<hi rend="g">Herrschaftsempore</hi> 1689 und der <hi rend="g">Altaraufbau </hi>
aus derselben Zeit.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Die höchst malerische Gebäudegruppe, wesentlich
16. Jh., umlagert einen großen ma. Turm.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PÖTEWITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Turm. Das Langhaus got. 3sch. umgebaut.
&mdash; Bmkw. spgot. <hi rend="g">Schreinaltar</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>POTTENSTEIN.</hi> OFranken BA Pegnitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Got. 2sch. Halle, »während der Chor sprom. (?)
Formen erhielt«, Ausstattung bar. &mdash; <milestone unit='line' n='40'/>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PREDEL.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor spgot. 1507, Langhaus 1701, der sehr stattliche
Turm Fr.Renss. &mdash; <hi rend="g">Schreinaltar</hi> um 1500.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PRESSECK.</hi> OFranken BA Stadtsteinach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Chor got., Sch. bar.
</p>


<pb n='338' id='i345.png'/>

<!-- [P: 338] -->

<p>
<hi rend='ort'>PRETTIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Got. Backsteinrohbau. 3sch. kreuzf. Basilika von
3 Gewölbejochen. &mdash; Großer <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> um 1500,
nordwestdeutsch, oder niederländisch, 1614 von der Kurfürstin
Hedwig, einer dänischen Prinzessin, geschenkt. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>
<p>Runder got. <hi rend="bold">Torturm</hi> in Backstein.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PRETZFELD.</hi> OFranken BA Ebermannstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> 18. Jh. unbedeutend.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> 16. Jh. auf ma. Grundlage.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PRETZSCH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Wittenberg. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1sch. flachgedeckt, spgot. und bar. &mdash; <hi rend="g">Altar</hi> 1652
von <hi rend="italic">J. G. Kretschmer</hi> aus Dresden. <hi rend="g">Gemälde</hi>, Kreuzigung,
von <hi rend="italic">D. Heuer</hi> aus Leipzig. <hi rend="g">Grabmal</hi> der Königin Eberhardine.
Arnimsche <hi rend="g">Epitaphe</hi> 18. Jh. Außen am Turm
Rittergrabstein 14. Jh. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1634.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PRICHSENSTADT.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
</p><p>
Ein altfränkisches <hi rend="bold">Stadtbild</hi>, an dem man, wenn sich die Gelegenheit
bietet, nicht vorübergehen sollte. Inmitten großer
Weiher. Fast der ganze Mauergürtel des 15. bis 16. Jh. erhalten. <milestone unit='line' n='20'/>
Charaktervolle Torgruppe mit 2 runden Flankentürmen, 
in Franken ein seltener Typus. Mitten im Städtchen
großer Turm mit spitzbogiger Durchfahrt und originellem
sprenss. Dachwerk.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> urspr. got., dann bar. überarbeitet und baulich ohne <milestone unit='line' n='25'/>
Interesse, doch enthält sie eine originelle bemalte <hi rend="g">Steinkanzel</hi> 
des 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PRIESSNITZ.</hi> K. Sachsen AH Borna. 
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um 1500, 1616 durch Hans v. Einsiedel im Geschmack
niederländischer SpRenss. glänzend ausgestattet, besonders <milestone unit='line' n='30'/>
die herrschaftlichen Betstuben. Die <hi rend="g">Gemälde</hi> von <hi rend="italic">Johann
de Perre</hi> aus Antwerpen, ansässig in Leipzig.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PRIETITZ.</hi> K.Sachsen AH Kamenz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1881 fast ganz erneuert. &mdash; <hi rend="g">Altar</hi>, gute Tischlerarbeit
von 1646. <hi rend="g">Denkmäler</hi> des 18. Jh., über die in der <milestone unit='line' n='35'/>
Lausitz recht gute Durchschnittsqualität noch hinausgehend.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Herrenhaus</hi> (v. Stammer) um 1770. Größere Porträtreihe,
u. a. von <hi rend="italic">Anton Graff</hi> und <hi rend="italic">Chr. Leberecht Vogel</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PROBSTZELLA.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich 1755. &mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi> fränkisch um 1500. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PROFEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Turm. Schöner spgot. Chor 1495. &mdash; Ausstattung
in guter Renss., desgl. Decke und Emporen in kräftiger
Polychromie.
</p>


<pb n='339' id='i346.png'/>

<!-- [P: 339] -->

<p>
<hi rend='ort'>PRÖLSDORF.</hi> UFranken BA Haßfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1766. Eleganter Rok.Bau. In der Verbindung des
WTurmes mit der Fassade Nachklang Neumannscher Anlagen.
&mdash; Im Pfarrhof bmkw. <hi rend="g">Kaselkreuz</hi> 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PROSSELSHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Posthum got. Neubau 1614. &mdash; Derb wirkungsvolle
Ausstattung um 1700. &mdash; <hi rend="g">Dorfbrunnen</hi> unter
einem von 6 tosk. Sll. getragenen Haubendach.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PROZELTEN</hi> siehe Stadtprozelten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PULSNITZ.</hi> K. Sachsen AH Kamenz. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Über Resten einer got. Anlage ein Emporensaal
aus M. 18. Jh. &mdash; Reicher Kelch 1487. Zahlreiche Denkmäler
der Barockzeit.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> (v. Maxen) 1718. Gute Inneneinrichtung aus verschiedenen
Epochen des 18. Jh. Bildnisse. Glasscheiben. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> schlicht renss. Wohnhäuser 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PURSCHENSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Freiberg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> aus Ma. und Renss. Abb. von 1755 zeigt eine bedeutende
Anlage von 5 Türmen von hohen bar. Helmen gekrönt;
davon jetzt nur einer erhalten; sonstige Kunstformen spärlich. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>PUSCHENDORF.</hi> OFranken BA Höchstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1489. Chor, im Gr. 1+5/8, netzgewölbt. Im Langhaus
Holztonne. Tüchtiger Quaderbau mit energisch profilierten
Fenstern. Malerischer Innenraum. 3 <hi rend="g">Schnitzaltäre</hi>
aus der Erbauungszeit. Gemalte <hi rend="g">Wappenscheiben</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
nürnbergischer Familien.
</p>

</div>

<div>
<index index="toc" />
<head><title>Q</title></head>

<p>
<hi rend='ort'>QUEIENFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1719. Saalbau mit 2 Geschossen Emporen, Turm um
1546, die Fenster in got. Formen. &mdash; Auf dem nahen Weinberg <milestone unit='line' n='30'/>
die Grundmauern der ehemals berühmten <hi rend="g">Wallfahrts-K.</hi>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>QUERFURT.</hi> Pr. Sachsen RB Merseburg. Kreisstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Urspr. spgot. Hallenkirche, in jüngerer Zeit durch
Emporeneinbauten u. a. m. stark verändert. Die rom. Sll., <milestone unit='line' n='35'/>
welche die Orgelempore tragen, wahrscheinlich aus Klst.
Marienzelle. Am WTurm gefälliges Portal 1. H. 15. Jh. &mdash;
Großer bar. <hi rend="g">Altarbau</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Friedhofs-K.</hi> Unbedeutender Barockbau mit ansehnlichen
<hi rend="g">Epitaphen</hi>. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Schlicht sprenss.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Weitläufiger Komplex von Festungswerken, <reg orig='Be-|amten-'>Beamten-</reg>
<pb n='340' id='i347.png'/>
<!-- [P: 340] -->
und Wirtschaftshäusern. Die Oberburg Anlage des
12. und 13. Jh. Imposanter runder Bergfried (der »dicke
Heinrich«) von 21 m Durchmesser und 4,5 Mauerstärke; dann
ein quadr. Wohn-Turm. Im Übergang zur Renss. ein vom
Kardinal Albrecht von Mainz 1535 errichteter Wohnbau. <milestone unit='line' n='5'/>
Die mitten im weitläufigen Bering freistehende <hi rend="g">Kapelle</hi>
etwa E. 12. Jh. Qsch. und Chor normale Kreuzanlage mit
Apsiden, das 1sch. Lhs. von geringer Ausdehnung, im W
Vorhalle und Herrschaftsempore. Im äußeren Aufbau die
schlichten rom. Formen noch gut zu verfolgen, das Innere <milestone unit='line' n='10'/>
1716 barockisiert. Über der Vierung 8seitiger Turm mit
Lisenen und Bogenfries. &mdash; Grabkapelle E. 14. Jh. <hi rend="g">Tumba</hi>
des Gebhard v. Querfurt † 1383, an den Seitenwänden das
Trauergefolge in einer Art feierlichen Tanzschrittes mit
merkwürdiger Gestikulation; die Arbeit stimmt zu der an <milestone unit='line' n='15'/>
der Tumba Herzog Georgs in Pforta.
</p>

</div>

<div>
<index index="toc" />
<head><title>R</title></head>

<p>
<hi rend='ort'>RABENECK.</hi> OFranken BA Pegnitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burg.</hi> Wohnturm und Palas erhalten, Vorburg Ruine.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RABENSTEIN.</hi> OFranken BA Pegnitz. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Burg</hi> mit Wappenstein von 1495.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RABOLDSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Homberg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Alabasterepitaph des W. v. Wallenstein † 1604
und seiner Ehefrau Ch. v. Berlepsch.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RÄCKNITZ.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Denkmal</hi> für General Moreau † 1813.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RADEBERG.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N.
</p><p>
<hi rend="bold">Stadt-K.</hi> Kernbau 1486, Umbauten 1714, 1808, 1887. &mdash;
<hi rend="g">Kanzel</hi> und <hi rend="g">Taufstein</hi> 1730 von <hi rend="italic">J. C. Feige</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1543-46 unter Leitung von Hans Dehn durch einen <milestone unit='line' n='30'/>
Meister aus dem Kreise des <hi rend="italic">Hans Schickentanz</hi>, erneuert 1628
durch <hi rend="italic">Ezechiel Eckhardt</hi>. &mdash; Hauptbau auf 3eck. Gr., nur
2 niedrige Geschosse, Portal, Fenster, Kamin interessante
Beispiele der Dresdener Frührenaissance.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RADEFELD.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm sprom., Sch. spgot.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RADIBOR.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> neu. Aus der alten mehrere hübsche Ausstattungsstücke
16. bis 18. Jh. &mdash; <hi rend="g">Holzplastik</hi> in auffallender
Menge. Madonnenstatue A. 15. Jh., ausgezeichnet, sicher <milestone unit='line' n='40'/>
Import. Aus derselben Kunstrichtung eine zweite desgl. und
eine Pietas. Altarschrein mit geschnitzten Mittelfigg. und


<pb n='341' id='i348.png'/>

<!-- [P: 341] -->

gemalten Flügeln, um 1450. Geringer 2 Selbdritt und Apostelstatuen
um 1480 u. a. m.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1709, große Behandlung, einfach, Gr. fast quadr., in
der Mitte Lichthof und Treppenhaus.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RADMERITZ.</hi> K. Sachsen AH Zittau. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm 1702. Ansehnliches <hi rend="g">Grabmal</hi> des J. v.
Ziegler, Stifters v. Joachimstein † 1734. Ausstattung um
1734. Prächtiges Gruftgebäude 1744.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RALBITZ.</hi> K. Sachsen AH Kamenz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Niedriger Gewölberaum von 1752. Ausstattung <milestone unit='line' n='10'/>
charakteristisch katholisch. &mdash; Im Dorf <hi rend="g">Dreifaltigkeitssäule</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RAMMELBURG.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Auf ma. Grundlage im 16.-18. Jh. erneuert. 1575
die den unteren Raum des Bergfrieds einnehmende Kapelle eingerichtet, <milestone unit='line' n='15'/>
Decke und Oberteil der Seitenwände bedeckt mit
biblischen Darstellungen in »hoch erhabenem Bildwerk«.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RAMMENAU.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> nach 1417. Stattliche Anlage in Hufeisen-Gr., die
Wirtschaftsgebäude nach einheitlichem Plan hinzukomponiert. <milestone unit='line' n='20'/>
Geräumiges, vornehmes Treppenhaus, gemalte Architekturen
in der Art <hi rend="italic">Oesers</hi>. Die sonstige Inneneinrichtung
zeigt 3 Stilepochen, das Barock des ersten Erbauers mit reichen
Stuckdecken, die Zeit des Gr. v. Hoffmannsegg um 1700 und
die Kleistsche Zeit um 1800 mit pompejanischem Zimmer. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RANDERSACKER.</hi> UFranken BA Würzburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Im Kern rom. Pfl.-Basilika, 1605 gotisierend umgebaut. 
Gut erhalten der rom. Turm (SO), Quaderbau in
ungewöhnlich reicher Gliederung, die unteren Teile E. 12.,
die oberen gegen M. 13. Jh. &mdash; Ausstattung um 1700. Auf <milestone unit='line' n='30'/>
den Seitenaltären <hi rend="g">Gemälde</hi> von <hi rend="italic">Oswald Onghers</hi>, 1683
und 1704. Seinsheimsche <hi rend="g">Grabsteine</hi> E. 14. Jh. &mdash;
<hi rend="g">Friedhofsbefestigung</hi> nach 1609.
</p>

<p>
Großer <hi rend="bold">Zehnthof</hi> des Würzburger Domkapitels, angelegt
(Inschr.) 1332, verändert 1615. Im Ort zahlreiche schlichte <milestone unit='line' n='35'/>
<hi rend="g">Häuser</hi> 16.-18. Jh. Am Gasthof zur Krone feines Rok.Gartenhäuschen, 
Schule <hi rend="italic">Neumanns</hi>. &mdash; <hi rend="g">Bildstöcke</hi> in
großer Zahl, meist 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RANIS.</hi> Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> spgot. 1sch. polyg. geschlossen, Turm seitlich im <milestone unit='line' n='40'/>
N. Von der ehemals reichen Ausstattung wenig übrig.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß,</hi> got. und renss., mit hohen Giebeln, höchst malerisch.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RASDORF.</hi> RB Cassel Kr. Hünfeld.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> (K. des schon 815 vorhandenen Benedikt.-Klst.).
Rom. 11. Jh., im 13. frgot. umgebaut mit einzelnen got. und


<pb n='342' id='i349.png'/>

<!-- [P: 342] -->

spgot. Nachbesserungen. &mdash; Basilika auf kreuzf. Gr. Je
5 niedrige Arkaden, deren ungegliederte steile spitzbg. Bgg. auf
3 Paar Sll. und einem Paar rck. Pfll. ruhen. Basen jetzt im
Fußboden verborgen. Kaptt. den korinth. roh nachgebildet,
hohe Deckplatte mit Karnies und Schmiege. Am westl. Ende <milestone unit='line' n='5'/>
Emporeneinbau (verbaut). Die flache Decke bei der got.
Erneuerung des Obergadens beibehalten. Die Vierungspfll.
rund mit 4 Diensten für das Kreuzrippengwb. Über der
Vierung ein mehrgeschossiger 8seitiger Turm, zu dem eine
steinerne Wendeltreppe aus der Chorecke hinaufführt; der <milestone unit='line' n='10'/>
Chor mit 5/8 Rippengwb. &mdash; Die ganze L. ca. 40 m, H. des
Turms über 50 m.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RATENDORF.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. rom. Anlage mit eingezogenem quadr. Chor und
Apsis, Turm über dem Chor. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> 1510. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RATSFELD.</hi> Schwarzb.-Rudolst. LA Frankenhausen.
</p><p>
Fürstl. <hi rend="bold">Jagdschloß</hi> 1698. Außen sehr einfach. Die Kapelle in
strengem Barock der klassischen Richtung. 1908 umgebaut.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RATTELSDORF.</hi> OFranken BA Bamberg I.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1465 ähnlich Hallstadt; 1823 zur Hälfte abgebrochen <milestone unit='line' n='20'/>
und erneuert.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RAUENSTEIN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1453. Hübsche Steinkanzel A. 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Burg</hi> erb. um 1350, zerstört 1640, Spuren edlerer architektonischer
Durchbildung. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RAUHENECK.</hi> UFranken BA Ebern.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Polyg. Bering mit Renss. Türmen; am ehem. Palas
noch rom. Reste (wohl 13. Jh.); Wehranlage mit Gräben gut
erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RAUSCHENBERG.</hi> RB Cassel Kr. Kirchhain. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 4 Bauzeiten. Aus E. 12. Jh. das nördl. Ssch. nebst
den nordwestl. Schiffsarkaden; rippenlose, kuppelig steigende
Kreuzgwbb. auf Kragsteinen, von roher Ausführung. A. 14. Jh.
das Msch. erneuert, 3 rck. Kreuzgwbb., Fenster nur an der
südl. Seite, südl. Ssch. unterdrückt; renoviert 1453. Chor <milestone unit='line' n='35'/>
2 Joche und polyg. Schluß, spgot. Netzgwb. in gewundenen
Reihungen. Schmuckloser WTurm. &mdash; <hi rend="g">Ikon. Grabstein</hi>
1584. &mdash; <hi rend="g">Holzstatuette</hi> der h. Jungfrau, gute spgot.
Handwerksarbeit. &mdash; <hi rend="g">Kruzifix</hi> aus gleicher Zeit. &mdash;
<hi rend="g">Altarflügel</hi> um 1400. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Der in 3 gewölbten Stockwerken erhaltene Wohnturm
M. 13. Jh. interessant in Anlage und Einzelheiten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>REDWITZ.</hi> OFranken BA Wunsiedel.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> E. 14. Jh., verändert M. 16. Jh. Hallenkirche mit
eingezogenem Chor in 2 Jochen, 5/8 Schluß, im Lhs. 3 Joche.


<pb n='343' id='i350.png'/>

<!-- [P: 343] -->

Rundpfll. mit einfachen Kaptt. Kreuzgwbb. &mdash; Hübsches
<hi rend="g">Sakramentshaus</hi> 1498, ca. 4 m h. Außen <hi rend="g">Ölberg</hi>
2. H. 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kathol. K.,</hi> gest. 1777 von der Kaiserin Maria Theresia.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> umgebaut aus got. Schloß; Erker bez. 1591, andere <milestone unit='line' n='5'/>
Bauteile 1509, 1593, 1642.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>REGENSBERG.</hi> OFranken BA Forchheim.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> ziemlich erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>REIBERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1736, 1sch., Empore in 3 Geschossen ringsumgeführt. <milestone unit='line' n='10'/>
Kanzelaltar 1780. Nicht üble Rittergrabsteine 1552, 1619.
Gräfl. Einsiedelsche Gruft 1746.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1763 von <hi rend="italic">Andreas Hünigen</hi> in Zittau. Uförmige Anlage,
die kurzen Schenkel nach dem Hof, die Formen ein schlichtes,
schon dem Klassizismus zuneigendes Rokoko. Die Innendekoration <milestone unit='line' n='15'/>
z. T. erhalten. Prächtige Empiremöbel. Zahlreiche
Familienbildnisse (Einsiedel und Verwandte), Graf Joh.
Georg v. E. von <hi rend="italic">A. Graff</hi>, Graf Heinrich v. E. in der Art
<hi rend="italic">J. F. A. Tischbeins</hi>. Meißener Porzellan mit einigen hervorragenden
Stücken. &mdash; Die ursp. französische <hi rend="g">Parkanlage</hi> <milestone unit='line' n='20'/>
in der englischen Umwandlung noch zu erkennen. Reizender
<hi rend="g">Gartentempel</hi> von <hi rend="italic">Eschke</hi> 1796 (etwas verändert 1830).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>REICHELSBERG.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burg.</hi> Im 13. und 14. Jh. hohenlohisch, im 16. Jh. weinsbergisch.
1525 zerstört. Großartige Ruine. Die Regelmäßigkeit <milestone unit='line' n='25'/>
der Anlage deutet auf späteres Ma. Die Zwingermauer hat
7 Rundtürme.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>REICHELSBURG b. AUB.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Burgruine.</hi>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>REICHENAU.</hi> K. Sachsen AH Zittau. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1690 von <hi rend="italic">Heinrich Proscher</hi>. Weiträumiger Saal mit
Doppelempore und flacher Holzdecke. Reste von spgot.
<hi rend="g">Altarplastik</hi> [z. T. im Dresdener Altert.-Ver.]. <hi rend="g">Altar</hi>
1819, die <hi rend="g">Holzfigg</hi>. von <hi rend="italic">Gareis</hi> in Ostritz. Prächtige
<hi rend="g">Orgel</hi> 1769. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>REICHENBACH.</hi> RB Cassel Kr. Witzenhausen.
</p><p>
Ehem. Nonnen-Klst.-K. Vielfach veränderte rom. Basilika
ohne Qsch., Chor quadr., überall Holzdecken. Im Schiff
6 Arkaden, je zwei Würfelknaufsäulen wechseln mit 1 Pfl.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>REICHENBACH.</hi> K. Sachsen AH Plauen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1720 mit rom. Mauerresten. &mdash; Schönes <hi rend="g">Altargerät</hi>
E. 17. und A. 18. Jh., augsburgisch. &mdash; <hi rend="g">Orgel</hi> von
<hi rend="italic">Gottfr. Silbermann</hi> 1725.
</p>


<pb n='344' id='i351.png'/>

<!-- [P: 344] -->

<p>
<hi rend='ort'>REICHENBERG.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor 1513, das 1sch. Lhs. älter. &mdash; 2 Taufsteine, der
eine rom. 13. Jh., der andere, reich geschmückte, 1620. &mdash;
<hi rend="g">Denkmäler</hi>: 1621 Kind von zwei Engeln getragen, 1625
die Mutter mit Blumenstrauß und Gebetbuch. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>REICHENBERG.</hi> UFranken BA Würzburg.
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß,</hi> seit 1378 Besitz der Wolfskeel, nach Verwüstung im
Bauernkriege whgest. im 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>REICHENFELS.</hi> Reuß j. L. LA Schleiz.
</p><p>
<hi rend="bold">Burgruine</hi> 14. Jh. 1806 Neubau begonnen und wieder schon <milestone unit='line' n='10'/>
Ruine geworden. Museum des <hi rend="g">Voigtl. Altert.-Ver.</hi>
mit Resten von spgot. Altarplastik.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>REICHMANNSHAUSEN.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1607-15.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Rechteckige Anlage. Türme, Mauern und Gräben <milestone unit='line' n='15'/>
teilweise erhalten, besonders beträchtliche Teile des großen,
südl. Bergfrieds. 14.-15. Jh. Mit Bauernhäusern eingebaut.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>REIDEBURG.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Turm.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>REIFENSTEIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Klst</hi>. Die bestehende K. 18. Jh. Im Schiff
5 Joche, im Chor 2 Joche. Kreuzgwbb. Beträchtliche Reste
des got. Kreuzgangs. Klostergebäude bar. mit stattlichem
Treppenhaus.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>REINHARDSBRUNN.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Herzogl. Schloß</hi> an Stelle eines einst hoch berühmten <hi rend="bold">Klosters</hi>;
gegr. im 11. Jh.; im 16. Jh. verfallen; 1601 Amtshaus. Erhalten
eine Reihe von <hi rend="g">Grabsteinen</hi> thüringischer Landgrafen
bis auf Ludwig den Springer † 1123 zurückgehend, jedoch
sämtlich A. 14. Jh. ausgeführt, als Ahnenreihe nach derselben <milestone unit='line' n='30'/>
Idee, wie die wettinischen Grabmäler auf dem Petersberg bei
Halle und in anderer Form die Stifterbilder in Naumburg und
Meißen. Hochreliefs auf vertieftem Grunde. Zwei Hände,
beide nicht ersten Ranges, zu unterscheiden: von der ersten
sind Ludwig der Springer, Ludwig III., Ludwig IV.; von der <milestone unit='line' n='35'/>
zweiten Adelheid, Ludwig I., Hermann und Ludwig der
Eiserne. Außer dieser Reihe das Grab Friedrichs des
Gebissenen † 1324, einst im Katharinen-Klst. zu Eisenach.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>REINHARDTSDORF.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> ursp. 15. Jh., erweitert im 17. Jh. WGiebel mit <milestone unit='line' n='40'/>
schönem Portal, bez. 1675.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>REINHARDTSGRIMMA.</hi> K.Sachsen AH Dippoldiswalde.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Umbau 1742, am Äußern spgot. Formen erhalten;
ungewöhnlich langes, flachged. Schiff, Chor mit Sterngwb. &mdash;
Sandsteinaltar mit Abendmahlsrelief 1601. Orgel von <hi rend="italic">Gottfr.


<pb n='345' id='i352.png'/>

<!-- [P: 345] -->

Silbermann</hi> 1731 &mdash; <hi rend="g">Ikon. Doppelgrabstein</hi> für
H. v. Schönberg und Gemahlin 1615, in lebensvoller Charakteristik.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1767 in der Richtung <hi rend="italic">Knöffels</hi>. Im Park Marmordenkmal
für Anna v. Bülow von <hi rend="italic">L. Grossi</hi> 1790. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>REINHARZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1704 mit ungestört erhaltener Ausstattung.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Jagdschloß</hi> für August d. Starken 1701. Von Wasser umgeben.
Großer Mittelbau mit niedrigen Seitenflügeln, schlanker achtstöckiger
Turm mit Zwiebelhaube. 3 vollständig in der Originalausstattung <milestone unit='line' n='10'/>
erhaltene Zimmer. Altmeißener Porzellan.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>REINHOLTERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.). Gut behandelter Gwb.Bau 1761. Aufwendiges
Mobiliar.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>REINSDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Klst.-K.,</hi> gew. 1206. Davon erhalten Chor und Qsch.,
im 17. Jh. als evang. Pfarr-K. umgebaut. &mdash; <hi rend="g">Tympanon</hi>, Maria
zwischen Engel und Bischof, A. 13. Jh., zu vergleichen mit
Freyburg. Die Decke im 18. Jh. trefflich stuckiert, weniger gut
die Gemälde. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>REINSTADT.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> spgot. mit interessanten Einzelheiten. Zahlreiche
Reste von got. <hi rend="g">Schnitzaltären</hi>. <hi rend="g">Grabsteine</hi>
v. d. Pfordten, z. T. feine Renss.Arbeiten.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Burg</hi> in dem einfachen Typus der »Kemnate«, in 4geschossigem <milestone unit='line' n='25'/>
spgot. Aufbau gut erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>REITZENGESCHWENDE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1711. Das Innere heiter und festlich in naiv ländlichem
Geschmack. &mdash; <hi rend="g">Bauernhäuser</hi> im Blockverband.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>REITZENSTEIN.</hi> OFranken BA Naila. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1557 an Stelle älterer Burg.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>REMLINGEN.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld.
</p><p>
Sog. <hi rend="bold">Würzburgerschloß,</hi> erb. E. 14. Jh. von Graf Johann I.
von Wertheim. Typische Wasserburg, unvollständig erhalten.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kastellsches Schloß</hi>. Komplex einfacher Bauten um 1560. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>REMSE.</hi> K. Sachsen AH Glauchau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Kleine 1sch. rom. Anlage mit Holzdecke. Die wahrscheinlich
noch rom. Steinempore (Reste) könnte durch das
nahe ehem. Nonnenklst. veranlaßt sein. &mdash; <hi rend="bold">Kloster</hi>. Erhalten
ein dreigeschossiger Quaderbau mit rippenlosen Kreuzgwbb. <milestone unit='line' n='40'/>
Bestimmung ungewiß.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RENGELRODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.) 1738. Sorgfältig ausgebildeter Quaderbau.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RENGERSBRUNN.</hi> UFranken BA Gemünden.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1777. Auf dem klassizist. Hochaltar <hi rend="g">Holzfigur</hi>


<pb n='346' id='i353.png'/>

<!-- [P: 346] -->

der Madonna um 1460. &mdash; Gute <hi rend="g">Kanzel</hi> in der Art der <hi rend="italic">Bossiarbeiten</hi>,
E. 18. Jh. &mdash; <hi rend="g">Hochzeitsbecher</hi>, Silber vergoldet,
bessere Augsburger Arbeit von 1670. &mdash; Großes prächtiges
<hi rend="g">Ciborium</hi>, würzburgisch, um 1720.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RENTWEINSDORF.</hi> UFranken BA Ebern. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Große Anzahl von <hi rend="g">Epitaphien</hi> der Freih.
v. Rotenhan, darunter gute Renss. Arbeiten in Sandstein.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> (Frhr. v. Rotenhan). Stattlicher Rok.Bau von 1751
mit langem Mitteltrakt und schrägen Flügeln; Formcharakter
bambergisch. Im Schloßpark schöne <hi rend="g">Orangerie</hi> um 1750. <milestone unit='line' n='10'/>
Vor dem jetzigen Schloß stehen noch Türme und Wehrbauten
des <hi rend="g">alten Schlosses</hi> um 1520.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>REPPERNDORF.</hi> UFranken BA Kitzingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Umbau der Juliuszeit. Der Turm (O) hat Formen
aus 2. H. 13. Jh. &mdash; <hi rend="g">Altar</hi> 1608 mit <hi rend="g">Gemälden</hi> von <milestone unit='line' n='15'/>
<hi rend="italic">Hans Haunisch</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RETZBACH.</hi> UFranken BA Karlstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1736-40 von <hi rend="italic">B. Neumann</hi>. Typisch für die kleineren
Landkirchen des großen Meisters. Lhs. mit 3 Kreuzgwbb. 
auf toskanischen Pilastern, eingezogener polyg. Chor, <milestone unit='line' n='20'/>
schlanker WTurm, Äußeres verputzt mit roten Sandsteinpilastern. 
&mdash; <hi rend="g">Altarblatt</hi> von <hi rend="italic">Zaner</hi> 1741. &mdash; Prächtiges
<hi rend="g">Rok.Ciborium</hi> um 1770 bez. <hi rend="italic">D</hi> (<hi rend="italic">Joh. Dörffer</hi> in Würzburg). 
Schöner <hi rend="g">Kelch</hi> 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wallfahrts-K.</hi> Chor 14. Jh., Lhs. 1625. &mdash; <hi rend="g">Gnadenbild</hi> der <milestone unit='line' n='25'/>
Madonna 14. Jh. &mdash; Im Pfarrhof reiches rom. Säulchen.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Hübscher Fachwerkbau um 1574.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RETZSTADT.</hi> UFranken BA Karlstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Wesentlich Neubau von 1726. Der Turm (im NO)
hat im 3. Geschoß gekuppelte rundbg. Schallöffnungen mit <milestone unit='line' n='30'/>
zierlich behandelten Säulchen aus sp. 12. Jh. Am Aufgang
zur K. ein originelles rom. Portal als Rahmen eines Kruzifixes
wiederverwendet; an der abgeschrägten Kante des Bg. phantastische
Tierfigg. &mdash; <hi rend="g">Deckenbilder</hi> von <hi rend="italic">S. Urlaub</hi> 1728.
<hi rend="g">Hauptaltar</hi> vom Schreinermeister <hi rend="italic">Joh. Uhl</hi> (der Riß von <milestone unit='line' n='35'/>
<hi rend="italic">B. Neumann</hi> approbiert). <hi rend="g">Monstranz</hi> von <hi rend="italic">Stipeldey</hi> in
Augsburg 1793. <hi rend="g">Prozessionstafel</hi> (»Blutschild«) aus
Silber, um 1700. 
</p>

<p>
Gute <hi rend="bold">Fachwerkhäuser,</hi> meist 17. Jh., an zweien spgot. Madonnenstatuen. 
&mdash; Mehrere <hi rend="g">Bildstöcke</hi> 18. Jh. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>REUCHELHEIM.</hi> UFranken BA Karlstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Bau und Einrichtung einheitlich 1750. Die <hi rend="g">Altäre</hi>
in derbem Rok., dekorativ von famoser Wirkung. <hi rend="g">Deckengemälde</hi>
bez. <hi rend="italic">J. P. Herrlein</hi> 1753.
</p>


<pb n='347' id='i354.png'/>

<!-- [P: 347] -->

<p>
<hi rend='ort'>REURIETH.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der turmtragende quadr. Mittelbau ist der ehem.
Chor der rom. K. Das übrige öfters erneuert. Bmkw. die mit
zierlichem Renss.Ornament bemalte <hi rend="g">Bretterdecke</hi> bez.
1596. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Burg,</hi> ziemlich gut erhalten, der WFlügel 14. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>REYERSBACH.</hi> UFranken BA Mellrichstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sehr feine <hi rend="g">Rokokoaltäre</hi> (aus Kloster Bildhausen
stammend).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RIEDE.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 16. Jh. Noch bewohnt.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RIENECK.</hi> UFranken BA Gemünden.
</p><p>
<hi rend="bold">Kreuzkapelle</hi> um 1700. Hochaltar mit interessantem, figurenreichem
<hi rend="g">Relief</hi> der Kreuzigung, bez. 1628.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Burg.</hi> Einst Sitz des gleichnamigen Grafengeschlechts. Die <milestone unit='line' n='15'/>
Wohnbauten und der Bering erneuert. Erhalten aus der rom.
Zeit der NBergfried, der WBergfried und die rom. Kapelle an
der Ostseite; alle Bauten aus 12.-13. Jh. Der NBergfried ein
Unikum in seiner Art. Ganz aus riesigen Buckelquadern.
In der Mauerdicke, die die kolossale Stärke von 7 m erreicht, <milestone unit='line' n='20'/>
oben im 3. Geschoß eine kleine rom. Kapelle (H. 3,54 m, Durchmesser
5 m). Dreikonchenanlage; an den Ecken zwischen
schwachen Wandpfeilern, welche die Quergurten tragen, eingebundene
3/4 Säulen, auf denen die Diagonalgurten ruhen; diese
von einfach rechteckigem Grundriß; die Säulen haben attische <milestone unit='line' n='25'/>
Basis mit den zum Überfang umgebildeten Eckblättern der
Spätzeit; auch die rom. Mensa erhalten. Der WBergfried,
ebenfalls aus Buckelquadern, ist ein etwas kleineres und einfacheres
Seitenstück zum nördlichen. Die rom. Kapelle der OSeite
einschiffig, flachgedeckt mit OApsis. Über dem WPortal, <milestone unit='line' n='30'/>
später eingefügt, 2 gute <hi rend="g">Grabsteine</hi> des 13. Jh., wahrscheinlich
eines Herrn von Rieneck und seiner Frau.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RIESA.</hi> K. Sachsen AH Großenhain.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Nonnen-Klst.</hi> Einfache spgot. Kirche, 1848
durchgreifend erneuert. Am OFlügel des Klst. (Brauerei) die <milestone unit='line' n='35'/>
kleinen renss Fenster der Nonnenzellen. Im NFlügel Refektorium
mit schönem Kreuzgwb. Der SFlügel E. 16. Jh., jetzt
<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Von der alten Befestigung ein mächtiger quadr.
Turm.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RIETH.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1682, rom. OTurm.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RIMBACH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> von besserer Qualität,
v. Hansteinsche <hi rend="g">Grabsteine</hi> roh.
</p>


<pb n='348' id='i355.png'/>

<!-- [P: 348] -->

<p>
<hi rend='ort'>RIMPAR.</hi> UFranken BA Würzburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 19. Jh. <hi rend="g">Sandsteinaltar</hi>, reiche Arbeit des
fr. Barock, Wappen des Fürstbischofs v. Ehrenberg (1623-31).
Zahlreiche (8) <hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi> der Grumbach; hervorzuheben
Eberhard † 1487, mit Unrecht <hi rend="italic">Riemenschneider</hi> <milestone unit='line' n='5'/>
zugeschrieben, Valentin † 1520, Konrad † 1527, Kunigunde
† 1507.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Nicht groß, aber als Architekturbild imponierend,
wesentlich Umbau aus der Zeit des Bischofs Julius, der Rimpar
zu seinem Sommersitz machte, 1613 ff. 2 Wohnflügel im Winkelhaken, <milestone unit='line' n='10'/>
an der Außenecke mächtiger Rundturm. Das Äußere
hat wenig Schmuckformen. Im Innern bmkw. 3 Repräsentationsräume;
im Hauptsaal ruht die kassettenartig behandelte
Gipsdecke auf 6 toskan. Sll., an den Wänden breiter
Figurenfries in Stuck mit Szenen aus der römischen Geschichte. <milestone unit='line' n='15'/>
Stilrichtung italistisch, im Ornament Floriselemente. &mdash; 
<hi rend="g">Lusthaus</hi> des Schloßgartens, seiner Dekoration beraubt
(Mädchenschule).
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1614. &mdash; Menge von <hi rend="g">häuslichen Heiligenbildern</hi>
und <hi rend="g">Bildstöcken</hi>. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RITTERSHEIM.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1783. Reiche klassizist. Stuckdekoration. <hi rend="g">Altarbau</hi>
von <hi rend="italic">Winterstein</hi>, mit den Seitenaltären zu einer wirkungsvollen
Gruppe zusammengeschlossen. &mdash; Hinter dem
Chor Turm aus M. 13. Jh. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ROCHLITZ.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
</p><p>
<hi rend="bold">Petri-K.</hi> Erster Bau 12. Jh. Zweiter (jetziger) Bau M. 15. Jh.,
voll. 1499. Gemeindehaus, Halle, gleich breit wie lang, 3 Schiffe
und 3 Joche, das Msch. bedeutend breiter als die Ssch., kein
Turm. <hi rend="g">Taufstein</hi> 1548 noch mit got. Ornament. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kunigunden-K.</hi> von <hi rend="italic">Arnold v. Westfalen</hi> (dem Meister des
Meißener Schlosses) voll. 1476. Anlage ganz ähnlich der
Petri-K., nur der Schluß aus 5 Seiten des 1OEcks. Die westl.
Turmhalle rom. Sie wurde vom Dach der später angelegten
Langhaushalle weit überragt und deshalb abgewalmt. Um <milestone unit='line' n='35'/>
diese unschöne Lösung zu verdecken, errichtete man nach
Brand 1688 den hohen 8eck. Mittelturm, während die Seitentürme
niedrige Hauben erhielten (vgl. Nikolai-K. in Leipzig).
Die Hauptwirkung des Lhs. ist auf die Südseite verlegt. Tür
und Fenster mit Kielbogenumrahmung auf Konsolen, dazu <milestone unit='line' n='40'/>
Kant- und Kreuzblumen. Dasselbe Motiv dreimal übereinander
an den Strebepfll. Mehrfach wachsen an Gliedern und
Flächen kleine Figürchen hervor, oder bloß Köpfe oder Hände.
Nach alter Zeichnung war auch eine Folge von seitlichen
Giebeln mit quergestellten Firsten vorhanden. Der ganze


<pb n='349' id='i356.png'/>

<!-- [P: 349] -->

Reichtum der Erscheinung hat doch etwas Unorganisches und
Starres. &mdash; Großes <hi rend="g">Altarwerk</hi> um 1500, 4 bewegliche und
2 feste Flügel, mit der Bekrönung 8,57 m hoch. [Ein anderer
Flügelaltar von 1521 jetzt in der Hospital-K.] &mdash; Im Chor Reste
von <hi rend="g">Glasmalerei</hi> um 1500. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> sehr reduziert; einzelne Teile Werk <hi rend="italic">Arnolds v. Westfalen</hi>,
<hi rend="g">Museum</hi> mit örtlichen Kunstaltertümern.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ROCHSBURG.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einfache normal rom. Anlage. Portal in Art der
Wechselburger Vorhalle, also ca. 1220-30. &mdash; Großes <hi rend="g">Freigrab</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
des Wolf v. Schönburg † 1581 und seiner Gemahlin
† 1567; am Unterbau zwischen korinth. Sll. die zwölf Apostel,
oben die lebensgroßen knienden Gestalten der Verstorbenen.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Ausgedehnte Anlage. Die Hauptburg im geräumigen
4eck. Hof, ältester Teil der runde Bergfried. Künstlerisch <milestone unit='line' n='15'/>
interessanter der Ausbau 1470 f. unter Hugold v. Schleinitz
durch <hi rend="italic">Arnold v. Westfalen</hi>. Rest. nach Bränden 1547 und 1582.
In der Kap. bedeutendes <hi rend="g">Altarwerk</hi> 1576, die 10 steinernen
Reliefs von <hi rend="italic">Andreas Lorentz</hi> aus Freiberg. In einem Nebenraum
<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> von 1522. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RÖCKEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Turm und spätestgot. Chor.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RODA.</hi> K. Sachsen AH Borna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, rom. Mauern, eingewölbt im 15. Jh. von einem
Meister der Rochlitzer Hütte, vielleicht demselben, der in <milestone unit='line' n='25'/>
Kohren tätig war.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RODA.</hi> Sachsen-Altenburg.
</p><p>
<hi rend="bold">Kreuz-K.</hi> Alte Gründung (angeblich 1013), mit rom. Mauerbestandteilen.
Durch häufige Umbauten charakterlos und
unansehnlich geworden. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> E. 16. Jh. in der ungewöhnlichen Form eines großen
(21 m Durchmesser) Achtecks. Drei Ränge Emporen eingebaut
1650, Freitreppen von außen; flache Decke; der polyg.
Chor spgot.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst.-K.</hi> Gestrecktes Rechteck von 37,5 : <milestone unit='line' n='35'/>
14,7 m. Die OWand hat 3 große pyramidal gruppierte spitzbg.
Fenster im Stilcharakter von A. 1300. Im W 3 quergestellte
Arkaden, welche eine Empore trugen. Die Langseiten könnten
dem Stiftungsbau um 1240 angehören; Fenster klein, zu 2
gruppiert; an der SSeite schlichtes frgot. Portal mit rohem <milestone unit='line' n='40'/>
<hi rend="g">Madonnenrelief</hi>. Auf der NSeite nebenschiffartige
Erweiterung mit Erbbegräbnis der Herren von Lobedaburg.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RODACH.</hi> Sachsen-Coburg Amtsstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Lhs. 1695 und 1755; der eingezogene, längliche,


<pb n='350' id='i357.png'/>

<!-- [P: 350] -->

polyg. geschlossene Chor E. 14. Jh., doch vielfach verändert;
seitlicher Turm 1471. &mdash; Reste der <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> von 1550.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RÖDELSEE.</hi> UFranken BA Kitzingen.
</p><p>
<hi rend="bold">Kath. Pfarr-K.</hi> 1779.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Prot. Pfarr-K</hi>. 1770. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
Stattliche Profanbauten: das <hi rend="g">Crailsheimsche Schloß</hi>,
der <hi rend="g">Ebracher Zehnthof</hi> (beide ca. 1600) und das gräfl.
<hi rend="g">Castellsche Zehnthaus</hi> (Gasth. zum Löwen) von 1648.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RÖDERAU.</hi> K. Sachsen AH Großenhain.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1786-1817. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RÖDERSDORF.</hi> Reuß j. L. LA Schleiz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spgot. Mehrere <hi rend="g">Schnitzaltäre</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RODERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Plauen.
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche,</hi> ehem. des Deutschordens. Schlicht spgot. mit zierlicher
WEmpore. Die kunstvolle  <hi rend="g">Altarbekleidung</hi> <milestone unit='line' n='15'/>
ursp. für die Feldgottesdienste Gustav Adolfs von Schweden. &mdash;
Gute schmiedeeiserne <hi rend="g">Grabkreuze</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RODEWISCH.</hi> K. Sachsen AH Auerbach,
</p><p>
<hi rend="bold">Petri-K</hi>. Geräumiger 1sch. flachged. Barockbau 1729-36.
Löblicher Altarbau; die Reste des ma. Schnitzaltars auf dem <milestone unit='line' n='20'/>
Kirchboden.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RODIGAST.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Anlage rom.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ROHR.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Nonnen-Klst.-K</hi>. (von Fulda abhängig). Erb. nach <milestone unit='line' n='25'/>
M. 13. Jh., jetzt Ruine. Gr. Rck. 36,5 : 7,2 m; durch Quermauer
in 2 gleiche Hälften geteilt; die westl. enthielt die
Nonnenempore über hölzerner Zwischendecke. Schmale spitzbg.
Fenster. An die SSeite lehnte sich ein quadr. Turm.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Vermutlich die 825 als zu Fulda gehörig genannte <milestone unit='line' n='30'/>
S. Michaelis-K. (Dieser Name in Verbindung mit der Lage auf
einem Hügel haben an eine ehemalige heidnische Kultstätte
denken lassen.) Ältester Teil die Krypta; Gr. überhöhter 1/2 Kr.
mit Radius von 4 m, außen rck. ummantelt (wohl als Unterbau
eines OTurms), in der Mauermasse 1/2kr. Nischen; das in <milestone unit='line' n='35'/>
primitiver Weise in Mörtelguß mit Bruchsteinen ausgeführte
Gwb. ruht auf 4 formlosen Pfll.; die Steine über der nördl.
Stollentür zeigen Riefelung. Alles dieses weist auf hohes Alter,
wahrscheinlich vor 950. &mdash; Die K. rck. 28,7 : 8,7 m. Form
und Größe sprechen dafür, daß dieser Bau die ältere Klst.-K. <milestone unit='line' n='40'/>
war. Spätere Veränderungen haben 2 kleine rundbg. Fenster
übrig gelassen. An der WSeite Rest eines Paradieses. &mdash;
Befestigter Kirchhof, Wall, Graben, Tor; letzteres rom.,
später mit neuem Wehrturm überbaut; davor eine Art Zwinger
mit Vortor.
</p>


<pb n='351' id='i358.png'/>

<!-- [P: 351] -->

<p>
<hi rend="bold">Baderei,</hi> reich verzierter Fachwerkbau 1686. Gegenüber großes
Hoftor mit Sitzkonsolen 1619.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ROHRBACH.</hi> UFranken BA Karlstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1778 von <hi rend="italic">Geigel</hi>. Sehr gute klassizist. Einrichtung,
die <hi rend="g">Altarfigg</hi>. in der Richtung <hi rend="italic">P. Wagners</hi>. Bmkw. <milestone unit='line' n='5'/>
<hi rend="g">Monstranz</hi> und <hi rend="g">Kelche</hi> von <hi rend="italic">Stipeldey</hi> in Augsburg 1797.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kreuz-Kap.</hi> 1712. Reste guter <hi rend="g">Altarplastik</hi> um 1500,
Richtung <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>, wohl von derselben Hand wie die
Figg. in Großlangheim. Gute <hi rend="g">Pietas</hi> um 1490, verwandt
der in Eußenheim. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ROHRBORN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißensee.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chorturm aus rom. Anlage.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RÖHRIG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Bar. mit dem in dieser Gegend regelmäßig angewendeten
3/8 Chor. &mdash; Ein gutes Stück die renss. <hi rend="g">Kanzel</hi> <milestone unit='line' n='15'/>
mit unten eingebautem Beichtstuhl.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RÖHRSDORF.</hi> K. Sachsen AH Kamenz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Herrenhaus.</hi> Große schlichte Winkelhakenanlage um 1720.
Die hübsche Innenausstattung um 1760. Zahlreiche Porträts.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RÖHRSDORF.</hi> K. Sachsen AH Chemnitz. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Architekturlos. &mdash; Die <hi rend="g">Kanzel</hi> aus Porphyrtuff,
bez. 1565, im Aufbau eine der besten ihrer Zeit, die figürliche
Plastik allerdings minderen Wertes. Große <hi rend="g">Glocke</hi> A. 15. Jh.
Die zwei großen <hi rend="g">Ölgemälde</hi> auf Holz aus A. 17. Jh.
bildeten den Verschluß einer Orgel in Chemnitz. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RÖHRSDORF.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> A. 17. Jh. Prachtvolle Kachelöfen ähnlich denen in
Wiesenstein. Porträts von <hi rend="italic">A. Graff</hi>. Gartenstatuen bez.
<hi rend="italic">Gottfr. Knöffler</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RÖMHILD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1450-70. Halle von 3 Jochen, merkwürdig die Anlage
eines doppelten Chors im O und W, beide in Breite des
Msch. vorspringend und polyg. geschlossen, Turm im NO über
der Sakristei. &mdash; Üppig geschmückter Fuß eines zerstörten
spgot. <hi rend="g">Sakramentshäuschens</hi>; <hi rend="g">Altarbau</hi> 1686 <milestone unit='line' n='35'/>
tüchtig; <hi rend="g">Votivgemälde</hi> 1482. Ein wertvoller Besitz die
seit 1865 im Chor aufgestellten 7 <hi rend="g">Grabsteine</hi>: Georg I.
von Henneberg 1465; Johannetta 1481; Hermann VII. 1465;
Albrecht v. Waldstein 1470; Elisabeth v. Wirtemberg 1501;
Friedrich II. 1488; Anna v. Mansfeld 1542. Die wichtigsten <milestone unit='line' n='40'/>
Stücke (Südkap.) das <hi rend="g">Erzbild Ottos</hi> IV. † 1502, doch
früher ausgeführt, aus der <hi rend="italic">Vischer</hi>schen Werkstatt (Peter?),
und das <hi rend="g">Hochgrab Hermanns</hi> VIII. und der <hi rend="g">Elisabeth
von Brandenburg</hi>, nach (wahrscheinlich eine
längere Reihe von Jahren) 1507, dem Todesjahr der


<pb n='352' id='i359.png'/>

<!-- [P: 352] -->

Elisabeth; nahe verwandt dem Hohenzollerndenkmal in
Hechingen; die persönliche Urheberschaft <hi rend="italic">Peter Vischers</hi>
wird fast allgemein angenommen, aber es fehlt dafür nicht
nur die äußere Beglaubigung; die architektonische Dekoration
der Tumba in matter Spätgotik verrät in keiner Weise den <milestone unit='line' n='5'/>
Meister des Sebaldusgrabes; von sehr reiner, wenn schon nicht
von sehr lebendiger Formenschönheit die stehend gedachten,
einander in Profilstellung zugekehrten Porträtfiguren der Deckplatte;
nicht gleichwertig die Eckstatuetten. &mdash; Zahlreiche Gemälde,
z.T. inhaltlich interessant, künstlerisch unerheblich; <milestone unit='line' n='10'/>
manches bmkw. unter den Geräten und Paramenten.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gottesacker-K.</hi> 1708-12 von <hi rend="italic">Chr. Richter</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß Glücksburg</hi>. Oft umgestaltet. Den ältesten Kern
(Hinterschloß und Mittelschloß) bildet der Bau Friedrichs II.
1465 ff. Eine zweite Bauzeit 1540 ff. Eine dritte unter Leitung <milestone unit='line' n='15'/>
von <hi rend="italic">Chr. Richter</hi> 1676-78. Eine vierte 1724.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Prinzenpalais</hi> ca. 1770.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ROMMERSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain.
</p><p>
<hi rend="bold">Edelhof</hi>. Interessante Anlage aus 16. und 17. Jh. Im Herrenhaus
auch das Innere gut erhalten. Außen Bildhauerarbeiten <milestone unit='line' n='20'/>
des <hi rend="italic">Philipp Soldan</hi> von Frankenberg.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ROMSCHÜTZ.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1725-33.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1712, Innenraum um 1770 mit Aufwand neu dekoriert.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RONSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Rotenburg. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. OTurm über dem gewölbten Altarhaus.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ROPPERHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Rom. Wohnturm.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RÖPPISCH.</hi> Reuß ä. L. LA Greiz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. Anlage wie Pahnstangen. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ROSENAU</hi> bei Coburg.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1809-1817 mit Benutzung eines Mauerteils des 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ROSENTAL.</hi> RB Cassel Kr. Frankenberg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1sch. Gwb.Bau 1518, der schmälere polyg. Chor 14. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ROSENTAL.</hi> K. Sachsen AH Kamenz. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Wallfahrts-K</hi>. 1778. Großräumiger gewölbter Hallenbau, Ausstattung
gleichzeitig. Eine schöne Bar.Arbeit die silberne
<hi rend="g">Expositur</hi> bez. 1691. <hi rend="g">Kelche</hi> got. und bar.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ROSSACH.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1756 mit 2 Geschossen. Emporen auf dorischen Sll. <milestone unit='line' n='40'/>
Spgot. Chor.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ROSSDORF.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Großer, 1730 verlängerter Saalbau; in der östl. Hälfte
Emporen und Tonnengwb. mit reicher Bemalung von 1697.


<pb n='353' id='i360.png'/>

<!-- [P: 353] -->

Der in gutem Umriß aufgebaute WTurm 1733. Kirchhofsmauer
mit Schießscharten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RÖSSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Frgot. mit OTurm.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ROSSFELD.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der Chor aus A. 16. Jh. hat die in diesem Gebiet seit
Jahrhunderten gebräuchliche Form, quadr. mit darüber
stehendem Turm, beibehalten; das rck. Lhs. 1750 fast neu
aufgebaut.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ROSSLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Frgot. Rechteckchor mit 3 schlanken spitzbg. Fenstern.
Lhs. 1690, sehr nüchtern.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Klst.-K.</hi> fast spurlos zerstört. Ältere Ansichten ergeben eine
sprom. Anlage ähnlich Memleben. In der Klosterschule
4 Reliefs, Äbtissinnenbilder in Renss. Umrahmung, nach den <milestone unit='line' n='15'/>
stilistischen Merkmalen von <hi rend="italic">Arntz Semler</hi> von Freyburg. Das
neue Schulgebäude 1740-42 in bescheidenen Formen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ROSSRIETH.</hi> UFranken BA Mellrichstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">Wasserschloß</hi> mit Fachwerkgiebeln und Türmen mit Fachwerkobergeschoß. 
Sehr malerische Anlage aus 1. H, 16. Jh. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ROSSWEIN.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1522. Die beabsichtigte 3sch. Hallenkirche unterblieb,
Ausbau erst 1595-1611 und nur 1sch. mit flacher Holzdecke
und Emporen. &mdash; <hi rend="bold">Rathaus</hi> 1505, rest. nach Brand 1806.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Tuchmacherhaus</hi>, erb. A. 16. Jh. als Absteigequartier des Abtes <milestone unit='line' n='25'/>
von Zelle; schmuckreiches Portal 1537.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ROTENBUCH.</hi> UFranken BA Lohr.
</p><p>
Ehem. Jagdschloß der Erzbischöfe von Mainz. 4flügelige
Wasseranlage des 17. Jh. in einfachen Formen. Durch eine
Brücke mit einer Kap. des 15. Jh. verbunden. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ROTENBURG I. TH.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Der runde Bergfried im Unterbau aus fr., im
Hauptteil aus sp. Ma. Künstlerisch interessant und relativ
gut erhalten der frgot. Wohnbau mit großem Saal im Obergeschoß. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ROTENBURG.</hi> RB Cassel Kreisstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stifts-K. S. Elisabeth,</hi> beg. 1370, weitergeführt 1484-1501,
verstümmelt 1822, z. T. wiederhergestellt 1892. Hallenkirche
mit ursp. 5 Jochen im Schiff, 3 Jochen im Chor, dazwischen
2 Türme (WTürme nie vorhanden). Eine der größten K. Kurhessens. <milestone unit='line' n='40'/>
&mdash; <hi rend="g">Denkmal</hi> des Landgrafen Hermann † 1658
und seiner Gemahlin † 1683.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K. S. Jakob,</hi> bez. 1392. 2sch. Hallenkirche mit 1sch. Chor,
Gwb. nur in letzterem, Turm. (N) zwischen Chor und Lhs.,


<pb n='354' id='i361.png'/>

<!-- [P: 354] -->

spgot., aber mit Rundbogenfries und Ecklisenen. Schöner
marmorner Tisch aus der Schloß-K.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Georgs-Kap.</hi> (Hospital) an Stelle der alten Burg.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Im SFlügel (16. Jh.) 2sch. Kirche (jetzt kath.). Reichgeschnitzter
Hochaltar. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
Gute <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> 16.-18. Jh., im Detail Renss.Motive
häufig.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ROTENFELS.</hi> UFranken BA Lohr.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1614. Typischer, ziemlich bedeutender Bau der Nachgotik
des Bischofs Julius. Turm 1750. Polyg. Chor mit dekorativem <milestone unit='line' n='10'/>
Sterngwb. Lhs. dreiachsig, mit flacher Holzdecke,
gotisierende Maßwerkfenster. Aus der Erbauungszeit die
freundliche, dekorative Ausmalung von <hi rend="italic">W. Ritterlein</hi> (vgl.
Karlstadt, Büchold). Auf dem linken (neuen) Seitenaltar
<hi rend="g">Madonna</hi>, Holz, E. 14. Jh. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> und <hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi> <milestone unit='line' n='15'/>
Sandstein, 1613. <hi rend="g">Monstranz</hi> 1615,
Stiftung des Fürstbischofs Julius, Augsburger Arbeit, in der
gleichen Mischung von got. und Renss.Motiven, wie sie die
Bauten dieser Zeit tragen.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Stattlich, gut erhalten. Zur Hauptburg der rom. <milestone unit='line' n='20'/>
Bergfried, Buckelquadern, rom. Kamin und die mit ziemlichem
Aufwand ausgeführten Wohngebäude des 16. Jh. Vorburg mit
ausgedehnten Wirtschaftsgebäuden 16.-17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1595 in reicheren Renss.Formen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ROTENHAN.</hi> UFranken BA Ebern. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Stammburg des gleichnamigen Geschlechtes. Die
4 m starken Mauerreste aus dem gewachsenen Stein gehauen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ROTENKIRCHEN.</hi> RB Cassel Kr. Hünfeld.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rck. mit WTurm. Gilt für frührom.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ROTENSTEIN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Lhs. und Turm in der Anlage frgot., Chor spgot. 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> mit spgot. Stabwerkportal.
</p>

<p>
Im Dorf einige stattliche rundbg. Torfahrten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ROTH.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der turmtragende Chor in der Anlage rom., Lhs. <milestone unit='line' n='35'/>
E. 16. und 18. Jh. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> 1738, hübsch, nicht ganz
von der gewöhnlichen Art.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RÖTHA.</hi> K. Sachsen AH Borna.
</p><p>
<hi rend="bold">Georgen-K.</hi> urspr. rom., auf 2 WTürme berechnet, von denen
nur der nördl. ausgeführt; Schiff flachgedeckt, durch Pfll. <milestone unit='line' n='40'/>
geteilt; der eingezogene gewölbte Chor nach 1510. &mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi>
um 1620; das Hauptgemälde vielleicht von <hi rend="italic">Johann
de Perre</hi> (vgl. Prießnitz). v. Friesensche <hi rend="g">Epitaphe</hi> und
<hi rend="g">Bildnisse</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> (ehemals Wallfahrt), spgot. in der Richtung der


<pb n='355' id='i362.png'/>

<!-- [P: 355] -->

Rochlitzer Hütte, einheitlich und wohlerhalten. Rck. mit
3/8 Schluß. Durchweg Netzgwbb. &mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi> um 1520,
bmkw. durch frühen Anklang an die Renss.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> (v. Friesen) 1655 nach Zeichnung von <hi rend="italic">Chr. Bodenstein</hi>
in Weißenfels. Reiche Innenausstattung. Porträtgalerie mit <milestone unit='line' n='5'/>
Stücken von <hi rend="italic">Pierre Gaudreau</hi> (Marschall v. Sachsen), <hi rend="italic">Rigaud</hi>
(?), <hi rend="italic">Silvestre</hi>, <hi rend="italic">Graff</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ROTTELSDORF.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Turm.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ROTTENBAUER.</hi> UFranken BA Würzburg. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Ev. Pfarr-K.</hi> von 1490, unbedeutend. &mdash; Zahlreiche <hi rend="g">Grabsteine</hi>
der Wolfskeel, M. 16. bis A. 17. Jh.
</p>

<p>
2 Wolfskeelsche <hi rend="bold">Schlösser,</hi> bar., im jetzigen Zustand unerheblich.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ROTTENDORF.</hi> UFranken BA Würzburg. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gotisierender Umbau 1613. <hi rend="g">Deckengemälde</hi>
2. H. 18. Jh., nicht schlecht. Vortreffliche klassizist. <hi rend="g">Ausstattung</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RÖTTINGEN.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Geräumiges flachgedecktes Lhs. sprom. mit Veränderungen <milestone unit='line' n='20'/>
A. 17. Jh. Interessant der einheitliche Chorbau
in früher Kompromißgotik (Ablaß 1287). Über dem quadr.
Vorchor mit Rippengwb. erhebt sich der noch rom. gegliederte
OTurm. Anschließend Apsis, Sockel 1/2kr., Mauern in 7 Seiten
des 12Ecks, Ecklisenen, schmale Spitzbg.-Fenster, Zinnenfries, <milestone unit='line' n='25'/>
primitive Wasserspeier. &mdash; Ausstattung 17. und 18. Jh.
&mdash; Zahlreiche <hi rend="g">Grabsteine</hi>. Ältester und interessantester
der Petronella Truchsessin von Baldersheim † 1414. Großer
<hi rend="g">Ölberg</hi> 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Spital-K</hi>. 1614. Auf einem der klassizist. Altäre liebenswürdige <milestone unit='line' n='30'/>
feingefühlte Holzmadonna um 1470.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Ringmauern</hi> großenteils erhalten. &mdash; Im Rentamtsgebäude
Reste der Hohenlohischen Burg des 13. Jh. &mdash; <hi rend="bold">Rathaus</hi> nach
1750. Alte <hi rend="g">Trinkgefässe</hi>. &mdash; Der sog. <hi rend="bold">hohe Bau</hi> im
unteren Teil 13. Jh., mit sprom. Fenstern, oben spgot. Fachwerk. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ROTWERNDORF.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> seit 1556. Eigenartige Grundrißanordnung; aus einem
Rck. von 26 : 10 m springen übereck 4 Ausbauten mit Volutengiebeln
vor; Fassadengliederung durch Pilaster. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RÜCKINGEN.</hi> RB Cassel Kr. Hanau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1596, am Schnörkelgiebel Inschr. 1609. Im Innern
zahlreiche Grabsteine und Wappen der Herren v. Rückingen
und von Rüdigheim. &mdash; 2 Schlösser dieser Adelsfamilien.
</p>


<pb n='356' id='i363.png'/>

<!-- [P: 356] -->

<p>
<hi rend='ort'>RUDELSBURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burg.</hi> Zuerst genannt 1171, Ruine seit 1641, mehrere Teile
gut erhalten, der quadr. Bergfried in der Hauptmasse rom.
Die Vorburg, jetzt nur durch einen Mauerrest angedeutet,
war von außerordentlicher Ausdehnung als Wohnsitz zahlreicher <milestone unit='line' n='5'/>
Burgmannen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RÜDENHAUSEN.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Fürsten Castell. Um 1285 zuerst erwähnt. Äußerst
malerische Anlage des 14.-16. Jh. mit polyg. Bering und
2 Flankentürmen; innen einige charakt. Zimmer des frühen <milestone unit='line' n='10'/>
16. Jh. Erweiterungen 1910.
</p>

<p>
Westl. davon das <hi rend="bold">neue Schloß;</hi> M. 18. Jh., im 19. Jahrh. verändert.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Kirche.</hi> <hi rend="g">Epitaphe</hi> der Grafen Castell, die ältesten (E.
13. Jh.) heraldisch. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RÜDIGHEIM.</hi> RB Cassel Kr. Hanau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Frgot. 1sch., 4 kurzgewölbte Joche mit 5/8 Apsis.
Teilweise erhaltene Außenbemalung. Gehörte zu einer <hi rend="bold">Johanniter-Commende,</hi>
von welcher ein jetzt als Fruchtscheuer
der Domäne dienender Bau erhalten ist. An der SSeite gekuppelte <milestone unit='line' n='20'/>
spitzbg. Fenster aus 13. Jh. <hi rend="g">Grabstein</hi> des
Komturs Phil. v. Reifenberg 1495.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RUDOLSTADT.</hi> Hauptstadt von Schwarzburg-Rudolstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1634-36, noch wesentlich got. mit bar. Einzelheiten.
3sch. Halle mit vortretendem 5/8 Chor. Hölzerne Emporen <milestone unit='line' n='25'/>
in 2 Rängen. Pfll. 8eckig. Fischblasenfenster. Das Seitenportal
in guter Renss. von älterem Bau beibehalten. &mdash; Hölzerne
<hi rend="g">Kanzel</hi> von einer Mosesfigur getragen 1636; derb
bar. <hi rend="g">Altaraufsatz</hi> mit wiederverwendeten spgot. Gemälden. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Ludwigsburg</hi>. 1734.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß Heidecksburg,</hi> nach Bränden 1571 und 1735, formenarmer
Massenbau. Rokoko-Festsaal, Gr. aus verschieden
gerichteten Kurven, Dekoration reich und nicht schlecht,
Deckengemälde von <hi rend="italic">Deisinger</hi>. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1524 als adliges Stadthaus, 1724 und 1784 umgebaut.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi>. Einige aus 16. Jh.; hübsch die Hofgalerie in
der Oberen Marktstraße no 8.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RUGENDORF.</hi> OFranken BA Stadtsteinach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 15. Jh., nachgot. Kanzel 1658, Taufstein 1661, <milestone unit='line' n='40'/>
Altar 1663. Gut ornamentiertes Chorgestühl, Emporen mit
biblischen Szenen bemalt. 2 gute <hi rend="g">Epitaphe</hi> 1564, 1658.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RUHLA.</hi> Sachsen-Gotha LA. Waltershausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1682. Anlage im Winkelhaken mit hölzernem Tonnengewölbe. 
Derb prächtige <hi rend="g">Barockkanzel</hi>.
</p>


<pb n='357' id='i364.png'/>

<!-- [P: 357] -->

<p>
<hi rend='ort'>RUNDSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh., auf der herrschaftlichen Prieche <hi rend="g">Vierzehnnothelferaltar</hi>
um 1500, nicht ohne Interesse.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RUPPENDORF.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Vom Bau des 13. Jh. ein sprom. Portal erhalten. <milestone unit='line' n='5'/>
Umbau 1674. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> um 1500.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RUPPERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Kleines 1sch. Lhs., quadr. Chor und 1/2kr. Apsis,
letztere sicher rom. &mdash; Zahlreiche v. Nostitzsche <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>
16.-18. Jh. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RUPPERTSGRÜN.</hi> K. Sachsen AH Zwickau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Bez. 1513. Interessanter kleiner Gewölbebau.
Das Emporensystem von Annaberg, Schneeberg usw. auf
eine 1sch. Anlage übertragen. Die wenig über ein Meter tiefen
Emporen ziehen sich um den 3seitigen Schluß herum. In <milestone unit='line' n='15'/>
ihrer Fluchtlinie, also nur wenig von der Wand abgerückt, ein
Pfeilerpaar, von dem das kunstvoll figurierte Sterngwb. ausgeht. 
Fenster rundbg. In einigen Details Ansätze von Renss.
frühestes Beispiel dafür im Kreise der ländlichen Architektur.
&mdash; Runde <hi rend="g">Kanzel</hi> mit derben Reliefs. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RUSSDORF.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
</p><p>
Ansehnliche <hi rend="bold">Dorf-K.</hi> 1729-33.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RUSTENBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> bar. Im Park 1 sprom. und 1 renss. <hi rend="g">Taufstein</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Burg.</hi> Gründung des 11. Jh. Bis 1802 bewohnt, jetzt Ruine; <milestone unit='line' n='25'/>
die frgot. Kap. z. T. erhalten. Großes Amtshaus 18. Jh. &mdash;
Ganz in der Nähe Spuren der <hi rend="bold">Kunzenburg</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>RUSTENFELDE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Stattlicher einheitlicher Bau von 1740. &mdash; <hi rend="g">Altar</hi>
und <hi rend="g">Kanzel</hi> gehören zu den reichsten im Eichsfeld, im <milestone unit='line' n='30'/>
Stil für die Entstehungszeit altmodisch.
</p>

</div>

<div>
<index index="toc" />
<head><title>S</title></head>

<p>
<hi rend='ort'>SAALBORN.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom.-got. Übergang. &mdash; <hi rend="g">Altarkruzifix</hi> »ganz
ausgezeichnete Arbeit des 12. Jh.« aus vergoldetem Kupfer. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SAALBURG.</hi> Reuß j. L. LA Schleiz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Mischbau ohne Interesse. &mdash; Im Fürstenstand ein
renss. Ofen. Tüchtiger Altarbau 1665.
</p>

<p>
Bmkw. Reste der <hi rend="g"><corr sic='Stadtbefstigung'>Stadtbefestigung</corr></hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Klst. Heiligenkreuz</hi> gegr. 1310; Ruine des Wohnhauses der <milestone unit='line' n='40'/>
Nonnen; die K. zerstört.
</p>


<pb n='358' id='i365.png'/>

<!-- [P: 358] -->

<p>
<hi rend='ort'>SAALECK.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Der enge Raum nötigte zu vereinfachter Anlage:
zwei durch Schildmauern verbundene Rundtürme, wohl M.
12. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SAALECK.</hi> UFranken BA Hammelburg. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Burgruine.</hi>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SAALFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Kreisstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">Johannis-K</hi>. 1209-1272; hiervon der Unterbau der beiden
OTürme am Anfang des Chors. Erneuerung beg. 1389. Lhs.
voll. 1456. &mdash; 3sch. Halle von 28 : 22 m, geteilt in 4 Joche, <milestone unit='line' n='10'/>
wovon das erste den Turm trägt. Gestreckter Chor mit 8Eck-Schluß. 
Im Lhs. einfache Kreuzgwbb., im Chor Netzgwb.
(1514). In den Fenstern reiches Fischblasenmaßwerk. Der
Hauptschmuck der Kirche die 2 Portale aus A. 15. Jh. (W
und S); die Statuen ihrer Umgebung zerstört, erhalten die <milestone unit='line' n='15'/>
<hi rend="g">Tympanonreliefs</hi> (W Jüngstes Gericht, S Anbetung
der Könige und Kreuzigung). An der letzten Fensterbrüstung
der Sakristei NSeite <hi rend="g">Relief</hi> mit Schweißtuch der hl. Veronika
(nach Lehfeldt 1. H. 13. Jh.). Der bar. Ausbau 1895
durch neugot. ersetzt. &mdash; Reste von spgot. <hi rend="g">Altären</hi>, einer <milestone unit='line' n='20'/>
von dem »Meister der architektonischen Baldachine«; bar.
<hi rend="g">Kanzel</hi>; <hi rend="g">Relief</hi> von 1516 (ehemals an der Brückenkapelle) 
mit der hl. Kümmernis (S. Wilgefortis) und dem
Spielmann; <hi rend="g">Tumbendeckel</hi> eines Gf. v. Orlamünde, 14.
Jh., und zahlreiche Grabsteine und Gedenktafeln; <hi rend="g">Glasmalereien</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
in den Langhausfenstern, hervorragend, im
Entwurf Dürerische Anleihen. Im nördl. Sschiff hl. <hi rend="g">Grab</hi>,
15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Siechenkapelle,</hi> Kernbau frührom. Die Fenster frgot. erweitert, 
im 17. Jh. dürftig rest. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> M. <milestone unit='line' n='30'/>
15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Barfüßer-Klst.,</hi> 13. Jh., im 17. als protestant. Predigt-K.
umgebaut. Im 19. Jahrh. profanisiert. Im Erdgeschoß
jetzt städt. Museum. Im obersten Geschoß <hi rend="g">Deckengemälde</hi>
des 17. Jh. &mdash; Spgot. Kreuzgang z. T. erhalten. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Nikolai-K</hi>. (jetzt Armenhaus), von einem einfachen frührom.
Bau, der die Kapelle der Kaiserpfalz gewesen sein könnte,
nur die glatten Mauern und zugemauerte Rundbogenfenster
(1912 alles barbarisch verputzt). Auch die späteren Veränderungen
(1265 Einrichtung für Cisterciensernonnen?) nicht <milestone unit='line' n='40'/>
mehr erkennbar.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Amtsgebäude,</hi> 1610.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1526-37. Dachfirst parallel zur Hauptfront; in
deren Mitte 8eckiger Treppenturm, zur Hälfte vorspringend
und in kleinen Giebeln endigend; mit ihm gruppieren sich


<pb n='359' id='i366.png'/>

<!-- [P: 359] -->

rechts und links 2 Zwerchhäuser (in etwas jüngeren Formen);
2 Erker modifizieren etwas die sonst festgehaltene Symmetrie
der Gesamtkomposition. Die Formen spgot. im Übergang
zur Renss.; an den Wandflächen Spuren von ornamentaler
Malerei. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Herzogl. Schloß.</hi> An Stelle des völlig niedergelegten Benedikt.Klst.
Schlichter großzügiger Bar.Bau von 1677. Hufeisenanlage.
Großes Treppenhaus und Festsaal mit allegorischen Deckengemälden.
Einige Zimmer in reicher Ausstattung des 17.
Jh. erhalten. Kapelle 1719. Schloßgarten. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hofapotheke</hi> um 1200; erste Bestimmung unbekannt; im
15. Jh. Rathaus; nach Brand 1880 stilgemäß hergestellt,
mit Beseitigung aller Bestandteile eines spgot. Umbaues.
Alt: das Erdgeschoß, das erste Zwischengesims, die Eckdienste,
das Fensterpaar über der Tür der Marktfront, ein <milestone unit='line' n='15'/>
Teil der Fenster des ersten Obergeschosses und einige sonstige
Details.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stadtapotheke.</hi> Inschr. 1617 und 1620. Das Portal und die
Giebel der 2 Zwerchhäuser in reicher, derb effektvoller Sp.Renss. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Haus Gerdts,</hi> 1609. Dem vorigen ähnlich und wohl von demselben
Meister. &mdash; Sonstige Wohnhäuser des 15. und 16. Jh.
in größerer Zahl.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß Kitzerstein;</hi> in einigen Teilen bis 1435 hinaufreichend;
sieben kleine spgot. Ziergiebel; die ganze Gruppe höchst <milestone unit='line' n='25'/>
malerisch.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Burgruine Hoher Schwarm,</hi> erb. nach 1200 an der Stelle einer
weit älteren Kaiserpfalz. Großer quadr. Wohnturm mit
kleinen Rundtürmen an den Ecken.
</p>

<p>
Von der <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> 4 Tore erhalten. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Friedhof</hi> mit Resten einer Renss.Halle.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SAATHAIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Die stattlichste und älteste (ca. 1600?) unter den
vielen Fachwerkkirchen des Kreises.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Herrenhaus,</hi> schlicht bar., 4flügelig, im Hof einst offene Arkarden. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SABABURG.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Gegr. 1334, erneuert 1490, von Landgraf Wilhelm IV.
1589 zum Jagdschloß eingerichtet; teils Ruine, teils bewohnt.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SACHSENBURG.</hi> K. Sachsen AH Flöha. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1488 von <hi rend="italic">Hans Reynhart</hi>; bedeutende Anlage, seit
der Verheerung im 30j. Kriege entstellt.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SACHSENBURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burgruine.</hi>
</p>


<pb n='360' id='i367.png'/>

<!-- [P: 360] -->

<p>
<hi rend='ort'>SACHSENDORF.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> E. 15. Jh. Lhs. 1sch.; eingezogener, turmtragender
quadr. Chor; die 3 Ränge Emporen aus 17. Jh. &mdash; Am Triumphbogen
ausdrucksvolle <hi rend="g">Kreuzigungsgruppe</hi>,
16. Jh. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SACHSENHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (ehemals Wallfahrt). Chor 1425, Lhs. und WTurm
Mitte 16. Jh. &mdash; Spgot. Altarwerk.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SALLMANNSHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 16. Jh., Einrichtung 18. Jh. &mdash; Guter <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
um 1500, jetzt über dem Chorbogen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SALZ.</hi> UFranken BA Neustadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Unter späteren Veränderungen als Kern eine kleine
rom. Basilika zu erkennen. Starker OTurm, um den Spitzhelm
4 kleine Schützenerker. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SALZBURG B. NEUSTADT.</hi> UFranken BA Neustadt.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Eine der größten in Deutschland. Die Identität
mit der namensgleichen Pfalz Karls d. Gr. und der Ottonen
nicht völlig sicher. Der vorhandene Bau gehört in der Anlage
wie auch in seinen meisten künstlerisch formierten Teilen <milestone unit='line' n='20'/>
ins 11. bis 13. Jh., in welcher Zeit die Burg würzburgisches
Lehen war; die 450 m langen Ringmauern umschreiben ein
unregelmäßiges Trapez; kein ausgesprochener Mittelpunkt;
die Gebäude sind regellos zerstreut wie in einer kleinen Stadt
(S. war im sp. Ma. Ganerbschaft und von 7 bis 9 Familien <milestone unit='line' n='25'/>
bewohnt). &mdash; Torturm um 1200, schöne Buckelquadern,
beide Seiten der Durchfahrt durch Portale in kräftigen und
zugleich eleganten Formen (Zickzack) charakterisiert. Weiterhin
rechts die 1848 in pseudoromanischen Formen vollkommen
erneuerte Kap. (Wallfahrt); westlich davon neben dem Turm <milestone unit='line' n='30'/>
»Jungfernkuß«, wo sich der Palas an die Außenmauer lehnte,
rom. Fenster und Spuren eines Kamins. Ein anderer Wohnbau,
noch mit 2 Treppengiebeln, links vom Hauptweg (fälschlich
»Münze« genannt), die Fensterarchitektur mit das Reizvollste,
was wir von profaner Frühgotik besitzen. Rom. <milestone unit='line' n='35'/>
Formen an mehreren Wohntürmen. Endlich manche Erneuerungen
der Spätgotik und Renaissance.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SALZUNGEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Flachgedeckter Saal von 1789, umgebaut 1908.
Durch die Stadtbrände 1640 und 1786 fast alle älteren Gebäude <milestone unit='line' n='40'/>
vernichtet. Von Wohnhäusern zu nennen der stattliche
»Hünische Hof« um 1624 und ein Fachwerkhaus von
1619 in der Brenngasse. Einfach gefällige Bürgerhäuser der
Zopfzeit.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Husenkirche</hi> vor der Stadt. Sehr alte Gründung (775?), jetzt


<pb n='361' id='i368.png'/>

<!-- [P: 361] -->

ein ärmlicher Bau um 1500. Dasselbe gilt von der Wendels-K.
von 1481.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Friedhofs-Kap.</hi> spgot., im Innern geschnitzte Holzarchitektur
des 16 Jh. und viele Epitaphe von besserer Qualität.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SANGERHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen. Kreisstadt. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Jakobi-K.</hi> Spgot. 3sch. Halle (Gwbb. nicht ausgeführt) mit
höherem langgestrecktem Chor. &mdash; Der <hi rend="g">Flügelaltar</hi> der
größte und beste des Kreises. Einfacher spgot. <hi rend="g">Taufkessel</hi>.
Großes <hi rend="g">Grabmal</hi> von 1618 aus der Werkstatt des kurfürstl.
Hofbildhauers <hi rend="italic">J. M. Nosseni</hi>. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Ulrichs-K</hi>. Ehem. Benediktiner-Klst., gegr. E. 11. Jh., 1265
den Cisterc.-Nonnen überwiesen, 1389 Brand. &mdash; Kreuzf. rom.
Basilika, mit ausgebildetem Hirsauer Chor (vgl. Bosau, Paulinzelle,
Wimmelburg), die Seitenschiffsgewölbe noch rom., wenn
auch (wegen des stark oblongen Gr.) wohl nicht ursp. geplant. <milestone unit='line' n='15'/>
Das Msch. war flach. Das Qsch. hat die ungewöhnliche Anordnung,
daß die Arme aus 2 Jochen zusammengesetzt sind;
das erste in der Breite der Ssch., das zweite quadr.; das erste
mit Tonnengwb., das zweite mit rundbg. Kreuzgwb. Einwölbung
des Msch. im 13. Jh.; die Gwbb. ruhen auf Kragsteinen, <milestone unit='line' n='20'/>
haben rck. Gr., spitzbg. Gurtbgg., aber keine Kreuzrippen. Die
Strebepfeiler aus 16. Jh. Die Arkadenpfeiler kreuzförmig,
einfach abgeschrägte Deckplatten mit flach skulptiertem, steif
gezeichnetem Ornament aus demselben lombardisch geschulten
Kreise, dem man in Quedlinburg, Gröningen und Magdeburg <milestone unit='line' n='25'/>
(Liebfr.) begegnet. &mdash; Ob der 8eck. got. Vierungsturm einen
rom. Vorläufer gehabt hat, wird nicht klar; WTürme sind nie
vorhanden gewesen. <hi rend="g">Tympanon</hi> mit Ludwig dem Springer
und dem hl. Ulrich. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> 1620. &mdash; Figurierter
spgot. <hi rend="g">Taufkessel</hi>. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schlösser</hi>. <hi rend="g">Altes</hi> 1446, im Erdgeschoß Kreuzgwbb. auf
Bündelpfl. <hi rend="g">Neues</hi> 1586 und 1612.
</p>

<p>
2 km vor der Stadt Ruine der <hi rend="bold">S. Katharinen-K</hi>. im Helmstal,
gew. 1220, flachged. Basilika mit 1 spitzbg. Arkade.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SANKT GOTTHARDSBERG</hi> b. Amorbach. UFranken. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>
<p>
<hi rend="bold">Frauenkloster</hi> (Ruine). Gegr. 1138? Verwüstet im Bauernkrieg,
1629 hergestellt, seit Blitzschlag 1714 Ruine. &mdash; Rom. Pfeilerbasilika
von 7 Arkaden, vielgliedrige Deckplatten, Gurtgesims
mit Schachbrettmuster. Chor got. Portal sprenss.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SANKT HELENA</hi> b. Gräfenberg. OFranken. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>
<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit Schnitzwerk, Auffindung des hl. Kreuzes, <hi rend="italic">Veit
Stoß</hi> (vermutlich mit Unrecht) zugeschrieben.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SANKT JOHANNIS.</hi> OFranken BA Bayreuth.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1771. Schloß einfach renss., Portal 1617.
</p>


<pb n='362' id='i369.png'/>

<!-- [P: 362] -->

<p>
<hi rend='ort'>SANKT KILIAN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1689 im Typus Hinternah, noch got.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SANKT KUNIGUND.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Kapelle.</hi> Der Ausbau unter Bischof Julius 1614 hat den rom.
Kern nicht erheblich verändert. Derselbe stammt aus der <milestone unit='line' n='5'/>
Zeit bald nach der Heiligsprechung der Kaiserin Kunigunde
im Jahre 1200 und der davon ausgehenden Verbreitung des
Kunigundenkultus in Franken. 1sch. Quaderbau mit eingezogenem
Chor im OTurm, aus dem eine 1/2kr. Erkerapsis vorkragt. 
Die Krypta 1614 ausgebrochen und z. T. zugeschüttet. <milestone unit='line' n='10'/>
Schiff flachgedeckt. An den Längsseiten einfache rom. Portale
und rom. Fenster. &mdash; Eine Tür im Chor (mit ornamentiertem
Tympanon) führte zu einer <hi rend="g">Außenkanzel</hi>, wohl für Ausstellung
von Reliquien. Dem Teilungspfosten einer gekuppelten
Klangarkade ist karyatidenartig eine weibliche <hi rend="g">diademtragende <milestone unit='line' n='15'/>
Figur</hi> vorgelegt (Kunigunde). &mdash; Friedhofsmauer
mit Torbau.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SANKT MICHELN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> sprom. A. 13. Jh. Das Äußere fast unberührt; quadr.
Chor, rck. WTurm. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SANKT WOLFGANG.</hi> RB Cassel Kr. Hanau.</p>
<p>
Von dem 1468 gegr. <hi rend="bold">Kloster</hi> wenig erhalten. Grundmauern
einer 3sch. Kirche. Der noch vorhandene befestigte Torturm
trug auch die Glocken.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SAYDA.</hi> K. Sachsen AH Freiberg. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1502, 4jochige Halle mit Netzgwb., Portal und reizvoller
Vorhalle. &mdash; 3 <hi rend="g">Wandgräber</hi> der Familie v. Schönberg,
besonders bmkw. das jüngste von 1605, die kunstvoll entworfene
Architektur in der Art <hi rend="italic">Nossenis</hi>, ungenügend die
Bildnisfigg. &mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi> mit figürl. Reliefs um 1500. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHAALA.</hi> Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Lhs. 1700. Der jetzt in der Mitte stehende Turm,
Mauern 13. Jh., spgot. bekrönt mit doppelt abgestuften Zinnen
und schlankem Helm von origineller Wirkung. Befestigter
Friedhof. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> aus der Saalfelder Schule um <milestone unit='line' n='35'/>
1500 (»Meister der Baldachine«). Die Flügelgemälde nach
Stichen von <hi rend="italic">M. Schongauer</hi> (Erfurter Ausstellung 1903).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHACHTEBICH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1719, ganz schlicht. In bar. Rahmenarchitektur ein
<hi rend="g">spgot. Altar</hi> aus A. 16. Jh., Schnitzrelief der hl. Sippe <milestone unit='line' n='40'/>
und 4 Flügelgemälde.
</p>

<p>
SCHALKAU, Sachsen-Meiningen Kr. Sonneberg.
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Spgot. Das 1sch. Lhs. mehrmals verändert, der <reg orig='ver-|längerte'>verlängerte</reg>
<pb n='363' id='i370.png'/>
<!-- [P: 363] -->
polyg. Chor 1520. &mdash; <hi rend="g">Grabsteine</hi> der Familie
v. Schaumberg.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Burgruine Schaumberg,</hi> wenig erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHANDAU.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> umgebaut 1645 und 1704. &mdash; <hi rend="g">Moseskanzel</hi> 1706. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHARFENBERG.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burg.</hi> Rom. um 1200 (Burgtor), im 14. Jh. erweitert (überwölbte
Hofstube).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHARFENSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Marienberg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burg.</hi> Die ältesten Teile 2 Rundtürme, der größere in Mauerstärke <milestone unit='line' n='10'/>
3,25 m. Bedeutende Veränderungen 1533; daher ein
Backsteingiebel mit derben spgot. Verschlingungen zwischen
dünnen Pfll.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHARFENSTEIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> frühes Ma. bis bar. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHEIBENBERG.</hi> K. Sachsen AH Annaberg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1571. &mdash; Bmkw. Schnitzaltar um 1500.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHELLSITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der rom. OTurm (1226) bildet eine Einschnürung
zwischen dem got. 5/8 Chor und dem Schiff von 1719; letzteres <milestone unit='line' n='20'/>
hat gemalte Flachdecke. Bar. <hi rend="g">Kanzelaltar</hi>. Der alte Hochaltar,
ein gutes spgot. <hi rend="g">Schnitzwerk</hi>, jetzt auf der Empore.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHENKENSCHLOSSHOF.</hi> UFranken BA Würzburg.
</p><p>
<hi rend="bold">Burgruine Roßberg</hi>. Erhalten nur der got. Bergfried, doch in
voller ursp. Höhe von 28 m. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHERNECK.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> um 1700, rck. spgot. Chor mit rippenlosem Kreuzgwb.
Kanzel um 1650 mit vielen Schnitzfigg.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHESSLITZ.</hi> OFranken BA Bamberg I.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> got. Hallenkirche, Chor vor 1421, Lhs. 1448 (Inschr.), <milestone unit='line' n='30'/>
rest. 1650. &mdash; <hi rend="g">Grabsteine</hi> des Grafen Friedrich v. Truhendingen
und seiner Gemahlin ca. 1360, zweier Herren v. Wiesenthau
1569, 1570. &mdash; <hi rend="g">Hochaltargemälde</hi> von <hi rend="italic">Mattenheimer</hi>
um 1780. &mdash; Auf dem Kirchhof schönes <hi rend="g">Steinbild</hi>
der hl. Jungfrau um 1450, aus der Martins-K. zu Bamberg <milestone unit='line' n='35'/>
stammend.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHILDAU.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Ursp. rom. Basilika, spgot. eingewölbt, rest. 1730 und
1829. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> der sächs. Schule 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHILDECK.</hi> UFranken BA Brückenau. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Burgruine</hi> aus 13. Jh., wenig erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHIRGISWALDE.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
</p><p>
<hi rend="bold">Kath. Stadt-K.</hi> 1739, stattlicher 1sch. Gwb.Bau in strengem
Bar.Charakter. Sumptuöse Altarausstattung, sehr hübsch
namentlich die Kanzel mit Rok.Elementen.
</p>


<pb n='364' id='i371.png'/>

<!-- [P: 364] -->

<p>
<hi rend='ort'>SCHIRMDING.</hi> OFranken BA Wunsiedel.
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche,</hi> 1sch. mit 2 sprom. Kreuzgwbb. und schmalen rundbg.
Fenstern.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHKAUDITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. 12. Jh. in Sandsteinquadern. Bmkw. Detail an <milestone unit='line' n='5'/>
Dachgesims und Portal.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHKEITBAR.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. WBau mit Empore (für Nonnen?).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHKÖLEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
</p><p>
<hi rend="bold">Burg</hi> aus Ma., mächtige turmreiche Anlage. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHLEBERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit interessantem rom. OTurm. &mdash; Kanzelaltar und
Taufengel geschickte, sehr manierierte Arbeiten des 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHLECHTSART.</hi> Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1606, rom. OTurm. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHLEID.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.). Erb. 1743 vom Fürstabt Amandus von Fulda
(wohl von demselben Meister wie die K. in Bremen). Außen
und innen durch dorische Pilaster gegliedert, bmkw. Gr. des
Altarhauses, der Turm hinter diesem. <hi rend="g">Hauptaltar</hi>: <milestone unit='line' n='20'/>
4 Sll. aus Stuckmarmor umgeben in 1/2Kr. das Tabernakel.
Aus der ev. K. ein hübscher <hi rend="g">spgot. Schnitzaltar</hi> und
Taufstein bez. 1529. &mdash; Am ehem. <hi rend="g">Pfarrhaus</hi> Hoftor 1591.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHLEINITZ.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Wesentlich spgot. 16. Jh. und renss. In der sonst <milestone unit='line' n='25'/>
beengten Anlage fällt die geräumige Kapelle auf; Gratgewölbe
im Stichbogen; Sakramentsnische bez. 1518.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHLEIZ.</hi> Reuß j. L. Amtsstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> spgot. unbedeutend. &mdash; <hi rend="g">Altarbau</hi> 1721, für diese
Gegend ungewöhnlich prunkvoll, in der Mitte das Abendmahl <milestone unit='line' n='30'/>
in einer Gruppe von Freifiguren in 2/3 Lebensgröße.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Berg-K</hi>. frgot. 2. H. 13. Jh., erneuert 15. Jh. Gestreckter Chor
mit Schluß aus 8Eck, etwas breiteres 1sch. Lhs. mit eingezogenem
Strebepfl. und Emporen. Der Turm auf der NSeite
am Beginn des Chors. &mdash; Das Innere durch Barockausstattung <milestone unit='line' n='35'/>
in malerische Wirkung gesetzt. <hi rend="g">Altaraufsatz</hi> 1635.
<hi rend="g">Tumba</hi> Heinrichs des Mittleren † 1500, charakterisiert durch
die Fülle des alle Flächen überwuchernden spgot. Laubwerks;
die Figur unbedeutend. &mdash; <hi rend="g">Epitaph</hi> Heinrichs II. von
Reuß, † 1639, kolossal, künstlerisch schwach. &mdash; Weitere Gedenktafeln <milestone unit='line' n='40'/>
und Grabsteine in ungewöhnlich großer Menge.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Im 16. Jh. stattlicher Wehrbau. Nach Brandschäden
im 18. Jh. erneuert.
</p>


<pb n='365' id='i372.png'/>

<!-- [P: 365] -->

<p>
<hi rend='ort'>SCHLETTAU.</hi> K. Sachsen AH Annaberg.
</p><p>
<hi rend="bold">Ulrichs-K.</hi> 3sch. 4jochige Hallenkirche des 15. Jh., der Chor
älter.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Am nördl. Teil reiche spgot. Fensterumrahmungen mit
Vorhangbögen; das übrige entstellt. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHLETTAU.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom., ziemlich gut erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHLEUSINGEN.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Chor spgot., das flachgedeckte Schiff 1723. In der
Aegidienkap. 11 <hi rend="g">Grabsteine</hi> der Grafen v. Henneberg <milestone unit='line' n='10'/>
1444-1583.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHLÜCHTERN.</hi> RB Cassel Kreisstadt.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Klst.</hi> (mit Einschluß der K. als Lehrerseminar
eingerichtet). Die K. war Hallenkirche aus 15. Jh.
Zwischen dem rom. WTurm und den Klostergebäuden ein <milestone unit='line' n='15'/>
Raum mit 2 rippenlosen Kreuzgwbb. auf 1/2 Sll. mit Würfelknäufen
und eckblattlosen Basen. Ein zweiter Turm an der NSeite
des Chors, daran ebenfalls rom. Reste. Die Krypta mit
1 rundbg. Tonnengwb., westl. quer davor ein schmälerer,
ebenfalls mit Tonne gedeckter Gang. Am rck. Chor rom. <milestone unit='line' n='20'/>
Sockel. &mdash; <hi rend="g">S. Andreas-Kap.</hi> sprom. von 2 Kreuzrippengewölben
überdeckt. &mdash; <hi rend="g">Huttensche Kap.</hi> 1354 in guten
got. Formen. &mdash; <hi rend="g">Kreuzgang-Kap.</hi> mit Grabsteinen von
1377, 1383, 1480. &mdash; Got. <hi rend="g">Küche</hi>. Sonst die Klostergebäude
gänzlich verändert. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> renss. 1567.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHLÜSSELAU.</hi> OFranken BA Bamberg II.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst</hi>. gegr. 1280, niedergebrannt 1525,
spätestgot. 1599 als Pfarr-K. erneuert. &mdash; Langgestreckte 1sch.
Anlage mit polyg. Chor, am WGiebel steigender Spitzbogenfries. <milestone unit='line' n='30'/>
&mdash; <hi rend="g">Grabstein</hi> des Gottfr. v. Schlüsselberg 1308.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHLÜSSELFELD.</hi> OFranken BA Höchstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> »alter und kraftvoller Bau teils in got., teils in renss.
(bedeutet wohl bar.) Stil«. »Schöne <hi rend="g">Glasgemälde</hi>«.
<hi rend="g">Hochaltar</hi> aus der Universitätskirche in Würzburg. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi> 1723. &mdash; <hi rend="bold">Brunnen</hi> mit Petrusstatue 1715.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHMACHTENBERG.</hi> UFranken BA Haßfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Erhalten 2 Rundtürme und Ringmauer.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHMALKALDEN.</hi> RB Cassel Kreisstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Georg.</hi> Beg. 1437 von <hi rend="italic">Jörg Meier</hi> aus Erfurt <milestone unit='line' n='40'/>
Gwb. im Chor 1500 (Inschr.), im Schiff 1506. &mdash; Hallenkirche
von 4 Jochen, 1sch. Chor von 3 Jochen und Schluß aus 8Eck.
Schafte 8eckig, ohne Kaptt., 4 vorgekragte Dienste. Die
Dienste im Chor für (jetzt modern ergänzte) Statuen und Baldachine
unterbrochen. Im Chor Netzgwb., die gewundenen
<pb n='366' id='i373.png'/>
<!-- [P: 366] -->
Reihungen mit Nasen besetzt, die Rippen wachsen aber nicht
aus den Diensten, sondern aus den Gewölbeanfängern heraus.
&mdash; Äußeres: Sandsteinquaderbau, am Chor reich dekoriert,
Steinmetzporträt. Von 2 WTürmen ist der südl. im Unterbau
rom., die Turmdächer bar. Reiches 2teiliges WPortal, über dem <milestone unit='line' n='5'/>
Flachbogen ein Eselsrückenwimperg mit Kantblumen. &mdash; In
der »Lutherstube« über der Sakristei einige <hi rend="g">Bildwerke</hi>. &mdash;
<hi rend="g">Kanzel</hi> reich geschnitzt, <hi rend="g">Taufstein</hi> mit biblischen
Szenen auf Metall gemalt 1560. An der WEmpore 16 <hi rend="g">Tafelbilder</hi>
von 1503. <hi rend="g">Grabsteine</hi> 17. Jh. Großer got. <milestone unit='line' n='10'/>
<hi rend="g">Sakristeischrank</hi> und ansehnliche got. <hi rend="g">Kelche</hi>.
<hi rend="g">Tafelbild</hi> mit Kreuzigung um 1450. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>
um 1500. Prachtvoller messingener <hi rend="g">Kronleuchter</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hospital-K</hi>. von 1339, neuerlich verrestauriert.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Friedhofs-Kap</hi>. 1760 mit recht guten Grabsteinen des 17. Jh. &mdash; <milestone unit='line' n='15'/>
Das <hi rend="g">Gespring</hi>, gefaßte Quelle in Renss.Architektur.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hessenhof</hi>. Fachwerkbau, 1551, übertüncht und verdorben;
das steinerne Erdgeschoß geht auf ca. 1200 zurück. In
einem als Herrentrinkstube gedeuteten, mit Flachtonne gedeckten
Raum <hi rend="g">Wandgemälde</hi> aus 1. H. 13. Jh., Szenen <milestone unit='line' n='20'/>
aus Iwein; künstlerisch nicht hohen Ranges, sehr merkwürdig
wegen des für diese Zeit seltenen profanen Stoffes.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Einfach spgot. 1419. Bei Erweiterung 1907 die alten
Teile stark verändert, doch manches noch von Interesse.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Herrenhäuser</hi>. <hi rend="g">Große Kemnate</hi> in der Weidebrunnergasse, <milestone unit='line' n='25'/>
vom Bau von 1410 noch vieles erhalten. <hi rend="g">Heilig-Grab-Haus</hi>
in der Pfaffengasse, später <hi rend="g">Henneberger
Hof</hi>, Westhälfte got., Osthälfte renss. <hi rend="g">Rosenapotheke</hi>
in der Steingasse 1545. <hi rend="g">Todtenwarthsche Kemnate</hi>
am Altmarkt 1575. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Bürgerhäuser</hi>. Vorwiegend Fach werkbauten des 16. und
17. Jh. Bmkw. die zahlreichen üppigen Stuckdecken (Lutherplatz
7, Weidebrunnergasse 2, Auergasse 3, Steingasse 8 und
137 u. a. m.).
</p>

<p>
Vor der Stadt zahlreiche <hi rend="bold">Gartenhäuser</hi> des 18. Jh., meist in <milestone unit='line' n='35'/>
feiner baulicher Gestaltung.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>. Der doppelte Mauerzug fast ganz erhalten,
die Türme meist, die Tore alle abgetragen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß Wilhelmsburg</hi>. Hauptarbeit 1585-1589. An der Planung
war sicher der Bauherr, Landgraf Wilhelm IV. von <milestone unit='line' n='40'/>
Hessen, erheblich beteiligt, Ausführung durch <hi rend="italic">Christoph</hi> und
<hi rend="italic">Hans Müller</hi>, »Hofschreiner und Baumeister«. Auf Benutzung
von Mauerteilen der vorangegangenen ma. Burg wurde Verzicht
getan, daher der Gr. ungewöhnlich regelmäßig, Viereck
außen 51 : 62 m, innerer Hof (wegen ungleicher Tiefe der


<pb n='367' id='i374.png'/>

<!-- [P: 367] -->

Flügel) näher dem Quadrat. Der Hauptbau ist von mehreren
Zwingern umschlossen, er selbst aber hat den Charakter des
Wehrbaues ganz aufgegeben; doch erinnern die niedrigen Stockwerke
(3 an der Zahl), die Sorglosigkeit in bezug auf symmetrische
Gruppierung der Fenster, der Mangel an Wandgliederung <milestone unit='line' n='5'/>
u. a. m. noch immer an die ma. Bauweise. Wie bei den
meisten Schlössern und Rathäusern der Epoche traten lebhaftere
Formen erst oberhalb des Hauptgesimses ein; die
ehemalig reich verzierten Zwerchhäuser sind jetzt allerdings
stark reduziert und das Dach erniedrigt. Einigermaßen auffallend <milestone unit='line' n='10'/>
ist der Mangel an Türmen; es ist nur der wenig hochragende
an der Schloßkirche vorhanden, im Erdgeschoß aus Ma.
Die innere Einteilung kennt keine Korridore; geschickte Gruppierung
der Zimmer macht sie bequem zugänglich durch die
4 in die Ecken des Hofes gelegten Schnecken, mit 2 Türen auf <milestone unit='line' n='15'/>
jedem Podest. Der architektonisch gehaltvollste Teil ist die
in der SWEcke angelegte, nach außen nicht selbständig gekennzeichnete
<hi rend="g">Kapelle</hi>. Die Anlage folgt dem in den
Schlössern von Torgau (1544) und Stuttgart (1566) begründeten
Typus. Ein Rck. von 13,2 : 16,6 m wird auf 3 Seiten <milestone unit='line' n='20'/>
von geräumigen Emporen umschlossen; dieselben bauen
sich 3geschossig in 2 resp. 3 Achsen auf; an der schließenden
Schmalseite übereinander &mdash; diese spezifisch protestantische
Anordnung tritt hier zum erstenmal auf &mdash; Altar, Kanzel
und Orgel. Wie in allen Teilen des Schlosses haben die Proportionen <milestone unit='line' n='25'/>
etwas gequetschtes; die Arkaden öffnen sich in
Korbbögen zwischen sehr niedrigen Pfll., die Decke hat abgeflachte
Kreuzkappen aus Stuck konstruiert. Sehr reich die
Dekoration (vom Niederländer <hi rend="italic">Wilhelm Vernucken</hi>): Pilaster,
Archivolten und Zwickel mit sog. Beschlägsornament in <milestone unit='line' n='30'/>
flachem Relief, an der Decke zierliches Rollwerk, unterhalb
ihrer auf dem obersten Scheidbogen liegende Apostelgestalten
(offenbar Ableitungen aus Michelangelos Sistina).
Die Ausführung überall in Stuck mit diskretem Zusatz von
Farbe und Vergoldung. Lübke: »in der ganzen deutschen <milestone unit='line' n='35'/>
Renaissance kenne ich keinen Innenraum von ähnlicher
Feinheit der Dekoration«. An den jetzt kahlen Emporenbrüstungen
ehemals Tafelgemälde, auf denen die Antithesis
Christi und des Papstes durchgeführt war (anscheinend im
Anschluß an <hi rend="italic">Cranachs</hi> Holzschnittwerk »Passional Christi <milestone unit='line' n='40'/>
und Antichristi«), sie bildeten meist den Mittelpunkt der
farbigen Dekoration. &mdash; Auch in den übrigen Teilen des
Schlosses hat sich viel von dem ursp. Schmuck erhalten. Die
niedrigen Fenster und Türen (letztere meist 2 m H.: 1 m
Br. mit Holzintarsien) sind mit Wandmalereien eingerahmt;


<pb n='368' id='i375.png'/>

<!-- [P: 368] -->

nordisches Rollwerk wechselt mit antiken Grotesken; einigemal
erscheinen breitspurige Landsknechte als Türwächter;
Kamine; Öfen mit gußeisernen Teilen (einer bez. 1584).
Die vollständigsten Ensemblewirkungen im <hi rend="g">»Riesensaal«</hi>, 
hauptsächlich Malerei auf Wandverputz und gemalte <milestone unit='line' n='5'/>
Deckenfelder auf Leinewand, weit gespannte hölzerne Deckenträger
auf reich gestalteten steinernen Wandpfll. Großer
Kamin. Der Riesensaal hat bei einer Grundfläche von 12,5 : 25
m nur 4,5 m H., wie denn auch die süddeutschen Schloßsäle
dieser Zeit niedrig proportioniert zu sein pflegen. Sehr gut <milestone unit='line' n='10'/>
erhalten das <hi rend="g">Landgrafenzimmer</hi> im Erdgeschoß.
Über mehrere Räume verteilt die bmkw. Sammlungen des
Hennebergischen Gesch.-Ver. Die <hi rend="g">Gartenterrassen</hi>
aus A. 17. Jh. sehr zerstört.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHMERLENBACH.</hi> UFranken BA Aschaffenburg. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Benedikt-Nonnen-Klst.</hi> 1769.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHMIEDEBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1450. Hallenkirche in Backstein mit Resten eines
älteren Granitbaus. Jetzt flachgedeckt. Chor 3/8 in voller
Breite der K. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1648 mit hübschen Giebeln und Portalen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Privathäuser</hi> mit renss. Portalen zahlreich.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHMIEDEBERG.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
</p><p>
<hi rend="bold">Dreifaltigkeits-K</hi>. 1713-16 von <hi rend="italic">George Bähr</hi>. Griechisches
Kreuz mit sehr kurzen Armen; die in 3 Geschossen aufgebauten <milestone unit='line' n='25'/>
Emporen bilden im Gr. ein regelmäßiges 8Eck; der
Kanzelbau hinter dem Altar. <hi rend="g">Taufstein</hi> vom Dresdener
Hofbildhauer <hi rend="italic">Benjamin Thomae</hi>. In der Sakristei Wachsbüste, 
wohl von <hi rend="italic">Dubut</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHMIEDEHAUSEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der quadr. Turmchor rom.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHMOCHTITZ.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Hauptgebäude 1764 vom jüngeren <hi rend="italic">Pöppelmann</hi>.
Im (stark veränderten) Park Sonnentempel, anmutige Kinderfigg., 
Sphinx (hervorragend), Monumente für Kurfürst Friedrich <milestone unit='line' n='35'/>
August III. 1769 und P.A. v. Schönberg, den Gründer des Parks.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHMÖLLN.</hi> Sachsen-Altenburg LA Ronneburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi>; erster Bau 1159, Neubau 15. Jh. 3sch. Hallenkirche,
seit Brand 1772 mit Holzgwb.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHMORKAU.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Regelrechte rom. Anlage, aller Kunstformen beraubt.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHNABELWEID.</hi> OFranken BA Pegnitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Got. Chor im O-Turm, Schiff 18. Jh., Grabstein
17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> mit Rund-Turm einfach renss.
</p>


<pb n='369' id='i376.png'/>

<!-- [P: 369] -->

<p>
<hi rend='ort'>SCHNEEBERG B. AMORBACH.</hi> UFranken.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Die Architektur (16. Jh.) im jetzigen Zustande ohne
Interesse. Sehr stattlich in der Fülle seines Bildhauerwerks
der <hi rend="g">Hochaltar</hi>, 2. V. 17. Jh., Stiftung eines Mainzer
Domherrn. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHNEEBERG.</hi> K. Sachsen AH Schwarzenberg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Maria und S. Wolfgang</hi> 1515-16. Baumeister
<hi rend="italic">Hans v. Torgau</hi>. &mdash; Hallenkirche von 3 Sch. und 5 Jochen;
Schiffsbreiten und Jochbreiten gleich; der östl. Abschluß
gibt eine flache Ausbuchtung, 4 Seiten des 16Ecks nehmen <milestone unit='line' n='10'/>
die ganze Breite der K. ein. Die lichten Maße: 61 m L., 27 m
Br., 19,12 m H. Die Gwbb. haben über alle 3 Sch. <corr sic=' eg'>weg</corr> ein
einheitliches Rippenmuster, weniger verwickelt als in Annaberg
und Chemnitz. Die Emporen, wie überall in dieser Schule,
aus Stein und dem System organisch eingefügt, laufen rings <milestone unit='line' n='15'/>
um den ganzen Raum, auch um den Chor; die Verbindung
zwischen ihren einzelnen Abteilungen wird nicht, wie in Annaberg
und Chemnitz, durch Verkröpfung um den Strebepfeiler,
sondern durch Zurückziehung des letzteren bewirkt. &mdash; Großer
<hi rend="g">Altarbau</hi> in strenger Barock-Architektur von 1712. Der <milestone unit='line' n='20'/>
alte <hi rend="g">Flügelaltar</hi> von 1539 teilweise in den neuen aufgenommen; 
gute Arbeit aus der Werkstatt <hi rend="italic">Cranachs</hi>; interessant
als umfassende symbolische Darstellung des evangel.
Glaubensbekenntnisses, zu beachten auch das Weltgericht
auf der Rückseite. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> 1540, Sandstein mit Farbe <milestone unit='line' n='25'/>
und Vergoldung, in den Formen noch got. Erinnerungen;
überarbeitet 1607. &mdash; Im Chor 4 Grabmäler des 17. Jh. &mdash;
Hinter dem Altar <hi rend="g">Gemälde</hi> des Schneebergers <hi rend="italic">Wolfgang
Krodel</hi> 1561.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hospital-K.</hi> von 1567, erneuert 1737. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1527-79, erneuert nach Brand 1719. Einige Kleinkunstwerke. 
&mdash; Kurfürstenbilder von <hi rend="italic">Andr. Engelhard</hi> in
kunstreichen Rahmen von <hi rend="italic">Andr. Petzold</hi>. Kleine Holzädicula
mit Kreuzigungsrelief bez. 1551 <hi rend="italic">W K</hi> (<hi rend="italic">Wolf Kreuter</hi>).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHNEY.</hi> OFranken BA Lichtenfels. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> modern mit Turm von 1507. In der Sakristei bmkw.
Grabmal.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> aus <hi rend="italic">Dientzenhoferscher</hi> Zeit auf ma. Burganlage.
</p>

<p>
2 malerische <hi rend="bold">Torbauten</hi> und Mauerreste aus Ma.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHÖLLKRIPPEN.</hi> UFranken BA Alzenau. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> spgot. &mdash; <hi rend="bold">Schloß,</hi> aus einer alten Wasserburg umgebaut.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHÖNAU.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einheitliche rom. Anlage: kurzes Rck. mit eingezogenem
Chorquadrat und Apsis. Gwbb. spgot. [Spgot. Altar


<pb n='370' id='i377.png'/>

<!-- [P: 370] -->

im Museum Bautzen]. <hi rend="g">Pastorengrabstein</hi> 1653,
tüchtig.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHÖNAU.</hi> UFranken BA Gemünden.
</p><p>
<hi rend="bold">Kloster-K</hi>. Gegr. 1160 für Cisterc.-Nonnen. Vom got. Bau
(1. H. 14. Jh.) erhalten der gerade geschlossene Chor und <milestone unit='line' n='5'/>
die jetzige Sakristei. 1699 (Umwandlung für Franziskaner)
das jetzige Langhaus angefügt und der Chor teilweise verändert, 
die trockene derbe Architektur der Richtung <hi rend="italic">Petrinis</hi>
nahestehend. Die pompöse <hi rend="g">Ausstattung</hi> aus der Erbauungszeit, 
<hi rend="g">Altarblätter</hi> (wahrscheinlich) von <hi rend="italic">Oswald Onghers</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
und von <hi rend="italic">Seb. Urlaub</hi> (1755). Im Psaltierchor 3 Holzfigg., Maria
und die beiden Johannes, sehr gute Arbeiten, möglicherweise
eigenhändig von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHÖNBACH.</hi> UFranken BA Haßfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> In der Überarbeitung des 18. Jh. der sprom. Charakter <milestone unit='line' n='15'/>
ziemlich gut bewahrt. &mdash; Mobiliar ca. 1650-1700.
Madonna auf der Mondsichel A. 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHÖNBERG.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (französ. Kolonie) 1706 von <hi rend="italic">Paul Du <corr sic="Ryn">Ry</corr></hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHÖNBERG.</hi> K. Sachsen AH Oelsnitz. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Zu nennen wegen einer Anzahl von Grabsteinen
1485-1669.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHÖNBORN.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Altarhaus. &mdash; <hi rend="g">Altarbild</hi> »an <hi rend="italic">Hans
v. Culmbachs</hi> Art erinnernd«(?) <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHÖNBRUNN.</hi> OFranken BA Wunsiedel.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Sprom. Chor-Turm, Lhs. bar. <hi rend="g">Ikon. Grabstein</hi>
17. Jh. Kalkstein und Eisenguß.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHÖNBURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Naumburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burg.</hi> (Ansehnliche Ruine.) Sprom. ohne wesentliche Veränderungen. <milestone unit='line' n='30'/>
Mächtiger, freistehender Rund-T. über 30 m
hoch, darin ein Gemach mit Kamin in Formen, die am Naumburger
Dom ca. 1220 zur Erscheinung kommen, also nicht
der »älteste Kamin Deutschlands«. Palas und Kapelle, in
der Anlage gut zu erkennen. Mehr zerstört die Vorburg, <milestone unit='line' n='35'/>
doch auch hier rom. Kennzeichen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHÖNERSTADT.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Oft umgebaut. Von Interesse ein einfach aber stattlich
und sorgfältig durchgebildetes rom. Portal. &mdash; <hi rend="g">Holzstatuen</hi>, 
Reste eines Altars aus A. 16. Jh., mit der beste <milestone unit='line' n='40'/>
aus dieser Gegend.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHÖNFELD.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor 1676 Netzgwb. mit renss. Profilen. &mdash; Altar
mit <hi rend="g">Gemälde</hi> von <hi rend="italic">Jonas Eywick</hi> zu Pirna 1658; einfache
<hi rend="g">Sandsteindenkmäler</hi> 18. Jh.
</p>


<pb n='371' id='i378.png'/>

<!-- [P: 371] -->

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> einheitliche Schöpfung von 1573 ff. Inmitten eines
Teiches. Rechteck mit je 3 Zwerchgiebeln an jeder Langseite,
der mittlere von einem 6eck. Treppen-Turm überschnitten. Die
innere Einteilung sehr regelmäßig. Im Erdgeschoß Gewölbe,
in den 2 oberen bemalte Balkendecken. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHÖNFELD.</hi> K. Sachsen AH Großenhain.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> 1574. Ohne eigentliche künstlerische Bauidee von
hochmalerischer Wirkung. Portal, Kamine, gemalte Holzdecken
erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHÖNFELS,</hi> s. Alt- und Neuschönfels. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHÖNHAGEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1741, In den bar. Hauptaltar sind 2 <hi rend="g">got. Altäre</hi>
verarbeitet.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHÖNRAIN.</hi> UFranken BA Aschaffenburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burg.</hi> Ringmauern mit rom. Ecktürmen. Wohnbau 1556. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHOTTENSTEIN.</hi> OFranken BA Staffelstein.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> bar. 1703, got. Turm. &mdash; <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>
16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHRAPLAU.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom., wohl 12. Jh.; gleiche Anlage wie in Unter-Röblingen <milestone unit='line' n='20'/>
(s. dort), doch größer und etwas geschmückter. Apsis
mit Lisenen und Bogenfries, Säulenportal, Tympanon. &mdash;
Von der »alten« Burg (ao. 979 »Scrapenlevaburg«) und der
»neuen« Burg (erb. 1206) dürftige Spuren.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHREBITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
Große spgot. <hi rend="bold">Dorf-K.</hi> 1sch., Netzgwb., WTurm.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHRECKSBACH.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1754. &mdash; <hi rend="bold">Schloß</hi> 1580.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHULPFORTE</hi> s. Pforta.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHÜPTITZ.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. O. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Turmchor, daran 1/2kr. Apsis; Lhs. um
1500. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> 16. Jh.; <hi rend="g">Weihrauchgefäß</hi>
13. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHWALLUNGEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gemengbau 16.-18. Jh. Spuren starker Kirchhofsbefestigung. <milestone unit='line' n='35'/>
Dazu gehörig 4eck. Wohnturm (»Kemenate«)
von 1537. &mdash; Von den Fachwerkhäusern des 16. und 17. Jh.
sind auch nach dem Brande 1894 noch einige gute Beispiele
übrig geblieben; no 35 von 1548, no 91 von 1599, no 39 von
1663. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHWANEBERG.</hi> UFranken BA Kitzingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> in schöner Lage am Steigerwald. Die Teile in Buckelquadern
aus Ma.; wesentlich Umbau durch Bischof Julius.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHWAPPACH</hi> (Ober- u. Unter-). UFranken BA Haßfurt.
</p>


<pb n='372' id='i379.png'/>

<!-- [P: 372] -->

<p>
Stattliche <hi rend="bold">Amtshöfe</hi> des Klosters Ebrach von <hi rend="italic">Joh. Dientzenhofer</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHWARZACH.</hi> OFranken BA Kulmbach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Gotisierender Flachdeckbau 1610, Maßwerkfenster,
Doppelempore auf 3 Seiten, Chor im O-Turm. <hi rend="g">Grabstein</hi> <milestone unit='line' n='5'/>
1542, 1609. &mdash; <hi rend="bold">Wirtshaus</hi> schöner Fachwerkbau 1680.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHWARZBACH.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich rom., neuerdings rest. &mdash; <hi rend="g">Glocke</hi> aus
13. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHWARZBACH.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche,</hi> in den ältesten Teilen spgot. Gerader Chorabschluß.
Flache Decke mit 4 großen Gemälden. Moseskanzel.
</p>

<p>
Mehrere geschnitzte <hi rend="bold">Holzfachwerkhäuser</hi> des 17.-18. Jh.
mit gut geschnitzten Eckpfosten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHWARZBURG.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Der alte Bestand durch Brände 1695 und 1726 fast
ganz vernichtet. Danach neu aufgebaut. Stattliche Hoffassade.
&mdash; 2 <hi rend="g">Schnitzaltäre</hi> von <hi rend="italic">Valentin Lendenstreich</hi>,
dem Hauptmeister der Saalfelder Schule, 1479 und
1503. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHWARZENBERG.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1690-99 von <hi rend="italic">Joh. Georg Roth</hi> (vgl. Carlsfeld).
1sch. Saal von 34,3 : 18,6, bedeutende Raumwirkung, würdevolle
Barockausstattung.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHWARZENBORN.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Schiff im Übergangsstil flachgedeckt, eingezogener
quadr. Chor etwas jünger.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHWARZENFELS.</hi> RB Cassel Kr. Schlüchtern.
</p><p>
<hi rend="bold">Schloßruine</hi> 16. und 17. Jh.; Bergfried; an der SSeite ein
bewohnbares Gebäude, jetzt Amtsgericht. Im Hof reiches <milestone unit='line' n='30'/>
Barockportal und Brunnen von 1621.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHWEBDA.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Turm. &mdash; v. <hi rend="g">Keudellsche</hi> Grabsteine. &mdash;
Got. <hi rend="bold">Wasserburg</hi> der v. Keudell.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHWEBENRIED.</hi> UFranken BA Karlstadt. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1752 mit OTurm aus der Juliuszeit. Gute Rok.Mobilien,
namentlich der Orgelgehäuse.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHWEBHEIM.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> (v. Bibra). Rechteck. Bering mit Graben und großem,
von Türmen flankiertem Doppeltor 1576; 2 dreigeschossige <milestone unit='line' n='40'/>
Häuser mit Staffelgiebeln 1526, die Treppentürme 1574.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHWEINA.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> schlicht spgot. Inneneinrichtung mit Emporen 1696,
für diese Gegend reich.
</p>


<pb n='373' id='i380.png'/>

<!-- [P: 373] -->

<p>
<hi rend='ort'>SCHWEINFURT.</hi> UFranken BAmtsstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Baudaten fehlen. Sprom. Bau von hoher künstlerischer
Qualität, durch Flickarbeit des sp. Ma. entstellt.
Aus älterer rom. Bauzeit der Unterbau der 2 den Eingang
in den Chor flankierenden Türme (jetzt 1). Im 2. Viertel 13. Jh. <milestone unit='line' n='5'/>
Neubau des Qsch., welches so breit angelegt wurde, daß es
durch Zwischenpfll. in 2 Schiffe zerlegt werden mußte; die
Vierung und die Flügel mit je 2 rck. Gwbb. Ihre Kreuzrippen
rck. mit Einkerbung in der Mitte. Die beiden Pfll. haben Bündelform,
jedoch unter sich verschieden. An ihren Kapitellen <milestone unit='line' n='10'/>
sowie den Wandkonsolen wechselt stilisiertes rom. Blattwerk
mit frgot. Knospen, alles in vorzüglich schwungvoller Behandlung.
Der Vorderchor hatte ebenfalls 2 rck. Gwbb., wie
die beim spgot. Umbau 1335-1400 stehen gebliebenen Konsolen
anzeigen. Um dieselbe Zeit Erneuerung des Lhs., davon <milestone unit='line' n='15'/>
nur das südl. Portal in guter Arbeit des 14. Jh. erhalten;
sonst flachgedeckter Notbau nach Brand 1554. Am Äußeren
interessiert jetzt nur die sprom. südl. Qsch.-Front. Das Portal
nicht groß, aber von auserlesener Erfindung und Ausführung.
Im Obergeschoß entsprechend der Zweiteilung des Innern <milestone unit='line' n='20'/>
2 große Kreisfenster mit reich profiliertem Gewände, getrennt
durch eine die Mittellinie einnehmende Lisene. Am Giebel
Arkatur von 5 pyramidal ansteigenden Spitzbgb. auf Säulchen
mit Knospenkaptt. &mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi> 1367. <hi rend="g">Kanzel</hi> 1694,
got. <hi rend="g">Grabsteine</hi> unter dicker Tünche; bmkw. Konrad v. <milestone unit='line' n='25'/>
Seinsheim 1369, Marg. Fuchs Art des <hi rend="italic">P. Dell d. J.</hi> um 1550.
An der Außenwand <hi rend="g">Epitaph</hi> des Berthold Rucker † 1377,
vor dem Heiland kniend; interessant für die Entwicklungsgeschichte
der Epitaphform. Schöne <hi rend="g">Abendmahlskanne</hi>
E. 16. Jh., wie es scheint in Kitzingen gearbeitet. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1570 ff. von <hi rend="italic">Niklas Hoffmann</hi> aus Sachsen. Es wird
den besten seiner Gattung zugezählt. Bei mäßigem Reichtum
des Zierwerks wirkt es vornehmlich durch die malerische und
doch klare und wohlproportionierte Gliederung der Massen.
Hauptbau von ca. 28 m Br. und 18 m Tiefe; das traditionelle <milestone unit='line' n='35'/>
Motiv eines aus der Mitte der Fassade vorspringenden Treppenturms
ist zu einem rck. Vorbau erweitert mit Altan und turmartig
über den Giebel hinaufgeführtem Erker und einer Durchfahrt
im Erdgeschoß. Das Innere besteht aus mehreren Hallen
und Sälen, die sich in einem Rückflügel fortsetzen; die Wendeltreppen <milestone unit='line' n='40'/>
sind nach innen gelegt. Das Detail entspricht der
sächsischen Schule; noch mit gotischen Erinnerungen. Von
der inneren Dekoration sind nur Teile, diese vorzüglich, erhalten.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gymnasium</hi> 1582.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Mühltor</hi> 1564.
</p>


<pb n='374' id='i381.png'/>

<!-- [P: 374 -->

<p>
<hi rend='ort'>SCHWEINITZ.</hi> Sachsen-Altenburg LA Roda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Unerheblicher Gemengbau. Von Interesse ein Altartriptychon, 
wahrscheinlich Stiftung Friedrichs des Weisen,
die <hi rend="g">Schnitzerei</hi> gilt für Saalfelder Arbeit, die <hi rend="g">Gemälde</hi>
nicht aus <hi rend="italic">Wolgemuts</hi> Werkstatt (so Lehfeldt), die <milestone unit='line' n='5'/>
Anklänge an Schongauer durch Kupferstiche vermittelt; sie
kommen in der Saalfelder Werkstatt öfters vor, z. B. auf
dem Altar in Schaala.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHWEINSBERG.</hi> RB Cassel Kr. Kirchhain.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> um 1500. Einfache Hallenkirche, 3 Joch Stern- und <milestone unit='line' n='10'/>
Netzgwbb. ohne Strebepfeiler. &mdash; Ikon. <hi rend="g">Grabsteine</hi> der
Familie Schenk zu Schweinsberg 1503, 1564, 1568, 1569, 1578.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß,</hi> ausgedehnte, großenteils spgot. Anlage, teils Ruine,
teils bewohnt.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHWEPNITZ.</hi> K. Sachsen AH Kamenz. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einfacher Saalbau 1747. Sehr reich an bar. und
rok. <hi rend="g">Denkmälern</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHWETA.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Renss. Stattlicher Kamin.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHWETA.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1751. Zentralbau unter Einfluß <hi rend="italic">G. Bährs</hi>. Gr. in
Form eines Vierpasses. Flachdecke. Einrichtung gleichzeitig.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SCHWICKERSHAUSEN.</hi> Sachs.-Mein. Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1540, im Hof Grabsteine 1560, 1570. Große Stallgebäude
1579, 1595, im Kuhstall Tonnengwb. von 7,35 m <milestone unit='line' n='25'/>
Spannung.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SEBNITZ.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1sch. mit 3/8 Chor, ursp. gewölbt. &mdash; Reicher <hi rend="g">Altarbau</hi>
bez. <hi rend="italic">Martin Roth</hi> 1586. <hi rend="g">Kanzel</hi> 1621. Gute <hi rend="g">Madonnenstatue</hi> 
E. 15. Jh. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SEDLITZ.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> und Lustgarten 1719-1732 für Graf Wackerbarth,
Entwurf von <hi rend="italic">Pöppelmann</hi>, verkürzt ausgeführt von <hi rend="italic">Knöffel</hi>
und <hi rend="italic">Longuelune</hi>; rest. 1846; im Garten dekorative Figuren,
Vasen usw. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SEEBACH.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> des 18. Jh. mit rom. O-Turm. &mdash; Figurenreiche <hi rend="g">Alabaster-Epitaphe</hi>
der Familie v. Berlepsch.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SEEBURG.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
</p><p>
Ausgedehntes, verhältnismäßig wohlerhaltenes <hi rend="bold">Schloß</hi>. Hauptgebäude <milestone unit='line' n='40'/>
17. Jh. Einzelne Teile gehen bis in rom. Zeit zurück,
darunter die <hi rend="bold">Kapelle,</hi> nach dem Typus der Dorfkirchen
dieses Gebietes (vgl. Unter-Röblingen). Außerdem größere
<hi rend="bold">Schloß-K.,</hi> spgot.
</p>


<pb n='375' id='i382.png'/>

<!-- [P: 375] -->

<p>
<hi rend='ort'>SEEGA.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt LA Frankenhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> quadr. Chor mit romanisierend got. Turm.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SEEGNITZ.</hi> UFranken BA Kitzingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1608. &mdash; Auf dem Friedhof kleines <hi rend="g">Epit</hi>. bez. TK
(<hi rend="italic">Thomas Kistner</hi>). <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SEEHOF.</hi> OFranken BA Bamberg I.
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß Marquardsburg.</hi> Bedeutende Anlage. 1686 von <hi rend="italic">Petrini</hi>
aus Würzburg für Bischof Marquard v. Stauffenberg. 4 in
Quadr. gestellte Flügel, an den Ecken breite niedrige Türme;
im wesentlichen noch der Schloßtypus von Aschaffenburg; <milestone unit='line' n='10'/>
hinzugekommen die Korridore an der Hofseite. Die Türme
1711 durch <hi rend="italic">Joh. Dientzenhofer</hi> verändert, die innere Ausstattung
durch <hi rend="italic">B. Neumann</hi> 1729.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SEELITZ.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> aus E. 15. Jh. Ungewöhnlich groß und aufwändig: <milestone unit='line' n='15'/>
Gr. ähnlich der Kunigunden-K. in Rochlitz, doch sind die
Gwbb. nicht zur Ausführung gekommen. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>
jetzt in der Sakristei; an seiner Stelle bar. Aufbau
1771. &mdash; Mehrere <hi rend="g">Grabsteine</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SEIBELSDORF.</hi> OFranken BA Steinach. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1735, helle und geräumige K. im sog. Markgrafenstil.
Turm 1753.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SEIDMANNSDORF.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spgot. Emporen bez. 1538.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SEIFERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> einheitlich 1604. Langgezogenes, 3/8 geschlossenes
Rck., Gewölbe mit aufgeputzten Rippen. &mdash; Das umfangreiche
<hi rend="g">Altarwerk</hi> scheint Erweiterung (A. 17. Jh.) eines 1595
gefertigten <hi rend="g">Grabmals</hi> aus der Schule Hans Walthers;
unter den zahlreichen anderen <hi rend="g">Grabmälern</hi> besonders die <milestone unit='line' n='30'/>
des Joachim und des Wolf Dietrich v. Grünrod † 1604, 1606 bmkw.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Wasserschloß 1531, neugotischer Umbau beendet
1822. &mdash; Hervorragende <hi rend="g">Porträtreihe</hi>, u. a. Goethe
1787, Königin Luise v. Preußen 1788, beide von <hi rend="italic">Darbes</hi>,
mehrere Glieder der gräfl. Brühlschen Familie von <hi rend="italic">Graff</hi>. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
Das <hi rend="g">Seifersdorfer Tal</hi>, einst ein Hauptziel der Dresdner Naturfreunde, 
seit 1781 von Gräfin Christiane v. Brühl in einen
romantischen Park umgewandelt: Altar der Tugend, Ruine
der Vergänglichkeit, Hütte des Pythagoras usw. (vgl. Kupferwerk
von W. G. Becker 1792, 2 ao. 1800). <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SEIFERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Dippoldiswalde.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> architekturlos. Ansehnliches <hi rend="g">Altarwerk</hi> von
1518, die tektonischen Formen in lebendiger Verschmelzung
von FrRenss. und Got., die Malereien in der Art des Meisters
von Dippoldiswalde, doch von geringerer Qualität.
</p>


<pb n='376' id='i383.png'/>

<!-- [P: 376] -->

<p>
<hi rend='ort'>SEIFHENNERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1796. Großer Saalbau mit 3 Rängen Emp., nüchtern
klassizistisch, von <hi rend="italic">K. Ch. Eschke</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SEINSHEIM.</hi> UFranken BA Kitzingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> <hi rend="g">Holzmadonna</hi> von einem der besseren Gesellen <milestone unit='line' n='5'/>
<hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SEITENDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1795. Turm 1569, Haube mit lebhaftem Kontur
1760, im Innern spitzbg. im Übergang zur Renss.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SELIGENTAL.</hi> RB Cassel Kr. Schmalkalden. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1687, noch gotisierend. Emporen mit bibl. Bildern
bemalt. &mdash; Mehrere gute <hi rend="g">Fachwerkhäuser</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SERRFELD.</hi> UFranken BA Königshofen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. mit OTurm. &mdash; <hi rend="g">Alabasterreliefs</hi> um
1480. &mdash; Kirchhofsbefestigung mit Gaden, auch als malerische <milestone unit='line' n='15'/>
Gruppe reizvoll.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SESSLACH.</hi> OFranken BA Staffelstein.
</p><p>
Anziehendes altertümliches <hi rend="bold">Stadtbild</hi>. Mauern und Türme auf
größere Strecken gut erhalten. Häuser des 16.-18. Jh. in
stattlicher Anzahl, Stein und Fachwerk. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Got. Hallenkirche mit schief gestelltem Chor, entstanden
1522 durch Anbau an ältere 1sch. K. A. 18. Jh. das
Innere barockisiert.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SEUSSLINGS.</hi> OFranken BA Bamberg II.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> um 1470. Doppeltürmig. Unter dem Chor ältere <milestone unit='line' n='25'/>
(rom.?) Krypta. <hi rend="g">Glasfenster</hi>. Relieftafeln vom ehemaligen
<hi rend="g">Hochaltar</hi> um 1480.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SEUSSLITZ.</hi> K. Sachsen AH Großenhain.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Grabstein eines Ritters in geritzten Umrissen 13. Jh.
Andere mit gut erhaltenen Reliefbildnissen 16. und 17. Jh. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SIEMERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. bar., reich bemaltes hölzernes Tonnengwb.
Ungewöhnlich gutes spgot. <hi rend="g">Holzrelief</hi> (hl. Sippe).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SIERSLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. 12. Jh. &mdash; Hübsche <hi rend="g">Sakramentsnische</hi> <milestone unit='line' n='35'/>
1484. 
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SINNERSHAUSEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
Ehem. Wilhelmitenklst., im Bauernkriege zerstört, später
Gutshof. An der Gartenmauer rohe frgot. <hi rend="g">Steinfigur</hi>,
im Garten mehrere <hi rend="g">Rok.-Figuren</hi>. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SITTENDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. O.-Turm.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SITTICHENBACH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-K</hi>. fast spurlos verschwunden. Bis zur Säkularisation
scheint der Bau aus M. 12. Jh. unverändert <reg orig='be-|standen'>bestanden</reg>
<pb n='377' id='i384.png'/>
<!-- [P: 377] -->
zu haben; auf ihn gehen 2 mächtige Würfelkaptt. zurück
mit 1/2kr. Schilden wie in Paulinzelle und deren Basen. &mdash; Nahebei
2 frühgot. <hi rend="g">Kapellen</hi>. Am Fenstermaßwerk auf Säulchen
der Eindruck des Naumburger Doms zu erkennen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SITZENRODA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> gegr. 1198, spgot, Umbau 1571. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>
15. Jh. Mehrere <hi rend="g">Epitaphe</hi> 1530-1626.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SODEN.</hi> RB Cassel Kr. Schlüchtern.
</p><p>
<hi rend="bold">Huttensches Schlösschen</hi>. 1536 und 1591. Gut erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SODENBERG.</hi> UFranken BA Hammelburg. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Ruine</hi>. Schwer zugängliche Höhenburg. Erb. im 14. Jh.
von den Thüngen. Sehr verfallen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SOMMERACH.</hi> UFranken B A Gerolzhofen.
</p><p>
Interessantes Beispiel einer zum größten Teil erhaltenen
spätmittelalterlichen <hi rend="bold">Dorfbefestigung</hi>. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SÖMMERDA.</hi> RB Erfurt Kr. Weißensee.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Bonifazius.</hi> 1sch. flachgedeckt mit gewölbtem
Chor 1462; Turm nördl. daneben. &mdash; Guter <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>. 
Hinter ihm 2 <hi rend="g">Gemälde</hi> A. 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1529 ff. ziemlich groß, entstellt. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SOMMERHAUSEN.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
</p><p>
Anmutiges <hi rend="bold">Mainstädtchen</hi> mit 4 Rundtürmen, 3 Tortürmen,
2 Figurenbrunnen. In der Kirche schöne geschnitzte <hi rend="g">Kanzel</hi>
17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Grafen v. Rechteren. &mdash; <hi rend="g">Rathaus</hi> kräftiger <milestone unit='line' n='25'/>
Renaissancebau. &mdash; Auf dem Friedhof originelle <hi rend="g">Steinkanzel</hi>
mit Überdachung.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SÖMMERSDORF.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1795 mit nachgot. Turm. <hi rend="g">Marmoraltar</hi> aus St.
Michael in Würzburg, um 1750. Reste eines <hi rend="g">spgot. Altars</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
um 1510.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SOMSDORF.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1711 umgebaut, ein übrig gebliebenes Fenster der
NSeite scheint rom. [Reste eines großen <hi rend="g">Altarwerks</hi> um
1500 im Dresd. Altert.-Ver.] <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SONDERSHAUSEN.</hi> Hauptstadt von Schwarzb.-Sondersh.
</p><p>
<hi rend="bold">Trinitatis-K.</hi> nach 1621. Im Chor naiv-naturalistische Barockdekoration, 
in den Winkeln des Polygons 4 Palmbäume;
darauf die 4 Evangelisten; schwebende Kinderengel halten
Gemälde. Reicher <hi rend="g">Kelch</hi> um 1400. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Fürstl. Schloß</hi> 1538ff. Rittersaal mit schwerer Stuckdekoration
E. 17. Jh., NFlügel 2. H. 18. Jh. Karussell 1709, 8eck.
mit Emporen in 2 Rängen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SONDHEIM V. D. RHÖN.</hi> Sachs.-Weimar VB Dermbach.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 16. Jh., schlicht spgot. Malerische Bar.Einrichtung.


<pb n='378' id='i385.png'/>

<!-- [P: 378] -->

Die Emporen mit biblischen Gemälden 1606, Taufstein 1606,
Kanzelaltar 1775, auf der hölzernen Flachdecke <hi rend="g">Kolossalgemälde</hi> 
(Himmelfahrt) von <hi rend="italic">Peter Herrlein</hi> 1775. &mdash;
Hohe befestigte <hi rend="g">Kirchhofsmauer</hi>. &mdash; Von den
<hi rend="g">Adelshöfen</hi> ist nach dem Dorfbrande 1840 wenig übrig <milestone unit='line' n='5'/>
geblieben.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SONNEBORN.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
</p><p>
Kirchenruine mit frgot. Chor. <hi rend="g">Grabsteine</hi> des M. v.
Wangenheim 1588 gehört zu den besseren.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SONNEFELD.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst.</hi> gegr. 1264. Der mächtige Chor,
3 Joche und 5/8 Schluß, überragt das unansehnliche spgot.
Lhs. Seine strengen und sorgfältig ausgeführten Formen
aus der Bauzeit 1327 (Rest. 1856). &mdash; <hi rend="g">Grabsteine</hi> aus
der Erbauungszeit: Heinrich v. Sonneberg in gesucht bewegter <milestone unit='line' n='15'/>
Haltung auf Konsole mit Halbfigur eines betenden Mönchs;
Kunigunde v. Sonneberg; Äbtissin Anna v. Henneberg † 1356,
vielleicht der beste Grabstein Südthüringens aus der Hochgotik.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SONTRA.</hi> RB Cassel Kr. Rotenburg. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
<hi rend="bold">K. S. Georg</hi>. 1483-93. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche.
An den spitzbg. Türen gekreuzte Stäbe. Fischblasenmaßwerk. 
Turm 17. Jh. Unter den Kragsteinen der Sakristei
in der SOEcke der sog. Wodanskopf.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus,</hi> malerischer Fachwerkbau mit Türmchen und hoher <milestone unit='line' n='25'/>
Freitreppe.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SORNITZ.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1500. Präzises Beispiel eines »festen Hauses« jener
Tage. Kleines Rechteck mit diagonal gestellten Rundtürmen,
umschlossen von Wassergräben. Nüchterner Umbau 1742. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SPANGENBERG.</hi> RB Cassel Kr. Melsungen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Niedrige spgot. Hallenkirche von 3 Jochen, höherer
1sch. Chor, gestreckt mit Schluß aus 8Eck. Der WTurm
aus E. 13. Jh. hat ein reich gegliedertes Portal, gekuppelte
Fenster, 4 Steingiebel und schlanken hölzernen Helm. &mdash; <milestone unit='line' n='35'/>
<hi rend="g">Tumba</hi> der Landgräfin Anna † 1462, an den Seiten 8 von
Engeln gehaltene Wappen, die Liegestatue hat zu Häupten
2 Engel, zu Füßen Löwe und Hund.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hospitals-K.</hi> Schlicht spgot. 1sch. &mdash; <hi rend="g">Holzskulptur</hi>,
Pietas. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Spgot. und Renss. Gut erhaltene Anlagen aus dem
A. und E. des 16. Jh. mit älterem Tor-Turm, umgeben von
tiefen, trocknen Gräben und kunstvollem Wall. In verschiedenen
Sälen figürliche und ornamentale Malerei.
</p>


<pb n='379' id='i386.png'/>

<!-- [P: 379] -->

<p>
Schöne alte <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> in neuester Zeit durch Brand
und Umbau zerstört.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Ringmauern</hi> schlecht erhalten, besser 3 <hi rend="bold">Türme</hi> (1 runder und
2 viereckige).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SPARNECK.</hi> OFranken BA Münchberg. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> got. mit Grabmälern aus 15. und 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SPIELBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Die OTeile, quadr. Chor mit Turm und Apsis, ziemlich
intakt rom.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SPIESSCAPPEL.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Prämonstratenser-Klst.-K.</hi> Erb. 2. H. 12. Jh. als
flachged. Basilika auf kreuzf. Gr. von mittelgroßen Abmessungen. 
Um 1500 Chor, Qsch. und östl. Teile des Lhs.
niedergelegt. Jetzt besteht nur der Rest des Msch., mit 6 Arkaden, 
das nördl. Ssch. und der spgot. West-Turm. Die rom. <milestone unit='line' n='15'/>
Bauformen verhältnismäßig reich. Im System wechseln
quadr. Pfll. und verjüngte Sll. Die Würfelknäufe mit skulptiertem
Ornament bedeckt; an mehreren eine von Rankenwerk
umgebene menschliche Figur; an einem 8 Männer- und Weiberköpfe,
deren Haar und Bart in langen Strähnen durcheinandergeschlungen. <milestone unit='line' n='20'/>
Die Fenster des Ssch. haben wellenförmig profiliertes
Gewände, die des Msch. sind durch Rundstab, Schräge
und Kehle gegliedert. Das WPortal hat im Gewände 5 Rücksprünge
mit 3/4 Sll. ausgestellt; am Tympanon in Kleeblattumfassung
die Brustbilder des Salvators, der Mutter Gottes <milestone unit='line' n='25'/>
und des Täufers. Die Vorhalle spgot. 1504. &mdash; In der spgot.
Turmkapelle (S. Michael) ein <hi rend="g">Altarbaldachin</hi> in
spätesten und reichsten rom. Formen. &mdash; In der Vorhalle
<hi rend="g">Steinreliefs</hi> von 1500 und 1504. &mdash; <hi rend="g">Springbrunnenbecken</hi>
bez. 1509 aus dem ehem. Kreuzgang. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SPITZKUNNERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1712 von <hi rend="italic"><!--g!-->J. Kirschstein</hi>, dem Erbauer der
K. von Hainewalde und dieser gleich. Altar mit gediegenen
<hi rend="g">Schnitzfiguren</hi> von <hi rend="italic">Fr. Bühner</hi> aus Böhmen. Zahlreiche
bar. <hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SPORA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Apsis und rom. Turmunterbau, sonst modern.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SPREMBERG.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
</p><p>
<hi rend="bold">K.</hi> 1901 völlig umgebaut, erhalten 2 Renss.Portale. &mdash; Zahlreiche
<hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> bar. und rok., unbedeutend <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STADELHOFEN.</hi> OFranken BA Bamberg I.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um 1700.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STADTILM.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt LA Rudolstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Lhs. und Chor 1780 umgebaut; nur wenige got.
Reste beibehalten, darunter das wichtigste die 2 Portale an


<pb n='380' id='i387.png'/>

<!-- [P: 380] -->

der N- und SSeite mit Vorhallen in reicher und guter Hochgotik. 
Die hier aufgestellten <hi rend="g">Statuen</hi> der Madonna und
6 Apostel erinnern an die im Triangel des Doms zu Erfurt.
Der platte Chorschluß aus der alten K. herübergenommen.
Das schöngegliederte Portal (3 m groß) in Paulinzeller Tradition. <milestone unit='line' n='5'/>
Im W 2 ansehnliche Türme, rom. und rom.-got., letztes Geschoß
hochgot. mit niedriger Steinpyramide, Eckfialen und
Wimpergen &mdash; eine treffliche Komposition, aber neuerdings
völlig verrestauriert.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Ehem. Kloster</hi> der Cist.-Nonnen. Der spätgot. Unterbau der <milestone unit='line' n='10'/>
Nonnenempore eingebaut in das zu A. 17. Jh. errichtete <hi rend="bold">Schloß</hi>.
(Verständnisloser Anbau A. 20. Jh.).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STADTLAURINGEN.</hi> UFranken BA Hofheim.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> wesentlich 1731.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus,</hi> schöner Fachwerkbau bez. 1563. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Zehntscheuer</hi> mit gutem Bar.-Portal bez. 1628.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STADTLENGSFELD.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> WTurm mit rom. Schallöffnungen. Schiff 1790.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> (ehem. v. Boineburg) ma. Wasseranlage, im 17. und
18. Jh. umgebaut. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STADTPROZELTEN.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Architektonisch wertvoll nur der Chor aus 2. H.
15. Jh. Langhaus im 17. Jh. nachgot. verändert. Turm von
1628. &mdash; Im Innern gute <hi rend="g">Sandsteinfigur</hi> einer weibliehen
Heiligen, um 1430. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi> erb. um 1520, mit späteren Veränderungen. Malerischer, 
zweigeschossiger Bau mit ausspringendem Treppenturm
und Erker. Im Sitzungssaal des Obergeschosses die
alten Durchzüge und ein Glasfenster, bez. 1600.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Burgruine Prozelten</hi> (auch unter anderen Namen bekannt: <milestone unit='line' n='30'/>
Klingenburg, Lauffenburg, Henneburg). Durch die Geschlossenheit
der Gesamtanlage, die Harmonie der einzelnen
Teile und die Kühnheit des Aufbaues eine der schönsten Süddeutschlands. 
Die Anlage gliedert sich in zwei Teile, die
Hauptburg mit den zwei Bergfrieden und den beiden Palas <milestone unit='line' n='35'/>
und die Ringmauer mit großen Bastionstürmen und dem
Torbau. An der ganzen WSeite entlang ein unterirdischer
Wehrgang. 1. Rom. E. 12. Jh. der NBergfried und der nördl.
Teil des OPalas. 2. Großartiger Umbau und Erweiterung
der Gesamtburg durch den Deutschherrenorden im 15. Jh. <milestone unit='line' n='40'/>
Aus dieser Zeit der kleine Bergfried, der WPalas und die
Ringmauer. Einzelne Änderungen spgot.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STADTSCHWARZACH.</hi> UFranken BA Kitzingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Lhs. neu. Chor 1467. &mdash; Pompöser <hi rend="g">Hochaltar</hi>
um 1730, die feineren <hi rend="g">Seitenaltäre</hi> um 1710.


<pb n='381' id='i388.png'/>

<!-- [P:381] -->

Spgot. <hi rend="g">Chorstuhl</hi> mit Flachschnitzerei. Sitzende <hi rend="g">Madonna</hi>
1. H. 14. Jh., bäuerisch.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STADTSTEINACH.</hi> OFranken BAmtsstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">Marien-Kap.</hi> 1690, Apsis aus 13. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Marter</hi> 1764. Bmkw. reichskulptierter Rok. Aufbau auf jon. <milestone unit='line' n='5'/>
Säulen.
</p>

<p>
2 <hi rend="bold">Stadttürme</hi> und Strecke der Mauer. <hi rend="g">Burgruine Nordeck</hi>
(Hennebergisch); zerst. 1525.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STAFFELSTEIN.</hi> OFranken BAmtsstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Der älteste Bestandteil der große, in Quadern ausgeführte <milestone unit='line' n='10'/>
Turm, jetzt nördl. neben dem Chor, ursp. wohl Chor-Turm. 
Sonst Neubau 1481, 1515. Inneres umgestaltet 1730.
Spgot. Hallenbau nach dem besonders in Mittelfranken häufigen
Typus mit erniedrigten Sschiffen; die Hochwand im bar.
Umbau zu Emporen eingerichtet. Die bar. Ausstattung gibt <milestone unit='line' n='15'/>
ein hübsches malerisches Innenbild. &mdash; Neben der Haupttür
<hi rend="g">Rotmarmorrelief</hi> 1484; am Turm ein verwitterter
<hi rend="g">Rittergrabstein</hi> 14. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">S. Annen-Kap.</hi> Schönes geschnitztes Marienbild, aber nicht
»<hi rend="italic">Veit Stoß</hi>.« <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1687, Erdgeschoß mit Quaderecken, über dem Portal
ein an Kaiser Lothar erinnerndes Relief; Obergeschosse Fachwerk.
</p>

<p>
4 <hi rend="bold">Tortürme</hi> 14 Jh. (?).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STAUCHITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> für A. H. v. Lüttichau 1700-1708 von <hi rend="italic">J. R. Petersell</hi>.
15 achsige 2 geschossige Front mit breitem 3 geschossigem 
Mittelrisalit; am flachen Giebel Nachklänge von Renss.-Voluten. 
Sehr stattlicher und tiefer Vorsaal mit doppelläufiger
Treppe. Reihe von Bildnissen. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STAUSEBACH.</hi> RB Cassel Kr. Kirchhain.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 15. Jh. 3sch. Hallenkirche mit gestrecktem, aus
8Eck geschlossenem Chor, beide zu je 3 Jochen. Reiche neubemalte
Netzgwbb. &mdash; Einfache <hi rend="g">Kanzel</hi> etwa E. 15. Jh.
<hi rend="g">Weihwasserstein</hi> spätestgot. 16. Jh. &mdash; Befestigter Kirchhof. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STECKELBERG.</hi> RB Cassel Kr. Schlüchtern.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Im 12. Jh. vorhanden, die erhaltenen Reste anscheinend
16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STEDTEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1745; durch Einheitlichkeit der Anlage und der verhältnismäßig <milestone unit='line' n='40'/>
aufwändigen Ausstattung ein gutes Stilparadigma
 &mdash; <hi rend="bold">Schloß</hi> 1737, einfach.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STEDTEN.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
</p><p>
Rom. <hi rend="bold">Dorf-K.,</hi> das Detail geschmückter als gewöhnlich; got.
überarbeitet. Großer <hi rend="g">Flügelaltar</hi>.
</p>


<pb n='382' id='i389.png'/>

<!-- [P: 382] -->

<p>
<hi rend='ort'>STEDTLINGEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1736, sehr reiche <hi rend="g">Kanzel</hi>. &mdash; Geschnitztes Fachwerkhaus
17.&mdash;18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STEIN.</hi> K. Sachsen AH Zwickau.
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß,</hi> sp. Ma. und Renss., schmucklos, doch als Anlage <milestone unit='line' n='5'/>
bmkw. und wohlerhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STEIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
2 Edelsitze der Herren von Hanstein (das im 14. Jh. genannte
Dorf Steina abgegangen). <hi rend="g">Unterstein</hi> erb. 1544, stattlicher
steinerner Unterbau, Fachwerkobergeschoß. Noch ansehnlicher <milestone unit='line' n='10'/>
angelegt <hi rend="g">Oberstein</hi> 1582, 1594.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STEINACH.</hi> UFranken BA Kissingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> <hi rend="g">Crucifixus</hi>; durch eine in der Seitenwunde
verborgene Urkunde von 1516 als eigene Arbeit <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>
beglaubigt; Holz; mit ausgeprägtem Streben nach <milestone unit='line' n='15'/>
weicher Schönheit in Haltung und Körperform.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STEINAU.</hi> RB Cassel Kr. Schlüchtern.
</p><p>
<hi rend="bold">S. Katharinen-K.</hi> 1481-1511. Unsymmetrisch 2sch. Hallenkirche
mit gestrecktem platt geschlossenem Chor. Turm im
<hi rend='ort'>NO.</hi> &mdash; Geringe Steinfiguren, Reste eines <hi rend="g">h. Grabes</hi>. &mdash; <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
Spgot. <hi rend="g">Kanzel</hi> von Stein.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Erster Bau 1290, jetziger spgot. 16. Jh. 5seitige
Anlage, umgeben von hoher Mauer und trockenem Graben. An
der NWSeite ein 3stöckiger Saalbau, über 30 m lang. Das
Erdgeschoß mit Netzgwb. auf 5 Mittelsäulen. Das 2. Geschoß <milestone unit='line' n='25'/>
enthielt den Bankettsaal (jetzt Heuboden); Reste von
Malerei mit ausschweifenden Liebesszenen. Durch alle 3
Geschosse ein Erkervorbau mit reich profilierten Vorhangbögen
und Fischblasenblenden. Sehr hoher Schloßturm mit
bar. Bedachung. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Amtshaus</hi> 1562 spgot.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1561 spgot. mit ehemals offener Erdgeschoßhalle.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gasthaus zum Schwan</hi> 1620.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Ringmauern</hi> z. T. doppelt und <hi rend="bold">Stadttürme</hi> ziemlich gut erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STEINBACH.</hi> K. Sachsen AH Borna. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1717. Stuckdecke und sonstige tüchtige Bar.Dekoration
&mdash; Stattliches <hi rend="g">Herrenhaus</hi> (v. Pflugk) 1715.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STEINBACH.</hi> UFranken BA Haßfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1770 mit gefälliger Ausstattung der gleichen Zeit.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STEINBACH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von typischer rom. Anlage: 1sch. Lhs., schmälerer
quadr. Chor und 1/2 kr. Apsis, Ausbildung ungewöhnlich fein.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STEINBACH.</hi> UFranken BA Lohr.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1723 von <hi rend="italic">Balthasar Neumann</hi>. Den Typus der kleineren
Neumannkirchen (vgl. Retzbach, Wiesentheid, in großem


<pb n='383' id='i390.png'/>

<!-- [P: 383] -->

Maßstabe St. Paulin in Trier), der dann auch von Neumanns
Schule stark kultiviert wurde, hat auch dieser anmutige Bau:
eingezogenen, 3seitig geschlossenen Chor, 1sch. Lhs. mit einspringendem
WTurm. &mdash; Ausstattung gut. &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi> 
etwas früher als der Bau. Linker <hi rend="g">Seitenaltar</hi> von <milestone unit='line' n='5'/>
<hi rend="italic">Leunenschloss</hi> 1723.&mdash; Silbergetriebenes <hi rend="g">Kruzifix</hi>, Augsburger
Arbeit um Mitte 18. Jh. &mdash; <hi rend="g">Kreuzpartikel</hi>, Silber
vergoldet; um 1730, elegante Augsburger Arbeit, vermutungsweise
nach <hi rend="italic">Neumanns</hi> Entwurf.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Herren von Hutten. Erbaut 1724 ff. (Inschrift) <milestone unit='line' n='10'/>
von <hi rend="italic">Balthasar Neumann</hi>. Der ganz originelle Grundriß
Längsbau, von zwei Querflügeln rechtwinklig durchschnitten,
so daß der Längsflügel noch als Risalit an den Schmalseiten
vortritt, während die inneren Schnittpunkte abgerundet sind,
macht die äußere Erscheinung reich trotz einfacher Behandlung. <milestone unit='line' n='15'/>
Im Innern in der Mitte der 2geschossige, große Saal mit
guten Stuckaturen im Charakter des fr. Rokoko. Reiche
Ahnengalerie.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STEINBACH-HALLENBERG.</hi> KB Cassel Kr. Schmalkalden. <milestone unit='line' n='20'/></p>
<p>
<hi rend="bold">Burgruine Hallenburg</hi>. Bis ins 16. Jh. Sitz einer Linie der
Henneberger. Um 1600 verfallen.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Lhs. 1653, Turm 1698, beide gotisierend. 3geschossige
Empore mit Brüstungsbildern in Grisaille. Opulente
Bar. Kanzel. &mdash; Befestigter Kirchhof, am Tor bez. 1605. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STEINBERG.</hi> OFranken BA Kronach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> angeblich im 15. Jh. aus einer Burg.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STELZEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Gediegener spgot. Bau 1467, mit Benutzung
älterer Teile. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STEPFERSHAUSEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Erweiterungsbau 1702. Eine der stattlicheren Kirchen
dieser Epoche. Gut behandelte 3geschossige Emporen. &mdash;
Die Kirchhofsbefestigung mit Tortüren stand mit dem ehem.
Schloß in Verbindung. &mdash; <hi rend="g">Fachwerkhäuser</hi> 17. und 18. Jh. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STERNBERG.</hi> UFranken BA Königshofen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> (1673) mit guter Fassade. Stattlicher <hi rend="g">Hochaltar</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> um 1660-70, 4flügelig mit 4 quadrat. Ecktürmen
(Schema wie bei dem Aschaffenburger Schloß).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STERPERSDORF.</hi> OFranken BA Höchstadt. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Wallfahrts-Kap.</hi> 1763.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STETTBACH.</hi> UFranken BA Würzburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Zwei männliche <hi rend="g">Holzfigg</hi>. neben dem Hochaltar,
schwache Arbeiten ohne näheren Zusammenhang mit <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>.
</p>


<pb n='384' id='i391.png'/>

<!-- [P: 384] -->

<p>
<hi rend='ort'>STETTEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Wesentlich Umbau 1652. Am Portal sind 2 rom. (?)
Kaptt. wiederbenutzt. Am <hi rend="g">Taufstein</hi> von 1651 Ölgemälde
in Kartuschen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STETTFELD.</hi> UFranken BA Haßfurt. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chorturm 15.-16. Jh., Lhs. 1730, Mobilien aus
gleicher Zeit. &mdash; Chorbg. <hi rend="g">Kruzifix</hi> überlebensgroß, um
1520, bmkw. &mdash; <hi rend="g">Glocke</hi> 1354.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Mühle</hi> A. 17. Jh., eine der reichsten Fachwerkbauten der
Gegend. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STEUDNITZ.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. und spgot. Interessant die rom. Bohlentüren
mit altem Beschlag.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STÖCKACH.</hi> UFranken BA Hofheim.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> um 1730. Im Dorf schönes Fachwerkhaus. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STOCKHEIM.</hi> UFranken BA Mellrichstadt.
</p><p>
Altes <hi rend="bold">Zehnthaus</hi>. Mächtiger Fachwerkbau des 17. Jh.</p>
<p>
Ansehnliche Reste der <hi rend="bold">Dorfbefestigung</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STOLBERG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Martin</hi> 1484, Hallenkirche mit Holzdecke. Schöne <milestone unit='line' n='20'/>
bronzene <hi rend="g">Grabplatte</hi> der Elisabeth von Stolberg, geb.
Gräfin v. Wirttenberg, † 1505, nach allen Kennzeichen eine
Arbeit der <hi rend="italic">Vischer</hi>schen Werkstatt, desgl. die <hi rend="g">Gedenktafel</hi>
für den schon 1488 verstorbenen Theologieprofessor
Rispach mit Schmerzensmann. Großes Wandgrab für den <milestone unit='line' n='25'/>
gegen die Türken 1737 gefallenen Grafen G. F. v. Stolberg.
Handwerkliche Bildnisse von <hi rend="g">Luther</hi> und <hi rend="g">Melanchthon</hi>
1611, besser die <hi rend="g">Pastorenporträts</hi> 1656, 1672.
</p>

<p>
Die <hi rend="bold">alte Münze</hi> (jetzt Konsistorium), stattlicher, reich mit
Schnitzerei gezierter Fachwerkbau 1535. &mdash; <hi rend="bold">Rathaus</hi> 1482, <milestone unit='line' n='30'/>
rest. 1600. &mdash; <hi rend="bold">Schloß,</hi> große Gebäudegruppe, deren östl. Teile
aus 16. Jh., mit stattlichem renss. Portal.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STOLLBERG.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
</p><p>
Von der ma. <hi rend="bold">Höhenburg</hi> ist die Anlage mit Gräben, sowie Teile
des sechseckigen Bergfrieds (Wohnturm) mit Wehrgangresten <milestone unit='line' n='35'/>
erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STOLLBERG.</hi> K. Sachsen AH Chemnitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> Ursp. rom. Anlage (von welcher der Triumphbg.)
umgebaut 1. H. 15. Jh. als regelmäßige 2sch. Hallenkirche,
eingezogener Chor 1 gerades Joch und 5/8 Schluß. Über dem <milestone unit='line' n='40'/>
Chor Dachreiter. &mdash; Spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> mit den 14 Nothelfern.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STOLPEN.</hi> K. Sachsen AH Pirna. 
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1490, durch Umbau 1793 entstellt. &mdash; Veste. Ruine,
einige Teile noch unter Dach. Prächtiges Renss.<reg orig='Eingangs-|tor'>Eingangstor</reg>
<pb n='385' id='i392.png'/>
<!-- [P: 385] -->
nach M. 16. Jh., nicht 1521; dieses Datum (ein sehr
frühes für Renss.Architektur in Deutschland) kommt nur
der Nebenpforte zu. &mdash; <hi rend="g">Kapelle</hi> 1405 und 1440.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STOLZENBURG.</hi> RB Cassel Kr. Schlüchtern
</p><p>
<hi rend="bold">Burgruine,</hi> mit Bergfried, ehem. Besitz der Hutten. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STOLZENHAIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1592. Anlage unverändert ma., Fenster rundbg. &mdash;
Intakte <hi rend="g">Ausstattung</hi> um 1680, recht gut der Altar.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STÖRMTAL.</hi> K. Sachsen AH Leipzig.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, langgestreckter Bau mit eigentümlichem, im Dreipaß <milestone unit='line' n='10'/>
angelegtem OChor und WTurm. Der Chor im Gr. rom., Aufbau
gotisierend 16. und 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STÖSITZ.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
</p><p>
<hi rend="bold">Herrenhaus</hi> 1764-66. Architektur und Ausstattung tüchtige
Leistung von Dresdner Künstlern zweiten Ranges. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STRASSBERG.</hi> K. Sachsen AH Plauen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von 1576, großer 1sch. Bau, tiefe Emporen, 2 Geschosse
spitzbg. Fenster, platter Chor.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STREHLA.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Spgot. Von Interesse die Ausstattung. <hi rend="g">Hochaltar</hi> <milestone unit='line' n='20'/>
1605 von <hi rend="italic">Hans Ditterich</hi> aus Freiberg, großes Auferstehungsrelief, 
am Sockel Abendmahl; die lebensgroßen
Statuen gehören zu den besten der Zeit. <hi rend="g">Kanzel</hi> von 1565,
ein merkwürdiges Werk der Keramik, die farbige Glasur leider
überstrichen; die tragende lebensgroße Mosesstatue mit einem <milestone unit='line' n='25'/>
Rundpfeiler verschmolzen, an Brüstung und Treppengeländer
Reliefs. <hi rend="g">Denkmale</hi> des Hans v. Beschwitz † 1496,
tüchtige vollplastische Standfigur; des Seb. Pflugk † 1557;
des Otto Pflugk † 1568 (wohl von <hi rend="italic">Hans Walther</hi>); der Margarethe
Pflugk † 1573 (<hi rend="italic">Christoph Walther</hi> zugeschrieben); des <milestone unit='line' n='30'/>
Otto Pflugk † 1591, bez. <hi rend="italic">WK</hi>, das Ornament unter niederländischem
Einfluß; des Hans Pflugk † 1618 (Art <hi rend="italic">Ch.
Walthers</hi>). Die zahlreichen Denkmäler des 17. und 18. Jh.
haben geringeres Interesse.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1751, schlicht. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STREITBERG.</hi> OFranken BA Ebermannstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">Burgruine,</hi> umfängliche Anlage, wenig erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STREUFDORF.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Wohl ältestes Exemplar der in diesem Gebiet vorherrschenden
Anlage eines eingezogenen turmtragenden Chors; <milestone unit='line' n='40'/>
noch einige rom. Formen. Um 1500 Verlängerung des Chors.
Das 1sch. Lhs. 1706 erneuert. &mdash; <hi rend="g">Moses-Kanzel</hi> 1650;
<hi rend="g">Taufstein</hi> 16. Jh.; im Chor <hi rend="g">Holzstatuen</hi> des Auferstandenen
und der Kriegsknechte von 1718; <hi rend="g">ikon. Grabst.</hi>
1701, 1716.
</p>


<pb n='386' id='i393.png'/>

<!-- [P: 386] -->

<p>
<hi rend='ort'>STRUPPEN.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Kernbau rom. Das rck. Sch. im 16. Jh. verändert;
bmkw. rom. Portal erhalten; eingezogener quadr. Chor mit
spätestrom. Rippengwb. aus 2. H. 13. Jh. &mdash; Im <hi rend="bold">Pfarrhaus</hi> Reste
eines <hi rend="g">Schnitzaltars</hi> aus E. 15 Jh. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>STRUTH.</hi> RB Cassel Kr. Schmalkalden.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1771. &mdash; <hi rend="g">Dorflinde</hi> mit ummauertem Tanzplatz.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SUHL.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1645 und jünger. Großzügiger Bar.Bau. Ansehnlicher
Bar.Kanzelbau. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kreuz-K.</hi> 1731 f.; Gr. Rck. mit vorgeschobenem Altarhaus;
die äußere Pilastergliederung soll an die kathol. Hof-K. in
Dresden (?) erinnern. Unter Baueinfluß der K. ein Bürgerhaus
mit fein stuckierter Fassade.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß,</hi> gruppiert sich um einen unregelmäßig 4eck. Hof; <milestone unit='line' n='15'/>
Portale und andere Kunstformen mit Inschr. von 1538-1661,
die Substruktionen gehen bis 13. Jh. zurück.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SULZA (DORF).</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> in der Anlage rom.; die sichtbaren Formen wesentlich
15. und 17. Jh. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SULZA (STADT).</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> aus A. 18. Jh., Kanzelbau 1716 von einem italienischen
Stuckator.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SÜLZENBRÜCKEN.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Mischbau rom. bis 18. Jh. &mdash; Bmkw. gesticktes <hi rend="g">Antependium</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
um 1400.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SULZFELD.</hi> UFranken BA Kitzingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> am Chor bez. 1491, Lhs. nachgot. A. 17. Jh., Portal
1710 (der got. Eindruck durch moderne Rest. wahrscheinlich
verstärkt). An der Außenwand mehrere <hi rend="g">Epitaphe</hi>, das <milestone unit='line' n='30'/>
beste 1605. Großer <hi rend="g">Ölberg</hi> im bekannten Schema, 1497
gestiftet vom Schultheißen <!--im orig. kursiv-->Lorenz Götz und zur Erinnerung
an diesen † 1534 eine Bronzetafel.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1609, dank der Gunst des B. Julius sehr üppig für das
winzige Städtchen; wild bewegter Giebelkontur, zwei derb <milestone unit='line' n='35'/>
effektvoll umrahmte Portale.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Heiligenstatuen</hi> an den Häusern ungemein zahlreich und von
verhältnismäßig hoher Qualität.
</p>

<p>
Allerliebst das am Mainufer zwischen Weinbergen steil aufgebaute
<hi rend="bold">Stadtbild</hi> mit manchem stattlichen Treppengiebel <milestone unit='line' n='40'/>
und vielen kleinen, meist zerbröckelten Mauertürmen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SÜLZFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1630-31, befestigter Friedhof mit Portal von 1594.
Mehrere bmkw. <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi>, Datierungen 1612, 1619. &mdash;
<hi rend="bold">Dorflinde</hi> mit alter Steinbank.
</p>


<pb n='387' id='i394.png'/>

<!-- [P: 387] -->

<p>
<hi rend='ort'>SULZHEIM.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> (ehem. Kloster-Ebracher Amtshof). Höchst stattlicher
Bau um 1720 (der Hinweis auf <hi rend="italic">Balth. Neumann</hi> sehr unsicher).
Gestreckter Mittelbau, an den Enden Querflügel vor- und
rückwärts ausspringend. Im Detail Kreuzung bambergischer <milestone unit='line' n='5'/>
und würzburgischer Formen (vgl. einerseits Oberschweppach,
andererseits Untertheres). Schöne Treppenanlage. In den
Zimmern Rok.Tapeten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SULZTAL.</hi> UFranken BA Hammelburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Erb. 1804. Gute, klassizistische Einrichtung von <milestone unit='line' n='10'/>
<hi rend="italic">Bossi</hi> u. a., früher im Kloster Oberzell bei Würzburg.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SYHRA.</hi> K. Sachsen AH Borna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Anlage, im 16. Jh. umgebaut. <hi rend="g">Altarwerk</hi>
(Holz) 1598. Aus demselben Jahr die <hi rend="g">Kanzel</hi> mit Wiederverwendung
der got. Altarfiguren. Mehrere v. Einsiedelsche <milestone unit='line' n='15'/>
<hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Herrenhaus</hi> 1620, Umbau einer ma. Wasserburg.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>SYLBACH.</hi> UFranken BA Haßfurt.
</p><p>
<hi rend="bold">Dorfrathaus</hi> 1598. Allerliebster Fachwerkbau.
</p>

</div>

<div>
<index index="toc" />
<head><title>T</title></head>
<p>
<milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TAL.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> des ehem. <hi rend="bold">Wilhelmitenklst.</hi> A. 14. Jh., rest. E. 15. Jh.,
entstellt. &mdash; Ruine <hi rend="bold">Scharfenberg,</hi> fast nur der runde Bergfried
erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TALBÜRGEL.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Benedikt.-Klst.-K.</hi> Unter den rom. Denkmälern Thüringens
an Wert in vorderster Reihe. Der Stil eine Weiterführung
desjenigen von Paulinzelle. OBau 1142-1150, WBau bis A.
13. Jh. (die frühere Inschr. am Portal 1201 nicht mehr sichtbar).
Lhs. nach 1200 fortgesetzt. &mdash; Der Chor zeigt das Hirsauer <milestone unit='line' n='30'/>
Schema in einer in Deutschland sonst nicht, aber an
Cluniacenser- und frühesten Cistercienserkirchen Burgunds
öfters vorkommenden Modifikation: neben dem Chorquadrat
mit Apsis je <hi rend="g">zwei</hi> Nebenchöre von gleicher Anlage, aber
sukzessive kleiner werdenden Maßen, so daß die ganze Gruppe <milestone unit='line' n='35'/>
der 5 Chöre im Gr. staffelförmig zurückspringt. Um dieser
Anordnung Raum zu geben, sind die Flügel des Qsch. über
das gewöhnliche Maß verlängert. Die Chöre werden gewölbt
gewesen sein; alles übrige flachgedeckt. Eine Krypta war
nicht vorhanden. (Diejenige, die im 15. Jh. nebst einem got. <milestone unit='line' n='40'/>
Chor angebaut wurde, verschwunden.) Die Sschiffe des Lhs.
enden mit Türmen, wie in Paulinzelle beabsichtigt war, doch


<pb n='388' id='i395.png'/>

<!-- [P: 388] -->

nicht, wie dort, das Erdgeschoß in das Schiff einbezogen, sondern
als massive Mauer ausgeführt, nur gegen das Qsch. mit einer
kleineren Doppelarkade geöffnet. Der zwischen diesen OTürmen
liegende Abschnitt des Msch. war gegen die Gemeinde-K. durch
eine Bogenstellung abgeschlossen (Vorform des Lettners). &mdash; Das <milestone unit='line' n='5'/>
Lhs. hat jederseits 6 Pfll. in auffallend dichter Stellung. Ihr Gr.
ist oblong mit 6 Dreiviertelsäulen besetzt, davon 4 an den
Ecken und je 1 unter dem Scheidbogen, wodurch die Gesamtform
einen gestreckten Gr. erhält. Das Profil der Scheidbgg.
im Anschluß an die Pfeilergliederung aus 3 Wulsten und Rücksprüngen <milestone unit='line' n='10'/>
zusammengesetzt. Reich gegliederte Sockel, die
eingebundenen Sll. jede mit eigener Basis und eigenem Würfelkapitellchen, 
einzelne jedoch mit vegetabilischem Schmuck,
welcher ebenso wie die Palmettendekoration des Gurtgesimses
der Nordwand erst nach 1200 ausgeführt sein kann. <milestone unit='line' n='15'/>
Der baugeschichtliche Vorgang ist hier unklar. &mdash; Im W ist dem
Msch. eine 4 m starke Mauermasse vorgelegt, in welche die
Portalnische eingreift; das Gewände abgetreppt und jederseits
mit 4 Sll. besetzt. Die 3sch. Vorhalle mit grätigen Kreuzgewölben. 
Ungemein charaktervolle Gestalt der stämmigen <milestone unit='line' n='20'/>
Sll., die Schäfte stark geschwellt; mächtige Würfelkapitelle
und attische Basen in Eckhülsen. Im W waren Türme nicht
vorhanden. &mdash; Gesamtlänge 72 m. &mdash; Jetzt ist nur das Lhs.
(mit zerstörtem Lichtgaden) als Kirche im Gebrauch, 1860
sehr nüchtern whgest.; OBau und Vorhalle Ruine, südl. <corr sic="Sscb.">Ssch.</corr>
abgetragen, die Klostergebäude bis auf wenige Keller verschwunden.
&mdash; <hi rend="g">Pietas</hi>, Holz, um 1500. &mdash; <hi rend="g">Grabsteine</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
des 16. und 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TALHEIM.</hi> Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> gut erhaltene typisch rom. Anlage. Bruchstein, die
Backsteinteile jünger. Kurzes flachged. Schiff, eingezogener
quadr. Chor und 1/2kr. Apsis, im W rck. Sattelturm. Dies <milestone unit='line' n='30'/>
ergibt eine 4fache von O nach W steigende Höhenabstufung.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TALLEBEN.</hi> Schwarzburg-Rudolstadt LA Frankenhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit sprom. Chorturm. &mdash; <hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> 1541, 1548.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TANN.</hi> RB Cassel Kr. Gersfeld.
</p><p>
<hi rend="bold">Gottesacker-K</hi>. mit großem v. Tannschem <hi rend="g">Epitaph</hi>. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stadttor</hi> 1557 rundbogig mit Flankentürmen, geschweifte
Hauben.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Das Portal mit Tannschem Wappen, bez. 1680.
Brunnen mit bronzenen Delphinen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TANNEBERG.</hi> K. Sachsen AH Meißen. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> E. 15. Jh., im 18. Jh. umgebaut. &mdash; Schönes <hi rend="g">Wandgrabmal</hi>
von <hi rend="italic">Andreas Walther</hi> 1575.
</p>


<pb n='389' id='i396.png'/>

<!-- [P: 389] -->

<p>
<hi rend='ort'>TANNENBERG.</hi> K. Sachsen AH Annaberg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Bmkw. <hi rend="g">Altarwerk</hi>, bez. 1521. Die Gemälde in
der Dekoration schon mit Renss.Motiven, von derselben Hand
wie die Altäre in Einsiedel und Ehrenfriedersdorf.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TANNENBERG.</hi> RB Cassel Kr. Rotenburg <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Burg,</hi> teils Ruine, teils noch unter Dach, der letztere Teil aus
16. und 17. Jh. Dabei 7stöckiger Wohnbau mit ausgekragter
Kapellenapside.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TAUBENHEIM.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor mit Zellengwb. in der Art <hi rend="italic">Arnolds v. Westfalen</hi>. <milestone unit='line' n='10'/>
Rom. Triumphbg. Im Lhs. bemalte Holzdecke ca. 1650. &mdash;
<hi rend="g">Altaraufsatz</hi> aus Sandstein mit 4 Reliefs 1606. Reliefierter 
<hi rend="g">Taufstein</hi> wenig älter.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TAUBENHEIM.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 17. und 18. Jh. &mdash; Reich an <hi rend="g">Grabdenkmälern</hi>. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TAUCHA.</hi> K. Sachsen AH Leipzig.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> stattlich nüchterner Predigtsaal von 1772. &mdash; Beweinung
Christi, lebensgroßes ausdrucksvolles <hi rend="g">Holzschnitzwerk</hi>
des 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TAUTENBURG.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> mit gemalten Flügeln.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloßruine</hi>. Erhalten ein trapezförmiger rom. Turm mit
Zinnenkranz.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TEICHA.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> einfach rom., breiter Turm mit Satteldach. Got. <milestone unit='line' n='25'/>
Sakramentsnische. Spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>, einer von den
besseren. Auf dem Friedhof Grabsteine des 18. Jh., bmkw.
durch Ornamente und Trachten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TEICHWEIDEN.</hi> Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, rom. Anlage, spgot. umgebaut. &mdash; Guter spgot. <milestone unit='line' n='30'/>
<hi rend="g">Schnitzaltar</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TEILHEIM.</hi> UFranken BA Würzburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 18. Jh. mit Chorturm aus M. 13. Jh. Charakteristisches
Beispiel für den Formenkampf der Übergangszeit. &mdash; <hi rend="g">Altäre</hi>
um 1700, auf einem (nördl.) gute lebensgroße <hi rend="g">Holzfig.</hi>, <milestone unit='line' n='35'/>
Madonna, um 1480, das Kind 18. Jh. &mdash; <hi rend="g">Priestergrabstein</hi>
1496. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> um 1525, früheste Renss.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TEISTUNGENBURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Cisterc.-Nonnen-Klst.</hi> Die bestehende Kirche 1724,
Tonnengwb. mit aufgeputzten Rippen, Nonnenempore, <milestone unit='line' n='40'/>
WPortal mit figurengeschmücktem Nischenaufbau. Reste
des Kreuzgangs.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TENNEBERG.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Im 13. Jh. genannt; wesentl. 16.-18. Jh. Mehrere bar.
<hi rend="g">Deckengemälde</hi>.
</p>


<pb n='390' id='i397.png'/>

<!-- [P: 390] -->

<p>
<hi rend='ort'>TENNSTEDT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Langensalza.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Kreuzgewölbter aus 8Eck geschloss. Chor 1418
(Inschr.). Das 3sch. Lhs. nach Brand 1659 mit flachen Holzdecken
hergestellt.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TETTENBORN.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm frgot. E. 13. Jh. Sch. und Chor bezeugen die
Fortdauer des got. Stils noch 1608.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TEUTLEBEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Verhältnismäßig gut erhaltene rom. Anlage; 1sch.;
Chorquadrat mit Turm und 1/2kr. Apsis mit der alten Halbkuppel; <milestone unit='line' n='10'/>
im W eine Empore auf 2 rippenlosen Kreuzgewölben,
der Fußbodenbelag aus Platten mit Tier- und Pflanzen-Ornamenten
in vertiefter Zeichnung. Auch sonstiges rom. Detail.
&mdash; <hi rend="g">Taufstein</hi> 1586, vielleicht nach rom. Muster; prächtige
<hi rend="g">Kanzel</hi> hinter dem Altar A. 18. Jh. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>THALLWITZ.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor um 1440, Schiff 1626. &mdash; Zahlreiche <hi rend="g">Denkmäler</hi>, 
meist der Familie v. Holtzendorff.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> des 16. Jh., modern ausgebaut. Bedeutender <hi rend="g">Park</hi>
in französischer Art 1764. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>THAMSBRÜCK.</hi> Pr. Sachsen Kr. Langensalza.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Sch. 1669. Der got. Turm im O und über dem Altarhaus; 
wohl in Nachwirkung einer rom. Anlage. &mdash; Großes
<hi rend="g">Renss.Epitaph</hi> der Familien v. Berlepsch und v.
Haugwitz. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>THANGELSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. OTurm, in dessen Erdgeschoß der Chor. &mdash;
<hi rend="g">Altarwerk</hi> 1498.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>THARANDT.</hi> K. Sachsen AH Dresden-A.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> charakterlos. In der Sakristei <hi rend="g">Kreuzigungsgruppe</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
um 1500, temperamentvolle Arbeit eines sonst nicht
bekannten Künstlers von selbständiger Physiognomie. Die
darunter angebrachte <hi rend="g">Predella</hi> 17. Jh. Ungewisser Herkunft
das eingemauerte rom. <hi rend="g">Portal</hi>, von nicht gewöhnlicher
Feinheit, um 1220-30. &mdash; Tüchtige <hi rend="g">ikon. Grabsteine</hi> <milestone unit='line' n='35'/>
1634, 1667.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1446 unter Oberleitung <hi rend="italic">Arnolds v. Westfalen</hi> (vgl.
Meißen) umgebaut, jetzt Ruine.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>THEKLA.</hi> K. Sachsen AH Leipzig.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> aus Granitfindlingen, rom. 12. Jh., Chor rck. Bemalte <milestone unit='line' n='40'/>
Bretterdecke 1670, gleichzeitig die Empore mit bemalter
Brüstung. &mdash; Glocke aus 13. Jh. &mdash; Am <hi rend="g">Abendmahlskelch</hi>
der Knauf hervorragende Arbeit des 13. Jh., Fuß
15. Jh., Kuppa neu.
</p>


<pb n='391' id='i398.png'/>

<!-- [P: 391] -->

<p>
<hi rend='ort'>THEMAR.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> beg. 1488; mehrere spätere Umbauten laufen ineinander.
1sch. mit eingezogenem, länglichem, gewölbtem
Achteckchor; daneben Turm. Die 2geschossige Emporenanlage
von 1541 mit hübsch durchgebildeten Einzelheiten. &mdash; Im <milestone unit='line' n='5'/>
Chor 4 spgot. <hi rend="g">Schnitzaltäre</hi> mit gemalten Flügeln, der
älteste der an der SOSeite.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Amtshaus</hi> bez. 1665, ansehnlicher Fachwerkbau. &mdash; <hi rend="bold">Wohnhäuser</hi>
bez. 1601 (Hintere Stadt 170), 1672 (Römhilder Str. 65).
&mdash; <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> 1457. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>THEUMA.</hi> K. Sachsen AH Plauen.
</p><p>
<hi rend="bold">Kirche,</hi> ehem. des Deutschordens. 1sch. Gewölbebau um 1400.
&mdash; Vierflügeliges <hi rend="g">Altarwerk</hi> A. 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>THIERBACH.</hi> K. Sachsen AH Plauen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> in großem befestigtem Kirchhof. &mdash; <hi rend="g">Altar</hi> und <milestone unit='line' n='15'/>
<hi rend="g">Deckenstuck</hi> mit biblischen Darstellungen um 1680.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>THIERSTEIN.</hi> OFranken BA Wunsiedel.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burg.</hi> Umfangreiche Ruine mit hohem Bergfried; zerst. 1553,
rest. 1640, verbrannt 1725.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>THOSSEN.</hi> K. Sachsen AH Plauen. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Vierflügeliges <hi rend="g">Altarwerk</hi> um 1500; über der
Predella die liegende Stifterfigur.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>THRENA.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Anlage. Stattlicher spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>,
wohl aus dem Klst. Eiche. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>THULBA.</hi> UFranken BA Hammelburg.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Nonnen-Klst.</hi> Gegr. 1127. Das Klst. im
Bauernkrieg zerstört. Die rom. Kirche erhalten, stattliche
kreuzf. Pfeiler-Basilika. Im Lhs. ein Teil der Stützen ausgebrochen,
vielleicht urspr. Stützenwechsel. Rest eines <milestone unit='line' n='30'/>
Kreuzganges mit Würfelknaufsäulen. &mdash; Rok. <hi rend="g">Epitaphe</hi>.</p>
<p>
Ehem. <hi rend="bold">Propsteihaus</hi> (jetzt Pfarrhaus) 1701; rest. 1736.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>THÜNGEN.</hi> UFranken BA Karlstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">Protest. K.</hi> Charakterlos verbaut. Thüngensche Grabsteine
18. Jh. 
 <milestone unit='line' n='35'/>
<hi rend="bold">Kath. K.</hi> neu. Auf den neuen Altären bmkw. Reste älterer
Plastik, bez. <hi rend="italic">CB</hi> 1627.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Friedhofs-Kap.</hi> neu an Stelle eines sprom. Baues. Zahlreiche
v. Thüngensche <hi rend="g">Grabsteine</hi> aus dem. 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß,</hi> Mischbau, wesentlich 2. H. 16. Jh. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>THüNGERSHEIM.</hi> UFranken BA Würzburg.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gotisierend 1602, sprom. Turmunterbau. &mdash; <hi rend="g"><reg orig='Tauf-|stein'>Taufstein</reg></hi>
<pb n='392' id='i399.png'/>
<!-- [P: 392] -->
1590. <hi rend="g">Kanzel</hi> 1605. <hi rend="g">Orgel</hi> und <hi rend="g">Chorstühle</hi>
rok. Bürgerliche <hi rend="g">Epitaphe</hi> des 17. Jh. Kirchhofsmauer
mit Gaden. &mdash; 3 einfache Tore 1588, 1609, 1751. Altertümliche
Straßenbilder. Haus no 260 gefälliger spgot. Bau mit ansehnlicher
Zimmerausstattung. An no 188 <hi rend="g">Madonna</hi> um <milestone unit='line' n='5'/>
1520, an no 189 <hi rend="g">Johannes</hi> um 1780. &mdash; Zahlreiche (9)
Bildstöcke 15.-18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Brunnenhaus</hi> mit schöner <hi rend="g">Madonna</hi> von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>THURM.</hi> K. Sachsen AH Glauchau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1729. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> um 1500. <hi rend="g">Kelch</hi> 1571. <milestone unit='line' n='10'/>
<hi rend="g">Grabmal</hi> des Wolf v. Weißenbach, † 1584, von <hi rend="italic">Samuel</hi>
und <hi rend="italic">Uriel Lorentz</hi> aus Freiberg; reicher Aufbau in bedeutenden
Maßen, die lebensgroßen Gestalten des Verstorbenen und seiner
zwei Frauen gut charakterisiert. Farbiger Marmor mit Vergoldung.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>THURNAU.</hi> OFranken BA Kulmbach. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Schlicht rck. Bau um 1700; die ausgezeichnete Deckenstuckatur
von derselben Hand wie in der Ordenskirche in
Bayreuth. &mdash; Großer Kanzelbau, 6 Sll. in perspektivischer
Verkürzung. Kanzel auf 2 lebensgroßen Stuckfiguren, Moses
und Johannes. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Marktbrunnen</hi> mit Neptun um 1700.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Grafen Giech. Ältester Teil, A. 13. Jh., die sog.
Kemenate; Treppen-Turm 1591; schöner Erker 1570. Weiter
westl. einfacher Renss.-Bau 2. H. 16. Jh. Am Haupthof der
Karl-Maximiliansbau und der Hans-Georgenbau 1729-31. <milestone unit='line' n='25'/>
Festungswerke z. T. 2. H. 15. Jh. Die Bildhauerarbeiten an
Erkern, Wappentafeln usw. stehen nahe den Arbeiten an der
Plassenburg.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TIEFENORT.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Wesentl. spgot. Das Innere unterscheidet 7 Bauzeiten. <milestone unit='line' n='30'/>
Eingemauert ein rom. Türsturz in flacher Giebelform.
<hi rend="g">Steinkanzel</hi> 1550, gotisierend. <hi rend="g">Grabst.</hi> des Grafen
Adam v. Bruhlingen, † 1538, in guter fr. Renss. Andere
<hi rend="g">Grabst.</hi> 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TIEFENSEE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Gut erhaltenes Beispiel eines einfacheren adligen
Landsitzes E. 16. oder A. 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TIEFURT.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> aus 15. und 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> ganz bescheidene Anlage von ca. 1760. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TINZ.</hi> Reuß j. L. LA Gera.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Mischbau aus 14.-17. Jh. Bmkw. spgot. Schnitzaltar.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Fürstl. Lustschloß</hi> 1748 ff.
</p>


<pb n='393' id='i400.png'/>

<!-- [P: 393] -->

<p>
<hi rend='ort'>TONNDORF.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> WTurm rom., Lhs. 1494.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Burgruine</hi> mit Resten aus 12. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TORGAU.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Marien</hi> 1484. 3sch. Hallenkirche. Im O Schluß <milestone unit='line' n='5'/>
mit 3 polyg. Apsiden, die mittlere durch einen 2achsigen
Langchor hinausgeschoben. Kreuzgwbb. auf 8eck. Pfll., im
Chor Zellengwb. Doppeltürmige rom. WFront (der STurm
bar. erneuert); im Zwischenbau gekuppelte Schallöffnungen,
deren Sll. sprom. Knospenkaptt. haben. Got. WEingang und <milestone unit='line' n='10'/>
Fensterrosen. Renss. Sakristei. &mdash; Hölzerne <hi rend="g">Kanzel</hi> mit
Evangelisten 1582. <hi rend="g">Taufstein</hi> 1693. Marmorner <hi rend="g">Altaraufsatz</hi>
18. Jh. &mdash; <hi rend="g">Bronzeplatte</hi> der Sophie v.
Mecklenburg † 1503 aus der <hi rend="italic">Vischer</hi>schen Hütte, bez. 1504.
<hi rend="g">Grabst.</hi> der Katharina v. Bora, Dr. M. Luthers Ehefrau <milestone unit='line' n='15'/>
† 1552, halbrundes bemaltes Relief. Zahlreiche <hi rend="g">Epitaphe</hi>
an der Außenwand, darunter das des Baumeisters Konrad
Krebs † 1540. &mdash; <hi rend="g">Triptychon</hi> bez. 1509. &mdash; <hi rend="g">Lutherporträt</hi>
in Papiermasse 16. Jh. &mdash; Bmkw. <hi rend="g">Altargeräte</hi>.
[Ein lange verschollen gewesenes Hauptbild <hi rend="italic">L. <milestone unit='line' n='20'/>
Cranachs</hi> jetzt im Mus. Frankfurt a. M.]
</p>

<p>
<hi rend="bold">Alltags-K.</hi> (Militärmagazin.) Spgot. Hallenkirche von 4
Achsen, verlängerter Chor von 3 Achsen, 3/8 Schluß. Die
Fenster des Lhs. 3teilig mit Vorhangbg. und überschnittenem
Stabwerk, die Chorfenster 2teilig mit rundbg. Maßwerk und <milestone unit='line' n='25'/>
Fischblasen. Im Lhs. Netz-, im Chor Zellengwb. &mdash; <hi rend="g">Grabst.</hi>
1463.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Nikolai-K.</hi> (profaniert) frgot. (?) 3sch. Basilika mit interessanten
Skulpturresten an den Kapitellen. Im W 2 Türme mit renss.
Giebeln und Bischofsmützen. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi> große 3flügelige Anlage, ehemals rein renss., wovon
jetzt noch der SOGiebel und ein prächtiger Erker.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stadtmauer</hi> Bruchstein mit Backsteinzinnen und halbrunden
Wichhäusern.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Privathäuser</hi>: Leipzigerstr. 68 Halle mit Sterngwb.; Breitestr. <milestone unit='line' n='35'/>
354 mit Deckenmalerei am oberen Treppenflur 1556; Renss.Portale
häufig, hervorzuheben Schloßstr. 453.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß Hartenfels</hi>. Spgot. und renss. auf Grundlagen des 13.
und 14. Jh. Für die Erscheinung am wichtigsten die Bauzeiten
1533-44 und 1616-23. Mit seinen vielen teils runden, <milestone unit='line' n='40'/>
teils viereckigen Türmen und hochragenden Mauermassen
gibt das Schloß besonders vom jenseitigen Elbufer eine großartige
Wirkung. Das Innere, das ehemals u. a. <hi rend="italic">Cranach</hi>sche
Wandmalereien aufwies, ist durch die Verwendung als Kaserne
verdorben. Architektonisch am bedeutendsten, eine <reg orig='Haupt-|leistung'>Hauptleistung</reg>
<pb n='394' id='i401.png'/>
<!-- [P: 394] -->
der FrRenss. in Deutschland, ist die Hoffront des
1533-35 von <hi rend="italic">Konrad Krebs</hi> erbauten OFlügels. Langgestreckter
4geschossiger Aufbau mit mäßig großen spgot.
Vorhangfenstern und einem auf mittlerer Höhe balkonartig
vorgekragten Laufgang; von durchschlagender Wirkung als <milestone unit='line' n='5'/>
Vertikalkontrast das aus der Mitte vorspringende Treppenhaus; 
schlichter rck. Unterbau in Höhe des Erdgeschosses
mit Altan und doppelter Freitreppe; darauf die eigentliche
Wendelstiege im Gr. eines 3/8 geschlossenen Kirchenchors;
der Aufbau in Pfll. aufgelöst, zwischen denen die Spirallinien <milestone unit='line' n='10'/>
der Stiege auch nach außen sichtbar gemacht sind; Pilaster
und Brüstungen mit reichstem FrRenss.-Ornament (aus Elbsandstein
von Dresdener Steinmetzen angefertigt); der krönende
Giebel folgt der Krümmung des Gr. Das Ganze die
renaissancemäßige Umsetzung des analogen Motivs am Schloß <milestone unit='line' n='15'/>
zu Meißen; Kenntnis des Schlosses von Blois möglich, doch
nicht notwendig. Ein an die NSeite geschobener Erker von
höchster Pracht und Feinheit der Dekoration und ein aus der
SOEcke aufsteigender schlanker Turm mit offenen Umgängen
vervollständigt durch Brechung der Symmetrie den malerischen <milestone unit='line' n='20'/>
Gesamteindruck. Das Innere enthielt einen das ganze Hauptschloß
einnehmenden Saal von 14 : 70 m. &mdash; Schloßkirche
1543-44 von <hi rend="italic">Nickel Grohmann</hi>. Von Luther persönlich eingeweiht
und tatsächlich »die erste protestantische Kirche«.
Die Anlage erklärt sich aber nicht sowohl aus neuen Forderungen <milestone unit='line' n='25'/>
des protestantischen Gottesdienstes, als aus der
Eigenschaft als Schloßkirche, deren mehrere in dieser Gegend
schon E. 15. Jh. ähnlich ausgestattet waren (Ziesar, Wolmirstädt). 
Die Kirche ist lediglich ein in den NFlügel des Schlosses
eingebauter Saal, gleich den übrigen Teilen 3geschossig, was <milestone unit='line' n='30'/>
im Innern zur Anlage von Doppelemporen führt; dieselben
ruhen auf Flachbögen, die zwischen die einwärts gezogenen
Strebepfll. gespannt sind; die Decke ist eine abgeflachte Tonne
mit Rippennetz. Kein abgesonderter Altarraum. Die Kanzel
am Mittelpfeiler der SSeite. &mdash; Der prachtvolle <hi rend="g">Altaraufsatz</hi> <milestone unit='line' n='35'/>
stammt aus der Schloß-K. zu Dresden; keine Künstlerbezeichnung; 
Art der <hi rend="italic">Walther</hi>. Eine dekorativ vorzügliche
Arbeit die <hi rend="g">Dedikationstafel</hi> mit dem Porträt Luthers
zwischen denen der Prinzen Joh. Wilhelm und Joh. Friedrich,
gegossen 1545 durch <hi rend="italic">Wolf</hi> und <hi rend="italic">Oswald Hilger</hi>. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TRAGNITZ.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Spgot. flachged. Schiff mit verhältnismäßig großem
Chor. Das Innere im 17. Jh. umgestaltet, mit seiner gemalten
Felderdecke, seinen Emporen, Stübchen und Stühlen »wohl
das malerischste in Sachsen«. Der <hi rend="g">Altar</hi> 1659 von


<pb n='395' id='i402.png'/>

<!-- [P: 395] -->

dem Bildhauer <hi rend="italic">V. Otte</hi> und dem Maler <hi rend="italic">J. Richter</hi> (vgl.
Leisnig).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TRAPPSTADT.</hi> UFranken BA Königshofen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> (früher v. Bibra) um 1700. Ein älterer Bau von 1616.
Guter, großfiguriger Ofen. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gleichzeitig mit dem Schloß, mit nicht übler Fassade.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TRAUN.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt a. d. O.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Der rom. Turm östl. über quadr. Altarhaus.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TRAUSTADT.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Zwei gute spgot. <hi rend="g">Holzfiguren</hi> um 1500 im Stil <milestone unit='line' n='10'/>
<hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>. Stattlicher <hi rend="g">Hochaltar</hi> um 1680.
</p>

<p>
Ehem. <hi rend="bold">Schloß</hi> (jetzt Brauerei). Um 1680 unter dem Freih.
Voit-Rieneck. Das Innere verwüstet. Im einstigen Festsaal
bmkw. Reste einer ernst-pompösen Dekoration in Stuck und
Malerei, besonders interessant durch die Zeitstellung, Epoche <milestone unit='line' n='15'/>
der ersten Wiederbelebung der Kunst nach dem 30 jährigen
Kriege.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TRAUTZSCHEN.</hi> K. Sachsen AH Borna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1475. WTurm mit 8eck. Obergeschoß und originellem
Dach (wohl 17. Jh.). &mdash; Bmkw. <hi rend="g">Sandsteinwandgrab</hi> des <milestone unit='line' n='20'/>
Burgold Puster † 1567. &mdash; <hi rend="g">Glocke</hi> mit Reliefbildern bez. 1462.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TREBEN.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um 1450, WTurm A. 13. Jh. &mdash; Große <hi rend="g">Gedenktafel</hi>
für H. v. Bünau 1600.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TREBEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Merseburg. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, spgot. und modern, rom. Apsis des 11.-12. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TREBGAST.</hi> OFranken BA Kulmbach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1740. Für eine ganze Reihe von Dorfkirchen aus der
Zeit des Markgrafen Friedrich typisch und besonders stattlich.
Am breiten, flachgedeckten Sch. eingezogener quadr. Altarraum, <milestone unit='line' n='30'/>
darüber Turm. Da am Chorbg. noch got. Profile vorhanden
sind, wird die Disposition ins hohe Ma. zurückgehen.
Sonst ist die Kirche in schönen Quadern völlig erneuert. An
den Seiten 2 ansehnliche Portale, bmkw. die Profilierung der
Fenstergewände; der Turm 3geschossig, sehr hübsch die Überführung <milestone unit='line' n='35'/>
zuerst in ein ungleichseitiges, dann in ein regelmäßiges
8Eck. Das Innere ganz einheitlich erhalten (nur die moderne
Färbung etwas störend); ringsum tiefe Emporen, schönes
Orgelgehäuse, hervorragend gut stuckierter Plafond, Kronleuchter
mit venezianischem Glas, die Kanzel am Aufbau über <milestone unit='line' n='40'/>
dem Altar zwischen den Standbildern Petri und Pauli. Das
Ganze zwischen Reichtum und Armut in anständiger Mitte,
von gebildetem Geschmack, heiter, reinlich; nicht leicht kann
für den protestantischen Geist im Zeitalter des Rationalismus
ein angemessenerer Ausdruck gedacht werden. &mdash; Reste einer


<pb n='396' id='i403.png'/>

<!-- [P: 396] -->

prächtig skulptierten renss. <hi rend="g">Steinkanzel</hi> in der Holzlege
des Pfarrhauses.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Pfarrhaus</hi> aus der Zeit der K., gediegener Quaderbau.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rochus-Kap.</hi> anscheinend sehr alter Kern, jetzt formlos.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TREBSEN.</hi> K. Sachsen AH Grimma. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß,</hi> 1522 für Hans v. Minckwitz. In bedeutenden Abmessungen. 
Der mittlere Flügel lehnt sich an einen kolossalen
wohl älteren Rundturm; spgot. Giebel; Veränderungen 1783.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TREFFURT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.
</p><p>
<hi rend="bold">S. Bonifazius-K.</hi> Sprom. ca. 1230-50, unter Einfluß von <milestone unit='line' n='10'/>
S. Blasien in Mühlhausen und indirekt von Walkenried. 1sch.
kreuzförmige Anlage in schmuckreicher Ausführung; einfacher
und etwas jünger, schon stark mit got. Elementen durchsetzt
das Chorquadrat und die 3 Apsiden. Chor und Qsch. mit
spitzbg. Rippengwbb., Rippenprofile in geschärfter Rundstab <milestone unit='line' n='15'/>
begleitet von 2 kleinen Kehlen, schlanke Wanddienste mit
Teilungsringen, an den Kapitellen romanisierendes Blatt- und
Knospenwerk; Kleeblattpiscinen in der Art derer von
Walkenried. Das Lhs. jetzt mit Bretterdecke, Qsch. und Lhs.
mit Rundbogenfries, Chor und Apsiden ohne dasselbe. Die <milestone unit='line' n='20'/>
Portalnische am nördl. Kreuzarm zur Gewinnung größerer
Tiefe halb vorgebaut, 3 Rücksprünge mit Säulen, die eckigen
Teile des Gewändes wie der Archivolte mit doppeltem Zickzackstab
besetzt; ein nordwestfranzösisches Motiv; soll man
an einen von dort kommenden Arbeiter denken? Das Tympanon <milestone unit='line' n='25'/>
wird ein Gemälde getragen haben. Der schlichte WBau
hat 1866 einen frei erfundenen Aufsatz erhalten; vorher ein
Fachwerkgeschoß.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Einfacher Renss.Bau mit vortretendem Turm und
Freitreppe. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Burg Normannstein</hi>. Stattliche Ruine; der Rundturm und das
zunächst anstoßende, einst durch eine hölzerne Brücke verbundene
Gebäude 13. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TREISBACH.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> frgot. 1sch., am 6eck. Chor die Ecken mit 1/2säulenförm. <milestone unit='line' n='35'/>
Strebepfll. Kleine Schlitzfenster.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TRENDELBURG.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 2. H. 15. Jh. Unbedeutende Hallenkirche. <hi rend="g">Kanzel</hi>
1633. <hi rend="g">Wandmalerei</hi>, h. Christophorus u. a. Vier <hi rend="g">Grabsteine</hi>
1577-1604. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Burg.</hi> Wohngebäude und 1 Hauptturm von 1456 umgeben
von Gräben und Mauern mit 4 Ecktürmen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TRENNFELD.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> um 1614 umgebaut. <hi rend="g">Epitaphien</hi>; an der Außenseite
H. von Reinstein † 1349, R. v. Gebstetter † 1540 von
<hi rend="italic">P. Dell d. J.</hi>; vom selben Enders v. Bibra † 1553.
</p>


<pb n='397' id='i404.png'/>

<!-- [P: 397] -->

<p>
<hi rend='ort'>TREPPENDORF.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (ehem. Wallfahrt), rck. Chor mit frgot. Kreuzgwb.,
Lhs. spgot. und 1756. &mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi> um 1480.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TREYSA.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Pfarr-K.</hi> (»Totenkirche«). Um 1230-40 sprom. begonnen; <milestone unit='line' n='5'/>
beabsichtigt als Basilika mit flachem Msch. und gewölbten
Sschiffen. Von diesem bis zu halber Höhe ausgeführten
Bau die ungegliederten rundbg. Arkaden (5 Paare)
auf quadrat. Pfll. Etwa 1250 der Stil unter dem Eindruck der
Marburger Elisabeth-K. geändert, doch mit Beibehaltung <milestone unit='line' n='10'/>
des basilikalen Querschnittes. Die rck. Vorlagen der Pfll. als
Bündeldienste umgearbeitet, den Außenwänden Strebepfll.
vorgelegt. Die Fenster der Ssch. blieben rom. rundbg., die
Hochfenster spitzbg. mit ziemlich ungeschicktem Maßwerk.
Einheitlicher der Chor, etwa 1270-80, Quadrat mit 5/8 Schluß. <milestone unit='line' n='15'/>
&mdash; Aus der SSeite der ganz einfachen WFassade steigt der ebenfalls
einfache Turm auf; von Interesse nur die Krönung mit
4 großen Giebeln, ebensoviel diagonal gestellten kleinen und
gemauerten 8eck. Helmen. Im Innern das polychrome System
noch erkennbar. &mdash; Nach dem 1834 begonnenen, dann eingestellten <milestone unit='line' n='20'/>
Abbruch Ruine ohne Gwb. und Dach.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Dominikaner-K.</hi> (jetzt Pfarr-K.). Um 1350. Unsymmetrisch
2sch. Hallenkirche. Der Chor schließt sich dem nördl. Sch. an.
Das Sch. mit 8, der Chor mit 3 Jochen und Schluß aus 8Eck.
Die Formen tunlichst vereinfacht, nur die Portale reicher. <milestone unit='line' n='25'/>
Die abwechselnd 8eck. und runden Schafte ohne Kaptt., die
Scheidbgg. im Profil 1/2 8Eck. Über dem Ssch. standen Giebel
und quergestellte Dächer. Im Winkel zwischen Ssch. und
Chor ein runder Treppen-Turm, der alte Dachreiter zerstört.
&mdash; Ikon. <hi rend="g">Grabstein</hi> des Hermannus de Wildungen, episcopus <milestone unit='line' n='30'/>
[titular.] Scopiensis † 1396, kleinere Nebenfigg. zweier
Geistlichen. &mdash; <hi rend="g">Reliefs</hi> von gebranntem Ton, Stationsbilder,
an den Strebepfl. (15. Jh.). &mdash; Bmkw. die <hi rend="g">Totenleuchte</hi>
am Treppen-Turm, 2. H. 14. Jh. &mdash; <hi rend="g">Orgelbühne</hi>
von Holz bez. 1466. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Spital-K.</hi> zum H. Geist. E. 14. Jh. Rck. mit 3 Kreuzgwbb. und
3/8 Schluß. Das Äußere, ohne Strebepfll., hat in dem an der
SWEcke angebrachten zierlichen 7seitigen Baldachin und dem
über dem steilen WGiebel aufsteigenden steinernen Glockentürmchen
einen eigentümlichen und anziehenden Schmuck. <milestone unit='line' n='40'/>
&mdash; Blende mit dem in Stein gehauenen <hi rend="g">Leichnam
Christi</hi>, schlichte Handwerksarbeit um 1400. &mdash; Bei der
Rest. 1910 wurden an allen Wänden Spuren von figürlicher
<hi rend="g">Malerei</hi> entdeckt.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Steinernes Erdgeschoß mit got. spitzbg. Fries. Die


<pb n='398' id='i405.png'/>

<!-- [P: 398] -->

folgenden Geschosse Fachwerk 1649. Ungeschickt rest. &mdash;
<hi rend="bold">Brunnen</hi> mit kleiner Rolandfig.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stadtmauer</hi> an verschiedenen Stellen in voller Höhe erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TRIEFENSTEIN.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Klst.-K.</hi> (Augustiner Chorherren), gegr. 1102. Jetzige <milestone unit='line' n='5'/>
Kirche erb. 1685 ff., wohl nach dem Risse von <hi rend='italic'>Valentin
Pezani</hi>, von welchem nachweisbar 1696 die Klostergebäude
aufgeführt wurden. Was den stattlichen, aber architektonisch
nicht gehaltvollen Bau wertvoll macht, ist die in den Jahren
um 1780 (die Deckengemälde voll. 1786) hinzugekommene <milestone unit='line' n='10'/>
Ausstattung. Die Stuckaturen von <hi rend='italic'>Augustin Bossi</hi>, ebenso
von ihm die prächtigen Altäre und die Kanzel aus Stuckmarmor. 
Die Altargemälde von <hi rend='italic'>Osw. Onghers</hi> 1694 f. von
der früheren Ausstattung herübergenommen. Die großen
Figg. des Hochaltars, das Tabernakel, ferner das Chorgestühl, <milestone unit='line' n='15'/>
die Orgel und die Beichtstühle in der Richtung <hi rend='italic'>P. A. Wagners</hi>,
die Deckengemälde von <hi rend='italic'>Januarius Zick</hi>. Die Tendenzen des
frühen Klassizismus haben in dieser vortrefflich erhaltenen
Kirche ein Hauptbeispiel. Reduktion der Stuckaturen auf
ein Minimum, Ornamentik und Motive der klassischen Architektur <milestone unit='line' n='20'/>
und architektonische Funktionen vortäuschend; völliger
Parallelismus in der Anordnung, so daß sogar bei der an das
Klst. angebauten Nordseite die nicht vorhandenen Fenster
durch eingesetzte Spiegelscheiben ersetzt sind; sparsame, aber
fein berechnete Anwendung der Farbe im zarten, kühlen <milestone unit='line' n='25'/>
Dreiklang von meergrün, weiß und mattgold.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Klostergebäude,</hi> erbaut 1696 ff., durch <hi rend='italic'>Valentin Pezani</hi>, mit
Verwendung weniger älterer Teile; schmucklos. Jetzt Schloß
des Fürsten von Löwenstein-Wertheim-Freudenberg.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TRIESTEWITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1582. Einheitliche gut erhaltene Barockausstattung,
Gestühl, Empore, Decke reich bemalt. <hi rend="g">Epitaph</hi> 1689, 1704.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TRIMBERG.</hi> UFranken BA Hammelburg.
</p><p>
<hi rend="bold">Burg-Ruine.</hi> Erstmals erwähnt 1018. Stammburg eines altberühmten
Geschlechtes. Baugeschichtlich sind zwei Perioden <milestone unit='line' n='35'/>
deutlich erkennbar. Die Innenburg in der Anlage rom.; jedoch
reichen nur mehr der Bergfried und die ihn einschließende
Schildmauer in das 12. Jh. zurück. Die beiden Palas 17. Jh.
Bering mit Bastionstürmen 15.&mdash;16. Jh. Ähnlichkeit in der
Gesamtanlage mit der Prozeltener Burg. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TROSSENFURT.</hi> UFranken BA Haßfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> sprom. 2. H. 13. Jh. Das Schiff im 18. Jh. verunstaltet, 
gut erhalten der Chorturm mit 1/2rund. Apsis, über
dem Quadrium Rippengwb. auf Eckpfll. mit Würfelkaptt.


<pb n='399' id='i406.png'/>

<!-- [P: 399] -->

schwerer, gediegener Quaderbau. &mdash; Üppige <hi rend="g">Ausstattung</hi>
in ländlichem Geschmack, um 1730-50. Anmutige, sorgfältig
durchgebildete <hi rend="g">Madonna</hi>, um 1500.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TROSTADT.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Prämonstratenser-Nonnen-Klst.</hi> Die Kirche einfaches <milestone unit='line' n='5'/>
Rck., in den unteren Teilen rom., in den oberen spgot., jetzt
zu landwirtschaftlichen Bedürfnissen eingerichtet.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TRUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Schmalkalden.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1744. Emporen mit bibl. Bildern in blau-weiß. &mdash;
<hi rend="g">Kindergrabstein</hi> 1570. Zinnerne <hi rend="g">Weinkanne</hi>, <milestone unit='line' n='10'/>
feine Renss. um 1550.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TÜCHERSFELD.</hi> OFranken BA Pegnitz.
</p><p>
2 <hi rend="bold">Burgen,</hi> geringe Reste.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>TÜCKELHAUSEN.</hi> BFranken BA Ochsenfurt.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Klst.-K.</hi> Gegr. 1138 von Otto v. Bamberg als Prämonstratenserdoppelklst. <milestone unit='line' n='15'/>
1350 mit Karthäusern besetzt. Beschädigung
im Bauernkrieg. Eingreifender Umbau beg. 1613.
Im jetzigen Zustand Kreuzanlage mit 1sch. Lhs. Die rom.
Anlage nicht mehr sicher festzustellen. Rom. Formen, und
zwar schon A. 13. Jh., hauptsächlich an der Außenwand des <milestone unit='line' n='20'/>
platt geschlossenen Chores; das große rom. Fenster wird an
der Rundung von Zacken, gleichsam einem gebogenen Rundbg.-fries, 
umsäumt. Das Qsch. hatte an seiner OWand große Apsiden
(durch Ausgrabung nachgewiesen); seine Flügel im
14. Jh. durch eingezogene Zwischenwände abgesondert und <milestone unit='line' n='25'/>
zweigeschossig geteilt. Die WFassade aus der Juliuszeit, verwandten
Charakters mit Dittelbach. Vor der großen ungegliederten
verputzten Fläche hebt sich das reiche und kraftvolle
Portal in fr. Barockform (bez. 1615) mit großer Wirkung
ab; an den Kanten Diamantquadern. Außerdem geben die <milestone unit='line' n='30'/>
schweren bar. Giebeldekorationen der Außenansicht das Gepräge. 
&mdash; Großer figurenreicher <hi rend="g">Hochaltar</hi> von <hi rend='italic'>Wolfgang
Auwera</hi> nach 1750. <hi rend="g">Kanzel</hi> um 1720 aus S. Barbara in
Würzburg. Bedeutendes <hi rend="g">Chorgestühl</hi> in reicher Rocailledekoration
1746. Schöne <hi rend="g">Monstranz</hi> um 1720. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Klostergebäude.</hi> Der typische Charakter der Karthause
gut erhalten. Der weitläufige Kreuzgang mit 14 abgesonderten
Zellen ist so angelegt, daß die Kirche den WFlügel in der Mitte
durchschneidet. Vor der Kirche das Verwaltungsgebäude.
Der große Hof mit 2 Brunnen von 1715 (polygonale Becken <milestone unit='line' n='40'/>
mit Mittelstatuen) gibt ein charaktervolles Architekturbild.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K. S. Lambert</hi> (profaniert) 1sch. rom. Anlage mit eingezogenem
4eck. Chor. Interessantes rom. Detail.
</p>


<pb n='400' id='i407.png'/>

<!-- [P: 400] -->

</div>

<div>
<index index="toc" />
<head><title>U</title></head>

<p>
<hi rend='ort'>ÜBIGAU.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> langgestrecktes Rck., Anlage frgot., Backsteinrohbau,
Rest. 1681.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ÜBIGAU.</hi> K. Sachsen Dresden-N. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>
<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1724 für Graf v. Flemming. Terrassenunterbau; Kernbau
von 20 : 13,5 m mit wenigen, aber großen Gemächern;
allseitig eine (1726 von <hi rend="italic">Eosander v. Göthe</hi> hinzugefügte) 2geschossige
Pfeiler- und Bogenhalle, deren der ital. Hochrenss.
nahestehende Haltung sich erheblich von der sonst in Dresden <milestone unit='line' n='10'/>
üblichen Bauweise unterscheidet; der Garten in wenigen
großen streng architektonischen Motiven; erhalten nur die
<hi rend="g">Kindergruppen</hi> auf der Brüstungsmauer.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UDER.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.). Auf rom. Grundlage 1608 umgebaut, Portal <milestone unit='line' n='15'/>
1720. Die Emporen an kath. Kirchen der Barockzeit ungewöhnlich. 
Einheitliche ungestörte Barockausstattung. Got.
<hi rend="g">Klappaltar</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UDESTEDT.</hi> Sachsen-Weimar. VB Weimar.
</p><p>
Große <hi rend="bold">Dorf-K.,</hi> wesentlich 16. Jh., der seitlich stehende Turm <milestone unit='line' n='20'/>
um 1380. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> 1520 (in veränderter Anordnung) 
wohl fränkische Arbeit, die bmkw. gemalten Flügel
jünger. &mdash; <hi rend="g">Glasscheiben</hi> 1594.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UHYST.</hi> K. Sachsen AH Bautzen.
</p><p>
Große <hi rend="bold">Dorf-K.</hi> von 1801, gestrecktes 8Eck mit 3facher Holzempore, <milestone unit='line' n='25'/>
Turm an der einen, Sakristei, Kanzelaltar und Orgel
an der anderen Längsseite.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ULBERSDORF.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> <hi rend="g">Altar</hi>, die Gemälde bez. <hi rend="italic">Gottfr. Schaicker</hi> 1685 (Reste
des got. Schnitzaltars auf dem Kirchboden). 9 <hi rend="g">Grabplatten</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
E. 16. bis A. 17. Jh., meist derer v. Hermsdorf.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UMMERSTADT.</hi> Sachsen-Meiningen. Kr. Hildburghausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Das ansehnliche Sch. 1748, spgot. quadr. Chor,
darüber Turm.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gottesacker-K.</hi> rom. Anlage mit OTurm, im 16. und 17. Jh. <milestone unit='line' n='35'/>
umgestaltet. Befestigter Kirchhof.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Marktbrunnen</hi> 1743.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UMPFERSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar. VB Weimar.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> aus 12. Jh. Der Chor-Turm mit gekuppelten Fenstern.
Der Chor frgot. nach O erweitert, platt geschlossen, Staffelgiebel <milestone unit='line' n='40'/>
mit Kruzifix. Lhs, 16. Jh. mit Holztonne.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UNSLEBEN.</hi> UFranken BA Mellrichstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1sch. spgot., älter das quadr. Altarhaus mit 1812
erneuertem Turm. &mdash; 4 adlige <hi rend="g">Epitaphe</hi> 16. Jh.
</p>


<pb n='401' id='i408.png'/>

<!-- [P: 401] -->

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> (Wasseranlage), guter Typus eines fränkischen Reichsrittersitzes,
älteste Bestandteile vielleicht noch rom., wesentlich
jedoch renss. und bar. Einige getäfelte Zimmer mit
ornamentaler Bemalung 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UNTERDÜRRBACH.</hi> UFranken BA Würzburg. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um 1800. Gleichzeitige Ausstattung. Auf dem Hochaltar
bmkw. Kreuzgruppe von <hi rend="italic">Peter Wagner</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UNTERERTHAL.</hi> UFranken BA Hammelburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Im Mauerwerk rom,, 12. Jh.; im 16. Jh. verändert.
Drei Renss.-Epitaphe der Familie von Erthal, einer bez. <hi rend="italic">H R</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
1554. Werke des gleichen Meisters kommen in der Gegend
öfters vor (Thüngen, Windheim, Hammelburg).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UNTERESSFELD.</hi> UFranken BA Königshofen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Für die Gegend bezeichnender Spätbarockbau (1699).
Reiche Fachwerkhäuser und charakteristische <hi rend="bold">Hofanlagen</hi> <milestone unit='line' n='15'/>
mit skulptierten Toren, meist in schwerem Spätbarock.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UNTERGREISSLAU.</hi> Pr. Sachsen Kr. Weißenfels.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, vielleicht zu dem im 13. Jh. erwähnten, dann verschollenen
Nonnenkonvent gehörig. Sprom. Apsis, durch
schlanke Halbsäulen gegliedert, Sockel und Fenstergewände <milestone unit='line' n='20'/>
fein profiliert; desgl. Portal.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UNTERHOHENRIED.</hi> UFranken BA Haßfurt.
</p><p>
<hi rend="bold">Kath. Pfarr-K.</hi> 1816. Zentralbau mit dorisierender Vorhalle
und Giebel.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Prot. Pfarr-K.</hi> 1sch. Bau des 15. Jh., im 18. verändert. &mdash; <milestone unit='line' n='25'/>
Wertvoller <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> A. 16. Jh. <hi rend="g">Glocke</hi> 14. Jh.
Eine <hi rend="g">zweite</hi> 1510.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UNTERLAUTER.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1740, hohe Kirchhofsmauer mit Schießscharten 16. Jh.
</p>

<p>
Ehem. <hi rend="bold">Herrenhaus</hi> mit Wappenstein 1517. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Brunnenhaus</hi> 1510 und 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UNTERLEINACH.</hi> UFranken BA Würzburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Gotisierend A. 17. Jh. &mdash; Hochaltar 1743 von <hi rend="italic">Benedikt
Schlecht</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UNTERLEITERBACH.</hi> OFranken BA Staffelstein. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1439-52, umgebaut im 18. Jh. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> 1590.
Großes <hi rend="g">Grabmal</hi> für L. v. Schaumburg von <hi rend="italic">Hans Werner</hi>
1588. Großer <hi rend="g">Altar</hi> mit Reliefflügeln aus der Nürnberger
Schule um 1500.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UNTERMASSFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Wasserburg</hi> 1538. Starke Ringmauer mit runden Bastionstürmen, 
ähnlich Bibra, einer bez. 1669.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UNTERMERZBACH.</hi> UFranken BA Ebern.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> (ehem. v. Rotenhan) 1534; Umbauten 1604 und im


<pb n='402' id='i409.png'/>

<!-- [P: 402] -->

18. Jh. Große bar. Terrasse (früher anschließend der Garten)
hebt die schon von Natur schöne Lage.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UNTERMHAUS.</hi> Reuß j. L. LA Gera.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> einfach got. M. 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Fürstl. Residenzschloß Osterstein,</hi> einst Grenzveste gegen die <milestone unit='line' n='5'/>
Slawen, der kolossale Bergfried mit 4 m Mauerstärke. Jetzt
wesentl. 1686-1735; die <hi rend="g">Schloß-K.</hi> 1752. Das Äußere,
wie an den übrigen thüringischen Fürstenschlössern der Zeit
(Weimar, Altenburg, Eisenberg, Saalfeld, Weißenfels usw.)
ganz anspruchslos; etwas aufwändiger die Innenräume; bmkw. <milestone unit='line' n='10'/>
Stuckdecken.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UNTER-NEUBRUNN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1490, erweitert 1723.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UNTERPLEICHFELD.</hi> UFranken BA Würzburg. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
Rest eines ehem. Grumbachschen <hi rend="bold">Schlosses.</hi>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UNTERREICHENBACH.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Schon 810 erwähnt; jetziger Bau 1748. &mdash; <hi rend="g">Doppelgrabstein</hi>
zweier Gräfinnen v. Weilnau 1364.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UNTERRISSDORF.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Der Turm, wie in dieser Gegend häufig, ohne
Tür, d. h. zur Verteidigung eingerichtet; durch 2 Rundbgg.
mit dem Sch. verbunden, an den Kämpfern rom. Ornamente,
Seitentür mit rom. Tympanon.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UNTERRÖBLINGEN.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
Beispiel einer größeren rom. <hi rend="bold">Dorf-K.</hi> Sch. rck. mit 3 Fenstern
und 2 Türen; im W niedriger Turm, gegen das Sch. in 2 Arkaden
geöffnet; quadr. Vorchor und 1/2kr. Apsis. &mdash; Eine ähnliche
Kirche in Ober-Röblingen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UNTERSIEMAU.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> spgot. 16. Jh. Die 3geschossigen Emporen 17. Jh.,
Gemälde der Flachdecke (apokalypt. Reiter) 18. Jh. &mdash;
<hi rend="g">Ikon. Grabstein</hi> 1557.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Das obere 2. H. 16. Jh., erhöht 1682; das untere
16. Jh. mit neuklassischem Saal. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Pyramide</hi> zum Gedächtnis der goldenen Hochzeit des Herzogs
Ernst Friedrich 1799.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UNTERSTEINACH.</hi> OFranken BA Stadtsteinach, BA
Bamberg II, BA Bayreuth.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Schiff sprom., netzgewölbt 1506. Turm 1715. Kanzel <milestone unit='line' n='40'/>
und Altar in schöner Schnitzarbeit 1631.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UNTERSUHL.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1615. Merkwürdigerweise ein Rundbau, Altarhaus
in 3/4kreis ausgebaut, innen ringsum Emporen, origineller
Dachhelm.
</p>


<pb n='403' id='i410.png'/>

<!-- [P: 403] -->

<p>
<hi rend='ort'>UNTERTHERES.</hi> UFranken BA Haßfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1730. Flachdecke mit Stuckdekoration. Altäre gegen
1760.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UNTERWEID.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1719. OTurm von alter Anlage. &mdash; Ummauerte <milestone unit='line' n='5'/>
<hi rend="g">Dorflinde</hi>, bez. 1578.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UNTERWEISSBACH.</hi> Schwarzbg.-Rudolst. LA Königsee.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1767. Gut erhaltenes <hi rend="g">Altarwerk</hi>, Saalfelder
Arbeit von 1510.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UNTERWELLENBORN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. E. 12. Jh., nicht allzu stark verändert, das
Innere mit bar. Emporen gefüllt. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> 1512,
die Figuren ungewöhnlich groß.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UNTERWÖLLNITZ.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1743. Bäuerlicher Zentralbau. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UNTERZELL</hi> b. Würzburg s. Zell.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UTENBACH.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von typisch rom. Anlage: Lhs. kurzes Rechteck,
eingezogener quadr. Chor turmtragend, 1/2kr. Apsis. In den
Einzelheiten der ursp. Stilcharakter verwischt. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UTENBACH.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Lhs. und OTurm (jetzt Mitte) mit gutem rom. Detail,
nach dem zu urteilen die Kirche die bedeutendste des Bezirkes
war; übel verunstaltet und verbaut.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>UTTERSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Fritzlar. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor 1520, Sch. 1767. &mdash; 2 <hi rend="g">Sandsteinreliefs</hi>,
S. Georg und Kreuztragung, spätestgot.; das letztere jetzt als
Vorderwand vorn im Altar eingemauert.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ÜTTINGEN.</hi> UFranken BA Marktheidenfeld.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1730 mit beachtenswertem Ölgemälde, bez. <hi rend="italic">J. J. <milestone unit='line' n='30'/>
Siecht</hi> 1621.
</p>

</div>

<div>
<index index="toc" />
<head><title>V</title></head>

<p>
<hi rend='ort'>VACHA.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Vom ma. Bau erhalten der WTurm mit rohem sprom.
Portal und kleinen frgot. Fenstern. Obergeschoß 16. Jh. &mdash;
in der Sakristei 2 <hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi> 1621; sorgfältige
Kostümbilder.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Klst.-K. der Serviten.</hi> Der allein erhaltene Chor um 1400 dient <milestone unit='line' n='40'/>
als Friedhofs-K. &mdash; <hi rend="g">Wandgemälde</hi> E. 15. Jh. (rest.).
<hi rend="g">Rittergrabsteine</hi> v. Mansbach 1483, v. d. Tann 1424.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Haus Widemark,</hi> sehr stattlicher Fachwerkbau auf steinernem
Erdgeschoß, erb. 1613 von <hi rend="italic">Hans Weber</hi> aus Hersfeld in
hessischem Charakter. Die innere Ausstattung z. T. erhalten.


<pb n='404' id='i411.png'/>

<!-- [P: 404] -->

&mdash; Auch sonst mehrere gute <hi rend="bold">Fachwerkhäuser,</hi> namentlich das
ehem. Rathaus. (1878 brannten 64 Wohnhäuser ab.)
</p>

<p>
Der <hi rend="bold">Brunnen</hi> von 1613 mit S. Veitsstatue wird zu den schönsten
in Thüringen gerechnet.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> in beträchtlichen Teilen erhalten. &mdash; In der <milestone unit='line' n='5'/>
Nähe die vorgeschichtliche <hi rend="bold">Burg Oechsen</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>VACHDORF.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> inmitten der Ringmauer einer ehem. Wasserburg.
Kirche nach 1626. Einfache, ansprechende <hi rend="g">Ausstattung</hi>
aus derselben Zeit. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>VARGULA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Langensalza.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einfach got. 1434. Steinerne Moseskanzel 1609.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>VEITHÖCHSHEIM.</hi> UFranken BA Würzburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> von 1690 mit sprom. Turm. <hi rend="g">Ausstattung</hi>
aus der gleichen und der nächstfolgenden Zeit. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Friedhofs-Kap.</hi> einfach rom. 12. Jh., Veränderung 1589. &mdash;
Gute <hi rend="g">Bar. Plastik</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Erste noch bescheidene Anlage für Fürstbischof
v. Dernbach, (1680-82). Der Kavalierbau neben der Kirche
1748. Erweiterung des Schlosses durch Pavillonanbauten 1753, <milestone unit='line' n='20'/>
nach Plänen von <hi rend="italic">Neumann</hi>. Im Treppenhaus bmkw. Skulpturen
von <hi rend="italic">P. Wagner</hi> um 1770. Die hübsche, doch nicht bedeutende
Ausstattung der Zimmer rok. und klassizistisch. &mdash;
Den Ruhm Veithöchsheims machen die ausgedehnten Gartenanlagen
des Fürstbischofs Adam Friedrich von Seinsheim <milestone unit='line' n='25'/>
1763-75 (Leiter, doch kaum Erfinder, der Bauamtmann
<hi rend="italic">Geigel</hi>). Der kleinere ältere Teil liegt in der Achse des Schlosses,
der jüngere seitlich, Verbindung durch Terrassen. &mdash; Die
räumliche Ausdehnung nicht sehr groß (der untere Garten 300m
lang, 200 m breit), viel Wasser als Springbrunnen, Becken und <milestone unit='line' n='30'/>
See, ganz verschwenderisch reich die plastische Dekoration, in
der Veithöchsheim unerreicht ist. Sie verteilt sich auf 3 Künstler
(mit Gehilfen): <hi rend="italic">Auwera</hi>, noch in bar. Tradition (Figg. des
Schloßparterres, Neptun an der nördl. Gartenmauer), <hi rend="italic">Dietz</hi>,
ein leichtsinniger, überbeweglicher Rokokogeist (der sog. <milestone unit='line' n='35'/>
Helikon im großen See, die große Orpheusgruppe mit den
Tieren, die koketten Allegorien in halb idealer, halb modischer
Tracht), <hi rend="italic">P. Wagner</hi>, ein gediegener Vertreter des eigentlichen
Zopfes, d. h. des Überganges vom Rok. zum Klassizismus
(große Ruinenkaskade mit Neptun, Ceres, Saturn). Wagner <milestone unit='line' n='40'/>
arbeitete über 1775 hinaus. &mdash; Obschon der Eindruck der
Vegetation heute ein erheblich anderer, als der gewollte, und
auch die Einteilung nicht ganz intakt ist, bleibt uns der Garten
von Veithöchsheim einer der anschaulichsten Vertreter der
Gartenkunst des 18. Jh., die wir noch haben.
</p>


<pb n='405' id='i412.png'/>

<!-- [P: 405] -->

<p>
<hi rend='ort'>VEITLAHM.</hi> OFranken BA Kulmbach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1597. In origineller Weise gotisierend. Flachged. Lhs.
mit eingebautem Treppen-Turm. &mdash; Gute ikon. <hi rend="g">Grabsteine</hi>
der Herren v. Künsberg 16. und 17. Jh. <hi rend="g">Bronzeepitaph </hi>
1551 gegossen von <hi rend="italic">Kunz Neilich</hi>. &mdash; Befestigter <milestone unit='line' n='5'/>
Kirchhof.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>VEITSBERG.</hi> Sachsen-Weimar VB Neustadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Ältester Bestandteil der OSchluß des nördl. Ssch.,
vielleicht von einem Bau des 11. Jh. (Lehfeldt vermutet Burgkapelle
der Grafen v. Gleisberg) und in diesem Fall der älteste <milestone unit='line' n='10'/>
erhaltene kirchliche Bau im thüringischen Vogtland. Das
Kreuzrippengewölbe unmöglich von 974 (Lehfeldt nach Mothes);
immerhin ist die Konstruktion altertümlich, indem der eine
Diagonalbg. durchgeht (von NO nach SW), der andere in zwei
Armen gegen ihn stößt. &mdash; Die übrigen Teile der K. zeigen <milestone unit='line' n='15'/>
eine verworrene Folge von Erweiterungen und wiederum
Reduktionen: sprom., hochgot., spgot. &mdash; gAltarwerk
um 1480. Außen an den Streben <hi rend="g">Reliefs</hi> aus der Passion
(nach Lehfeldt um 1360, nach Mothes um 1170). &mdash; Got.
<hi rend="g">Wandmalerei</hi> am Triumphbg. und am Chorgwb. &mdash; <milestone unit='line' n='20'/>
<hi rend="g">Glasbilder</hi> in den Chorfenstern nach Lehfeldt um 1210 (?).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>VESSRA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
</p><p>
<hi rend="bold">Kloster-K.</hi> (Prämonstrat.) Ruine. Gegr.1131, Brand 1201 kaum
von umfassend zerstörender Wirkung. Kreuzf. flachged.
Basilika mit strenger Quadratur in den Abmessungen des Gr. <milestone unit='line' n='25'/>
und Triangulatur des Querschnittes. Lhs. 32 : 16 m, 9 Arkaden
auf schlichten quadr. Pfll., am Sockel attisches Profil, am
Kämpfer Schmiege mit Schachbrettmuster. Die Fenster des
südl. Ssch. rundbg. und einfach abgeschrägt, die des nördl.
Ssch. got. erweitert. Der westl. Vierungsbg. auf Kragsteinen. <milestone unit='line' n='30'/>
Gegen N und S sind keine Vierungsbgg. vorhanden. Der
quadr. Vorchor mit 1/2kr. Apsis und die 1/2kr. Nebenapsiden
zerstört, doch in den Fundamenten zu erkennen. Keine Krypta;
(die Gewohnheiten der Prämonstratenser in dieser Hinsicht
dieselben wie die der Hirsauer und später der Cistercienser). <milestone unit='line' n='35'/>
Pfll. und Bgg. in Sandsteinquadern, Mauern in Bruchstein. &mdash;
Der WBau wohl nach dem Brand von 1201. Zwei vierseitige
Türme flankieren die rck. Vorhalle; Kreuzrippengwbb.; Rippenprofil
rck. mit vorgelegtem Plättchen und leicht geschärftem
Rundstab; auf Ecksäulchen mit dekorierten Würfelkapitellen <milestone unit='line' n='40'/>
ruhend. Nach außen öffnet sich die Vorhalle in einer weiten
rundbg. Arkade, in das Schiff führt ein reiches, dreifach abgetrepptes
sprom. Portal. Die Fassade beginnt mit energisch
profiliertem Sockel. Die wagerechte Teilung durch Gesims
und Bogenfries entspricht der Höhenabstufung der Schiffe;


<pb n='406' id='i413.png'/>

<!-- [P: 406] -->

schmälere und breitere Lisenen vollenden die wohlproportionierte,
von keinen Fenstern unterbrochene Flächengliederung.
Hierauf folgt in anderem Material je ein freistehendes Turmgeschoß
mit spitzbg. Blenden und ein Zwischenhaus mit Satteldach,
an der niederen Wand eine rundbg. Arkatur. Die Obergeschosse <milestone unit='line' n='5'/>
aus späterer got. Zeit und in schlechterer Technik.
Am nördl. Qsch. die Begräbniskap. der Grafen v. Henneberg,
gew. 1182; die Bestimmung der analog im S errichteten ist
ungewiß; vielleicht die 1149 gew. Abtkapelle S. Georg? &mdash;
Rom. <hi rend="g">Taufstein</hi>, breite Schale mit säulenartigem Fuß. <milestone unit='line' n='10'/>
&mdash; In der Klostermauer eine <hi rend="g">Torfahrt</hi>; das Gewände
dreifach abgetreppt und mit Sll. ausgestellt, die Bg.Läufe mit
Zickzackornament in rck. Umrahmung; eine daneben befindliche
kleinere Tür vermauert. Die jetzige Schmiede wird als
ehemalige Pförtnerei gedeutet. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>VIERZEHNHEILIGEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, früher Wallfahrt, geräumiger Bau aus M. 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>VIERZEHNHEILIGEN.</hi> OFranken BA Staffelstein.
</p><p>
<hi rend="bold">Wallfahrts-K.</hi> und <hi rend="bold">Cistercienserpropstei</hi>. Beg. 1743 von <hi rend="italic">Balthasar
Neumann</hi>; nach seinem Tode (1753) genau in seinem <milestone unit='line' n='20'/>
Sinne weitergeführt; voll. 1772. &mdash; Die immer weiter ausgreifende
Phantasie des großen Rokokomeisters wagt in
diesem Alterswerk ein Äußerstes. Zwar die Außenansicht
verrät noch nichts Ungewöhnliches; sie scheint einer kreuzförmigen
Basilika zu entsprechen. Aber das Innere ordnet sich <milestone unit='line' n='25'/>
keiner einzigen bekannten Raumkategorie ein. Es ist möglich,
daß <hi rend="italic">Neumann</hi> die erste Anregung von der benachbarten Klosterkirche
Banz empfangen hat; nur erscheint <hi rend="italic">Dientzenhofers</hi> Kühnheit
im Vergleich mit dem, was hier unternommen wurde,
schüchtern. Der erste Anblick läßt das geometrische Prinzip, <milestone unit='line' n='30'/>
nach dem die Gewölbe und ihre Stützen geordnet sein könnten
durchaus im Unklaren. Die Gerade kommt nur vor, wo sie
statisch unvermeidlich ist, d. h. als Senkrechte an Pfeilern
und Säulen; alle zur Grundfläche parallel laufenden Linien
sind Kurven, und zwar Kurven zweiter Ordnung, ebenso die <milestone unit='line' n='35'/>
Gewölblinien. Nach und nach entdeckt man dann folgendes
(vgl. den Gr. bei Dohme und Gurlitt): Auf der M. der Längsachse
steht der Gnadenaltar der vierzehn Nothelfer; über ihm
eine ovale Flachkuppel, von Freipfll. mit vorgesetzten kolossalen
korinth. Sll. getragen; hieran schließt sich nach der <milestone unit='line' n='40'/>
Längsachse im O und W je ein kleineres Oval; wo sie sich mit
dem mittleren tangieren, werden Querachsen gebildet; eine
kürzere, an die Umfassungsmauer des Lhs. reichende im W;
eine längere, auch nach, außen als Qsch. sich geltend machend,
zwischen dem Hauptoval und dem Choroval. Diese Figuren


<pb n='407' id='i414.png'/>

<!-- [P: 407] -->

werden jedoch nur in den Gewölben selbst erkennbar, die
Grundrißstellung der Stützen bringt von ihnen nur Segmente
zur Erscheinung. Sodann gibt es keine zusammenhängenden
Kämpferlinien, da über allen Intervallen Stichkappen in die
Kuppelflächen eingreifen. An den Kreuzungspunkten der <milestone unit='line' n='5'/>
beiden Querräume mit dem Längsraum, wo man sonst eine
zusammenhängende Form oder eine Höhensteigerung zu finden
gewohnt war, fliehen sich hier die Gewölbelinien und sinken
sie ein. Im Sinne der Hochrenss. wäre dies alles barbarische,
antiarchitektonische Willkür; was <hi rend="italic">Neumann</hi> sucht, ist die <milestone unit='line' n='10'/>
Poesie des Geheimnisvollen. Leider hat der Meister in seinem
abstrakt gewordenen Denken durch einige schwere Fehler sein
eigenes Werk gestört. Die ganz entsetzliche Gestalt der Nebenräume, 
in denen man auf der einen Seite gerade Linien, auf
der anderen unverständliche Kurven hat, mag noch hingehen. <milestone unit='line' n='15'/>
Unentrinnbar störend sind aber die Fenstereinschnitte, die
völlig außer Zusammenhang mit dem inneren Rhythmus das
Bild an zahllosen Stellen durchlöchern. Sie sind es auch, die
keinen vollen Genuß an dem für sich sehr harmonischen
Kolorit der prachtvollen Verkleidung mit Marmorstuck aufkommen <milestone unit='line' n='20'/>
lassen. &mdash; Die Frage, ob diese Architektur dem Bar.
oder dem Rok. zuzuzählen sei, ist müßig. Entschiedenen,
programmatischen Rokokocharakter haben aber die Altäre,
soweit sie von <hi rend="italic">Neumann</hi> selbst herrühren, vor allem der zentrale
Gnadenaltar; an ihm ist jeder Anklang an die architektonische <milestone unit='line' n='25'/>
Form vermieden. Nicht ganz so extrem die Seitenaltäre
von <hi rend="italic">J. M. Feichtmayer</hi>. Das Hochaltarblatt und sämtliche
Fresken von <hi rend="italic">Giuseppe Appiani</hi> (mehrere nach dem Brand
1835 erneuert). &mdash; Die Fassade bildet in der Mitte eine vorspringende
Kurve und wird von zwei von unten auf 8eck. <milestone unit='line' n='30'/>
Türmen begleitet; zum Ruhme des Meisters kann sie nicht
beitragen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>VIESELBACH.</hi> Sachsen-Weimar VB Weimar.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich 17. Jh. &mdash; Kanzelbau 2. H. 18. Jh., die
<hi rend="g">Figuren</hi> aus spgot. Altarwerken. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>VITZENBURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> 2. H. 16. Jh. Portal bez. 1574. Verlorene Inschr. von
1587 gab den Baumeisternamen <hi rend="italic">Nickel Delitzscher</hi>. NFlügel
1694. Treppenpavillon 1767. Alle Einzelheiten stark rest.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>VOIGTSBERG.</hi> K Sachsen AH Ölsnitz. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
Große <hi rend="bold">Burg,</hi> im jetzigen Zustande ohne kunstgeschichtliches
Interesse.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>VOLKACH.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
</p><p>
<hi rend="bold">Stadtpfarrk.</hi> 1sch. spgot. Kirche mit polyg. geschl. Chor
(Baubeginn 1413) mit spgot. Netzgewölbe und urspr. 3sch.


<pb n='408' id='i415.png'/>

<!-- [P: 408] -->

Lhs. (um 1474), das im 18. Jh. durch Herausschlagen der Pfll.
und Einziehung einer stuckierten Spiegeldecke 1sch. umgestaltet
wurde. Das Äußere besitzt reiche spgot. Gliederung.
Details in der Art des Meisters <hi rend="italic">Hans Bock</hi> (Dommeister um
1500 in Würzburg), der um 1512 erwähnt wird. Turm nördl. <milestone unit='line' n='5'/>
vom Chor mit Bar.Aufbau (an der Galerie Inschr. 1694) und
Kuppel. &mdash; Einrichtung Rok.; Würzburger Charakter um 1750.
&mdash; Taufstein um 1600 mit Wappen. &mdash; <hi rend="g">Pietas</hi> Gußstein,
südbairischer Import um 1420. &mdash; Reiche Paramente
des 17. und 18. Jh. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">St. Michaels-Kap.</hi> Vor dem Südtor. <hi rend="g">Tympanon</hi> um
1400-1420; Krönung Mariä.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wallfahrts-K.</hi> auf dem Kirchberg. 2. H. 15. Jh., 3sch. geplant,
jetzt 1sch. &mdash; Im Hochaltar <hi rend="g">Pietas</hi> (Gnadenbild); um
1380-1400 mit Resten der alten Fassung. &mdash; <hi rend="g">Rosenkranzmadonna</hi> <milestone unit='line' n='15'/>
um 1500; hervorragende Arbeit, wohl
mit Recht <hi rend="italic">Riemenschneider</hi> zugeschrieben. <hi rend="g">Epitaphe</hi>
16.-17. Jh. Überreste einer lebensgroßen <hi rend="g">Wachsgruppe</hi>,
einen Ritter und dessen Frauen darstellend; erhalten
nur einige Köpfe und der Holzkern. <hi rend="g">Großes Steinkruzifix</hi> <milestone unit='line' n='20'/>
bez. <!--in orig. nicht kursiv--><hi n='0' rend="italic">TK</hi> (<hi n="0" rend="italic">Thomas Kistner</hi>) 1555. &mdash; Am Weg zur
Kirche drei spgot. <hi rend="g">Reliefs</hi>, Stationsbilder (1521). &mdash; 2 <hi rend="g">Glasfenster</hi>
mit Stifterbildern (Schwarzenberg) jetzt im Rathaus, 
um 1450-80.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Renss.Bau mit Freitreppe (1544). <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Amtsgericht.</hi> Guter Renss. Bau um 1600; eine schöne Kassettendecke.
</p>

<p>
Behäbige <hi rend="bold">Bürgerhäuser,</hi> spbar. und rok. &mdash; Eine hervorragende
Leistung des Würzburger Spätbar. Greisingscher Richtung <milestone unit='line' n='30'/> 
das »Schelfenhaus«. Stuckierte Zimmer. Reicher und ansehnlicher, 
großfiguriger, schwarz glasierter Kachelofen um 1700.
</p>

<p>
Von der <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> stehen noch 2 Tore; spgot. in der
Anlage, mit hübschen Renss.Giebeln.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>VOLKENRODE.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha.
</p><p>
<hi rend="bold">Klst.-K.</hi> Beg. 1131, gew. 1150. Teils verfallen, teils dürftig <milestone unit='line' n='35'/>
wieder hergestellt. Ursp. regelmäßige Kreuzbasilika. Quaderbau. 
Hauptapsis erhalten, Nebenapsiden untergegangen.
Am Triumphbogen abgebrochene Pfeilervorlagen (für Triumphkreuz). 
Reste des Kreuzgangs rom. und got.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>VOLKERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Ansehnlicher Bar.Bau, wohl von demselben Meister
wie Geisleden.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>VOLKERSBERG.</hi> U Franken BA Brückenau.
</p><p>
<hi rend="bold">Einsiedelei</hi> von 1113 zum Klst. erweitert 1661.
</p>


<pb n='409' id='i416.png'/>

<!-- [P: 409] -->

<p>
<hi rend='ort'>VÖLKERSHAUSEN.</hi> Sachsen-Weimar VB Dermbach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1731. Typisch protest. Emporensaal, über dem Altar
Kanzel und Orgel.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Frh. v. Stein. 1. H. 18. Jh. Teile der ersten Einrichtung
erhalten. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Oberförsterei</hi> 1613. Mehrere Häuser in geschnitztem Fachwerk.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>VOLKMARITZ.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Im W rom. Turm, türlos gegen das Sch. in 2Rundbgg.
geöffnet, im Obergeschoß gekuppelte rom. Fenster (vgl. Unterröblingen). <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>VOLKMARSEN.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K. S. Maria.</hi> Frgot. 2. H. 13. Jh. Hallenkirche mit
quadr. Chor und vortretendem WTurm. Msch. doppelt so
breit wie die Sschiffe, 3 Joche, starke Rundpfll. mit 4 alten
und 4 kurz ausgekragten jungen Diensten, reiche Laubkaptt. <milestone unit='line' n='15'/>
Die Gurtbgg. rck. mit vorgelegtem Rundstab, Kreuzrippen mit
Birnstab. An der N- und SSeite je ein Portal; das südl. sehr
reich und zierlich, <hi rend="g">Marienstatue</hi> im Tympanon, <hi rend="g">Petrus</hi>
und <hi rend="g">Paulus</hi> unter den Fialen des Wimpergs. Ein drittes
Portal am Turm, im Tympanon <hi rend="g">thronender Heiland</hi>. <milestone unit='line' n='20'/>
Einfache Strebepfll. mit wagerechtem Abschluß zur Aufnahme
der Wasserausgüsse. Der Turm mit spgot. Obergeschoß und
welscher Haube. &mdash; Zwei <hi rend="g">Wandtabernakel</hi>, E. 13.
und E. 14. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Holzhäuser</hi> des 16. und 17. Jh. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stadtmauer</hi> im SO erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>VOLSBACH.</hi> OFranken BA Pegnitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> um 1470. Die Strebepfll. am Chor in reicher Behandlung. 
Innendekoration 1680.
<milestone unit='line' n='30'/>
</p>

</div>

<div>
<index index="toc" />
<head><title>W</title></head>

<p>
<hi rend='ort'>WABERN.</hi> RB Cassel Kr. Fritzlar. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Lustschloß</hi> 1704, im Innern umgebaut ca. 1770 von <hi rend="italic">S. L. Du
Ry</hi> (jetzt Strafanstalt). 3 Gebäude in Hufeisenstellung,
durch Galerien verbunden.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WACHAU.</hi> K. Sachsen Dresden-N.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> ma. Ursprungs, 1689 umgestaltet. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> seit 1730 für Graf Schönfeld. Großartige Vestibül- und
Treppenanlage, sonst von der alten Innendekoration nichts erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WACHSENBURG.</hi> Sachsen-Gotha LA. Gotha.
</p><p>
<hi rend="bold">Burg</hi> (eine der »drei Gleichen«). Nach 1710 zur Festung <reg orig='ein-|gerichtet.'>eingerichtet.</reg>
<pb n='410' id='i417.png'/>
<!-- [P: 410] -->
Die ma. Teile (gekuppeltes rom. Fenster) sehr
entstellt.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WÄCHTERSBACH.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> mit WTurm von 1519.
</p>

<p>
Isenburgisches <hi rend="bold">Schloß,</hi> bedeutende ehem. Wasserburg mit <milestone unit='line' n='5'/>
4 Ecktürmen, von denen 2 erhalten. Aus der 2. Bauperiode
um 1525 die zierlichen Erker am WTurm. Dritter Umbau
um 1650.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WAHLHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Umbau von 1718. Kanzelaltar und umfängliche <milestone unit='line' n='10'/>
Emporen machen den evangel. Charakter in dem sonst kathol.
Kreise sofort kenntlich. Die Decke und alle Holzteile 1775
von dem Schullehrer geschickt ausgemalt. <hi rend="g">Grabsteine</hi>
der Herren von Hanstein.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WAHREN.</hi> K. Sachsen AH Leipzig. <milestone unit='line' n='15'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi>, frgot. Kernbau. <hi rend="g">Taufstein</hi> aus 13. Jh. Hübsches
geschnitztes <hi rend="g">Lesepult</hi> E. 15. Jh. <hi rend="g">Beschläge</hi> der Türflügel, 
naive dörfliche Kunst, könnte ins 13. Jh. hinaufreichen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WAEHRSDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1713. Orgel mit reizendem Rokokoschnitzwerk 1766, <milestone unit='line' n='20'/>
stimmungsvolles Grabmal 1798.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WAISCHENFELD.</hi> OFranken BA Ebermannstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> um 1450. Der Chor 1550 got. erneuert, 1750 die ganze
Kirche überarbeitet.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WAITZENBACH.</hi> UFranken BA Hammelburg. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Malerische Wasseranlage. Hauptbau 1570, die Kuppeltürme
an den Ecken um 1680.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WALBECK.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Gebirgskreis.
</p><p>
<hi rend="bold">Kloster</hi> gegr. 992. Die Kirche fast spurlos verschwunden, ihr
Material wahrscheinlich in das jetzige Schloß verbaut, in dem <milestone unit='line' n='30'/>
der alte Klosterkreuzgang noch erkennbar. <hi rend="g">Rittergrabstein</hi>
mit eingeritzter Fig. um 1300.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WALDAU.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1601 wie Hinternah.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WALDAU.</hi> RB Cassel Kr. Cassel. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Kirchturm</hi> spgot. 16. Jh. Der 8eck. hölzerne Helm von 4 ausgekragten
Ecktürmchen umgeben.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WALDBÜTTELBRUNN.</hi> UFranken BA Würzburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> bar. &mdash; Krönung Mariä, <hi rend="g">Holzgruppe</hi>, um 1500,
nicht aus der Werkstatt <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>, doch ihr verwandt. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WALDENBURG.</hi> K. Sachsen AH Glauchau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> spgot. ursp. 1sch., dann ein zweites Schiff im S angebaut. 
&mdash; <hi rend="g">Wandgrab</hi> des Hugo v. Schönburg † 1566,
vom Dresdner Bildhauer <hi rend="italic">Chr. Walther</hi>, das bedeutendste Werk


<pb n='411' id='i418.png'/>

<!-- [P: 411] -->

dieser Gattung in Sachsen vor dem Auftreten <hi rend="italic">Nossenis</hi> (vgl.
auch Penig).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WALDHEIM.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß-K.</hi> E. 16. Jh. Rck. mit polyg. Schluß. Reiches Netzgwb.
Die Strebepfll. als Halbzylinder ausgebildet. Fenster rundbg. <milestone unit='line' n='5'/>
mit got. Maßwerk. &mdash; <hi rend="g">Altar</hi> 1594 von <hi rend="italic">Joh. Maria Nosseni</hi>,
1716 umgestaltet.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WALDKIRCHEN.</hi> K. Sachsen AH Auerbach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Portal, alte Beschläge.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WALDSTEIN.</hi> OFranken BA Münchberg. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Burgruine.</hi>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WALLDORF.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Kirchhofsbefestigung mit 5 Türmen. Der größte ist
Bergfried der ehem. Burg. Kirche E. 16. Jh. <hi rend="g">Bildnisstein</hi>
der Marschalk v. Ostheim. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Synagoge,</hi> aus einer Scheune umgebaut, Ausstattung 1789. &mdash;
Mehrere sehr ansehnliche <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi>: Schmiede
1592, das »rote Haus« um 1600, Gasthaus zum freien Ritter
(Herrenhaus v. Marschall) 1697.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WALLENBURG</hi> s. Auwallenburg. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WALLENSTEIN.</hi> RB Cassel Kr. Homberg.
</p><p>
<hi rend="bold">Burgruine</hi> mit hohem Rundturm und erheblichen Resten der
Ringmauer.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WALLRODA.</hi> K. Sachsen AH Dresden-N.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> ohne Interesse. &mdash; <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> A. 16. Jh. <milestone unit='line' n='25'/>
<hi rend="g">Taufbecken</hi> aus Sandstein feine renss. Arbeit um 1650.
Die <hi rend="g">Orgel</hi> das erste Werk <hi rend="italic">J. G. Silbermanns</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WALSDORF.</hi> OFranken BA Bayreuth.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Schönes <hi rend="g">Denkmal</hi> des Vizekanzlers Reuß 1599.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WALTERSHAUSEN.</hi> Sachsen-Gotha Amtsstadt. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1723, zentral abgeecktes Quadrat, Emporen über Pfll.
in ellipt. Grundstellung. Turm 1458. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>
A. 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WALTERSHAUSEN.</hi> UFranken BA Königshofen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Erb. um 1540, verändert 1720. Aus 16. Jh. ein Saal <milestone unit='line' n='35'/>
mit bemalter (allegor. Figg.) Holzdecke.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WANDERSLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Erfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Erweiterung eines rom. Baus. &mdash; Spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gasthaus</hi>. Fachwerkbau aus 16. oder 17. Jh. &mdash; <hi rend="bold">Gehöft</hi> mit <milestone unit='line' n='40'/>
Jahreszahlen 1541-1605. &mdash; <hi rend="bold">Burg Gleichen,</hi> ausgedehnte
Ruine mit rom. Kapelle.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WANFRIED.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege.
</p><p>
<hi rend="bold">Rathaus,</hi> früher Landgräfl. Rotenburgsches Schlößchen aus


<pb n='412' id='i419.png'/>

<!-- [P: 412] -->

dem E. d. 17. Jh. Oberstock &mdash; reicher Fachwerkbau; Innenräume
noch mit alten Tapeten usw.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gasthaus</hi> zum Schwan mit reich skulptiertem, jedoch z. T.
zerstörtem großem Steinportal aus dem A. des 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WANGENHEIM.</hi> Sachsen-Gotha LA Waltershausen. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot.; 9 <hi rend="g">Grabsteine</hi> der Familie v. W. (vgl.
Sonneborn).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WARTBURG</hi> b. Eisenach Sachsen Weimar.</p>
<p>
Gegr. höchst wahrscheinlich von Ludwig d. Springer um 1070.
Die ältesten erhaltenen Baulichkeiten stammen erst aus dem <milestone unit='line' n='10'/>
Ende der rom. Epoche. Im 13. und 14. Jh. war die Wartburg
Residenz der Landgrafen von Thüringen und Markgrafen
von Meißen. Im 15. Jh. in Verfall. M. des 16. und A. des 17. Jh.
zu Wohnzwecken whgest. Seit Beginn des 18. Jh. wieder dem
Verfall überlassen. Im Verlaufe des 18. Jh. wurden alle alten <milestone unit='line' n='15'/>
Gebäude abgetragen mit Ausnahme des Landgrafenhauses
und des hinteren Bergfrieds in der Hauptburg, des Ritterhauses
und der Vogtei samt den überdeckten Mauergängen in der Vorburg. 
1838-1867 umfangreiche Restaurierung der erhaltenen
und völlige Neuerbauung vieler der früher abgetragenen Baulichkeiten <milestone unit='line' n='20'/>
unter Großherzog Carl Alexander von Weimar
durch Prof. <hi rend="italic">Hugo v. Ritgen</hi> aus Gießen. Als Ziel schwebte bei
der Wiederherstellung vor, die Wartburg in der Erscheinung
wiedererstehen zu lassen, die sie im 12. Jh. gehabt hatte.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Mittelalterliche Bauten</hi>: 1. <hi rend="g">Das Landgrafenhaus</hi>, <milestone unit='line' n='25'/>
<hi rend="g">Palas</hi>, großes dreigeschossiges Wohngebäude aus Sandstein.
Berühmt als besterhaltener rom. Palasbau auf deutschem
Boden, aber in wesentlichen Teilen und nicht durchweg richtig
restauriert. Die Außenwand steht auf der Ringmauer. Die
Hofseite als Schauseite reich geziert durch Arkadengalerien, <milestone unit='line' n='30'/>
deren Sll. und Kapitelle zu etwa einem Drittel die ursprünglichen
sind. Treppenaufgang modern und falsch rekonstruiert.
Über der Tür rom. Relief, früher in der Vorburg. Die Gestaltung
des Gurtgesimses zwischen 2. und 3. Geschoß läßt
vermuten, daß es ursprünglich Dachgesims war, mithin das <milestone unit='line' n='35'/>
3. Geschoß etwas später hinzugefügt ist. Die SSeite des Palas
im oberen Teile erneuert, mit einem modernen Balkon. Die
OSeite, ursprünglich durchaus nicht als Schauseite gedacht,
bei der Restaurierung wesentlich »verschönert«. Der NGiebel,
das Dach und zwei der großen Rauchschlote erneuert. &mdash; Das <milestone unit='line' n='40'/>
<hi rend="g">Innere</hi>: Im Kellergeschoß einfache, im wesentlichen unveränderte
Räume ohne Zierformen. Im Erdgeschoß 3 Wohnräume, 
der mittlere mit Balkendecke, die durch eine aus
Eisenach übertragene rom. Steinsäule gestützt wird, die
beiden anderen mit je 4 rom. Kreuzgewölben überspannt, die


<pb n='413' id='i420.png'/>

<!-- [P: 413] -->

durch reich verzierte Mittelsäulen getragen werden. Fenster&mdash; 
und Türöffnungen in diesen Räumen meist die ursprünglichen.
Einer derselben, die sog. Kemnate der hl. Elisabeth, neuerdings
mit byzantinisierenden Mosaiken ausgekleidet. &mdash; Wohl
erhaltene Innentreppe, die zum mittleren Geschoß emporführt. <milestone unit='line' n='5'/>
Hier das Landgrafenzimmer mit erneuerter Holzdecke
und erneuerten Arkadenfenstern. Reich verzierte rom. Stützsäule.
Wandgemälde von <hi rend="italic">M. v. Schwind</hi>. Der Sängersaal mit
Holzdecke und zwei alten Stützsäulen. Wandgemälde von
Schwind, den sagenhaften Sängerkrieg darstellend. Anstoßend <milestone unit='line' n='10'/>
die Sängerlaube, zu der Stufen hinanführen, erneuert. Kapelle,
nicht im ursprünglichen Bauplan vorgesehen, wahrscheinlich
von Landgr. Ludwig für seine Gemahlin Elisabeth eingebaut.
Eine reich verzierte rom. Mittelsäule, trägt die Kreuzgewölbe.
Fenster der SSeite mit skulptierten Kaptt. alt. &mdash; Holzkanzel von <milestone unit='line' n='15'/>
1628. Got. Chorstuhl. Viele kleinere ma. Ausstattungsstücke.
&mdash; Elisabethgalerie mit Wandgemälden von <hi rend="italic">M. v. Schwind</hi>.
Wendeltreppe aus dem 19. Jh. führt zum Obergeschoß, das
einen einzigen großen Saal enthält, dessen Ausstattung durchweg
neu ist. Die Arkaden der Zwischenwand sind sämtlich alt, <milestone unit='line' n='20'/>
die der W- und NWand zum Teil. Decke und Dach nach
Ritgens Entwurf rekonstruiert.
</p>

<p>
2. <hi rend="g">Der hintere Bergfried</hi> im Hofe der Hauptburg, got.
Sein hohes Dach wurde 1803 abgetragen und durch einen
Zinnenkranz ersetzt. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
3. <hi rend="g">Ringmauer der Hauptburg</hi> gegen S und W im
Unterbau alt, in den oberen Teilen meist erneuert.
</p>

<p>
4. <hi rend="g">Zisterne im Hofe der Hauptburg</hi>, jetzt ohne
Überdeckung und mit einem ganz irreführenden Zinnenkranze
aus dem 19. Jh. umgeben. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
5. <hi rend="g">Torturm</hi> in der Vorburg, Unterbau rom., Oberbau im
16. Jh. abgetragen bis zur Dachhöhe des aus got. Zeit
stammenden
</p>

<p>
6. <hi rend="g">Ritterhauses</hi>, das aber bei der Restaurierung im
19. Jh. durch romanisierende Arkadenfenster entstellt wurde. <milestone unit='line' n='35'/>
Im Erdgeschoß Wachstube mit got. eisenbeschlagener Tür.
Im 1. Obergeschoß reizvolle Eingangshalle mit spgot. Deckenbemalung.
Gegen S stößt an das Ritterhaus
</p>

<p>
7. <hi rend="g">die Vogtei</hi>, das massive Erdgeschoß aus 15. und 16. Jh.,
der Oberstock aus Fachwerk, mehrfach erneuert. Hier eingebaut <milestone unit='line' n='40'/>
das got. geschnitzte »Pirckheimerstübchen« aus Nürnberg
und die Lutherstube mit got. und Renss. Möbeln, Bildern
von <hi rend="italic">Cranach</hi> usw. An der SSeite der Vogtei got. Holzerker
aus Nürnberg angebaut. 
 
8. <hi rend="g">Der Margarethengang</hi>, ein überdeckter <reg orig='Ver-|bindungsgang'>Verbindungsgang</reg>
<pb n='414' id='i421.png'/>
<!-- [P: 414] -->
auf der westlichen Ringmauer der Vorburg.
</p>

<p>
9. <hi rend="g">Der Elisabethengang</hi>, überdeckter Verbindungsgang
mit angebautem Schützenerker auf der östlichen durchweg
wohlerhaltenen Ringmauer der Vorburg.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Bauten aus der Zeit der Restauration</hi> (1838-1867): Das an <milestone unit='line' n='5'/>
der SSeite des Palas angebaute, massive, in rom. Stile gehaltene
<hi rend="g">Badehaus</hi> an der Stelle eines früheren Fachwerkbaues.
An der WSeite das Gadem (Gästehaus) in Fachwerkstil.
(Der Keller unter diesem Gebäude ist noch mittelalterlich.)
Nördlich an den Palas anstoßend die in rom. Stil ganz massiv <milestone unit='line' n='10'/>
erbaute <hi rend="g">neue Kemenate</hi> mit Wohnräumen für den Hof
(Keller mittelalterlich,), auf drei Seiten um den <hi rend="g">Hauptturm</hi>
herumgebaut, der ungefähr auf den Fundamenten des
alten, ebenfalls quadratisch gewesenen, im 18. Jh.. abgetragenen
Hauptturmes neu errichtet ist. <hi rend="g">Torfahrtshaus</hi>, das <milestone unit='line' n='15'/>
Haupt- und Vorburg scheidet, in rom. Stile gehalten, darüber
ein länglicher Wohnraum, die sog. <hi rend="g">Dirnitzlaube</hi>; endlich
an der WSeite, teils in der Haupt-, teils in der Vorburg
stehend, die Dirnitz, massiv in got. Stil erbaut. Unterbauten
z. T. noch mittelalterlich. Im Erdgeschoß der reichhaltige <milestone unit='line' n='20'/>
<hi rend="g">Rüstsaal</hi>, in den oberen Geschossen Wohnräume für Gäste.
Reich geschnitztes »Schweizerzimmer«, aus dem Schlosse der
Herren v. Salis-Soglio bei Chur, treffliche SpRenss.-Arbeit.
An der N Seite außen rom. Steinrelief: Simson mit dem Löwen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WARZA.</hi> Sachsen-Gotha LA Gotha. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1520 und 1554, in den Zierformen nicht uninteressant.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WASEWITZ.</hi> K. Sachsen AH Grimma.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> kleiner, gut erhaltener rom. Bau wohl noch 12. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WASSERLOSEN.</hi> UFranken BA Hammelburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Zwei virtuose <hi rend="g">Rokokoaltäre</hi> mit Altarblättern <milestone unit='line' n='30'/>
von <hi rend="italic">Nic. Treu</hi>. 1762.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WÄSSERNDORF.</hi> UFranken BA Kitzingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Einheitlich spgot. 1496. &mdash; <hi rend="g">Madonna</hi>, Holz, um
1480. 5 <hi rend="g">Epitaphe</hi> der Schwarzenberg und Seinsheim.
Das älteste und beste Stück die betende Profilfigur des Kilian <milestone unit='line' n='35'/>
v. Seinsheim † 1502, sehr feiner Porträtkopf, die untere Hälfte
der Platte zerschlagen.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> (nach dem Aussterben der Linie Seinsheim-W. im
16. Jh. an die Schwarzenberg). Neubau 1555. 4flügeliger
Wohnbau, Ringmauer mit Türmen. Formen einfachst. Im <milestone unit='line' n='40'/>
Innern eine Reihe von Zimmern im Zustande des 16. Jh.
Fachwerkwände mit farbiger Bemalung.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WASUNGEN.</hi> Sachsen-Meiningen. Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1584, im Charakter einer größeren Dorf-K., 1sch.
mit 3/8 Schluß, spitzbg. maßwerklose Fenster. <reg orig='Inneneinrich-|tung'>Inneneinrichtung</reg>
<pb n='415' id='i422.png'/>
<!-- [P: 415] -->
mit Holztonne und hübsch geschnitzten Emporen E.
17. Jh.
</p>

<p>
An und in der ganz einfachen <hi rend="bold">Friedhofs-Kap.</hi> (mit rom. Mauerresten) 
zahlreiche, durchweg bescheidene Grabsteine.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1533, einer der ältesten und tüchtigsten Fachwerkbauten <milestone unit='line' n='5'/>
des Gebiets. (Einige Veränderungen 1904).
</p>

<p>
<hi rend="bold">Amtshaus</hi> 1606. Auf hohem steinernem Erdgeschoß ein Fachwerk-Obergeschoß 
mit Giebel. Alte Inneneinrichtung. Stattliches
Hoftor in origineller Rustika, bez. 1611.
</p>

<p>
Mehrere <hi rend="bold">Höfe</hi> ritterlicher Familien. Zweifelshof 1576. Marschalksches <milestone unit='line' n='10'/>
Damenstift 1596, im Innern Stuckdecken. Weyenhof
1630, auch hier Stuckdecken in Quadraturwerk. &mdash; Bürgerhäuser
des 17. Jh. in guter Fachwerkarchitektur. &mdash; Reste
der <hi rend="bold">Stadtmauer</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Burgruine Maienluft</hi>. Hoher 4eck. Bergfried in Buckelquadern, <milestone unit='line' n='15'/>
Abschluß rest.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WATZENDORF.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1729, an der Flachdecke Gemälde, Chor spgot. rck.
mit rippenlosem Kreuzgwb.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WECHSELBURG.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß-K.</hi> (früher K. des Augustiner-Klst. Zschillen). Gegr.
1168 von den Wettinern. Das Weihedatum 1184 nicht maßgebend; 
die einheitliche Formengebung weist auf das 2. bis 3.
Jahrzehnt des 13. Jh. &mdash; Eine der spätesten Flachdeckbasiliken,
in der Erscheinung klar und frei. Normaler kreuzf. Gr., 54,3 m l. <milestone unit='line' n='25'/>
Mauern Gneisbruchstein, für die Gliederungen harter Rochlitzer
Sandstein. Im Lhs. 6 Achsen. Die Pfll., auch die der
Vierung mit Ecksäulchen. Aus späteren Zeiten keine Veränderungen
als die spgot. Einwölbung des Lhs. im 15. und
die des Qsch. im 14. Jh. Die WTürme schließen eine nach dem <milestone unit='line' n='30'/>
Schiff sich öffnende Empore ein. Die WWand ohne Eingang;
derselbe ist an die NSeite verlegt; Doppelportal mit 3seitig
offener Vorhalle; die reichen und zierlichen Details enthalten
Erinnerungen an den sog. Königslutterer Stil und noch mehr
an Kreuzgang und Choreingang des Magdeburger Doms. Das <milestone unit='line' n='35'/>
Äußere durchgehend mit fein profilierten Lisenen und reichen
Bogenfriesen belebt; an den Mauerecken feine Rundstäbe;
die Fenster des Chors mit Säulchen im Gewände; über dem
Apsidendach am OGiebel ein Vierpaßfenster. An den Giebeln
des Qsch. Erneuerung der Dächer noch in sprom. Zeit zu erkennen. <milestone unit='line' n='40'/>
Die WTürme nur bis zur Höhe des Schiffs ausgeführt; 
nach dem Kirchenmodell auf dem Grabe des Stifters
zu schließen, wäre auch ein Vierungsturm beabsichtigt gewesen. 
&mdash; Das Innere birgt <hi rend="g">Bildhauerwerke</hi>, die unter
den edelsten Kleinoden deutscher Kunst zu nennen sind. <reg orig='Ein-|heitlich'>Einheitlich</reg>
<pb n='416' id='i423.png'/>
<!-- [P: 416] -->
nach Vollendung der K., also um 1230-35, leider
nicht mehr in ursprünglicher Anordnung. Bis zu den eingreifenden
Veränderungen im J. 1666 lag der Fußboden des
Chors, veranlaßt durch die Krypta, 2,5 m höher als jetzt;
zu ersehen aus der Höhenlage der Arkatur in der Apsis und <milestone unit='line' n='5'/>
der Basen der Ecksäulchen an den Triumphbogenträgern.
Gegen das Qsch. war der Chor durch einen Lettner abgeschlossen. 
Jetzt ist derselbe hinter den Altar, an die Grenze
der Apsis, zurückgeschoben und bei dieser Operation auch
in seiner Zusammensetzung verändert. (In einem Wirtschaftsraum <milestone unit='line' n='10'/>
des Schlosses befinden sich formierte Trümmer, die
über die ursp. Gestalt Aufschluß geben könnten.) Der jetzige
Altartisch vor dem Mittelbogen ist modern. Es liegt nahe,
zu glauben, daß sich unter ihm die Eingangstreppe zur Krypta
befand, während die seitlichen Arkaden zu den Chortreppen <milestone unit='line' n='15'/>
führten. Seine Laubdekoration ist die ursprüngliche; die in
den Zwickeln befindlichen Halbfiguren von Kain und Abel
haben diesen Platz erst bei der letzten Rest. erhalten; vorher
gehörten sie zur Kanzel (Abb. bei Puttrich). Die zweite
Höhenabteilung enthielt unter dem großen Mittelbogen, <milestone unit='line' n='20'/>
jetzt mit modernem Relief ausgestattet, wahrscheinlich die
Kanzel; zu deren beiden Seiten in Wandnischen 4 Gestalten
des Alten Testaments (Daniel und David, Absalom und ein
ungewisser Prophet). Die Gegenstände der Kanzelreliefs sind:
an der Front Christus in der Glorie umgeben von den Evangelistenzeichen <milestone unit='line' n='25'/>
und begleitet von Maria und Johannes d. T.
(»Dusis«); an der linken Schmalseite die eherne Schlange,
an der rechten Isaaks Opferung; die oben genannten Halbfiguren
Abels und Kains sowie zwei Halbfiguren von Engeln
werden schicklich auf die Zwickel der Bögen verteilt, von <milestone unit='line' n='30'/>
denen man die Kanzel getragen denken muß. Die Kanzelbrüstung
hatte ursp. polyg. Gr., so daß die Seitenfelder mit
Maria und Johannes in stumpfem Winkel zurücksprangen.
Mithin Anordnung der 5 Relieftafeln [**Illustration:]. Endlich die
Krönung des ganzen Aufbaues, die kolossale Kreuzigungsgruppe; <milestone unit='line' n='35'/>
die starke Ausbiegung der Hüfte (byzantinisch) und
die Durchbohrung der Füße mit einem einzigen Nagel
eines der frühesten Beispiele; zu Häupten Christi im Dreipaß
der Kreuzesendigung die Halbfigur des Vaters mit der Taube;
zunächst den ausgestreckten Armen, wieder in Dreipässen <milestone unit='line' n='40'/>
(vgl. Halberstadt), zwei über Betrachtung der Wundmale in
Jammer ausbrechende Engel; zu den Füßen Marias eine gekrönte
weibliche Gestalt, zu den Füßen Johannes eine desgl.
männliche, auf die überwundenen Mächte des Judentums
und Heidentums gedeutet; zu den Füßen Christi Adam, der


<pb n='417' id='i424.png'/>

<!-- [P: 417] -->

in einem Kelche das erlösende Blut auffängt. Die Gesamtkomposition
also eine Darstellung der im alten Bunde verheißenen
und antitypisch vorgebildeten, im neuen vollzogenen
Welterlösung. &mdash; An ihrem ursp. Platz zwei als Melchisedek
und Abraham (als Heerführer) vermutete Freistatuen. &mdash; <milestone unit='line' n='5'/>
Die Kreuzigungsgruppe aus Eichenholz, in den Figuren etwas
mehr als lebensgroß; alles übrige Bildwerk aus dem grobkörnigen
und harten Rochlitzer Stein; Bemalungsspuren bis
zur letzten Rest. gut sichtbar. Der Stil eine freie Verarbeitung
byzantinischer Anregungen, den Freiberger Skulpturen in den <milestone unit='line' n='10'/>
Voraussetzungen verwandt, aber ohne direkte Beziehung zu
ihnen. In der Ausführung am vollkommensten ist die Kreuzigungsgruppe; 
feierliche Ruhe der Linien, Reinheit des Formgefühls, 
Mäßigung und Verinnerlichung des Pathos und im
Zusammenklang aller dieser Eigenschaften eine Monumentalität, <milestone unit='line' n='15'/>
die für die deutsche Kunst damals eine neue Offenbarung
war. In der Behandlung erinnert noch einiges an die
Traditionen der Kleinkunst; es weist zurück auf das, was
zu überwinden nötig gewesen war. Von anderer Hand die in
Stein ausgeführten Stücke; besonders die Kanzelreliefs mehr <milestone unit='line' n='20'/>
realistisch, voll Größe, schwierigen Aufgaben der Verkürzung
gewachsen. &mdash; Ungefähr derselben Zeit, doch in der Qualität
nicht auf gleicher Höhe das <hi rend="g">Grab der Stifter</hi>, des
Grafen Dedo von Wettin und seiner Gemahlin Mechthildis;
lebensgroße Gestalten, auf der Tumba ruhend. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WECHTERSWINKEL.</hi> UFranken BA Mellrichstadt.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold"><sic>Cisterc. Nonnen-Klst.</sic></hi>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Gew. 1179, z. T. abgebrochen 1895. Ursp. 3sch.
rom. Basilika, nur ein Teil des Lhs. und die Apsis erhalten,
auch der Nonnenchor abgerissen. Breite 19,7, Länge 18,3 m. <milestone unit='line' n='30'/>
4 Arkaden auf einfachen rom. Pfll. und glatten Rundbgg.
Soweit im Stil zu 1179 passend. Jünger das einfache WPortal
mit Rundbogentür und kleinem rom. Crucifixus. &mdash; <hi rend="g">Barockaltar</hi>
aus Kloster Bildhausen. Kleine Predella mit Bild
einer Äbtissin 1558. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Propstei</hi> von 1792. Mit schönem Treppenhaus.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WEESENSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Pirna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> auf hohem Felsen über der Müglitz. Erste Anlage angeblich
von König Heinrich I. Von A. 15. bis E. 18. Jh. im
Besitz der Bünau. Aufbau, dem Felsen folgend, in 8 Stockwerken, <milestone unit='line' n='40'/>
die unteren die jüngsten, so daß die Kellereien im 5.,
die Ställe im 3. Stockwerk liegen. Die Vorburg auf einem
durch Brücke verbundenen zweiten Felsplateau. Im sog.
Mönchsboden <hi rend="g">Wandmalereien</hi> der frühesten Renss.
Einrichtung der Schloßkirche 1738-41. Der »steinerne Saal«


<pb n='418' id='i425.png'/>

<!-- [P: 418] -->

16. Jh. Schmuckreiches Hauptportal 1575. Aus A. 18. Jh.
Stuckdecken, Ledertapeten, bmkw. Möbel. Im Gartenflügel
gute klassizist. Ausstattung. <hi rend="g">Porträts</hi> von Rotari,
Mengs, Graff, Vogel, Leypoldt, Torelli. &mdash; Oben im Walde
Jagdschlößchen mit prachtvollen <hi rend="g">Rok.-Öfen</hi>. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WEHNDE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Worbis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1670 gotisierender Barock.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WEHRDA.</hi> RB Cassel Kr. Hünfeld.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> An den got. OTurm 1567 ein rck. Schiff angebaut,
der Turm wehrbar. Viele Grabsteine 16-18. Jh. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WEHRDA.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit wehrbarem WTurm (ca. 1490) auf befestigtem
Kirchhof. &mdash; Spgot. <hi rend="g">Schnitzaltar</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WEHRSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> OHälfte 1475, WHälfte jünger. Rck. mit 6 Kreuzgwbb. <milestone unit='line' n='15'/>
auf Laubkragsteinen, polyg. Schluß. Hübscher Dachreiter.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WEIDA.</hi> Sachsen-Weimar Kr. Neustadt a. d. O.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> (ehem. Franziskaner); 1sch. got. Bau mit 3/8 Schluß;
im 16. Jh. ein südl. Ssch. angebaut; turmlos; das WPortal
in einfachen frgot. Formen. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> und andere Ausstattungsstücke <milestone unit='line' n='20'/>
1646 ff. Tüchtiges lebensgroßes <hi rend="g">Kruzifix</hi>
1680.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Friedhof</hi>. Portal 1580. Kanzel, interessanter kleiner Freibau
von 1608.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Peters-K.</hi> Ruine mit großem rom. Turm. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wieden-K.</hi> Ruine; Lhs. und doppeltürmiger WBau rom. Um
M. 14. Jh. begonnen mit dem Chor ein Neubau, der nicht beendet
wurde; ausgezeichnete Leistung der in diesem Teile
Deutschlands wenig vertretenen Hochgotik. Der Chor schließt
mit 5 Seiten des 8Ecks, Maßwerk und Laubwerk von bester <milestone unit='line' n='30'/>
Zeichnung. &mdash; In der WVorhalle Spuren von Wandmalerei
(13. Jh.?).
</p>

<p>
<hi rend="bold">Nonnenklst.-K.</hi>, aus E. 12. Jh. und E. 14. Jh., sehr verbaut,
später städt. Kornhaus.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1580, rest. nach Brand 1687, denen zu Altenburg <milestone unit='line' n='35'/>
und Gera verwandt.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß Osterburg</hi>; eine noch immer bedeutende Baugruppe,
wenn auch nicht mehr so reich wie auf der Ansicht Merians.
Großer runder Bergfried; der erste, ca. 30 m hohe Absatz
2. H. 12. Jh.; der zweite Absatz, 22 m hoch, von kleinerem <milestone unit='line' n='40'/>
Radius, und die beiden Zinnenkränze aus dem späten Ma.
Die Wohngebäude im 16. und 17. Jh. um- und ausgebaut,
ihrer Zwerchhäuser und sonstigen Schmuckes großenteils
beraubt. In der Kap. rom. Bündelpfll., ähnlich denen im Klst.
Mildenfurt.
</p>


<pb n='419' id='i426.png'/>

<!-- [P: 419] -->

<p>
<hi rend='ort'>WEIDELSBURG.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Noch ziemlich viel erhalten, 14.-16. Jh. 2 große
Wohngebäude, umgeben von Mauern mit 9 halbrunden
Türmen und tiefem Graben.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WEIKERSGRÜBEN.</hi> UFranken BA Gemünden. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Guter spgot. <hi rend="g">Flügelaltar</hi> um 1490. &mdash; <hi rend="g">Holzfigur</hi>
St. Nikolaus, würzburgisch um 1500.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WEILAR.</hi> Sachsen-Weimar VB Eisenach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einheitlich 1740. &mdash; Hübscher Rok.Kanzelaltar,
mit der Orgelempore verbunden. Im Herrschaftsstand <milestone unit='line' n='10'/>
mehrere <hi rend="g">Flügelgemälde</hi> E. 15. Jh. (in diesem Gebiet
selten).
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> (v. Boineburg) M. 18. Jh. Ausstattung aus dieser und
der Folgezeit. Gemälde- und Waffensammlung.
</p>

<p>
Auf dem Beyer vorgeschichtliche <hi rend="bold">Wallburg</hi>. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WEIMAR.</hi> Kr. Cassel-Land.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Mauern im W frrom., nach O sprom. erweitert, Gwbb.
spgot. &mdash; Steinkanzel spgot., Empore renss.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WEIMAR.</hi> Hauptstadt von Sachsen-Weimar.
</p><p>
<hi rend="bold">Haupt-</hi> und <hi rend="bold">Stadt-K.</hi> Spgot. Halle. Beg. 1498, umgebaut <milestone unit='line' n='20'/>
1735. &mdash; Großer Reichtum an <hi rend="g">Grabmälern</hi> (im Inv.
werden ihrer 49 beschrieben). Darunter 6 große Wandgräber:
1) für Herzog Joh. Wilhelm † 1573; Triumphbogen in den
Formen italienischer Hochrenss. mit einzelnen nordisch-barocken
Zügen; &mdash; 2) für Herzog Johann III. † 1605 und Gemahlin <milestone unit='line' n='25'/>
von <hi rend="italic">L. Tüttich</hi> und <hi rend="italic">H. Hünefeld</hi> aus Leipzig; die
Triumphbogenform klar durchgeführt, die Einzelheiten sehr
barock; in der Hauptnische die Ölbergsgruppe; &mdash; 3) für die
Kurfürstin Agnes † 1555, reliefierte Wandtafel auf hohem
Fuß; &mdash; 4) für Friedrich Wilhelm I. † 1602; der Herzog und die <milestone unit='line' n='30'/>
Herzogin Freifiguren, kniend vor dem Kruzifix; dieses Hauptfeld
flankiert von gekuppelten korinth. Sll. mit verkröpftem
Gebälk; an dem hohen Sockel und der Attika Relieftafeln; &mdash;
5) für Johann Friedrich III. † 1565; das Motiv ähnlich dem
Epitaph der Kurfürstin Agnes; &mdash; 6) für die Herzogin Dorothea <milestone unit='line' n='35'/>
Susanna, Witwe Joh. Wilhelms, † 1592; geteilt durch 4 jonische
Pilaster, vor welchen 4 jonische Freisäulen; die Verstorbene
dreimal, als Kind, Braut und Witwe (oder mit zwei
Töchtern?); Alabaster, roter Marmor und Schiefer. Unter
den Grabplatten am meisten bmkw.: 7) Kurfürstin Margarethe <milestone unit='line' n='40'/>
† 1521; Bronzeguß aus der Werkstatt <hi rend="italic">P. Vischers</hi>,
flaches Bildnisrelief, Umrahmung durch einen Kleeblattbg.
mit leichter Andeutung von Maßwerk; am Rande der Platte
die Umschrift in got. Minuskeln mit einer schmalen Bordüre
von renss. Ornament; &mdash; 8) Lucas Cranach »pictor celerrimus


<pb n='420' id='i427.png'/>

<!-- [P: 420] -->

et consul Witebergensis« † 1553; Sandstein; die Porträtfigur
künstlerisch von mäßigem Wert; &mdash; 9) Herzog Wilhelm
d. Tapfere † 1482; Bronze; die Zeichnung in kühnen derben
Umrissen vertieft geschnitten; der Herzog im freien Raume
stehend, halb links gewendet; &mdash; 10) Joh. Friedrich d. Großmütige <milestone unit='line' n='5'/>
und Gemahlin, beide † 1554; zwei Tafeln aus Bronze
auf steinernem Sockel; nur mit Wappen und Inschriften;
Umschließung durch ein schönes eisernes Gitter; Entwurf des
Ganzen vom Maler <hi rend="italic">Peter</hi> [<hi rend="italic">Gothland</hi>], die Bronzeplatten vom
Bildhauer <hi rend="italic">Hermann</hi> in Erfurt und dem Büchsengießer <hi rend="italic">Jacob <milestone unit='line' n='10'/>
Schlaf</hi> in Eisleben; &mdash; 11) Kurfürstin Agnes † 1555 (zusammengehörig
mit dem Epitaph No. 3); Bronzeplatte, bloß ornamental
behandelt, in der Mitte das große Wappen in stärkerem
Relief. &mdash; <hi rend="g">Altartriptychon</hi> von <hi rend="italic">L. Cranach</hi>;
des Meisters letztes Werk, in dem seine lange verwahrloste <milestone unit='line' n='15'/>
Kunst sich noch einmal hebt; bez. 1552, ein Jahr vor seinem
Tode, vollendet von seinem Sohn 1555; auf dem Hauptbilde
in der Mitte Christus am Kreuz; links der Auferstandene als
Sieger über Tod und Teufel; rechts die Porträtgestalten
Luthers und Cranachs, von Johannes dem Täufer auf das <milestone unit='line' n='20'/>
Kreuz hingewiesen; auf den Flügeln Porträts der kurfürstlichen
Familie; auf den Außenseiten Christi Taufe und Himmelfahrt.
&mdash; Drei <hi rend="g">Lutherbildnisse</hi> zu einem Triptychon
zusammengestellt, das linke bmkw. Original von <hi rend="italic">Veit Thim</hi>,
die beiden anderen Kopien nach <hi rend="italic">Cranach</hi>. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Residenzschloß</hi>. Die seit 1651 von <hi rend="italic">Moritz Richter</hi> erbaute
Wilhelmsburg hatte einen ähnlich unbewegt mäßigen und
düsteren Charakter wie der Friedenstein in Gotha. Nach Brand
1774 unter <hi rend="italic">Goethes</hi> Leitung Um- und Neubau (bis 1803).
Architekten: <hi rend="italic">Steiner</hi>, <hi rend="italic">Ahrens</hi>, <hi rend="italic">Thouret</hi>, <hi rend="italic">Genz</hi>. Drei Flügel <milestone unit='line' n='30'/>
umgeben einen rck. Hof, der an der vierten Seite frei bleibt;
mäßig gegliedert; Formen nüchtern neuklassisch. Vor der
SWEcke einige von dem älteren Schloß gerettete Baulichkeiten: 
der Schloßturm, im Unterbau von 1439, in den Obergeschossen
E. 18. Jh.; die »Bastille« mit großem renss. Tor <milestone unit='line' n='35'/>
um 1550, Säulenhalle an der Parkseite aus 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rotes Schloß,</hi> 1574 als Witwensitz der Herzogin Susanna erbaut; 
der Erker beraubt und sonst einfach.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gelbes Schloß,</hi> im selben Gebäudekomplex wie das vorige;
1702. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Grünes Schloß</hi> (jetzt Bibliothek), in ursp. reicher, an den
Schauseiten durchaus bemalter Renss.; 1760 und 1803 das
Äußere vereinfachend umgebaut, das Innere rok.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wittumspalais</hi>, erb. nach 1750 in bescheidenen Formen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stadthaus</hi> 1526-1547. &mdash; <hi rend="bold">Haus</hi> der Familie <hi rend="g">v. <reg orig='Lützel-|burg'>Lützelburg</reg></hi>
<pb n='421' id='i428.png'/>
<!-- [P: 421] -->
(jetzt Staatsanwaltschaft) 1568. &mdash; <hi rend="bold">Cranachhaus</hi> am
Markt (von C. bewohnt 1552-53), wesentlich E. 16. Jh. &mdash; 
<hi rend="bold">Haus Herderplatz No.</hi> 16, ehemals dem Deutschorden gehörig,
1566, Renss. strengerer Richtung. &mdash; Das <hi rend="bold">Goethe-</hi> und das
<hi rend="bold">Schillerhaus</hi>; neben ihrem Erinnerungswert als Typen des vornehmeren <milestone unit='line' n='5'/>
und des bescheideneren mitteldeutschen Bürgerhauses
am E. 18. Jh. nicht uninteressant. &mdash; Ein ähnliches
Doppelinteresse bietet der <hi rend="g">Park</hi> mit seinen Ziergebäuden
aus Goethes Zeit.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WEISCHWITZ.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Saalfeld. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> wesentlich 1792. &mdash; Drei Figuren von einem <hi rend="g">Altarwerk</hi>
um 1500 »zu den vorzüglichsten Erzeugnissen der
Saalfelder Werkstatt zu rechnen«.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WEISMAIN.</hi> OFranken BA Lichtenfels.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Spgot. Alt nur der Chor; das Lhs. (Halle) erneuert; <milestone unit='line' n='15'/>
genauere Anhaltspunkte für die ursp. Gestalt waren nicht
mehr zu finden.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1634. &mdash; Gut erhaltenes Torhaus mit Turm.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WEISSENBERG.</hi> K. Sachsen AH Löbau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Stattlicher <hi rend="g">Altar</hi> 1666. &mdash; Lange Reihe v. Gersdorfscher <milestone unit='line' n='20'/>
<hi rend="italic">Grabsteine</hi> 16.-18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi> nach Brand 1787, ältere Teile benützend.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WEISSENBORN.</hi> K. Sachsen AH Freiberg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> ohne ausgeprägten Stil. &mdash; Stattliches <hi rend="g">Epitaph</hi>
des Adolf v. Hartitzsch bez. 1612, in der Art der gleichzeitigen <milestone unit='line' n='25'/>
Arbeiten in Sayda und Lauenstein. &mdash; 3 ikon. <hi rend="g">Grabsteine</hi>
derselben Familie 1557, 1632, 1664. &mdash; Schloßruine.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WEISSENBORN.</hi> K. Sachsen AH Zwickau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 14. Jh., umgearbeitet 1430 und 1552. &mdash; <hi rend="g">Selbdritt</hi>,
gutes Schnitzwerk um 1500. <hi rend="g">Glocke</hi> 14. Jh., <milestone unit='line' n='30'/>
mit 1489 und 1538.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WEISSENBRUNN AM WALD.</hi> Sachsen-Coburg LA Coburg.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1508 (Inschr. über der NTür), umgebaut 1753.
<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1556.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WEISSENFELS.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K. S. Marien.</hi> Sandsteinquaderbau. Am WTurm Inschrift
1303; das übrige nach Brand 1429 erneuert bis 1480,
doch wohl mit Benutzung der alten Grundmauern. Die Schmalseite
des Ssch. spricht für ehemalige Basilika. Jetzt die drei
Schiffe von gleicher Höhe, das Gwb. des Msch. nicht ausgeführt <milestone unit='line' n='40'/>
(Balkendecke), in den Ssch. Netzgwbb. Die Fensterachsen
der SSeite entsprechen nicht den Arkaden. Die Ssch.
schließen sonderbarerweise mit 2 Polygonalseiten, der in Breite
des Msch. vorgebaute Chor hat 2 Joche und 5/10 Schluß. Seine
Fenster und Strebepfll. sind sehr reich dekoriert, ungefähr in


<pb n='422' id='i429.png'/>

<!-- [P: 422] -->

der Art der Schloß-K. zu Altenburg, während das Lhs. sparsam
gehalten ist. &mdash; <hi rend="g">Hochaltar</hi> 1524, sonstige Ausstattung
1670-84.
</p>

<p>
Ehem. <hi rend="bold">Klst. S. Clara</hi> (profaniert und ruinös). Im wesentlichen
der Gründungsbau von 1285. Sehr langgestreckt (9,9 : 52,9), <milestone unit='line' n='5'/>
der Chor nicht abgesetzt, aber durch (spätere) Gwbb. vom flachgedeckten
Lhs. unterschieden. Er schließt 3/8. Im W. 2jochige
Nonnenempore. Die schlanken Fenster 2teilig, als Maßwerk
einfacher Kreis über 2 Spitzbgg. &mdash; Die spgot, Kanzel aus der
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> versetzt. &mdash; Die als Magazine vernutzten Klst.Gebäude <milestone unit='line' n='10'/>
in der Anlage noch zu erkennen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß Neu-Augustusburg.</hi> 1664-90 von <hi rend="italic">Erhard Lindner</hi>; der
Entwurf wohl von <hi rend="italic">Moritz Richter</hi>, ähnlichen Charakters wie
die Schlösser von Weimar und Gotha. Imposanter Massenbau
in schlichtesten Einzelformen. 3 Flügel in Triklinienstellung. <milestone unit='line' n='15'/>
Je 21 Fensterachsen in 3 Geschossen. Keine Giebel.
Einziger Akzent der breite turmartige Aufsatz auf dem Mittelflügel. 
Die innere Ausstattung durch Umwandlung zur
Kaserne zerstört. Von namhaftem Interesse die von Leonhard
Sturm, dem Theoretiker des protestantischen Kirchenbaus, <milestone unit='line' n='20'/>
gerühmte Kap. Saalbau mit Emporen nach dem durch das
Schloß von Torgau vorbildlich gewordenen Typus. Sehr
reiche »täppisch-überzierliche« Dekoration in weißem Stuck
auf rosa und apfelgrünem Grunde.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1670, Turm 1690 von Chr. Richter. &mdash; <hi rend="bold">Bürgerhäuser</hi> <milestone unit='line' n='25'/>
renss. und bar.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WEISSENOHE.</hi> OFranken BA Forchheim.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Benedikt. Klst.-K.</hi> gegr. im 11. Jh., neu erbaut und
ausgestattet 17.-18. Jh., ohne künstlerische Bedeutung.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WEISSENSEE.</hi> RB Erfurt Kreisstadt. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Nikolai-K.</hi> (jetzt Remise). Einfacher 1sch. rom. Bau mit
got. Veränderungen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Petri-Paul-K.</hi> Der gestreckte got. Chor, 3 Joch und 5/8 Schluß
nach 1331, das 1sch. flachgedeckte Gemeindehaus jünger.
2 <hi rend="g">Schnitzaltäre</hi> um 1500. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Landgrafenburg.</hi> Die rom. Anlage vollständig erhalten, ähnlich
dem Landgrafenhause der Wartburg und wahrscheinlich von
demselben Meister erbaut. Fenster vermauert. Im Erdgeschoß
des Turms rom. Sll. Erhalten auch das rom. Außentor.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WEISTROPP.</hi> K. Sachsen AH Meißen. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1499. Stark verändert. Im großen WTurm Vorhangsbögen. 
&mdash; Schloß ohne Interesse. Porträts von <hi rend="italic">Graff</hi> und <hi rend="italic">Tischbein</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WEITERSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Roher 1sch. Gwbbau im rom.got. Übergangs-Stil,
1700 rest.
</p>


<pb n='423' id='i430.png'/>

<!-- [P: 423] -->

<p>
<hi rend='ort'>WELKERS.</hi> RB Cassel Kr. Fulda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> neu. Flandrisches Altarwerk mit geschnitzter Kreuzigung
in 23 Figuren, E. 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WENDELSTEIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burg.</hi> Seit M. 14. Jh. Besitz der Witzleben, im 16. Jh. als <milestone unit='line' n='5'/>
fürstengleicher Edelsitz eingerichtet, im 30jähr. Kriege zerstört;
jetzt größeren Teils Ruine, einige Gebäude notdürftig unter
Dach. Das 1596 für Wolf Dietrich v. Witzleben von <hi rend="italic">Friedrich
Fuss</hi> errichtete »Neue Schloß« zeigt im Hauptportal Hochrenss. 
in vornehm behandelter jon. Ordnung; an der Tür <milestone unit='line' n='10'/>
des Treppenturms Elemente des Florisstils.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WENIGENJENA,</hi> Vorstadt von Jena. Sachsen-Weimar.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Urspr. als langgestreckte Klst.-K. geplant. Unvollendet. 
Chor mit 5/8 Schluß hochgot., die Gewölbe 1902 ergänzt. 
Dürftiges kleines 1sch. Lhs. aus A. 16. Jh. Außen <milestone unit='line' n='15'/>
an der SSeite reich angelegtes und sorgfältig ausgeführtes,
aber unvollendet gebliebenes Portal aus der ersten Bauzeit.
&mdash; <hi rend="g">Sakramentsnische</hi>, auf der Grenze von Hoch- und
Spgot. &mdash; <hi rend="g">Gedenktafeln</hi> aus 17. und 18. Jh. &mdash;
Im Chor <hi rend="g">Wandmalereien</hi> des 14. Jh., Jüngstes Gericht, <milestone unit='line' n='20'/>
Passion und Heiligenlegende.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WENKBACH.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. 12. Jh. Der breite OTurm bildet mit seinem
Erdgeschoß den Chor. Abgewalmtes Satteldach mit 4 Erkern.
Am flachged. Sch. nur die SMauer rom. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WERDAU.</hi> K. Sachsen AH Zwickau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1760 vom Dresdener Baudirektor <hi rend="italic">S. Locke</hi>. Hallenbau
mit Emporen. Stuckierung von <hi rend="italic">A. Vogel</hi>. Reicher <hi rend="g">Kelch</hi>
M. 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WERKEL.</hi> RB Cassel Kr. Fritzlar. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Kirchturm</hi>, spgot. von 1508 mit hohem, schlankem Holzhelm,
woran 4 Ecktürmchen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WERLESHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
Ansehnlicher <hi rend="bold">Edelsitz</hi> der Herren v. Harstein 1565, steinerner
Unterbau, 2 hohe Fachwerkgeschosse, Treppenturm und <milestone unit='line' n='35'/>
Erker.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WERNBURG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Ziegenrück.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor rom., Sch. jünger. Ausstattung von einigem
Interesse.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kap. S. Veit.</hi> Kleiner malerischer spgot. Bau. Am Chorgiebel <milestone unit='line' n='40'/>
reiche Maßwerkblenden.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1580. Stattlicher Renss.Bau. Im Erdgeschoß große
gewölbte Halle.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WERNECK.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
</p><p>
<hi rend="bold">Sommerschloß</hi> des Fürstbischofs Karl Friedrich von <reg orig='Schön-|born,'>Schönborn,</reg>
<pb n='424' id='i431.png'/>
<!-- [P: 424] -->
1731 bis 1747 von <hi rend="italic">B. Neumann</hi>. Mit den sich anschließenden
Stallungen und Ökonomiegebäuden eine große, komplizierte
Anlage; im Hauptbau 2 Säle und 100 Zimmer. Die
glänzende innere Einrichtung 1806-14 durch Großherzog
Ferdinand völlig verändert, jedoch in der Kapelle noch die <milestone unit='line' n='5'/>
Stuckdekoration aus der Erbauungszeit. Weitere Zerstörungen
bei der Einrichtung als Irrenanstalt. Prachtvolle Gittertore
von <hi rend="italic">Oegg</hi> in der Art jener des Würzburger Schlosses. Der
ausgedehnte Park anglisiert.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WERNSTEIN.</hi> OFranken BA Kulmbach. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Über Buckelquaderfundamenten des 13. Jh. kleiner
Renss.-Bau 1567. Befestigung mit reicher Tordekoration
1576, anscheinend von <hi rend="italic">Caspar Vischer</hi>. Im Vorwerk
großer Festsaal 1580-93, Porträtmedaillons und Ornament im
Charakter der Plassenburg. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WESTENFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1579, verändert 1731.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WESTHAUSEN.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> rom. Anlage mit OTurm, in spgot. Zeit gründlich
umgebaut. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WETTER.</hi> RB Cassel Kr. Marburg.
</p><p>
<hi rend="bold">K.</hi> des 1015 gegr. <hi rend="bold">adligen Jungfrauenstifts</hi>. Baudaten fehlen.
Möglicherweise etwas vor der Elisabethkirche in Marburg
begonnen, ist sie doch wesentlich unter deren Einfluß ausgeführt, 
mit Neigung zu etwas altertümlicherer Prägung der <milestone unit='line' n='25'/>
Einzelformen. Gr. und System gleichen, bei bedeutend kleineren
Abmessungen, ganz dem Marburger, mit dem Unterschied,
daß die Kreuzarme nicht polygonal, sondern in gewöhnlicher
Weise gerade schließen. Das Qsch. enthält also außer der
quadr. Vierung je 2 rck. Gewölbefelder. Das Lhs. 5 Joche. <milestone unit='line' n='30'/>
Ganze innere L. 40 m. Von Marburg abweichende Züge sind
sonst noch: die Schaftringe an den Diensten der OTeile; die
schlichten runden Sockel; die fast zur Hälfte nach innen
gezogenen Strebepfll.; die primitive Bildung des Maßwerks
durch Ausschnitt aus Steinplatten; die Walmdächer auf den <milestone unit='line' n='35'/>
Kreuzflügeln (die jetzigen Dachgiebel eine willkürliche Zutat
von <hi rend="italic">G. G. Ungewitter</hi>). Das Hauptdach aus 15. Jh.; vorher
über dem Msch. ein gesondertes Satteldach und quergestellte
Dächer über jedem Joch der Sschiffe. Ursp. geplant wahrscheinlich
2 W-Türme. Jetzt ein einzelner großer von 1506. <milestone unit='line' n='40'/>
Die spgot. Bemalung des Innern von <hi rend="italic">C. Schäfer</hi> beseitigt und
nach vorgefundenen frgot. Resten erneuert; ob für das Ganze
zutreffend, ist natürlich zweifelhaft. Auch am Äußeren des
Chors Spuren eines gemalten Frieses. &mdash; <hi rend="g">Stifterdenkmal</hi>
der Almudis und Dinkmudis. Schöner Celebrantenstuhl


<pb n='425' id='i432.png'/>

<!-- [P: 425] -->

1466. <hi rend="g">Taufstein</hi> frgot., 6 auf Löwen ruhende Säulen
stützen das halbkugelige Becken. &mdash; <hi rend="g">Altar</hi> mit Retabelgemälde, 
7 Passionsszenen, 13. (??) Jh. &mdash; <hi rend="g">Wandmalereien</hi>
im Chor spgot.
</p>

<p>
Von dem alten <hi rend="bold">Stiftsgebäude</hi> geringe Reste. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
Von der <hi n='0' rend="bold">Stadtbefestigung</hi> Teile mit Wehrgang erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WETTESINGEN.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> sprom. mit 2 rippenlosen Kreuzgwbb. WTurm wehrhaft, 
ohne Tür. Bemalte Steinkanzel und Taufstein aus 13. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WETTIN.</hi> Pr. Sachsen Saalkreis. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> spgot. unbedeutend.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Burg</hi>, malerisches Landschaftsbild, architektonisch ohne Interesse.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WETTRINGEN.</hi> UFranken BA Hofheim.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Wesentlich 1775. Sehr ansehnlicher <hi rend="g">Hochaltar</hi>, <milestone unit='line' n='15'/>
die Figg. in der Richtung <hi rend="italic">P. Wagners</hi>, ebenso die vortrefflichen
<hi rend="g">Kruzifixe</hi> auf den Seitenaltären. <hi rend="g">Pietas</hi> A. 16. Jh. &mdash;
Mehrere <hi rend="g">Bildstöcke</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WETZHAUSEN.</hi> UFranken BA Hofheim.
</p><p>
<hi rend="bold">Ev. Pfarr-K.</hi> Einheitlich 1707, ebenso die Ausstattung. &mdash; <milestone unit='line' n='20'/>
Bmkw. durch Vollständigkeit und z. T. auch durch Qualität
die lange mit 1460 beginnende Reihe von <hi rend="g">Grabmälern</hi> der
Truchsessen v. Wetzhausen, 31 an der Zahl. &mdash; Bmkw. <hi rend="g">Kelch</hi>
14. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Großer 4flügeliger, 4geschoßiger Bau des 16. Jh., <milestone unit='line' n='25'/>
Einzelheiten got. und renss.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WEYER.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Got. OTurm mit Chor 1. Hälfte des 15. Jh. Der
übrige Bau nebst Stuckaturen um 1730.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Pfarrhaus.</hi> Unter Abt Baumann von Ebrach (1703-14) <milestone unit='line' n='30'/>
erbaut. Gute Stuckdecken um 1730.
</p>

<p>
Malerischer <hi rend="bold">Gemeindebrunnen</hi> auf zehn steinernen Säulen. Erneuert
1840.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Bildstock</hi> der Kreuzigung mit Stifter von 1623.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WICKERSHAIN.</hi> K. Sachsen AH Borna. <milestone unit='line' n='35'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> (früher Wallfahrts-K.). Durch wiederholte Um- und
Anbauten hat die ursp. rom. Anlage (von welcher der
turmtragende quadr. Vorchor und die WWand) eine sehr
unregelmäßige Gestalt erhalten; der Chor von 1424 von eigentümlicher
Verschiebung des polyg. Gr. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WIEDERAU.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Von der rom. Anlage erhalten der Chor und das
schöne Südportal.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WIEDERAU.</hi> K. Sachsen AH Borna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> (Gf. Hennicke) 1705, schmuckloser Putzbau von <reg orig='vor-|nehmen'>vornehmen</reg>
<pb n='426' id='i433.png'/>
<!-- [P: 426] -->
Verhältnissen. Bmkw. die unveränderte Ausstattung
des durch 2 Geschosse gehenden Saales. &mdash; Porträts von <hi rend="italic">Graff</hi>,
Venusstatue bez. <hi rend="italic">Balth. Permoser</hi> 1724, von demselben die
Jahreszeiten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WIEDERKUNFT, FRÖHLICHE.</hi> Sachs.-Altenb. LA Roda. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>
<p>
<hi rend="bold">Jagdschloß</hi> Joh. Friedrichs des Großmütigen beg. 1547. Inmitten
eines von Waldbächen gebildeten Teiches. Nach
vielen Beschädigungen im 19. Jh. sehr willkürlich rest. Urspr.
ein großer, von Gräben, niedrigen Mauern und Ecktürmen mit
Zwiebeldächern umgebener Hof; im Innern freistehend der <milestone unit='line' n='10'/>
Wohnbau aus Fachwerk; mit vielen Erkern und Türmen. &mdash;
Die jetzige Ausstattung mit renss. Möbeln verschiedenen, meist
fremden Ursprungs. 4 <hi rend="g">Gemälde</hi> aus der Schule <hi rend="italic">Cranachs</hi>
schildern das Leben Joh. Friedrichs. <hi rend="g">Relief-Brustbild</hi>
desselben aus Papierteig und bemalt, eine damals in Thüringen <milestone unit='line' n='15'/>
beliebte Technik.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WIEDERSBACH.</hi> Pr. Sachsen Kr. Schleusingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1601, wie Hinternah.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WIESENBRONN.</hi> UFranken BA Kitzingen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Turm (W) um 1300, Lhs. 1603. &mdash; Altar A. 17. Jh. <milestone unit='line' n='20'/>
mit bmkw. <hi rend="g">Gemälde</hi> von <hi rend="italic">Hans Heunisch</hi>. &mdash; <hi rend="g">Grabmal</hi>
des brandenbg. Geh. Rats Joh. Buttner † 1605 und seiner
Frau, 2 Tafeln in schönem <hi rend="g">Bronzeguß</hi> von <hi rend="italic">Joh. Weinmann</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WIESENFELD.</hi> RB Cassel Kr. Frankenberg. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend="bold">K.</hi> einer um 1200 gestifteten <hi rend="bold">Johanniter-Kommende</hi>. Frgot.
1260. Rck. mit Schluß aus 6Eck, im Sch. 4 oblonge Kreuzgwbb.
An der NSeite großer 5geschossiger Turm ohne Tür, nur mit
Leiter ersteigbar, also zu Verteidigungszwecken errichtet
(rest. 1903). <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Johanniterhaus</hi>. 1587, unbedeutend und verwahrlost.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WIESENFELD.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1768. Gutes Beispiel des ansehnlichen Eichsfelder
Bar.-Typus (vgl. Geisleden, Rengelrode, Reinholtsroda, Volkerode, 
Wüstheuterode). <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WIESENTHAU.</hi> OFranken BA Forchheim.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot., stark rest. &mdash; <hi rend="g">Altäre</hi> 17.-18. Jh. <hi rend="g">Kanzel</hi>
bar. mit spgot. Figg. Reich geschnitzter <hi rend="g">Beichtstuhl</hi>
18. Jh. <hi rend="g">Epitaphe</hi> der Familie v. Wiesenthau 1581, 1590,
1605. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi>, stattlicher Renss.-Bau mit Rundtürmen, Schneckenstiegen, 
Rittersaal. Im Bauernkriege zerstört, neu gebaut 1566.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WIESENTHEID.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1727-32 von <hi rend="italic">Balth. Neumann</hi>; Bauführer der oft
von Neumann verwendete und später im Kurfürstentum


<pb n='427' id='i434.png'/>

<!-- [P: 427] -->

Trier selbständig auftretende <hi rend="italic">J. G. Seiz</hi>. In ihr gibt der große
Künstler seine Idee einer Landkirche, freilich mit ungewöhnlich 
reichlichen Mitteln, die ihm der vornehme Bauherr (Schönborn) 
zur Verfügung stellte, ausgeführt. Die Raumdisposition
ganz einfach: hoher klarer Saalbau mit flacher Spiegeldecke, <milestone unit='line' n='5'/>
eingezogener Chor. Außen Verputzbau mit Sandsteingliederung.
Mansarddach. Im Detail neben spezifischen Rokokoformen
(Fenster) Elemente des dorischen Stils (Pilaster und Fries).
Der Turm wächst hinter dem Fassadengiebel aus dem Dach;
ein interessanter, indes kaum geglückt zu nennender Versuch. <milestone unit='line' n='10'/>
Die Innendekoration nachneumannisch; gemalte Scheinarchitektur
an Wand und Decke, gut verbunden mit den
prächtigen Stuckmarmoraltären. Auf dem Hochaltar bmkw.
gut die <hi rend="g">Statue</hi> des h. Mauritius.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kreuzigungsgruppe</hi> vor der K. 1766; groß, virtuos, enorm <milestone unit='line' n='15'/>
theatralisch.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> der Grafen v. Schönborn; weitläufiger Komplex um
einen quadr. Binnenhof, Ausführung 16.-18. Jh. im ganzen
schlicht. Geschmackvoll eingerichtete Rok.Zimmer.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gräfl. Gruftkapelle</hi>, ca. 1730. Im Innern Scheinarchitektur <milestone unit='line' n='20'/>
von dem Maler der Kirche (eine einstürzende Kuppel darstellend).
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi> in behäbigem fränkischem Fr.Rok.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WILDBURG.</hi> UFranken BA Königshofen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Von der ehem. Stammburg des Dynastengeschlechtes <milestone unit='line' n='25'/>
Wildburg-Henneberg nur unbedeutende Reste erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WILDENBERG.</hi> UFranken BA Miltenberg.
</p><p>
<hi rend="bold">Burgruine</hi> ca. 1170-1250. Eine der schönsten, die sich aus
rom. Zeit erhalten haben; Gelnhausen und Münzenberg nicht
nachstehend (die Inschriften jetzt im gräfl. Erbachischen <milestone unit='line' n='30'/>
Schloß Eulbach nicht einwandfrei). Die Anlage klar und
regelmäßig. Ungewöhnlicher Aufwand an Kunstformen:
rom. die Torhalle, darüber Kap. mit ausgekragtem Altarerker;
der Palas rom. und frgot., ganz glänzende Fensterarchitektur. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WILDENFELS.</hi> OFranken BA Forchheim.
</p><p>
<hi rend="bold">Burgruine</hi> bedeutend.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WILDPRECHTSRODA.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> 1683.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> (v. Butlar). Der einzige ansehnliche Renss.Bau der <milestone unit='line' n='40'/>
Gegend, 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WILHELMSBAD</hi> bei Hanau RB Cassel.</p>
<p>
<hi rend="bold">Badanlage</hi> 1779, Brunnentempel, Logierhaus, Theater, Karussell; 
im Park künstliche Ruine, Insel mit Pyramide, Eremitage.
</p>


<pb n='428' id='i435.png'/>

<!-- [P: 428] -->

<p>
<hi rend='ort'>WILHELMSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Hofgeismar.
</p><p>
<hi rend="bold">K.</hi> des ehem. <hi rend="bold">Cisterc. Nonnen-Klst. Wahlshausen</hi>. Rom.
12. Jh. Flachgedeckte Basilika auf kreuzf. Gr., Apsiden am
Chor und Qsch., im Lhs. 4 Arkaden mit Stützenwechsel. An
den Sll. attische Basen mit Eckblättern, Würfelknäufe mit <milestone unit='line' n='5'/>
Pflanzenornament. Eine Tür am südl. Kreuzflügel umrahmt
mit dem Profil der attischen Basis, im Tympanon
Agnus Dei. (Nebenapsiden und Sschiffe jetzt zerstört.) 1892
rest. und vielfach verändert.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WILHELMSHAUSEN.</hi> Kr. Cassel-Land. <milestone unit='line' n='10'/>
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Nonnen-Klst.-K.</hi> Im 13. Jh. Cisterc.-Nonnen. Die
Bauformen der Kirche weisen auf 12. Jh. Im 30jährigen
Kriege halb zerstört, 1891 rest. &mdash; Kleine kreuzf. Basilika
(28 m l.). Der Gr. des Qsch. und Chors zeigt genau dieselben
Abweichungen vom quadr. Schema wie Kaufungen. Hauptapsis <milestone unit='line' n='15'/>
alt. Im Lhs. 4 Arkaden mit Stützenwechsel. Wuchtige
Sll. mit kurzem, stark verjüngtem Schaft, an den Flächen
der Würfelkaptt. eingetiefte Palmette. WFassade turmlos.
Rom. (?) <hi rend="g">Taufstein</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WILHELMSHÖHE</hi> bei Cassel. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>
<p>
Ein im 12. Jh. gegr. <hi rend="bold">Nonnenklst.</hi> 1527 aufgehoben. Bescheidenes
landgräfl. <hi rend="bold">Schloß</hi>. Im 17. Jh. vergrößert. A. 18. Jh. unter
Landgraf Karl Neubau (Entwurf von <hi rend='italic'>de la Fosse</hi> 1710) mit
großartiger Parkanlage geplant. Nur die letztere wurde unter
Karl wirklich begonnen, von seinen Nachfolgern fortgesetzt. <milestone unit='line' n='25'/>
Den Schloßbau verwirklichte erst Wilhelm IX. (Abbruch des
alten Schlosses Weißenstein 1786-90). Der erste Entwurf
von <hi rend='italic'>Wailly</hi> 1785 wurde abgelehnt; desgl., wegen zu großer
Ausdehnung, der unter dem Einfluß Palladios entstandene,
künstlerisch sehr bedeutende Entwurf von <hi rend='italic'>H. Chr. Jussow</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
1786. Den Auftrag erhielt <hi rend='italic'>Salomon Louis Du Ry</hi> (aus der
in Cassel, s. dort, in mehreren Generationen tätigen Hugenottenfamilie). 
Die vorgeschlagenen Lösungen sehr verschiedenartig, 
übereinstimmend jedoch in der Stilfrage. Der 
in seiner Jugend bei Blondel in Paris gebildete Künstler hatte <milestone unit='line' n='35'/>
sich unumwunden dem Klassizismus englischer Färbung zugekehrt. 
Der Bau des nördl. Flügels begann 1788, der Mittelbau
1792, die Innenarbeiten 1803 vollendet. &mdash; Die Anlage
modifiziert mit interessanter Wirkung, zumal in Anpassung
an das bewegte Gelände und die ansteigenden Baummassen <milestone unit='line' n='40'/>
des Parkes, den traditionellen Hufeisengrundriß in der Weise,
daß dessen 3 Flügel in 3 selbständige Gebäude aufgelöst,
dann aber durch segmentförmige Zwischenbauten wieder verbunden
werden, und zwar so, daß die Achsen der Nebengebäude
zu dem Hauptgebäude in stumpfem Winkel anlaufen.
</p>


<pb n='429' id='i436.png'/>

<!-- [P: 429] -->

<p>
Nicht befriedigend ist das Höhenverhältnis der Zwischenbauten;
sie waren auch ursp. auf das Erdgeschoß beschränkt; die Obergeschosse
teils unter Jerôme, teils erst 1829 hinzugefügt. Wie
sehr die apsidialen Schlüsse der Hauptbauten und überhaupt
der ganze Rhythmus durch sie gestört wird, leuchtet ohne <milestone unit='line' n='5'/>
weiteres ein. &mdash; Das Schloß von Wilhelmshöhe vertritt zusammen
mit dem von Koblenz am bedeutendsten die dem
Empire vorangehende Phase des Klassizismus. Der Nuancenunterschied
der beiden Gebäude ist bezeichnend für den
Unterschied der strengeren, großzügigeren englischen (von <milestone unit='line' n='10'/>
den Zeitgenossen oft »römisch« genannten) und der weicheren
französischen Richtung. In der inneren Einrichtung drängt
sich der französische Geschmack wieder vor, doch schon im
Gepräge des eigentlichen Empire. Ein Verzeichnis der Gemälde
von 1790 gibt 45 Nummern, zu denen später noch manches <milestone unit='line' n='15'/>
hinzukam, vieles wieder beseitigt wurde. Unter den Gegenständen
überwiegt die römische Geschichte, auch ein Zyklus
aus Tasso war vorhanden. Die Künstler großenteils Deutsche.
Die bekanntesten Namen <hi rend="italic">F. H. Tischbein</hi>, <hi rend="italic">Hackert</hi> und <hi rend="italic">Nahl</hi>.
</p>

<p>
Der <hi rend="bold">Park</hi>. Beg. bald nach 1700 unter Landgraf Karl in Erinnerung <milestone unit='line' n='20'/>
an die Gärten in Rom und Frascati durch den römischen
Architekten <hi rend="italic">Giov. Fr. Guernieri</hi> &mdash; vielleicht das
grandioseste, was irgendwo der Barockstil in der Verbindung
von Architektur und Landschaft gewagt hat. Diese Anlage,
die, wo nicht ganz, so doch in bedeutenden Teilen, tatsächlich <milestone unit='line' n='25'/>
zur Ausführung gekommen war, wich seit 1786 dem noch bestehenden
Naturpark im englischen Geschmack. Bei <hi rend="italic">Guernieri</hi>
war das Hauptmotiv die mit reichem architektonischem Beiwerk
ausgebildete Kaskadenfolge, die sich von der Höhe des
Habichtswaldes bis zum Schloß Weißenstein hinzog, 3500 Fuß <milestone unit='line' n='30'/>
rhein. l., die Mittelbahn 6,5 m br., zweimal durch Absätze mit
Rundmotiven und eine breite Querallee mit vielen Becken
und Springbrunnen durchbrochen. Davon hat sich nur der
oberste Abschnitt erhalten, endend in das phantastisch-kolossalische
<hi rend="g">Oktogon</hi> mit dem Herkules (der »kleine <milestone unit='line' n='35'/>
Herkules« aus einer älteren Anlage des 17. Jh.). Auch der
englische Park wollte auf Mitwirkung der Architektur nicht
verzichten. Doch in einem grundsätzlich anderen Sinn, als
das Barock. Nicht um architektonische Durchbildung des
Geländes und Pflanzenwuchses handelte es sich, sondern um <milestone unit='line' n='40'/>
Anlage zerstreuter Einzelarchitekturen, die in der (scheinbar)
freien Natur malerische Zentren bilden und durch ihre gegenständliche
Bedeutung Stimmung machen sollten. Künstliche
Ruinen u. a. wurden beliebt. Im ersten Projekt <hi rend="italic">Du Rys</hi>
sollte sogar das Schloß selbst einen Ruinenflügel erhalten.
<pb n='430' id='i437.png'/>
<!-- [P: 430] -->
Im Charakter einer imaginären Urkunst das »Grab der Vögel«.
Römisch die »Sibyllengrotte« und die kleine Nachbildung
der Cestiuspyramide. Inzwischen kam aus England die romantische
Schwärmerei für die Gotik. So entstand (erster
Plan 1790) die <hi rend="g">Löwenburg</hi>, anfangs als Ruine beabsichtigt. <milestone unit='line' n='5'/>
Auf Verlangen des Landgrafen ein vollständiges, wohnbares,
allerdings im Maßstab der einzelnen Bauteile klein gegriffenes
Bergschloß &mdash; kulturhistorisch merkwürdig als eine der
frühesten Schöpfungen sentimentaler Neugotik in Deutschland.
Entwurf von <hi rend="italic">Jussow</hi>. Für die dem Schloße näher liegenden <milestone unit='line' n='10'/>
Zierbauten kehrte derselbe mit gutem Takt wieder
zu klassischen Formen zurück: <hi rend="g">Säulenhalle</hi> und <hi rend="g">Tempel</hi>
am Bowlingreen und reizvoller Entwurf (nicht ausgeführt) 
zum Philosophentale. &mdash; Eine <hi rend="g">chinesische Galerie</hi>,
eine <hi rend="g">Moschee</hi> und eine <hi rend="g">Eremitage des <milestone unit='line' n='15'/>
Plato</hi> sind seither wieder verschwunden. &mdash; Unter den Nebengebäuden
des Schlosses das wichtigste das <hi rend="g">Theater</hi> von
1808 (jetzt mit starker Veränderung Tennishalle) und das
<hi rend="g">Pflanzenhaus</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WILHELMSTAL</hi> bei Cassel. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>
<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Es gehört nicht zu den größeren, aber zu den reizvollsten
unter den Rok.Schlössern Deutschlands. Erb. von
Mitgliedern der aus Frankreich stammenden, in mehreren Generationen 
in Cassel ansässigen Architektenfamilie <hi rend="italic">Du Ry</hi>.
Drei Flügel in aufgelöster Triklinienstellung. Anlage des <milestone unit='line' n='25'/>
Ganzen und Ausführung der Kavaliershäuser von <hi rend="italic">Karl D.</hi>
Sein Sohn <hi rend="italic">Simon Ludwig D.</hi> war schon 1749 in Paris mit der
Durcharbeitung des Entwurfs für den Mittelbau (corps de
logis) unter den Augen <hi rend="italic">Blondels</hi> beschäftigt (ausgeführt erst
nach dem 7jährigen Kriege). Die bei großer Feinheit der Sandsteinarbeit <milestone unit='line' n='30'/>
etwas kraftlose Fassade zeigt schon eine leise Tendenz
zum Klassizismus; das Innere ist reines Rokoko, allerdings
nicht in jener ekstatischen Prachtlust, der vor allem die
geistlichen Fürsten des katholischen Deutschlands huldigten,
auch in ihren Schlössern, sondern leichter in der Haltung, <milestone unit='line' n='35'/>
feiner und anheimelnder; wie denn auch der Gr. und die Abmessungen
in erster Linie auf Wohnlichkeit ausgehen. &mdash;
Zur Seite standen <hi rend="italic">Du Ry</hi> der Bildhauer <hi rend="italic">J. A. Nahl</hi> und der
Maler <hi rend="italic">J. H. Tischbein</hi>. &mdash; Die kleinen Wachthäuser um 1770
in derjenigen Abwandlung des Rok., die man »Zopf« zu <milestone unit='line' n='40'/>
nennen pflegt.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WILHELMSTAL</hi> bei Eisenach Sachsen-Weimar.</p>
<p>
<hi rend="bold">Großherzogl. Schloß</hi>. Malerische Gruppe von niedrigen
schlicht bar. Einzelhäusern, zwei Reihen in einer Längsachse
geordnet. Am NEnde ellipt. Festsaal A, 18. Jh. Umgestaltung


<pb n='431' id='i438.png'/>

<!-- [P: 431] -->

der beiden NHäuser unter Goethes Leitung 1790. Aus derselben
Zeit der Brunnen in der Querachse. Weitere verbindende
Zutaten 1850.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WILLERSHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Spgot. Hallenkirche mit älterem quadr. Chor. Im <milestone unit='line' n='5'/>
Schiff je 4 schlanke Rundpfll., mit spiralisch um den Schaft
sich windenden Ansätzen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi>, meist Fachwerkbau, ohne Bedeutung.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WILLMERSREUTH.</hi> OFranken BA Kulmbach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Sprom. Chor im OTurm, Kreuzrippengwb. Lhs. <milestone unit='line' n='10'/>
1753 umgebaut. &mdash; <hi rend="g">Holzfigg.</hi> Reste eines <hi rend="g">Altars</hi> von
ca. 1520. Bmkw. <hi rend="g">Taufstein</hi> 2. H. 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WILSDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Die rom. Anlage unverändert. Rck, OTurm in gleicher
Br. mit dem Schiff. Türrahmen der NSeite aus 3 rom. Grabsteinen. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WILSDRUFF.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> S. Nikolai neu; aus der alten das hübsche Portal
aus ziemlich früher got. Zeit; <hi rend="g">Kanzel</hi> 17. Jh.; <hi rend="g">Epitaph</hi>
1731. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WIMMELBURG.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
</p><p>
<hi rend="bold">Benediktiner-Klst.</hi> gegr. ca. 1060. Stattliche Kirche im Stil
der 2. H. 12. Jh. Jetzt Ruine; leidlich erhalten nur Teile des
Chors und Qschiffs (lichte Länge des Qsch. 22 m). Ausgebildeter
Hirsauer Gr. mit 5 Apsiden. Nebenchöre (gewölbt) <milestone unit='line' n='25'/>
und Hauptchor (flachgedeckt) kommunizieren durch je zwei
niedrige Arkaden (also ähnlich Konradsburg, doch ohne den
dortigen Blendbg.); Pfll. mit Ecksäulchen in der Art des Meisters
von Königslutter. Der Bogenfries der Apsis bildet eine Wellenlinie
(wie in Klst. Mansfeld). <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WINDECKEN.</hi> RB Cassel Kr. Hanau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1455-96, 3sch.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> (Amtsgericht) 16.-17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rathaus</hi>, spgot. Massivbau mit Staffelgiebeln. Bmkw. Inneneinrichtung. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stadtmauer</hi> mit Wehrgang und Scharten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WINDHAUSEN.</hi> Kr. Cassel-Land.
</p><p>
<hi rend="bold">Herrenhaus</hi>, anspruchslos behaglicher Bau von 1789. Die
Anlagen des Ministers von Schlieffen (von 1781 ab) ein charakteristisches
Beispiel des sentimentalen Naturparks und <milestone unit='line' n='40'/>
seiner Requisiten: Einsiedelei, Freundschaftsdenkmal, Altar,
Arminiusgrab, gotische Ruine, Teufelsbrücke.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WINDEHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Sangerhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Im platt geschlossenen Chor frgot. Drei-Fenster-Gruppe, 
am Gewände Ringsäulen.
</p>


<pb n='432' id='i439.png'/>

<!-- [P: 432] -->

<p>
<hi rend='ort'>WINDHEIM.</hi> UFranken BA Hammelburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1766. Guter Bau der Neumannschule, wahrscheinlich
von Hauptmann <hi rend="italic">Fischer</hi> (vgl. Fuchsstadt). Stattlicher
<hi rend="g">Hochaltar</hi> von 1696, ehem. in Hammelburg.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WINDISCH-HOLZHAUSEN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Erfurt. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>
<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit wohlerhaltenem rom. OTurm und Apsis.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WINDISCHLEUBA.</hi> Sachsen-Altenburg LA Altenburg.
</p><p>
Ansehnliche spgot. <hi rend="bold">Dorf-K</hi>. mit Netzgwb., WTurm rom. 12. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß</hi>; bedeutende Anlage; E. 14. Jh. verständnisvoll hergestellt. 
Ringmauern und Ecktürme ma., Hauptwohngebäude <milestone unit='line' n='10'/>
(SFlügel) im 1. und 2. Geschoß um 1450, das Obergeschoß
und die sehr stattlichen Giebel und Zwerchhäuser
1532. Auch die anderen Gebäude enthalten bmkw. Einzelheiten. 
Rok.Saal. Wertvolle Sammlung von ma. Kleinkunstwerken. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WINTERHAUSEN.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
</p><p>
Hübsches Gesamtbild mit manchen der Aufmerksamkeit werten
Einzelheiten.
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1497 und 1573 umgebaut. Der Chorturm hat 3 sprom.
Geschosse. Bar. <hi rend="g">Hochaltar</hi> mit bmkw. spgot. <hi rend="g">Schnitzbildern</hi>; <milestone unit='line' n='20'/>
im Hauptfeld Kreuzigung, in der Predella
Abendmahl. Starke Kirchhofsbefestigung aus sp. Ma.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Mauritius-K.</hi> (prof.). In der Anlage fast genaue Wiederholung
der Lambert-K. in Tückelhausen, 1sch. mit eingezogenem
quadr. Chor., Stilformen frgot. um 1300. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1738, gefälliger Bau des Würzburger fr. Rok.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WIPFELD.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> um 1780-90, aufwändige klassizist. Ausstattung
der Würzburger Schule.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WIPPRA.</hi> Pr. Sachsen. Mansfelder Gebirgskreis. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Burgruine.</hi> Sehr verfallen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WIRSBERG.</hi> OFranken BA Kulmbach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1. H. 18. Jh. Gutes Beispiel einer Landkirche im
sog. Markgrafenstil. Kanzelaltar (sächsisch-thüringischer
Einfluß). <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WIRTHEIM.</hi> RB Cassel Kr. Gelnhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot., in allen Teilen flachgedeckt, auch in dem
1/2 8eck. Chor; sorgfältiges Maßwerk.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WITTENBERG.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Unscheinbare Hallenkirche von gedrückten Verhältnissen. <milestone unit='line' n='40'/>
Chor und WBau mit 2 Türmen um 1300, Lhs. A.
15. Jh. Die 3 Sch. schließen platt in gleicher Flucht, das
nördl. ist verbreitert, daher die Unregelmäßigkeiten des
Schlusses. Errichtung von Emporen zu 1516 und 1540 gemeldet. 
Die jetzigen neugot. Der Predigtstuhl M. Luthers


<pb n='433' id='i440.png'/>

<!-- [P: 433] -->

(1543) in der Lutherhalle, das <hi rend="g">Altarwerk</hi> <hi rend="italic">L. Cranachs
d. Ä.</hi> modern verunstaltet. An der nördl. Chorwand Gemälde
von <hi rend="italic">L. Cranach d. J.</hi>, die Bekehrung Pauli, des Meisters letztes
Werk, 1586. <hi rend="g">Taufbecken</hi> in Rotguß von <hi rend="italic">Hermann
Vischer</hi> 1457, 8eck., auf Löwen ruhend, am Kessel Reliefs <milestone unit='line' n='5'/>
von Heiligen. Einfacher <hi rend="g">ikon. Grabstein</hi> Bugenhagens.
Großes <hi rend="g">Epitaph</hi> für Matth. v. Schulenburg 1S69 von
<hi rend="italic">G. Schröter</hi>. Das ausgezeichnete <hi rend="g">Alabasterrelief</hi>,
Grablegung, am Grabmal L. Cranachs d. J. † 1586 von <hi rend="italic">S. W.</hi>
(<hi rend="italic">Sebastian Walther</hi> in Dresden). Tafel für Kaspar Lindemann <milestone unit='line' n='10'/>
von <hi rend="italic">Ulrich Gretel</hi> in Leipzig. &mdash; Außen an der NSeite Relief,
Christus als <hi rend="g">Weltenrichter</hi> 1310; am WPortal <hi rend="g">Maria</hi>
mit Heiligen aus derselben Zeit; am Chor <hi rend="g">Judensau</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß-(Universitäts)-K.</hi> ca. 1490-1500, rest. seit 1885. Das
Äußere entspricht ungefähr dem alten Zustande, das Innere <milestone unit='line' n='15'/>
durchaus rest. Rck. von 6 Achsen mit 3/8 Schluß. Zwischen
den nach innen gezogenen Pfll. eine ringsumlaufende, von
Stichbögen getragene Empore, dem entsprechend ein niedriges
unteres und ein hohes oberes Fenstergeschoß. &mdash; Große
<hi rend="g">Bronzegrabplatten</hi> für Friedrich den Weisen und <milestone unit='line' n='20'/>
Johann den Beständigen; jene bez. <hi rend="italic">Peter Fischer</hi> (sic) <hi rend="italic">Norimbergensis</hi>
A. 1527; diese, eine fast genaue Nachahmung, <hi rend="italic">H V</hi>
(<hi rend="italic">Hans Vischer</hi>). Außerdem dieselben beiden Kurfürsten in
lebensgroßen knienden <hi rend="g">Marmorstatuen</hi>. Die Bronzetafel
auf dem Grabe Luthers moderne Kopie des Exemplars <milestone unit='line' n='25'/>
in Jena. <hi rend="g">Bronze-Gedächtnistafel</hi> des Juristen
Henning Goeden von <hi rend="italic">P. Vischer</hi> 1521 (Wiederholung im
Dom zu Erfurt).
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> erb. von Friedrich dem Weisen 1490-99. Sehr entstellt.
Bmkw. die beiden Treppenhäuser, die sich nach dem <milestone unit='line' n='30'/>
Hof in Lauben öffnen. Über dem Portal schön gemeißelte
Wappen. 2 runde Türme an den Ecken. Urspr. Zustand
auf dem Titelbilde des Wittenberger Heiligtumbuchs.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi> spgot. und renss. An der langen Marktseite außer
dem (modernisierten) Erdgeschoß 2 Geschosse zu 13 Achsen, <milestone unit='line' n='35'/>
Vorhangbögen; später hinzugefügt ein Renss.-Portal mit
Altan und 4 Renss. Zwerchhäusern. &mdash; <hi rend="bold">Apotheke L. Cranachs</hi>.
Straßenseite durch neuen Verputz entstellt, besser erhalten
der Hof, darin ein nicht sicher zu deutendes Relief eines Geharnischten.
<hi rend="bold">Häuser Melanchthons</hi> und <hi rend="bold">Bugenhagens</hi>. Das <milestone unit='line' n='40'/>
<hi rend="bold">Lutherhaus</hi> (urspr. Augustiner-Klst.) hat durch die Rest. 1840
einen gänzlich falschen Charakter erhalten; unberührt das
1540 in Pirna gefertigte Portal und im ganzen auch Luthers
Wohnstube.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Alter Friedhof</hi> vor dem Elstertor; renss. Portal ca. 1560 mit


<pb n='434' id='i441.png'/>

<!-- [P: 434] -->

Relief des Weltenrichters. Die Grabsteine von Luthers Tochter
Elisabeth und Melanchthons Nichte Magdalene haben nur Inschriften.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WITTGENDORF.</hi> K. Sachsen AH Zittau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1754. Gute <hi rend="g">Grabmäler</hi> E. 17. Jh. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WITZELRODA.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Meiningen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> E. 16. Jh. Charakteristische Inneneinrichtung um
1702.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WITZENHAUSEN.</hi> RB Cassel Kr. Witzenhausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Angeblich 1404. Lhs. 3sch. mit überhöhtem, fensterlosem <milestone unit='line' n='10'/>
Msch. Jetzt Bretterdecken. Der gewölbte Chor höher.
&mdash; Grabmal der Familie v. Bodenhausen 1575; mehrere lebensgroße
Rundfigg. knien auf einer von Sll. getragenen Plattform,
darüber Relief mit der Auferstehung Christi.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wilhelmiter-Klst.</hi> 2 Säle (jetzt Schafstall); der kleine mit <milestone unit='line' n='15'/>
4Gwbb. auf 1 Mittelpfl.; der größere durch 4 achteckige Schafte,
aus deren Kanten die Rippen herauswachsen, in 10 Gwb.Felder
geteilt; Ähnlichkeit mit dem Rittersaal des Marburger
Schlosses. Die Klostergebäude jetzt zur Kolonialschule eingerichtet. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Klus-Kap.</hi> am rechten Werraufer. Alle Fenster mit rom.
Profilen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hospitals-Kap. S. Michael.</hi> Einfacher spgot. Bruchsteinbau
um 1392. Der sonst schmucklose kleine WTurm trägt einen
bmkw. Aufbau; 4 Sll., durch Eselsrücken verbunden, die <milestone unit='line' n='25'/>
Öffnungen mit Maßwerk gefüllt, Krönung mit steinernem Helm.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Einfacher Renss.Steinbau, 1819 durch Restauration
nach einem Brande zur Unkenntlichkeit entstellt.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi> in Fachwerk.
</p>

<p>
Reste der <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi>. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WITZLEBEN.</hi> Schwarzburg-Sondershausen LA Arnstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit rom. Resten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WOFFLEBEN.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1751. Der eigentümliche Gr. erklärt sich aus den
Experimenten des protestantischen Kirchenbaues. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WOLFERSTEDT.</hi> Sachsen-Weimar VB Apolda.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> mit romanischen Details, darunter bmkw. Portal.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WOLFHAGEN.</hi> RB Cassel Kreisstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K. S. Anna</hi>. 2. H. 13. Jh. Niedrige Hallenkirche in
schlichten, kräftigen Formen. Chor aus 8Eck. WTurm 1303 <milestone unit='line' n='40'/>
(Inschr.), das bmkw. Dach 1501.
</p>

<p>
Vor der Stadt <hi rend="bold">Kapelle</hi> in vorzüglichen hochgot. Formen.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WOLFMANNSHAUSEN.</hi> Sachs.-Mein. Kr. Hildburghausen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Im Sch. schöne Felderdecke aus 17. Jh., östl. Chorturm
im Erdgeschoß rom. Hübsche Ausstattung um 1730.
</p>


<pb n='435' id='i442.png'/>

<!-- [P: 435] -->

<p>
<hi rend='ort'>WOLFSMÜNSTER.</hi> UFranken BA Gemünden.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Turm A. 14. Jh., das geräumige Langhaus 1734 mit
urspr. guter gleichzeitiger Ausstattung (stark rest.). <hi rend="g">Glocken</hi>
1412, 1786.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß Wolfsmünster</hi>. Malerische Anlage von 1584 mit Treppengiebeln. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WOLKENBURG.</hi> K. Sachsen AH Rochlitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1794 nach Entwurf von <hi rend="italic">J. A. Giese</hi> in der Richtung
von <hi rend="italic">C. G. Langhans</hi>. Die das Schiff von 3 Seiten umgebende
Empore von dor. Säulen getragen; der Altartisch ohne <milestone unit='line' n='10'/>
Aufsatz; hinter ihm in der Nische Gemälde von <hi rend="italic">A. F. Oeser</hi>
und <hi rend="italic">H. V. Schnorr v. Carolsfeld</hi>.
</p>

<p>
Die <hi rend="bold">ältere K.</hi> (um 1400) jetzt <hi rend="bold">Erbbegräbnis</hi> der Grafen Einsiedel.
Altarwerk aus farbigem Marmor 1657, ausgezeichnete
Arbeit von <hi rend="italic">J. H. Böhm</hi>. Schöne Gedenktafel des bei Kaiserslautern <milestone unit='line' n='15'/>
gefallenen Gf. Friedrich v. E., Eisenguß aus Lauchhammer.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> (Gf. Einsiedel). Got. Formen im SBau. Sonst alles
gründlich umgebaut. Die klassizistische Saalausstattung
vom Besten. Familienbildnisse u. a. von <hi rend="italic">Mengs</hi>, <hi rend="italic">Graff</hi> und <milestone unit='line' n='20'/>
<hi rend="italic">Grassi</hi>. Großer Park, englisch umgearbeitet.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WOLKENSTEIN.</hi> K. Sachsen AH Marienburg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> nach Brand 1689, einfacher 1sch. Bau. &mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi> 
aus mehrfarbigem Gestein 16S2 von <hi rend="italic">Joh. Böhme</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Burg</hi>, in jetziger Gestalt ohne Interesse. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WOLKRAMSHAUSEN.</hi> RB Erfurt Kr. Hohenstein.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Sprom. WTurm, got. Sch. mit 1/2 Achteckschluß.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WOLKSHAUSEN.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Erb. 1616, nach W verlängert 1778. Die vortrefflich
in das Architekturbild eingegliederten <hi rend="g">Altäre</hi> von <hi rend="italic">Auwera</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
und <hi rend="italic">Steuerwald</hi> (letzterer ein Lokalmeister in Kitzingen).
</p>

<p>
<hi rend="bold">Sebastians-Kap.</hi> 1771. Stuckatur und Altäre gleichzeitig. Ein
älterer <hi rend="g">Altaraufsatz</hi> um 1650 an der NWand. Hinter
der Kap. bmkw. <hi rend="g">Bildstock</hi> um 1400.
</p>

<p>
Im Dorf lebensgroße <hi rend="g">Standfig</hi>. des hl. Michael 1743. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WOLMIRSTADT.</hi> Pr. Sachsen Kr. Eckartsberga.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot., 1sch., mit Netzgwb.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WOMMEN.</hi> RB Cassel Kr. Eschwege.
</p><p>
<hi rend="bold">Gutshaus</hi>, Portal Frührenaissance 1535.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WONFURT.</hi> UFranken BA Haßfurt. <milestone unit='line' n='40'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Zentralbau von 1824. Altäre und Kanzel um 1700.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Friedhofs-Kap.</hi> Bmkw. Grabsteine des sp. 16. und des 17. Jh.
Gute <hi rend="g">Kreuzigungsgruppe</hi> um 1750.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> E. 16. Jh., einige Veränderungen 1695.
</p>


<pb n='436' id='i443.png'/>

<!-- [P: 436] -->

<p>
<hi rend='ort'>WONSEES.</hi> OFranken BA Ebermannstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 18. Jh. &mdash; Epit. Guttenberg 1541, Giech 1601.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WORBIS.</hi> Pr. Sachsen RB Erfurt. Kreisstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1756, im 19. Jh. rom. (!) rest.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Klst.-K.</hi>, bar. Im Sch. 6, im Chor 2 Joche, Kreuzgwbb. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hardtkap.</hi> 1749. Großer Schnitzaltar 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Amtsgericht</hi>, schöner Fachwerkbau mit Erker, 16. und 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WORMSLEBEN.</hi> Pr. Sachsen Mansfelder Seekreis.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche.</hi> Angeblich älteste des Gebietes. &mdash; Jetzt stillos bis
auf ein primitiv aussehendes rom. Tympanon. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WÜLFERSHAUSEN.</hi> UFranken BA Königshofen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1607. Charakteristisches Beispiel der von Bischof
Julius begünstigten Nachgotik.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WÜLFERSHAUSEN.</hi> UFranken BA Karlstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> aus der Juliuszeit, im 18. Jh. überarbeitet. Die <milestone unit='line' n='15'/>
guten Rok.-Mobilien in Würzburg gearbeitet.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WUNSIEDEL.</hi> OFranken BAmtsstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi>, spgot. Anlage, Lhs. und Turm 1730 umgebaut.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Spital-K.</hi>, spgot., unbedeutend. &mdash; <hi rend="bold">Gottesacker-K.</hi> 1672.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WÜRDENHAIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Liebenwerda. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1577 und 1747. &mdash; Spgot. <hi rend="g">Flügelaltar</hi>, zusammengesetzt
aus einem größeren und kleineren. Die Figuren nicht
übel.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WÜRZBURG.</hi> UFranken <sic>B Amtsstadt</sic>.
</p>
<p>
<hi rend="bold">Dom S. Kiliani</hi>. Urbau unter B. Arno (855-93). Rest. unter <milestone unit='line' n='25'/>
B. Burkard (931-41). Neubau unter B. Bruno 1042ff. Ferner
noch, in rom. Zeit bedeutende Bautätigkeit unter B. Embricho
(1125-47) und B. Hermann (1225-54); Veränderungen 1606
bis 1607 und 1701-03. Heute wirkt der Dom im Äußeren
wesentlich als romanischer, im Innern als Barockbau. &mdash; <milestone unit='line' n='30'/>
Die Baugeschichte macht Schwierigkeiten. Die Hauptfrage
ist: hat Embricho, auf dessen Zeit alles formale Detail am
Langhaus hinweist, dieses auf dem unveränderten Grundriß
Brunos wiederhergestellt? oder hat er einen völligen Neubau
in vergrößertem Maßstabe begonnen? Für die erstere Alternative <milestone unit='line' n='35'/>
kann die Ähnlichkeit des mehrere ungewöhnliche
Eigenschaften zeigenden Grundrisses mit einem anderen Bau
des 11. Jh., der Klst.-K. in Hersfeld (beg. nach 1037), geltend gemacht
werden. Dann aber müßte der WBau mit seinen Doppeltürmen, 
da er auf schmälere Schiffe hinweist<note place='foot'><p>
Die Mauern des jetzigen Hochgadens stoßen auf die Fensteröffnungen an
der Ostseite der Türme.</p></note>, auf eine noch <milestone unit='line' n='40'/>
ältere Zeit zurückgehen, was aber nicht wohl möglich ist,
weil die Anlage westlicher Doppeltürme mit Eingangshalle
nicht vor 2. Viertel 11. Jh. (zuerst in Straßburg) nachgewiesen
<pb n='437' id='i444.png'/>
<!-- [P: 437] -->
werden kann. Zwischen den beiden oben genannten Möglichkeiten
blieb dann nur noch eine dritte, rein hypothetische:
Veränderung des Maßstabes schon unter Bruno. &mdash; Der Ostbau
hat das volle Gepräge schon des 13. Jh. &mdash; Der Gr. ist kreuzförmig, 
die Vierung genau quadr., die Flügel des Qsch. sowohl <milestone unit='line' n='5'/>
als der Chor gestreckt rechteckig (einzige aber genaue Analogie
die Kloster-K. Hersfeld); Hauptapsis und 2 kleinere Apsiden
an der OWand des Qsch.; im Chorwinkel 2 quadr. Türme.
Im Lhs. 10 Ark.; die rom. Kämpferprofile der Pfll. noch sichtbar.
Wie die allgemeine Disposition, so sind auch die Abmessungen <milestone unit='line' n='10'/>
denen von Hersfold sehr nahe: ganze lichte L.
ohne Turmhalle 97 (Hersfeld 95), Lhs. 57 : 31 (Hersfeld 55 : 30),
Qsch. 58 (Hersfeld 57), H. des Msch. 24 (Hersfeld 23). Der
Chor 1749 tiefer gelegt unter Opferung der alten Krypta.
</p>

<p>
<hi rend="g">Inneres</hi>. Das Raumbild ist noch das alte romanische geblieben <milestone unit='line' n='15'/>
und von mächtiger Wirkung. Rom. Einzelformen
nur an den Pfll. sichtbar. Sie zeigen eine ungewöhnliche,
nur mit einigen thüringischen Bauten vergleichbare Form;
Halbsäulenvorlagen unter der Bogenleibung. Die Gewölbe
des Hauptchors und der Sschiffe um 1500 eingezogen. Bischof <milestone unit='line' n='20'/>
Julius beabsichtigte A. 17. Jh. eingreifende Umwandlung im
Charakter der von ihm bevorzugten posthumen Gotik. Zur
Ausführung kamen nur die Gewölbe des Hochschiffes durch
<hi rend="italic">Lazzaro Agostino</hi>. Die ausgezeichnet schöne Stuckdekoration
1701 von <hi rend="italic">Pietro Magni</hi>. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend="g">Äußeres</hi>. Die Fassade stammt aus verschiedenen rom.
Epochen; durch die glättende und gleichmachende Rest.
1880 hat sie ihren historischen Charakter verloren; das Portal
neu erfunden; bis 1644 stand vor dem Erdgeschoß eine Paradieshalle. 
&mdash; Die oberen Turmabschlüsse 1418. &mdash; Die Langseiten <milestone unit='line' n='30'/>
aus 1. H. 12. Jh. mit der üblichen Lisenen- und Bogenfriesgliederung,
die jedoch einen eigentümlich flauen Charakter
hat; vielleicht ist der Grund durch Verputz erhöht. &mdash; Die
Osttürme im Erdgeschoß mit dem Chor gleichzeitig, in den
oberen Teilen 1225-50. Die Überführung vom Quadrat <milestone unit='line' n='35'/>
zum 8Eck sehr eigentümlich; fast möchte man glauben, daß
hier eine blasse Erinnerung an die Türme von Laon vorliegt,
vielleicht vermittelt durch Bamberg. Zu beachten die polychromen
Wirkungen durch Wechsel im Sandstein.
</p>

<p>
<hi rend="g">Ausstattung</hi>. <hi rend="g">Chor</hi>. [Von den 1701ff. beseitigten <milestone unit='line' n='40'/>
Kunstwerken waren die wichtigsten gewesen: <hi rend="g">Hochaltar</hi>
mit dem Standbild des Salvators unter einem von 4 Sll. getragenen
Ciborium aus Salzburger Marmor, auf der Retabelwand
ein Marmorsarkophag mit Reliquien, 1510 von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>; 
von demselben 1494 ein bis zum Gewölbe reichendes


<pb n='438' id='i445.png'/>

<!-- [P: 438] -->

<hi rend="g">Sakramentshäuschen</hi>. Ehernes <hi rend="g">Singpult</hi> von
<hi rend="italic">Hans Wurzelbauer</hi> aus Nürnberg jetzt in der Sepultur.] Die
jetzigen <hi rend="g">Altäre</hi> gute Durchschnittsleistungen der Barockzeit. 
Sie enthalten Gemälde von <hi rend="italic">Oswald Onghers</hi> (Enthauptung
Johannis), <hi rend="italic">Sandrart</hi> (Kreuzabnahme), <hi rend="italic">Bueler</hi> (Grablegung), <milestone unit='line' n='5'/>
<hi rend="italic">Merian</hi> (Drei Könige). Die Altäre des Langhauses
an den Pfeilern aufgestellt; sie erhielten 1793 einheitliche
Umrahmung. &mdash; <hi rend="g">Chorstühle</hi> von <hi rend="italic">Jakob van der Auwera</hi>
1749 mit den Wappen der damals amtierenden Domherren.
&mdash; <hi rend="g">Eisengitter</hi> von <hi rend="italic">Gattinger</hi>. &mdash; Spgot. <hi rend="g">Bischofsstuhl</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
jetzt in der Sakristei. &mdash; Im Langhaus Taufkessel,
Erzguß, bez. <hi rend="italic">Eckart von Worms</hi> 1279. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> von <hi rend="italic">Mich.
Kern</hi> 1609.
</p>

<p>
<hi rend="g">Grabdenkmäler</hi>. Neben denen des Mainzer Doms die
großartigste Reihe, die Deutschland besitzt. Sie wurden im <milestone unit='line' n='15'/>
18. Jh. an Wänden und Pfeilern aufgestellt. Die älteren
bildeten Deckplatten von Tumben, die jüngeren sind Bildnisepitaphe; 
die zu den letzteren gehörigen Bodenplatten (über
der wirklichen Grabstelle) sind teils untergegangen, teils an
den Seitenschiffswänden aufgestellt. Im 16. Jh. kam das <milestone unit='line' n='20'/>
Ädikulaepitaph mit Reliefbild auf.
</p>

<p>
Im <hi rend="g">Querschiff</hi>: I. NFlügel. a) OWand. Über der
kleinen, zur Krypta führenden Tür Epitaph des Dechanten
J. C. Kottwitz v. Aulenbach † 1610; B. Konrad v. Bibra
† 1544 im Stil des <hi rend="italic">Peter Dell d. Ä</hi>. b) WWand. Grabstein <milestone unit='line' n='25'/>
des Grafen Bernhard v. Solms † 1553 im Stil des
<hi rend="italic">P. Dell d. J.</hi>; Grabstein des B. Gerhard von Schwarzburg
† 1400, überlebensgroß, die Gewandung dekorativ sehr
wirksam, dabei ist es wichtig, daß mit ihr auch das gesagt
wird, was eigentlich Sache der Figur wäre; im Kopf könnte <milestone unit='line' n='30'/>
man ein fein gestimmtes Porträt zu sehen glauben, trüge
nicht der von demselben Meister gefertigte Konrad von
Weinsberg in Mainz auch ganz dieselben Züge. Epitaph des
Dompropstes F. L. Faust v. Stromberg † 1673. Unter dem
Durchgangsbogen zum nördl. Ssch. Erzplatten des Kottwitz <milestone unit='line' n='35'/>
v. Aulenbach (vgl. Epitaph oben) und des Erasmus Neustetter.
&mdash; II. SFlügel. a) WWand: Ehernes Epitaph des C. F. v.
Thüngen 1629. b) SWand: Kenotaph des B. Moritz v. Hutten
† 1552 von <hi rend="italic">Martin Hering</hi>, c) OWand: Epit. des B.
Konrad v.Thüngen 1540 von <hi rend="italic">Loy Hering</hi> aus Eichstätt; Kenotaph <milestone unit='line' n='40'/>
des Dompropstes Niedhard v. Thüngen, B. v. Bamberg, 1598.
</p>

<p>
<hi rend="g">Im Langhaus</hi>. &mdash; <hi rend="g">Nördliche Reihe</hi>. 1. Pfl. NSeite:
B. Gottfried III. v. Hohenlohe † 1322 (mit neuer falscher
Inschrift), das Schwert führen die Würzburger Bischöfe als
Herzöge von Franken; trotzdem die Rechte zum Segnen <reg orig='er-|hoben.'>erhoben.</reg>
<pb n='439' id='i446.png'/>
<!-- [P: 439] -->
SSeite: B. Otto v. Wolfskeel † 1345, ausgezeichnetes
Beispiel für den Stil des 14. Jahrhunderts; die große Schleppfalte
von der linken Hüfte zum rechten Fuß im Schema der
Apostel des Kölner Doms. Rundfigur. &mdash; 2. Pfl. NSeite: Domdechant
Peter v. Aufseß † 1522, flacher Erzguß, wohl aus <milestone unit='line' n='5'/>
der <hi rend="italic">Vischer</hi>schen Hütte. OSeite: B. Albert v. Hohenlohe
† 1372, die Sförmige Schwingung so trefflich in die Charakteristik
einbezogen, daß sie kaum noch als konventionell
wirkt. &mdash; 3. Pfl. NSeite: Epit. des Erasmus Neustetter 1594
(Grabplatte s. oben). &mdash; 4. Pfl. O. Seite: B. Johann v. Eglofstein <milestone unit='line' n='10'/>
1411, Standbild unter Baldachin, Porträtkopf. B. Wolfram
v. Grumbach-Wolfskehl † 1333. Kein Kissen mehr, die
Auffassung als Standfigur zum ersten Male konsequent durchgeführt, 
überhaupt <corr sic=" edeutende">bedeutende</corr> Arbeit. &mdash; 5. Pfl. NSeite:
Dompropst v. Frankenstein 1789 vom Bamberger <hi rend="italic">Mutschelle</hi>. <milestone unit='line' n='15'/>
OSeite: B. Johann v. Grumbach 1466, Standbild unter Baldachin, 
fein, vornehm, geschmackvoll; vom Würzburger Meister
<hi rend="italic">Leonhard Strohmeier</hi>. &mdash; 7. Pfl. OSeite: B. Adam Friedrich
v. Seinsheim 1779 von <hi rend="italic">J. P. Wagner</hi> nach dem Entwurf des
Hofmalers <hi rend="italic">Christoph Fesel</hi>. &mdash; 8. Pfl. SSeite: B. Philipp Adolf <milestone unit='line' n='20'/>
v. Ehrenberg † 1631, ausgeführt 1664. &mdash; <hi rend="g">Südliche Reihe</hi>.
1. Pfl. NSeite: B. Mangold v. Neuenburg † 1303. Keinesfalls
wesentlich jünger, wichtig für den Übergang vom Stil des
13. Jh. zu dem des 14. Jh. (Pinder glaubt an einen in Sachsen
geschulten fränkischen Künstler); der merkwürdig individuelle <milestone unit='line' n='25'/>
Kopf im 18. Jh. übergangen. SSeite: B. Gottfried
v. Spitzenberg † 1190 auf dem Kreuzzug; der Stein, trotz
der jüngeren Inschrift, gleichzeitig, ältestes Zeugnis der Monumentalplastik 
in Würzburg, &mdash; 3. Pfl. NSeite, neben der Kanzel:
B. Gottfried Schenk v. Limburg 1455. &mdash; 4. Pfl. OSeite: B. <milestone unit='line' n='30'/>
Johann v. Brunn 1440; die Gesichtszüge sind individuell,
verraten aber nicht einen 80jährigen Greis. NSeite: B. Rudolf
v. Scherenberg 1493 von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>, dessen Stil von
seiner besten Seite zeigend. &mdash; 5. Pfl. NSeite: B. Lorenz v.
Bibra 1519; bei Lebzeiten bestellt; das Beiwerk zeigt, wie <milestone unit='line' n='35'/>
sich der alternde Meister <hi rend="italic">Riemenschneider</hi> mit den eindringenden
Renss.-Formen auseinandersetzte; vielleicht jedoch
unter Mitwirkung eines jüngeren Gehilfen; die Putten haben
auch in den Köpfen mit dem bekannten Engeltypus <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>
nichts gemein; übrigens ist das Verhältnis der Figur <milestone unit='line' n='40'/>
zur tektonischen Umgebung vorzüglich abgewogen und die
Verbindung verschiedenfarbiger Steine mit zartem Geschmack
durchgeführt. &mdash; 6. Pfl. NSeite: B. Melchior Zobel zu Gutenberg, 
ermordet 1558, Hauptwerk des vielbeschäftigten aber unerfreulichen
<hi rend="italic">P. Dell d. J.</hi> &mdash; 7. Pfl. NSeite: B. Friedrich v. <reg orig='Wirs-|berg'>Wirsberg</reg>
<pb n='440' id='i447.png'/>
<!-- [P: 440] -->
1573 von <hi rend="italic">W. Sarder</hi> aus Eichstätt. OSeite: B. Franz
Ludwig v. Ertal 1795. &mdash; 8. Pfl. NSeite: B. Julius Echter v.
Mespelbrunn 1617 von <hi rend="italic">M. Kern</hi>; Architektur gut, Figur nicht
bedeutend. SSeite: Ritter Sebastian Echter, des Bischofs
Bruder, 1577. OSeite: das umgestürzte Wappen des letzten <milestone unit='line' n='5'/>
Echter † 1665. &mdash; 9. Pfl. NSeite: B. Joh. Gottfr. v. Aschhausen
† 1622. &mdash; Die Form des Renss.Epitaphes, Ädikula mit Relief.
An der südl. Sschiffswand eine Reihe bronzener Grabplatten,
ehemals in der Nähe der entsprechenden Epitaphe zu denken.
Von ihnen gehören der Gießhütte <hi rend="italic">Peter Vischers</hi>: Dompropst <milestone unit='line' n='10'/>
Georg v. Giech † 1501, Dompropst Albert v. Bibra † 1511,
B. Lorenz v. Bibra † 1519, letztere vielleicht nach <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>
Entwurf in Nürnberg gegossen.
</p>

<p>
<hi rend="g">Sonstige Skulpturen</hi>. &mdash; Vom Triumphbogen herabhängend
überlebensgroßes <hi rend="g">Holzkruzifix</hi> von 1478. &mdash; <milestone unit='line' n='15'/>
Auf 3 Pfll. der NSeite verstreut <hi rend="g">Maria und die h.h. drei
Könige</hi>, interessante, stark bewegte Standbilder aus A.14.Jh.,
durch moderne Rest, und Bemalung entstellt; ähnliche Pfl. Aufstellung
in der Lorenz-K. in Nürnberg; trotzdem vielleicht
ursp. für ein Portal gedacht, wie in Freiburg. Zu Beginn des <milestone unit='line' n='20'/>
Lhs. <hi rend="g">Taufkessel</hi>, Erzguß, bez. <hi rend="italic">Eckart v. Worms</hi> 1279;
die zu dieser Zeit in Süddeutschland wenig geläufige Technik
erklärt die Roheit der Formen. &mdash; <hi rend="g">Kanzel</hi> von <hi rend="italic">Mich. Kern</hi>
1609. &mdash; In einer Kap. am WEnde des südl. Ssch. große
<hi rend="g">Gruppe</hi> des Marientodes, um 1470-80, hervorragend durch <milestone unit='line' n='25'/>
Wahrheit und Stärke des Ausdrucks; am Eingang in die Kap.
ein <hi rend="g">Diakon</hi> mit Lesepult in einem zugleich an <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>
und <hi rend="italic">Backofen</hi> <corr sic='erinnern den'>erinnernden</corr> Stil, dann die 2 <hi rend="g">Säulen</hi>
»Booz« und »Jachim« vom ehemaligen Paradies. &mdash; Die spgot.
<hi rend="g">Standbilder</hi> an den ersten Pfll. des Lhs, von den <milestone unit='line' n='30'/>
Strebepfll. der Marienkap., wo sie zu verwittern drohten,
hierher geborgen. &mdash; In der Vorhalle Madonna um 1420.
</p>

<p>
<hi rend="g">Epitaphe am Äußeren</hi>. Meist sehr beschädigt.
Historisch interessant dasjenige <hi rend="italic">Tilman Riemenschneiders</hi>,
wohl von seinem Sohne <hi rend="italic">Jörg</hi>. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend="g">Schönborn-Kap.</hi> am nördl. Qsch. 1721-36 von <hi rend="italic">J. B.
Neumann</hi>. Kreisrunder Kuppelraum mit elliptischen Exedren
nach O und W, Eingang N, Hauptaltar S. Vier <hi rend="g">Grabmäler</hi>
von Kirchenfürsten aus der Familie Schönborn. Das
Innere, als Grabkap. in grauem und schwarzem Marmor, <milestone unit='line' n='40'/>
kommt infolge nicht glücklicher Lichtführung nicht nach
seinem Werte zur Geltung; das Äußere zeigt <hi rend="italic">Neumanns</hi>
Formensprache in aller Vollendung.
</p>

<p>
<hi rend="g">Kreuzgang</hi>. NFlügel 1424-28, SFlügel 1428-31, WFlügel
nach 1431, OFlügel 1449-53. Die 3rippige Wölbung,


<pb n='441' id='i448.png'/>

<!-- [P: 441] -->

deren mit Wappen geschmückte Schlußsteine im Gr. eine
Zickzacklinie bilden, wohl später. Stattliche Abmessungen,
etwa 35 : 50 m bei 4 m Tiefe der Gänge. Die im O liegende
Sepultur 1461. 2sch. Halle von 35 : 11 m, an der OWand
8 Kapp., deren Öffnungen in den Pfeilerachsen liegen, eine ]L: 5]
Konsequenz der sternförmigen Teilung des Gwb. Das Erdgeschoß
diente als Sepultur des Kapitels. Unter den überaus
zahlreichen <hi rend='g'>Denkmälern</hi> im Kreuzgang seien hervorgehoben:
Heinrich v. Seinsheim † 1360, schlanke Ritterfigur
in engem Lederpanzer; Paul Fuchs † 1540 wohl von <hi n='0' rend="italic">Peter</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
<hi rend='italic'>Dell</hi>; Martin v. Wiesenthau † 1554, bez. <hi rend="italic">T K</hi> (<hi rend='italic'>Thomas
Kistner</hi>), Dompropst Markgraf Friedrich v. Brandenburg
† 1536; Oberst Baur v. Eisenberg, bez. <hi rend='italic'>Mich. Kern</hi> 1623.
In der Sepultur Bronzeepitaph Alb. Schenk v. Limpurg, bez.
<hi rend='italic'>Jörg Straubinger </hi> (Nürnberg) 1680. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">S. Burkard.</hi> K. des 751 gegr. Benedikt.-Klst. Neubau 1033,
eingreifende Rest. 1168, Erweiterung der östl. Teile 1494-97.
&mdash; Kleine flachged. Basilika ohne Qsch. An den östl. Enden
der Ssch. quadr. Türme, aus deren Mauermasse rundbg. Altarnischen
ausgespart sind; jetzt durch neue Einbauten verdeckt. <milestone unit='line' n='20'/>
Der Hauptchor setzte sich zwischen den Türmen fort und
schloß voraussetzlich mit rundbg. Apsis. Außerdem waren
WTürme vorhanden, die 1677 abgetragen wurden; damals
auch die WEmpore eingebaut. 6 Arkaden mit regelmäßigem
Stützenwechsel. Sll. mit Würfelkaptt. und eckblattlosen att. <milestone unit='line' n='25'/>
Basen. &mdash; Äußeres ganz schmucklos, der Gesimse beraubt.
Interessant nur das Portal an der NSeite mit geschlossener
Vorhalle; dieselbe hat den Eingang im O und eine Altarnische
im W, an der NWand 2 gekuppelte große Lichtöffnungen.
Das Portal (nachträglich) durch seitwärts vorgeblendete <milestone unit='line' n='30'/>
Säulengruppen geschmückt; reiche und originelle tektonische
Gliederung bei fast völligem Mangel an Ornament. Die Türme
quadr. bis zur Firsthöhe des Msch., dann ins 8Eck umsetzend;
diese Teile 1241 in anmutig ernsten frgot. Formen. &mdash; Der
spgot. OBau in erheblich größerem Maßstab; das Qsch. so <milestone unit='line' n='35'/>
breit, daß zwischen Vierung und Flügeln je eine Stütze eingeschoben;
ursp. flachgedeckt; modernes Netzgwb. im Monniersystem. &mdash;
<hi rend='g'>Chorstüle</hi> 1693 aus got. und bar. Teilen zusammengesetzt. &mdash;
Im nördl. Qsch. bmkw. <hi rend='g'>Opferstock</hi> mit
Reliefs E. 13. Jh. &mdash; <hi rend='g'>Votivrelief</hi> aus dem Leprosenhaus, <milestone unit='line' n='40'/>
Kreuzigung ca. 1370. &mdash; Großer <hi rend='g'>Flügelaltar</hi>, noch in got.
Anordnung, 1589-91; die Gemälde vom Würzburger Bürger
<hi rend='italic'>Alexander Müller</hi> (die von demselben ausgeführte Wand- und
Deckenbemalung zerstört). &mdash; <hi rend='g'>Grabsteine</hi> der Äbte
Hermann Lesch † 1408, Eberhard Lesen † 1436, Johann


<pb n='442' id='i449.png'/>

<!-- ]P: 442] -->

v. Waldenfels † 1427. &mdash; An der Wand <hi rend='g'>Gemälde</hi> der
Grablegung von <hi rend='italic'>Osw. Onghers</hi> 1676. &mdash; In der Pfarrei <hi rend="g">Holzmadonna</hi> 
von <hi rend='italic'>Riemenschneider</hi> aus seiner Frühzeit.
</p>

<p>
[<hi rend="bold">Augustiner-Klst.</hi> Gew. 1302. Abgebrochen 1824. Interessante
Reste von dekorativer Plastik, oberrheinischen Schulzusammenhang <milestone unit='line' n='5'/>
bekundend, im Museum.]
</p>

<p>
<hi rend="bold">Franziskaner-K.</hi> Erste Ordensniederlassung 1221. Die gegenwärtige
K. eine ursp. flachgedeckte got. Basilika aus 2. H.
13. Jh. Der gewölbte Chor, größer als der erste, gegen 1289
hinzugefügt. Veränderungen unter Bischof Julius: Einziehung <milestone unit='line' n='10'/>
von Gwbb. (in Netzform) 1611-14, alle 3 Schiffe unter ein
gemeinschaftliches Dach gebracht, die Fenster (mit Ausnahme
derer am O- und WSchluß) verändert. Vom frgot.
Bau geblieben: der Gr. (das 3sch. Lhs. 35 m l., der 1sch. Chor
22,5 m l), das Mauerwerk und die (6) Arkaden des Msch. <milestone unit='line' n='15'/>
Sie zeigen die got. Formen in der für die Bettelorden charakteristischen
äußersten Vereinfachung: gemauerte Rundsll.,
8eck. Sockel, glatte Kelchkaptt., 4eck. Deckplatten, Bogenleibungen
glatt bis auf die Abfasung der Ranken, die Oberfenster <milestone unit='line' n='20'/>
kreisrund mit Vierpaß. &mdash; Traurige Rest. 1882. &mdash;
Der geräumige Kreuzgang um 1300 bereits in reicherer Behandlung. 
&mdash; Die beträchtliche relative Höhe der Ssch. schon
im ursp. Querschnitt. &mdash; Die Valentins-Kap. an der SSeite,
eine sehr alte Gründung, von Bischof Julius nachgot. umgebaut. 
Über ihr ein reich stuckierter Prunksaal, der vor der <milestone unit='line' n='25'/>
Erbauung der Universität den akademischen Festlichkeiten
als Aula diente. &mdash; An der steinernen Mensa des Hochaltars
Metallplatten mit frgot. <hi rend='g'>Schmelzarbeit</hi>, meist Tierbilder
nach dem Physiologus. Auf einem Seitenaltar eine
<hi rend="g">Pietas</hi> von <hi rend='italic'>Riemenschneider</hi> (?). &mdash; Bmkw. <hi rend='g'>Meßgeräte</hi> <milestone unit='line' n='30'/>
18. Jh. &mdash; <hi rend='g'>Grabmäler</hi>: Bildnisplatte des Weihbischofs
Georg Antworter † 1499, keine von den guten Arbeiten der
Zeit. Im Schiff die Frau des Schultheißen Zingel † 1407.
Dann im guten Würzburger Durchschnittscharakter mehrere
Rittergrabsteine: Balthasar v. Zingel † 1493; Truchseß v. Wetzhausen <milestone unit='line' n='35'/>
† 1513, Hans v. Grumbach † 1529, Peter v. Randersacker
† 1540. Schönes kleines Kinderepitaph 1582 für eine
Echter v. Mespelbrunn. Großes prachtvolles Wandgrab des
Heinrich Zobel v. Giebelstadt † 1589 mit Frau und 11 Kindern.
Ein ähnliches für die Familie v. Thüngen 1625 v. <hi rend="italic">Mich. Kern</hi>. <milestone unit='line' n='40'/>
&mdash; Außen an der K. Ölberg von <hi rend='italic'>Georg Riemenschneider</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Deutschhaus-K.</hi> (Militärmagazin). Der früheste got. Bau in
Würzburg (an Stelle einer staufischen curia regia, zu welcher
der erhaltene rom. WTurm in Beziehung steht), beg. nicht
lange vor 1280, die WTeile nach 1296. &mdash; 1sch. Anlage von 7


<pb n='443' id='i450.png'/>

<!-- [P: 443] -->

Jochen mit polyg. Schluß. Am 4. Joch tritt ein Wechsel der
Formen ein. Der ältere Teil mit Wimpfen, der jüngere mit
Oppenheim verwandt. Reiche Schlußsteine, Blattmasken
und Figürliches, das letztere von sehr guter Hand. Dagegen das
Portal (S) ohne Plastik, nur in eleganten Architekturformen. <milestone unit='line' n='5'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Dominikaner (Augustiner)-K.</hi> Erste Niederlassung 1228.
Der jetzige Bau ein Neubau von <hi rend="italic">Balthasar Neumann</hi> 1744,
bei dem der got. Chor (von 1308) beibehalten, nur dekorativ
umgestaltet wurde. Das Lhs., eine hochstrebende Pfl.Basilika,
hat für das Bar. ungewöhnliche Proportion; <hi rend="italic">Neumann</hi> selbst <milestone unit='line' n='10'/>
erklärt: »Die Kirche, daß sie so hoch muß werden, obliegiert
der schöne alte, gut gewölbte Chor«. Es ist möglich, daß
Neumann auch den got. Gr. vollständig beibehalten hat. Die Dekoration
ist einfach; es wird hauptsächlich, und zwar stark,
durch die Altäre gewirkt, deren einer auf jeden Pfl. des Lhs. <milestone unit='line' n='15'/>
Die Skizzen dazu von Neumann selbst. Der architektonische
Apparat des Barockaltars ist aufgegeben, diese hier wollen
nur Bilderrahmen sein, allerdings sehr prächtige und umfängliche. 
Die prunkvollere Dekoration des Mönchschors
hinter dem Hochaltar nachneumannisch. Gemälde des <milestone unit='line' n='20'/>
Hochaltars von <hi rend="italic">Treu</hi> aus Bamberg, Deckengemälde von
<hi rend="italic">G. A. Urlaub</hi> (Chor) und <hi rend="italic">Ermeltraut</hi> (Lhs.).
</p>

<p>
<hi rend="bold">S. Gertraud</hi> in der Pleichach. Vor 1133 von Meister <hi rend="italic">Enzelin</hi>,
der später am Dom tätig. 1600-1613 völlig umgestaltet.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Stifts-K. Haug</hi>. Ehemals rom. Sl.Basilika mit WTürmen <milestone unit='line' n='25'/>
und Dreiapsidenschluß. 1665 wegen der Festung niedergelegt.
Tympanon mit thronender Muttergottes und den beiden
Johannes, nach 1200, jetzt im Luitpold-Mus. &mdash; Neubau 1670
bis 1691 von <hi rend="italic">Antonio Petrini</hi>. Die Anlage nach dem Typus
des Gesù in Rom; als selbständige Elemente treten hinzu <milestone unit='line' n='30'/>
die starke Ausladung der Qsch.Arme, welche auch das Lhs.System
der seitlichen Altarnischen fortsetzen, und die Doppeltürme
der Fassade. Die Einzelformen schwer und ernst, von
starker Ausladung. In allen Nischen mächtige Barockaltäre
italienischen Gepräges (Gemälde <hi rend="italic">Onghers</hi>). Im übrigen ist <milestone unit='line' n='35'/>
der Binnenraum farblos. &mdash; Am meisten weicht von den
italienischen Vorbildern das Äußere ab. Es hat Strebepfll.
und hohe Dächer, welche die Fenster des hohen Kuppelanbaues
teilweise überschneiden. Immerhin wirkt die Kuppel sehr bedeutend. 
Die Fassade hat durch die seitliche Stellung der <milestone unit='line' n='40'/>
Türme eine mächtige Ausdehnung erlangt. Des rhythmischen
Lebens, das sonst an Barockfassaden so stark zu sein pflegt,
entbehrt sie. Schwere Gurtgesimse, einfache Lisenen (nicht
antike Ordnungen!) und Statuennischen ergeben vielfältige,
aber monotone Gliederung. &mdash; Prächtige <hi rend="g">Kanzel</hi>.
</p>


<pb n='444' id='i451.png'/>

<!-- [P: 444] -->

<p>
<hi rend="bold">S. Jakob.</hi> K. des ehem. Schottenklst. Beg. nach 1134, voll.
1146. Flachgedeckte Pfl.Basilika ohne Qsch., schließend mit
3 parallelen Apsiden. Auf 31 m L. 10 Ark. Die beiden letzten
Ssch. Joche mit stumpf grätigen Kreuzgwbb. zwischen breiten
Gurten (in urspr. Form nur im südl. Ssch.). Die quadr. Pfll. <milestone unit='line' n='5'/>
und alle übrigen Formen die einfachsten. Die rundbg. Friese
ähnlich denen des Doms. Die westl. Vorhalle E. 17. Jh. abgebrochen. 
Die OTürme, von denen der südl. rom., der nördl.
einfachst got. Nach M. 13. Jh. wurde der Chor umgestaltet:
über der im Unterbau beibehaltenen rundbg. Hauptapsis ein <milestone unit='line' n='10'/>
hoher polygonaler Chor. &mdash; An den Pfeilern Malereien des
Augsburgers <hi rend="italic">Leonhard Beck</hi> 1504. &mdash; Die K. jetzt Militärspeicher, 
das Klst. Militärkrankenhaus.
</p>

<p>
[<hi rend="bold">Johanniter-K.</hi> A. 14. Jh., 1815 zerstört. Die Grabsteine im
Münchener Nationalmuseum.] <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Karmeliter-K.</hi> 1662-1669 von <hi rend="italic">Antonio Petrini</hi>. Der erste
italisierende Barockbau in Franken. Der Gr. zeigt die typische
von den Jesuiten ausgebildete Form. Die Haltung derb und
schlicht. &mdash; <hi rend="g">Altarbilder</hi> aus der Erbauungszeit von den
Rubensschülern <hi rend="italic">Diepenbeck</hi> und <hi rend="italic">de Rul</hi>. &mdash; Im Klst. ein <milestone unit='line' n='20'/>
<hi rend="g">Holzkruzifix</hi> aus 13. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Liebfrauen-Kap.</hi> auf der Feste Marienberg. Der Kernbau
wahrscheinlich identisch mit der A. 8. Jh. unter Karlmann
genannten cappella in honorem S. Mariae constructa, also
der älteste kirchliche Steinbau im Frankenland. Rotunde <milestone unit='line' n='25'/>
Das Erdgeschoß hat 11,67 m im Lichten bei 4,07 m Mauerstärke;
im Innern durch 6 Rundnischen und 2 Durchgänge
im W und O<corr sic=')'></corr> gegliedert. Im 12. Jh. ein Obergeschoß von
nur 0,75 m Wandstärke, daher in der Außenansicht rückspringend. 
Der Bau des 12. Jh. kann nicht gewölbt gewesen <milestone unit='line' n='30'/>
sein; für den des 8 Jh., der alt christlichen Anlagen durchaus
ähnlich sieht, ist Wölbung vorauszusetzen. &mdash; Renss.-Portal
vom Herstellungsbau nach Brand 1600. &mdash; Stuckdekoration
1699 ff. &mdash; Bmkw. spgot. <hi rend="g">Reliquiar</hi> bez. 1519.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Marien-Kap.</hi> auf dem Markt. Nach der Judenverfolgung <milestone unit='line' n='35'/>
1348 zur christl. K. eingerichtet: Neubau 1377 ff.; Chor gew.
1392; die Ausschmückung setzte sich bis nach 1470 fort. &mdash;
Hallenkirche von 5 Jochen, 1sch. Chor von 4 Jochen und
5/8 Schluß. Das Innere 1713 barockisiert, 1856 in got. Sinne
hergestellt. Hallen von extremen Höhenverhältnissen. Noch <milestone unit='line' n='40'/>
bezeichnender für die Zeit das in allem Schmuckreichtum
etwas dürr bleibende, in schematisch eleganten Formen durchgebildete
Äußere, an dem namentlich die Streben ein ungemein
glänzendes dekoratives Beiwerk erhalten haben. Eigentümlich
die Art, wie die Dachbalustrade um den WGiebel


<pb n='445' id='i452.png'/>

<!-- [P: 445] -->

herumgeführt ist. Im S, W und N 3 sehr prächtige Portale.
&mdash; Der Turm steht nördl. neben der Fassade, mit 3 Pfll. frei;
bis zur Gesimshöhe der K. ganz einfach, dann noch ein mit
Stab- und Maßwerkrelief besetztes quadr. Geschoß, endlich
ein hohes Oktogon; alles in reichsten Formen; diese Teile <milestone unit='line' n='5'/>
1441-60 von <hi rend="italic">Eberhard Friedeberger</hi> aus Frankfurt. (Der
durchbrochene Steinhelm modern, vorher Bleidach.)
</p>

<p>
<hi rend="g">Skulpturen</hi>. Am WPortal Madonna um 1440. Die
Bogenfelder der 3 Portale, am nördl. Verkündigung, am
südl. Marienkrönung, am westl. Jüngstes Gericht, das Verkündigungsrelief <milestone unit='line' n='10'/>
ausgezeichnet in der Füllung der Bildfläche,
der leichten Beweglichkeit der Gewänder, der Anmut der
Typen. Entstehung um 1430-40 (Pinder: 1415-20). &mdash;
<hi rend="italic">Riemenschneiders</hi> <hi rend="g">Adam und Eva</hi> am NPortal, künstlerisch
von größter Bedeutung, wurden in jüngster Zeit entfernt <milestone unit='line' n='15'/>
(Histor. Verein) und durch Gewandstatuen ersetzt.
Ebenfalls von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>, 1500-1506, die <hi rend="g">Statuen</hi>
Christi, des Täufers und der zwölf Apostel an den Strebepfll.,
durch moderne Rest. verdorben (die beiden Johannes neu,
Originale im Dom). <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
Im Innern: südl. Ssch. zwei Reliefs um 1400; <hi rend="g">Marientod</hi>,
feierliche zarte Stimmung, feinfühlig flaches Relief, die Komposition
altertümlich bis auf das perspektivisch schräg gestellte
Bett; von anderer Hand und in kräftigerem Pathos
die <hi rend="g">Kreuzgruppe</hi>, der kniende Donator vielleicht Graf <milestone unit='line' n='25'/>
Günther v. Schwarzburg † 1410. Am Chorbg. <hi rend="g">Dorothea</hi>
und <hi rend="g">Margaretha</hi> von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>, ca. 1510. <hi rend="g">Grabsteine</hi>:
Martin v. Seinsheim † 1434; Konrad v. Schaumburg
† 1499, Werkstatt <hi rend="italic">Riemenschneiders</hi>; Ritter Schrimpf von
<hi rend="italic">Peter Dell d. J.</hi> 1556, <!--im orig kursiv-->Valentin v. Münster von <hi n='0' rend="italic">demselben</hi>, 1558. <milestone unit='line' n='30'/>
Bürgerliche Grabmäler in Epitaphform 1566, 1624, 1648.
</p>

<p>
<hi rend="bold">S.Michaels-K.</hi> An Stelle einer nicht bedeutenden rom. K. Neubau
1766 <sic>Valèntin v. Münstèr</sic> 1858ff. von <hi rend="italic">J. P. Geigel</hi> und <hi rend="italic">Joh. Fischer</hi>
als Ordens-K. der Jesuiten. Das Äußere nüchtern, das Innere von
bedeutender Raumwirkung, aber in der Behandlung unsicheren <milestone unit='line' n='35'/>
<corr sic='Wollenszwischen'>Wollens zwischen</corr> barockem Grundgefühl und modernistischem
Klassizismus. (Weitaus unerfreulicher als die die gleiche Übergangsstufe 
hochbedeutend repräsentierende Klst.-K. zu Wiblingen
bei Ulm). Die Deckengemälde, reich an theologischen Finesen,
1770 vom Mainzer Hofmaler <hi rend="italic">Joseph Appiani</hi>, fortgesetzt vom <milestone unit='line' n='40'/>
Würzburger <hi rend="italic">Chr. Fesel</hi>. Stuckaturen von <hi rend="italic">Materno Bossi</hi>,
Hochaltar von <hi rend="italic">Gärtner</hi> 1798.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Neubau-K.</hi> s. Universität.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Neumünster-K.</hi> Erb. unter B. Heinrich (995-1018), vgl.
den Stein am Chor mit der Inschr. »Henricus me fecit«; schon


<pb n='446' id='i453.png'/>

<!-- [P: 446] -->

in rom. Zeit wiederholte Bauveränderungen, überliefert für
die Zeit B. Adalberos (1045-1085), ferner Ablässe 1223-47.
Rest. des Innern und westl. Anbau 1711ff. Der Barock-Umbau
nach derselben Methode, wie am Dom, d. h. der rom. Mauer- und
Pfeilerkörper wurde beibehalten, aber im Innern ganz <milestone unit='line' n='5'/>
mit Barockformen umkleidet, außen die romanischen belassen.
&mdash; Urspr. flachgedeckte Basilika mit Doppelchor. Die OKrypta
erstreckt sich bis unter die Vierung; ihre rom. Wandsll. erhalten; 
in der westl. Hälfte Würfelkaptt. und an den Basen
primitive Eckblätter, in der östl. reiche sprom. Laubkaptt. <milestone unit='line' n='10'/>
Die WKrypta gänzlich umgebaut. &mdash; Der im NW stehende
Turm dürfte mit dem abgebrochenen WChor in Verbindung
gestanden haben; schlanker 8Eckbau mit reicher, stark
bewegter Gliederung, in der Bewegung der Bogenfriese an
die OTeile der Stifts-K. von Gelnhausen erinnernd; der Stil <milestone unit='line' n='15'/>
paßt zeitlich zu den Ablässen 1223ff. &mdash; Umbau in den 30er
Jahren des 18. Jh. Die dabei genannten Würzburger Namen
geben nur die Bauführer, der Plan von nicht sicher nachzuweisenden
auswärtigen Künstlern; u. a. <hi rend="italic">Gabrieli</hi> in Ansbach
zu Rate gezogen. Der rom. WChor durch einen Kuppelbau <milestone unit='line' n='20'/>
von mächtiger Wirkung ersetzt. Die Fassade auf stark bewegtem
Grundriß, gut in den Proportionen und reich, auch
mit Figuren in Schmuck gesetzt, mag die beste der Zeit
im Frankenlande sein. Sie war besonders geschickt auf einen
engen Platz (Kürschnerhof) komponiert. Die neuerliche <milestone unit='line' n='25'/>
Freilegung hat ein gutes Teil der Wirkung zerstört. &mdash; Das
Innere enthält bmkw. ältere Kunstwerke. Im nördl. Qsch.
eine der schönsten <hi rend="g">Madonnenstatuen</hi> von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>
bez. 1493, Sandstein, neu bemalt. &mdash; <hi rend="g">Grabstein</hi>
des Abtes Joh. Trithemius † 1516 von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>. <milestone unit='line' n='30'/>
In der WKrypta bmkw. rom. Altarmensa und die in Holz
geschnitzten <hi rend="g">Brustbilder</hi> der drei Frankenapostel von
<hi rend="italic">Riemenschneider</hi>, Reste des Domtabernakels. In der OKrypta
merkwürdiger <hi rend="g">Crucifixus</hi> um 1340, <hi rend="g">Selbdritt</hi> bez.
1417. Vier bedeutende <hi rend="g">Tafelbilder</hi> A. 16. Jh., Schulherkunft <milestone unit='line' n='35'/>
nicht festgestellt. [Ein Flügel des reichen
rom. Kreuzgangs jetzt im Garten des städtischen Museums.]
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wallfahrts-K. auf dem S. Nikolausberge</hi> (»<hi rend="bold">Käppele</hi>«) 1747
bis 1750 von <hi rend="italic">B. Neumann</hi> neben der älteren Gnadenkap. <milestone unit='line' n='40'/>
Großer, zentraler Kuppelraum mit 3 elliptischen Apsiden,
Eingangshalle und 2 Fassadentürmen. Die innere Dekoration
z.T. aus nachneumannscher Zeit. &mdash; Die <hi rend="g">Deckenfresken</hi>,
sehr farbig, bez. <hi rend="italic">M. Günther</hi> 1752. &mdash; Eine ausgezeichnete
Komposition der große, den Berg hinanführende Treppenweg;


<pb n='447' id='i454.png'/>

<!-- [P: 447] -->

die 14 <hi rend="g">Stationsbilder</hi> (Sandsteingruppen) von <hi rend="italic">Joh.
Peter</hi> und <hi rend="italic">Simon Wagner</hi> um 1775.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Peters-K.</hi> Umbau einer ma. K. 1717ff. durch <hi rend="italic">Greising</hi> und
<hi rend="italic">Pezzani</hi> (beide wohl nur Ausführer der Idee eines Dritten).
Der rom. Turm, der got. Chor und Mauerteile des Langhauses <milestone unit='line' n='5'/>
sollten wiederverwendet werden. Im Verhältnis zu diesen
Schwierigkeiten die Lösung geschickt: weiträumige Hallen-K.
mit Emporen in den Abseiten. Hohe 3geschossige Fassade,
im Mittelstück flach polygonal vorspringend; der Statuenschmuck
klassizistisch. Von der inneren Ausstattung hervorzuheben <milestone unit='line' n='10'/>
die rok. Kanzel von <hi rend="italic">Ant. Bossi</hi>, in Brillanz und
Grazie unübertroffen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">S. Stephans-K.</hi> Von der rom. Basilika die Krypta und der
untere Teil der Türme erhalten. Im übrigen 1789 von <hi rend="italic">Geigel</hi>
(<hi rend="italic">Kleinholz</hi> nur Maurermeister) vollständig umgestaltet als <milestone unit='line' n='15'/>
weiträumiger, ungeteilter Saal ohne Emporen. Die dekorative
Ausstattung durch den Bildhauer <hi rend="italic">Georg Winterstein</hi>, eine
der besten in dieser Zeit in Deutschland entstandenen, gibt
die Klärung der klassizistischen Bewegung, deren erste Regungen
an der Michaels-K. zu beobachten sind. Die Wände <milestone unit='line' n='20'/>
ausschliesslich in Weiß und Gold; Gestühl und Kanzel in
natürlicher Holzfarbe. Stuckierung von <hi rend="italic">Materno Bossi</hi>.
Deckengemälde von <hi rend="italic">K. Huber</hi> von Weißensee.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß Marienberg</hi>. Seit 1250 ständiger Sitz der Bischof-Herzöge.
Große Erweiterungen 1468-1495. Umfassende <milestone unit='line' n='25'/>
Neugestaltung, doch mit Benutzung der alten Teile (starker
runder rom. Bergfried) durch B. Julius nach Bränden 1572
und 1600. Es wurde tunlichst für Regelmäßigkeit des Gr.
gesorgt, der ein langgestrecktes Viereck darstellt. Einheitliche
Fassadenbildung fehlt, geschmücktere Formen nur an <milestone unit='line' n='30'/>
einzelnen Zwerchgiebeln, Türmen und Portalen, wovon seither
vieles wieder verschwunden. Eine interessante Folge von
Stiltypen geben die nach den Erbauern benannten Festungstore: 
Scherenbergertor 1482, Echtertor 1606, Neutor 1657,
Guttenbergtor 1684. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Den ältesten Teil bildet der »Graf-Eckhardturm«.
Entstanden aus einem rom. Wehrbau (Sitz der Würzburger
Burggrafen), doch schon im sp. Ma. umgebaut. Am östl.
Ende der jetzigen Straßenfront ein breites rom. Tor mit
spgot. Einbau. Sonst bildete das Erdgeschoß ursp. eine ungegliederte <milestone unit='line' n='40'/>
Masse. Der Erker und Doppelfenster mit Vorhangbg. 
M. 16. Jh. Die Obergeschosse, der WGiebel und der
Turm 1615. Die Uhr 1455 von <hi rend="italic">Hans Klein</hi> aus Haßfurt. Im
Mittelgeschoß ein Saal; eine prächtige Sl. trägt über 2 Rundbgg.
4 spitzbg. Kreuzgwbb. Die Ausmalung in Teppichmustern


<pb n='448' id='i455.png'/>

<!-- [P: 448] -->

und mit zahlreichen Wappen der Reichsfürsten, vermutlich
1397 für den Besuch König Wenzels. &mdash; Das <hi rend="g">neue Rathaus</hi>
1659. Die Komposition der hohen Giebelfassade, wie
der malerisch gruppierten Treppen und Vorsäle steht noch
ganz auf dem Boden der deutschen Kunst vor dem großen <milestone unit='line' n='5'/>
Kriege, wenn auch mit einem Zusatz schweren Ernstes; Rustikabau
fast ohne Ornament.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Universität</hi>. 1582-91 unter B. Julius Echter u. a. Man kann
keinen bestimmten Baumeister nennen; Kompromiß, bei dem
viele mitgesprochen haben. Der erste Entwurf war von <milestone unit='line' n='10'/>
<hi rend="italic">Robin</hi> in Mainz (vgl. Bd. III u. Bd. IV.). &mdash; 4 Flügel von
gleicher Höhe umgeben einen großen quadr. Hof; der südl.
enthält die Kirche und hat sein eigenes System; der östl.
und westl. entsprechen sich genau. Im Erdgeschoß Pfeilerhallen
(von <hi rend="italic">Petrini</hi> geschlossen und als Bibliothekssaal umgebaut) <milestone unit='line' n='15'/>
in reicher diamantierter Rustika mit dorischem Fries.
Die 3 Obergeschosse geben eine verputzte Fläche ohne jede
andere Gliederung als durch die breiten Fenster; Teilungspfosten;
gotisierende Gewände. In der Mitte unbedeutende
Zwerchgiebel. Wendeltreppen kommen nicht mehr vor, sondern <milestone unit='line' n='20'/>
nur solche mit gerade gebrochenem Lauf. Die Einfahrt hat ein
völlig got. Netzgwb. Als äußere Schauseite hat die Front nach
der Schulstraße zu gelten; sie besitzt 3 Portale, unorganische
Vorsatzstücke in harten antikisierenden Formen. Dem Gesamteindruck
fehlt das Heitere und Behagliche, das der deutschen <milestone unit='line' n='25'/>
Renss. des 16. Jh. eigen gewesen war; man ahnt schon den
strengen und finsteren Geist der Epoche des Religionskrieges.
<hi rend="g">Die Kirche</hi>. In ihr scheint noch am meisten vom Robinschen
Plan beibehalten zu sein. Einer der wenigen bedeutenden
Kirchenbauten der deutschen Renss. In Deutschland galt es, <milestone unit='line' n='30'/>
mit der protestantischen Predigt in Wettbewerb zu treten,
daher Ähnlichkeit mit dem Typus der protestantischen
Schloßkirchen. Die Ausstattung der rundbg. Fenster mit
Maßwerk (sehr grob) ist ein Zugeständnis an den noch immer
für vorzugsweise sakral geltenden got. Stil. Drei Ränge Galerien <milestone unit='line' n='35'/>
begleiten beiderseits ein hohes, langgestrecktes Msch.
Pfeiler- und Bogenstellungen mit vorgesetzten antiken Ordnungen; 
Kreuzgwbb. Der groß gedachten Anlage sind die
Einzelformen und die Proportionen nicht ebenbürtig: sie entbehren
der feineren Belebung. Auch war die Konstruktion <milestone unit='line' n='40'/>
fehlerhaft; 1617 stürzte das Hauptgwb. ein und zerstörte
das Juliusdenkmal <hi rend="italic">Robins</hi> und die übrige reiche Ausstattung.
Wiederherstellung 1696. Der vorspringende WTurm in den
unteren Teilen vom Juliusbau erhalten, in den oberen von
<hi rend="italic">Petrini</hi>; eine bedeutende Kunstleistung; die Lösung wesentlich


<pb n='449' id='i456.png'/>

<!-- [P: 449] -->

anders und besser, als an den Türmen, die <hi rend="italic">Petrini</hi> vorher an
der Hauger K. errichtet hatte; der innerlich widerstrebende
antike Formenapparat ist der nordischen Turmidee merkwürdig
glücklich dienstbar gemacht.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Juliusspital</hi>. Von dem 1580 voll. Stiftungsbau des Bischofs <milestone unit='line' n='5'/>
Julius hat sich nichts erhalten. Brand 1699 und danach
völliger Umbau durch <hi rend="italic">Petrini</hi>; nach neuem Brande 1745
von <hi rend="italic">Neumann</hi> instand gesetzt, erweitert 1791 von <hi rend="italic">Ickelsheimer</hi>
(Straßenfront).
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hofspital</hi>. Die K. aus einer got. E. 18. Jh. von <hi rend="italic">A. S. Fischer</hi> <milestone unit='line' n='10'/>
klassizistisch umgebaut. Schönes <hi rend="g">Holzrelief</hi> mit den
14 Nothelfern A. 16. Jh. (nicht von <hi rend="italic">Riemenschneider</hi>). <hi rend="g">Grabstein</hi>
des Ritters Christoph von Köln 1564 von <hi rend="italic">P. Dell d. J.</hi>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Josephsspital</hi> (»Hueberspflege«), gegr. 1794 durch Erweiterung
des v. Zobelschen Hofs in der Kapuzinergasse. Großes <hi rend="g">Relief</hi> <milestone unit='line' n='15'/>
von <hi rend="italic">B. H. Nickel</hi>, zur Erinnerung an die Stiftung; von
ansprechender, entfernt an die Tendenzen Schadows erinnernder
Natürlichkeit.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Bürgerspital</hi>. Gegr. 1319 vom reichen Bürger Johann vom
Stern (Johannes De Ariete). <hi rend="g">Madonna</hi> um 1420. Zwei <milestone unit='line' n='20'/>
ausgezeichnete <hi rend="g">Bildnisgrabsteine</hi>: Johann v. Stern
† 1329, Ekro v. Stern † 1343; man beachte den Stilwechsel
im Standmotiv. Außen Sternsches Familienepitaph ca. 1330. &mdash;
[Der schöne Portalstein im Museum.]
</p>

<p>
<hi rend="bold">Klerikalseminar</hi> (früher Jesuitenkollegium) als Werk <hi rend="italic">Jos. <milestone unit='line' n='25'/>
Greisings</hi> gesichert, 1716 f. Ernst und tüchtig, der Formengeist
in der Mitte zwischen der düsteren Schwerfälligkeit des
17. Jh. und der neuen Vornehmheit Neumanns. Die Portalskulpturen
von <hi rend="italic">Jakob v. d. Auwera</hi> aus Mecheln (nur die krönende
Nischenstatue des h. Ignatius nach Aufhebung des <milestone unit='line' n='30'/>
Ordens durch guten Hirten ergänzt).
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rückermaingebäude</hi> (früher Amtshaus des Ritterstifts S.
Burkard) 1715-22 v. <hi rend="italic">J. Greising</hi>; derselbe knüpft, im Gegensatz
zu dem Hauptmeister der unmittelbar vorangehenden
Zeit, <hi rend="italic">Ant. Petrini</hi>, an die Traditionen des deutschen Frühbarok <milestone unit='line' n='35'/>
an. Im Innern bmkw. Stuckdecken.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Zuchthaus</hi> in der Burkharderstraße. Erb. A. 19. Jh. als Kaserne
der fürstbischöfl. Leibgarde von <hi rend="italic">Späth</hi>, in kräftiger
und origineller Verbindung von Rustika mit dor. Sll.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Deutschordenskomturei</hi>, mit dem Wappen des Komturs <milestone unit='line' n='40'/>
v. Ow 1694, Richtung <hi rend="italic">Petrinis</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Residenzschloß</hi>. Erb. 1719-44 (innere Einrichtung fortgesetzt
bis in die 70er Jahre) von den beiden Fürstbischöfen
aus dem durch großartigen Bausinn hervorragenden Geschlecht
der Schönborn (vgl. Pommersfelden, Werneck, <reg orig='Wie-|sentheid,'>Wiesentheid,</reg>
<pb n='450' id='i457.png'/>
<!-- [P: 450] -->
Heusenstamm, Bruchsal, Worms, Mainz, Koblenz,
Trier). Fürstbischof Johann Philipp wählte zum Baumeister
den noch jungen und erst an einem einzigen Kunstbau (Ebrach
1716) bewährten Artillerie- und Geniehauptmann <hi rend="italic">Joh. Balthasar
Neumann</hi> (1687-1753). Nach der Sitte der Zeit <milestone unit='line' n='5'/>
wurde der Plan von auswärtigen Architekten (<hi rend="italic">M. v. Welsch</hi>
und <hi rend="italic">L. v. Hildenbrand</hi>), vermittelt durch Joh. Philipps Verwandte, 
den Kurfürsten von Mainz und den Reichsvizekanzler
in Wien, begutachtet, ohne jedoch ihn irgend nennenswert
zu verändern. Erst als Neumann nach Paris geschickt <milestone unit='line' n='10'/>
wurde, mußte er sich durch den nüchternen Akademiker
<hi rend="italic">Boffrand</hi> eine Verschlechtbesserung seines Treppenhauses gefallen
lassen; nützlicher könnten die auf die Zimmereinteilung
bezüglichen Ratschläge <hi rend="italic">Robert de Cottes</hi> gewesen sein. 1729
ging N. nach Wien, wo <hi rend="italic">L. v. Hildebrand</hi> diesmal größeren Einfluß <milestone unit='line' n='15'/>
gewann; die Gartenfassade bezeugt ihn. &mdash; Das Schloß
von Würzburg ist eines der größten architektonischen Kunstwerke, 
die Deutschland besitzt, auch in seinem inneren Wesen
deutscher, als die landläufige Meinung annimmt. Der französische
Geschmack beeinflußt nur, und auch nur teilweise, <milestone unit='line' n='20'/>
die Innendekoration. Den italienischen Bar. kannte N. nur
mittelbar durch die Wiener Schule. Der Stil seines Werkes
ist wesentlich persönlich auf Grund der international gewordenen
allgemeinen Barocküberlieferung. &mdash; Der Grundriß
erweitert das herkömmliche Triklinienschema zu einem <milestone unit='line' n='25'/>
Gruppenbau. In der Mitte ein 53 m tiefer und 60 m breiter
Ehrenhof (ehemals durch ein prachtvolles Gitter abgeschlossen),
in den Flügeln je zwei Binnenhöfe, die gerade Gartenfront
160 m l., die Seitenfronten 90 m. Der Aufbau ist 2teilig, da
das 2. und 4. Geschoß sich als Mezzanine völlig unterordnen. <milestone unit='line' n='30'/>
Von Risaliten wird maßvoller Gebrauch gemacht, auch die
Dachlinien sind nicht sehr bewegt, im ganzen sollen die Horizontalen
herrschen. Die Einzelheiten vorzüglich im Grad des
Reliefs und in der Präzision der Zeichnung, barocke Üppigkeit
nur in der Krönung des Mittelbaus. Das berühmte Treppenhaus <milestone unit='line' n='35'/>
bietet nur die Hälfte von Neumanns ursp. Plan; die
symmetrisch dazu gedachte zweite Treppe wurde ihm von
<hi rend="italic">Boffrand</hi> gestrichen; ausgeführt wäre es weitaus die großartigste
Treppenanlage der Welt geworden. &mdash; Die Stuckdekoration
ist von N. bis ins einzelne vorgezeichnet. Seine <milestone unit='line' n='40'/>
erste Manier im rechten Flügel, voll. 1737, das meiste A. 19. Jh.
umgeändert. Im Spiegelsaal und Thronsaal beginnt eine gewisse
Hinneigung zum französischen Louis XV., stärker wird
sie in der Salle des gardes. In der 1743 gew. <hi rend="g">Kapelle</hi>
verliert <hi rend="italic">Neumann</hi> die frühere Klarheit seiner Kunstsprache,


<pb n='451' id='i458.png'/>

<!-- [P: 451] -->

eine eigentümlich »schwüle, überhitzte« Stimmung tritt ein.
Die Gwbb. und ihre Widerspiegelung im Gr. geben die Durchschneidung
mehrerer Ellipsen. In den jüngeren Räumen
allmähliche Wandelung des Stils. Die letzten 1805 ff. durch
<hi rend="italic">N. A. de Salins</hi> umgestalteten verkünden den Sieg des Neuklassizismus. <milestone unit='line' n='5'/>
&mdash; 1750-53 führten <hi rend="italic">G. B. Tiepolo</hi> und sein Sohn
<hi rend="italic">Domenico</hi> die weltberühmten Deckengemälde im Treppenhaus
und Kaisersaal aus; die übrigen Maler waren durchweg Deutsche.
(Das Riesenbild des Treppenhauses, eine Huldigung für den Fürstbischof
Karl Philipp v. Greifenklau, zu der der ganze Olymp <milestone unit='line' n='10'/>
und alle vier Weltteile aufgeboten werden; im Kaisersaal
Geschichte Friedrich Barbarossas, dem das Bistum die Belehnung
mit dem Herzogtum Franken verdankt.) Kurz vor
Tiepolo hatte <hi rend="italic">Joh. Zick</hi> die Decke des Gartensaales gemalt, 1750.
Unter den Bildhauern und Stuckateuren bemerkt man neben <milestone unit='line' n='15'/>
den Deutschen (der beste war <hi rend="italic">Balthasar Esterbauer</hi>) mehrere
Italiener, die Niederländer <hi rend="italic">Jakob</hi> und <hi rend="italic">Wolfgang v. d. Auwera</hi>,
nur einen Franzosen, <hi rend="italic">Curé</hi>. Die unvergleichlich prachtvollen
Schmiedearbeiten sind vom Tiroler <hi rend="italic">J. G. Oegg</hi>. Die ältesten
Stuckaturen im Ingelheimer Zimmer von <hi rend="italic">Castelli</hi> 1724-28. <milestone unit='line' n='20'/>
Kaisersaal, Weißer Saal und andere Paradezimmer der Ostfront
von <hi rend="italic">Anton Bossi</hi>, das Grüne Zimmer von <hi rend="italic">Materno Bossi</hi>
1770, ebenso der schon zum Klassizismus übergehende Fürstensaal. 
&mdash; 1765-70 die Abrundung des Residenzplatzes durch
die Arkaden und den »Gesandtenbau« von <hi rend="italic">J. Geigel</hi>; der <milestone unit='line' n='25'/>
korrespondierende »Rosenbachsche Hof« auf der NSeite ist älter
(vielleicht von <hi rend="italic">Greising</hi>). Die dekorative Plastik im Treppenhaus
und später die im Garten von <hi rend="italic">J. P. Wagner</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wohnbauten</hi>. Aus Ma. wohl manche Mauerreste, aber keine
sich augenfällig machende Formen; gut, wenn auch nicht <milestone unit='line' n='30'/>
zahlreich vertreten die Renss. des 16. und 17. Jh., ganz hervorragend
das 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="g">Adelshöfe der Renss.</hi>: Curia Tannenberg am Paradeplatz
1575. Das jetzige bischöfl. Palais, früher Echterscher
Hof, A. 17. Jh., gegen Herrengasse 8 reicher Erker, in der Hauskapelle <milestone unit='line' n='35'/>
Alabasteraltar von <hi rend="italic">Mich. Kern</hi>. Von demselben Meister
der Kressenhof, jetzt Wittelsbacher Hof, Marktplatz 1. Der
Sandhof, nach 1595 (jetzt stark verändert), reizvoll, namentlich
die Hofarchitektur; die Stuckdecke mit St. Georg nur Teil
einer einst umfassenden Dekoration [Stücke im Nat.-Mus. <milestone unit='line' n='40'/>
München]. Ehrmannsches Haus Augustinerstr. 1, im Hof
Fachwerk mit ausgezeichnet schönen Schnitzereien 1547.
Ein anderes reiches Fachwerkhaus, in den Schnitzereien
stark unter Einfluß von Steinformen, das Bachmannsche Haus
von 1634, Neubaustr. 2. Seebachhof Domerschulgasse 3 mit
<pb n='452' id='i459.png'/>
<!-- [P: 452] -->
got. Kapelle. Heidecker Hof ebenda 1 von 1626. Hof zum
Kalb, Ebrachergasse 2. Hotel zum Schwan; Hof zum wilden
Schweinskopf, Paradeplatz 2; Martinsgasse 1 mit schönem
Eckerker aus dem 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="g">Barock</hi>. Seit E. 17. Jh. Von <hi rend="italic">Petrini</hi> oder unter seinem <milestone unit='line' n='5'/>
Einfluß: Marktplatz 2, ao. 1685, Musikschule 1680-90,
Pleicherschulhaus 1695. Von <hi rend="italic">Greising</hi> mehrere Häuser der
Neubaustraße, no 6, 8, 10, 12 von 1716, no 14 verändert 1736,
im Innern stattliche Treppen mit geschütztem Geländer und
Stuckdecken. Curia Großburkstadt 1716 in der Heinestr. 5, <milestone unit='line' n='10'/>
daneben 7 und 9 ao. 1721. Glockengasse 5 ao. 1718.
</p>

<p>
<hi rend="g">Rokoko</hi>. Von <hi rend="italic">Neumann</hi> oder unter seinem Einfluß: sein
eigenes Haus (Hof Oberfrankfurt) in der Franziskanergasse;
Haus des Hofkanzlers v. Fühler, Bronnbachergasse 8, anno
1724. Huttenschlößchen 1725, in der Sanderglacisstr. wiederaufgerichtet. <milestone unit='line' n='15'/>
Hof Marmelstein Domerschulstr. 2 ao. 1747.
Damenstiftshaus (jetzt Stadttheater) 1750. Hotel de Russie.
Jagdzeughaus Zellerstr. 40. Eine ganze Reihe von Häusern
in der Theaterstr. (2, 3, 4, 6, 8, 10) 1738-50. Dagegen hat
das Haus zum Falken (Marktplatz 9) mit Neumann nichts <milestone unit='line' n='20'/>
zu tun; stuckierte Fassadendekoration von glänzender Munterkeit,
echt deutsche Fassung des Rokoko.
</p>

<p>
<hi rend="g">Im Übergang zum Klassizismus</hi>: Domstr. 19.
Bahnhofstr. 11.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Votivstatuen und Reliefs</hi> an Privathäusern noch in großer <milestone unit='line' n='25'/>
Menge erhalten; keine andere Stadt Deutschlands (außer
Mainz) kann sich darin mit Würzburg messen; gute got. Exemplare
Augustinergasse 13, ca. 1390, Eichhornstr. und Johanniterstr.
ca. 1410; die große Masse bar. und rok., die besten
von jüngeren Mitgliedern der Familie <hi rend="italic">v. d. Auwera</hi>. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Brunnen</hi> auffallenderweise erst aus 18. Jh. Der größte der
<hi rend="g">Vierröhren-Br.</hi> 1766 von <hi rend="italic">Lucas v. d. Auwera</hi>, recht
»zopfig«. In anmutiger Maskereinatürlichkeit der <hi rend="g">Fischer-Brunnen</hi>
am Fischmarkt und der <hi rend="g">Bäcker-Br.</hi> in der
Semmelgasse, beide von <hi rend="italic">Michael Daniel Köhler</hi> † 1778. <milestone unit='line' n='35'/>
<hi rend="g">Dreikronen-Br.</hi> 1779. Ceres-Br. um 1790, von <hi rend="italic">Nickel</hi>.
</p>
<p>
<hi rend="bold">Luitpold-Museum</hi> mit wichtigen Resten Würzburger Plastik.</p>
<p>
<hi rend="bold">Universitäts-Bibliothek</hi>. Frühromanische Elfenbeinreliefs,
Bilderhandschriften, Skizzenbuch <hi rend="italic">Balthasar Neumanns</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Universitäts-Sammlungen</hi>, wichtig für fränkische Plastik und <milestone unit='line' n='40'/>
Malerei.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WURZEN.</hi> K Sachsen AH Grimma.
</p><p>
<hi rend="bold">»Dom«</hi>. Den ältesten Teil der langgestreckten Anlage (63 m)
bildet im W eine sprom. Pfeilerbasilika von 3 spitzbg. Arkaden,
urspr. flachgedeckt, im ganzen ähnlich der Frauen-K.


<pb n='453' id='i460.png'/>

<!-- [P: 453] -->

zu Grimma. Erweiterungen 13., 14., 16. Jh., neugot rest.
1817. &mdash; <hi rend="g">Steinstatuen</hi>, zum Chorbau von 1513 gehörig,
jetzt im Lhs.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> 1491.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WÜSTHEUTERODE.</hi> Pr. Sachsen Kr. Heiligenstadt. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> (kath.) 1804. Gewölbter Quaderbau, noch ganz in
dem herkömmlichen Eichsfelder Bar. Typus.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>WYHRA.</hi> K. Sachsen AH Borna.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Einheitlicher Bau von 1494; die auch für das Lhs.
(1sch. 3jochig) beabsichtigten Gewölbe nur im Chor (eingezogen <milestone unit='line' n='10'/>
2 Joche und 5/8 Schluß) zur Ausführung gelangt.
</p>

</div>

<div>
<index index="toc" />
<head><title>Z</title></head>
<p>
 <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZABELSTEIN.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
</p><p>
<hi rend="bold">Burgruine</hi> aus 13. Jh., ehedem bedeutend, nach Beschädigung
im Bauernkriege 1586 von Bischof Julius erneuert, jetzt nur
spärliche Reste. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZAHNA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Wittenberg.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> Rom. Granitquaderbau, urspr. 3sch., jetzt 1sch.
kreuzf. Von den urspr. 3 Apsiden 1 erhalten. Am Qsch. Granitportale. 
Im W rck. Turm, unten Granit, oben got. Backstein.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZEHISTA.</hi> K. Sachsen AH Pirna. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend="bold">Schloß</hi>; erb. im 16. Jh., daher einige Volutengiebel; umgebaut
1736 vom Gf. Brühl.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZEIGERHEIM.</hi> Schwarzb.-Rudolst. LA Rudolstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Beg. rom., Sch. und quadr. Chor, über welchem der
Turm, wie oft üblich im Gebiete der Saale. Frgot. umgestaltet; <milestone unit='line' n='30'/>
Chor verlängert und beide Joche mit spitzbg. Tonnengwbb.;
Hauptgesims aus Werkstein, an den Ecken des O- und WGiebels
zu Ohren verkröpft. Das südl. Fenster des östl. Chor-Joches
erweitert mit Maßwerk der Hochgotik. Bmkw. hölzerne
Emporen des Sch. 1715. &mdash; Guter <hi rend="g">Schnitzaltar</hi> um <milestone unit='line' n='35'/>
1490, vom Saalfelder »Meister der Baldachine«. &mdash; <hi rend="g">Glocke</hi>
1499.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZEIL.</hi> UFranken BA Haßfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1713 mit Beibehaltung des got. Chorturmes (nunmehr
W). Im Chor reiches <hi rend="g">Deckengemälde</hi> von <hi rend="italic">J. P. <milestone unit='line' n='40'/>
Herrlein</hi> 1761. <hi rend="g">Altäre</hi> um 1730. &mdash; <hi rend="g">Glocke</hi> 1379, eine
zweite A. 14. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Golgatha-Kap.</hi> mit großer Kreuzigungsgruppe unter einem
von 4 Sll. getragenen Dach, 1623.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 17. Jh. 2 Steingeschosse, oberstes in Fachwerk.
</p>


<pb n='454' id='i461.png'/>

<!-- [P: 454] -->

<p>
<hi rend="bold">Rentamt</hi> (vorher bischöfl. bambergisches Jagdschloß) erb.
von Lothar Franz v. Schönborn gegen 1700.
</p>

<p>
Mehrere gute <hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi>. No 126 von 1689 mit besonders
reichem Schnitzwerk (ähnliches in Königsberg i. Fr.).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZEILFELD.</hi> Sachsen-Meiningen Kr. Hildburghausen. <milestone unit='line' n='5'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1734 im Anschluß an die für diese Gegend typische
ma. Anlage, 1sch. Lhs. mit eingezogenem quadr. Chor, darüber
Turm. &mdash; <hi rend="g">Altarwerk</hi> A. 16. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZEILITZHEIM.</hi> UFranken BA Gerolzhofen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 16. Jh. mit originaler bemalter Holzdecke. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß</hi> des späten 17. Jh., eine der frühesten fränkischen
Bauten der Familie Schönborn. 4flügelig um einen quadr.
Hof. Innen einige sehr vornehm dekorierte Zimmer.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZEITHAYN.</hi> K. Sachsen AH Großenhain.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1595, im Chor Tonnengwb. mit Rippennetz. &mdash; Schleinitzsches <milestone unit='line' n='15'/>
<hi rend="g">Wandgrab</hi> 1698, die gut charakterisierte Bildnisfigur
in reicher Umrahmung von Marmorsll. <hi rend="g">Doppelgrab</hi>
1620.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZEITZ.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K. S. Michael</hi>. Die OWand des Qsch., der Apsidenbogen <milestone unit='line' n='20'/>
und der Unterbau der 2 WTürme frührom. Für das letztere,
in Thüringen durch kein älteres Beispiel beglaubigte Motiv
ist das Fehlen genauerer Datierung besonders zu bedauern.
Langhaus, Chor und Stirnwände des Qsch. frühgot. gegen 1300.
Die schmalen Fenster zu je 2 gruppiert. Aus dieser Zeit die <milestone unit='line' n='25'/>
bmkw. <hi rend="g">Wandgemälde</hi> des Chors mit Stuckauftrag an
Nimbus und Gewandsäumen. Von den einst 12 Kolossalfigg.
(2-3 m hoch) sind 7 wiederhergestellt. &mdash; Spätgot. Umbau
als Hallen-K. nach der Zerstörung durch die Hussiten 1429.
Spätgot. Wandgemälde, darunter <hi rend="g">Totentanz</hi>. Übermalt <milestone unit='line' n='30'/>
mit einem kolossalen <hi rend="g">S. Christophorus</hi>. Die Gemäldespuren
im Qsch. frühgot. In der Sakristei guter bar. <hi rend="g">Ölberg</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schloß-K. S. Peter u. Paul</hi>. (Bis zur Verlegung des Bistums
nach Naumburg im 11. Jh. Domkirche.) Ältester Teil die <milestone unit='line' n='35'/>
Krypta, erb. 974 ff., erweitert nach 1032, die Gwbb. aus
12. Jh. Wichtige Zeugnisse für den Stand der ottonischen
Kunst nahe den damaligen Ostmarken sind die 2 × 4 Säulen,
in denen fast verloschene Erinnerungen an die Antike mit
mühsamen Neubildungen sich mischen; besonders bezeichnend <milestone unit='line' n='40'/>
ein nach der Würfelform tastendes Kapitell, auf dem gleichwohl
in flachem Relief aufgerollte Akanthusstengel ausgearbeitet
sind. &mdash; Von der Basilika des 12. Jh. hat sich erhalten
die Vierung, ein Teil des QHauses und Teile der WTürme. 
&mdash; 1433-44 Umbau als spätgot. Hallen-K. An den
ähnlich wie im Erfurter Dom gegliederten Bündelpfll. 13
<pb n='455' id='i462.png'/>
<!-- [P: 455] -->
lebensgroße <hi rend="g">Standbilder</hi>. Rom. <hi rend="g">Taufstein</hi>, Becken
vierpaßförmig, Fuß als attische Basis. An den Wänden ein
<hi rend="g">Kreuzigungsrelief</hi> in Alabaster aus 16. Jh. und 7
<hi rend="g">Grabdenkmäler</hi> der Bar.Zeit. In der Krypta 13 reiche
Zinnsärge aus der Familie der Herzöge von Sachsen-Zeitz. <milestone unit='line' n='5'/>
16 Grabsteine (durch moderne Zementrestauration
mißhandelt) im Kreuzgang.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Franziskaner-K.</hi> um 1300. Hauptschiff mit 1 Ssch., der gegen
1400 verlängerte Chor mit 5/10 Schluß, das Ssch. unten zum
Kreuzgang gezogen, oben als Empore ausgebildet (vgl. Marienstern). <milestone unit='line' n='10'/>
&mdash; In einem Raum des ehemaligen Klst. (jetzt Konferenzzimmer
des Gymnasiums) bmkw. Spuren von <hi rend="g">Wandmalerei</hi>
des 15. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Nikolai-K.</hi> neu. Aus der alten die <hi rend="g">Glocken</hi> (wahrscheinlich
von <hi rend="italic">F. Eisenberg</hi>), ein <hi rend="g">Gemälde</hi> <hi rend="italic">Cranachs d. Ä.</hi> <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stephans-K.</hi> An Stelle eines ma. Klst. 1739. Gute Rokoko-Ausstattung.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 1502-09 von <hi rend="italic">Sebald Waldstein</hi> aus Altenburg. Bezeichnend
für die letzte Phase der Spätgotik. Die Komposition
beruht auf der Kontrastierung der ganz schlichten, <milestone unit='line' n='20'/>
durch unregelmäßige Fensterreihen schwach belebten Wände
mit der reichen Ausstattung der Giebel (Maßwerk aus gebrannten
Formsteinen) und des mit 5 Erkern besetzten hohen
Satteldachs (rest. 1909). Ratskeller 1505, großräumig, mit
4 Rippengwbb. eingedeckt. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Die ma. Anlage im 17. Jh. verstärkt, 8 Rundtürme,
in den herzogl. Zimmern Stuckdekoration um 1700, Saal mit
Kassettendecke. &mdash; Bmkw. <hi rend="bold">Stadtbefestigung</hi> 14-16. Jh., von
ihr 6 Türme erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZELL A. M.</hi> bei Würzburg UFranken. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>
<p>
<hi rend="bold">Prämonstratenser-Klst. Oberzell</hi>. Gegr. 1128. Der Bau bald
darauf beg. Chor und Qsch. A. 17. Jh. neu aufgebaut (1838
z. T. wieder abgetragen). M. 17. Jh. das rom. Lhs. eingewölbt,
unter Abt Hammerich (1692-1720) stuckiert, WFassade
bez. 1696. &mdash; Das unter der Bar.Hülle erhaltene rom. Lhs. <milestone unit='line' n='35'/>
gehört zu den klarsten und gediegensten Bauschöpfungen
aus der Klasse der rom. Sll.-Basiliken. Das Lhs. hat 8 Arkaden,
die Sll. verjüngt und geschwellt, die att. Basen eckblattlos,
die Würfel-Kaptt. jetzt vom Stuck verdeckt. Im WBau ist
die doppelgeschossige Vorhalle hinsichtlich der urspr. Anlage <milestone unit='line' n='40'/>
nicht mehr ganz deutlich. Die Turmhallen hatten Öffnungen
(jetzt zugesetzt) gegen die Sschiffe. Das rom. Portal am
1. Joch des südl. Ssch. führte in den ehemaligen Kreuzgang.
Die 1696 vorgeblendete Sandsteinfassade ist mit jonischen
Pilastern 1geschossig gegliedert; Statuen von <hi rend="italic">Maucher</hi>. &mdash;


<pb n='456' id='i463.png'/>

<!-- [P: 456] -->

<hi rend="g">Stiftergrabmal</hi> 1604, wohl nach got. Vorbild. &mdash;
<hi rend="g">Klostergebäude</hi> 1744-60. Keine von den ganz
großen Anlagen, aber in der reichen und vornehmen Behandlung
ihres Meisters, <hi rend="italic">Balth. Neumanns</hi>, würdig. Die Fassade
in langgestrecktem Aufbau von 19 Achsen, die linke Hälfte <milestone unit='line' n='5'/>
(Abteiflügel) nicht ausgeführt; im Aufbau Erdgeschoß, Hauptgeschoß, 
Mezzanin in ausgeprägter Kontrastierung; die
Endrisalite wenig, das mittlere stark herausgehoben. Im
Treppenhaus interessiert vor allem die Raumlösung; die
Dekoration nicht hervorragend. Die Innenräume (Kapitelsaal, <milestone unit='line' n='10'/>
Sommer- und Winterrefektorium) einheitlich in Stuck dekoriert. 
Im Erdgeschoß <hi rend="g">Deckengemälde</hi> von <hi rend="italic">Franz
Asam</hi> 1758 (dem Sohn Cosmas Damians). Rom. Hoftor, aus
M. oder 2. H. 12. Jh., durch die Seltenheit derartiger Anlagen
(vgl. Bd. IV, Remagen) besonders interessant. Geteilt in <milestone unit='line' n='15'/>
Einfahrt für Wagen und kleines Fußgängerpförtchen, Gewände
und Bgg. reich profiliert; Quadermauer; Abschluß
des Torbaues durch Rundbogenfries. &mdash; Reich behandelte
<hi rend="g">rom. Säulenreste</hi>, wohl vom Kreuzgang, an mehreren
Stellen des bar. Neubaues wiederverwendet. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Prämonstratenserinnen-Klst. Unterzell</hi>. Von dem urspr.
Doppelklst. abgezweigt. Die vom Generalkapitel 1141 verlangte
Verlegung in größere Entfernung erst im 13. Jh. ausgeführt.
1609-11 Neubau von einem »welschen Baumeister«. Trotzdem
in den von FB. Julius gepflegten gotisierenden Formen, <milestone unit='line' n='25'/>
1sch., Sterngwbb., Spitzbgfenster mit Maßwerk. Vom alten
Bau blieb erhalten, in unregelmäßiger Stellung an der SSeite,
der 5geschossige rom. Turm. Die K. seit der Aufhebung des
Klst. 1803 profaniert. &mdash; <hi rend="g">Klausurgebäude</hi> renss., aus
der Juliuszeit. Saaldekoration um 1720. <milestone unit='line' n='30'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZELLA-ST.-BLASII.</hi> Sachsen-Gotha LA Ohrdruf.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1768, verwandt der Michaels-K. in Ohrdruf, s. dort.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZELLA a. d. Werra.</hi> Sachsen-Weimar. VB Eisenach.</p>
<p>
<hi rend="bold">Propsteigebäude</hi>, jetzt Forsthaus, an einer Ecke bez. 1592.
Ringmauer. <milestone unit='line' n='35'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZELLA</hi> b. Dermbach. Sachsen-Weimar.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> der ehemaligen Propstei. 1715-32. Eine der besten
Leistungen aus der Epoche der von Fulda geleiteten lebhaften
Tätigkeit des katholischen Kirchenbaues in dieser Gegend.
Prächtige Sandsteinfassade auf geschweiftem Gr. und mit <milestone unit='line' n='40'/>
Kolossalfigg. in Nischen. Die Kreuzgwbb. des 1sch. Raumes
von Pilastern, im Chor von Stuckmarmorsll. getragen. Würdevolle
<hi rend="g">Altarausstattung</hi>. Gutes <hi rend="g">Holzrelief</hi> mit
Grablegung Christi um 1500. Schönes <hi rend="g">Silbergerät</hi>


<pb n='457' id='i464.png'/>

<!-- [P: 457] -->

ca. 1780-90. &mdash; <hi rend="g">Propsteigebäude</hi> 1718. Reich dekorierter
Festsaal.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZELLA.</hi> Pr. Sachsen Kr. Mühlhausen.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Benedikt.-Nonnen-Klst.</hi>, jetzt für landwirtschaftliche
Zwecke umgebaut und schon vorher sehr entstellt. Erkennbar <milestone unit='line' n='5'/>
eine ziemlich große 1sch. rom. Anlage.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZELLINGEN.</hi> UFranken BA Karlstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1785 von <hi rend="italic">Geigel</hi>. 1sch. Saal mit Muldendecke und
eingezogener Chorapsis. Die 2reihige Fensteranlage erklärt
sich aus der Wiederverwendung der Mauern eines Schloßbaues. <milestone unit='line' n='10'/>
Das Innere ziemlich reich klassizistisch dekoriert von <hi rend="italic">Materno
Bossi</hi> (vgl. Kirchheim), mehr mit dem Pinsel als mit
Stuck. Altäre und Kanzel aus grau- und violettem Stuckmarmor, 
auf den Fensterbänken die Stuckbüsten der Apostel.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Mariahilf-Kap.</hi> Bmkw. die <hi rend="g">Altäre</hi> von <hi rend="italic">Peter Wagner</hi> 1788. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>
	  <p><hi rend='bold'>Rathaus.</hi> A. 17. Jh., einfach. <hi rend="g">Markttor</hi> E. 15. Jh. mit
behäbiger Bar.Haube.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZEUCHFELD.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Im Schiff einzelne sprom. Formen; OTurm und eingezogener
rck. Chor mit frgot. Dreifenstergruppe. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZEUBELRIED.</hi> UFranken BA Ochsenfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> Anlage gleich der Mauritius-K. in Winterhausen.
Um 1300. Im Detail noch rom. Erinnerungen. &mdash; Bmkw.
<hi rend="g">Renss. Kanzel</hi> 1598. Über dem NPortal <hi rend="g">Statue</hi> des
h. Blasius, Holz, M. 14. Jh. <hi rend="g">Ölberg</hi> E. 15. Jh. &mdash; Gute <milestone unit='line' n='25'/>
<hi rend="g">Bildstöcke</hi> 18. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZEUZLEBEN.</hi> UFranken BA Schweinfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> von 1753-55, mit guter gleichzeitiger Inneneinrichtung.
Turm nach 1602.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZIEGELHEIM.</hi> K. Sachsen AH Glauchau. <milestone unit='line' n='30'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1507 in trefflicher Architektur der Rochlitzer Schule.
Ungewöhnlicher Gr.: zwischen dem mächtigen WTurm und
dem langgestreckten Chor ein kleines querrck. Gemeindehaus.
Kunstvolle Sterngwbb. mit reicher Durchsteckung der Rippen.
&mdash; Stuhlwerk und Emporen um 1642, gut. Gleichzeitig die <milestone unit='line' n='35'/>
Malerei der Chorgwbb., zwischen den Aposteln das Bildnis
Luthers.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZIEGENHAIN.</hi> RB Cassel Kr. Ziegenhain.
</p><p>
<hi rend='bold'>Schloß.</hi> Großer Gemengbau um 5eck. Hof, hauptsächlich
spgot. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
Ehem. <hi rend="bold">Landratsamt</hi>, 1659 in noch ma. Weise.
</p>

<p>
Große <hi rend="bold">Fruchtspeicher</hi> von 1543 und 1577.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> aus 16. und 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZIEGENHAIN</hi> b. Jena Sachsen-Weimar VB Apolda.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> beg. 1424 als Wallfahrte-K., hauptsächlich E. 15. Jh.


<pb n='458' id='i465.png'/>

<!-- [P: 458] -->

Langer Chor mit 5/8 Schluß, am 1sch. Lhs. im W 3sch. QHaus,
jetzt dachlos, Portal vom selben Steinmetzen, wie die Portale
der Stadt-K. in Jena. &mdash; Reste eines spgot. <hi rend="g">Schnitzaltars</hi> 
und spgot. <hi rend="g">Wandmalerei</hi>. Hübsche renss.
<hi rend="g">Weinkanne</hi> 1610; Rest einer <hi rend="g">Kirchenfahne</hi> aus <milestone unit='line' n='5'/>
2. H. 15. Jh. Bar. <hi rend="g">Kanzelbau</hi> auf 4 Palmbäumen. &mdash; Von
den 3 <hi rend="bold">Burgen</hi> oberhalb Ziegenhain jetzt nur ein runder frrom.
Bergfried erhalten, der sog. <hi rend="g">Fuchsturm</hi> (Haube 1909).
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZIEGENRÜCK.</hi> Pr. Sachsen Kreisstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> einfachst spgot. mit Flachdecke. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZIERENBERG.</hi> RB Cassel Kr. Wolfhagen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Pfarr-K.</hi> 1430. Hallenkirche mit kreisrunden Schäften, blattlose
Kaptt.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus.</hi> Fachwerkbau mit reich verzierten Schwellen und
ehem. 4 Ecktürmchen. Über einer Tür Inschr. 1590. <milestone unit='line' n='15'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Fachwerkhäuser</hi> aus 16. und 17. Jh.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Ringmauern</hi> z. T. erhalten.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZILLBACH.</hi> Sachsen-Weimar B Dermbach.
</p><p>
<hi rend='bold'>Kirche</hi> im Bankettsaal des ehem. Jagdschlosses. Eingangstür
bez. 1595. Das neue <hi rend="g">Jagdschloß</hi> 1790. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZIPSENDORF.</hi> Pr. Sachsen Kr. Zeitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> 1407, 1sch. mit 3/8 Chor; Netzgwb. Die ansehnlichste
got. Dorf-K. des Kreises.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZITTAU.</hi> K. Sachsen Amtshauptstadt.
</p><p>
<hi rend="bold">Johannis-K.</hi> Der spgot. Bau, eine doppeltürmige Hallenkirche, <milestone unit='line' n='25'/>
durch Brand 1757 zerstört. Neubau beg. 1766 nach Entwurf
von <hi rend="italic">Andr. Hünigen</hi> (mit Beibehaltung des alten NTurms).
3sch. Pfll.Halle, das breite, an beiden Enden in den 1/2Kr.
übergeführte Msch. mit Muldendecke, die mit Emporen durchsetzten
Sschiffe flachgedeckt. &mdash; Konstruktionsfehler nötigten <milestone unit='line' n='30'/>
im 19. Jh. zu einem Umbau, beg. 1834 nach Entwurf von
<hi rend="italic">Schinkel</hi>. Das Mittelstück der Fassade neukomponiert, das
Innere mit schmucklosem Detail. &mdash; Zahlreiche <hi rend="g">Denkmäler</hi>
des 17. und 18. Jh. erhalten; unter ihnen das des
Prokop Naso † 1608, ein Meisterwerk der Renss.Dekoration. <milestone unit='line' n='35'/>
Interessantes <hi rend="g">Hungertuch</hi>, Ölmalerei auf Leinwand,
die 6,80 m br., 8,20 m h. Fläche in 90 Felder geteilt; wohl
vom Franziskanerkonventualen <hi rend="italic">Vincentius</hi>.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Petri-Pauli-K.</hi> (Franziskaner). Zusammenfassung von 3 nicht
planmäßig zusammengehörenden Bauteilen. 1) Die frühere <milestone unit='line' n='40'/>
Nikolaus-Kap., jetzt Sakristei, sp. 13. Jh., zierliches frühgot.
Detail mit rom. Erinnerungen. 2) Chor gegen 1293. Gestrecktes
Rck., gedeckt mit 4 Kreuzgwbb. (in Backstein)
auf Konsolen. 3) Lhs. 15. Jh., 2sch. Hallenkirche, Pfll. in
Backsteinformen. &mdash; Innere Einrichtung 1658 ff. Schlichtes


<pb n='459' id='i466.png'/>

<!-- [P: 459] -->

Chorgestühl 15. Jh. Trefflicher Altarbau 1668; ebenso die
Kanzel. Empore in kräftigem Holzwerk. Am Ssch. die <hi rend="italic">Noack</hi>sche
<hi rend="g">Betstube</hi> mit guter Fassade, 1696. &mdash; <hi rend="g">Denkmäler</hi>.
Ältestes 1449, Frau und Kind in geritzten Umrissen. 
Auf dem Kirchhof bar. Gruft-Kapp. Mehrere mit <milestone unit='line' n='5'/>
vorzüglichen eisernen Gittern. &mdash; <hi rend="g">Klostergebäude</hi>.
Erhalten der got. Kapitelsaal. Bibliotheksaal im WFlügel
1662.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Frauen-K.</hi> Der ma. Bau durch Brände 1475 und 1535 zerstört. 
Nur der Chor mit Qsch. whgest. (Letzte Rest. 1897.) <milestone unit='line' n='10'/>
Die Formen im Übergangsstil, etwa 1260-80, weisen auf
böhmische Beziehungen; wegen der Seltenheit vorgotisch. Denkmäler
in der Lausitz besonders beachtenswert. Im Qsch.
werden die Kreuzarkaden von der Vierung durch je eine
Doppelarkade abgesondert. Unmittelbar an die Vierung schließt <milestone unit='line' n='15'/>
sich die polyg. (5/8) Apsis. Hohe, schmale Rundbg.Fenster.
Arkaden und Gwbb.Linien spitzbg., Rippen derb rck., teils
auf dünnen Diensten mit Knollenkaptt., teils auf gestielten
Konsolen. Das Äußere mit Blenden auf ähnlichen Diensten
zierlich gegliedert. &mdash; Im <hi rend="g">Altarbau</hi> von 1619 eine schöne <milestone unit='line' n='20'/>
spgot. <hi rend="g">Madonna</hi>. <hi rend="g">Kanzel</hi> 1619 von <hi rend="italic">Michel Greger</hi>.
Emporen aus derselben Zeit. Die Wände bergen einen reichen
Schmuck von hölzernen <hi rend="g">Bar. Epitaphen</hi>. Die <hi rend="g">steinernen
Denkmäler</hi> an den Außenseiten opulent und
meist von guter Qualität. Ein Teil ins Stadtmuseum gebracht. <milestone unit='line' n='25'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kreuz-K.</hi> beg. 1410. Plan ähnlich der Serviten-K. in Prag.
Lhs. quadr. mit Mittelpfl., von dem sich ein regelmäßiger
Stern entwickelt. Eingezogener Chor. Material Sandstein. &mdash;
Der <hi rend="g">Gekreuzigte</hi> mit Maria und Johannes, gute Schnitzw.
aus 2. H. 15. Jh. Ausstattung noch 1651. Das 17. und 18. Jh. <milestone unit='line' n='30'/>
außerordentlich freigebig mit Grabdenkmälern, namentlich
von den Gruft-Kapp. des Äußeren sind mehrere geradezu
luxuriös, so die Mönchsche um 1710, die Schrönsche um 1720,
die Finksche um 1730.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Dreifaltigkeits-K.</hi> (Weber-K.) Einfach spgot. um 1440. 1sch. <milestone unit='line' n='35'/>
mit 3/8 Schluß. An Stelle der zerstörten Gwbb. Flachdecke
des 17. Jh. Die Grabdenkmäler wiederum sehr zahlreich.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hospital-K.</hi> Kleiner 1sch. Bau des 14. Jh., wiederholt rest.
Portal und Fenster noch ausgeprägt frgot. Das Innere durch
mannigfaltige Einbauten recht malerisch. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend="bold">Altes Gymnasium</hi> 1571 mit Benutzung von Resten des Johanniterkreuzhofs. 
Denkmal des Gründers Joh. v. Dornsbach.
† 1580.
</p>

<p>
Vom <hi rend="bold">Rathaus</hi> des 16. Jh. haben sich nur der Turm und die
Keller erhalten.
</p>


<pb n='460' id='i467.png'/>

<!-- [P: 460] -->

<p>
<hi rend="bold">Marstall</hi>, zugleich Rüstkammer und Schüttboden, bez. 1511.
Der mächtige Dachraum im 18. Jh. umgebaut.
</p>

<p>
Von den einst zahlreichen <hi rend="bold">Brunnen</hi> haben sich die folgenden,
durchweg plastisch reich durchgebildeten, erhalten: Marsbrunnen
1585, Samariterinnenbrunnen 1697, Herkulesbrunnen <milestone unit='line' n='5'/>
1708, Schwanenbrunnen 1710.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wohnhäuser</hi>. (Geschichtliche Marksteine sind die Stadtbrände
1589 und 1608 und die Beschießungen 1632 und 1757.)
a) <hi rend="g">Fr.Renss.</hi> Neustadt 32 und 34, prächtige Sandsteintore.
b) <hi rend="g">Sp.Renss.</hi> Markt 3 und 15, Bautzener Str. 2 und 11. <milestone unit='line' n='10'/>
c) <hi rend="g">Fr.Bar.</hi> Markt 24 (Amtsgericht) von 1678; Neustadt 23
von 1681; Markt 4 von 1689, hoch und schmal, reiches Detail,
Eindringen Dresdener Einflüsse, auch die Rückfassade zum Johanniskirchhof
zu beachten, d) <hi rend="g">Sp.Bar.</hi> Markt 9 von 1710,
7 Fenster br., guter Aufbau und prächtiges Detail; Weberstr. 20 <milestone unit='line' n='15'/>
von 1717; Wettinerstr. 21 von 1728; Markt 16, Bautzener
Str. 6 von 1745. e) <hi rend="g">Rok.</hi> Lebhafte Bautätigkeit nach Stadtbrand
1757. Markt 13 von 1767.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Städtisches Museum</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZÖBLITZ.</hi> K. Sachsen Kr. Marienberg. <milestone unit='line' n='20'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1729 von <hi rend="italic">J. Ch. Simon</hi>, sehr einfach.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZORBAU.</hi> Pr. Sachsen AH Querfurt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Rom. OTurm, der frgot. Rechteckchor Ersatz für
die rom. Apsis; alles sehr entstellt.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZÖRBIG.</hi> Pr. Sachsen Kr. Bitterfeld. <milestone unit='line' n='25'/>
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> ursp. rom. Anlage, nach spgot. und neuester Rest.
ohne Interesse.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZÖSCHAU.</hi> K. Sachsen AH Oschatz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Wenig veränderter rom. Bau. Das kurz rck. Lhs.
flachgedeckt, der eingezogene quadr. Chor mit Hängekuppel <milestone unit='line' n='30'/>
zwischen mächtigen Gurtbgg., darüber der Turm (in jetziger
Gestalt 17. Jh.), die Apsis aus der Halbkugel gewölbt, die
Fenstergewände z. T. alt. &mdash; Granitener rom. <hi rend="g">Taufstein</hi>
im Gutspark. Spgot. <hi rend="g">Sakramentsnische</hi>. Guter
<hi rend="g">Flügelaltar</hi> um 1520, besonders die Relieffig. des Schreins, <milestone unit='line' n='35'/>
S. Nikolaus, von sorgfältigster Ausbildung.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZSCHAITZ.</hi> K. Sachsen AH Döbeln.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Turm 1515, Schiff 1717. Rck. mit gestutzten Ecken.
&mdash; Stattlicher <hi rend="g">Altarbau</hi> mit Gemälden 1655, <hi rend="g">Kanzel</hi>
1656. <milestone unit='line' n='40'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZSCHEILA.</hi> K. Sachsen AH Meißen.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Quadr. Gemeindehaus mit eingezogenem quadr. Chor,
kreuzgewölbt, M. 13. Jh., 1512 Erweiterung nach W.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZSCHEIPLITZ.</hi> Pr. Sachsen Kr. Querfurt.
</p><p>
Ehem. <hi rend="bold">Klst.K.</hi>, rom. Anlage mit OTurm und Apsis nach dem


<pb n='461' id='i468.png'/>

<!-- [P: 461] -->

Typus einer Dorf-K., nur durch die größere Länge des Schiffs
ausgezeichnet.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZSCHEPPLIN.</hi> Pr. Sachsen Kr. Delitzsch.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> spgot. Backsteinbau. &mdash; Frrenss. <hi rend="g">Taufstein</hi> mit
figürl. Reliefs. Mehrere <hi rend="g">Epitaphe</hi> des 17. Jh., für dieses <milestone unit='line' n='5'/>
Gebiet von guter Qualität.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZSCHOPAU.</hi> K. Sachsen AH Flöha.
</p><p>
<hi rend="bold">Martins-K.</hi> E. 15. Jh., oft erneuert.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Burg</hi> alter Gründung. Umbau 1545 durch Kurfürst Moritz;
aus Ma. der starke runde Bergfried. <milestone unit='line' n='10'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZWÄTZEN</hi> b. Jena. Sachsen-Weimar VB Apolda.</p>
<p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> Chor und Turm (1513) got., Lhs. rom. mit schmalen
Schlitzfenstern und rom. Bohlentür mit altem Beschläge.
<hi rend="g">Schnitzaltar</hi> 1517, guter thüringischer Durchschnitt. <hi rend="g">Grabsteine</hi>
von Deutschordensrittern, deren Embleme auch am <milestone unit='line' n='15'/>
<hi rend="g">Kanzelbau</hi> (Zopf). &mdash; Die Komtureigebäude gänzlich
verbaut.
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZWETHAU.</hi> Pr. Sachsen Kr. Torgau.
</p><p>
<hi rend='bold'>Dorf-K.</hi> renss. Seitwärts in 8 m Abstand rom. Turm mit
gekuppelten Schallöffnungen. <milestone unit='line' n='20'/>
</p>

<p>
<hi rend='ort'>ZWICKAU.</hi> K. Sachsen Kreishauptstadt.
</p><p>
<hi rend='bold'>Marien-K.</hi> Erster Bau gew. 1118, zweiter beg. 1328, dritter
1465-1506. Infolge dieser verwickelten Baugeschichte zeigt
der Gr. viele Unregelmäßigkeiten. Die ältesten Teile im WBau.
Querschifflose Hallenkirche ähnlich Annaberg, Schneeberg usw. <milestone unit='line' n='25'/>
Nur deutet der zuerst begonnene Chor auf die ursp. Absicht,
die Ssch. schmäler zu halten; er schließt mit 5 Seiten des 16Ecks.
Lichte Maße 59,5 m l., 31 m br., 17 m h. Die äußere Erscheinung
reich, im Gegensatz zu der sonstigen Tendenz der Erzgebirgsschule; 
die Strebepfll. kräftig vortretend; sie selbst sowohl <milestone unit='line' n='30'/>
als die zwischen ihnen liegenden Wandflächen in glänzender,
wenn auch einigermaßen einförmig wirkender Weise mit
blindem Stab- und Maßwerk, durchflochtenen Kielbögen usw.
überkleidet. Unter dem Dachgesims taucht der Rundbogenfries
wieder auf, in charakteristischer Umbildung des rom. Motivs; <milestone unit='line' n='35'/>
an Baldachinen, Giebeln usw. nimmt das Maßwerk öfters
naturalistische Astformen an (vgl. Schloß-K. in Chemnitz). &mdash;
Die Kirche nimmt durch die wenig versehrte Fülle ihrer Ausstattung
eine bevorzugte Stellung ein. Großes <hi rend="g">Altarwerk</hi>
von <hi rend="italic">Michael Wolgemut</hi> aus Nürnberg 1479; 4 bewegl. <milestone unit='line' n='40'/>
und 2 feste Flügel; 7 m l., 2,50 m h. Der Schrein und die
Innenflügel geben Maria und 8 weibliche Heilige in Schnitzwerk; 
alles übrige ist gemalt; die erste Wandelung zeigt Verkündigung, 
Geburt, Anbetung und h. Sippe, die zweite Wandelung
Ölberg, Geißelung. Kreuztragung, Kreuzigung. &mdash;


<pb n='462' id='i469.png'/>

<!-- [P: 462] -->

<hi rend="g">Taufstein</hi>, Kelchform in blühender FrRenss. 1536, vielleicht
von <hi rend='italic'>Hans Speck</hi>. &mdash; Sicher von diesem die <hi rend='g'>Kanzel</hi>,
z. T. in farbiger Terrakotta, schmuckreiche Treppe mit Tür;
Schalldeckel 1651. &mdash; Reste von <hi rend='g'>Chorstühlen</hi> mit Laubwerk,
Getier und Fratzen, E. 15. Jh. Prunkvoller <hi rend='g'>Ratsstuhl</hi> <milestone unit='line' n='5'/>
von 1617. <hi rend='g'>Kalandstübchen</hi> in der südwestl. Turmempore
mit prachtvollem Ofen aus emaillierten Kacheln um
1540. Bemalte Orgeltürflügel 1627. &mdash; <hi rend='g'>Heiliges Grab</hi>,
bez. 1507; aus Lindenholz geschnitzter freistehender Schrein
mit hohem turmartigem Aufbau; das figürl. Element tritt <milestone unit='line' n='10'/>
gegen das architektonische zurück. &mdash; <hi rend='g'>Freigruppe</hi> der
Maria mit dem Leichnam des Herrn A. 16. Jh.; Lindenholz,
noch in der feinen alten Bemalung; nicht manierfrei, aber edel
und tief gedacht; unter den deutschen Bildhauerarbeiten dieser
Epoche verdient dies anonyme (neuerdings von Flechsig dem <milestone unit='line' n='15'/>
Zwickauer <hi rend='italic'>Peter Bauer</hi> zugeschriebene) Werk einen hohen
Rang. &mdash; <hi rend='g'>Grabsteine</hi> und besonders <hi rend='g'>Gedenktafeln</hi>
in sehr großer Zahl. Messingplatten: ikonisch Martin Römer
1560, die meisten heraldisch. Freigrab nebst Epitaph für
Karl v. Bose 1637. Von den über den Emporen hängenden <milestone unit='line' n='20'/>
Epitaphen die bmkw.: Joh. Seling 1591, der Rahmen in der
Art des <hi rend='g'>Schreckenfuchs</hi>; Joh. Zochendorf 1662, farbiges,
plastisches Kniebild; Obristwachtmeister v. Heldreich
† 1674, lebendgroße, lebendig behandelte Holzfig.; Bürgermeister
Mühlpfort † 1534; unbekannte Stifterfamilie 1559 <milestone unit='line' n='25'/>
bez. <hi rend='italic'>W. K.</hi> (<hi rend="italic">Wolf Kirchner</hi>?). &mdash; Unter den <hi rend='g'>Altargeräten</hi>
Meisterwerke der spgot. und renss. Silberschmiedekunst.
Abendmahlskanne vom Zwickauer Meister <hi rend='italic'>M W</hi> 1622, Hostienbüchse
<hi rend='italic'>C W</hi> 1661.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Katharinen-K.</hi> gegr. nach 1212, in verschiedenen got. Epochen <milestone unit='line' n='30'/>
umgebaut, zuletzt 1571. Der gestreckte, platt geschl. Chor
und die Sakristei aus 14. Jh. Das Gemeindehaus durch Hinzufügung
von Ssch. in Hallenkirche umgewandelt. Das
schmuckreiche Äußere durch Rest, des 19. Jh. entcharakterisiert. &mdash;
<hi rend='g'>Altarwerk</hi>, ganz gemalt, A. 16. Jh. (von <milestone unit='line' n='35'/>
Hans v. Kulmbach?), 2 feste und 2 bewegliche Flügel. &mdash;
<hi rend='g'>Kanzel</hi> von <hi rend='italic'>Hans Speck</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Rathaus</hi> 15. und 16. Jh., im 19. Jh. entstellt. Interessante
<hi rend='g'>Glasgemälde</hi> bez. <hi rend='italic'>C. R.</hi> 1581. <hi rend='g'>Silberschatz</hi>.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Gewandhaus</hi> 1522; der nördl. Backsteingiebel zeigt die got. <milestone unit='line' n='40'/>
Formen in einer für diese Zeit und Gegend bezeichnenden Degeneration.
</p>

<p>
<hi rend='bold'>Schloß Osterstein</hi>, für Kurfürst August ausgebaut von <hi rend='italic'>Hans
Irmisch</hi> 1565-85; sehr entstellt.
</p>


<pb n='463' id='i470.png'/>

<!-- [P: 463] -->
<p>
<hi rend='ort'>ZWÖNITZ.</hi> K. Sachsen AH Chemnitz.
</p><p>
<hi rend='bold'>Stadt-K.</hi> 1sch., erneuert nach Brand 1687. Das hölzerne Gwb.
durch Laubrippen belebt, auch die ganze bar. Ausstattung
aus Holz, gut erhalten, die Emporenträger in Gestalt von
Palmbäumen.
</p>


<pb id='i471.png'/>

<p>
[Blank Page]
</p>
</div></div>

<div>
<pb id='i472.png'/>
<index index="toc" />
<head><title>Ortsverzeichnis<lb />
geordnet nach Staaten und Verwaltungsbezirken.</title></head>

<div>
<head><title>Königreich Sachsen.</title></head>

<div>
<head><title>Kreishauptmannschaft Bautzen.</title></head>

<p>
<hi rend="bold">Bautzen.</hi> Baruth. Bischofswerda. Burkau. Frankental.
Gaussig. Göda. Gröditz. Großhartau. Guttau. Kleinbautzen.
Klix. Königswartha. Malschwitz. Miekel. Neschwitz. Niedergurig.
Oberneukirch. Pannewitz. Radibor. Rammenau.
Schirgiswalde. Schmochtitz. Uhyst.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kamenz.</hi> Bischheim. Brauna. Elstra. Glauschnitz. Großröhrsdorf.
Höckendorf. Königsbrück. Krakau. Marienstern.
Nebelschitz. Obergersdorf. Oberlichtenau. Ossling. Prietitz.
Pulsnitz. Ralbitz. Röhrsdorf. Rosental. Schwepnitz. 
 </p>

<p>
<hi rend="bold">Löbau.</hi> Bernstadt. Bertelsdorf. Berzdorf. Cunewalde. Ebersbach.
Eibau. Friedersdorf. Glossen. Großhennersdorf. Herrnhut.
Herwigsdorf. Hochkirch. Kittlitz. Kottmarsdorf.
Lauske. Lawalde. Neugersdorf. Neusalza. Niederruppersdorf.
Nostitz. Obercunnersdorf. Oberoderwitz. Ruppersdorf.
Schönau. Spremberg. Taubenheim. Weißenberg.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Zittau.</hi> Althörnitz. Bertsdorf. Gießmannsdorf. Großschönau.
Grunau. Hainewalde. Herwigsdorf. Hirschfelde. Neuhörnitz.
Joachimstein. Karlsfried. Königshain. Leuba. Lückendorf.
Mariental. Niederoderwitz. Oberseifersdorf. Ostritz. Oybin.
Radmeritz. Reibersdorf. Reichenau. Seifhennersdorf. Seitendorf.
Spitzkunnersdorf. Waehrsdorf. Wittgendorf.
</p>
</div>

<div>
<head><title>Kreishauptmannschaft Dresden.</title></head>

<p>
<hi rend="bold">Dippoldiswalde.</hi> Bärenstein. Bieberstein. Frauenstein. Geising.
Glashütte. Hennersdorf. Höckendorf. Lauenstein.
Lungwitz. Niederpretzschendorf. Possendorf. <reg orig='Reichards-|grimma.'>Reichardsgrimma.</reg>
<pb n='466' id='i473.png'/>
<!-- [P: 466] -->
Ruppendorf. Schmiedeberg. Seebach. Seifersdorf.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Dresden-Altstadt.</hi> Brießnitz. Döhlen. Fördergersdorf. Grillenburg.
Klingenberg. Leubnitz. Lockwitz. Mohorn. Nöthnitz.
Oberpesterwitz. Plauen. Räcknitz. Somsdorf. Tharandt.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Dresden-Neustadt.</hi> Großeckmannsdorf. Hermsdorf. Hosterwitz.
Kaditz. Kleinwolmsdorf. Kötzschenbroda. Lausa.
Leuben. Lomnitz. Loschwitz. Moritzburg. Niederlößnitz.
Oberlößnitz. Pillnitz. Radeberg. Reichenberg. Schönfeld.
Seifersdorf. Uebigau. Wachau. Wallroda.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Freiberg.</hi> Kleinschirma. Langhennersdorf. Oberbobritzsch.
Pfaffroda. Purschenstein. Sayda. Weißenborn.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Großenhain.</hi> Blochwitz. Frauenhayn. Großdittmannsdorf.
Koselitz. Lauterbach. Ponickau. Riesa. Röderau. Schönfeld.
Seußlitz. Zeithayn.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Meißen.</hi> Altzelle. Boritz. Burkhartswalde. Constappel. Coswig.
Grumbach. Heiligenkreuz. Heinitz. Hirschfeld. Lommatzsch.
Miltitz. Naustadt. Neukirchen. Nossen. Oberreinsberg.
Scharffenberg. Schleinitz. Sornitz. Tanneberg.
Taubenheim. Weistropp. Wilsdruff. Zscheila.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Pirna.</hi> Altstadt. Borna. Borthen. Dittersbach. Dohna.
Eschdorf. Friedrichswalde. Gamig. Gottleuba. Großsedlitz.
Hohnstein. Königstein. Langburkersdorf. Liebstadt. Lohmen.
Maxen. Neustadt. Ottendorf. Polenz. Reinhardtsdorf.
Röhrsdorf. Rottwerndorf. Schandau. Sebnitz. Sedlitz.
Stolpen. Struppen. Ülbersdorf. Weesenstein. Zehista.
</p>
</div>

<div>
<head><title>Kreishauptmannschaft Leipzig.</title></head>

<p>
<hi rend="bold">Borna.</hi> Auligk. Dittmannsdorf. Elstertrebnitz. Eschefeld.
Frohburg. Geithain. Gnandstein. Greifenhain. Groitzsch.
Kohren. Lausigk. Mölbis. Nenkersdorf. Niedergräfenhain.
Ossa. Pegau. Prießnitz. Roda. Roetha. Steinbach. Syhra.
Trautzschen. Wickershain. Wiederau. Wybra.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Döbeln.</hi> Altenhof. Beerwalde. Buch. Gersdorf. Gleisberg.
Großweitzschen. Grünlichtenberg. Hainichen. Knobelsdorf.
Kriebstein. Leisnig. Marbach. Nauhain. Noschkowitz. Otzdorf.
Roßwein. Schönerstadt. Schweta. Tragnitz. Waldheim.
Zschaitz.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Grimma.</hi> Altenbach. Ammelshain. Belgershain. Bernbruch.
Brandis. Burkhartshain. Cannewitz. Colditz. Döben. Dornreichenbach.
Erdmannswalde. Falkenhain. Fremdiswalde.
Glasten. Grethen. Grubnitz. Klinga. Kössern. Kunitzsch.
Machern. Müglenz. Mutzschen. Nischwitz. Otterwisch.
Pommssen. Schwarzbach. Thallwitz. Threna. Trebsen.
Wasewitz. Wurzen.
</p>
<pb n='467' id='i474.png'/>
<!-- [P: 467] -->
<p>
<hi rend="bold">Leipzig.</hi> Baalsdorf. Cröbern. Engelsdorf. Gautzsch. Großzschocher.
Gundorf. Knauthain. Knautnaundorf. Lindenthal.
Markranstädt. Podelwitz. Störmtal. Taucha. Thekla.
Wahren.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Oschatz.</hi> Ablaß. Altmügeln. Altoschatz. Bloßwitz. Borna.
Bornitz. Calbitz. Canitz. Cavertitz. Dahlen. Hof. Hubertusburg.
Jahna. Jakobstal. Kötitz. Kreinitz. Laas. Lampertswalde.
Leuben. Liptitz. Lonnewitz. Lorenzkirch. Luppa.
Merkwitz. Mügeln. Naundorf. Ochsensaal. Schmorkau.
Schrebitz. Schweta. Stauchitz. Stösitz. Strehla. Zöschau.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rochlitz.</hi> Burgstädt. Erlau. Geputzig. Göhren. Gräfenhain,
Ober-. Kaufungen. Königsfeld. Langenleuba. Markersdorf.
Mittweida. Neusorge. Niedersteinbach. Penig. Ratendorf.
Rochsburg. Seelitz. Wechselburg. Wiederau. Wolkenburg.
</p>
</div>

<div>
<head><title>Kreishauptmannschaft Zwickau.</title></head>

<p>
<hi rend="bold">Annaberg.</hi> Buchholz. Ehrenfriedersdorf. Elterlein. Gelenau.
Jöhstadt. Rauenstein. Scheibenberg. Schlettau. Tannenberg.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Auerbach.</hi> Klingenthal. Rodewisch. Waldkirchen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Chemnitz.</hi> Altchemnitz. Bräunsdorf. Einsiedel. Glösa.
Lugau. Niederfrohna. Niederrabenstein. Röhrsdorf. Stollberg.
Zwönitz.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Flöha</hi>. Auerswalde. Augustusburg. Ebersdorf. Frankenberg.
Lichtenau. Lichtenwalde. Niederlichtenau. Oederau. Sachsenburg.
Zschopau.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Glauchau.</hi> Hohenstein. Lichtenstein. Meerane. Remse.
Thurm. Waldenburg. Ziegelheim.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Marienberg.</hi> Forchheim. Groß-Olbersdorf. Lauterbach.
Olbernhau. Scharfenstein. Wolkenstein. Zöblitz.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Ölsnitz.</hi> Elster. Schönberg. Voigtsberg.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Plauen.</hi> Geilsdorf. Kauschwitz. Kürbitz. Mylau. Netzschkau.
Neumark. Pöhl. Reichenbach. Rodersdorf. Straßberg.
Theuma. Thierbach. Thossen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schwarzenberg.</hi> Carlsfeld. Grünhain. Klösterlein-Zelle. Lößnitz.
Neustädtel. Schneeberg.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Zwickau.</hi> Altschönfels. Blankenhain. Crimmitschau. Härtensdorf.
Hartenstein, Hirschfeld. Königswalde. Langenhessen.
Langenreinsdorf. Neuschönfels. Niebra. Niederplanitz. Obergrünberg.
Ruppertsgrün. Schönfels. Stein. Weißenborn.
Werdau.
</p>
</div>
</div>

<div>
<head><title>Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach.</title></head>

<p>
<hi rend="bold">Apolda.</hi> <hi rend="italic">AG Allstedt</hi>: Kalbbrieth. Oldisleben. Wolferstedt.
<hi rend="italic">Apolda</hi>: Hainichen. Nauendorf. Niederroßla. Niedertrebra.


<pb n='468' id='i475.png'/>

<!-- [P: 468] -->

Osmannstedt. Sulza. Utenbach. <hi rend="italic">Buttstedt</hi>: Großneuhausen.
Gutmannshausen. Hardisleben. Mannstedt. Teutleben.
<hi rend="italic">Jena</hi>: Altengönna. Ammerbach. Beutnitz. Bürgel. Dornburg.
Dothen. Frauenprießnitz. Göschwitz. Großlöbichau.
Großschwabhausen. Hohlstedt. Kleinschwabhausen. Kunitz.
Lehesten. Leutra. Lichtenhain. Lobeda. Löbstedt. Maua.
Nennsdorf. Neuengönna. Porstendorf. Rodigast. Rothenstein.
Steudnitz. Talbürgel. Tautenburg. Unterwöllnitz.
Wenigenjena. Ziegenhain. Zwätzen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Dermbach.</hi> Bremen. <hi rend="italic">Geisa</hi>: Bermbach. Borsch. Buttlar.
Geismar. Kranlucken. Motzlar. Schleid. <hi rend="italic">Kaltennordheim</hi>:
Brunnhardtshausen. Diedorf. Empfertshausen. Erbenbausen.
Helmershausen. Kaltensundheim. Kaltenwestheim. Unterweid.
Zella. Zillbach. <hi rend="italic">Ostheim</hi>: Lichtenburg. Sondheim.
Stetten. <hi rend="italic">Vacha</hi>: Dorndorf. Kieselbach. Krayenburg. Tiefenort.
Völkershausen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Eisenach.</hi> Bischofsroda. Burkhardsroda. Farnroda. Krauthausen.
Kreuzburg. Marksuhl. Mihla. Wartburg. Wilhelmstal.
Zella a. d. Werra. <hi rend="italic">Gerstungen</hi>: Berka. Brandenburg.
Dankmarshausen. Dippach. Frauensee. Großensee. Herda.
Lauchröden. Sallmannshausen. Untersuhl. <hi rend="italic">Stadtlengsfeld</hi>:
Lengsfeld. Weilar.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Neustadt a. d. Orla.</hi> <hi rend="italic">Auma</hi>: Braunsdorf. Schönborn. Traun.
<hi rend="italic">Neustadt</hi>: Arnshaugk. Daumitsch. Dreitzsch. Keila. Lausnitz.
Neunhofen. Nieder- u. Oberoppurg. <hi rend="italic">Weida</hi>: Frießnitz. Mildenfurt.
Münchenbernsdorf. Schüptitz. Veitsberg.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Weimar.</hi> <hi rend="italic">Blankenhain</hi>: Berka. Heilsberg. Magdala. Saalborn.
Thangelstedt. Tonndorf. (<hi rend="italic">Großrudestedt</hi>:) Eckstedt. Nöda.
<hi rend="italic">Ilmenau</hi>. <hi rend="italic">Vieselbach</hi>: Großmölsen. Kerspleben. Ollendorf.
Udestedt. <hi rend="italic">Weimar</hi>: Belvedere. Ehringsdorf. Ettersburg.
Heichelheim. Kapellendorf. Liebstedt. Mellingen. Oberweimar.
Sachsenhausen. Tiefurt. Umpferstedt.
</p>
</div>

<div>
<head><title>Herzogtum Sachsen-Altenburg.</title></head>

<p>
<hi rend="bold">Altenburg.</hi> Breitenhain. Flemmingen. Langenleuba. Romschütz.
Rußdorf. Treben. Windischleuba. <hi rend="italic">Meuselwitz</hi>.
(<hi rend="italic">Ronneburg</hi>:) Großstechau. Kauern. Korbussen. Löbichau.
Mückern. Posterstein. <hi rend="italic">Schmölln</hi>: Gößnitz. Ponitz.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Roda.</hi> <hi rend="italic">Eisenberg</hi>: Klosterlausnitz. <hi rend="italic">Kahla</hi>: Altenberge. Bibra.
Dienstädt. Großkröblitz. Gumperda. Hummelshain. Meckfeld.
Neusitz. Oberhasel. Orlamünde. Reinstädt. Schweinitz.
Wiederkunft. Fröhliche. <hi rend="italic">Roda</hi>: Drackendorf. Kleinebersdorf.
Lippersdorf. Ottendorf.
</p>
</div>

<div>
<pb n='469' id='i476.png'/>

<!-- [P: 469] -->
<head><title>Herzogtum Sachsen-Meiningen.</title></head>

<p>
<hi rend="bold">Hildburghausen.</hi> <hi rend="italic">Eisfeld</hi>: Brünn. Crock. Sachsendorf. Stelzen.
Unterneubrunn. <hi rend="italic">Heldburg</hi>: Gellershausen. Gompertshausen.
Hellingen. Rieth. Schlechtsart. Ummerstadt. Westhausen.
<hi rend="italic">Hildburghausen</hi>: Adelshausen. Bedheim. Ebenhards.
Heßberg. Klosterveilsdorf. Michaelisberg. Roth. Streufdorf.
Zeilfeld. <hi rend="italic">Römhild</hi>: Behrungen. Haina. Milz. Westenfeld.
Wolfmannshausen. <hi rend="italic">Themar</hi>: Dingsleben. Henfstedt. Marisfeld.
Reurieth. Trostadt.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Meiningen.</hi> Amalienruhe. Belrieth. Bettenhausen. Bibra.
Einhausen. Elisabethenburg. Ellingshausen. Fasanerie.
Feldeck. Grimmental. Habesburg, Helba. Henneberg. Hermannsfeld.
Herpf. Hutsberg. Jüchsen. Landeswehr. Landsberg.
Leutersdorf. Melkers. Neubrunn. Nordheim. Obermaßfeld.
Queienfeld. Schwickershausen. Stedtlingen. Stepfershausen.
Sülzfeld. Untermaßfeld. Vachdorf. Walldorf. <hi rend="italic">Salzungen</hi>:
Allendorf. Altenstein. Dietlas. Feldeck. Frankenberg.
Frankenstein. Frauenbreitungen. Helmers. Leimbach.
Liebenstein. Möhra. Oberellen. Schweina. Wildprechtsroda.
Witzelroda. <hi rend="italic">Wasungen</hi>: Hümpfershausen. Kaltenlengsfeld.
Maienluft. Metzels. Oepfershausen. Roßdorf. Schwallungen.
Schwarzbach. Sinnershausen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Saalfeld.</hi> <hi rend="italic">Camburg</hi>: Kleingestewitz. Leislau. Münchengosserstädt.
Schmiedehausen. Utenbach. Vierzehnheiligen. <hi rend="italic">Gräfental</hi>:
Lichtentanne. Probstzella. <hi rend="italic">Kranichfeld</hi>: Achelstädt.
<hi rend="italic">Saalfeld</hi>: Aue am Berg. Gorndorf. Graba. Großkochberg.
Treppendorf. Unterwellenborn. Weischitz. Pößneck.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Sonneberg.</hi> <hi rend="italic">Schalkau</hi>: Effelder. Meschenbach. Rauenstein.
<hi rend="italic">Sonneberg</hi>: Gefell. Mupperg. Neuhaus. Oberlind.
</p>
</div>

<div>
<head><title>Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha.</title></head>

<p>
<hi rend="bold">Coburg.</hi> Ahorn. Callenberg. Großheirath. Grub am Forst.
Hohenstein. Moggenbrunn. Neuhof. Neuses. Niederfüllbach.
Rosenau. Rossach. Schermeck. Seidmannsdorf. Unterlauter.
Untersiemau. Watzendorf. Weißenbrunn. <hi rend="italic">Königsberg i. Fr.</hi>:
Altershausen. (<hi rend="italic">Neustadt</hi>:) Einberg. Fechheim. Mönchröden.
Oeßlau. <hi rend="italic">Rodach</hi>: Breitenau. Elsa. Gauerstadt. Großwalbur.
Meeder. Ottowind. Roßfeld. <hi rend="italic">Sonnefeld</hi>: Gestungshausen.
Hassenberg.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gotha.</hi> Apfelstedt. Günthersleben. Haarhausen. Ichtershausen.
Ingersleben. Molschleben. Molsdorf. Pferdingsleben.
Stedten. Sülzenbrücken. Wachsenburg. Warza. <hi rend="italic">Gräfentonna</hi>
(Tonna): Großfahner. Herbsleben. Volkenrode.
</p>


<pb n='470' id='i477.png'/>

<!-- [P: 470] -->

<p>
<hi rend="bold">Ohrdruf.</hi> <hi rend="italic">Liebenstein</hi>: Elgersburg, Gera. Gräfenroda. <hi rend="italic">Ohrdruf</hi>:
Crawinkel. Georgental. Hohenkirchen. Zella.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Waltershausen.</hi> <hi rend="italic">Tenneberg</hi>: Cabarz. Friedrichroda. Hörselgau.
Reinhardtsbrunn. <hi rend="italic">Thal</hi>: Ruhla. <hi rend="italic">Wangenheim</hi>: Ettenhausen.
Friedrichswerth. Großenbehringen. Hastrungsfeld. Sonneborn.
</p>
</div>

<div>
<head><title>Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt.</title></head>

<p>
<hi rend="bold">Frankenhausen.</hi> Göllingen. Ichstedt. Kyffhäuser. Rathsfeld.
Rothenburg. Seega. Thalleben.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rudolstadt.</hi> (<hi rend="italic">Königsee</hi>:) Allendorf. Meuselbach. Oberrottenbach.
Unterweißbach. <hi rend="italic">Leutenberg</hi>: Bucha. Burglemnitz. Eyba.
<hi rend="italic">Rudolstadt</hi>: Blankenburg. Greifenstein. Kirchhasel. Oberwirrbach.
Schaala. Schwarzburg. Teichweiden. Zeigerheim.
<hi rend="italic">Stadtilm</hi>: Bücheloh. Griesheim. Paulinzelle.
</p>
</div>

<div>
<head><title>Fürstentum Schwarzburg-Sondershausen.</title></head>

<p>
<hi rend="bold">Arnstadt.</hi> Alkersleben. Dornheim. Espenfeld. Oberndorf.
Plaue. Witzleben.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Sondershausen.</hi> <hi rend="italic">Ebeleben</hi>: Allmenhausen. Keula. Gehren:
Großbreitenbach. Langewiesen. <hi rend="italic">Sondershausen</hi>: Bendeleben.
Großfurra. Jechaburg.
</p>
</div>

<div>
<head><title>Fürstentum Reuß ältere Linie.</title></head>

<p>
<hi rend="bold">Greitz.</hi> <hi rend="italic">Burgk</hi>: Friesau. Pahnstangen. Röppisch. <hi rend="italic">Greiz</hi>: Fraureuth.
Gottesgrün. Hermannsgrün.
</p>
</div>

<div>
<head><title>Fürstentum Reuß jüngere Linie.</title></head>

<p>
<hi rend="bold">Gera.</hi> Geißen. Köstritz. Kulm. Lusan. Tinz. Untermhaus.
<hi rend="italic">Hohenleuben</hi>: Reichenfels.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schleiz.</hi> <hi rend="italic">Hirschberg</hi>. <hi rend="italic">Lobenstein</hi>: Ebersdorf. Harra. <hi rend="italic">Schleiz</hi>:
Kirschkau. Rödersdorf. Saalburg.
</p>
</div>

<div>
<head><title>K. Pr. Regierungsbezirk Merseburg.</title></head>

<p>
<hi rend="bold">Bitterfeld.</hi> Alt-Jeßnitz. Beyersdorf. Brehna. Friedersdorf.
Mühlbeck. Talheim. Zörbig.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Delitzsch.</hi> Beerendorf. Benndorf. Brinnis. Cletzen. Eilenburg.
Grebehna. Hayna. Landsberg. Naundorf. Radefeld.
Tiefensee. Zschepplin.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Eckartsberga.</hi> Auerstedt. Beichlingen. Burghäseler. <reg orig='Burg-|wenden.'>Burgwenden.</reg>
<pb n='471' id='i478.png'/>
<!-- [P:471] -->
Cölleda. Gorsleben. Heldrungen. Kannawurf.
Leubingen. Memleben. Niederholzhausen. Sachsenburg.
Steinbach. Wolmirstadt.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Halle und Saalkreis.</hi> Beesenlaublingen. Böllberg. Brachstedt.
Buschdorf. Cönnern. Giebichenstein. Hohenturm. Krosigk.
Mücheln. Nauendorf. Neutz. Peissen. Petersberg. Reideburg.
Schlettau. Teicha. Wettin.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Liebenwerda.</hi> Alt-Burxdorf. Blumberg. Boragk. Elsterwerda.
Großkmehlen. Großthieming. Langennaundorf. Martinskirchen.
Mückenberg. Mühlberg. Ortrand. Oschätzchen.
Prettin. Saathain. Stolzenhain. Uebigau. Würdenhain.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Mansfelder Gebirgskreis.</hi> Arnstein. Conradsburg. Ermsleben.
Falkenstein. Hettstedt. Mansfeld. Rammelburg. Siersleben.
Walbeck. Wippra.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Mansfelder Seekreis.</hi> Alsleben. Amsdorf. Benkendorf. Burgisdorf.
Eisleben. Esperstedt. Gerbstedt. Gödewitz. Heiligental.
Helfta. Holzzelle. Ihlewitz. Müllerdorf. Pfützental.
Polleben. Rottelsdorf. Schraplau. Seeburg. Stedten, Unterrißdorf.
Unterröblingen. Volkmaritz. Wimmelburg. Wormsleben.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Merseburg.</hi> Atzendorf. Beuchlitz. Corbetha. Cröllwitz.
Cursdorf. Dehlitz. Ermlitz. Hohenlohe. Kleinlauchstedt.
Lauchstedt. Lössen. Lützen. Röcken. Rössen. Rundstedt.
Schkeitbar. Treben.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Naumburg.</hi> Abtlöbnitz. Altenburg. Benndorf. Flemmingen.
Görschen. Hassenhausen. Kleinheringen. Kreipitzsch. Niedermöllern.
Pforte. Rudelsburg. Saaleck. Schellsitz. Schönburg.
Schulpforte.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Querfurt.</hi> Albersrode. Almsdorf. Altenroda. Balgstedt a. U.
Barnstedt. Baumersrode. Bottendorf. Branderode. Braunsdorf.
Burgscheidungen. Dobichau. Ebersroda. Eichstädt.
Freyburg. Gatterstedt. Göhrendorf. Goseck. Großosterhausen.
Laucha. Leiha. Lodersleben. Markrölitz. Mücheln.
Nebra. Neumark. Niedereichstädt. Obercrumpa. Obereichstädt.
Obhausen. Pettstädt. Plößnitz. Pödelist. Reinsdorf,
Roßleben. Sankt-Micheln. Schleberode. Sittichenbach. Spielberg.
Vitzenburg. Wendelstein. Wilsdorf. Zeuchfeld. Zorbau.
Zscheiplitz.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Sangerhausen.</hi> Artern. Beiernaumburg. Bernecke. Bielen.
Brücken. Gonna. Görsbach. Grillenberg. Hain. Heringen.
Kaltenborn. Kelbra. Klosterrode. Lengefeld. Sittendorf.
Stolberg. Windehausen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schweinitz.</hi> Clöden. Frauenhorst. Gölsdorf. Herzberg. Malitschkendorf.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Torgau.</hi> Annaburg. Axien. Belgern. Dautzschen. Dommitsch.


<pb n='472' id='i479.png'/>

<!-- [P: 472] -->

Elsnig. Graditz. Lebien. Lichtenburg. Schildau. Sitzenroda.
Triestewitz. Zwethau.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Weißenfels.</hi> Burgwerben. Dobergast. Droyssig. Großcorbetha.
Großpötewitz. Hassel. Langendorf. Lissen. Markwerben.
Meineweh. Obergreißlau. Obschitz. Pötewitz. Schkölen.
Untergreißlau.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wittenberg.</hi> Kemberg. Pretzsch. Reinharz. Schmiedeberg.
Zahna.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Zeitz.</hi> Aue. Breitenbach. Gleina. Haynsburg. Langenaue.
Posa. Predel. Profen. Schkauditz. Spora. Zipsendorf.
</p>
</div>

<div>
<head><title>K. Pr. Regierungsbezirk Erfurt.</title></head>

<p>
<hi rend="bold">Erfurt.</hi> Alach. Bechstedtwagd. Gottstedt. Nottleben. Petersberg.
Windisch-Holzhausen. Wandersleben.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Heiligenstadt.</hi> Bernterode. Besenhausen. Birkenfelde.
Bischofsstein. Burgwalde. Dieterode. Dingelstedt. Ershausen.
Freienhagen. Geisleden. Geismar. Gerbershausen. Groß-Bartloff.
Günterode. Hanstein. Heuthen. Hilfensberg.
Hohengandern. Kefferhausen. Keudelstein. Kirchgandern.
Kreuzeber. Lengenfeld. Lindewerra. Martinfeld. Reinholterode
Rengelrode. Rimbach. Röhrig. Rustenberg. Rustenfelde.
Schachtebich. Schönhagen. Siemerode. Stein. Uder.
Volkerode. Wahlhausen. Werleshausen. Wiesenfeld. Wüstheuterode.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Langensalza.</hi> Nägelstadt. Oppershausen. Tennstedt. Thamsbrück.
Vargula.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Mühlhausen.</hi> Ammern. Annerode. Dörna. Falken. Helmsdorf.
Langula. Treffurt. Zella.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Nordhausen</hi> u. Grafsch. <hi rend="bold">Hohenstein</hi>. Ascherode. Bleicherode.
Dietenborn. Kleinfurra. Kleinwerthern. Lohra. Mitteldorf.
Münchenlohra. Nohra. Tettenborn. Woffleben. Wolkramshausen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schleusingen.</hi> Altendambach. Christes. Heinrichs. Hinternah.
Kühndorf. Rohr. St. Kilian. Schwarza. Suhl. Veßra. Waldau.
Wiedersbach.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Weißensee.</hi> Gangloffsömmern. Griefstedt. Ottenhausen.
Rohrborn. Sömmerda.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Worbis.</hi> Adelsborn. Beuren. Bischofferode. Bodenrode.
Bodenstein. Breitenworbis. Gerode. Groß-Bodungen. Hauröden.
Kirchohmfeld. Kirchworbis. Neustadt. Reifenstein.
Scharfenstein. Teistungenburg. Wehnde.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Ziegenrück.</hi> Altenbeuthen. Blankenberg. Blintendorf. Bodelwitz.
Liebengrün. Ranis. Reitzengeschwende. Wernburg.
</p>
</div>
<div>
<pb n='473' id='i480.png'/>

<!-- [P:473] -->
<head><title>K. Pr. Regierungsbezirk Cassel.</title></head>

<p>
<hi rend="bold">Cassel.</hi> Breitenbach. Crumbach. Dörnhagen. Elgershausen.
Eschenstruth. Helsa. Karlsdorf. Kaufungen. Niederzwehren.
Nordshausen. Oberkaufungen. Waldau. Weimar. Wilhelmshausen.
Wilhelmshöhe. Wilhelmstal. Windhausen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Eschwege.</hi> Abterode. Bischhausen. Boyneburg. Brandenfels.
Germerode. Herleshausen. Hoheneiche. Jestädt. Nesselröden.
Netra. Schwebda. Wanfried. Willershausen. Wommen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Frankenberg.</hi> Basdorf. Haina. Hessenstein. Rosental. Wiesenfeld.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Fritzlar.</hi> Besse. Büraberg. Gudensberg. Jesberg. Uttershausen.
Wabern. Werkel.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Fulda.</hi> Adolfseck. Blankenau. Bieberstein. Giesel. Großenlüder.
Haimbach. Johannisberg. Kämmerzell. Kleinheilig-Kreuz.
Margretenhaun. Neuenberg. Neuhof. Oberbimbach.
Petersberg. Welkers.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gelnhausen.</hi> Alsberg. Altenhaßlau. Aufenau. Birstein.
Burgjossa. Höchst. Kirchbracht. Lohrhaupten. Meerholz.
Niedermittlau. Orb. Unterreichenbach. Wächtersbach.
Wirtheim.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gersfeld.</hi> Tann.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hanau.</hi> Bergen. Bischofsheim. Bockenheim. Bruchköbel,
Hochstadt. Hüttengesäß. Kesselstadt. Langenselbold.
Niederdorfelden. Rückingen. Rüdigheim. St. Wolfgang.
Wilhelmsbad. Windecken.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hersfeld.</hi> Aua. Ebersberg. Friedewald. Hattenbach. Johannesberg.
Philippstal.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hofgeismar.</hi> Gottesbüren. Grebenstein. Haueda. Helmarshausen.
Hohenkirchen. Immenhausen. Krukenberg. Lippoldsberg.
Sababurg. Trendelburg. Wilhelmshausen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Homberg.</hi> Falkenberg. Neuenstein. Raboldshausen. Wallenstein.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hünfeld.</hi> Hauneck. Neukirchen. Rasdorf. Rotenkirchen.
Wehrda.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kirchhain.</hi> Albshausen. Allendorf. Amöneburg. Anzefahr.
Langenstein. Neustadt. Rauschenberg. Schweinsberg.
Stausebach.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Marburg.</hi> Bauerbach. Caldern. Christenberg. Ebsdorf.
Elisabethbrunnen. Frauenberg. Fronhausen. Leidenhofen.
Lohra. Mellnau. Michelbach. Nieder-Asphe. Nieder-Walgern.
Nordeck. Ober-Rosphe. Ober-Walgern. Treisbach. Wehrda.
Wehrshausen. Weitershausen. Wenkbach. Wetter.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Melsungen.</hi> Altenburg. Altenstein. Breitenau. Carthause.
<pb n='474' id='i481.png'/>
<!-- [P: 474] -->
Dagobertshausen. Felsberg. Gensungen. Harle. Heidau.
Mörshausen. Niedermöllrich. Spangenberg.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rinteln.</hi> (Exklave Grafschaft Schaumburg). Siehe Bd. V.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rotenburg.</hi> Asmushausen. Blankenheim. Heimbach. Kornberg. 
Nentershausen. Ronshausen. Sontra. Tannenberg.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schlüchtern.</hi> Altengronau. Schwarzenfels. Soden. Steckelberg.
Steinau. Stolzenburg.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schmalkalden.</hi> Auwallenburg. Barchfeld. Fambach. Haindorf. 
Hallenberg. Herrenbreitungen. Seligental. Steinbach-Hallenberg. 
Struth. Trusen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Witzenhausen.</hi> Allendorf. Arnstein. Berlepsch. Lichtenau.
Ludwigstein. Reichenbach.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wolfhagen.</hi> Altendorf. Breuna. Burghasungen. Ehlen.
Ehringen. Elmarshausen. Merxhausen. Naumburg. Niederelsungen. 
Oelshausen. Riede. Volkmarsen. Weidelsburg.
Wettesingen. Zierenberg.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Ziegenhain</hi>. Hausen. Herzberg. Immichenhain. Michelsberg.
Neukirchen. Ottrau. Rommershausen. Ropperhausen.
Schönberg. Schrecksbach. Schwarzenborn. Spießkappel.
Treysa.
</p>
</div>

<div>
<head><title>K. Bayr. Regierungsbezirk Oberfranken.</title></head>

<p>
<hi rend="bold">Bamberg I.</hi> Altenburg. Buttenheim. Giech. Gügel. Hallstadt.
Litzendorf. Rattelsdorf. Scheßlitz. Seehof. Stadelhofen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Bamberg II.</hi> Burgebrach. Burgwindheim. Ebrach. Frensdorf.
Lisberg. Schlüsselau. Seußling. Walsdorf.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Bayreuth.</hi> Bindlach. Bischofsgrün. Eckersdorf. Emtmannsberg.
Gesees. Kolmdorf. Mengersdorf. Mengersreuth. Mistelbach. 
Obernsees. St. Johannis. Warmensteinach.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Berneck.</hi> Gefrees. Goldkronach. Himmelkron. Marktschorgast.
Nemmersdorf. Neudrossenfeld.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Ebermannstadt.</hi> Aufseß. Burggailenreuth. Drügendorf.
Freienfels. Heiligenstadt. Hollfeld. Nankendorf. Neudeck.
Oberaufseß. Pretzfeld. Streitberg. Waischenfeld. Wonsees.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Forchheim.</hi> Effeltrich. Eggolsheim. Gräfenberg. Hetzlas.
Hilpoltstein. Jägersburg. Kersbach. Kirchenehrenbach.
Leutenbach. Neideck. Neunkirchen. Pinzberg. Regensberg.
St. Helena. Weißenohe. Wiesenthau. Wildenfels.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Höchstadt a. A.</hi> Büchenbach. Hannberg. Herzogenaurach.
Mühlhausen. Münchaurach. Oberreichenbach. Pommersfelden. 
Puschendorf. Schlüsselfeld. Sterpersdorf.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hof.</hi> Feilitsch. Oberkotzau.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kronach.</hi> Mitwitz. Steinberg.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kulmbach.</hi> Buchau. Burggehaig. Harsdorf. Kasendorf.


<pb n='475' id='i482.png'/>

<!-- [P: 475] -->

Mangersreuth. Melkendorf. Neudrossenfeld. Plassenburg.
Sanspareil. Schwarzach. Thurnau. Trebgast. Veitlahm.
Wernstein. Willmersreuth. Wirsberg. Zwernitz.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Lichtenfels.</hi> Altenkundstadt. Burgkundstadt. Gärtenroth.
Hochstadt. Isling. Langheim. Mainrot. Marktzeuln. Michelau.
Mistelfeld. Naßwang. Schney. Weismain.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Münchberg.</hi> Helmbrechts. Sparneck. Waldstein.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Naila.</hi> Lichtenberg. Reitzenstein.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Pegnitz.</hi> Betzenstein. Bronn. Creussen. Gößweinstein.
Lindenhart. Oberailsfeld. Pottenstein. Rabeneck. Rabenstein. 
Schnabelweid. Tüchersfeld. Volsbach.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Rehau.</hi> Hohenberg. Pilgramsreuth.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Stadtsteinach.</hi> Grafengehaig. Guttenberg. Kupferberg.
Marienweiher. Marktleugast. Ludwigschorgast. Presseck.
Rugendorf. Seibelsdorf. Untersteinach.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Staffelstein.</hi> Banz. Döringstadt. Schottenstein. Seßlach.
Unterleiterbach. Vierzehnheiligen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Teuschnitz.</hi> Lauenstein. Ludwigstadt.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Wunsiedel.</hi> Alexanderbad. Epprechtstein. Katharinenberg.
Kirchenlamitz. Redwitz. Schirnding. Schönbrunn. Thierstein.
</p>
</div>

<div>
<head><title>K. Bayr. Regierungsbezirk Unterfranken.</title></head>

<p>
<hi rend="bold">Alzenau.</hi> Hörstein. Kälberau. Mömbris. Schöllkrippen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Aschaffenburg.</hi> Großostheim. Hessental. Mespelbrunn.
Schmerlenbach. Schönrain.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Brückenau.</hi> Maria-Ehrenberg. Schildeck. Volkersberg.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Ebern.</hi> Albersdorf. Altenstein. Baunach. Eyrichshof. Fischbach. 
Frickendorf. Gereuth. Gleusdorf. Heilgersdorf. Junkersdorf. 
Kirchlauter. Leuzendorf. Lichtenstein. Mürsbach.
Obermerzbach. Pfaffendorf. Pfarrweisach. Rauheneck. Rentweinsdorf. 
Rotenhan. Untermerzbach.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gemünden.</hi> Adelsberg. Burgsinn. Harrbach. Hofstetten.
Höllrich. Homburg. Massenbuch. Rengersbrunn. Rieneck.
Schönau. Weikersgrüben. Wolfsmünster.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Gerolzhofen.</hi> Abtswind. Alitzheim. Altenschönbach. Astheim.
Bimbach. Castell. Dimbach. Fahr. Gaibach. Hallburg.
Kirchschönbach. Laub. Nordheim. Obereisenheim. Oberschwarzach. 
Prichsenstadt. Rüdenhausen. Sommerach.
Stollberg. Sulzheim. Traustadt. Volkach. Wiesentheid.
Zabelstein. Zeilitzheim.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hammelburg.</hi> Aura. Diebach. Engental. Euerdorf. Fuchsstadt. 
Saaleck. Sodenberg. Sulztal. Thulba. Trimberg.
Unterertal. Waitzenbach. Wasserlosen. Windheim.
</p>


<pb n='476' id='i483.png'/>

<!-- [P: 476] -->

<p>
<hi rend="bold">Haßfurt.</hi> Augsfeld. Buch. Ebelsbach. Eltmann. Gleisenau.
Kentzgau. Kirchaich. Limbach. Maria-Burghausen. Meckenried. 
Obertheres. Prölsdorf. Schmachtenberg. Schönbach.
Schwappach, Ober- und Unter-. Steinbach. Stettfeld. Sylbach. 
Trossenfurt. Unterhohenried. Untertheres. Wonfurt.
Zeil.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Hofheim.</hi> Aidhausen. Bettenburg. Birkenfeld. Birnfeld.
Bramberg. Bundorf. Burgreppach. Eichelsdorf. Friesenhausen. 
Goßmannsdorf. Happertshausen. Junkersdorf. Oberlauringen. 
Ostheim. Stadtlauringen. Stöckach. Wettringen.
Wetzhausen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Karlstadt.</hi> Altbessingen. Arnstein. Aschfeld. Bonnland.
Büchold. Bühler. Duttenbrunn. Erbshausen. Eußenheim.
Fährbrück. Gänheim. Gauaschach. Gramschatz. Himmelstadt. 
Karlsburg. Laudenbach. Müdesheim. Retzbach.
Retzstadt. Reuchelheim. Rohrbach. Schwebenried. Thüngen.
Wülfershausen. Zellingen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kissingen.</hi> Aschach. Bildhausen. Bocklet. Bodenlauben.
Burglauer. Eltingshausen. Frauenroth. Großwenkheim.
Lauter. Münnerstadt. Steinach.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Kitzingen.</hi> Bietelried. Biebergau. Buchbrunn. Bullenheim.
Dettelbach. Efeldorf. Etwashausen. Fröhstockheim. Gerlachshausen. 
Gnötzheim. Groß- und Kleinlangheim. Herrnsheim. 
Mainbernheim. Mainsondheim. Mainstockheim. Marktbreit. 
Marktstett. Michelfeld. Münsterschwarzach. Obernbreit.
Prosselsheim. Repperndorf. Rödelsee. Schwaneberg.
Segnitz. Seinsheim. Stadtschwarzach. Sulzfeld. Wässerndorf. 
Wiesenbronn.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Königshofen.</hi> Althausen. Aubstadt. Breitensee. Eibstadt.
Eyershausen. Findelberg. Gollmuthausen. Ipthausen. Irmelshausen. 
Kleinbardorf. Merkershausen. Oberessfeld. Serrfeld.
Sternberg. Trappstadt. Untereßfeld. Waltershausen. Wildburg. 
Wülfershausen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Lohr.</hi> Maria-Buchen. Neuhütten. Neustadt a. M. Rotenbuch.
Rotenfels. Steinbach.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Marktheidenfeld.</hi> Böttigheim. Dorfprozelten. Esselbach.
Fechenbach. Grünau. Hafenlohr. Hasloch. Holzkirchen.
Homburg. Karbach. Kreuzwertheim. Lengfurt. Remlingen.
Stadtprozelten. Trennfeld. Triefenstein. Uttingen.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Mellrichstadt.</hi> Bahra. Eußenhausen. Filke. Fladungen.
Künsbergk. Leubach. Mauerschedel. Mittelstreu. Mühlfeld.
Nordheim. Oberfladungen. Oberstreu. Reyersbach. Roßrieth.
Stockheim. Unsleben. Wechterswinkel.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Miltenberg.</hi> Amorbach. Amorsbrunn. Engelsberg. Groß- und
Klein-Heubach. Schneeberg. St. Gotthardsberg. Wildenberg.
</p>


<pb n='477' id='i484.png'/>

<!-- [P: 477] -->

<p>
<hi rend="bold">Neustadt a. S.</hi> Bischofsheim. Brend-Lorenzen. Heustreu.
Hollstadt. Kreuzberg. Osterburg. Salz. Salzburg.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Obernburg.</hi> Himmeltal.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Ochsenfurt.</hi> Aub. Baldersheim. Bieberehren. Bolzhausen.
Butthart. Darstadt. Eibelstadt. Erlach. Eßfeld. Euerhausen.
Frickenhausen. Gaukönigshofen. Gelchsheim. Giebelstadt.
Goßmannsdorf. Gützingen. Herchsheim. Hopferstadt.
Ingolstadt. Kleinochsenfurt. Reichelsberg. Reichelsburg.
Rittersheim. Röttingen. Sommerhausen. St. Kunigund.
Tückelhausen. Winterhausen. Wolkshausen. Zeubelried.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Schweinfurt.</hi> Bergrheinfeld. Eckardshausen. Egenhausen.
Ettleben. Euerbach. Garstadt. Geldersheim. Gochsheim.
Grafenrheinfeld. Grettstadt. Heidenfeld. Heiligental. Hirschfeld.
Holzhausen. Klingenberg. Löffelsterz. Maibach. Mainberg. 
Obbach. Obereuerheim. Pfundhausen. Reichmannshausen. 
Schwebheim. Sömmersdorf. Werneck. Weyer.
Wipfeld. Zeuzleben.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Würzburg.</hi> Bergtheim. Burggrumbach. Eisingen. Erlabrunn. 
Estenfeld. Gerbrunn. Güntersleben. Heidingsfeld.
Himmelpforten. Höchberg. Kirchheim. Kleinrinderfeld.
Kürnach. Lindflur. Maidbronn. Margetshöchheim. Mergelshöchheim.
Mühlhausen. Oberdürrbach. Oberleinach. Oberzell.
Randersacker. Reichenberg. Rimpar. Rottenbauer.
Rottendorf. Schenkenschloßhof. Stettbach. Teilheim. Thüngersheim. 
Unterdürrbach. Unter-Leinach. Unterpleichfeld.
Unterzell. Veitshöchheim. Waldbüttelbrunn. Zell.
</p>
<pb id='i485.png'/>

<p>
[Blank Page]
</p>
</div>
</div>

<div>
<pb n='479' id='i486.png'/>
<index index="toc" />
<head><title>Künstlerverzeichnis.</title></head>


<p>
<hi rend="bold">A</hi>B 110.<lb />
A. L. 317.<lb />
Adler, Fr. 272.<lb />
Aglio, A. S. 59.<lb />
Agostino, Lazzaro 437.<lb />
Ahrens 420.<lb />
Albert v. Soest 324.<lb />
Ammann, Jost 22.<lb />
Anwander, J. 41. 192. 286.<lb />
Appiani, Gius. 407. 445.<lb />
Arnold v. Westfalen
265. 267. 268. 269. 276. 334.
348. 349. 389. 390.<lb />
Asam 11. 95. 456.<lb />
Auwera, Jakob van der
95. 438. 449. 451.<lb />
Auwera, Joh. Wolfgang v. d.
11. 399. 404. 435. 451.<lb />
Auwera, Lucas v. d. 452.<lb />
Auwera, Richt. der 23. 452.
</p>

<p>
<hi rend="bold">B</hi>acher, Gideon 219.<lb />
Backofen u. s. Schule
21. 69. 70. 161. 167. 186.
251. 440.<lb />
Bähr, George
78. 81. 87. 89. 118. 159. 182.
192. 203. 247. 248. 304. 368.
374.<lb />
Balestra 86.<lb />
Baratta, Franc. 80. 86.<lb />
Barthel von Durlach 12.<lb />
Barthel, Melch. 223. 238.<lb />
Basler, Peter 139.<lb />
Basti, Matteo 24.<lb />
Bauer (Augsburg) 80.<lb />
Bauer, Peter 462.<lb />
Beaumont, Adam 204.<lb />
Beck, Leonh. 444.<lb />
Beham, H. S. 47.<lb />
Behem, J. 237.<lb />
Behringer, Wolf 191.<lb />
Berger 88.<lb />
Bergner, Nik. 216 f.<lb />
Bernini, L. 80. 86. 95.<lb />
Berwart, Blasius 333.<lb />
Bestheimer, J. N. 264.<lb />
Bibiena, Carlo 48.<lb />
Bibiena, Giuseppe 48.<lb />
Birkner, Wolfg. 220.<lb />
Blondel 430.<lb />
Bock, Hans 176. 408.<lb />
Bodenstein, Chr. 355.<lb />
Bodt, Jan de 86. 223.<lb />
Boffrand, G. 450.<lb />
Bogenkranz, Zach. 169.<lb />
Böhm, Franz 40.<lb />
Böhme d. Ä., Joh. Heinr.
13. 161. 298. 335. 435.<lb />
Bolster, G. M. 1. 60. 114. 130.<lb />
Bonalino 40. 128. 217.<lb />
Borcht v. d. 87.<lb />
Bormann, Jan 160.<lb />
Bossi, Ant. 447. 451.<lb />
Bossi, Augustin 73. 398.<lb />
Bossi, Materno
92 ff. 133. 210 f. 346. 387.
445. 447. 451. 457.<lb />
Bouts, Dirk 244.<lb />
Braun, Erasmus 35.<lb />
Braunschweig, Heinrich u.
Ludolf v. 168 f.<lb />
Bromeis 206.<lb />
Brückner, A. 140.<lb />
Bruigt, Ägid. de 208.<lb />
Brunner, Melch. 273.<lb />


<pb n='480' id='i487.png'/>

<!-- [P: 480] -->

Buchau, Cl. K. 277.<lb />
Buchner, P, 83f. 223. 278. 309.<lb />
Bühner 379.<lb />
Bueler 438.<lb />
Buttigen (Büdingen?), Conrad v. 12.<lb />
Butzäus 118.
</p>

<p>
<hi rend="bold">C</hi>. B. 391.<lb />
C. G. 113.<lb />
C. P. 296.<lb />
C. R. 462.<lb />
C. T. R. 6.<lb />
C. W. 462.<lb />
Casanova 86.<lb />
Castelli 6. 173. 451.<lb />
Cesare, Carlo di 125f.<lb />
Chiaveri, Gaet. 79. 81. 296.<lb />
Conrad von Buttigen 12.<lb />
Corradini 86.<lb />
Cotte, R. de 450.<lb />
Coudroy, Pierre 240.<lb />
Cranach d. Ä. u. s. Werkstatt
153. 197. 205. 217. 220.
224. 238f. 267. 293. 295.
298. 302. 307. 324. 367. 369.
393. 413. 419ff. 433. 455.<lb />
Cranach d. J.
25. 209. 307. 314. 420. 433.<lb />
Cranachschule
2. 14. 57. 121. 168. 180. 190.
201. 266. 426<corr sic=''>.</corr><lb /> 
Curé 451.
</p>

<p>
<hi rend="bold">D</hi> 346.<lb />
Dahlwein 147.<lb />
Darbes 375.<lb />
Daucher, Adolf 13.<lb />
Dauthe 236. 240.<lb />
David, Chr. 183.<lb />
Decker 49.<lb />
Degen, Hans 75.<lb />
Dehn-Rothfelser, Hans v.
82. 125. 157. 242. 278. 340.<lb />
Deibel, Jos. 87.<lb />
Deisinger 356.<lb />
Delitzscher, Nickel 407.<lb />
Dell, Peter d. Ä.
18. 23. 373. 438. 441.<lb />
Dell, Peter d. J.
438. 439. 445. <corr sic='445'>449</corr>.<lb />
Dientzenhofer, einer der
41. 136. 369.<lb />
Dientzenhofer, Georg 39.<lb />
Dientzenhofer, Johann
42. 133. 134. 197. 213. 335.
372. 375.<lb />
Dientzenhofer, Joh. Leonh.
136. 314.<lb />
Dientzenhofer, Just. Heinr. 41.<lb />
Dientzenhofer, Leonhard
35. 37. 40. 42. 49. 94. 136.
193. 246. 406.<lb />
Diepenbeck 444.<lb />
Dierks 86.<lb />
Dieterici 195.<lb />
Dietrich, Ch. W. E. 70. 101.<lb />
Dietz 404.<lb />
Dieussart, Ch. Ph. 47.<lb />
Dirnstein, Hans 21.<lb />
Diterich, Bernh. 126. 214.<lb />
Ditmar (Laienbruder) 325.<lb />
Ditmar, Valent. 317.<lb />
Ditterich, Hans 385.<lb />
Dittmann, Hans 75.<lb />
Döbner 230.<lb />
Dörffer, Joh. 346.<lb />
Dorsch, J. B. 85. 87.<lb />
Dowher s. Daucher.<lb />
Drentwett, Ph. H. 80. 203<corr sic=''>.</corr><lb />
Dreßler, Andr. 201, 311.<lb />
Dreysigmark, M. 112.<lb />
Dubut 368.<lb />
Duck, Joh. 307.<lb />
Dümpel, Veit 2. 218.<lb />
Durlach, Barthel von 12.<lb />
Dürer 13. 119. 266.<lb />
Du Ry, Charles 206. 430.<lb />
Du Ry, Paul 203. 205 f. 370.<lb />
Du Ry, Salomon Louis 428 f.<lb />


<pb n='481' id='i488.png'/>

<!-- [P: 481] -->

Du Ry, Simon Louis
191. 205. 206. 409. 430.
</p>

<p>
<hi rend="bold">E</hi>. W. 159.<lb />
Eberlein, Bernh. 216.<lb />
Ebhardt, J. Ch. 242.<lb />
Eckart v. Worms 438. 440.<lb />
Eckhardt, Ezech. 45. 340.<lb />
Eckhardt, G. 324.<lb />
Eckhart, Hans 212.<lb />
Eiffländer, Hans 78.<lb />
Einbeck, Konrad v. 168.<lb />
Eisenberg, F. 455.<lb />
Emes, Julius 18.<lb />
Ende, Hans am 239.<lb />
Enderlein, Caspar 25.<lb />
Engelhard, Andr. 369.<lb />
Ermeltraut 443.<lb />
Ernes, Julius 286.<lb />
Eschke, K. Ch. 313. 343. 376.<lb />
Esterbauer, Balth. 451.<lb />
Exner, Chr. F. 79. 81. 332.<lb />
Eysenberg, Nik. 101.<lb />
Eywick, Jonas 370.
</p>

<p>
<hi rend="bold">F</hi>. H. 204.<lb />
Faber, A. W. 56.<lb />
Fabritius, Kilian 259.<lb />
Fehre, J. G. 89 f. 118.<lb />
Feichtmayer, J. M. 11. 407.<lb />
Feige, J. C. 340.<lb />
Fesel, Christoph 439. 445.<lb />
Finck, Joh. 41. 278. 317.<lb />
Fischer, A. S. 137. 449.<lb />
Fischer, J. M.<lb />
133. 155. 157. 432. 445.<lb />
Fleischer, Gg. 83. 125.<lb />
Flötner, Peter 13.<lb />
Fossati 45.<lb />
Fosse, de la 213. 428.<lb />
Franz v. Magdeburg 13.<lb />
Friedeberger, Eberh. 445.<lb />
Friedemann d. Ä., H.<lb />
105 f. 108-112.<lb />
Friedemann d. J., H.,
105. 110. 112.<lb />
Fuchs 240.<lb />
Fuger 163.<lb />
Fuss, Friedr. 423.
</p>

<p>
<hi rend="bold">G</hi>abrieli 446.<lb />
Gallasini, Andrea 135.<lb />
Gareis 343.<lb />
Gärtner 27. 31. 445.<lb />
Gattinger 11. 438.<lb />
Gaudreau, Pierre 355.<lb />
Gedeler, E. 187.<lb />
Gedeler, G. v. 47.<lb />
Gehart, Joh. 17. 107. 110 f.<lb />
Geigel, J. P.
68. 351. 404. 445. 447.
451. 457.<lb />
Genz 420.<lb />
Gérin 205.<lb />
Ghezzi, G. 205.<lb />
Giese, J. A. 435.<lb />
Glantschnigg, J.A. 91.<lb />
Godechen, Hnrch. 280.<lb />
Godefroy, Elias 204.<lb />
Göding, Heinr. 84. 126. 333.<lb />
Goldwitzer 118.<lb />
Gontard, P. K. Ph. 48 f.<lb />
Göthe, Eosander v. 400.<lb />
Goethe, Wolfg. v. 233. 420.<lb />
Gothland, Peter 420.<lb />
Gottschick, Chr. 222.<lb />
Gout 55.<lb />
Gräbner 81. 100.<lb />
Grael, Fr. 228.<lb />
Graff, Anton
71. 82. 173. 223. 244. 338.
343. 351. 355. 375. 418. 422.
426. 435.<lb />
Grassi 435.<lb />
Graul, J. F. 48.<lb />
Greger, Michel 459.<lb />
Greising, Jos.
94. 130. 247. 250. 314. 408.
447. 449. 451 f.<lb />
Gretel, Ulrich 433.<lb />
Grohmann, Chr. 113.<lb />


<pb n='482' id='i489.png'/>

<!-- [P: 482] -->

Grohmann, N. 5. 180. 219. 394.<lb />
Gronig, Hans 198.<lb />
Gröninger, Aug. 112.<lb />
Groß, Abr. 47.<lb />
Grossi, L. 345.<lb />
Grünberger, Mich. 139.<lb />
Grünewald, Math. 20. 167.<lb />
Guernieri, G. F. 429.<lb />
Gundermann, W. 98.<lb />
Günther, Math. 11. 446.<lb />
Gutschell, Enders 105.
</p>

<p>
<hi rend="bold">H</hi> 251.<lb />
h. b. 176.<lb />
H F 152. 213. 335.<lb />
H G B 280.<lb />
H H B 190.<lb />
H K 261. 293.<lb />
H R 401.<lb />
H. V. 433.<lb />
H. W. (Hans Walther) 126.<lb />
H. W. (Hans Werner) 210.<lb />
H.W. [Z.] (auch W.Z., Meister
d. »schönen Tür« in Annaberg).
12, 59. 92. 96.<lb />
Hackert 429.<lb />
Hackl 80.<lb />
Hagelganß 223.<lb />
Hagenberger, Joh. 190.<lb />
Hähnel, J. C. 302.<lb />
Hans v. Straßburg 103.<lb />
Hans v. Torgau 369.<lb />
Hase, G. 89.<lb />
Haunisch, Hans 346.<lb />
Heck, Hieronymus 21.<lb />
Hegewald 79. 81. 224.<lb />
Heideloff 27. 31. 174. 219. 318.<lb />
Heinemann, Chr. 57. 179.<lb />
Heinrich v. Braunschw. 168 f.<lb />
Heinrich v. Hesserode 193.<lb />
Heinricus filius Tiderici 26.<lb />
Henricus 61. 445.<lb />
Henthoos 299.<lb />
Hering, Loy. 18. 34. 227. 438.<lb />
Hering, Martin 438,
Hermann 172. 420.<lb />
Hermes 295.<lb />
Herrlein, J. A. 102.<lb />
Herrlein, Joh. Peter
8. 135. 162. 213. 271. 310.
319. 346. 378. 453.<lb />
Herwarthel 199.<lb />
Herzog 298.<lb />
Hesserode, Heinrich v. 193.<lb />
Heuer, D. 338.<lb />
Heunisch, Hans 426.<lb />
Hildebrand, L. v. 450.<lb />
Hilger, Osw. 394.<lb />
Hilger, Wolff 125. 394.<lb />
Hofmann, Joh. 259.<lb />
Hofmann, Nickel
168 ff. 190. 259. 373.<lb />
Hogenwald, M. 304.<lb />
Hölzer, G. A. 81.<lb />
Hönnicke 95.<lb />
Hornung, Lor. 234.<lb />
Huber, K. 447.<lb />
Hübsch, H. 301.<lb />
Humbach, D. F. 135.<lb />
Hünefeld, H. 419.<lb />
Hünigen, Andr. 304. 343. 458.
</p>

<p>
<hi rend="bold">i</hi> 109 ff.<lb />
Ickelsheimer 449.<lb />
Ihener, Gg. 168.<lb />
Irmisch, Hans
84. 126. 221. 223. 462.
</p>

<p>
<hi rend="bold">J</hi>. E. 54.<lb />
J. H. 54. 308. 320.<lb />
J. L. 248.<lb />
Jacob v. Schweinfurt 12. 268f.<lb />
Jäkel 260.<lb />
Jörg, Andreas 109.<lb />
Junker, Hans 22. 71.<lb />
Junker, Valentin 40.<lb />
Jupe, Ludw. 257.<lb />
Jussow, H. Chr. 428. 430.
</p>

<p>
<hi rend="bold">K</hi>amm, J. B. 41. 90. 118. 192.<lb />


<pb n='483' id='i490.png'/>

<!-- [P: 483] -->

Kändler, J. J. 278. 296.<lb />
Kapup, Christoph 307.<lb />
Kaufmann, Angel. 303.<lb />
Keil, Paul 14. 209.<lb />
Keilwerth, Jos. 11.<lb />
Keller, Georg 22.<lb />
Kern, Michael
40. 52. 73. 137. 163. 194.
247. 438. 440 ff. 451.<lb />
Keßlau, A. F. v. 187.<lb />
Kil, J. G. 69.<lb />
Kirchner, J. Ch. 86.<lb />
Kirchner, Wolf 462.<lb />
Kirschstein, J. 379.<lb />
Kistner, Thomas
23. 375. 408. 441.<lb />
Klanbacht, Hans 76.<lb />
Klein, Hans 447.<lb />
Kleinholz 447.<lb />
Klemm, Sam. 97. 161. 317.<lb />
Klengel, 53. 82. 89. 278. 
Klenze 102.<lb />
Knauf 7.<lb />
Knöfel, F. G. 200.<lb />
Knöffel, Joh. Chr.
79. 86. 87. 88. 90. 194. 240.
303. 305. 345. 374.<lb />
Knöffler, Gottfried
71. 84. 87. 88. 90. 195. 297.
300. 305. 351.<lb />
Köhler, Gottfr. 62.<lb />
Köhler, M. D. 452.<lb />
Konrad v. Einbeck 168.<lb />
Körmser 55.<lb />
Krafft, Adam 37. 209.<lb />
Kramer, Bastian 318.<lb />
Kramer, Hans 79.<lb />
Krebs, Konrad 216. 393.<lb />
Kretschmer, J. G. 338.<lb />
Kreuter, Wolf 369.<lb />
Kriebel, Gg. 236 f.<lb />
Krodel, M. 279.<lb />
Krodel, Wolfg. 201. 369.<lb />
Krohne, G. H. 154.<lb />
Krubsacius 81. 87. 297.<lb />
Krugelstein 295.<lb />
Küchel, J. M. 36. 40. 41. 209.<lb />
Kücher, Eckh. 105.<lb />
Kühne 74.<lb />
Kulmbach, Hans v. 370. 462.<lb />
Kumoller, Hanns u. Matth. 81.<lb />
Kunz, J. J. 222.
</p>

<p>
<hi rend="bold">L</hi>anghans, C. G. 435.<lb />
Lauermann, Franz 260.<lb />
Lendenstreich, Valentin
155. 230. 285. 298. 313. 372.<lb />
Le Notre 206.<lb />
Leubner, Phil. 222. 320.<lb />
Leunenschloss 383.<lb />
Leypoldt 418.<lb />
Lindemann, H. 98.<lb />
Lindner, Erhard 422.<lb />
Liotard 71.<lb />
Locke, Sam. 79. 224. 423.<lb />
Lohe, M. H. 190.<lb />
Longuelune, 86 ff. 31 f. 374.<lb />
Lorentz, Andr. 139. 349.<lb />
Lorentz, Sam. 304. 324. 392.<lb />
Lorentz, Uriel 324. 392.<lb />
Lorentz, Werkstatt der 324.<lb />
Lossow 74.<lb />
Lotter, Hier. 25. 236. 239. 323.<lb />
Lucas, Gottfr. 242.<lb />
Ludolf v. Braunschweig 168 f.<lb />
Lünenschloß 95.<lb />
Lynar, Rochus v. 25. 126.
</p>

<p>
<hi rend="bold">M</hi>.S. 293.<lb />
M W 462.<lb />
Magdeburg, Franz v. 13.<lb />
Magni, Pietro 437.<lb />
Mainz, Peter von 106. 160.<lb />
Marcolini, Fr. 39.<lb />
Martinus 215.<lb />
Mattenheimer 90. 363.<lb />
Mattielli, Lorenzo 80. 87. 195.<lb />
Maucher 455.<lb />
Maulbersch, Ant. 80.<lb />
Maurer, J. M. 203.<lb />


<pb n='484' id='i491.png'/>

<!-- [P: 484] -->

Mayer, Andr. 147.<lb />
Meer, Erhard v. d. 25.<lb />
Meier, Jörg 365.<lb />
Meister der Baldachine
152. 160. 230. 263. 299.
311. 358. 362. 453.<lb />
Meister der Barfüßerkirche in
Erfurt 107. 110.<lb />
Meister der »schönen Tür« in
Annaberg (H. W. [Z.] u. W. 
Z.) 12. 59. 92. 96.<lb />
Meister d. Neusitzer Altars 230.<lb />
Meister i von Erfurt 109 ff.<lb />
Meister t von Erfurt 106. 109.<lb />
Meister von Chemnitz 139.<lb />
Mengs, A. R. 80. 82. 418. 435.<lb />
Merian 35. 438.<lb />
Meyner 173.<lb />
Mica, Franc. 65.<lb />
Michael, J. G. 57.<lb />
Michael, Martin 46.<lb />
Milla, Isr. v. d. 112.<lb />
Minetti, Fr. D. 68.<lb />
Möhring, Melchior 105.<lb />
Monot, Pierre 206.<lb />
Moritz, J. G. 114.<lb />
Müller, Alexander 441.<lb />
Müller, Chr. 366.<lb />
Müller, Hans 366.<lb />
Müller, Jakob 261. 263.<lb />
Müller, Joh. Mich. 96.<lb />
Münzel, Joh. 98.<lb />
Mutschelle, B. 41. 210. 439.
</p>

<p>
<hi rend="bold">N</hi>. T. 237.<lb />
Nagel, Franz 171.<lb />
Nahl, J. A. 429 f
Naumann, Jacob 16.<lb />
Naumann, J. Ch. 194.<lb />
Nave, Ant. 95.<lb />
Neilich, Kunz 405.<lb />
Neumann, Balthasar
35. 41 f. 67. 94 f. 115. 135 ff.
153. 155. 176. 193. 196. 211.
214. 227. 229. 233. 244. 260.
287. 310. 336. 341. 346. 375.
382 f. 387. 404. 406 f. 424.
426. 440. 443. 446. 449 f.
452. 456.<lb />
Neumann, F. J. 192.<lb />
Neuner 118.<lb />
Nickel, B. H. 449. 452.<lb />
Noack 459.<lb />
Nosseni, Joh. Maria
79. 81. 82. 125. 126. 226.
237. 361. 362. 411.
</p>

<p>
<hi rend="bold">O</hi>egg 424. 451.<lb />
Oeser, A.
70 f. 191. 195. 236. 240. 305.
341. 435.<lb />
Onghers, Oswald
52. 67. 96. 97. 116. 118.
155. 164. 212. 316. 341. 370<corr sic=''>.</corr>
398. 438. 442. 443.<lb />
Otte, V. 241. 394.<lb />
Otto, Valentin 277.
</p>

<p>
<hi rend="bold">P</hi> D 18.<lb />
Palko, Karl 80. 296.<lb />
Parler 322.<lb />
Pauer, Hans 315.<lb />
Pauwart, Ant. 168.<lb />
Pellegrini 45.<lb />
Permoser, Balthasar
45. 80. 85 f. 101. 126. 426.<lb />
Perre, J. de 237 f. 338. 354.<lb />
Perri, Ant. 158.<lb />
Pesne, Ant. 60.<lb />
Peter v. Mainz 106. 161.<lb />
Peter v. Pirna 12.<lb />
Petersell, J. R. 381.<lb />
Petrini
39. 40. 116. 212. 259. 370.
375. 443 f. 448 f. 452.<lb />
Petrozzi, M. 47. 48. 298.<lb />
Petzold, A. 199. 203. 303. 369.<lb />
Pezani, Val. 398. 447.<lb />
Pfau, Hans 103.<lb />
Pflugschar 335.<lb />


<pb n='485' id='i492.png'/>

<!-- [P: 485] -->

Pfretschner, Sittich 239.<lb />
St. Pierre 47. 48. 49. 188.<lb />
Pirna, Peter v. 12.<lb />
Pöppelmann, M. D.
78 f. 83 f. 86. 88 f. 224. 240.
278. 331. 368. 374.<lb />
Pötzsch, Martin 44.<lb />
Pozzo 39
Preißer, Hieron. 105.<lb />
Proscher, Hnrch. 343.
</p>

<p>
v. <hi rend="bold">Q</hi>uast 215. 327.
</p>

<p>
<hi rend="bold">R</hi>T 105.<lb />
Ränz, El. 49.<lb />
Ränz, J. D. 49.<lb />
Reinboth, J. B. 242.<lb />
Reis, Hans 82.<lb />
Remela, Jo. Ad. 95.<lb />
Rénier 217.<lb />
Reuß 40.<lb />
Reynhart, Hans 334. 359.<lb />
Ricchini 83.<lb />
Richter, Chr. 239. 352. 422.<lb />
Richter, Gregor 318.<lb />
Richter, J. F. 163. 241. 277. 394.<lb />
Richter, Moritz 420. 422.<lb />
Richter, Rud. Heinr. 50.<lb />
Rickmann, E. 191.<lb />
Ridinger, Georg 21.<lb />
Riedel 2.<lb />
Riemenschneider, Jörg
440. 442.<lb />
Riemenschneider, Tilman
24. 34. 37. 54. 96. 99. 114 f.
148. 160. 174. 176. 191. 202 f.
211. 250. 279. 286. 300. 315.
348. 351. 370. 376. 382 f.
392. 408. 410. 437. 439 f.
442. 445 f. 449.<lb />
Rigaud 355.<lb />
Ritgen, Hugo v. 412.<lb />
Ritter, F. A. v. 153. 276.<lb />
Ritter, J. H. 6.<lb />
Ritterlein, W. 64. 203. 354.<lb />
Robin 448.<lb />
Roder, Claus 236.<lb />
Röhrscheidt, Wenzel 46.<lb />
Rösler, C. 224.<lb />
Rossini, A. 179. 264.<lb />
Rotari 418.<lb />
Roth, Joh. (Hans) Gg. 203. 372.<lb />
Roth, Mart. 374.<lb />
Rubens 51. 85. 101 f.<lb />
Rudolfi, A. 154.<lb />
Rudolph, J. Ph. 17.<lb />
Rul, de 444.
</p>

<p>
<hi rend="bold">S</hi>. (im Ring m. 3 Herzen) 189.<lb />
S. L. 304.<lb />
S. W. 433.<lb />
Saalhausen, Ant. v. 324.<lb />
Salins, N. A. de 451.<lb />
Sandrart 35. 438.<lb />
Sarder, W. 440.<lb />
Schade, Abr. 47.<lb />
Schadow 449.<lb />
Schaefer, C. 258. 265. 424.<lb />
Schaicker, Gottf. 400.<lb />
Schatz, David 75. 146. 200.<lb />
Schenau 162.<lb />
Scherer, Hans 205.<lb />
Scheubel, J. J. 40.<lb />
Schick, Fähnrich 10.<lb />
Schickentanz, Hans
71. 82. 191. 340.<lb />
Schilling 81.<lb />
Schinkel 458.<lb />
Schit, Nik. 141.<lb />
Schlaf, Jakob 420.<lb />
Schlecht, Bened. 401.<lb />
Schleinitz, R. 78.<lb />
Schlüter, A. 49. 138.<lb />
Schmidt, J. G. 78. 81. 88. 159.<lb />
Schmidt, J. M. 276.<lb />
Schmidt (Schreiner) 173.<lb />
Schnorr, H. V. 435.<lb />
Schockholz, Casp. 272<corr sic=''>.</corr><lb />
Scholz, Daniel 66.<lb />
Schoner, Joh. 170.<lb />


<pb n='486' id='i493.png'/>

<!-- [P: 486] -->

Schönermark 3<corr sic=''>.</corr><lb />
Schongauer 13. 362. 374.<lb />
Schreckenfuchs 462.<lb />
Schröer, Hans 25. 126.<lb />
Schröter, G. 433.<lb />
Schulze 187.<lb />
Schuster, J. 149.<lb />
Schwartze, J. H. 79. 84.<lb />
Schwartzmann, Andreas 135.<lb />
Schwarz, Nic. 324.<lb />
Schweinfurt, Jak. v. 12. 268 f.<lb />
Schwenke, David 332.<lb />
Schwind, Mor. v. 413.<lb />
Seiz, J. G. 427.<lb />
Semler, Arntz 353.<lb />
Semper 84.<lb />
Sengelaub, Peter 217 f.<lb />
Siecht, J. J. 403.<lb />
Silbermann, J. Gottfr.
25. 150. 316. 343 f. 411.<lb />
Silbermann, Val. 76. 92. 334.<lb />
Silvestre 71. 86. 195. 355.<lb />
Simon, J. Ch. 43. 304. 460.<lb />
Simonetti, Giov. 239.<lb />
Soest, Albert von 324.<lb />
Soldan, Phil. 120. 205. 352.<lb />
Sorg, Kilian 34.<lb />
Späth 449.<lb />
Speck, Hans 462.<lb />
Spieß, G. J. 222.<lb />
Spranger, Barth. 295.<lb />
Starke, J. G. 85.<lb />
Steiner, K. 295. 420.<lb />
Stengel, F. J. 56. 135. 154.<lb />
Stettner, Jost 220.<lb />
Steuerwald 435.<lb />
Steyer, Hans 89.<lb />
Stipeldey, F. X.
4. 71. 110. 346. 351.<lb />
Stoß, Veit
38. 188. 220. 286. 361. 381.<lb />
Stoß (Schule) 118 f.<lb />
Straßburg, Hans v. 103.<lb />
Straubinger, Jörg 441.<lb />
Strohmeier, Leonh. 439.
</p>

<p>
<hi rend="bold">t</hi> 106. 109.<lb />
T K (Thomas Kistner)
23. 375. 408. 441.<lb />
Teuscher, Sebald 101.<lb />
Thalheimer 71.<lb />
Thim, Veit 420.<lb />
Thola, B. de 83 f. 125.<lb />
Thomä, B. 78. 368.<lb />
Thoman, Jos. Val. 11.<lb />
Thormeyer 57.<lb />
Thouret 420.<lb />
Tiepolo 11. 451.<lb />
Tile 307.<lb />
Tischbein (welcher?) 422.<lb />
Tischbein, J. F. A. 343.<lb />
Tischbein, J. G. 205.<lb />
Tischbein, J. H. 205. 429 f.<lb />
Todesco, Heinr. 301.<lb />
Torelli, Stef. 305. 418.<lb />
Torgau, Hans v. 369.<lb />
Trautmann 41.<lb />
Tretsch, Alberlin 333.<lb />
Treu, J. N. 39. 263. 414. 443.<lb />
Trippel 332.<lb />
Trost, G. H. 6.<lb />
Tütleb, Jer. 130.<lb />
Tüttich, L. 419.
</p>

<p>
<hi rend="bold">U</hi>brich, Peter 248.<lb />
Uebelher, G. 11.<lb />
Uhl, Joh. 346.<lb />
Unger, Gottfr. 163.<lb />
Ungewitter, G. G. 424.<lb />
Urlaub, Chr. 148.<lb />
Urlaub, Gg. A. 116. 196. 443.<lb />
Urlaub, J. A. 137.<lb />
Urlaub, S. 17. 346. 370.
</p>

<p>
<hi rend="bold">V</hi>aga, Perino del 83.<lb />
Valentin 8. 194.<lb />
Vater, G. S. 6.<lb />
Vernucken, Willi. 367.<lb />
Vincentius 458.<lb />
Vingerhut, Heinr. 140.<lb />


<pb n='487' id='i494.png'/>

<!-- [P: 487] -->

Vischer, Casp. 35. 228. 333. 424.<lb />
Vischer, Hans 20. 272. 433.<lb />
Vischer, Herm, d. Ä.
266 f. 315. 433.<lb />
Vischer, Herm, d. J. 105. 267.<lb />
Vischer, Peter u. s. Werkstatt
6. 20. 34. 69. 105. 266 f.
272. 293. 351 f. 384. 393.
419. 433. 439. 440.<lb />
Vogel (welcher?) 418.<lb />
Vogel, A. 423.<lb />
Vogel, Chr. Leber. 243. 338.<lb />
Vogel, J. J. 39. 40. 71. 118. 192.<lb />
Vogt, Caspar 82.
</p>

<p>
<hi rend="bold">W</hi>. B. 333.<lb />
W K. 369. 385. 462.<lb />
W. Z. (Meister der »schönen
Tür« in Annaberg)
12. 59. 92. 96.<lb />
Wagner, Erasmus 108 f.<lb />
Wagner, J. P.
52. 102. 116. 148. 155. 176.
188 f. 244. 351. 400. 404.
425. 439. 447. 451. 457.<lb />
Wagner, P. A. 241. 398.<lb />
Wagner, Simon 447.<lb />
Wailly 428.<lb />
Waldstein, Seb. 455.<lb />
Walther, Andreas 84. 388.<lb />
Walther, Christoph
46. 83. 157. 202. 215. 278.
324. 385. 410.<lb />
Walther, Hans
78. 83. 90. 126. 194. 225.
331. 375. 385.<lb />
Walther, Sebast. 81. 433.<lb />
Walther, Val. 58.<lb />
Walther, Werkst. u. Schule der
50. 83. 226. 242.<lb />
Wamser, Chr. 21.<lb />
Weber, Christoph 66.<lb />
Weber, Hans 403.<lb />
Weinlig, Ch. 87 f. 332.<lb />
Weinmann, Jakob 34.<lb />
Weinmann, Joh. 426.<lb />
Weiß, J. G. 47.<lb />
Welsch, General M. v.
10. 112. 135 f. 199. 335 f. 450.<lb />
Wemding, Hans 40.<lb />
Werner, G. 240.<lb />
Werner, Hans
2. 40. 47. 119. 154. 210. 228.
281. 401.<lb />
Werter, Gg. 308.<lb />
Wessel, Hans 125.<lb />
Westfalen, Arnold v.
265. 267. 268. 269. 276.
334. 348. 349. 389. 390.<lb />
Wiedemann, Ludwig 90.<lb />
Wiedemann, Paul 239.<lb />
Willkomm, Hans 83.<lb />
Winkler 88.<lb />
Winterstein, Gg. 17. 348. 447.<lb />
Wirauch, Joh. 177.<lb />
Wiskotschill 87.<lb />
Wohlhaupter, E. 135.<lb />
Wolgemut
78. 107. 109. 118. 259. 281.
374. 461.<lb />
Wolker, J. M. 129. 148. 298.<lb />
Worms, Eckart v. 438. 440.<lb />
Wunder 47. 48. 90.<lb />
Wurzelbauer, Hans 438.<lb />
Wydemann, Joh. 108.
</p>

<p>
<hi rend="bold">Z</hi>anck, Mich. 245.<lb />
Zaner 346.<lb />
Zapf, G. 210.<lb />
Zeckel, Joh. 73.<lb />
Zeissig, J. E. 162.<lb />
Zeller 306.<lb />
Zeni 286.<lb />
Zerroen, A. v. 125.<lb />
Zick, Januarius 398.<lb />
Zick, Joh. 11. 155. 451.<lb />
Zincke, H. G. 7.<lb />
Zwenger, Paul 97.
</p>
</div>

<div>
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<p><!-- [**center]-->
Satz und Druck der Berliner Buch- und Kunstdruckerei, G. m.b. H.,<lb />
Berlin SW. 48 &mdash; Zossen.
</p>
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THE FULL PROJECT GUTENBERG LICENSE


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Section 1.


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1.A.


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forth in paragraph 1.E.8.


1.B.


“Project Gutenberg” is a registered trademark. It may only be used on or
associated in any way with an electronic work by people who agree to be
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with the full terms of this agreement. See paragraph 1.C below. There are
a lot of things you can do with Project Gutenberg™ electronic works if you
follow the terms of this agreement and help preserve free future access to
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1.C.


The Project Gutenberg Literary Archive Foundation (“the Foundation” or
PGLAF), owns a compilation copyright in the collection of Project
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collection are in the public domain in the United States. If an individual
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the United States, we do not claim a right to prevent you from copying,
distributing, performing, displaying or creating derivative works based on
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1.D.


The copyright laws of the place where you are located also govern what you
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state of change. If you are outside the United States, check the laws of
your country in addition to the terms of this agreement before
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The Foundation makes no representations concerning the copyright status of
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1.E.


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1.E.1.


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 or re-use it under the terms of the Project Gutenberg License
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or obtain permission for the use of the work and the Project Gutenberg™
trademark as set forth in paragraphs 1.E.8 or 1.E.9.


1.E.3.


If an individual Project Gutenberg™ electronic work is posted with the
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1.E.4.


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1.E.5.


Do not copy, display, perform, distribute or redistribute this electronic
work, or any part of this electronic work, without prominently displaying
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1.E.6.


You may convert to and distribute this work in any binary, compressed,
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1.E.8.


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1.E.9.


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Some states do not allow disclaimers of certain implied warranties or the
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applicable to this agreement, the agreement shall be interpreted to make
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this or any Project Gutenberg™ work, (b) alteration, modification, or
additions or deletions to any Project Gutenberg™ work, and (c) any Defect
you cause.


Section 2.


 Information about the Mission of Project Gutenberg™


Project Gutenberg™ is synonymous with the free distribution of electronic
works in formats readable by the widest variety of computers including
obsolete, old, middle-aged and new computers. It exists because of the
efforts of hundreds of volunteers and donations from people in all walks
of life.

Volunteers and financial support to provide volunteers with the assistance
they need, is critical to reaching Project Gutenberg™’s goals and ensuring
that the Project Gutenberg™ collection will remain freely available for
generations to come. In 2001, the Project Gutenberg Literary Archive
Foundation was created to provide a secure and permanent future for
Project Gutenberg™ and future generations. To learn more about the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation and how your efforts and donations
can help, see Sections 3 and 4 and the Foundation web page at
http://www.pglaf.org.


Section 3.


 Information about the Project Gutenberg Literary Archive Foundation


The Project Gutenberg Literary Archive Foundation is a non profit
501(c)(3) educational corporation organized under the laws of the state of
Mississippi and granted tax exempt status by the Internal Revenue Service.
The Foundation’s EIN or federal tax identification number is 64-6221541.
Its 501(c)(3) letter is posted at
http://www.gutenberg.org/fundraising/pglaf. Contributions to the Project
Gutenberg Literary Archive Foundation are tax deductible to the full
extent permitted by U.S. federal laws and your state’s laws.

The Foundation’s principal office is located at 4557 Melan Dr.
S. Fairbanks, AK, 99712., but its volunteers and employees are scattered
throughout numerous locations. Its business office is located at 809 North
1500 West, Salt Lake City, UT 84116, (801) 596-1887, email
business@pglaf.org. Email contact links and up to date contact information
can be found at the Foundation’s web site and official page at
http://www.pglaf.org

For additional contact information:


 Dr. Gregory B. Newby
 Chief Executive and Director
 gbnewby@pglaf.org


Section 4.


 Information about Donations to the Project Gutenberg Literary Archive
 Foundation


Project Gutenberg™ depends upon and cannot survive without wide spread
public support and donations to carry out its mission of increasing the
number of public domain and licensed works that can be freely distributed
in machine readable form accessible by the widest array of equipment
including outdated equipment. Many small donations ($1 to $5,000) are
particularly important to maintaining tax exempt status with the IRS.

The Foundation is committed to complying with the laws regulating
charities and charitable donations in all 50 states of the United States.
Compliance requirements are not uniform and it takes a considerable
effort, much paperwork and many fees to meet and keep up with these
requirements. We do not solicit donations in locations where we have not
received written confirmation of compliance. To SEND DONATIONS or
determine the status of compliance for any particular state visit
http://www.gutenberg.org/fundraising/donate

While we cannot and do not solicit contributions from states where we have
not met the solicitation requirements, we know of no prohibition against
accepting unsolicited donations from donors in such states who approach us
with offers to donate.

International donations are gratefully accepted, but we cannot make any
statements concerning tax treatment of donations received from outside the
United States. U.S. laws alone swamp our small staff.

Please check the Project Gutenberg Web pages for current donation methods
and addresses. Donations are accepted in a number of other ways including
checks, online payments and credit card donations. To donate, please
visit: http://www.gutenberg.org/fundraising/donate


Section 5.


 General Information About Project Gutenberg™ electronic works.


Professor Michael S. Hart is the originator of the Project Gutenberg™
concept of a library of electronic works that could be freely shared with
anyone. For thirty years, he produced and distributed Project Gutenberg™
eBooks with only a loose network of volunteer support.

Project Gutenberg™ eBooks are often created from several printed editions,
all of which are confirmed as Public Domain in the U.S. unless a copyright
notice is included. Thus, we do not necessarily keep eBooks in compliance
with any particular paper edition.

Each eBook is in a subdirectory of the same number as the eBook’s eBook
number, often in several formats including plain vanilla ASCII, compressed
(zipped), HTML and others.

Corrected _editions_ of our eBooks replace the old file and take over the
old filename and etext number. The replaced older file is renamed.
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Most people start at our Web site which has the main PG search facility:


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This Web site includes information about Project Gutenberg™, including how
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